In diesem Kapitel lesen wir den Bericht von der Verteidigungsrede des Paulus vor den Juden in Jerusalem. Dabei blickt er zurück auf seine eigene Bekehrung und Berufung.
Er erklärt ihnen, wie er einst selber ein Eiferer für das Gesetz war. Er sucht also erst einmal gemeinsamen Boden. Dann fährt er fort und berichtet das, was wir ja schon aus Apg 9 kennen. Allerdings werden hier noch einige weitere Details berichtet.
Interessant finde ich dabei, dass sein Zeugnis von Jesus offenbar noch relativ neutral angehört wurde. Aber als Paulus auf die „Heiden“ zu sprechen kommt, zu denen er gesandt war, bricht der Sturm der Entrüstung wieder los.
>      Hier sehen wir eine gedankliche Enge, die es nicht zulässt, weiter belehrt zu werden.
>      Das ist gefährlich und wir sollten uns davor hüten. Ich wünsche uns, dass wir einerseits aus der Bibel zu festen Überzeugungen kommen und doch gleichzeitig immer bereit sind, uns von Gottes Wort her weiter belehren zu lassen.
Als der Aufruhr zu groß wurde, wird Paulus erstmal in Sicherheit gebracht. Die Römer waren ganz offensichtlich um Ordnung bemüht und sie wollten ein gerechtes Urteil finden.
Überhaupt sehen wir in der Apostelgeschichte immer wieder, dass die meisten Obrigkeiten recht positiv beschrieben werden (mit der Ausnahme von Herodes Agrippa in Apg 12),
Vor dem römischen Oberst spielt Paulus dann seine dritte Karte aus … neben Griechisch und Hebräisch kommt hier nun sein römisches Bürgerrecht zum Tragen.

Hier sehen wir, dass Gott alle Dinge gut geführt hat. Ohne dieses biographische Detail, wäre es hier wohl schnell mit Paulus aus gewesen, aber noch hatte Gott mit ihm einiges vor. So entstanden ja z.B. einige Briefe des ATs erst zu der Zeit, als Paulus dann in Rom im Gefängnis saß. Dazu wäre er als freier Mann evtl nicht gekommen … aber dadurch, dass Gott ihm noch viel Zeit im Gefängnis gab, konnte er diesen wichtigen Dienst noch vollenden – genau so, wie Gott es geplant hatte. 

Mit Kapitel 21 beginnt die Reise des Apostels Paulus nach Jerusalem, die dann in seiner Verhaftung mündet.
Dabei lesen wir über die Jünger, die Paulus auf dem Weg gen Jerusalem trifft: „21:4  Die sagten Paulus durch den Geist, er solle nicht nach Jerusalem hinaufziehen.

Ganz offensichtlich sind solche Worte nicht „autoritativ“ – sonst hätte Paulus ihnen gehorcht.
Es gibt also gewisse Erkenntnisse, die der Geist schenkt, die immer noch bewertet werden müssen und bei denen wir die Freiheit haben, nach Abwägung eigene Entscheidungen zu treffen.
Das ist sicher ein gutes Herangehen an alle „Worte“ und Erkenntnisse, die Gott uns außerhalb der völlig autoritativen Offenbarung der Bibel gibt.

Und so schlägt Paulus diese Ermahnung genauso aus, wie dann auch die Warnung durch Agabus.
In Jerusalem wird Paulus mit falschen Gerüchten konfrontiert. Jakobus und die anderen Ältesten haben dabei eine Idee, wie Paulus deutlich machen kann, dass diese Gerüchte nicht wahr sind.
Aber das reicht nicht. Seine Feinde sind so voller Hass, dass sie die Menschen gegen paulus aufwiegeln. Es mag sein, dass sie dabei nicht bewusst eine falsche Behauptung aufgestellt haben, als sie sagten, dass Paulus einen Heiden mit in den Tempel gebracht hätte.

Das ist leider etwas, dass man immer mal wieder erlebt. Die Wahrheit wird nicht mehr gesehen. Menschen haben ihre Meinung und egal was dann wirklich passiert, sie sind dann schnell mit ihren Interpretationen dabei und nicht mehr bereit, sich korrigieren zu lassen und Fakten zur Kenntnis zu nehmen.
In den Köpfen von Menschen werden falsche Schlussfolgerungen gezogen und diese werden dann als Fakten präsentiert … das kommt übrigens auch in christlichen Kreisen vor.
Von daher sollten wir uns alle darauf besinnen, dass wir nicht versehentlich falsche Behauptungen anstellen – auch wenn diese uns noch so schlüssig erscheinen mögen.

