Nachdem Matthäus uns einen ausführlichen Einblick in das gegeben hat, was Jesus gelehrt hat, sehen wir jetzt wieder Jesus in Aktion. Dabei offenbart Er seine Barmherzigkeit und Macht durch die Heilung eines Aussätzigen. Er tut das nicht, um dadurch berühmt zu werden. Vielmehr gebietet er dem Mann, darüber zu schweigen, was Jesus getan hat und stattdessen Gott die Ehre zu geben. Der Geheilte soll nicht erzählen, dass er von Jesus geheilt wurde, denn noch sind die Menschen nicht so weit, dass sie verstehen würden, wer Jesus wirklich ist. Genau das lehrt Jesus hier zumindest indirekt dadurch, dass er dem Mann aufträgt, Gott dafür zu danken, dass ER ihn geheilt hat.

  • Nur am Rande sei bemerkt, dass selbst hier schon angedeutet wird, dass Jesus Gott ist.

Ab Vers 5 sehen wir dann, dass Jesus offensichtlich von einigen Menschen schon als „Heiland“ erkannt wurde. Dies gilt erstaunlicher Weise vor allem für einen römischen Hauptmann. Dieser vertraut auf die Allmacht Jesu, durch die er seinen Knecht auch aus der Distanz heilen kann.
Jesus sagt, dass er einen solchen Glauben in Israel noch nicht erlebt hat und dann erklärt Jesus etwas, das zwar schon im Alten Testament gelehrt aber meist missverstanden wurde.
Menschen aus allen Himmelsrichtungen werden in das Reich Gottes kommen und gleichzeitig wird es Menschen in Israel geben, die erleben werden, dass sie eben nicht wirklich zum Reich Gottes gehören.

  • Haben wir ein solches Vertrauen in Jesus?
  • Auch wir dürfen IHM unsere Nöte bringen und um Hilfe bitte im Vertrauen, dass IHM nichts unmöglich ist.

Was Jesus dann in Vers 12 sagt, ist natürlich sehr anstößig. Er predigt die ewige Verdammnis und das auch noch den Menschen, die sich in besonderer Weise von Gott privilegiert sahen. Jesus betont, dass das zum Reich Gottes gehören eben nicht damit zu tun hat, wo wir herkommen.

  • Was wirklich zählt ist Jesus als dem Retter und Herrn zu vertrauen.

Der Hauptmann aus Kapernaum tat das und ich bete, dass wir alle dies genauso erkennen und uns eben nicht einfach nur darauf verlassen, z.B. in einem gläubigen Elternhaus aufgewachsen zu sein oder zu einer Gemeinde zu gehören. Beides ist gut und segensreich aber allein das genügt nicht. Genau das hat später Paulus den Juden in Rom verdeutlicht (Römer 3,1ff).

Im Hause von Petrus offenbart Jesus dann, dass er in der Tat der Heiland ist. Er heilt die Schwiegermutter des Petrus und später noch viele Andere, die krank und von bösen Geistern besessen waren. Bemerkenswert ist dabei, dass die Schwiegermutter, kaum geheilt, anfängt dem Herrn Jesus zu dienen. Darin sollte sie uns ein Vorbild sein.

 

  • Wer von Jesus das Heil geschenkt bekommen hat, sollte für IHN leben.

 

Ab Vers 18 sehen wir, dass Jesus lehrt, dass Nachfolge nie etwas Halbherziges sein kann. Aufgrund unserer Sündennatur werden wir daran natürlich immer wieder scheitern, Jesus in allen Dingen zu folgen. Die entscheidende Frage ist, ob wir den Willen haben, Jesus voll und ganz HERR sein zu lassen – auch wenn wir das dann aufgrund unserer Schwachheit und Sündennatur immer mal wieder nicht tun werden.

 

Jesus offenbart dann seine Herrschaft und diese erstreckt sich auf die ganze Schöpfung. Selbst Wind und Wellen sind ihm gehorsam. Für die Menschen wird darin erkennbar, dass Jesus tatsächlich kein normaler Mensch ist.
Auf der anderen Seeseite offenbart Jesus dann seine Macht über bösen Geister. Und so werden diese zu Bettlern, die Jesus um Gnade bitten.

