Nach der Freilassung aus dem Kerker in Philippi setzen Paulus und Silas ihre Missionsreise fort und kommen dabei nach Thessalonich. Drei Sonntag hat Paulus die Möglichkeit in der Synagoge Christus als den im AT verheißenen Messias zu verkündigen. Einige Juden und viele gottesfürchtige Griechen kommen zum Glauben. Doch, wie schon mehrfach zuvor, ist das Evangelium für manche Zuhörer sehr anstößig. Dabei verbünden sich die ungläubigen Juden mit dem „Pöbel“ und so kommt es zum Aufruhr – doch Paulus und Silas kommen ungeschoren davon.

  • Das mag wie eine Niederlage aussehen, aber der gute Same wurde gesät und es gibt dort nun Christen.
  • Später wird Paulus anderswo länger bleiben können, aber auch seine ungewollt kurzen Besuche werden von Gott dazu gebracht, Gemeinden entstehen zu lassen.
  • Und die Widerstände führen letztendlich evtl dazu, dass Paulus noch mehr Städte besucht … Gott verfolgt mit all dem sicher ein Ziel.

Und so kommen sie nach Beröa. Der Beröer sind dann ein netteres Publikum: „sie forschten die Schriften, ob sich’s so verhielte.“ Ihr Beispiel wird oftmals – und ich denke zurecht! – als Vorbild dafür genannt, wie wir auf Predigten hören sollten: mit Wohlwollen, aber auch prüfend, ob das was gesagt wird, den Lehren der Bibel entspricht.

  • Die Herausforderung dabei ist, dass wir Predigten nicht einfach danach beurteilen, was wir bereits glauben und verstehen. Wir sollten bereit sein, uns durch Predigten belehren zu lassen. Aber gerade wenn etwas für uns neu ist, sollten wir überprüfen, ob diese Lehre tatsächlich aus der Schrift kommt.
  • Deshalb sollte unser Predigthören immer begleitet sein, von dem Studium der Bibel.

Nachdem die Unruhestifter von Thessalonich nach Beröa kommen, zieht Paulus weiter nach Athen. Hier sehen wir nun, wie Paulus sich auf die Philosophen in Athen einlässt – und über den, den Athenern noch unbekannten, Gott predigt.

Die Apostelgeschichte zeigt uns hier, wie weise es ist, nicht ein „Konzept“ zu haben, sondern das Evangelium jedem so weiterzusagen, wie er es verstehen kann.

  • Möge der Herr uns dazu den Mut & Weisheit geben!

Nachdem Paulus Athen verlassen hat, lesen wir zu Beginn von Kapitel 18, dass er nach Korinth kommt. Korinth war damals eine sehr wichtigen Großstadt. Dort trifft Paulus ein Ehepaar (Aquila & Priska), das sehr wahrscheinlich bereits an Christus glaubte. Paulus wird von ihnen aufgenommen und arbeitet mit ihnen anfangs als Zeltmacher. Dann kommen seine Mitarbeiter, auf die er ja schon in Athen gewartet hatte und so wird er dann freigesetzt, sich vollzeitlich der Wortverkündigung zum widmen.

  • Wahrscheinlich brachten sie Spenden mit. Auf jeden Fall sehen wir hier, dass es durchaus gut und richtig ist, begabte Prediger und Evangelisten zum vollzeitlichen Dienst freizusetzen.

Wie immer geht Paulus zuerst zu den Juden. Nachdem er dort Widerstand erlebt, wendet er sich den Heiden zu. Dabei kommen aber auch Juden und so kommt es zur Bekehrung des Synagogenvorstehers samt seiner ganzen Familie.

  • Hier wird explizit erwähnt, dass sein ganzes Haus zum Glauben kommt … und dann getauft wird. Es ist also keine Haushaltstaufe, bei der auch ungläubige Kinder mitgetauft werden.

Doch trotz dieser Bekehrung ist Paulus offenbar entmutigt – doch Gott richtet ihn auf, indem er ihn durch eine Erscheinung sagt: „18:9-10  fürchte dich nicht, sondern rede und schweige nicht!  10 Denn ich bin mit dir, und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden; denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.“

  • Gott weiß, dass Paulus für seinen Dienst eine Ermutigung gebrauchen kann. Der Herr ermutigt ihn, indem er ihm einen seltenen Einblick in seinen göttlichen Ratschluss gibt.
  • Gott weiß, wenn er retten wird … und gerade deshalb soll Paulus mutig weiter predigen.
  • Ich finde, dass dies eine sehr befreiende Botschaft ist.
  • Wir müssen niemanden bekehren. Das macht Gott nach seiner freien Gnadenwahl. Aber wir dürfen uns von Gott dabei gebrauchen lassen.

Gleichzeitig gibt es auch Widerstand – und das muss dann vor allem der Sosthenes erleiden. Dann endet die 2. Missionsreise des Paulus.

Das Apostelkonzil in Kapitel 15 ist in dieser Form sicher einmalig. Es ging um eine Kernfrage von größter Bedeutung. Müssen Heiden Juden werden, bevor sie Christen sein können?

  • Das mag für uns seltsam klingen, aber die ersten Christen waren ja allesamt Juden und wären sicher nicht auf die Idee gekommen, sich jetzt nicht mehr als Juden zu sehen. Immerhin glaubten sie an den jüdischen Messias und erkannten ihn in Jesus. Auch Jesus wäre sicher nicht auf die Idee gekommen, sich in irgendeiner Weise von den Juden abzugrenzen. Das Problem war ja nicht, dass die Christen jetzt etwas Anderes glaubten als die Juden, sondern, dass manche Juden einfach noch nicht erkannt hatten, dass Jesus der lange erwartete Messias ist.

Vor diesem Hintergrund ist die Frage danach, ob die Bekehrung nicht auch die Annahme des jüdischen Glaubens mit allen Vorschriften bedingt, durchaus nachvollziehbar. Doch das Konzil erkennt zu recht, dass man den Bekehrten (aus den Heiden) nicht die Erfüllung aller zeremoniellen- und reinheits-Vorschriften auferlegen sollte, da Jesus diese ein für alle Mal erfüllt hatte und alles als rein erklärt hatte. Letztendlich muss man von daher auch anerkennen, dass auch die Juden nicht mehr daran gebunden waren. Aber diese Frage wurde damals noch nicht gestellt.

Das Konzil findet einen Kompromiss. Die Aufforderung in Vers 20, dass „sie sich enthalten sollen von Befleckung durch Götzen und von Unzucht und vom Erstickten und vom Blut“, ist kein „Gesetz“, das heute noch gilt, sondern ein Weg, um das Miteinander in der Gemeinde zwischen Gläubigen aus jüdischem und heidnischem Hintergrund zu ermöglichen. „Unzucht“ ist deshalb wohl auch eher im Hinblick auf spezifische Reinheitsvorschriften gemeint, als im typischen Sinn der sexualethischen Morallehre (die ja als Teil des Moralgesetzes bis heute gültig ist).

