In Kapitel 10 wird beschrieben, wie sich die Familie Noahs durch seine drei Söhne vermehrt und auf der Erde ausgebreitet hat. Was hier beschrieben wird, umfasst ziemlich sicher eine recht lange Zeitspanne. Ob aus diesem Kapitel ein Zeitpunkt für die Flut errechnet werden kann (genauso wie die Frage, ob wir die Zeitspanne von Adam bis Noah genau berechnen können) ist umstritten. Sicher ist, dass viele biblische Geschlechtsregister nicht jede Generation beinhalten. Da geht es doch meist mehr um Abstammungslinien, als darum, uns eine genaue Zeitspanne aufzuzeigen. Von daher halte ich es zumindest für fragwürdig, ob man tatsächlich unbedingt einer „junge Erde Theorie“ folgen muss. Damit will ich nicht sagen, dass ich diese Theorie definitiv ablehne. Aber ich denke, dass man diese auch als bibeltreuer Christ aus exegetischen Gründen hinterfragen darf.

Letztendlich dürfen wir aber wissen, dass die Vermehrung und Ausbreitung der Menschen auf der Erde dem Plan Gottes entspricht (trotz aller menschlicher Sünde), denn so machen sich die Menschen nun die ganze Erde untertan. Das ist hier sicher die Kernbotschaft.

Da am Ende von Kapitel 10 (V.31) schon Sprachen (im Plural) erwähnt werden, können wir ziemlich sicher sein, dass der Bericht aus Kapitel 11 wohl irgendwo zeitlich während der Berichte aus Kapitel 10 stattfand. Kap. 11 zeigt uns, dass das was die Menschen eint, die Rebellion gegen Gott ist.

Der Bericht ist voller Ironie. Die Menschen meinen sich erheben zu können, indem sie einen Turm bis in den Himmel bauen und dann beschreibt Gott sich in menschlicher Weise als jemand, der mal nach unten ging um nachzusehen, was da unten denn so los ist. Von daher verstehe ich auch den Kommentar aus Vers 6 eher als Ironie:

6 Und der HERR sprach: Siehe, es ist einerlei Volk und einerlei Sprache unter ihnen allen, und dies ist der Anfang ihres Tuns; nun wird ihnen nichts mehr verwehrt werden können von allem, was sie sich vorgenommen haben zu tun.

Der Ungehorsam des Menschen zeigt sich dabei nicht nur in dem Streben, Gott gleich sein zu wollen (wie schon bei Adam & Eva), sondern auch in dem bewussten Vorhaben, sich nicht auf der Erde ausbreiten zu wollen, obwohl dieses Gebot sowohl an Adam, wie auch an Noah erging.

Die Sprachenvermehrung bedeutet, dass Menschen sich nicht mehr verstehen … das ist Fluch – die Umkehrung sehen wir dann am Pfingsttag, und das wird den Menschen zum Segen.

Und dann kommt eine Familienlinie in den Fokus. Was hier auffällt ist, dass in den ersten Generationen die Menschen noch länger leben, als die Noah angekündigten 120 Jahre. In Vers 26 taucht dann Abram auf, um den es dann in den nächsten Kapitelen gehen wird.

Nach dem Gericht durch die Flut lesen wir zu Beginn von Kapitel 8, dass der Regen aufhört und sich langsam wieder das Land zeigt. Dann lesen wir eine weitere Zusage der großen Gnade Gottes (8,21f), wobei gleich deutlich wird, dass das nichts damit zu tun hat, dass die Menschen jetzt irgendwie besser wären. Die Arche konnte vor dem Gericht retten, aber sie macht die Menschen noch nicht neu. Es heißt immer noch „denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.“

  • Damit wird hier schon deutlich, dass etwas Anderes geschehen muss. Das wird dann erst der Heilige Geist tun, nachdem Menschen durch Jesus gerettet wurden.

In Kapitel 9 sehen wir dann, dass Noah in die Fußstapfen Adams tritt. Nun ist er der Vorfahre aller Menschen. Und Gott gibt wiederum Anordnungen für das Leben, inkl Starfandrohungen, um das Böse einzudämmen. Am Anfangs steht dabei wiederum der Auftrag: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde.“

Dann lesen wir, dass nun ist auch das Essen von Fleisch explizit erlaubt.

