Kapitel 12 wirkt wie ein Einschub. Hier wird wohl etwas beschrieben, was parallel zu den Ereignissen geschah, die uns in den Kapiteln davor und danach beschrieben werden. Was die Berichte inhaltlich verbindet ist wohl vor allem, dass Gott jeweils als der Souverän über alle Dinge erkennbar ist.

Konkret lesen wir hier von der Christenverfolgung durch Herodes. Gleich zu Beginn wird von der Misshandlung und Ermordung des Jakobus berichtet. Vor diesem Hintergrund lesen wir dann von der Verhaftung des Petrus. Somit ist klar, dass das eine lebensbedrohliche Situation war.

Und vor diesem Hintergrund sehen wir dann, wie der allmächtige Gott weit über all diesen Dingen steht und auch Könige ihm nichts entgegenzusetzen haben.

Petrus wird durch einen Engel befreit und entkommt unversehrt. Dafür werden dann die Wachen zur Rechenschaft gezogen und von Herodes gerichtet – bevor dann Gott selbst den Herodes hinrichtet.
Und so scheitern seine bösen Pläne – denn Gottes guter Plan ist unaufhaltsam: „12:24  Und das Wort Gottes wuchs und breitete sich aus.

Dieser Bericht sollte uns ermutigen und in unser Gottvertrauen stärken.
o   Gott ist stärker selbst als die gefährlichsten Menschen!
o   Er weiß die Seinen zu beschützen und Seinen guten Plan auszuführen.

Am Ende von Kapitel 12 kommen dann wieder Barnabas und Saulus ins Blickfeld. Vers 25 scheint dabei nun wieder an das Ende von Kapitel 11 anzuknüpfen.

In den ersten 18 Versen von Kapitel 11 lesen wir eine Zusammenfassung der Ereignisse, die uns bereits in Kapitel 10 beschrieben wurden.
Nachdem Petrus von Cäsarea nach Jerusalem zurückkam, musste er sich vor den anderen Aposteln rechtfertigen. Hier wird deutlich, dass den Juden-Christen anfänglich nicht klar war, dass das das Evangelium tatsächlich die frohe Botschaft für die ganze Welt ist. So wird Petrus kritisiert und in Frage gestellt, weil er den Heiden das Evangelium gebracht hat. Doch Petrus kann das erklären und so erkennen dann auch die Juden-Christen in Jerusalem an, dass das Evangelium tatsächlich eine globale Botschaft ist.

In diesem Bericht lesen wir nochmals davon, dass Petrus verschiedene Offenbarungen von Gott hatte. Erst hat er die Tuch-Vision und hört er eine Stimme (11,5ff), dann spricht der Geist zu ihm (11,12) und dann erlebt er etwas, dass ihn zum Umdenken bringt (11,15ff).

Solche Berichte veranlassen manche Christen auch heute noch dazu, sehr auf solche sehr persönlichen Offenbarungen Gottes erpicht zu sein.
Wir tun aber gut daran, zwei Dinge zu bedenken:
1.     Petrus prüft all diese Dinge anhand von Gottes Wort und handelt in nichts entgegen der eindeutigen, objektiven Offenbarung der Bibel. Diese Offenbarungen helfen ihm einfach dabei, die Bibel besser zu verstehen und letztendlich im Einklang mit den lehren der Schrift zu agieren.
2.     Dieser Bericht stammt aus einer heilsgeschichtlichen einzigartigen Epoche. Die Christen mussten damals noch verstehen, was heute allgemein bekannt ist, nämlich, dass das Evangelium die gute Nachricht für alle Völker und Nationen ist. Von daher brauchen wir heute solche Offenbarungen nicht mehr.
Wie auch immer Du solche speziellen Offenbarungen einordnest. Wir sollten erkennen, dass sie immer an der Schrift geprüft werden müssen und wir von solchen Offenbarungen nicht abhängig sind. In Gottes Wort haben wir alle Offenbarung, die für Lehre und Leben brauchen.

Was die Jünger in Jerusalem dann erkennen dürfen ist, dass das Evangelium eben tatsächlich auch für die Heiden ist.