Vor diesem eindeutig einmaligen heilgeschichtlichen Hintergrund sollten wir nun auch bedenken, ob das Apostelkonzil ein Vorbild dafür sein kann, wie theologische Fragen entschieden werden müssen. Dabei sollten wir auch bedenken, dass die Gemeinde in Antiochia freiwillig den Weg wählt. Es ist also eine Frage, bei der die lokale Gemeinde von sich aus Rat sucht – und zwar bei den Aposteln! Daraus eine Kirchenordnung abzuleiten, bei der es zwingend solche Hierarchien gibt, halte ich für eine sehr gewagte These. Der Rest der Bibel – und in gewisser Weise eben auch dieser Bericht – scheint mir da eher eine kongregationalistische Struktur zu empfehlen. Andererseits ist es gut, als Gemeinde auch mal Rat bei anderen Christen zu suchen.

Am Ende des Kapitels lesen wir dann noch vom Beginn der 2. Missionsreise. Diese beginnt damit, dass Paulus und Barnabas einen Streit darüber haben, wer denn ein geeigneter Mitreisender wäre. Das Ergebnis ist Trennung, wobei dies letztendlich dazu führt, dass gleich zwei Missionsteams ausgesandt werden. Und später sehen wir die Leute auch wieder versöhnt und im herzlichen Miteinander (siehe die Paulus-Brief Grüße).

  • Das sollten auch wir immer im Blick haben. Selbst da, wo es mal dazu kommen mag, dass Christen aus bestimmten Gründen getrennte Wege gehen, sollte man doch immer noch „eins“ im Geist sein. Bestrebungen Einheit ohne Inhalte zu haben, ist dabei sicher nicht biblisch, denn hier fehlt das Ringen darum, den Willen Gottes klar zu erkennen und konsequent danach zu leben.

Zu Beginn der zweiten Missionsreise in Kapitel 16 geht Paulus nochmals zu den Gemeinden, die während seiner ersten Missionsreise entstanden waren. In Lystra lernt er Timotheus kennen, der von da an der wohl wichtigste Helfer des Paulus wird. Wir sehen hier, wie sehr Paulus darauf bedacht ist, bei den Juden keinen unnötigen Anstoß zu erregen. Deshalb lässt er Timotheus beschneiden und deshalb übergibt er in den Städten, die er besucht, jeweils die Beschlüsse des Apostelkonzils.

Ab Vers 6 sehen wir, dass Gott ihm klar den Weg weist. Durch seinen Geist versperrt Gott Paulus den Weg in Richtung Asien und Bithynien und dann ruft Gott Paulus, Silas und Timotheus nach Europa. Gott wirkt dann auch an den dortigen Menschen – so tut er der Lydia das Herz auf, so dass sie Acht hat auf das, was Paulus lehrt. (16,14).

  • Das ist tatsächlich etwas, das wir nicht von uns aus tun können. Gott muss Herzen öffnen … ER ist es, der Herzen bekehrt. Wir Menschen sind dabei nur seine Werkzeuge, die das mächtige Wort weitergeben und dann im Gebet zusehen, was das Wort bewirkt.

Gott ist dann auch weiter aktiv. Er führt es durch eine seltsame Situation (der Geist scheint ja das Zeugnis des Paulus zu unterstützen, bevor Paulus ihn dann genervt austreibt) so, dass Paulus und Silas im Gefängnis landen und dort durch ein Wunder die Möglichkeit bekommen, dem Wärter und seiner ganzen Familie das Evangelium zu predigen, welches diese dann auch mit frohem HHerzen annehmen und sich dann gleich taufen lassen.

  • Sowohl bei Lydia, wie auch hier folgt die Taufe also unmittelbar der Bekehrung. Ich finde es erstaunlich, dass heute so viele Christen meinen, da lange warten zu müssen.

Die ersten 7 Verse in Kapitel 4 zeigen uns in aller Klarheit, dass wir Christen gemeinsam mit Christus Erben der Verheißungen sind, die Abraham für seinen Nachkommen empfangen hatte. Das Gesetz ließ die Nachfolger Abrahams noch unmündig sein, aber durch Christus kam die Erlösung und die Kindschaft. Von daher wäre es verrückt, wieder unter das Gesetz zu gehen und sich damit in die Unmündigkeit zu begeben.

Im Fortgang des Kapitels fährt Paulus mit seinen Ermahnungen an die Galater fort, nicht in die Gesetzlichkeit zurückzufallen.

Zum Abschluss des Kapitels bringt er dann einen sicher erst mal überraschenden Vergleich. Er stellt eine Analogie her zwischen den beiden Söhnen Abrahams und den beiden Bundesschlüssen (Gesetz / Gnade). Dabei ist der Schockeffekt für jeden Juden, dass Paulus hier die Juden mit Ismael gleichsetzt. Sie sind Nachkommen nach dem Fleisch, aber eben nicht der Verheißung. Diese galt Isaak und diese gilt all denen, die allein aus Glauben zu Jesus gehören.

  • Und so dürfen wir wissen, dass wir das Israel Gottes sind, wenn im Glauben zu Jesus gehören!

Kapitel 5 beginnt mit den großartigen Worten: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“ Das ist eben vor allem die Freiheit von der Knechtschaft durch das Gesetz. Wer sich wieder dem Gesetz unterstellt, missachtet diese Freiheit und sagt damit letztendlich zu Gott, dass er nicht die freie Gnade Gottes in Anspruch nehmen will, sondern durch eigene Werke vor Gott bestehen will. Das ist aber zum Scheitern verurteilt.

  • Im Glauben ist Demut gefordert … wir müssen unsere Schwäche und Unfähigkeit eingestehen und dann dürfen wir uns aber eben auch auf die Gnade Gottes verlassen.

Wahrer Glaube zeigt sich dann in der Liebe. Die Werke sind dabei also die logische Konsequenz der von Gott gewirkten Veränderung. Denn den Gläubigen gibt Gott seinen Geist und dieser wirkt Veränderung und bringt Frucht. Dem Widersteht unsere Sündennatur … und so stehen wir in einem Kampf. In diesem Kampf gilt es sich zu positionieren. So wird das Fleisch immer weniger Raum haben und der Geist immer mehr gute Frucht in und durch uns hervorbringen.

  • Hier sehe wir das Zusammenwirken von Gottes Wirken in uns und unseren Mühen. So schreibt Paulus dann eben auch zum Abschluss: „25 Wenn wir im Geist leben, so laßt uns auch im Geist wandeln.“

In Kapitel 6 sehen wir dann ganz realistisch auch, dass es vorkommen kann, dass ein Christ in Sünde fällt. Da haben wir dann einen Auftrag … „6:1-2  Liebe Brüder, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid; und sieh auf dich selbst, daß du nicht auch versucht werdest.  2 Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“

Dabei gilt es aber eben auch immer ganz besonders, auf sich selbst Acht zu haben und sich selber nicht zu überschätzen. Der Aufruf ist und bleibt der, dass wir aufgrund der erfahrenen Gnade Gottes nun dazu aufgerufen sind, Gutes zu tun.