  • Gleichzeitig sehen wir auch neue Gebote. Während es bei Adam nur ein Verbot gab, gibt es für die nun gefallene Menschheit klare Verbote und Strafmaßnahmen.

Und dann kommt der Bundesschluss mit Noah, als dessen Zeichen Gott den Regenbogen gibt. Er legt sinnbildlich seinen Bogen nieder und schließt Frieden. Und gerade weil der Regenbogen eine solche wichtige Bedeutung hat finde ich es immer wieder störend, dass er heute von gottlosen Bewegungen als Symbol genutzt wird.

Nach dem Bundesschluss mit Noah, in dem uns nochmals Gottes Gnade vor Augen geführt wird, sehen wir, dass Sünde und Fluch nach wie vor Teil des Lebens auch auf der Erde nach der Flut sind. Dabei sehen wir, wie verworren das Leben von Sündern ist. Noahs Trunkenheit führt dazu, dass er seinen Sohn verflucht …

  • Auch hier wird klar, dass Noah eben nicht vollkommen sündlos und gerecht war. Und doch war er Gottes Erwählter, durch den die Menschheit bewahrt hat.

PSALM 12

Psalm 12 beginnt mit einem Hilferuf zu Gott. Der Psalmist sieht, dass es nur noch sehr wenige Gläubige („Heilige“) gibt. Er bittet Gott darum, einzuschreiten und die Bösen zu richten.

  • Das ist in gewisser Weise genau das, was Gott einst schon durch die Flut getan hatte. Doch das Böse existiert eben weiter und deshalb bleibt der Ruf nach Gericht und Rettung eben auch aktuell.

Ab Vers 6 spricht dann Gott selbst – ER will nun aufstehen und eingreifen und Hilfe schaffen.

  • Genau das hat Gott dann in der Person Jesu Christi getan. Er ist gekommen, um Hilfe zu bringen und Gerechtigkeit zu schaffen.

Einerseits tut Gott das durch Gericht … so wie es der Psalmist scheinbar erbittet. Und doch steht vor dem Gericht das Evangelium. Wenn wir also unser gottloses Land sehen, dann dürfen wir Gott darum bitten, einzugreifen. Er tut dies immer mal wieder in dem ER Menschen bekehrt. Ein probates Mittel gegen Gottlosigkeit ist eben nicht nur Gericht, sondern vor allem Erweckung.

  • Wir sollten uns um Erweckung bemühen (wenngleich das letztendlich nur Gott schenken kann) und gleichzeitig das kommende Gericht im Blick haben.

Vers 7 gibt uns einen Blick auf das Wort Gottes, durch das sowohl Erweckung, wie auch Gericht kommt. Gottes Wort wird hier in seiner ganzen Reinheit dargestellt. Es ist frei von Fehlern, absolut zuverlässig und glaubwürdig!

  • Durch Sein Wort rettet Gott und behütet Gott, darauf dürfen wir vertrauen!

Der Beginn von Kapitel 6 ist in seiner Auslegung sehr umstritten. Wenngleich das Wort Gottessöhne häufiger in der Bibel Engel beschreiben, muss es sich hier meines Erachtens nach um Menschen handeln, die von Gott wussten. Das aus mehreren Gründen.

  • Zum einen sind die Gottessöhne hier die Handelnden und die dann ausgesprochene Strafe betrifft die Menschen. In Vers 3 lesen wir von der Begrenzung auf 120 Lebensjahre. Das mag die Zeit bis zur Flut sein oder aber eine Verkürzung des menschlichen Lebens, die dann langsam kam, denn im weiteren Verlauf kommt es dann ja tatsächlich dazu, dass die hohen Lebensalter der Frühgeschichte nicht mehr erreicht werden. Wenn Gott die straft, die hier gehandelt haben, dann müssen die Gottessöhne Menschen sein.
  • Zum anderen lehrt die Bibel anderswo, dass Engel nicht heiraten (Mt. 22,30). Die ganze Beschreibung klingt eher danach, dass Menschen, die Gott kennen, hier Beziehungen mit denen eingehen, die nicht von Gott wissen (wollen).

