Nachdem Paulus uns die „schlechte Nachricht“ deutlich vor Augen geführt hat, kommt nun ab Römer 3,21 die gute Nachricht, die erst vor dem Hintergrund der schlechten Nachricht so richtig gut ist!
Eine Geringschätzung des Evangeliums hat oftmals damit zu tun, dass wir die schlechte Nachricht und die damit verbundene traurige Wahrheit über uns selbst nicht wirklich verstehen. Wenn uns unsere Sündhaftigkeit klar vor Augen steht und wir dann auf den heiligen und gerechten Gott sehen, dann ist die Botschaft von der Gnade Gottes erst so richtig grandios!

Die gute Nachricht beginnt mit einer interessanten Aussage: „Nun aber ist ohne Zutun des Gesetzes die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, offenbart, bezeugt durch das Gesetz und die Propheten.“ … das ist ein Echo im Römerbrief, das sich auch schon ganz zu Beginn (Kap 1, V.2) und dann wieder ganz am Ende findet (Kap 16,25-26).

Die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt – ohne Zutun des Gesetzes – wurde bereits im AT (durch das Gesetz und die Propheten) bezeugt. D.h., das Gesetz ist nicht der Weg zur Rettung, sondern Teil des AT Zeugnisses von der kommenden Rettung, die eben ohne das Halten des Gesetzes erlangt werden kann. Doch erkannt wurde das noch nicht. D.h. erst im Rückblick ist das Zeugnis des AT wirklich verständlich! Und dann führt Paulus aus, was schon das AT lehrt, nämlich das Gott selbst in Jesus Christus für uns alle Gerechtigkeit getan hat und dann als Unschuldiger unsere Schuld gesühnt hat. Und wir bekommen Anteil an der Gerechtigkeit Jesu allein aufgrund der Gnade Gottes und allein durch den Glauben an den Retter und Herrn Jesus Christus!

Nur damit auch keiner auf den Gedanken kommt, dass Gerechtigkeit doch noch irgendwie selbst verdient werden muss – zumindest anteilig – betont Paulus in Vers 23f nochmals, dass wir „allesamt Sünder [sind] und ermangeln des Ruhmes, den sie [wir] bei Gott haben sollten,“ und dann erklärt Paulus, dass Rettung eben wirklich allein aus Gnade zu uns kommt, wobei an anderen Stellen deutlich wird, dass selbst der Glaube eine Gnadengabe Gottes ist: „und werden ohne Verdienst gerecht aus seiner Gnade durch die Erlösung, die durch Christus Jesus geschehen ist.“

Es sind eben nicht wir Sünder, die einfach anfangen nach Gott zu suchen und an ihn zu glauben (das würden wir aufgrund unserer Sündennatur ja gar nicht – Röm 3,11), sondern es ist der Vater, der uns zieht (Joh 6,44) und es ist Gott, der der Anfänger unseres Glaubens ist (Phil 1,6; Heb 12,2).

Doch der Glaube ist der Weg, durch den sich die erfahrene Gnade in uns manifestiert und somit ist der Glaube der einzige Weg, durch den Sünder die Gerechtigkeit Gottes erlangen.
Dabei machen die Verse 25f deutlich, dass das Werk des Herrn Jesus zeitlos ist. Was er in der Geschichte getan hat, gilt für die, die schon vor seinem Werk vorausschauend an den kommenden Messias geglaubt haben, genauso wie für Menschen heute, die auf das Kreuz im Glauben zurückschauen.

Weil all das eben allein das gnädige Werk Gottes ist, gibt es nichts worüber wir uns im Bezug auf unsere Erlösung rühmen könnten (V.27). Unser Rühmen sollte immer nur dem Kreuz gelten und sich allein auf Gott beziehen und niemals unserer Gesetzestreue oder sonst irgendwelcher „guter Werke“. Nicht einmal unseres Glaubens sollten wir uns rühmen. Stattdessen sollten wir in allen Dingen dankbar sein!

