Wenn wir heute den Anfang von Kapitel 2 lesen, dann könnten wir ggf denken, dass der Bericht etwas anachronistisch ist … d.h. der Pfingsttag wird schon erwähnt, bevor wir dann vom Pfingstereignis lesen. Aber das würde bedeuten, dass wir verkennen, wie perfekt Gott alles geplant hat. Das Pfingstfest war ja bereits ein alttestamentliches Fest. Das sogenannte Wochenfest war eines der höchsten jüdischen feste, an denen bedacht wurde, dass Gott nach der Vollendung der 7 Woche nach dem Auszug des Volks Israel aus Ägypten am Passafest, das Gesetz Gottes erhalten hatte, durch das Gott seinem Volk Wegweisung und Zurüstung für ein Leben unter seiner guten Herrschaft gegeben hatte.
Und nach der Befreiung durch Jesu Werk am Passafest, kommt nun der Heilige Geist, durch den Gott sein erlöstes Volk leitet. Die AT Feste sind dabei Hinweise auf die Vollendung der Dinge durch Jesus und seinen Geist.
Und natürlich brachten die AT Feste mit sich, dass Juden aus aller Welt in Jerusalem waren, durch die sich dann das Evangelium gleich weit ausbreiten konnte.
Petrus nutzt die Situation der allgemeinen Verwunderung und erklärt das Sprachwunder mit einer Auslegung aus dem Propheten Joel und erkennt und erklärt so, dass dies ein klares Indiz dafür ist, dass die letzten Tage begonnen habe und es somit höchste Zeit ist, den Namen des Herrn anzurufen.
Natürlich ist das hier die Beschreibung eines heilsgeschichtlichen einmaligen Ereignisses,  aber trotzdem sollten wir uns fragen, ob wir die Bibel so gut kennen und so auf Gelegenheiten zur Evangelisation bedacht sind, dass auch wir dazu bereit sind, jede Gelegenheit zu nutzen, um Menschen das Evangelium zu predigen?
Petrus hatte sicher vorher auch keine genaue Vorstellung davon, wie er die Prophetie von Joel auslegen sollte …. Aber er war offen genug, dass er es in dem Moment (sicher geführt durch den Heiligen Geist) erkennen konnte.

è Ich möchte mir eine solche Offenheit bzgl der zukünftigen Dinge bewahren, dass ich – wenn ich das erleben sollte – zur rechten Zeit die Geschehnisse richtig einordnen kann. Ich fürchte, dass so manches Endzeitmodell da etwas weiter geht, als es evtl hilfreich sein könnte.
è In der Predigtserie durch die Offenbarung haben wir uns ja letztendlich auch auf ein Endzeitmodell festgelegt … und trotzdem möchte ich das in einer sehr offenen Hand halten und bereit sein, mich da von Gott korrigieren oder ggf auch überraschen zu lassen.
Im Fortgang macht Petrus sowohl deutlich, dass die Menschen schuld sind am Tod von Jesus und zum anderen, dass dies aber auch alles genau der Plan Gottes war. Dieses Nebeneinander von Gottes souveränem Handeln und der Verantwortung der Menschen, mag unsere Vorstellungskraft übersteigen … doch das sollte nie ein Grund dafür sein, entweder die Bibel einfach nicht ernst zu nehmen oder eine biblische Wahrheit auf Kosten einer anderen unter den Tisch fallen zu lassen.
Die Predigt des Petrus führt zu einer direkten Reaktion. Menschen erkennen ihre Verlorenheit und fragen nach dem Weg zum Heil und Petrus weißt den Menschen den Weg – den Weg der Buße und des Glaubens an Jesus Christus. Die Taufe ist dann Ausdruck dieses Glaubens.
3000 Menschen kommen zum Glauben und so gibt es dann eine große Gemeinde in Jerusalem, die vorbildlich zusammenlebt, die sich lehren lässt, Gemeinschaft pflegt, sich an das Werk des Herrn erinnert (durch das Brotbrechen) und im Gebet vor Gott tritt.