In Vers 5 lesen wir eine traurige Beschreibung der Bosheit der Menschen, die bis heute noch gilt. Die Flut konnte das „Problem“ nicht lösen. Dazu braucht es Jesus!

Das Wort ABER zu Beginn von Vers 8 ist – wie so oft – ein Hoffnungsschimmer: „Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN.“ Über Noah heißt es dann weiter: „Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott“. Dennoch trifft die Beschreibung von Vers 5 sicher auch auf ihn zu. Gerade deswegen war er ja auch abhängig von Gottes Gnade. Noah war aber auf jeden Fall ein gläubiger Mann. Genau das zeigt sich dann auch am Ende des Kapitels. Noah hört auf Gott und tut, was er sagt. Das ist ein klarer Beleg für Glauben!

  • Auch das gilt heute noch: wer wirklich gläubig ist, wird gehorsam sein, denn Ungehorsam ist immer Ausdruck unseres Unglaubens.
  • Noch ist unser Glaube nicht vollkommen. Aber wer sich damit arrangiert, hat ein fundamentales Problem, denn das bedeutet, dass wir uns bewusst für den Unglauben entscheiden. Andererseits dürfen wir, die wir immer mal wieder in Unglauben verfallen, darauf vertrauen, dass Gottes Gnade auch heute noch mächtig wirkt.

Auch zu Beginn von Kapitel 7 heißt es, dass Noah von Gott als „gerecht erfunden“ wurde. Wie eben schon beschrieben kann das wohl kaum bedeuten, dass Noah komplett frei von Sünde war. Aber er vertraute auf Gott und strebte danach, ihm zu gefallen. Seine (nicht vollkommene) Gerechtigkeit war also Ausdruck seines Gottvertrauens.

  • So sollte das auch bei uns sein. Wir dürfen auf Jesu perfekte Gerechtigkeit vertrauen, durch die wir vor Gott bestehen können. Aber unser Glaube ist nur dann echt, wenn er sich eben auch in unseren Werken offenbart.

Im Folgenden lesen wir dann von der Sintflut und der Arche. Petrus hilft uns zu verstehen, was die Bedeutung dieses Berichts für uns: „1 Pt 3:20-21  als man die Arche baute, in der wenige, nämlich acht Seelen, gerettet wurden durchs Wasser hindurch.  21 Das ist ein Vorbild der Taufe, die jetzt auch euch rettet. Denn in ihr wird nicht der Schmutz vom Leib abgewaschen, sondern wir bitten Gott um ein gutes Gewissen, durch die Auferstehung Jesu Christi,“

  • Wir lernen hier also durch den Bericht von Noah, der Arche und der Flut etwas über das Rettungshandeln Gottes. Dabei ist der Bezug nicht der zur Wassertaufe, sondern zu der geistlichen Realität, die durch die Wassertaufe zum Ausdruck kommt, nämlich des mit Christus Sterbens und Auferstehens.
  • So wie Christus gestorben und wieder auferstanden ist, und wir dadurch gerettet werden, dass wir durch den Glauben „in IHM“ sind, so wurden Noah und seine Familie gerettet, weil sie aufgrund ihres Glaubens an Gottes Ankündigung in der Arche durch das Gericht der Flut gerettet wurden.

Der historische Bericht über Noah ist also ein lebensgroßes Hinweisschild auf das Evangelium!

In Kapitel 3 lesen wir vom Sündenfall. In Kapitel 1 hatten wir gesehen, dass Mann und Frau von Gott mit folgendem Ziel geschaffen worden: „Und Gott sprach: Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alle Tiere des Feldes und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht.“ (Kap. 1,26)

Und nun kommt ein Kriechtier daher und versucht die Frau, in dem es das Wort Gottes in Frage stellt und dann sogar behauptet, dass das Wort Gottes nicht glaubwürdig sei.

