4,4-9: „4 Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! 5 Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! 6 Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! 7 Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus. 8 Weiter, liebe Brüder: Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend, sei es ein Lob – darauf seid bedacht! 9 Was ihr gelernt und empfangen und gehört und gesehen habt an mir, das tut; so wird der Gott des Friedens mit euch sein.“
In Vers 4 lesen wir ein letztes Mal den Aufruf zur Freude am Herrn und das dann auch noch mit Wiederholung, um dem ganzen noch mehr Nachdruck zu verleihen.
- Ich habe oft den Eindruck, dass wir Christen diesen Aufruf tatsächlich immer wieder hören müssen. Es ist so leicht, sich über alle möglichen Dinge Sorgen zu machen und so unsere Freude am Herrn zu verlieren.
Gerade in angefochtenen Zeiten können wir der Welt ein starkes Zeugnis sein, wenn wir mit ihnen gütig umgehen.
Paulus ermutigt die Philipper mit dem Zuspruch: „Der Herr ist nahe.“ Wenn wir das so verstehen, dass die Wiederkunft des Herrn kurz bevorsteht, dann kann das natürlich die Frage aufwerfen, wie Paulus das vor knapp 2000 Jahren schreiben konnte und seitdem warten wir alle. Wobei die Gläubigen ja nie so lange warten müssen, denn spätestens mit dem Tod werden wir beim Herrn sein.
Aber ich vermute, dass Paulus hier gar nicht von der Wiederkunft des Herrn spricht, sondern die Christen daran erinnert, dass der HERR immer ganz nah ist, denn er hat uns zugesagt, dass er bei uns ist, bis ans Ende der Erde. Wir tun gut daran, das immer im Blick zu haben: unser Herr ist nicht fern, er ist uns ganz nahe!
Deswegen müssen wir uns um nichts sorgen, sondern dürfen unsere Sorgen im Gebet bei Gott abgeben, der unsere Gebete hört und für uns sorgt. Deswegen ist es angemessen, neben Bitten im Gebet und Flehen, Gott auch unsere Danksagung zu bringen.
- Danke Gott, dass Du uns so nahe bist, dass Du uns siehst und unsere Gebet hörst und für uns sorgst. Danke, dass Du das vor allem durch Jesus Christus getan hast, so dass wir eine gewisse, herrliche Zukunft haben.
Wenn wir das vor Augen haben, dann wird der Friede Gottes uns immer mehr regieren. Als Christen haben wir de facto Frieden mit Gott. Und das darf auch immer mehr unsere Herzen erfüllen.
Schließlich lenkt Paulus die Gedanken der Philipper in eine Richtung, in die auch unsere Gedanken (und dann auch unsere Worte und Werke) gehen sollten: „Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend, sei es ein Lob – darauf seid bedacht!“
Dabei scheut sich Paulus nicht, sich nochmals selbst als Vorbild zu nennen, dem die Philipper nacheifern sollten: „9 Was ihr gelernt und empfangen und gehört und gesehen habt an mir, das tut.“ Das verbindet er mit der Zusage, dass gerade so der Friede Gottes immer mehr Raum in uns gewinnen wird.
- Von daher dürfen wir auch uns vornehmen (und uns gegenseitig dabei anspornen und als Vorbilder dienen), auf all das bedacht zu sein, was „wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert.“