Ab Vers 18 lesen wir dann, wie das Evangelium zu Juden und Heiden in Antiochia kommt. Dort werden die Gläubigen zum ersten Mal CHRISTEN genannt. Das ist überhaupt eine von nur zwei Stellen in der Bibel (die andere ist Apg 26,28), in der die Gläubigen Christen genannt werden. Der Begriff ist aber natürlich sehr gut … denn es macht deutlich, dass wir zum Christus gehören und ihm nachfolgen.
Wiederum wirft die Frage der Bekehrung vieler Heiden Fragen in Jerusalem auf. Jetzt wird klar, Kornelius war kein Sonderfall … und so kommen dann Barnabas und Paulus als Lehrer nach Antiochia, um die Bekehrten zu lehren.

Auch das ist ein gutes und wichtiges Prinzip. Bekehrte sollen gelehrt werden … wir sollen Jünger machen und dazu gehört, dass wir ihnen lehren zu halten, alles was Jesus uns befohlen hat (Mt 28,20)

Ab Vers 27 lesen wir dann von den Propheten aus Jerusalem und vor allem von Agabus und seiner Ankündigung einer Hungersnot. Scheinbar hat er als NT Prophet eine etwas andere Funktion als die AT Propheten, die primär eine „christologische“ Funktion hatten. Hier sehen lesen wir von der Vorhersage bestimmter Ereignisse und von „Ermutigung & Lehre“.
Bei allen berechtigten Fragen die man über die Rolle von Agabus haben kann, sollten wir aber einige andere Dinge nicht übersehen, die uns in diesen Versen berichtet werden.

Die Christen in Antiochia nehmen sehr bewusst Anteil am Leben ihrer Glaubensgeschwister weit über ihre Gemeinde- und Stadtgrenze hinaus. Wenngleich Gott Christen also in lokalen Gemeinden sammelt, so sollten wir doch auch immer im Blick haben, dass das Reich Gottes viel größer ist.

Zum anderen lesen wir hier nun, dass die Gaben der Christen aus Antiochia zu den Ältesten der Gemeinde in Jerusalem gesandt werden, die nun scheinbar die Rolle der Apostel übernommen haben. Wir sehen hier also, dass es zwar Ähnlichkeiten zwischen diesen Ämtern gibt, aber wohl auch Unterschiede. Die Apostel waren die Gründer und haben die dogmatische Grundlage gelegt (die wir ja heute auch noch durch ihr Zeugnis im Neuen Testament haben). Aber die Leitung der Gemeinde ist dann die Verantwortung der Ältesten, die wohl irgendwann nach der Einsetzung der Diakone in Apg 6 eingesetzt wurden.

Der Bericht von der Bekehrung des Hauptmanns Kornelius ist ein sehr interessanter Bericht.
Dabei sehen wir zu Beginn Gottes unmittelbares Eingreifen sowohl im Leben von Kornelius, wie auch bei Petrus. Zuerst hat der gottesfürchtige Heide Kornelius eine Engelserscheinung und dann hat Petrus ebenfalls eine Vision.

Auch wenn dies hier nicht explizit erwähnt wird ist offensichtlich, wie Gott alles arrangiert und lenkt.

Interessant finde ich, wie Petrus mit der Vision umgeht. Er isst keines der Tiere, von denen er aus Gottes Wort weiß, dass sie unrein sind. Er weiß sich so klar an Gottes Wort gebunden, dass er danach handelt, selbst wenn ihm die Vision scheinbar etwas Anderes sagt. Aber gerade dadurch, dass er sich eben nicht einfach über das Wort Gottes hinwegsetzt, kann er dann verstehen, was Gott ihm wirklich sagen will. Und so versteht er dann letztendlich, dass es Gott nicht um die Speise ging, sondern um Kornelius und die Heiden.

Neben dem souveränen Wirken sehen wir hier also auch, wie Gott den Gehorsam des Petrus gebraucht.

Und so kommt Petrus dann Cäsarea und predigt dem Kornelius und seinen Freunden das Evangelium. Dabei erlebt er dann ein weiteres Mal, wie sich das Pfingstwunder wiederholt. Der Heilige Geist fällt auf die Zuhörer der Predigt des Petrus und das wird dadurch für Petrus zweifelsfrei dokumentiert, dass die Menschen anfangen, in Zungen zu reden.