Im Briefschluss kommt Paulus dann noch ein letztes Mal auf das große Thema des Briefs zurück. Er warnt noch ein letztes Mal vor denen, die das Gesetz als zwingende Voraussetzung predigen und erinnert an die einzige zuverlässige Grundlage unserer Annahme bei Gott … und das sind eben nicht unsere Werke, sondern die Gnade Gottes … das Werk Jesu, das für alle Gläubigen gilt: „6:12-15  12 Die Ansehen haben wollen nach dem Fleisch, die zwingen euch zur Beschneidung, nur damit sie nicht um des Kreuzes Christi willen verfolgt werden.  13 Denn auch sie selbst, die sich beschneiden lassen, halten das Gesetz nicht, sondern sie wollen, daß ihr euch beschneiden laßt, damit sie sich dessen rühmen können.  14 Es sei aber fern von mir, mich zu rühmen als allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.  15 Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern eine neue Kreatur.“

  • Möge der Herr uns immer mehr seine Gnade verstehen lassen und möge ER uns dadurch ermutigen!

Zu Beginn des Galaterbriefs erklärt Paulus wo seine Berufung herkommt. Er weiß sich von Jesus Christus und Gott dem Vater berufen und er weiß um das Evangelium des stellvertretend für Sünder gestorbenen Jesus. Damit setzt er den Ton und das Thema dieses Briefs.

Auffällig ist, dass er nicht – wie sonst immer – für die Gemeinde betet, sondern sofort zur Sache kommt und die Galater aufs Schärfste ermahnt. Die Galater stehen ganz offensichtlich in der Gefahr, sich vom Evangelium der Gnade zu entfernen.

  • Diese Gefahr ist zu allen Zeiten real, denn es gibt einen Widersacher, der uns von der Gnade Gottes lösen will.
  • Da gilt es wachsam zu sein und sich immer wieder neu auf das Evangelium zu besinnen!

Nachdem Paulus diese klare Ermahnung geschrieben hat, erinnert er an seine Berufung und seine ihm von Gott verliehene Autorität.

  • Auch diese Verse sind sehr wichtig. Letztendlich wird hier ganz klar, dass wer den Apostel ignoriert letztendlich eben auch Gott ignoriert.
  • Die Apostel wurden durch Gottes Heiligen Geist an alles erinnert, was Jesus gelehrt hat und schrieben inspiriert durch IHN die Dinge auf, die wir wissen müssen.
  • Die ganze Bibel ist also das absolut autoritative Wort Gottes und auch wir tun gut daran, die Worte des Apostels als Gottes Worte zu lesen.

Dann folgen einige biographische Ausführungen des Apostels, die wir nicht ganz eindeutig den Berichten aus der Apostelgeschichte zuordnen können. Wahrscheinlich war es so, dass sein Besuch in Jerusalem nach seiner Bekehrung (Apg 9) tatsächlich erst 3 Jahre nach seiner Bekehrung stattgefunden, denn der zu Beginn von Kapitel 2 erwähnte Besuch fand dann erst 14 Jahre später statt und der klingt sehr nach dem Besuch aus Apostelgeschichte 11,30.

  • Aber die Chronologie ist eher nebensächlich. Warum es hier primär geht, ist die Quelle seiner Autorität (Gott), die eben auch von den anderen Aposteln anerkannt wurde.

Zu Beginn von Kapitel 2 beschreibt Paulus, wie er sich einst in Jerusalem mit den anderen Aposteln über das Evangelium besprochen hat. „Sein Evangelium“ wurde dabei als das wahre Evangelium anerkannt. Sein Verkündigungs-Auftrag galt dabei den Heiden, während Petrus seinen Dienst unter den Juden verrichtete. Doch beide Dienste hatten den selben Auftraggeber und die gleiche innewohnende Kraft. (Vers 7-8)

Im Nebensatz erklärt Paulus, dass damals auch anerkannt wurde, dass der griechische Christ Titus sich nicht hatte beschneiden lassen müsse. An dieser Stelle mag das wie ein eher nebensächliches Detail klingen. Für den Fortgang des Briefs ist es aber sehr wichtig, da wir so eben wissen können, dass die im AT Gesetz geforderte Beschneidung nun offenbar selbst von den Juden-Christen in Jerusalem nicht mehr als notwendig angesehen wurde, um ein guter Christ zu sein.

Paulus deutet auch schon an, dass es dort aber auch einige „falsche Brüder“ gab (Vers 4), die diese Freiheit nicht anerkannten und er betont, dass er diesen Evangeliumsfeinden auch dort schon nicht nachgegeben hat. Die Apostel hingegen hatten ihn anerkannt.

Ab Vers 11 kommt Paulus dann ganz direkt zur Sache. Nachdem er seine apostolische Autorität und Anerkennung durch die Säulen der Jerusalemer Gemeinde dargelegt hatte, zeigt er hier nun, wie er später in Antiochia selbst den Apostel Petrus hatte zurechtweisen müssen.

Petrus war einst dem Evangelium dadurch untreu geworden, dass er plötzlich in eine jüdische Gesetzlichkeit zurückgekehrt war und das ganz offensichtlich nicht aus theologischen Überzeugungen, sondern aus Menschenfurcht. Doch das Gesetz ist in Christus vollendet und die jüdischen Riten sind mit Christus zu einem Ende gekommen. Was uns als Christen vereint ist der Glaube, den wir allein aufgrund der Gnade Gottes empfangen haben.

  • Daran gilt es bedingungslos festzuhalten.

Kapitel 3 beginnt mit einigen der konfrontativsten Worte des Apostels, die wir überhaupt in den Paulusbriefen finden (V.1-3). In schärfster Weise ermahnt Paulus die Galater, weil sie sich vom Evangelium entfernt haben. Dabei sollten sie doch aus eigener Erfahrung wissen, dass der Weg zu Gott und mit Gott immer nur durch den Glauben allein zu gehen ist.

Ab Vers 6 zeigt er dann, dass das ja auch schon bei Abraham so war. Abraham ist das Paradebeispiel schlechthin, dass man eben nicht erst Jude werden muss bzw sich die Anforderungen des Gesetzes erfüllen muss, denn Abraham war ja im engeren Sinne auch noch kein Jude. Das Volk ist ja erst durch seine Nachkommenschaft entstanden und das Gesetz war damals auch noch nicht gegeben. Das Gesetz kam nicht nur später, es war auch nie dazu bestimmt, Menschen zu Gott zu bringen. Im Gegenteil, es wurde uns Menschen aufgrund unserer sündigen Herzen zum Fluch. Befreien konnte uns dann erst der Christus, der dem Abraham schon verheißen war, bevor es überhaupt das Gesetz gab.

Und dann erwähnt Paulus einen Nutzen des Gesetzes. Das Gesetz hilft uns zu erkennen, dass wir einen Retter brauchen, denn es offenbart uns sehr deutlich, dass wir selber eben nicht so leben, wie es Gott gefällt. Von daher ist das Gesetz gut und hilfreich … aber eben nicht als Weg zum Heil!