ü  Wir tun gut daran, uns an dieser Gemeinde ein Vorbild zu nehmen. Auch wir sollten regelmäßig und mit der Bereitschaft gelehrt (und ggf belehrt) zu werden unter Gottes Wort kommen. Auch wir sollten echte geistliche Gemeinschaft pflegen, das Abendmahl zu einer Priorität machen und die Gebetsversammlungen der Gemeinde besuchen

In welchen dieser Punkte darf Gott Dich herausfordern?

Die Apostelgeschichte ist die Fortsetzung des Lukasevangeliums. Das wird aus den Eingangsworten ganz deutlich, in denen Lukas den gleichen Adressaten (Auftraggeber?) Theophilus anspricht und sich auf einen 1. Bericht bezieht.
Von daher überrascht es nicht, dass der zweite Teil des Berichts des Lukas da weitermacht, wo der erste Teil aufgehört hat – mit der kurzen Zeit, während der der auferstandene Herr Jesus sich seinen Jüngern zeigte und dann in den Himmel auffuhr. Dabei ist es recht offensichtlich, dass sich das letzte Kapitel des Lk-Evangeliums und das erste Kapitel der Apg 1 überschneiden.
Trotz aller Überlappungen mit Lukas 24 hat Apg 1 aber einen etwas anderen Fokus. Hier steht nun Jesu Auftrag zum „Zeugen sein“ im Zentrum. In Lukas 24 heißt es da nur, dass die Jünger damit in Jerusalem beginnen sollen. Hier gibt es ein konkreteres Programm: „und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“
Das ist eher eine Zusage, als eine Anweisung … und genau so kommt es dann ja auch. Das ist die Zusammenfassung der Apostelgeschichte.
Aber erstmal ist Geduld gefragt. Und so folgt der Bericht von Jesu Himmelfahrt und dann eine Zeit des Wartens. Denn ohne die Kraft des Heiligen Geistes können die Jünger nichts tun. Und so warten sie und berufen einen Nachfolger für den Verräter Judas.

>        Wir haben den Heiligen Geist – wir müssen also nicht mehr warten und können jetzt Zeugen sein, wo auch immer Gott uns hinstellt.

Der Bericht von Jesu Auferstehung ist kurz und knapp und er endet in Vers 8 etwas überraschend mit den Worten „Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.“

Ich gehe davon aus, dass das Markusevangelium hier endet und die Verse 9-20 eine spätere Hinzufügung sind, die eigentlich nicht in die Bibel gehören.

Dann wäre Vers 8 fast eine Provokation:

die Gute Nachricht darf doch nicht so enden
Da müssen wir doch etwas tun!!!

Und das passt dann auch zum Anfang des Berichts in Kap. 1,1. Denn alles, was uns Markus berichtet ist eben nur der „Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes“.

Die Schlussfolgerung, die wir daraus ziehen sollten ist: Die Gute Nachricht muss jetzt weiter ausgebreitet werden. 

Und genau das sollten wir tun!

In diesem Kapitel sehen wir den Bericht von Jesu Verurteilung und Kreuzigung.
Zu Beginn sehen wir klar und deutlich, dass Jesus als Unschuldiger stirbt.
Pilatus fragt selbst, was hat Jesus denn Böses getan? (V.14) Auf diese Frage gibt es keine Antwort … Trotzdem gibt Pilatus Jesus dem Mob hin.
Das Gleiche wird nochmals in Vers 26 betont … Am Kreuz steht die Schuld und doch steht da ja ’nur‘ die wahre Aussage „Der König der Juden“.
Zum anderen sehen wir die Reaktionen derer, die dem Ereignis beiwohnten. Und interessant ist, wie sie reagieren.

1.      Pilatus, der Feigling

Zum einen ist da Pontius Pilatus. Er befiehlt, dass am Kreuz eine Tafel befestigt werden soll. Darauf steht: „Der König der Juden“. Alle Evangelienschreiber versichern uns, dass Pilatus von Jesu Unschuld überzeugt ist. Er macht das Angebot, Jesus freizulassen, doch die Menschenmenge fordert stattdessen die Freilassung eines Mannes namens Barabbas. Einige Male setzt Pilatus sich für Jesus ein. Doch am Ende übergibt er Jesus doch der Kreuzigung.