 

  • Diesem mächtigen Herrn dürfen wir folgen. Warum sollten wir da Kompromisse machen wollen? Wohin sonst sollten wir gehen, als den Weg diesem Herrn hinterher?

Die Ermahnung zu Beginn von Kapitel 7, dass wir nicht richten sollen wird manchmal so erklärt, als wäre jegliches Richten untersagt.

In gewisser Weise stimmt das. Denn in letzter Instanz ist Gott allein der Richter. Andererseits sind wir alle dazu aufgerufen, Urteile zu treffen und ggf zu ermahnen und zu widersprechen. Das sollte mit der richtigen Herzenshaltung geschehen. Dazu gehört, sich selber im Blick zu haben: „7:5  zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; danach sieh zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst.“

 

Die Verse 7-11 wirken ein bisschen wir ein Einschub. Gott liebt seine Kinder und erhört Gebet … und dann geht es ab Vers 12 weiter mit der Ermahnung, dass wahrer Glaube immer mehr sein muss als ein Lippenbekenntnis oder große „Showveranstaltungen“. Gott will nicht einfach nur Lippenbekenntnisse und ein paar spektakuläre Aktionen. ER will unsere Herzen und er will Beziehung.

 

Und so endet auch Kapitel 7 (ähnlich wie Kap. 6) – und damit auch die Bergpredigt – mit einem Aufruf, auf Gott zu vertrauen und unser Leben auf IHM zu gründen.

Zu Beginn von Kapitel 6 kommt Jesus im Fortgang seiner Bergpredigt auf drei Bereiche zu sprechen, in denen er jeweils betont, dass wir für Gott leben sollen. Dabei geht es hier konkret um unser Geben, Beten und Fasten.

 

  • Diese Erinnerung brauchen wir immer wieder, denn es ist sehr leicht, Dinge irgendwann nur noch aus Routine zu tun oder gar, um vor den Menschen gut da zu stehen.
  • Gott will keine Religiosität, sondern wahren Glauben – eine echte Beziehung.

 

Auch im Rest des Kapitels geht es um gelebten Glauben. Der Herr ruft uns dazu auf, Gott zu vertrauen … auch wenn es ums Geld geht und um sonstige Dinge im Leben. Wir dürfen Gott vertrauen und müssen von daher nicht selber Besitztümer horten und uns Sorgen machen.

 

Letztendlich ist dieses Kapitel eine echte Herausforderung für uns alle, denn wir müssen uns fragen, für wen wir leben? Leben wir wirklich bewusst für Gott?

  • Möge unser HERR uns immer mehr dazu bewegen, unser ganzen Leben für IHN zu leben.

In Kapitel 5 beginnt die Bergpredigt.

Zu Beginn lesen wir die Seligpreisungen. Diese beschreiben letztendlich die Herzenshaltung und Lebenseinstellung, durch die unser Christ-sein sichtbar wird.
Unser Auftrag ist es eben nicht, hier auf Erden gut dazu stehen – das gelingt wahrscheinlich am besten durch Anpassung. Wir sollten eine Ewigkeitsperspektive haben und deshalb hier auf Erden bewusst Salz und Licht sein, also Menschen die ihr Umfeld prägen und sich auch mal gegen den Strom stellen.

  • Wir sollten so leben, dass wir uns nicht dieser Welt anpassen, sondern sie prägen und ihr Orientierung geben. Das wird Widerstand provozieren und doch liegt darauf großer Segen. Genau das verheißt Jesus hier ja

Dann folgen Worte (v.17-20), die von zentraler Bedeutung für das richtige Verständnis der Bergpredigt sind.  Die Wichtigkeit dieser Aussage ist kaum zu überschätzen. Es geht eben letztendlich nicht darum, dass wir gut genug leben, um dadurch Gottes Annahme zu finden – denn das schaffen wir nicht.
Vor Gott bestehen können wir nur deshalb, weil Jesus das Gesetz für alle seine Nachfolger erfüllt hat.