  • Das ist immer noch der Ansatzpunkt Satans. Er will unser Vertrauen in Gottes Wort unterminieren. Das kann ganz persönlich geschehen, in dem wir auf einmal Zweifel haben, ob das, was Gottes Wort sagt, wirklich das Beste für uns ist oder ob wir nicht lieber selber einen Weg suchen, auch wenn der nicht ganz zu dem passt, was Gottes Wort sagt.
    Das kann aber auch weitreichender dadurch geschehen, dass ganz pauschal die Irrtumslosigkeit und Autorität der Bibel unterminiert wird. Das fängt mit kleinen Zweifeln an … und ich kenne viele echte Geschwister im Herrn, bei denen solche Zweifel gesät wurden und die dann gar nicht merkten, wie zerstörerisch diese falsche Theologie ist.
    Ich bete da für uns als Gemeinde, dass wir konsequent an der absoluten Autorität und Glaubwürdigkeit der Bibel festhalten!

Wir sehen in dem Bericht, dass die Strategie des Satans funktionierte. Und wir sehen dabei gleich das nächste große Scheitern. Es ist nicht nur die Frau, die sich verführen lässt. Der Mann greift nicht ein, sondern folgt der Frau in die Sünde.

  • Das sollte uns Männer herausfordern. Wir haben eine Verantwortung auch für unsere Frauen. Wir sollen leiten und zwar in Richtung Heiligung! (siehe dazu Eph 5,25ff).

Gott offenbart sich nun als der Richter!
Der Mensch war ihm ungehorsam und das war und bleibt ein Riesenproblem. Der Tod ist die Konsequenz … erst der geistliche Tod und dann der physische. Und Fluch ist eine Konsequenz, denn Sünder können nicht mehr in Harmonie mit Gott leben.
Interessant ist dabei, dass selbst im Gericht die Angeklagten nicht einfach ihre offensichtliche Schuld eingestehen, sondern immer versuchen, die Schuld abzuwälzen.
Interessant ist auch, bei wem Gott beginnt! Beim Mann! Der trägt die Hauptverantwortung … und dann die Frau, denn auch sie sollte über das Kriechtier herrschen!

Dann spricht Gott das Urteil. Doch schon in den ersten Worten an die Schlange lesen wir von Gottes großem Plan. “ Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.“
Im Fortgang der Bibel wird dann immer deutlicher werden, wer dieser Nachkomme der Frau ist. An Weihnachten haben gefeiert, dass er gekommen ist. An Ostern bedenken wir, dass er in die Verse gestochen wurde … doch eines Tages werden wir dann feiern, dass er der Schlange den Kopf zertritt.

Auch Mann und Frau kriegen Fluch-Worte zu hören.
Die Frau wird in der Ambivalenz zwischen Verlangen nach dem Mann und dem Leiden unter dem „Herrschen“ des Mannes erfahren. Aus einer guten „Hauptschaft“, wird im Sündenfall ein „egoistisches Herrschen“. In der christlichen Ehe soll das wieder korrigiert werden. Christus soll den Ehemännern hier Vorbild sein. Das heißt die richtige biblische Korrektur gegen das selbstsüchtige Herrschen des Mannes über seine Frau ist nicht Passivität – sondern eine biblische Hauptschaft des für die Frau selbstlos sorgens, ganz im Sinne dessen, was Christus durch seinen Tod für die Gemeinde getan hat (Eph 5,25ff)

Ab Vers 20 sind die Fluch-Worte vorbei. Adam ändert den Namen seiner Frau … jetzt heißt sie Eva, was so viel wie ‚Leben‘ bedeutet.
Ab Vers 21 sehen wir dann, dass Gott auch nach dem Sündenfall noch für die Menschen sorgt.
Selbst der Cherubim am Zugang des Gartens hat eine Schutzfunktion. Denn wenn der sündige Mensch zurück in die Gegenwart Gottes gehen würde, müsste er sterben. Der Cherub bewahrt den Menschen also davor, in dem er den Zugang zu Gott versperrt.
Gott selbst wird diesen Zugang eines Tages wieder möglich machen … nämlich wenn er als Nachkomme der Frau zu uns Menschen kommt.

  • Das ist geschehen und so braucht es heute keines Cherubim mehr und auch keines Vorhangs im Tempel. Der Weg zum Gnadenthron Gottes ist wieder frei!