Pilatus war ein Mensch, dem die öffentliche Meinung alles bedeutete. Obwohl er wusste, dass Jesus unschuldig war, verlor er unter dem massiven Druck der Öffentlichkeit die Nerven und gab den bösen Wünschen Anderer nach. Hier haben wir einen Feigling, der Jesus im Stich lässt. Als er sich einer Welt gegenübersieht, die Jesus verachtet, gibt er nach und gibt Jesus preis.
2.      Die eifrigen Soldaten

Weiterhin sehen wir die Soldaten, die für die Ausführung der Hinrichtung verantwortlich sind. Den Soldaten begegnen wir zum ersten Mal in Markus 15, Vers 16-20, wo beschrieben wird, dass sie Jesus verspotten und schlagen. In Vers 24 sehen wir dann, dass für sie die größte Hinterlassenschaft des Kreuzes in den Kleidern Jesu besteht. Sie sind völlig damit in Beschlag genommen, ihre Arbeit zu tun. Sie können an diesem Mann nichts Besonderes erkennen. Sie haben das alles schon viele Male gesehen. Zweifellos taten sie ihre Arbeit gut, doch in ihrer Pflichterfüllung übersahen sie das wahre Vermächtnis des Kreuzes.

Auch heute gehen Viele durchs Leben und sind mit ihrer Arbeit beschäftigt, damit, ihre Pflicht zu tun, ihre Hypothek abzuzahlen. Die alltäglichen Handlungen ihres intensiven Lebens verhindern, dass sie die Bedeutung des Kreuzes wahrnehmen.

3.      Die selbstzufriedenen Frommen

Die dritte Gruppe, die Zeuge der Kreuzigung wurde, sind die religiösen Führer. Markus berichtet uns, dass sie untereinander Jesus verspotten. (15,31-32).
Diese selbstgerechten religiösen Führer sind davon überzeugt, dass sie den Weg zu Gott kennen, und Jesus Christus gehört nicht zu diesem Weg. Was sie betrifft, so haben sie bereits eine Beziehung zu Gott. Sie halten sich bereits für geistliche Menschen und können absolut keinen Grund erkennen, weshalb sie das Kreuz nötig haben sollten.

Es sind oft diese Menschen, die sich ihre eigene Religion mit ihren eigenen religiösen oder moralischen Regeln geschaffen haben, die die erbittertesten Feinde des Kreuzes sind.

4.      Die Zuschauer

Markus berichtet auch noch von den Reaktionen weiterer Zuschauer. Sie hören Jesus rufen und meinen, dass er nach Elia ruft. Gemäß der jüdischen Legende wurde Elia als derjenige verehrt, der den Menschen in Not hilft. Diese Leute wollten sich einfach nur die große Show ansehen. Sie wollten erleben, ob Elia ein spektakuläres Wunder tut und Jesus befreit. Der Anblick Jesu am Kreuz rührt sie überhaupt nicht. Stattdessen sind sie völlig abgeklärt und weigern sich, in das ganze Geschehen hineingezogen zu werden.

Es gibt viele solche Menschen. Sie kennen das Kreuz, sie gehen zu Weihnachten und Ostern in die Kirche, der frommen Show wegen, aber sie erkennen nicht, dass Jesu Tod sie persönlich betrifft.

Indem er uns alle diese unterschiedlichen Reaktionen zeigt, sagt uns Markus auf eine Art: So haben also andere Leute auf das reagiert, was am Kreuz geschah.

Und was ist mit dir? Wie wirst du auf das Kreuz reagieren?
Sind wir zu beschäftigt wie die Soldaten? Zu selbstzufrieden wie die religiösen Führer? Zu feige wie Pilatus? Oder sind wir zu abgeklärt wie der Zuschauer?

Es gibt aber noch eine weitere mögliche Reaktion auf das Kreuz.

5.      Der römische Hauptmann

Markus berichtet uns davon in Vers 39. Es ist die Reaktion eines hart gesottenen römischen Hauptmanns. Ohne Zweifel hat er schon Schlachten geschlagen und Männer sterben sehen, doch noch nie hat er einen Mann sterben sehen wie diesen. Markus beschreibt dies so: „Der Hauptmann aber, der dabeistand, ihm gegenüber, und sah, daß er so verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!