  • Ich wünsche uns allen, dass wir erkennen, dass das Gesetz uns einen Segen ist, weil es uns zeigt, was Gott gefällt und wahrhaft gut für uns ist … und ich wünsche uns gleichzeitig, dass wir nie denken, dass wir das Gesetz halten müssen, um uns so Gottes Gnade zu verdienen. Im Gegenteil … als die, die Gottes Gnade erfahren haben, dürfen wir jetzt im Glauben leben und nach dem Gehorsam streben, der aus dem Glauben kommt.
  • Das ist wahre Freiheit!

Der Jakobusbrief stammt von einem Halbbruder Jesu, der wohl erst nach Jesu Auferstehung erkannt hat, dass Jesus der Christus ist. Später übernahm er die Leitung der Jerusalemer Gemeinde.

Die ersten Verse zeigen uns den Nutzen von Anfechtungen. Wir sollten Anfechtungen, wenn sie kommen, immer unter dem Gesichtspunkt annehmen, dass Gott auch damit etwas tun möchte. Gerade in Anfechtungen bewährt sich wahrer Glaube und wir lernen Geduld!

Ab Vers 5 lehrt Jakobus uns ein wichtiges Prinzip: die Quelle aller Weisheit ist Gott.

  • Wer sich ihm im Glauben naht, darf darum wissen, dass uns unser HERR immer das an Weisheit geben wird, was wir brauchen.
  • Als unser guter Vater sorgt Gott für seine Kinder.

Gleichzeitig warnt der Text davor, Gott als kleines Extra zu sehen, denn man auch mal Fragen kann, wenn einem sonst nichts mehr einfällt. Das ist kein echter Glaube und wer so zu Gott kommt kann nicht (unbedingt) auf Gottes Hilfe zählen.

Ab Vers 9 folgt ein Aufruf zur Demut vor Gott. Weltliche Kategorien zählen hier nicht. Vor Gott sind wir alle erst mal Bittsteller … und doch gleichzeitig eben auch reich, weil Gott uns beschenkt.

In Vers 12 kommt der erste Abschnitt zu einem Ende. Hier kommt Jakobus zurück zum Thema Anfechtung und dem Lohn nach der Bewährung.

Von daher können wir verstehen, dass die ersten Verse (2-4) ein Prinzip lehren, die Verse 5-8 dann einen Weg, wie wir in Anfechtungen Wegweisung bekommen können (und wie nicht) und die Verse 9-11 dann den Kontrast zwischen Weisheit und Torheit weiter aufzeigen. Wer demütig Weisheit sucht, wird reich beschenkt und wird sich in den Anfechtungen bewähren. Wer nicht wirklich auf Gott vertraut, sondern auf sich selbst, wird hingegen vergehen.

Nach diesen Aussagen zu Anfechtungen kommen dann Lehren, die uns deutlich zeigen, dass wir niemals Gott die Schuld für unsere Sünden geben dürfen. Wenngleich er Anfechtungen zulässt und gebraucht, wird er uns nie zur Sünde verleiten. Das ist immer noch unsere Entscheidung, wenn wir nämlich den Versuchungen Raum geben. Gott gibt seinen Kindern nichts Schlechtes … er führt uns auch nicht in die Sünde. Er versorgt seine Kinder mit guten Gaben.

Eine großartige Gabe ist dabei sein Wort, durch das er uns Leben gibt. Von daher ist Vers 18 wirklich die Grundlage für alles und zeigt uns zugleich unsere Bestimmung: „Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir Erstlinge seiner Geschöpfe seien.

Dieses Wort gilt es nicht nur zu hören, sondern eben auch zu tun. Denn das Wort Gottes ist dafür da, dass wir es hören und danach leben.

  • Möge Gott uns dabei helfen.
  • Möge er uns bereit machen, Anfechtungen auszuhalten, bei IHM Weisheit und Wegweisung zu suchen und Anderen in Wort und Tat so zu begegnen, wie es Gott gefällt.

Im 2. Kapitel ermahnt Jakobus die Christen vor der Bevorzugung bzw Geringschätzung von Menschen basierend auf ihrem gesellschaftlichen Status. Jakobus erinnert die Gläubigen daran, dass Gott Menschen nicht nach solchen Kriterien betrachtet.

  • Das Gebot der Nächstenliebe gilt allen Menschen gleich und wir missachten sowohl das Gebot, wie auch die geistliche Realität, wenn wir Menschen entsprechend weltlicher Kategorien unterschiedlich behandeln.

Jakobus betont dann, dass uns auch eine solche (scheinbar unbedeutende und oftmals völlig übersehende) Sünde vor Gott zu Gesetzesbrechern macht. Da uns schon eine Übertretung des göttlichen Gesetzes zu Gesetzesbrechern macht und wir so vor Gott nicht bestehen können, sind wir alle auf Barmherzigkeit angewiesen. Wenn wir das erkennen, dann sollte uns das dazu bringen, auch anderen in Barmherzigkeit zu begegnen.

  • In diesen Versen klingt deutlich die Notwendigkeit der Gnade durch. Von daher ist es schlichtweg falsch zu behaupten, dass Jakobus im Gegensatz zu Paulus die Werkegerechtigkeit lehrt. Die ganze Schrift zeugt von der Erlösung aus Gnade allein, durch Glauben allein. Jakobus lehrt aber eben auch, das wahrer Glaube zu Werken führt … hier konkret, dass die erlebte Barmherzigkeit (Gott ggb uns), uns dazu bringen sollte, andere Menschen genauso zu behandeln.

Von daher sind die Aussagen ab Vers 14 über die Wichtigkeit der Werke ganz eindeutig nicht so zu verstehen, dass wir gut genug sein müssen, um gerettet zu werden. Da zeigt uns die erste Hälfte des Kapitels ja bereits, wie hoffnungslos dieses Unterfangen wäre.

Nein, hier geht es darum, dass der Glaube, durch den wir gerettet sind, zwangsläufig zu Werken führen wird und viel mehr ist, als ein Lippenbekenntnis.

  • Mögen unsere Werke unseren Glauben klar und deutlich offenbaren!

Kapitel 3 spricht mich ganz besonders persönlich an. Denn gleich zu Beginn heißt es ja. „Liebe Brüder, nicht jeder von euch soll ein Lehrer werden; und wisst, dass wir ein desto strengeres Urteil empfangen werden.“ Lehrer sollten ganz besonders bedacht auf ihre Worte sein. Das gilt natürlich letztendlich für alle Christen. Denn unsere Lippen offenbaren, was in unseren Herzen ist. So sind eben auch unsere Worte etwas, das unseren Glauben sichtbar macht und als echt erweist. Wenn unsere Lippen Gottes Wort weitergeben, können sie Leben geben und Leben verändern. Andererseits können wir mit unseren Worten eben auch großen Schaden anrichten. Genau das illustriert Jakobus hier in aller Deutlichkeit.