Paulus schließt diesen Teil damit ab, dass er nochmals betont, dass das Werk des Herrn Jesus der ganzen Welt gilt (Menschen aus allen Völkern, Ländern, Sprachen und Nationen) und eben nicht nur den Juden. Das bedeuten nun aber nicht, dass das jüdische Gesetz wertlos ist und aufgehoben wird. Vielmehr ist es erst dann richtig aufgerichtet, wenn es zu Gläubigen kommt, denn diese erkennen darin nicht mehr primär ihr Scheitern … sondern es ist Gottes gute Wegweisung für alle, die an IHN glauben. Und so ist das Gesetz heute keine Last, sondern ein großer Segen und wir tun gut daran, das (moralische) Gesetz zu befolgen.

Nachdem Paulus zu Beginn des 3. Kapitels die Frage: „​Was haben dann die Juden für einen Vorzug oder was nützt die Beschneidung?“ mit den Worten „Viel in jeder Weise!“ geantwortet hate, kommt dann ab Vers 9 nochmal die gleiche Frage, doch dieses Mal mit der Antwort, die man schon nach Kapitel 2 erwartet hätte: „Was sagen wir denn nun? Haben wir Juden einen Vorzug? Gar keinen. Denn wir haben soeben bewiesen, dass alle, Juden wie Griechen, unter der Sünde sind, 10 wie geschrieben steht: »Da ist keiner, der gerecht ist, auch nicht einer.“

Im Fortgang zeigt Paulus dann durch Zitate aus dem Alten Testament, dass alle Menschen Sünder sind. Und nur für den Fall, dass noch irgendwer Zweifel hat, ob das Halten des Gesetzes bzw „gute Werke“ nicht vielleicht doch ein gangbarer Weg zur Rettung sein könnten (ggf basierend auf einer sehr optimistischen Auslegung von Kap. 2, Vers 7), zeigt uns Vers 19f nun, die Ausweglosigkeit für alle, die sich selbst retten wollen: „Wir wissen aber: was das Gesetz sagt, das sagt es denen, die unter dem Gesetz sind, damit allen der Mund gestopft werde und alle Welt vor Gott schuldig sei, 20 weil kein Mensch durch die Werke des Gesetzes vor ihm gerecht sein kann. Denn durch das Gesetz kommt Erkenntnis der Sünde.“

Die Zitate, die Paulus hier sehr eindeutig als universal zutreffend beschreibt, sind für so Manchen erst einmal schwer zu verstehen. Kann man wirklich sagen, dass „keiner“ nach Gott fragt? (V.11). Die Bibel lehrt das tatsächlich. Jemand wird erst dann ernsthaft danach fragen, was Gott will, wenn ihn der Geist Gottes anrührt. Das hat damit zu tun, dass wir aufgrund des Sündenfalls die Fähigkeit verloren haben, die Herrlichkeit Gottes zu erkennen. Und so haben wir dann gar nicht das Verlangen das zu tun, was Gott ehrt und gefällt. Wir sind egoistisch und wollen das tun, was gut für uns ist. Dabei kann auch ein natürlicher Mensch Gott mit einbeziehen. Aber Gott bleibt so immer nur ein Mittel zum Zweck und wird so nie das Ziel unseres Lebens und Strebens sein.

  • Damit das geschehen kann, bedarf es einer komplett neuen Erkenntnis; einer grundlegenden Veränderung; ja eines neuen Lebens! Und genau davon zeugen dann die Verse 21ff.

Nachdem Paulus am Ende von Kapitel 2 deutlich gemacht hat, dass die äußerliche Beschneidung, letztendlich nicht gerecht macht und dass man nur dann wirklich Teil von Gottes Volk ist, wenn man die Beschneidung des Herzens erfahren hat, stellt sich unweigerlich die Frage, die Paulus nun selber in Kapitel 3, in Vers 1 und nochmals in Vers 9 aufwirft: „Was haben dann die Juden für einen Vorzug oder was nützt die Beschneidung?“.
Er gibt zwei Antworten auf diese Frage (die zweite ab Vers 9), die auf den ersten Blick widersprüchlich klingen.

In den Versen 1-8 erklärt Paulus, dass es sehr wohl von Vorteil ist, wenn jemand im (jüdischen) Glauben aufwächst. Denn „ihnen ist anvertraut, was Gott geredet hat.“
Nur hilft das Wissen allein eben nicht. Das Gesetz ist gut aber retten wird es nur die, die es halten und daran scheitern die Juden, genauso wie alle anderen, wie er dann ab Vers 9 deutlich macht.