Nach dem Sündenfall lesen wir in Kapitel 4 davon, wie das Leben außerhalb des Gartens weitergeht. Adam und Eva haben nun Kinder und kommen damit dem Auftrag des sich Vermehrens nach.

In den Versen 3-5 kommt indirekt zum Ausdruck, dass Kains Opfer im Gegensatz zu Abels nicht aus Glauben (Hebr 11,4), und Frömmigkeit (1. Mo 4,7) kommt. Ganz sicher spielt die Art des Opfers keine Rolle, da später die Situation bei Jakob und Esau ja andersherum ist.
Was aber vor allem auffällt ist, dass hier nun schon verstanden wird, dass Menschen sich Gott nur durch ein Opfer nahen können … wobei diese Opfer natürlich nur Schatten des Opfers sind, dass wir alle brauchen. Von daher ist dann auch klar, dass es nicht um die genaue Art des Opfers gehen kann … schon gar nicht, bevor Gott dazu Anordnungen gegeben hat. Es geht um die Herzenshaltung und da hapert es bei Kain.

Schon vor seinem Brudermord, ist Kain weit von Gott entfernt. Er kann nicht einmal in Richtung Gott sehen.

  • Möge Gott schenken, dass ich immer öfter meinen Blick auf Gott erheben kann.

Und dann kommt es zum Brudermord … und dieser erste Mord der Bibel geht dann gleich einher mit der nächsten Sünde … Kain lügt Gott an.
Kains absurder Vorwurf, dass die Strafe zu hart sei, trifft auf Gottes unverdiente Gnade. Hier zeigt sich schon zum zweiten Mal (nach 3,15) in mitten von Sünde und verdientem Gericht die große Gnade Gottes.

In Vers 17 kommen wir dann zu der überraschenden Aussage, dass Kain eine Frau hat. Das kann dann ja wohl nur seine Schwester sein. Gott hat kein Problem damit, uns nicht alle Details zu nennen und uns mit einigen Fragen einfach so stehen zu lassen. Daraus eine bibelkritische Haltung werden zu lassen, ist völlig verkehrt. Denn wenn diese Berichte Menschenwerk wären, würde sicher mehr dazu gesagt werden. Aber das hat Gott nicht nötig. Er ist Gott und sagt uns nur das, was wir wissen müssen und was ER uns offenbaren will … und nicht unbedingt auch das, was wir evtl gerne wissen würden.

Vers 26 scheint dann regelmäßigen Gottesdienst bzw Gebet zu beschreiben.

Zu Beginn von Kapitel 5 lesen wir einen dritten Schöpfungsbericht, wiederum in einer anderen Erzählform (nach Poesie in Kap 1 und Geschichte in Kap 2, kommt nun ein Geschlechtsregister).
Der Bericht über Henoch (v.21-24) gibt uns einen Hinweis darauf, dass es Hoffnung für ein ewiges Leben gibt – und das ist nicht irdisch, sondern findet in der Gegenwart Gottes statt.

Die heutigen drei Abschnitte sehen alle zurück auf Gottes Schöpfungstaten. Es ist eben nicht nur Mose, der die Schöpfung lehrt. Alle Schrift bezeugt unseren großen Schöpfergott. Dabei mach Johannes deutlich, dass Jesus (Gott, der Sohn) wesentlicher Akteur der Schöpfung war.

Die Psalmen helfen uns zu sehen, dass unser Schöpfer unsere Anbetung verdient. Psalm 8 erkennt dabei, dass wir Menschen die Krone der Schöpfung sind und damit z.B. auch gegenüber Tieren, eine herausgehobene Stellung haben.

Psalm 104 sieht dann umfassender auf die Schöpfung.

  • In allem, was wir in der Schöpfung wahrnehmen (auch wenn die Schöpfung gefallen ist), gibt uns Hinweise auf unseren mächtigen und kreativen Gott.
  • ER verdient unsere Anbetung.

 

Ich wünsche Euch allen ein frohes und gesegnetes Neues Jahr!

In diesem Jahr wollen wir mal wieder durch die komplette Bibel lesen. Dazu nutzen wir den Bibelleseplan von George Guthrie, der bei YouVersion hinterlegt ist und hier heruntergeladen werden kann.