Und dann kommt er ab Vers 13 auf Weisheit zu sprechen. Weisheit kommt letztendlich von Gott – so hatte Jakobus ja schon in Kapitel 1 gelehrt, dass wir, wenn uns Weisheit mangelt, diese von Gott erbitten sollten. Und Weisheit zeigt sich eben auch in dem, wie wir reden … und wann wir reden. Manchmal ist Schweigen das Gebot und manchmal reden … in allem geht es darum, Gott zu ehren und andere zu erbauen.

  • Möge der Herr uns Weisheit geben, unsere Worte so zu gebrauchen und so dann eben auch Zeugnis zu geben von unserem Glauben!

Nachdem wir schon in Kapitel 3 gesehen haben, wie destruktiv Worte sein können, lesen wir in Kapitel 4 einen eindringlichen Appell zur Demut im Umgang miteinander. Streit in der Gemeinde hat fast immer mit Stolz und Rechthaberei zu tun. Und so gewinnt dann der Teufel Raum und tut sein zerstörerisches Werk. Demut ist hingegen der Weg, um Frieden und Einheit zu fördern. Wahre Demut beginnt immer damit, dass wir uns vor dem Herrn demütigen (V.10). Und nur so halten wir dann den Weg der Demut auch durch. Denn der Blick auf Jesus ermöglicht es uns, nicht auf sündige Weise für unsere eigenen Interessen zu kämpfen, sondern die biblischen Grenzen zu respektieren und Gott für das zu vertrauen, was wir so nicht tun können. Er steht den Demütigen bei. Er lässt uns Dinge tun, wenn es seinem Willen entspricht.

Hochmut gegenüber anderen oder auch im Hinblick auf unsere Pläne (V.13ff) ist hingegen ein sehr unsicherer Weg, der letztendlich keinen Erfolg bringen wird.

In den ersten 6 Versen von Kapitel 5 lesen wir eine Warnung an die Reichen. Das greift Gedanken aus Kapitel 1 auf und bezieht sich wohl vor allem auf die, die ihren Reichtum zu Götzen gemacht haben und ohne Rücksicht auf Verluste Anderer Reichtum angehäuft haben. Ein solches Streben ist letztendlich zum Scheitern verurteilt, denn Gott wird gerecht richten und Reichtum auf Erden hat keinen dauerhaften Bestand.

Ab Vers 7 folgt dann ein Aufruf, der wohl allgemeiner allen Christen gilt. Im Wissen um Gottes Gericht und den Lohn im Himmel, sollen wir auf Erden geduldig leben. Dabei sollen wir auf Frieden untereinander bedacht sein. Das unter anderem auch deshalb, weil wir für den Weg zum Ziel einander brauchen. Wenn der Weg beschwerlich ist, sollten wir bedenken, dass das schon immer so war – die Propheten können uns da ein Vorbild sein, die ihren schweren Dienst trotz aller Widerstände treu ausgerichtet haben.

Das Miteinander sollte sich dann auch darin zeigen, dass wir ganz praktisch füreinander sorgen und Hilfe in Anspruch nehmen. Das sowohl im Gebet für die Kranken, wie auch im gegenseitigen Ermahnen, wenn wir einen Bruder oder eine Schwester sehen, die in einer Sünde gefangen ist.

  • So ist das Ende des Jakobusbriefs sehr praktisch und liefert uns einige hilfreiche Ermahnung und Hinweise für ein treues christliches Leben!

Kapitel 12 wirkt wie ein Einschub. Hier wird wohl etwas beschrieben, was parallel zu den Ereignissen geschah, die uns in den Kapiteln davor und danach beschrieben werden. Was die Berichte inhaltlich verbindet ist wohl vor allem, dass Gott jeweils als der Souverän über alle Dinge erkennbar ist. Konkret lesen wir hier von der Christenverfolgung durch Herodes. Gleich zu Beginn wird von der Misshandlung und Ermordung des Jakobus berichtet. Vor diesem Hintergrund lesen wir dann von der Verhaftung des Petrus. Somit ist klar, dass das eine lebensbedrohliche Situation war.

  • Und vor diesem Hintergrund sehen wir dann, wie der allmächtige Gott weit über all diesen Dingen steht und auch Könige ihm nichts entgegenzusetzen haben.

Petrus wird durch einen Engel befreit und entkommt unversehrt. Dafür werden dann die Wachen zur Rechenschaft gezogen und von Herodes gerichtet – bevor dann Gott selbst den Herodes hinrichtet. Und so scheitern seine bösen Pläne – denn Gottes guter Plan ist unaufhaltsam: „12:24  Und das Wort Gottes wuchs und breitete sich aus.“

  • Dieser Bericht sollte uns ermutigen und in unser Gottvertrauen stärken.
    • Gott ist stärker selbst als die gefährlichsten Menschen!
    • Er weiß die Seinen zu beschützen und Seinen guten Plan auszuführen.

Am Ende von Kapitel 12 kommen dann wieder Barnabas und Saulus ins Blickfeld. Vers 25 scheint dabei nun wieder an das Ende von Kapitel 11 anzuknüpfen.

Zu Beginn von Kapitel 13 lesen wir, dass von Antiochia aus, Saulus und Barnabas ausgesandt werden, wobei unklar ist, wie genau der Heilige Geist dies angeordnet hatte. Klar ist auf jeden Fall, dass dies der Wille Gottes war.

Zu Beginn ihrer Missionsreisen kommen Saulus und Barnabas nach Zypern, der Heimat des Barnabas (siehe Apg 4). Auf Zypern erleben sie unterschiedliche Reaktionen von Menschen, die aus dem Irrglauben und der Zauberei kommen. Während Barjesus zum Glauben kommt, widersteht Elymas den Christen. Ähnlich wie zuvor Saulus, wird er mit Blindheit geschlagen. Doch dieses Mal führt das (wahrscheinlich) nicht dazu, dass er selber geistlich sehend (also bekehrt) wird. Vielmehr wirkt seine Blindheit als Zeichen für den Statthalter, der so zum Glauben kommt.

Die Missionsreise geht weiter bis nach Antiochia in Pisidien. Dort lesen wir einen ersten Predigtbericht von Paulus. Er zitiert aus dem AT und zeigt so, dass Jesus der ist, auf den das AT hinweist und er warnt mit Hilfe des ATs vor dem Unglauben. Doch einige Juden stellen sich gegen Paulus … aus Neid! Und so passiert dann das, was von da an zum Standardprozedere werden wird. Wenn die Juden Paulus entgegenstehen geht er halt zu den Heiden. Das war ganz offensichtlich nicht seine Idee, sondern Gottes guter Plan … und so kommt es, wie es kommen musste. Paulus predigt den Heiden das Evangelium: „13:48-49  48 Als das die Heiden hörten, wurden sie froh und priesen das Wort des Herrn, und alle wurden gläubig, die zum ewigen Leben bestimmt waren.  49 Und das Wort des Herrn breitete sich aus in der ganzen Gegend.“

  • Beachtenswert ist hier, dass es ganz offensichtlich eine „Bestimmung“ von Gott gibt, die ursächlich dafür ist, dass Menschen das Evangelium im Glauben annehmen.
  • Das entlässt die Evangeliumszeugen aber nicht aus ihrer Verantwortung, das Evangelium weiterzusagen. Denn das ist der Weg, wie Gott die Auserwählten zum Glauben bringt. Der Glaube kommt aus der Predigt.