Ø  Das ist es, was wir alle erkennen sollten! Wir sollten anerkennen, dass Jesus die Wahrheit sagt: dass er tatsächlich Gottes Sohn ist.

Ich danke Gott, dass Jesus tatsächlich als Unschuldiger starb, so dass Er meine Schuld tragen konnte. Und ich danke Gott, dass Er mir den Glauben geschenkt hat, dass Jesus, der Christus, der Sohn Gottes ist!

Zu Beginn sehen wir, wie der Plan zur Tötung Jesu immer konkreter wird – der Plan wird dabei befördert durch den Verrat des Judas.
Zwischen diesen beiden Berichten lesen wir davon, dass Jesus gesalbt und so auf seinen Tod vorbereitet werden. Doch die Jünger verstehen das nicht und so gibt es Widerstand gegen die Salbung. Aber natürlich gibt es auch noch andere Gründe dafür, warum die Leute, die sich scheinbar um die Armen sorgen, die Frau anklagen, weil sie Ihr Geld für die falschen Dinge ausgegeben hat.
Das wirft ja die Frage auf, ob diese Leute ihr Vermögen für die Armen gegeben haben? Noch dazu verkennen sie, dass die Frau genau das Richtige tut, indem sie Jesus salbt.

Dabei wird auch deutlich, dass Menschen schnell dabei sein können, über andere zu urteilen, und ihre Motive dabei nicht unbedingt so gut sein mögen, wie sie behaupten.
Wir sollten unsere Liebe für Jesus dadurch offenbaren, dass wir uns in Seinem Auftrag um die Armen kümmern und Ihm auch ansonsten gehorsam sind. Dabei sollten wir uns aber immer wieder hinterfragen, ob wir das aus Dankbarkeit tun, oder ob wir meinen, uns dadurch etwas zu verdienen. Das wäre dann ja auch schon wieder ein Ausdruck der Geringschätzung des Evangeliums.

Nach dem Bericht vom Verrat des Judas lesen wir dann von der Einsetzung des Abendmahls, durch das das Evangelium ja sichtbar wird.
Der Bericht über die Ankündigung und dann die tatsächliche Verleugnung des Petrus ist von daher bedeutend, da Markus diesen Bericht ja wahrscheinlich als Schreiber des Petrus verfasst hat. Es muss für Petrus sehr schmerzhaft gewesen sein, davon zu berichten, wie er seinen geliebten Herrn verleugnet hat. Andererseits macht das sehr deutlich, wie groß und wunderbar die Barmherzigkeit des Herrn ist.

Das Gebet des Jesus in Gethsemane zeigt uns die Dreieinigkeit im Gespräch miteinander. Hier betet Jesus offensichtlich als Mensch. Von daher strebt er in gewisser Weise danach, Leid zu vermeiden.
Wir sehen hier drei Aspekte des Willens:
1) Jesus will nicht leiden. Das ist der Situationsbedingte Wille
2) Jesus will aber den Willen des Vaters tun. Das ist seine grundsätzliche Gesinnung
3) Der Vater hat in Seinem souveränen Ratschluss-Willen bereits bestimmt, was geschehen wird.

Diese verschiedenen Dimensionen des göttlichen Willens gilt es immer wieder zu beachten, sonst kann man zu theologisch falschen Schlussfolgerungen kommen (nämlich dann, wenn man den situationsbedingten Willen oder die Gesinnung Gottes mit Seinem Ratschluss verwechselt.) Ich bin gerade dabei, zu dieser Thematik einen kurzen Artikel für unseren Gemeindebrief zu schreiben.


Schließlich sehen wir in diesem Kapitel nun auch noch die recht klare Selbstverkündigung des Christus vor dem Hohen Rat.
Die Reaktion des Hohepriesters macht mal wieder deutlich, dass die klare Verkündigung des Christus klare Reaktionen bewirkt.

Ich bete für uns, dass wir alle voller Dankbarkeit auf die Erkenntnis reagieren, dass Jesus der Christus ist, der sein Blut des Bundes zur Sühnung der Sünden Vieler vergossen hat.