Jesus hat alles für uns getan, damit wir vor Gott bestehen können. Wer meint noch etwas selber tun zu wollen und es dann letztendlich auch ohne Jesus zu schaffen, der bekommt von Jesus dann auch gleich erklärt, was er tun müsste. Er müsste eine Gerechtigkeit haben, die „besser ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer“.
Was das konkret bedeutet, wird dann im Fortgang klar. Wir alle müssen erkennen, dass wir daran scheitern werden … diese Gerechtigkeit können wir nicht selbst erwerben, sie muss uns von Christus zugerechnet werden – d.h. sie kommt nicht aus uns heraus, sondern kommt von außen (durch den Glauben) zu uns.

Der Abschnitt, der mit 5,21 begonnen hatte, setzt sich bis zum Ende des Kapitels fort. In diesem Abschnitt der Bergpredigt erklärt Jesus, was der tatsächliche Anspruch Gottes ist.
All diese Aussagen sind für uns sicher eine große Herausforderung, und doch dürfen wir wissen, dass es gut für uns ist, so zu leben:

 

  • Wir wollen uns um die Reinheit nicht nur unserer Handlungen, sondern auch unserer Gedanken bemühen.
  • Wir wollen uns darum bemühen, immer ehrlich zu sein, denn wir können darauf vertrauen, dass Gott letztendlich den Gehorsam segnet.
  • Wir wollen auch denen in Liebe und Gnade begegnen, die uns Unrecht tun, denn das verhindert eine Eskalation und rd bezeugt unser Wissen darum, dass der HERR uns auch geliebt hat und uns gnädig war, als wir noch seine Feinde waren und uns eben auch nicht unsere Sünden anrechnet.

 

Als Christen sollten wir also danach streben, dem Anspruch Gottes gerecht zu werden und dabei dürfen wir gelichzeitig wissen, dass unsere Annahme bei Gott nicht davon abhängt, denn Jesus hat für uns bereits das Gesetz erfüllt, so dass wir aus Gnade allein, durch den Glauben allein bei Gott Annahme finden.

Da ich bei einer Pastorenkonferenz bin, kann es sein, dass ich bis zum 19.4. nicht regelmäßig blogen kann. Bitte entschuldigt das … aber evtl schaffe ich es ja doch.

Nach seiner Taufe wird Jesus direkt in die Wüste geführt, wo er 40 Tage bleibt und versucht wird (Kap. 4). Wie schon in Kapitel 2, sehen wir auch hier wieder, wie das Leben Jesus in vielen Dingen die Geschichte Israels wiederholt. Die Geschichte Israels ist dabei ein Schatten des, was Jesus dann in perfekter Form durchleben bzw erfüllen würde.
Letztendlich hilft uns das AT, das Leben Jesu noch besser zu verstehen und vor allem eben auch andersherum. Wer Jesus erkennt, versteht dann das AT eigentlich erst richtig (2. Kor 3,14).

So wie Israel wird auch Jesus in der Wüste versucht. Doch da wo Israel versagte und gegen Gott murrte, widersteht Jesus den Versuchungen Satans und hält ihm Gottes Wort entgegen. Interessant ist, dass Jesus auf Passagen aus dem Bericht aus der Zeit der Wüstenwanderung zurückgreift und uns so den Zusammenhang vor Augen führt.

Jesus erweist sich hier als der bessere Israel. Er ist der, der jeder Versuchung widersteht und genau deshalb letztendlich eben auch in der Lage ist, als das heilige und perfekte Opferlamm stellvertretend für Sünder zu sterben und so unsere Schuld auf sich zu nehmen. Wir sehen hier, dass das auch für Jesus nicht einfach war. Er wurde versucht – wie wir – und doch blieb er ohne Sünde (Heb 4,15) und deshalb kann er auch mit uns mitfühlen, die wir selber versucht werden.

Jesus wird von Satan höchst persönlich versucht und dieser arbeitet dabei sehr trickreich auch noch mit biblischen Zitaten. Er zitiert Psalm 91 und doch wendet er die Verse entgegen ihrer eigentlich Bedeutung an.
Das gleiche passiert letztendlich eben auch, wenn wir Bibelstellen aus dem Kontext reißen oder missachten, dass der übergeordnete Kontext aller Bibelverse und –abschnitte immer das Evangelium von Jesus Christus ist. Dann kann es passieren, dass wir AT Texte direkt auf uns beziehen und z.B. sehr gesetzlich auslegen, obwohl sie uns eben primär zeigen, dass wir Christus brauchen, der allein alle Gesetze gehalten und alle Zusagen ererbt hat.