Und so wird Paulus mit der gleichen Anklage konfrontiert, die einst (in seinem Beisein auf Seiten der Ankläger) gegen Stephanus vorgebracht wurde (siehe Apg 6,11ff): „21:28  Dies ist der Mensch, der alle Menschen an allen Enden lehrt gegen unser Volk, gegen das Gesetz und gegen diese Stätte; dazu hat er auch Griechen in den Tempel geführt und diese heilige Stätte entweiht.

Paulus wird also verhaftet und zeigt dann seine Fähigkeit, sich auf Zuhörer einzustellen. Die Soldaten spricht er auf Griechisch an und dabei offenbart sich, dass auch sie falsche Gerüchte gehört hatten und dann spricht er zu den Juden in Jerusalem auf Hebräisch.

So wie von Paulus geplant (siehe Apg 19,21nahm sich Paulus im Geist vor, durch Mazedonien und Achaja zu ziehen und nach Jerusalem zu reisen, und sprach: Wenn ich dort gewesen bin, muß ich auch Rom sehen.“) macht er sich nun auf den Weg zurück nach Jerusalem.
Paulus zieht durch Mazedonien. Unterwegs ermutigt er die Gemeinden, die er während seiner 2. Missionsreise gegründet hatte. Er predigt und ermahnt die Gemeinden und bereitet sie so für die Zukunft vor.
Ab Vers 6 ist Lukas nun offensichtlich wieder selber mit dabei (der Bericht geht nun in „wir“ Form weiter). Interessant ist auch der Hinweis in Apg 20,7, dass die Gemeinde am ersten Tag der Woche zusammenkam, das Brot brach und auf eine lange Predigt hörte.
Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Gemeindeversammlung zu diesem Zeitpunkt schon am Sonntag stattfand und nicht mehr am Sabbat.
Paulus scheint kein Fan kurzer Predigten zu sein. Er hat viel zu sagen und predigt bis Mitternacht.
Auch damals war nicht jeder dazu in der Lage, einer langen Predigt zuzuhören … und so lesen wir von Eutychus, der einschlief und aus dem Fenster fiel.
Das wäre ja ein ziemliches Drama gewesen und hätte ggf dem apostolischen dienst schaden können … aber mit Gottes Hilfe war Paulus in der Lage, den jungen Mann wieder zu beleben.
Dann geht es für ihn weiter und von Milet aus ruft er die Ältesten aus Ephesus zu sich.
Die Abschiedsrede in Ephesus ist sehr lehrreich.
Zum einen sehen wir, dass die Begriffe Älteste, Bischöfe und Hirten (Pastoren) austauschbar verwandt werden. Wir tun gut daran, das zu bedenken. Die Unterscheidung zwischen Pastoren und Ältesten ist also nicht wirklich biblisch, sondern einfach nur eine pragmatische Sache, die dabei hilft zu erklären, wer der Gemeinde Vollzeit dient und wer nicht. Letztendlich sind die Pastoren einfach Älteste bzw alle Ältesten haben eine Pastoren-(Hirten-)verantwortung.
Weiterhin lehrt Paulus, dass Gemeinde immer umkämpft ist und zwar von außen und innen und dass die Ältesten da eine besondere Wächterverantwortung tragen.
Gleichzeitig macht Paulus auch deutlich, wer letztendlich auf die Gemeinde Acht hat. Es ist „20:28  die Gemeinde Gottes, die er durch sein eigenes Blut erworben hat.“ … und so kann Paulus guten Gewissens gehen und sagen: „20:32   32 Und nun befehle ich euch Gott und dem Wort seiner Gnade, der da mächtig ist, euch zu erbauen und euch das Erbe zu geben mit allen, die geheiligt sind.
Das ist wirklich eine großartige Gewißheit!
Schließlich macht sich Paulus weiter auf den Weg nach Jerusalem. Er geht diesen Weg im Wissen darum, dass er nicht mehr nach Ephesus zurückkommen würde und ihn wohl in Jerusalem Schwierigkeiten erwarten.
Trotzdem geht er den Weg, denn es geht ihm nicht darum, den einfachsten Weg zu wählen, sondern das zu tun, was Gott von ihm will.