Das Kapitel schließt mit einem weiteren Bericht über die zweigeteilte Reaktion, die das verkündigte Evangelium hervorruft: 1. das Evangelium breitet sich aus; 2. der Widerstand ist gleichzeitig auch sehr real. Genau das hatte Jesus ja auch angekündigt.

Schließlich sehen wir, dass die Jünger tun, was Jesus sie gelehrt hatte „13:51  Sie aber schüttelten den Staub von ihren Füßen zum Zeugnis gegen sie und kamen nach Ikonion.“ (vergl z.B. Lk 9:5 Und wenn sie euch nicht aufnehmen, dann geht fort aus dieser Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen zu einem Zeugnis gegen sie.).

  • Auch wir müssen damit rechnen, dass das Evangelium gegensätzliche Reaktionen hervorbringen kann. Wann es dann an der Zeit ist, einen Evangelisationsversuch abzubrechen, ist manchmal schwer zu erkennen.
  • Klar ist aber, dass es manchmal einfach sinnvoller ist, weiterzuziehen.

Kapitel 14: Nachdem Paulus und Barnabas von Antiochia nach Ikonion kommen, geht es dort genauso weiter, wie zuvor in Antiochia. Wiederum breitet sich das Evangelium aus und wiederum kommt es zu Widerstand, der wiederum dazu führt, dass Paulus weiterzieht und das Evangelium weiterträgt.

  • Das Evangelium lässt sich nicht aufhalten, sondern breitet sich gerade auch wegen des Widerstandes immer weiter aus.

Genauso wie in Ikonion, wo von Zeichen und Wundern die Rede ist, tut Gott dann auch in Lystra Wunder. Damit weist Gott Paulus als Apostel aus, denn er tut die Zeichen der Apostel (2. Kor 12,12). Als ein von Gott legitimierter Apostel richtet Paulus – so wie zuvor Petrus – einen Lahmen auf. Während Petrus dadurch einst in Jerusalem dadurch die Möglichkeit bekam, das Evangelium im Tempel zu verkünden, muss sich Paulus hier nun erst mal dagegen wehren, selber „vergöttert“ zu werden.

  • Aber Paulus weiß, wem er dient und lässt das nicht zu.
  • Ich denke, dass uns das herausfordern sollte auch selber in allen Dingen immer darauf bedacht zu sein, dass Gott die Ehre für alles bekommt, was wir tun … denn die Versuchung selber Ruhm zu ernten ist sehr real.

In Vers 19 lesen wir, wie die Stimmung sehr unvermittelt kippt. Ein paar Aufrührer reichen aus und plötzlich ist Paulus der große Feind, den man steinigen will. Paulus scheint schon tot zu sein, aber seine Jünger schützen ihn und so kann er dann weiterziehen.

Nach einem kurzen Stopp in Derbe, kehren Paulus und Barnabas zurück durch die Städte, wo sie zuvor gepredigt hatten. Jetzt stärken sie die Gläubigen und bereiten die Gläubigen darauf vor, dass Widerstand zu erwarten ist. Interessant ist dabei auch, dass in den verschiedenen Städten bereits christliche Gemeinden entstanden sind und Paulus nun dabei hilft, diese zu ordnen. Dazu setzt er Älteste ein, damit die Gemeinden eine ordentliche Leitung haben.

  • Hier wird sehr deutlich, dass Gott als ein Gott der Ordnung, diese eben auch in Gemeinden will. Statt Basisdemokratie sehen wir hier, dass Älteste leiten sollen.

Schließlich lesen wir von der Rückkehr der Ausgesandten nach Antiochia, wo sie von Gottes mächtigem Wirken auf der 1. Großen (Heiden)Missionsreise berichten.

Im 9. Kapitel lesen wir von einer ganz besonderen Bekehrungsgeschichte, nämlich der des Paulus. Dabei sehen wir, dass Bekehrung das souveräne Werk Gottes ist. Saulus sucht nicht nach Christus. Er sucht Christen, um sie einzusperren. Und dann findet Christus ihn und wirft ihn zu Boden. Er lässt Saulus physisch erleben, was auf ihn in geistlicher Hinsicht schon immer zutraf – er wird blind. Und dann sendet der Herr ihm einen Evangelisten und die Verkündigung des Evangeliums macht den Blinden sehend.

  • Interessant ist, dass Gott trotz seines direkten Eingreifens eben doch einen Menschen gebraucht, um Saulus das Evangelium zu offenbaren. Wie dann in Kapitel 10 auch bei Kornelius so sehen wir auch hier, dass Gott immer Menschen gebraucht, um Menschen zu erreichen.

Der frisch bekehrte Saulus wird dann gleich zu einem fleißigen Evangelisten. Gott gebraucht dabei seine gute Vorbildung als Mann, der das AT sicher sehr gut kannte.

Am Ende des Kapitels kommt dann Petrus wieder ins Bild. Er ist nun nicht mehr in Jerusalem und wird von Gott so geführt, dass in am Ende desKapitels in Joppe ist.

Gleich zu Beginn des Berichts über die Bekehrung des Kornelius in Kapitel 10, lesen wir von Gottes unmittelbarem Eingreifen sowohl im Leben von Kornelius, wie auch bei Petrus. Zuerst hat der gottesfürchtige Heide Kornelius eine Engelserscheinung und dann hat Petrus ebenfalls eine Vision.

  • Auch wenn dies hier nicht explizit erwähnt wird ist offensichtlich, wie Gott alles arrangiert und lenkt.

Interessant finde ich, wie Petrus mit der Vision umgeht. Er isst keines der Tiere, von denen er aus Gottes Wort weiß, dass sie unrein sind. Er weiß sich so klar an Gottes Wort gebunden, dass er danach handelt, selbst wenn ihm die Vision scheinbar etwas Anderes sagt. Aber gerade dadurch, dass er sich eben nicht einfach über das Wort Gottes hinwegsetzt, kann er dann verstehen, was Gott ihm wirklich sagen will. Und so versteht er dann letztendlich, dass es Gott nicht um die Speise ging, sondern um Kornelius und die Heiden.

  • Neben dem souveränen Wirken sehen wir hier also auch, wie Gott den Gehorsam des Petrus gebraucht.

Und so kommt Petrus dann nach Cäsarea und predigt dem Kornelius und seinen Freunden das Evangelium. Dabei erlebt er dann ein weiteres Mal, wie sich das Pfingstwunder wiederholt. Der Heilige Geist fällt auf die Zuhörer der Predigt des Petrus und das wird dadurch für Petrus zweifelsfrei dokumentiert, dass die Menschen anfangen, in Zungen zu reden.