In Kapitel 13 lesen wir die sogenannte Endzeitrede Jesu. Darin lehrt Jesus seine Jünger, dass die Zukunft eine große Bedrängnis bringen wird. Diese muss kommen, bevor Jesus wiederkommt. Vor der Wiederkehr des Herrn stehen also schwere Zeiten.
Die Wiederkehr des HERRN wird dann plötzlich aber unzweifelhaft für alle erkennbar geschehen.

  • Der Aufruf an Jesu Jünger und damit an uns alle ist dabei zu einen, dass wir geduldig ausharren sollen und zum anderen wachsam sein sollen und mit Jesu Wiederkehr rechnen sollten.

Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion zwischen Michael Diener und Ulrich Parzany ist dabei Vers 13,31 bedenkenswert: „Himmel und Erde werden vergehen; meine Worte aber werden nicht vergehen.

Wir tun gut daran, auf Jesu Worte zu achten und sie ernst zu nehmen. 

Nachdem Jesus schon ab Kapitel 11,27 in direktem Konflikt mit den Schriftgelehrten in Jerusalem stand und sich mit ihren Fragen konfrontiert sah, sehen wir in Kapitel 12 gleich eine ganze Reihe an weiteren Konfrontationen. Vor einer ganzen Reihe von Fragen, mit denen Jesus konfrontiert wird und mit denen er dazu gebracht werden soll etwas zu sagen, das ihn in Schwierigkeiten bringen würde, ergreift Jesus zu Beginn selbst die Initiative.
Durch das Gleichnis von den bösen Weingärtnern lehrt Jesus dabei über sich selbst und über die Herzenshaltung seiner Feinde.
Jesus scheut sich nicht, die wahre Herzenshaltung seiner jüdischen Zuhörer direkt anzusprechen. Er macht deutlich, dass die, die die Propheten missachtet und getötet haben, eben auch den Sohn Gottes töten werden. Die Konsequenz wird sein, dass der Vater den Weinberg (die Teilhabe am Reich Gottes) denen nehmen wird, die bisher scheinbar Sein Volk waren und es Anderen geben wird.
Hier deutet Jesus an, dass das Himmelreich auch für Heiden sein wird.
Interessant ist, dass seine Zuhörer offenbar mehr oder minder deutlich verstehen, was Jesus ihnen durch dieses Gleichnis sagen will. Aber statt Buße sehen wir hier nun Eskalation.

Die Kernlehre für uns ist natürlich die, dass wir erkennen sollen, wer Jesus ist. Aber ich denke, dass wir auch mal fragen dürfen, ob wir den ersten Boten (den Propheten) Beachtung schenken oder ob wir sie dadurch ablehnen, dass wir sie ignorieren. Es ist gut zu bedenken, dass auch sie von Gott gesandt waren, und ihre Botschaft auch für uns heute noch von Bedeutung ist.

Ab Vers 13 folgen dann mehrere Dialoge, die jeweils damit beginnen, dass verschiedene Jesus feindlich gesinnte Gruppen, ihm „Fangfragen“ stellen.

1)    Auf die erste Frage hin lehrt Jesus, dass wir dem Kaiser geben sollten, was ihm zusteht. Der christliche Glaube sollte uns dazu motivieren, noch treuer unsere Steuern zu zahlen, denn wir sind dazu aufgerufen, uns den stattlichen Autoritäten unterzuordnen.
Aber vor allem sollten wir bedenken, dass letztendlich Alles von Gott kommt und Ihm zusteht. Wir tragen sein Abbild … wir sind sein und das ist doch die eigentliche Herausforderung, die hier durchklingt.
2)    Dann erklärt Jesus, dass wir eine Ewigkeitsperspektive haben sollten, weil es zu einer Auferstehung kommen wird! Den Sadduzäer sagt er in aller Klarheit, dass sie sich irren. Das ist eine Klarheit, die heute oft unter dem Denkmantel scheinbarer Toleranz und eines postmodernen Wahrheitsverständnisses, fehlt.

3)    Die Frage ist die, nach dem höchsten Gebot. Wahre Liebe Gott gegenüber zeigt sich an unserer Nächstenliebe. Der Aufruf zur Nächstenliebe ist nicht nur ein hohes, sondern auch ein für uns oft schweres Gebot. Gerade weil es ja nicht nur um ausgewählte Nächste geht, sondern um alle.
4)    Und dann stellt Jesus mal eine Frage und macht dabei deutlich, dass Er der Sohn und Herr Davids ist!