 Lasst uns Jesus loben und preisen, der für uns allen Versuchungen widerstanden hat und Satan besiegt hat, so dass wir durch IHN Miterben aller Verheißungen Gottes sein können!

Nach zwei Kapiteln, in denen es um Geburt und Kleinkindphase bei Jesus ging und 1,5 Kapiteln, die sich mit der Zeit der unmittelbaren Vorbereitung seines öffentlichen Dienstes durch Taufe und Versuchungszeit, geht es ab Kapitel 4, Vers 12 richtig los.
Irgendwie wirkt es fast so, als würde Matthäus ziemlich mit der Tür ins Haus fallen, denn die Gefangennahme des Johannes war ja bisher nicht erwähnt worden. Es ist aus dem Matthäusevangelium nicht klar, was Jesus evtl bereits in Nazareth getan/gewirkt hat. Der Bericht beginnt mit seiner Rückkehr nach Galiläa. Matthäus erwähnt dies wohl vor allem auch deshalb, weil sich hier wiederum zeigt, wie der Dienst Jesu im AT gegründet ist. Auch dieser Rückzug und der daraus folgende Dienst in Galiläa war schon prophetisch angekündigt wurden. Gott lenkt halt die ganze Geschichte und „Umstände“ sind eben nicht dem Zufall überlassen, sondern fest im Griff des Allmächtigen.

Was Jesus vor allem in seinem öffentlichen Wirken tut, ist zu predigen. Er heilt und tut auch andere Wunder, aber das ist alles nur Beiwerk. Seine Hauptaufgabe vor seinem stellvertretenden Sühnetod war, ihnen zu predigen. Das betont ja auch Jesus selbst (Mk 1,38). Matthäus beschreibt die Predigtbotschaft Jesu mit den Worten „Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen!“.

Am Anfang der Predigtbotschaft Jesu steht die unbequeme Wahrheit, dass wir Menschen auf Abwegen sind, wir sind Sünder, die Umkehr brauchen. Genau dazu ruft er mit den Worten „tut Buße“ auf – und greift dabei die Botschaft seines Vorläufers Johannes des Täufers auf. Und dann betont er, dass das „Himmelreich nahe ist“.
Das Himmelreich ist nahe, weil der Herr dieses Reiches – Jesus – nahe ist. Und da wo Jesus als Herr anerkannt wird und man ihm folgt, da ist Himmelreich (oder auch „Reich Gottes“, das ist das Gleiche, aber Matthäus umschreibt in seinem sehr auf Juden ausgerichteten Evangelium fast immer den Gottesnamen, weil das bei Juden so üblich ist.)

Das Reich Gottes kam also mit Jesus und es kam so richtig, als Jesus nach seiner Himmelfahrt Macht, Ehre und Reichtum empfing (siehe dazu die Prophetie bei Daniel 7,14) und es wird in ganzer Fülle kommen, wenn Jesus dieses Reich bei seiner Wiederkehr in aller Pracht und für alle sichtbar aufrichten wird.

Und doch können wir eben schon heute Teil des Himmelreichs sein. Wir Christen haben dort unser Bürgerrecht. Noch leben wir im Exil dieser Welt, aber wir haben schon eine neue Heimat und gehören eben auch schon zu einem neuen Regiment.

Jesus beginnt damit, sein Reich zu bauen, in dem er Menschen in seine Nachfolge ruft und so sammelt er die ersten Jünger, die offensichtlich in Jesus eine attraktive Autorität erkennen, so dass sie Alles stehen und liegen lassen, um ihm zu folgen.
Und dann sehen wir, dass Jesus die Autorität seiner Predigtbotschaft durch mächtige Zeichen bestätigt. Dabei tut er, was er predigt. Er macht Menschen heil und befreit sie vom Bösen.

 Das haben wir alle erlebt, wenn wir zum Reich Gottes gehören.
 Wir mögen noch Krankheiten haben, aber die größte und ewig tödlichste aller Krankheiten, unsere Sündennatur, hat Jesus geheilt. Wenn wir auch noch nicht frei von der Gegenwart der Sünde in unserem Leben ist, so ist die Schuld der Sünde getilgt und die Macht der Sünde gebrochen, denn Jesus ist für die Schuld der Seinen ans Kreuz gegangen und hat in seiner Auferstehung über die Sünde triumphiert.
 So lasst uns dann auch als Bürger des Himmelreichs leben und von unserem großen Retter und Herrn Zeugnis geben.