Hier erreicht das Evangelium nun die dritte Etappe, entsprechend der Verheißung Jesu aus Apg 1,8. Nach Jerusalem und Judaä & Samarien, kommt nun das Evangelium auch zu den Heiden. Die Zungenrede ist dabei Gottes Bestätigung, dass das Heil eben auch für die Heiden ist.

Gottes Wort ist für alle Menschen. Und wir brauchen keine besonderen Visionen um zu wissen, dass auch wir freimütig aller Welt das Evangelium predigen sollten, das ja auch uns einst von treuen Gläubigen verkündet wurde.

Lasst uns das treu und mutig tun!

In diesem Kapitel schwenkt der Fokus von den Diakonen (Stepahnus & Philippus), die Gottes Werkzeuge bei der Bekehrung von Menschen waren, zu einer ganz besonderen Bekehrungsgeschichte, nämlich der, des Pharisäers Saulus hin zum Apostel Paulus.

Hier sehen wir, dass Bekehrung das souveräne Werk Gottes ist.
Saulus sucht nicht nach Christus. Er sucht Christen, um sie einzusperren. Und dann findet Christus ihn und wirft ihn zu Boden. Er lässt Saulus physisch erleben, was auf ihn in geistlicher Hinsicht schon immer zutraf – Christus schlägt ihn mit Blindheit. Und dann sendet der Herr ihm einen Evangelisten und die Verkündigung des Evangeliums macht den Blinden sehend.

Interessant ist, dass Gott trotz seines direkten Eingreifens eben doch einen Menschen gebraucht, um Saulus das Evangelium zu offenbaren. Wie dann in Kapitel 10 auch bei Kornelius so sehen wir auch hier, dass Gott immer Menschen gebraucht, um Menschen zu erreichen.
Nun haben wohl die wenigsten unter uns seine solch spektakuläre Bekehrung erlebt – wenngleich meine zumindest in Ansätzen ähnlich war – und doch ist es eben letztendlich so, dass Jesus derjenige ist, der uns bekehrt. Das entlässt uns nicht aus unserer Verantwortung, JA zu ihm zu sagen. Aber wem er die Augen des Herzens auftut, wird eben auch Ja sagen.

Der frisch bekehrte Saulus wird dann gleich zu einem fleißigen Evangelisten. Gott gebraucht dabei seine gute Vorbildung als Mann, der das AT sicher sehr gut kannte.

Am Ende des Kapitels kommt dann Petrus wieder ins Bild. Er ist nun nicht mehr in Jerusalem und wird von Gott so geführt, dass in am Ende desKapitels in Joppe ist.

Zu Beginn des 8. Kapitels sehen wir, dass die Steinigung des Stephanus der Auftakt zur ersten größeren Christenverfolgung in Jerusalem war. Dabei nimmt der spätere Apostel Paulus eine sehr aktive Rolle ein. Voller Hass verfolgt er die Christen. Die Verfolgung führt dann genau dazu, dass das geschieht, was Jesus verheißen hatte. Das Evangelium breitet sich nun weit über die Grenzen Jerusalems hinaus aus.
Die zerstreuten Christen bringen die Heilsbotschaft nach Judäa und Samarien. Dabei kommt nun mit Philippus – nach Stephanus in Kap 6-7 – ein zweiter Diakon ins Blickfeld.

Die Annahme des Evangeliums durch das Mischvolk der Samariter wirft die Frage auf, für wen das Evangelium ist.

Für uns mag diese Frage seltsam klingen – aber damals kam man aus einer langen Zeit der klaren Trennung des physisch-ethisch Gottesvolkes und der Heiden.
Dass diese Trennung nun zumindest im Hinblick auf das Mischvolk der Samariter (jüdische Wurzeln vermischt mit heidnischen Einflüssen) aufgehoben war, musste Gott ganz deutlich machen. Dazu arrangiert der Herr es so, dass erst die Apostel kommen und diese dann quasi eine Wiederholung des Pfingstfestes für die Samariter miterleben. Das stoppt alle Fragen und Zweifel.