Das ist vorbildlich und herausfordernd! 

Paulus kommt nach Ephesus, nachdem Apollos weitergezogen ist. Er trifft dort wohl auf „Gläubige“, die wahrscheinlich die Botschaft des Apollos aus der Zeit kannten, bevor dieser durch das Ehepaar Aquila & Priscilla tiefere Erkenntnis bekommen hatte.
Und so wie das Ehepaar bei Apollos, so fungiert hier dann Paulus im Bezug auf diese „Jünger“.

Hier erleben wir dann noch eine letzte Wiederholung des Pfingstwunders, durch das Gott belegt, dass die Taufe auf Jesu Namen eben tatsächlich der richtige Schritt ist und die vorherige Erkenntnis noch nicht ausreichend war.

In den Versen 8-22 lesen wir dann mehr über den Dienst von Paulus in Ephesus. Die Gemeinde wächst durch Gottes Gnade, der viele Dinge gebraucht, um sich selbst zu bezeugen. Erst hat Paulus 3 Monate die Gelegenheit in der Synagoge zu predigen. Dann lehrt er über 2 Jahre täglich in der Schule des Tyrannus.

Das war ein gewaltiger Lehrdient … aber vor allem zeigt es uns die Bereitschaft der Menschen, viel Lehre aufzunehmen.

In Ephesus geschehen dann noch einige weitere Dinge. Paulus strahlt offenbar eine enorme Vollmacht aus, so wie zuvor nur Jesus und dann Petrus (Apg. 5,15). Das zeigt uns letztendlich, dass Paulus ein echter Apostel ist.

Dann folgt der Bericht darüber, dass böse Geister die 7 Söhne des Skevas so vermöbeln, dass auch das zu einem Zeugnis wird.

Und schließlich lesen wir von der sehr kostspielige Buße der Bekehrten in Ephesus.

In 19,21 hören wir über die Pläne des Paulus: „Als das geschehen war, nahm sich Paulus im Geist vor, durch Mazedonien und Achaja zu ziehen und nach Jerusalem zu reisen, und sprach: Wenn ich dort gewesen bin, muß ich auch Rom sehen.

Und genau das sollte dann auch geschehen. Wenngleich Paulus immer wieder gewarnt wird, geht er gradlinig seinen Weg.

Ab 19,23 kommt noch ein Bericht über den aus wirtschaftlichen Gründen angezettelten Aufstand in Ephesus.