In Kapitel 3 betritt Johannes der Täufer die Bühne. Er ist der im AT verheißene Wegbereiter des Herrn Jesus. Und so geht er voran und ruft Menschen zur Buße, bevor Jesus seinen öffentlichen Dienst beginnt. Interessant ist bei der Predigt des Johannes d.T., dass er nicht nur Jesus als den von Jesaja angekündigten „Herrn“ erkennt, sondern auch sich selbst, als den vom Propheten Jesaja verheißenen Wegbereiter, denn er ist ja „die Stimme“, um die es bei Jesaja 40,3 geht: „»Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg und macht eben seine Steige!«“

Der wesentliche Unterschied der Taufe des Johannes zu unserer Taufe heute ist, dass Johannes eine Buße predigt, die noch nicht unmittelbar zur Nachfolge des Herrn führt, sondern die Menschen „nur“ darauf vorbereitet. Seine Taufe rettet „Scheinheilige“ genauso wenig, wie die Wassertaufe heute irgendjemanden rettet. Was nötig ist, ist wahre Umkehr und die zeigte sich auch schon bei Johannes in der „rechtschaffenen Frucht der Buße“. Diese Buße sollte uns dann dazu führen, uns dem Retter Jesus zuzuwenden. Dabei ist wahre Buße und Glauben etwas, das Gott in Menschen wirken muss.

  • Das ist das Werk des Heiligen Geistes, der Menschen von Sünde überführt, sie zur Buße bringt und in ihnen Glauben weckt.

Die dann ab Vers 13 beschriebene Taufe Jesu ist sicher eine nicht so ganz leicht zu verstehende Begebenheit.
Interessant ist, dass Johannes der Täufer offensichtlich weiß, mit wem er es zu tun hat. Natürlich kann das mit dem familiären Hintergrund zu tun haben. Johannes der Täufer und Jesus waren ja verwandt und die Mutter des Johannes wusste ja ganz bestimmt von der Verheißung, die Jesu Mutter, Maria, vom Engel bekommen hatte. Johannes hatte ja angekündigt, dass der dessen Wegebreiter er war, mit dem Heiligen Geist taufen würde. Von daher ist nachvollziehbar, dass er sagt, dass er die Taufe durch Jesus braucht. Und es ist auch richtig, dass Jesus die Taufe des Johannes nicht braucht, denn Jesu bedarf keiner Umkehr. Er allein war immer auf dem rechten Weg. Er brauchte keine Buße – darin ist er anders, als alle anderen Menschen. In seiner Taufe nimmt Jesus für sich NICHT sein „anders sein“ Anspruch, sondern er identifiziert sich voll und ganz mit uns Menschen.

Gott der Vater bezeugt bei dieser Gelegenheit Jesus als seinen „lieben Sohn“. Hier wird nun sichtbar und hörbar, dass sich Gott der Vater vom Himmel zu seinem einen Sohn bekennt und betont, dass ER an IHM Wohlgefallen hat. Und auch die dritte Person des drei-einen Gottes taucht hier sichtbar auf. Der Heilige Geist kommt für alle sichtbar auf Jesus. Nun ist Jesu in besonderer Weise zugerüstet für Seinen Dienst.

So wie Israel geht Jesus also hier durch das Wasser und hat dann eine Begegnung mit Gott.

Kapitel 2 beginnt mit der Nach-Weihnachtsgeschichte vom Besuch der Weisen aus dem Morgenland. Wie schon in Kapitel 1 sehen wir hier, dass Engel (und Träume) eine zentrale Rolle spielen und zum Schutz von Jesus und seiner Familie agieren.

 

Zum anderen sehen wir hier wiederum einen engen Bezug zum AT. Nachdem in Kapitel 1 die Verbindung von Jesus zu Abraham und David betont wurde, sehen wir hier viele Parallelen zwischen Jesus und Mose.