Aber die grundsätzliche Problematik gibt es auch heute noch. So wie die Juden-Christen damals im Hinblick auf die Heiden, gibt es sicher auch heute bei vielen Christen und Gemeinden Vorbehalte dagegen, bestimmte Leute anzunehmen, wenn diese bezeugen, dass sie gläubig geworden sind, weil eben auch heute noch manchmal – zumindest unterschwellig – gedacht wird, dass manche Menschen es nicht verdienen, gerettet zu werden.

Ich wünsche uns eine „undifferenzierte“ Liebe zu allen Verlorenen, so dass wir ohne jede Einschränkung immer und jedem Zeugnis geben.

Im Fortgang lesen wir davon, dass Philippus auf zwei interessante Personen trifft. Erst den Zauberer Simon und später auf den Kämmerer.

          Simons Glaube ist wahrscheinlich nicht wirklich echt. „Er wurde gläubig und ließ sich taufen“ (v.13) könnte durchaus einfach nur die menschliche Ebene sein, d.h. er sagt das und handelte entsprechend und man hielt ihn für gläubig. Evtl war er aber weniger von seiner Sündhaftigkeit betroffen und tat deshalb ehrliche Buße, als dass er von den Wundern fasziniert war, die in Jesu Namen vollbracht wurden. Das könnte also ein klassisches Beispiel für jemanden sein, der sich zu etwas anderem als dem Evangelium vom Retter und Herrn Jesus Christus bekehrt hat.

Schließlich darf Philippus erleben, wie Gott ihn direkt zu einem „Suchenden“ führt. Es ist ein wenig unklar, wo der Kämmerer im Hinblick auf Gott steht? Ist er ein Proselyt (als ein vom Heidentum zum jüdischen glauben übergetretener)? Wahrscheinlich schon, sonst wäre Kornelius ja nicht der erste Heide, der zum Glauben kommt und vor allem hätte der Kämmerer sonst sicher nicht viel Geld ausgegeben, um eine jüdische Schriftrolle zu erwerben, die sicher sehr teuer war.
Er liest im Buch des Propheten Jesaja und zwar im 4. Gottesknechtslied.
Das wirft bei ihm Fragen auf, denn er versteht nicht, von wem Jesaja hier schreibt. Diese Frage stellen sich sicher auch heute noch viele Juden … wenn sie denn diesen Text lesen.

Ich habe gerade am Sonntag über diesen Text gepredigt und hoffe, dass wir alle erkennen, wie klar und eindeutig Jesaja schon 700 Jahre vor Christi Geburt vom Leben und Werk Jesu zeugt.

Philippus erklärt genau das und der Kämmerer fängt an, an Jesus zu glauben. Das weckt in ihm das Verlangen, sich dann auch in der Taufe zu Jesus zu bekennen. 

Nachdem Stephanus nun so wie die Apostel zuvor, vor den Hohen Rat gestellt wird, bekommt er nun die Gelegenheit, sich zu verteidigen. Die Vorwürfe, zu denen er sich äußern soll, sind laut Kapitel 6, dass er gegen das Gesetz des Moses und gegen den Tempel geredet habe.

Mutig und Unerschrocken predigt er seinen Anklägern. Dabei holt er weit aus und zeigt damit, dass er sich in der Geschichte Israels gut auskennt. Er zeigt dabei auf, wie die Israeliten die von Gott gesandten bzw eingesetzten Männer immer wieder abgelehnt und damit gegen Gott rebelliert hat.
Erst wurde Josef abgelehnt und später dann Mose. Stephanus spricht hier quasi als Verteidiger des Mose (gegen den er sich ja angeblich gestellt haben soll) und macht deutlich, dass das Volk Israel ihn abgelehnt und gegen das Gesetz verstoßen hatte.

Im Hinblick auf den Tempel zitiert er ebenfalls das AT und macht dabei deutlich, dass Gott in gewisser Weise „selbst gegen den Tempel“ gesprochen hat. Zu diesem Anklagepunkt verteidigt er sich also nicht direkt, sondern zeigt einfach, dass er auf der Seite Gottes steht.
Und schließlich zeigt er, dass Jesus das Ja und Amen aller AT Verheißungen ist und die Erfüllung der Dinge, die im AT von Bedeutung waren und denen er angeblich gelästert haben soll.
Doch als er dann die Zuhörer als Verräter und Mörder tituliert eskaliert die Situation und die so benannten bestätigen ihre Bezeichnung und werden zu Mördern.