Hier sehen wir, dass der christliche Glaube spätestens dann anstößig wird, wenn er Konsequenzen hat. Das erleben auch heute noch viele Leute, die zum Glauben kommen. Wenn sie ihr Leben ändern, werden auf einmal Leute ein Problem damit haben …entweder, weil die Christen auf einmal bei bestimmten Dingen nicht mehr mitmachen oder weil sie als Kunden wegfallen …
Nachdem Paulus Athen verlassen hat, kommt er nach Korinth, einer sehr wichtigen Großstadt. Dort trifft Paulus ein Ehepaar (Aquila & Priska bzw Priszilla), das sehr wahrscheinlich bereits an Christus glaubte. Paulus wird von ihnen aufgenommen und arbeitet mit ihnen anfangs als Zeltmacher.
Dann kommen seine Mitarbeiter, auf die er ja schon in Athen gewartet hatte und so wird er dann freigesetzt, sich vollzeitlich der Wortverkündigung zum widmen.
Wahrscheinlich brachten sie Spenden mit. Auf jeden Fall sehen wir hier, dass es durchaus gut und richtig ist, begabte Prediger und Evangelisten zum vollzeitichen Dienst freizusetzen.
Wie immer geht Paulus zuerst zu den Juden. Nachdem er dort Widerstand erlebt, wendet er sich den Heiden zu. Dabei kommen aber auch Juden und so kommt es zur Bekehrung des Synagogenvorstehers samt seiner ganzen Familie.
Hier wird explizit erwähnt, dass sein ganzes Haus zum Glauben kommt … und dann getauft wird. Es ist also keine Haushaltstaufe, bei der auch ungläubige Kinder oder Babys mitgetauft werden.
Doch trotz dieser Bekehrung ist Paulus offenbar entmutigt – doch Gott richtet ihn auf, indem er ihn durch eine Erscheinung sagt: „18:9-10  fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht!  10Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.
Gott weiß, dass Paulus für seinen Dienst eine Ermutigung gebrauchen kann. Der Herr ermutigt ihn, indem er ihm einen seltenen Einblick in seinen göttlichen Ratschluss gibt.
Gott weiß, wenn er retten wird … und gerade deshalb soll Paulus mutig weiter predigen.
Ich finde, dass dies eine sehr befreiende Botschaft ist.
Wir müssen niemanden bekehren. Das macht Gott nach seiner freien Gnadenwahl. Aber wir dürfen uns von Gott dabei gebrauchen lassen.
Gleichzeitig gibt es auch Widerstand – und das muss dann vor allem der Sosthenes erleiden.
Dann endet die 2. Missionsreise des Paulus.
Auf seinem Rückweg nach Antiochia macht er einen kurzen Stopp in Ephesus, wo er
Aquila & Priszilla zurücklässt. Die Beiden lernen dort Apollos kennen.
Apollos scheint Johannes den Täufer erlebt zu haben und dann auch für einige Zeit Jesus. Aber er wusste wohl nichts von Jesu Tod & Auferstehung, hatte wohl noch nicht erkannt, dass Jesus der Christus ist und hatte wohl noch nicht von der Ausgießung des Heiligen Geistes gehört.
Aquila & Priszilla lehren ihn und dann zieht er weiter und predigt diese Dinge mit Vollmacht.
Gerade die Rolle von Aquila & Priszilla ist bemerkenswert. Sie sehen die Defizite bei Apollos, aber anstatt ihn öffentlich zu kritisieren, bemühen sie sich darum, ihm zu helfen, so dass er sein Potential voll zur Geltung bringen kann.

Das wünsche ich mir auch immer mehr für unsere Gemeinde – dass wir einander ermutigen und uns gegenseitig dabei helfen, dem HERRN und seiner Gemeinde immer besser zu dienen. 
Nach der Freilassung aus dem Kerker in Philippi setzen Paulus und Silas ihre Missionsreise fort und kommen dabei nach Thessalonich. Drei Sonntag hat Paulus die Möglichkeit in der Synagoge Christus als den im AT verheißenen Messias zu verkündigen. Einige Juden und viele gottesfürchtige Griechen kommen zum Glauben. Doch, wie schon mehrfach zuvor, ist das Evangelium wieder auch für manche Zuhörer sehr anstößig. Dabei verbünden sich die ungläubigen Juden mit dem leicht anstiftbaren „Pöbel“ und so kommt es zum Aufruhr – doch Paulus und Silas kommen ungeschoren davon.
Das mag wie eine Niederlage aussehen, aber der gute Same wurde gesät und es gibt dort nun Christen.
Später wird Paulus anderswo länger bleiben können, aber hier sind es meist kurze Besuche, die Gott dazu gebracht, Gemeinden entstehen zu lassen.
Und die Widerstände führen letztendlich evtl dazu, dass Paulus noch mehr Städte besucht … Gott verfolgt mit all dem sicher ein Ziel.
Und so kommen sie nach Beröa. Der Beröer sind dann ein netteres Publikum: „sie forschten die Schriften, ob sich’s so verhielte.“ Ihr Beispiel wird oftmals – und ich denke zurecht! – als Vorbild dafür genannt, wie wir auf Predigten hören sollten: mit Wohlwollen, aber auch prüfend, ob das was gesagt wird, den lehren der Bibel entspricht.
Die Herausforderung dabei ist, dass wir Predigten nicht einfach danach beurteilen, was wir bereits glauben und verstehen. Wir sollten bereit sein, uns durch Predigten belehren zu lassen. Aber gerade wenn etwas für uns neu ist, sollten wir überprüfen, ob diese Lehre tatsächlich aus der Schrift kommt.
Deshalb sollte unser Predigthören immer begleitet sein, von dem Studium der Bibel.
Nachdem die Unruhestifter von Thessalonich nach Beröa kommen, zieht Paulus weiter nach Athen. Hier sehen wir nun, wie Paulus sich auf die Philosophen in Athen einlässt – und über den, den Athenern noch unbekannten, Gott predigt.
Die Apostelgeschichte zeigt uns hier, wie weise es ist, nicht ein „Konzept“ zu haben, sondern das Evangelium jedem so weiterzusagen, wie er es verstehen kann.