Hier erreicht das Evangelium nun die dritte Etappe, entsprechend der Verheißung Jesu aus Apg 1,8. Nach Jerusalem und Judaä & Samarien, kommt nun das Evangelium auch zu den Heiden.

  • Gottes Wort ist für alle Menschen. Und wir brauchen keine besonderen Visionen um zu wissen, dass auch wir freimütig aller Welt das Evangelium predigen sollten, das ja auch uns einst von treuen Gläubigen verkündet wurde.
  • Lasst uns das treu und mutig tun!

In den ersten 18 Versen von Kapitel 11 lesen wir eine Zusammenfassung der Ereignisse, die uns bereits in Kapitel 10 beschrieben wurden. Nachdem Petrus von Cäsarea nach Jerusalem zurückkam, musste er sich vor den anderen Aposteln rechtfertigen. Hier wird deutlich, dass den Juden-Christen anfänglich nicht klar war, dass das das Evangelium tatsächlich die frohe Botschaft für die ganze Welt ist. So wird Petrus kritisiert und in Frage gestellt, weil er den Heiden das Evangelium gebracht hat. Doch Petrus kann das erklären und so erkennen dann auch die Juden-Christen in Jerusalem an, dass das Evangelium tatsächlich eine globale Botschaft ist.

Ab Vers 18 lesen wir dann, wie das Evangelium zu Juden und Heiden in Antiochia kommt. Dort werden die Gläubigen zum ersten Mal CHRISTEN genannt. Das ist überhaupt eine von nur zwei Stellen in der Bibel (die andere ist Apg 26,28), in der die Gläubigen Christen genannt werden. Der Begriff ist aber natürlich sehr gut, denn es macht deutlich, dass wir zum Christus gehören und ihm nachfolgen. Wiederum wirft die Frage der Bekehrung vieler Heiden Fragen in Jerusalem auf. Jetzt wird klar, Kornelius war kein Sonderfall und so kommen dann Barnabas und Paulus als Lehrer nach Antiochia, um die Bekehrten zu lehren.

  • Auch das ist ein gutes und wichtiges Prinzip. Bekehrte sollen gelehrt werden.

Ab Vers 27 lesen wir dann von den Propheten aus Jerusalem und vor allem von Agabus und seiner Ankündigung einer Hungersnot. Scheinbar hat er als NT Prophet eine etwas andere Funktion als die AT Propheten, die primär eine „christologische“ Funktion hatten. Hier sehen lesen wir von der Vorhersage bestimmter Ereignisse und von „Ermutigung & Lehre“.

Bei allen berechtigten Fragen die man über die Rolle von Agabus haben kann, sollten wir aber einige andere Dinge nicht übersehen, die uns in diesen Versen berichtet werden.

  • Die Christen in Antiochia nehmen sehr bewusst Anteil am Leben ihrer Glaubensgeschwister weit über ihre Gemeinde- und Stadtgrenze hinaus. Wenngleich Gott Christen also in lokalen Gemeinden sammelt, so sollten wir doch auch immer im Blick haben, dass das Reich Gottes viel größer ist.
  • Zum anderen lesen wir hier nun, dass die Gaben der Christen aus Antiochia zu den Ältesten der Gemeinde in Jerusalem gesandt werden, die nun scheinbar die Rolle der Apostel übernommen haben. Wir sehen hier also, dass es zwar Ähnlichkeiten zwischen diesen Ämtern gibt, aber wohl auch Unterschiede. Die Apostel waren die Gründer und haben die dogmatische Grundlage gelegt (die wir ja heute auch noch durch ihr Zeugnis im Neuen Testament haben). Aber die Leitung der Gemeinde ist dann die Verantwortung der Ältesten, die wohl irgendwann nach der Einsetzung der Diakone in Apg 6 eingesetzt wurden.

Zu Beginn von Kap. 5 lesen wir das negative Gegenstück zum großzügigen Glauben des Barnabas, von dem am Ende von Kap. 4 die Rede war. Und so berichtet Petrus von Hananias und Saphira und Gottes Gericht über ihre Lügen.

  • Das ist sicher eine der krassesten Geschichten der Bibel und eine sehr deutliche Warnung für uns, dass man mit Gott keine Spielchen spielt.

Ab Vers 12 sehen wir dann verschiedene Reaktionen auf die Gemeinde. Die einen kommen dazu, andere betrachten die Gemeinde aus der Distanz mit Respekt.

  • Das ist ein klares Zeugnis davon, wie vorbildlich die Christen ihren Glauben leben.

Wieder Andere kämpfen mit allen Mitteln gegen die Gemeinde.

Wir sollten dabei bedenken, dass die respektvolle Distanz letztendlich genauso ins Verderben führt, wie die direkte Opposition.

  • Letztendlich gibt es eben nur einen Weg … und das ist der Weg des Glaubens!
  • Und so sollten wir alle dazu aufrufen – die freundlich distanzierten genauso wie die feindlich gesinnten. Und dann dürfen wir darauf vertrauen, dass Gottes Geist immer noch die gleiche Kraft ist, die Menschen dazu bringen kann, Buße zu tun und sich im Glauben Jesus Christus zuzuwenden.

In Kapitel 6 lesen wir von der Berufung der ersten Diakone, die dann bis zum Ende des 8. Kapitels die Hauptakteure sein werden. Der Anlass für die Berufung der Diakone war die Überforderung der Apostel. Es war einfach nicht mehr praktikabel, dass sie alles entscheiden, leiten und überwachen sollten.

  • Das was uns hier berichtet wird, ist für Gemeinden zum Modell geworden – und ich denke aus gutem Grund. So lehrt uns dann ja auch z.B. 1. Timotheus 3 von der Berufung von Diakonen, die die Ältesten unterstützen sollten.
  • Wir tun gut daran, unseren Ältesten nicht zu viel aufzuladen, damit sie Zeit für das finden, wozu sie vor allem berufen sind. Denn ihre Berufung ist – genauso wie die der Apostel hier in Apg 6 – das Gebet und den Dienst am Wort Gottes.
  • Von daher stellt sich für uns die Frage, ob wir neben den Dienstbereichsleitern nicht vielleicht auch Diakone haben sollten, die sich noch mehr einfach um die Menschen in der Gemeinde kümmern – um ihre Nöte und ihr geistliches Ergehen.

Bei der Auswahl der Diakone sehen wir, dass die Berufung nach klaren Kriterien und auf Geheiß der Apostel letztendlich durch die Gemeinde geschieht.

Ab Vers 8 wird dann einer der Diakone weiter beschrieben. Der Diakon Stephanus scheint dabei fast eher in der Rolle eines Ältesten zu agieren. Der Dienst des Stephanus führt dann – ähnlich wie zuvor der Dienst der Apostel – zu Widerstand. Seine Widersacher haben keine wirklich guten Argumente. Und so agieren sie mit Halbwahrheiten und schüren Stimmung im Volk gegen Stephanus.