Abschließend ab Vers 41 sehen wir einen Kontrast:

       Vor den Schriftgelehrten werden wir gewarnt …
       … und die arme Witwe wird als Vorbild genannt. Auch das liest sich leicht und locker, aber uns dann auch daran zu orientieren ist dann doch eine große Herausforderung.

Möge der Herr da an uns arbeiten, so dass wir IHM ähnlicher werden können.

Mit Kapitel 11 beginnt der Bericht von der letzten Woche bis zum Tod und der Auferstehung des Herrn. Zu Beginn lesen wir von Jesu triumphalem in Jerusalem.
Jesus wird hier als Sohn Davids verehrt und besichtigt dann den Tempel.
Das liest sich fast ein wenig so, als wenn hier der neue Regent kommt und dann aber eben nicht den Königspalast besichtigt, sondern den Ort, der für ihn viel passender ist – den Tempel. Und genau so ist es ja auch. Jesus ist der König und Hohepriester. Gleichzeitig ist er aber eben auch der dienende Retter und das Opferlamm – was in den nächsten Kapiteln dann auch noch sehr deutlich werden wird.


Der Feigenbaum wird dann von Jesus symbolisch gebraucht, um über Israel und den Tempel zu lehren. Der Baum sieht imposant aus, so als ob er Früchte tragen müsste – doch näher besehen zeigt sich, dass da keine Frucht ist. Deshalb ist dieser Baum wertlos und wird von Jesus verflucht. Das sollte als Warnung verstanden werden.
Ganz ähnlich wie der Baum, ist es mit den Juden und ihrem Tempel – er sieht alles ganz toll aus und doch ist da keine Frucht und deshalb werden die fruchtlosen Gläubigen verworfen und der Tempel letztendlich zerstört.
Das Gericht über den Tempel deutet Jesus dann durch seine Tempelreinigung an.


Im Zusammenhang mit dem verfluchten Feigenbaum und dem Gericht über Israel / den Tempel kommt dann auch die Aussage, dass Gläubige im Gebet Berge versetzen können.
Es geht hier also nicht darum, dass wir beliebig Dinge tun können und Gott uns alles ermöglicht, wonach uns der Sinn steht, sondern darum, dass wir mit Gottes Hilfe alles aus dem Weg räumen können, was wahrem Wachstum im Wege steht und uns daran hindert, Frucht zu bringen.


Ab Vers 26 gibt Jesus dann nochmals Zeugnis von sich und der Quelle seiner Vollmacht – Seine Vollmacht kommt vom gleichen Ort, von dem auch die Taufe des Johannes kam. Jesus antwortet hier indirekt durch eine Gegenfrage und umgeht so etwas sagen zu müssen, was den Pharisäern nach ihrem (falschen) Verständnis erlaubt hätte, Jesus sofort aus dem Verkehr zu ziehen. Letztendlich gelten Jesu Worte aber wohl vor allem den Gläubigen und damit auch uns.

Erkennen wir, die Quelle der Vollmacht des Herrn und sind wir bereit Ihm zu folgen?
Wahren wir nur den äußeren Schein oder streben wir danach Frucht zu bringen?
Vertrauen wir darauf, dass Gott unsere Gebete hört und uns helfen wird, alle Widerstände aus dem Weg zu räumen, die unserem geistlichen Wachstum im Wege stehen?

Hier sollten wir sicherlich zuerst an Sünden denken, die uns immer wieder zurückwerfen. Gott kann uns da von unserer Schwachheit befreien und uns den Sieg über diese Sünden geben, so dass wir sie wie Berge ins Meer werfen können!

Unser Gott ist mächtig und Er ist für uns, wenn wir Ihm als unserem König und Herrn folgen!