Stephanus stirbt dann ganz so, wie sein Herr Jesus. Auch er betet für seine verblendeten Feinde und auch er befiehlt seinen Geist in die Hände des Herrn. Doch wo Jesus Gott den Vater angesprochen hatte, spricht Stephanus Jesus an.

Hier wird auch ganz deutlich, dass Stephanus Jesus als Gott anerkannte.

Inmitten dieser Szene wird uns Saulus vorgestellt, der ja im 2. Teil der Apg zur zentralen Figur werden wird.

In Kapitel 6 lesen wir von der Berufung der ersten Diakone, die dann bis zum Ende des 8. Kapitels die Hauptakteure sein werden.
Der Anlass für die Berufung der Diakone war die Überforderung der Apostel. Es war einfach nicht mehr praktikabel, dass sie alles entscheiden, leiten und überwachen sollten.

Das was uns hier berichtet wird, ist für Gemeinden zum Modell geworden – und ich denke aus gutem Grund. So lehrt uns dann ja auch z.B. 1. Timotheus 3 von der Berufung von Diakonen, die die Ältesten unterstützen sollten.
Wir tun gut daran, unseren Ältesten nicht zu viel aufzuladen, damit sie Zeit für das finden, wozu sie vor allem berufen sind … denn ihre Berufung ist – genauso wie die der Apostel hier in Apg 6 – das Gebet und den Dienst am Wort Gottes.

Bei der Auswahl der Diakone sehen wir, dass die Berufung nach klaren Kriterien und auf Geheiß der Apostel letztendlich durch die Gemeinde geschieht. Hier werden also keine Lose gezogen (wie im Falle des Matthias in Apg 1), und es sind auch nicht die Apostel, die einfach einige Männer bestimmen.

Ab Vers 8 wird dann einer der Diakone weiter beschrieben. Der Diakon Stephanus scheint dabei fast eher in der Rolle eines Apostels zu agieren. Das ist schon etwas überraschend … aber er agiert in der Kraft Gottes, in Gottes Sinne und ganz offensichtlich mit dem Wohlwollen der Apostel.

Der Dienst des Stephanus findet dann – ähnlich wie zuvor der Dienst der Apostel – zu Widerstand. Seine Widersacher haben keine wirklich guten Argumente. Und so agieren sie mit Halbwahrheiten und schüren Stimmung im Volk gegen Stephanus.
Nach seiner Festnahme steht Stephanus dann vor dem Hohen Rat. Schon allein seine Erscheinung muss dabei beeindruckend gewesen sein. Und wiederum führt das böse Treiben der Menschen letztendlich dazu, dass Stephanus dem jüdischen Hohen Rat predigen kann.

Ohne jede Frage – Gott hat inmitten all dieser Dinge alles im Griff und sorgt so dafür, dass sich sein Evangelium ausbreitet. In Kapitel 7 werden wir dann sehen, dass wahrscheinlich der spätere Apostel Paulus nun vielleicht seine erste Evangeliumspredigt zu hören bekommt.

Und so dürfen auch wir wissen, dass Gott immer alles im Griff hat … auch wenn wir Dinge erleben, die erst einmal schlimm und ggf auch ungerecht sind.
Zu Beginn von Kap. 5 lesen wir das negative Gegenstück zum großzügigen Glauben des Barnabas, von dem am Ende von Kap. 4 die Rede war. Und so berichtet Petrus von Hanannias und Saphira und Gottes Gericht über ihre Lügen.
Das ist sicher eine der krassesten Geschichten der Bibel und eine sehr deutliche Warnung für uns, dass man mit Gott keine Spielchen spielt.
Ab Vers 12 sehen wir dann verschiedene Reaktionen auf die Gemeinde. Die Einen kommen dazu, andere betrachten die Gemeinde aus der Distanz mit Respekt.
Das ist ein klares Zeugnis davon, wie vorbildlich die Christen ihren Glauben leben.
Wieder Andere kämpfen mit allen Mitteln gegen die Gemeinde.
Wir sollten dabei bedenken, dass die respektvolle Distanz letztendlich genauso ins Verderben führt, wie die direkte Opposition.
Letztendlich gibt es eben nur einen Weg … und das ist der Weg des Glaubens!