  • Auch heute noch ist es ein Segen ist, im Glauben aufzuwachsen und erzogen zu werden und wir sollten uns darum bemühen, anderen Menschen in diesem Sinne ein Segen zu sein. Denn wir können ja nicht nur unsere Kinder segnen, sondern auch unsere Nachbarn, Kollegen und Freunde. Dazu ist es aber nötig, dass wir ihnen biblische Wahrheiten vermitteln. Und wir tun gut daran zu bedenken, was Paulus hier lehrt. Die Vermittlung des Gesetzes (biblischer Moral) allein, wird niemanden rettet.
  • Das heißt sicher nicht, dass wir nicht trotzdem für biblische Moral eintreten sollten. Ich denke, dass wir das auf jeden Fall tun sollten, denn die biblische Moral ist gut.
    Gleichzeitig wird das letztendlich (im Hinblick auf die Ewigkeit) niemanden retten. Deshalb gilt es immer auch das Evangelium zu verkünden!

Nachdem Paulus im ersten Teil von Kapitel 2 betont hat, dass Gottes Urteil nicht einfach deshalb kommt, weil jemand Heide ist, sondern über all die kommt, die letztendlich nicht komplett gut sind, wird er dann noch deutlicher und spricht ganz direkt die Juden an.
Die Juden sollen sich auf das Gesetz nichts einbilden und sich nicht darauf verlassen, dass nur weil sie das Gesetz haben, sie auch vor Gott bestehen werden.

  • Juden wir Heiden können aus sich heraus vor Gott nur dann bestehen, wenn sie das Gesetz komplett halten … und das schafft keiner.

Deshalb hilft die äußerliche Bescheidung am Fleisch nicht wirklich weiter. Was wir wirklich brauchen, um vor Gott bestehen zu können, ist eine Bescheidung des Herzens. Wer diese erlebt hat, gehört tatsächlich zum Volk Gottes. Diese Bescheidung des Herzens ist nicht etwas, das Menschen tun können. Es ist das Werk von Gottes Geist an uns! Gott gebührt das Lob dafür, wenn wir beschnittene Herzen haben.

  • Wir können Gott nur dafür danken, wenn wir das erfahren durften. Es ist ein Werk der Gnade, dass uns demütig machen sollte.

Paulus kritisiert primär die Juden für ihren falschen Stolz. Einen solch falschen Stolz kann es auch bei Christen geben, die meinen als „Christen“ etwas Besseres zu sein. Ein solches Denken ist gefährlich, weil es sich auf äußere Dinge verlässt, anstatt allein auf den Gott der Gnade.

  • Und so wünsche ich uns, dass wir in aller Demut immer wieder dem alle Ehre dafür geben, dass wir Gottes Kinder sind, dem alle Ehre dafür gebührt, dem drei-einen Gott, Vater, Sohn und Heiliger Geist!

Nachdem Paulus in Kapitel 1 wohl vor allem die Gottlosigkeit der Heiden angesprochen hat, wendet er sich zu Beginn von Kapitel 2 den Juden zu. Diese könnten jetzt versucht sein, sich über die Heiden zu überheben. Letztendlich sollten wir anerkennen, dass wir ja alle nicht so leben, wie wir sollten. Deswegen brauch en wir alle Buße. Die dann folgenden Verse 6-7 werden manchmal als eine Befürwortung der Lehre von der Werkegerechtigkeit verstandsen. So heißt es ja in Vers 6-7: „der einem jeden geben wird nach seinen Werken: ewiges Leben denen, die in aller Geduld mit guten Werken trachten nach Herrlichkeit, Ehre und unvergänglichem Leben.“ Allerdings macht der Kontext dann eben deutlich, dass dieser Weg nicht zielführend ist. Keiner wird dem Gericht Gottes entrinnen, denn keiner ist gerecht. Wir bekommen also das, was wir verdienen. Dabei ist es unerheblich, ob jemand das Gesetz hat (also ein Jude ist) oder nicht. Denn neben dem niedergeschriebenen Gesetz haben wir Menschen ja auch ein Gewissen, das Gott uns gegeben hat und das uns dabei hilft zu erkennen, dass wir vor Gott schuldig sind. Paulus agiert in diesen Versen also sehr geschickt und hat dabei wohl vor allem die „frommen“ Juden im Blick, die die „sündigen“ Heiden verurteilen und sich ihrer Sache sicher sind. Paulus zeigt ihnen in aller Klarheit, dass auch sie vor Gott schuldig sind und keine Entschuldigung haben. Und so passt dieser Abschnitt gut in den Kontext von 1,18-3,20, der uns sehr klar zeigt, dass wir alle einen Retter brauchen und unsere Rettung eben nur aus Gnade allein kommen kann.