Zu Beginn des Kapitels hören wir Jesu Lehre von der Ehescheidung. Christen sind zu Treue aufgerufen. Das soll sich auch im Bezug auf die Ehe zeigen. Deshalb ist Scheidung nicht in Gottes Sinne. Hier geht es Jesus um das grundlegende Prinzip, deshalb geht er hier wohl auch nicht – im Gegensatz zu Mt 19 – auf die Sonderfälle ein, in denen eine Scheidung ggf biblisch legitimiert sein könnte.
Ich denke, dass es für uns gut und wichtig ist, den klaren Willen Gottes zu hören und zu verstehen und eben nicht gleich nach „Ausnahmen“ zu fragen. Erst wenn wir die klaren Aussagen und grundsätzlichen biblischen Prinzipien verstanden haben und diese akzeptieren, hat man die richtige Basis, um auch mal über Sonderfälle nachzudenken. Im Bezug auf die Rechtmäßigkeit der Scheidung sollten wir von daher immer zuerst das Jesu-Wort bedenken: „Was Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden“.

Dann erklärt Jesus, dass wahre Nachfolge bedeutet, ein kindliches Gott-Vertrauen zu haben. Der Aufruf, dass wir das Reich Gottes empfangen müssen, wie die Kinder macht deutlich, dass es hier nicht darum geht, dass alle Kinder gerettet sind, sondern dass die Kinder eine Einstellung zeigen, die grundlegend für die Rettung ist. Das ist hier konkret die Einstellung des kindlichen Vertrauens.

Von daher ist der Bericht von der Begegnung Jesu mit dem reichen Jüngling hier sicher auch aus thematische Gründen angesiedelt.
Der reiche Jüngling kommt mit einer komplett anderen Haltung und schaut auf das, was er getan hat und tun soll.
Jesus erklärt ihm, dass kein Mensch gut ist (v.18), deshalb brauchen wir alle mehr, als nur einen „guten Meister“. Ins Reich Gottes kommen wir von uns aus genauso wenig, wie ein Kamel durch ein Nadelöhr (v.25). Wir brauchen einen Retter, der uns souverän retten muss. Rettung ist allein Gottes Wirken. Wir haben keinen Anteil daran. Selbst unser Glaube und unsere Reaktion auf den Ruf des Evangeliums muss von Gott gewirkt sein. Gerade deshalb haben Christen jeden Grund zur Dankbarkeit für Gottes souveräne Gnade und keinen Anlass für Stolz und Hochmut gegenüber Ungläubigen.

Allerdings macht Jesus eben auch deutlich, dass jeder Versuch unsere Erlösung selber zu bewirken, zum Scheitern verurteilt ist. Unsere sündige Natur wird nie bereit sein, Jesus bedingungslos nachzufolgen – der Jüngling steht hier exemplarisch für jeden Menschen (und wohl gemerkt; kein Mensch ist gut!) – es ist ihm genauso unmöglich in das Reich Gottes einzuziehen, wie jedem Anderen … wenn nicht Gott selbst eingreift.

Petrus erkennt nun, dass er anders ist, als der Jüngling. Und in der Tat ist Nachfolge eben sowohl nur deshalb möglich, weil Gott das in uns wirkt und zum anderen dann auch unsere Aufgabe. Nachfolgen können wir erst, wenn Gott uns bekehrt hat, dann ist es aber auch unser Auftrag und in unserer Nachfolge offenbaren wir, ob wir tatsächlich neue Menschen sind, die eben nicht mehr nach den Regeln dieser Welt leben.
Interessant ist dabei, dass Jesus die Jünger als „meine Kinder“ bezeichnet. Mit Gottes Hilfe sind sie im kindlichen Vertrauen zu Jesus gekommen und das macht sie zu Jesu Jüngern.

Dann kommt die nächste Leidensankündigung des Herrn.
Jakobus und Johannes haben das aber immer noch nicht ganz verstanden. Jesus betont dann, dass sie IHM tatsächlich in fast allen Dingen nachfolgen werden und doch macht er auch deutlich, dass sein Werk anderer Natur ist. Jesus ist eben nicht nur, und auch nicht primär, unser Vorbild – er ist vor allem unser Erlöser, der sein Leben gab, als Lösegeld für viele!

Im Bericht über den Blinden am Ende des Kapitels zeigt uns Markus nun einen Mann, der kindlichen Glauben hat, Jesus radikal nachfolgt und von IHM dazu befähigt wird, indem er ihm die Augen öffnet.

Möge der Herr auch uns allen immer wieder die Augen öffnen, dafür, wer Er ist und wie groß und wunderbar Seine Gnade und Barmherzigkeit sind!