Nach der Flucht nach Ägypten und der Engelsbotschaft, dass nun eine Rückkehr möglich ist, kommt etwas überraschende Zitat aus Hosea 11,1. Hier sehen wir, dass Matthäus die Propheten und letztendlich die ganze Geschichte Israels konsequent im Bezug auf Jesus auslegt. Das scheint die zentrale hermeneutische Methode in der Auslegung des AT zu sein, die uns das NT lehrt und wir tun gut daran, dem zu folgen.

Matthäus deutet hier an, dass Jesus der wahre Israel ist. So wie Mose und das Volk lange zuvor, so war auch er durch einen königlich angeordneten Kindermord eine existenzielle Bedrohung. Und wie Israel, so wurde auch Jesus aus Ägypten herausgerufen. Was hier (noch) nicht steht ist, dass ER allein dann aber eben auch das Gesetz Israels erfüllt hat und somit der Erbe der Bundesverheißungen ist. Das wird Jesus dann zu Beginn der Bergpredigt andeuten (Mt 5,17ff).

  • Und weil Jesus der „wahre Israel“ ist, dürfen wir wissen, dass wir – wenn wir durch den Glauben an IHN zu IHM gehören, eben auch Erben der Verheißung sind und somit dem Volk Gottes hinzugetan wurden.

Das Matthäusevangelium beginnt mit Worten, die gleich verdeutlichen, dass Jesus der Nachfolger von David und Abraham ist. Der dann folgende Stammbaum Jesu verdeutlicht noch weiter, wie Jesus sich in die Geschichte des AT einfügt und der ist, in dem die AT Verheißungen ihre Erfüllung finden.

 

Ab 1,18 lesen wir dann den Bericht von der Geburt des Herrn. Auch hier sehen wir die Kontinuität zum AT, die Matthäus klar betont. Dabei wird hier dem Josef vom Engel sowohl der Name des Sohnes mit „Jesus“ diktiert, wie dann eben auch betont, dass dieser Sohn der verheißene Immanuel ist.

 

Wir sehen hier aber auch etwas Wunderbares über den Charakter Gottes. Er sorgt für Maria, in dem er einen Engel zu Josef schickt, damit dieser die Maria nicht verlässt. So bewahrt er die Beiden vor dem Zerbruch ihrer Beziehung und er stellt sicher, dass Jesus mit Vater und Mutter aufwachsen kann.

Vor allem aber sehen wir gleich in den ersten Versen des NT, dass das NT eben nicht etwas ganz Neues ist, sondern die bis dahin im AT beschriebene Geschichte Gottes mit den Menschen fortsetzt.

  • Durch den Glauben an den Retter und Herrn Jesus Christus können auch wir Teil dieser besonderen Geschichte sein bzw. werden!

In den ersten 6 Versen lesen wir eine Warnung an die Reichen. Das greift Gedanken aus Kapitel 1 auf und bezieht sich wohl vor allem auf die, die ihren Reichtum zu Götzen gemacht haben und ohne Rücksicht auf Verluste Anderer Reichtum angehäuft haben.

Ein solches Streben ist letztendlich zum Scheitern verurteilt, denn Gott wird gerecht richten und Reichtum auf Erden hat keinen dauerhaften Bestand.

 

Ab Vers 7 folgt dann ein Aufruf, der wohl allgemeiner allen Christen gilt. Im Wissen um Gottes Gericht und den Lohn im Himmel, sollen wir auf Erden geduldig leben. Dabei sollen wir auf Frieden untereinander bedacht sein. Das unter anderem auch deshalb, weil wir für den Weg zum Ziel einander brauchen.

Wenn der Weg beschwerlich ist sollten wir bedenken, dass das schon immer so war – die Propheten können uns da ein Vorbild sein, die ihren schweren Dienst trotz aller Widerstände treu ausgerichtet haben.

 

Das Miteinander sollte sich dann auch darin zeigen, dass wir ganz praktisch füreinander sorgen und Hilfe in Anspruch nehmen. Das sowohl im Gebet für die Kranken, wie auch im gegenseitigen Ermahnen, wenn wir einen Bruder oder eine Schwester sehen, die in einer Sünde gefangen ist.

 

So ist das Ende des Jakobusbriefs sehr praktisch und liefert uns einige hilfreiche Ermahnung und Hinweise für ein treues christliches Leben!