Und so sollten wir alle dazu aufrufen – die freundlich distanzierten genauso wie die feindlich gesinnten. Und dann dürfen wir darauf vertrauen, dass Gottes Geist immer noch die gleiche Kraft ist, die Menschen dazu bringen kann, Buße zu tun und sich im Glauben Jesus Christus zuzuwenden.
Zu Beginn von Kapitel 4 sehen wir dann zum ersten Mal echten Widerstand. Nachdem Petrus mutig im Tempel gepredigt hat, werden er und Johannes vor den Hohen Rat gestellt. Doch das schüchtert sie nicht ein. Ganz im Gegenteil, Petrus nutzt die Gelegenheit und predigt auch dem Hohen Rat das Evangelium. Noch geht das sehr glimpflich ab … auch weil keiner leugnen kann, das Gott tatsächlich durch Petrus ein Wunder gewirkt hat.  
Der Mut der Jünger ist sich ein Indiz für das mächtige Wirken des Heiligen Geistes.
Und dann lesen wir von dem Gebet der Gemeinde. Sie erkennen, dass der Widerstand dem entspricht, was Gottes Wort angekündigt hat. Und dann beten sie nicht dafür, dass der Widerstand aufhören möge, sondern um Mut inmitten des Widerstands.
Auch das finde ich bemerkenswert … und vorbildlich!
Möge der Herr uns auch eine solche Einstellung schenken!
Ab 4,32 sehen wir dann das positive Beispiel des Barnabas. Diese Verse haben eine doppelte Funktion. Zum einen wird uns hier Barnabas, der später noch eine größere Rolle spielen wird. Zum anderen ist er der Kontrast für den zu Beginn von Kapitel 5 folgenden Bericht über Hannanias und Saphira.
Vor allem sehen wir an Barnabas aber das, was schon am Ende von Kapitel 2 als Kennzeichen der ersten Christengemeinde beschrieben wurde. Die Christen sorgen für einander.

>        Das darf uns herausfordern. Sind wir immer auf die anderen in der Gemeinde bedacht? Auch auf die, die vielleicht die größten Nöte haben aber vielleicht auch deshalb für uns erst einmal nicht so attraktiv sind?
In Kapitel 3 sehen wir nun einen Tag im Leben der Apostel nach Pfingsten.
Petrus und Johannes gehen zur Gebetszeit in den Tempel. Hier sehen wir, dass sie sich nicht in irgendeiner Weise vom jüdischen Glauben abgewandt haben. Im Gegenteil, sie leben ihren jüdischen Glauben mit noch größerer Begeisterung, denn sie kennen den Messias.
Auf dem Weg treffen sie einen Bettler und Petrus tut etwas scheinbar Verrücktes. Er spricht im autoritativ Heilung zu.
Hier handelt er Jesus-like. Ganz offensichtlich ist er davon überzeugt, dass er durch den Heiligen Geist, dies so tun kann. Die Bibel beschreibt das dann später als „die Zeichen der Apostel – 2. Kor 12,12).
Der Geheilte ist verständlicher Weise völlig begeistert. Das führt zu Aufsehen im Tempel. Wiederum nutzt Petrus – wie schon am Pfingsttag – ein Wunder als Aufhänger für eine Evangeliumspredigt. Die Heilung des Gelähmten liefert den Anlass für seine Verkündigung. Wie zuvor mit dem Pfingstwunder greift er das Geschehen auf und predigt dann das Evangelium verbunden mit einer klaren Verkündigung der Sünde der Hörer und einem Aufruf zur Buße basierend auf dem Werk des Herrn Jesus Christus.

Bei Petrus steht dabei immer die Auferstehung Jesu im Zentrum. Das ist das Indiz dafür, dass Jesus eben tatsächlich der ist, der er behauptete zu sein … und eben, dass er lebt.

è Die Predigten des Petrus sind dabei sehr konfrontativ und doch gleichzeitig Botschaften voller Gnade. Ich liebe diese mutige und klare Verkündigung.