Nach dem Christus-Bekenntnis des Petrus in Kap. 8,29, folgt zu Beginn diesen Kapitels gleich noch ein Bekenntnis zur Identität Jesu. Dieses Mal kommt dieses Bekenntnis direkt von Gott dem Vater aus dem Himmel, der im Zuge der Verklärung Jesu sein Bekenntnis zu seinem Sohn wiederholt, das wir auch schon bei seiner Taufe gehört haben.
Dennoch lesen wir im Fortgang, dass die Jünger immer noch sehr viel nicht verstanden hatten.
Die Jünger werden uns hier mehrfach als verstört (v.6), unverständig (v.10, 28, 32), furchtsam (v.32), und fehlgeleitet (v.34, 38) vorgestellt. Jesus ist sehr geduldig und beantwortet ihre Fragen und lehrt sie selbst über Dinge, nach denen sie noch gar nicht fragen. Andererseits sehen wir den Vater des besessenen Sohnes, der mit genau der richtigen Einstellung zu Jesus kommt. Das Gebet „Ich glaube, hilf meinem Unglauben“ ist ein wunderbares Gebet!

Im Fortgang sehen wir, den Jüngern nicht bekannte, Menschen, die im Namen Jesu Wunder vollbringen. Jesu betont hier, dass unser Verständnis davon, wer zu Gott gehört, auch zu eng definiert sein kann. Die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe ist nicht das alleinige Kriterium – die Frage bleibt, ob die vorgeblichen Nachfolger tatsächlich Frucht bringen … an den Früchten wird man sie erkennen.

Ich finde es sehr ermutigend zu sehen, wie behutsam der dreieinige Gott die Jünger lehrt.
Die Verklärung kommt erst nach dem Christus-Bekenntnis des Petrus. Er lehrt sie nun über Seinen Tod und Seine Auferstehung und wird das so lange tun, bis sie es dann wirklich begreifen. Noch fehlt hier jedes Verständnis bei den Jüngern (v.10)
Jesus geht geduldig auf die Fragen der Jünger ein, wobei er dabei wohl vor allem deutlich macht, dass Wunder nie von Menschen getan werden können, sondern immer nur in Abhängigkeit von Gott möglich sind (v.28) … was dann ja auch die falsche Vorstellung der Jünger aus Vers 38 widerlegt. Er erkennt ihre falschen Ambitionen, reagiert aber nicht voller Ärger, sondern mit belehrt sie darüber, wie wahre Größe im Reich Gottes aussieht.

Schließlich gibt ER klare Anweisungen, wie wir gegen die Verführung zum Abfall vorgehen sollen. Es wird ja immer wieder die Frage gestellt, ob ein wahrer Christ vom Glauben abfallen kann. Der Grundtenor der Bibel ist dabei, dass kein von Gott erwählter und zum ewigen Leben geretteter und mit dem Heiligen Geist versiegelter Mensch verloren gehen wird … und gleichzeitig gibt es eben doch einige Passagen wie diese, die deutlich machen, dass es eine echte Versuchung zum Abfall gibt.
Was Jesus hier deutlich macht ist, dass wir alle die Verantwortung haben, der Versuchung mit aller Kraft zu widerstehen. Gleichzeitig ist sowohl diese Lehre, wie auch die Kraft des Heiligen Geistes der Weg, durch den Jesus uns vor dem Abfall bewahrt – so dass dann eben tatsächlich niemand verloren gehen wird – denn Gott ist stärker als alle Versuchungen und der dahinterstehende Versucher (Röm. 8,28-39; dabei v.a. auch v.38f). Und Jesus ist barmherzig gerade auch mit denen, die geistliche Wahrheiten nur sehr langsam begreifen (und das trifft wohl mehr oder minder auf uns alle genauso zu, wie auf die Jünger).


Deshalb sollte unsere Hoffnung nicht darin begründet sein, dass wir voller Kraft an Jesus festhalten, sondern darin, dass ER uns festhält und uns geduldig lehrt und im Glauben erbaut.

So bete ich mit viel Zuversicht und Dankbarkeit für mich und uns Alle:

Herr wir glauben, hilf unserem Unglauben!