Möge der Herr uns dazu den Mut & Weisheit geben!

Zu Beginn der zweiten Missionsreise geht Paulus nochmals zu den Gemeinden, die während seiner ersten Missionsreise entstanden waren. In Lystra lernt er Timotheus kennen, der von da an der wohl wichtigste Helfer des Paulus wird.
Wir sehen hier, wie sehr Paulus darauf bedacht ist, bei den Juden keinen unnötigen Anstoß zu erregen. Deshalb lässt er Timotheus beschneiden und deshalb übergibt er in den Städten, die er besucht, jeweils die Beschlüsse des Apostelkonzils.

Ab Vers 6 sehen wir, dass Gott ihm klar den Weg weist. Durch seinen Geist versperrt Gott Paulus den Weg in Richtung Asien und Bithynien und dann ruft Gott Paulus, Silas und Timotheus nach Europa. Gott wirkt dann auch an den dortigen Menschen – so tut er der Lydia das Herz auf, so dass sie Acht hat auf das, was Paulus lehrt. (16,14).

Das ist tatsächlich etwas, das wir nicht von uns aus tun können. Gott muss Herzen öffnen … ER ist es, der Herzen bekehrt. Wir Menschen sind dabei nur seine Werkzeuge, die das mächtige Wort weitergeben und dann im Gebet zusehen, was das Wort bewirkt..

Gott ist dann auch weiter aktiv. Er führt es durch eine seltsame Situation (der Geist scheint ja das Zeugnis des Paulus zu unterstützen, bevor Paulus ihn dann genervt austriebt) so, dass Paulus und Silas im Gefängnis landen und dort durch ein Wunder die Möglichkeit bekommen, dem Wärter und seiner ganzen Familie das Evangelium zu predigen, welches diese dann auch mit frohem HHerzen annehmen und sich dann gleich taufen lassen.

Sowohl bei Lydia, wie auch hier folgt die Taufe also unmittelbar der Bekehrung. Ich finde es erstaunlich, dass heute so viele Christen meinen, da lange warten zu müssen.
Wenn Du – lieber Leser – also noch nicht auf das Bekenntnis Deines Glaubens an den Retter und Herrn Jesus Christus hin getauft wurdest (und nur das ist eine biblische Taufe), dann möchte ich Dich ermutigen, nicht weiter zu zögern.

In der FEG MM findet am 6. März eine Taufe statt. Noch kann man sich dazu anmelden.

Das Apostelkonzil in Kapitel 15 ist in dieser Form sicher einmalig. Es ging um eine Kernfrage von größter Bedeutung. Müssen Heiden Juden werden, bevor sie Christen sein können?

Das mag für uns seltsam klingen, aber die ersten Christen waren ja allesamt Juden und wären sicher nicht auf die Idee gekommen, sich jetzt nicht mehr als Juden zu sehen. Immerhin glaubten sie an den jüdischen Messias und erkannten ihn in Jesus. Auch Jesus wäre sicher nicht auf die Idee gekommen, sich in irgendeiner Weise von den Juden abzugrenzen. Das Problem war ja nicht, dass die Christen jetzt etwas Anderes glaubten als die Juden, sondern, dass manche Juden einfach noch nicht erkannt hatten, dass Jesus der lange erwartete Messias ist.

Vor diesem Hintergrund ist die Frage danach, ob die Bekehrung nicht auch die Annahme des jüdischen Glaubens mit allen Vorschriften bedingt, durchaus nachvollziehbar.

Doch das Konzil erkennt zu recht, dass man den Bekehrten (aus den Heiden) nicht die Erfüllung aller zeremoniellen- und reinheits-Vorschriften auferlegen sollte, da Jesus diese ein für alle Mal erfüllt hatte und Alles als rein erklärt hatte. Letztendlich muss man von daher auch anerkennen, dass auch die Juden nicht mehr daran gebunden waren. Aber diese Frage wurde damals noch nicht gestellt.