Im Hinblick auf noch-nicht Gläubige hat das Gesetz also eine ähnliche Funktion, wie das Gewissen. Beides ist uns gegeben, um uns unsere Sünde aufzuzeigen. Gleichzeitig reicht beides noch nicht aus, denn wir brauchen das Evangelium, um den Weg aus der Sünde heraus zu finden.

Und doch dürfen wir sehr dankbar sein, für die gute Gabe des Gesetzes und des Gewissens. Auch wir Christen brauchen das, um immer wieder zu erkennen, wo wir Veränderung brauchen.

  • So beschenkt Gott uns gerade auch durch die Überführung von Sünde, um uns in der Heiligung voranzubringen.

Ab Vers 18 macht Paulus deutlich, dass jeder Mensch allein aufgrund der Schöpfung bereits wissen kann, dass es einen Schöpfer gibt. Sünde ist nie primär eine Frage der Unkenntnis, sondern des Unwillens. Genau das macht Paulus hier deutlich. Wir alle haben von Natur aus die Wahrheit über Gott unterdrückt und haben, anstatt die Herrlichkeit Gottes zu erkennen und zu preisen, diese ausgeblendet und uns allen möglichen Sünden hingegeben.

  • Das darf uns beim Evangelisieren ermutigen, denn hier lesen wir, dass jeder Mensch eine gewisse Gotteserkenntnis hat. Wenngleich Menschen diese Erkenntnis unterdrücken, dürfen wir eben doch wissen, dass Atheismus und selbst Agnostikertum nicht wirklich existiert. Menschen, die behaupten zu wissen, dass es keinen Gott gibt, sagen das, entgegen des Wissens, das sie von Gott her haben. Und selbst ein Agnostiker kann nur Agnostiker sein, weil er das, was er weiß, so stark unterdrückt, dass es meint es nicht mehr wissen zu können.

Die Unterdrückung der Gotteserkenntnis führt in die Sünde. Paulus erwähnt hier Götzenanbetung und Sünden aller Art. Dabei wird hier auch ganz explizit die homosexuelle Praxis als widernatürlich benannt.

Gott hat uns (in gewissem Maß) die Freiheit gegeben, dass zu tun, was wir wollen … und so hat er uns dahingegeben zu tun, wonach unser Herz begehrte. Dabei hätte es Gott bewenden lassen können. Kapitel 1 zeigt uns also, die Katastrophe, in die wir uns selbst hineinmanövriert haben.

  • Ich preise Gott, dass Gott es nicht dabei belassen hat – unser „Freier Wille“ würde uns alle ins Verderben führen.

Der Sündenkatalog in unserem Text ist lang und deutlich.

  • Wir tun gut daran, uns durch diese Worte herausfordern zu lassen!
  • Möge Gott da Umkehr schenken. Und möge ER uns helfen, unsere Ungerechtigkeiten und Sünden zu erkennen und dann vor den Gnadenthron Gottes zu treten, denn nur dort finden wir die Gerechtigkeit, die wir brauchen und aus uns heraus nie erlangen werden.

Das Kapitel endet in Vers 32 mit den Worten: „Sie wissen, dass, die solches tun, nach Gottes Recht den Tod verdienen; aber sie tun es nicht allein, sondern haben auch Gefallen an denen, die es tun.“ Hier sehen wir, dass es eben eine Sache ist, Versuchungen nachzugeben und zu sündigen aber dabei zumindest noch anzuerkennen, dass das Sünde ist … das ist natürlich nicht gut und führt oft zur Scheinheiligkeit. Aber noch viel schlimmer ist es, die Sünde auch noch anderen anzuempfehlen und zu feiern. Damit spucken wir Gott ganz direkt ins Gesicht und verdrehen die Wahrheit und verführen Menschen. Deswegen ist falschen Lehrern noch viel härten zu entgegnen, als Menschen, die falsch leben (die oft einfach auch Ermutigung im Kampf gegen die Sünde brauchen).