Los geht es mit dem 1. Buch Mose. Heute sind die ersten beiden Kapitel dran:

1 Mose 1-2:

In Vers 1 steht die Kernaussage des Kapitels „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Gott ist also der Schöpfer aller Dinge. Er war schon vor dem Anfang.  In Vers 2 taucht neben „Gott“ auch der „Geist Gottes“ auf und in Vers 3 lesen wir zum ersten Mal davon, dass Gott spricht – und im Johannesevangelium wird dann später klar erklärt, dass das Wort eine weitere Person des dreieinigen Gottes ist. In Vers 26 redet Gott über sich selbst im Plural. In diesem ersten Kapitel lesen wir also auch schon zumindest andeutungsweise vom dreieinen Gott.

In Vers 2 wird beschrieben, dass die geschaffene Erde „wüst und leer“ war. Der Rest des Kapitels beschreibt dann, wie ER das Wüste ordnet und dann das Leere füllt. Dabei korrespondiert jeweils Tag 1 mit Tag 4, Tag 2 mit Tag 5 und Tag 3 mit Tag 6. Ob diese Tage 24 Stunden lang waren oder das hebräische Wort „yom“ einfach 6 Zeiträume beschreibt, ist auch unter Evangelikalen durchaus umstritten. Klar ist auf jeden Fall, dass Gottes alles geschaffen hat. Und vor allem macht der Text deutlich, dass Gott den Menschen unmittelbar schafft und er eben kein Produkt einer Evolution ist. Diese Theorie wird ja oft als „Fakt“ behandelt, aber letztendlich ist die Evolutionstheorie eben doch einfach nur eine Theorie. Und ich würde behaupten, dass es viel Glauben braucht, um so eine Theorie zu glauben.

Die Schöpfung ist da sicher nicht minder plausibel. Und da ich der Bibel absolut vertraue, zweifel ich ohnehin nicht daran.

Schließlich lesen wir, dass alles, was Gott der Schöpfer geschaffen hat, sehr gut war. Dabei ist der Mensch als Krone der Schöpfung, im Bilde Gottes geschaffen – was für ein Privileg. Und doch sollten wir nicht übersehen, dass Gott der Schöpfer und Herr aller Dinge ist. Als der HERR hat er den Menschen eine besondere Aufgabe zugedacht:
„v.28-29 Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht. 29 Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise.“

  • Und damit beginnt das an uns Menschen gerichtete Sprechen unseres Schöpfers und HERRN
  • Ich wünsche uns, dass wir in diesem Jahr immer mehr Gottes Stimme hören und verstehen und glauben und tun, was uns unser Schöpfer sagt.

Nach dem Abschluss des Schöpfungsberichts ruhte Gott. Das ist das Vorbild für den Sabbat und heute für den Sonntag und etwas, nach dem wir Menschen uns sehnen und auf das wir zu leben. Eines Tages dürfen die Gläubigen in die Ruhe Gottes einziehen. Diese Ruhe, die damals schon herrschte, war nicht langweilig. Es war perfekte Harmonie und sehr gut!

Ab Vers 4 in Kap. 2 lesen wir dann nochmal einen Bericht konkret über die Schöpfung des Menschen. Hier erfahren wir Details, die in Kapitel 1 noch nicht erwähnt wurden. Wir sehen hier, wie Gott den Menschen (Adam) macht und ihm Leben gibt und ihn in den perfekten Lebensraum stellt und alles um ihn herum und für ihn schön macht, so wie Eltern das Babyzimmer einrichten.
Der Reichtum und die Schönheit des Gartens ist unübersehbar. Man ahnt schon, dass die beiden Bäume, die in Vers 9 erwähnt werden, eine besondere Bedeutung haben: „… den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen.“
Nach dem positiven Auftrage an die Menschen in Kapitel 1, folgt hier nun ein erstes Verbot: „Und Gott der HERR gebot dem Menschen und sprach: Du darfst essen von allen Bäumen im Garten, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm issest, mußt du des Todes sterben.