Das Konzil findet einen Kompromiss. Die Aufforderung in Vers 20, dass „sie sich enthalten sollen von Befleckung durch Götzen und von Unzucht und vom Erstickten und vom Blut“, ist kein „Gesetz“, das heute noch gilt, sondern ein Weg, um das Miteinander in der Gemeinde zwischen Gläubigen aus jüdischem und heidnischem Hintergrund zu ermöglichen. „Unzucht“ ist deshalb wohl auch eher im Hinblick auf spezifische Reinheitsvorschriften gemeint, als im typischen Sinn der sexualethischen Morallehre (die ja als Teil des Moralgesetzes bis heute gültig ist).

Vor diesem eindeutig einmaligen heilgeschichtlichen Hintergrund sollten wir nun auch bedenken, ob das Apostelkonzil ein Vorbild dafür sein kann, wie theologische Fragen entschieden werden müssen. Dabei sollten wir auch bedenken, dass die Gemeinde in Antiochia freiwillig den Weg wählt. Es ist also eine Frage, bei der die lokale Gemeinde von sich aus Rat sucht – und zwar bei den Aposteln!
Daraus eine Kirchenordnung abzuleiten, bei der es zwingend solche Hierarchien gibt, halte ich für eine sehr gewagte These. Der Rest der Bibel – und in gewisser Weise eben auch dieser Bericht – scheint mir da eher eine kongregationalistische Struktur zu empfehlen.
Andererseits ist es gut, als Gemeinde auch mal Rat bei anderen Christen zu suchen.

Am Ende des Kapitels lesen wir dann noch vom Beginn der 2. Missionsreise.
Diese beginnt damit, dass Paulus und Barnabas einen Streit darüber haben, wer denn ein geeigneter Mitreisender wäre.

Das Ergebnis ist Trennung, wobei dies letztendlich dazu führt, dass gleich zwei Missionsteams ausgesandt werden. Und später sehen wir die Leute auch wieder versöhnt und im herzlichen Miteinander (siehe die Paulus-Brief Grüße).

Das sollten auch wir immer im Blick haben. Selbst da, wo es mal dazu kommen mag, dass Christen aus bestimmten Gründen getrennte Wege gehen, sollte man doch immer noch „eins“ im Geist sein. Bestrebungen Einheit ohne Inhalte zu haben, ist dabei sicher nicht biblisch, denn hier fehlt das Ringen darum, den Willen Gottes klar zu erkennen und konsequent danach zu leben.

Nachdem Paulus und Barnabas von Antiochia nach Ikonion kommen, geht es dort genauso weiter, wie zuvor in Antiochia. Wiederum breitet sich das Evangelium aus und wiederum kommt es zu Widerstand, der wiederum dazu führt, dass Paulus weiterzieht und das Evangelium weiterträgt.

Das Evangelium lässt sich nicht aufhalten, sondern breitet sich gerade auch wegen des Widerstandes immer weiter aus.

Genauso wie in Ikonion, wo von Zeichen und Wundern die Rede ist, tut Gott dann auch in Lystra Wunder. Damit weist Gott Paulus als Apostel aus, denn er tut die Zeichen der Apostel (2. Kor 12,12). Als ein von Gott legitimierter Apostel richtet Paulus – so wie zuvor Petrus – einen Lahmen auf.
Während Petrus dadurch einst in Jerusalem dadurch die Möglichkeit bekam, das Evangelium im Tempel zu verkünden, muss sich Paulus hier nun erst mal dagegen wehren, selber „vergöttert“ zu werden.

Aber Paulus weiß, wem er dient und lässt das nicht zu.
Ich denke, dass uns das herausfordern sollte auch selber in allen Dingen immer darauf bedacht zu sein, dass Gott die Ehre für alles bekommt, was wir tun … denn die Versuchung selber Ruhm zu ernten ist sehr real.

In Vers 19 lesen wir, wie die Stimmung sehr unvermittelt kippt. Ein paar Aufrührer reichen aus und plötzlich ist Paulus der große Feind, den man steinigen will. Paulus scheint schon tot zu sein, aber seine Jünger schützen ihn und so kann er dann weiterziehen.