Ab Vers 8 hören wir ein kurzes Dankgebet des Apostels für die Römer. Bemerkenswert ist, dass Paulus dem Herrn für den überall bekannt-gewordenen Glauben der Römer dankt. Damit erkennt Paulus an, dass der Glaube von Gott kommt. Deshalb gebührt Gott der Dank dafür … und nicht den Römern ein Lob.

Dann beschreibt Paulus seine Pläne. Dabei wird deutlich, dass Paulus die Gemeinde in Rom noch nie besucht hat, wenngleich er schon viel Gutes über sie gehört hat. Und so ist es seine Hoffnung, dass ein zukünftiger Besuch eine sehr frohe Angelegenheit wird und zur gegenseitigen Erbauung dienen wird. Das konkrete Verlangen des Apostels ist es dabei, die Christen in Rom weiter zu erbauen, so dass dies Frucht bringt. Dazu will er das Evangelium verkünden, denn das ist die Botschaft, die Frucht bringt.

  • Auch wir Christen müssen das Evangelium immer wieder hören, denn nur so werden wir immer mehr wachsen im Glaubensgehorsam!

Die Verse 16 & 17 bringen in gewisser Weise die Kernaussage der ersten 11 Kapitel auf den Punkt. Martin Luther fand in diesen zwei Versen seinen persönlichen Durchbruch auf seiner Suche nach einem gnädigen Gott! Und auch wir tun gut daran, diese großartige Aussage immer wieder zu hören – die Gerechtigkeit, die vor Gott gilt, ist nie unsere eigene, die wir durch unsere Werke erringen, sondern die, die Jesus für uns erbracht hat und die uns, allein durch den Glauben, zugerechnet wird. Wie großartig diese Wahrheit ist wird erst so richtig klar, wenn wir in den nächsten Tagen die Verse 18ff bedenken.

In seiner Einleitung beschreibt Paulus sich als „Knecht Christi“ und betont so nicht seine apostolische Autorität, sondern seine Position vor dem Herrn. Immer wenn Paulus die von ihm verkündete Evangeliums-Botschaft angegriffen sieht, macht er eine klare Ansage und betont, dass er ein Apostel ist. Aber seine primäre Sicht auf sich selbst ist die eines Dieners und das klingt in diesem freundlicheren Brief dann auch klar durch. Dabei weiß er sich in besonderer Weise von Gott berufen und auserwählt, mit dem Ziel, dem Herrn und den Gemeinden zu dienen und ihnen das Evangelium zu predigen.

Paulus macht gleich klar, dass das Evangelium keine komplett neue Botschaft ist. Es ist die Gute Nachricht, die schon im AT durch die Propheten verheißen wurde. Diese gute Nachricht findet ihr Zentrum in Jesus Christus, dem Sohn Gottes, auf den das AT hinweist und der nun gekommen ist. Paulus stellt Jesus dabei gleich in die Kontinuität des ATs und nennt ihn hier den Nachkommen Davids (nach dem Fleisch). Das heißt, Jesus ist ein legitimer Nachfolger des großen Königs, dem Gott verheißen hat, dass sein Nachkomme für alle Zeit auf dem Thron sitzen und über Gottes Volk regieren wird (2. Samuel 7).