An dieser Stelle klingt das Verbot noch sehr harmlos. Doch wir wissen, dass dieses eine Gebot, letztendlich zum Niedergang der ganzen Schöpfung führen würde. Doch hier lesen wir erst einmal davon, dass Gott den Menschen segnet, indem er dem Menschen eine Menschin zur Seite stellt. Vers 23 zeigt dann gleich zwei wichtige Dinge.

  • Mann und Frau sind gleichwertig. Das war schon in Kapitel 1 ganz deutlich geworden. Beide wurden von Gott und in Seinem Ebenbild geschaffen. Und hier klingt das auch wieder durch „Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch“
  • Gleichzeitig sind Mann und Frau nicht identisch, sondern darauf angelegt, einander zu ergänzen.

Und so war dann alles vollkommen gut. Perfekte Harmonie. Eine großartige Schöpfung. Interessant ist dabei, dass am Ende der Schöpfung Worte stehen, die später mehrfach als Worte über die Ehe erwähnt werden. Hier lesen wir also in gewisser Weise etwas von einer Hochzeit am Ende der Schöpfung. Ganz ähnlich endet die Bibel dann auch mit einer Hochzeit am Ende der zweiten Schöpfung.

In 2021 wollen wir mal wieder durch die komplette Bibel lesen. Das möchte ich anhand des YouVersion Bibelleseplans tun, der sich hier finden lässt.

Diesen Plan kann man ganz komfortabel z.B. über das Smartphone über die YouVersion Bibel App lesen: https://my.bible.com/de

 

Nachdem wir dieses Jahr sehr langsam durch die Psalmen gegangen sind, habe ich für 2021 angedacht, mal wieder durch die komplette Bibel zu lesen.

Wahrscheinlich werde ich das zusammen mit meiner Tochter über die App YouVersion machen. Wer mit dabei sein möchte, dem kann ich die Info dazu gerne zukommen lassen.

Ich werde aber wohl auch weiterhin einige Gedanken zu den gelesenen Abschnitten hier posten und evtl auch den einen oder anderen Podcast einstreuen.

Weitere Infos dazu kommen in den nächsten Tagen.

Der Psalter beginnt mit dem Hinweis auf die Gründung im Wort Gottes und endet mit dem Lobpreis Gottes. Das bildet eine wunderbare Klammer. Das Wort Gottes ist die Basis der Gotteserkenntnis und führt zum Lobpreis Gottes.

Konkret geht es in Psalm 150 um musikalischen Lobpreis. Natürlich sollte unser ganzes Leben ein Lobpreis Gottes sein und natürlich ist auch das Hören, Lesen und Nachsinnen über Gottes Wort eine Form des Lobpreises, weil wir damit unsere Hochachtung vor Gott zum Ausdruck bringen. Aber wenn wir dann erkannt haben, wie groß und gut Gott ist, dann ist Musik und sind vor allem Lieder ein sehr passender Weg des Lobpreises. Frohe Menschen singen einfach J

  • Ich wünsche uns, dass wir diese Freude an Gott tief in unseren Herzen und dann auch auf unseren Lippen haben.
  • Das ehrt Gott und macht uns froh … oder wie es John Piper sagt: God is most glorified in us when we are most satisfied in him.

Nachdem in Psalm 148 der Aufruf zum Lobpreis des Schöpfers noch aller Schöpfung galt, bevor dann am Ende Gottes Volk in den Fokus kam, lesen wir hier nun spezifisch den Aufruf an Gottes Volk, seinen Herrn zu loben. Dabei lesen wir am Ende von Vers 4 auch davon, dass der Herr der Retter seines Volkes ist.

  • Das was hier nur angedeutet wird, wissen wir heute sehr genau. Der Herr ist immer auch der Retter aller, deren Herr er auch ist.
  • Andererseits sollten wir eben auch bedenken, dass er letztendlich nur der Retter derer ist, die ihn auch als ihren Herrn anerkennen.

Die letzten Verse dieses Psalms klingen in unseren Ohren sicher etwas seltsam.

Hier lesen wir neben dem Lobpreis Gottes auch Worte vom Gericht über die Gottlosen.

  • Das klingt hart, aber letztendlich ist auch das etwas, das ja letztendlich dazu führt, dass Gottes Volk eines Tages frei von aller Verfolgung und allem Leid leben kann.