Nach einem kurzen Stopp in Derbe, kehren Paulus und Barnabas zurück durch die Städte, wo sie zuvor gepredigt hatten. Jetzt stärken sie die Gläubigen und bereiten die Gläubigen darauf vor, dass Widerstand zu erwarten ist.
Interessant ist dabei auch, dass in den verschiedenen Städten bereits christliche Gemeinden entstanden sind und Paulus nun dabei hilft, diese zu ordnen. Dazu setzt er Älteste ein, damit die Gemeinden eine ordentliche Leitung haben.
Hier wird sehr deutlich, dass Gott als ein Gott der Ordnung, diese eben auch in Gemeinden will. Statt Basisdemokratie sehen wir hier, dass Älteste leiten sollen.

Schließlich lesen wir von der Rückkehr der Ausgesandten nach Antiochia, wo sie von Gottes mächtigem Wirken auf der 1. großen (Heiden) Missionsreise berichten.

Von Antiochia aus, werden Saulus und Barnabas ausgesandt, wobei unklar ist, wie genau der Heilige Geist dies angeordnet hatte. Klar ist auf jeden Fall, dass dies der Wille Gottes war. 
Zu Beginn ihrer Missionsreisen kommen Saulus und Barnabas nach Zypern, der Heimat des Barnabas (siehe Apg 4).Auf Zypern erleben sie unterschiedliche Reaktionen von Menschen, die aus dem Irrglauben und der Zauberei kommen. Während Barjesus zum Glauben kommt, widersteht Elymas den Christen. Ähnlich wie zuvor Saulus, wird er mit Blindheit geschlagen. Doch dieses Mal führt das (wahrscheinlich) nicht dazu, dass er selber geistlich sehend (als bekehrt) wird. Vielmehr wirkt seine Blindheit als Zeichen für den Statthalter, der so zum Glauben kommt.

Die Missionsreise geht weiter bis nach Antiochia in Pisidien. Dort lesen wir einen ersten Predigtbericht von Paulus. Er zitiert aus dem AT und zeigt so, dass Jesus der ist, auf den das AT hinweist und er warnt mit Hilfe des ATs vor dem Unglauben.
Doch einige Juden stellen sich gegen Paulus … aus Neid! … und so passiert dann das, was von da an zum Standardprozedere werden wird. Wenn die Juden Paulus entgegenstehen geht er halt zu den Heiden. Das war ganz offensichtlich nicht seine Idee, sondern Gottes guter Plan … und so kommt es, wie es kommen musste. Paulus predigt den Heiden das Evangelium: „13:48-49  48 Als das die Heiden hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn, und alle wurden gläubig, die zum ewigen Leben bestimmt waren.  49Und das Wort des Herrn breitete sich aus in der ganzen Gegend.

Beachtenswert ist hier, dass es ganz offensichtlich eine „Bestimmung“ (Erwählung) gibt, die ursächlich dafür ist, dass Menschen das Evangelium im Glauben annehmen.
Das entlässt die Evangeliumszeugen aber nicht aus ihrer Verantwortung, das Evangelium weiterzusagen. Denn das ist der Weg, wie Gott die Auserwählten zum Glauben bringt. Der Glaube kommt aus der Predigt.

Das Kapitel schließt mit einem weiteren Bericht über die zweigeteilte Reaktion, die das verkündigte Evangelium hervorruft: 1. das Evangelium breitet sich aus; 2. der Widerstand ist gleichzeitig auch sehr real. Genau das hatte Jesus ja auch angekündigt.

Schließlich sehen wir, dass die Jünger tun, was Jesus sie gelehrt hatte „13:51  Sie aber schüttelten den Staub von ihren Füßen zum Zeugnis gegen sie und kamen nach Ikonion.“ (vergl z.B. Lk 9:5 Und wenn sie euch nicht aufnehmen, dann geht fort aus dieser Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen zu einem Zeugnis gegen sie.).

Auch wir müssen damit rechnen, dass das Evangelium gegensätzliche Reaktionen hervorbringen kann. Wann es dann an der Zeit ist, einen Evangelisationsversuch abzubrechen, ist manchmal schwer zu erkennen.

Klar ist aber, dass es manchmal einfach sinnvoller ist, weiter zu ziehen.