Jesus ist aber viel mehr als nur ein physischer Nachkomme Davids. Er ist der Sohn Gottes, der vom Heiligen Geist erfüllt Messias, dessen Macht und einzigartige Stellung spätestens durch seine Auferstehung sichtbar wurde. Vorher mag man noch gedacht haben, dass er einfach ein weiser Rabbi und mächtiger Wundertäter war – aber durch seine Auferstehung von den Toten wurde er in besonderer Weise eingesetzt als der Herr und König über alle Dinge. So berichtet ja z.B. Daniel in Kapitel 7 davon, dass Jesus Christus nach seiner Auferstehung und Himmelfahrt beim Vater von IHM empfing „Macht, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker und Leute aus so vielen verschiedenen Sprachen dienen sollten. Seine Macht ist ewig und vergeht nicht, und sein Reich hat kein Ende.“ Und dieser Jesus Christus hat nun Paulus und die anderen Apostel hier auf Erden eingesetzt, um die gute Nachricht zu verbreiten und so das aufzurichten, worum es im Römerbreif geht – den Gehorsam des Glaubens! Paulus ist dabei vor allem zu den Heiden gesandt. Dabei spricht er die Römer aber nicht als gottlose Heiden an – so wie die Juden „Heiden“ gemeinhin verstanden hätten. Vielmehr spricht Paulus hier seine Leser an als „Heiden, zu denen auch ihr gehört, die ihr berufen seid von Jesus Christus

Nach seinen einleitenden Worten schließt Paulus diesen Briefanfang mit dem Zuspruch: „An alle Geliebten Gottes und berufenen Heiligen in Rom: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus!“ Dieser Zuspruch und Segensgruß zeigt uns die Herzenshaltung mit der Paulus schreibt. Er lehrt mit einem Herzen voller Liebe für diejenigen, die er lehrt. Genau das macht einen guten Lehrer aus.

Die ersten 7 Verse des Römerbriefs helfen uns – vor allem auch im Zusammenhang mit dem Abschluss des Briefes, schon gut zu erkennen, was Paulus mit diesem Brief vorhat. Als Diener und Botschafter will er den Menschen in Rom helfen, das Evangelium noch besser zu verstehen. Dabei ist sein Ziel aber nicht einfach nur Wachstum in der Erkenntnis der Römer. Paulus vertraut darauf, dass mehr Glaubenserkenntnis dann auch zu mehr Glaubensgehorsam führen wird. Und so ist der Brief dann auch aufgebaut. Die ersten 11 Kapitel haben einen Schwerpunkt auf der Vermittlung von theologischen Inhalten, während es dann ab Vers 12 primär darum geht, wie Christen folglich leben sollten.

Ihr Lieben,

bitte verzeiht, dass ich hier zuletzt unregelmässig gepostet habe. Ich habe mir dieses Jahr bewusst vorgenommen, mal etwas freier bei Bibellesen zu agieren und lese deshalb zwischendurch auch mal Abschnitte außerhalb dessen, was bei Bibel Entdecken dran ist. Und mir fehlt ehrlich gesagt manchmal einfach etwas die Zeit, dann immer auch noch etwas dazu zu bloggen. Jetzt will ich aber zumindest für einige Zeit wieder etwas regelmässiger bloggen und dabei den Römerbrief in kurzen Abschnitten betrachten.

Euch eine gesegnete Woche und ggf eine gute und intensive Zeit beim Studium des Römerbriefs.

In Kapitel 21 sehen wir, dass Jesus – wie ganz zu Beginn seines Dienstes – Petrus nochmals einen großen Fischfang beschert. Der Menschenfischer darf eben auch noch Fische fischen und das Mahl genießen! Dabei offenbart Jesus wiederum seine göttliche Autorität. Obwohl ihn die Jünger nicht erkennen, gehorchen sie ihm … und alles kommt so, wie er es sagt.

Und dann sehen wir nochmals den wahrhaft körperlich auferstandenen Jesus – er isst mit seinen Jüngern. Interessant ist dabei, was wir in Vers 12b lesen: „Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wußten, daß es der Herr war.“. Das lässt erahnen, dass der auferstandene Jesus irgendwie anders aussah.

Und dann kommt der besondere dreifache Auftrag an Petrus. Dieser Auftrag gilt sicher primär dem Petrus aber dann auch allen, die in Jesu Gemeinde als Unterhirten dienen.

  • Das Weiden der Schafe ist ein zentraler Auftrag und dabei sollen wir das Futter weitergeben, das Jesus selbst uns gegeben hat – das Wort Gottes!
  • Und natürlich sind wir auch dazu aufgerufen, uns selber zu nähren und gerade deshalb freue ich mich über jeden, der beim Bibelblog mitliest.