Nach seiner Festnahme steht Stephanus dann vor dem Hohen Rat. Schon allein seine Erscheinung muss dabei beeindruckend gewesen sein. Und wiederum führt das böse Treiben der Menschen letztendlich dazu, dass Gottes Wort verkündigt wird.

  • Ohne jede Frage – Gott hat inmitten all dieser Dinge alles im Griff und sorgt so dafür, dass sich sein Evangelium ausbreitet.
  • Und so dürfen auch wir wissen, dass Gott immer alles im Griff hat … auch wenn wir Dinge erleben, die erst einmal schlimm und ggf auch ungerecht sind.

Nachdem Stephanus nun so wie die Apostel zuvor, vor den Hohen Rat gestellt wird, bekommt er (in Kapitel 7) die Gelegenheit, sich zu verteidigen. Die Vorwürfe, zu denen er sich äußern soll, sind laut Kapitel 6, dass er gegen das Gesetz des Moses und gegen den Tempel geredet habe. Mutig und unerschrocken predigt er seinen Anklägern. Dabei holt er weit aus und zeigt damit, dass er sich in der Geschichte Israels gut auskennt. Interessant ist gleich zu Beginn das, was er zu Abraham schreibt: „Der Gott der Herrlichkeit erschien unserm Vater Abraham, als er noch in Mesopotamien war, ehe er in Haran wohnte, und sprach zu ihm: »Geh aus deinem Land und von deiner Verwandtschaft und zieh in das Land, das ich dir zeigen will.« “(Apg 7,2-3)

  • Im 1. Mose 12 (darüber werde ich demnächst predigen) ist nicht so eindeutig ersichtlich, dass der HERR Abraham das schon in Mesopotamien gesagt hatte.
  • Stephanus hat offensichtlich tiefe Einsichten von Gott, die ich so aus 1. Mose 11 & 12 nicht gehabt hätte.

Dann fährt er fort und berichtet, wie die Israeliten die von Gott gesandten bzw eingesetzten Männer immer wieder abgelehnt und damit gegen Gott rebelliert hat. Erst wurde Josef abgelehnt und später dann Mose. Stephanus spricht hier quasi als Verteidiger des Mose (gegen den er sich ja angeblich gestellt haben soll) und macht deutlich, dass das Volk Israel ihn abgelehnt und gegen das Gesetz verstoßen hatte.

Im Hinblick auf den Tempel zitiert er ebenfalls das AT und macht dabei deutlich, dass Gott in gewisser Weise „selbst gegen den Tempel“ gesprochen hat. Zu diesem Anklagepunkt verteidigt er sich also nicht direkt, sondern zeigt einfach, dass er auf der Seite Gottes steht.

Und schließlich zeigt er, dass Jesus das Ja und Amen aller AT Verheißungen ist und die Erfüllung der Dinge, die im AT von Bedeutung waren und denen er angeblich gelästert haben soll.

Doch als er dann die Zuhörer als Verräter und Mörder tituliert eskaliert die Situation und die so benannten bestätigen ihre Bezeichnung und werden zu Mördern. Stephanus stirbt dann ganz so, wie sein Herr Jesus. Auch er betet für seine verblendeten Feinde und auch er befiehlt seinen Geist in die Hände des Herrn. Doch wo Jesus Gott den Vater angesprochen hatte, spricht Stephanus Jesus an.

  • Hier wird auch ganz deutlich, dass Stephanus Jesus als Gott anerkannte.

Inmitten dieser Szene wird uns Saulus vorgestellt, der ja im 2. Teil der Apg zur zentralen Figur werden wird.

Zu Beginn des 8. Kapitels sehen wir, dass die Steinigung des Stephanus der Auftakt zur ersten größeren Christenverfolgung in Jerusalem war. Dabei nimmt der spätere Apostel Paulus eine sehr aktive Rolle ein. Voller Hass verfolgt er die Christen. Die Verfolgung führt dann genau dazu, dass das geschieht, was Jesus verheißen hatte. Das Evangelium breitet sich nun weit über die Grenzen Jerusalems hinaus aus. So wie Jesus es vor seiner Himmelfahrt verkündet hatte, sind seine so nun zerstreuten Jünger nun also seine Zeugen, nicht nur in Jerusalem und ganz Judäa, sondern auch in Samaria. Dabei kommt nun mit Philippus – nach Stephanus in Kap 6-7 – ein zweiter Diakon ins Blickfeld.

Die Annahme des Evangeliums durch das Mischvolk der Samariter wirft die Frage auf, für wen das Evangelium ist.

  • Für uns mag diese Frage seltsam klingen – aber damals kam man aus einer langen Zeit der klaren Trennung des physisch-ethisch Gottesvolkes und der Heiden.
  • Dass diese Trennung nun zumindest im Hinblick auf das Mischvolk der Samariter (jüdische Wurzeln vermischt mit heidnischen Einflüssen) aufgehoben war, musste Gott ganz deutlich machen. Dazu arrangiert der Herr es so, dass erst die Apostel kommen und diese dann quasi eine Wiederholung des Pfingstfestes für die Samariter miterleben. Das stoppt alle Fragen und Zweifel.

Aber die grundsätzliche Problematik gibt es auch heute noch. So wie die Juden-Christen damals im Hinblick auf die Heiden, gibt es sicher auch heute bei vielen Christen und Gemeinden Vorbehalte dagegen, bestimmte Leute anzunehmen, wenn diese bezeugen, dass sie gläubig geworden sind, weil eben auch heute noch manchmal – zumindest unterschwellig – gedacht wird, dass manche Menschen es nicht verdienen, gerettet zu werden.

  • Ich wünsche uns eine „undifferenzierte“ Liebe zu allen Verlorenen, so dass wir ohne jede Einschränkung immer und jedem Zeugnis geben.

Im Fortgang lesen wir davon, dass Philippus auf zwei interessante Personen trifft. Erst den Zauberer Simon und später auf den Kämmerer.

  • Simons Glaube ist wahrscheinlich nicht wirklich echt. „Er wurde gläubig und ließ sich taufen“ (v.13) könnte durchaus einfach nur die menschliche Ebene sein, d.h. er sagt das und handelte entsprechend und man hielt ihn für gläubig. Evtl war er aber weniger von seiner Sündhaftigkeit betroffen und tat deshalb ehrliche Buße, als dass er von den Wundern fasziniert war, die in Jesu Namen vollbracht wurden. Das könnte also ein klassisches Beispiel für jemanden sein, der sich zu etwas anderem als dem Evangelium vom Retter und Herrn Jesus Christus bekehrt hat.

Schließlich darf Philippus erleben, wie Gott ihn direkt zu einem „Suchenden“ führt. Es ist ein wenig unklar, wo der Kämmerer im Hinblick auf Gott steht. Ist er ein Proselyt (als ein vom Heidentum zum jüdischen Glauben übergetretener)? Wahrscheinlich schon, sonst wäre Kornelius ja nicht der erste Heide, der zum Glauben kommt, und vor allem hätte der Kämmerer sonst sicher nicht viel Geld ausgegeben, um eine jüdische Schriftrolle zu erwerben, die sicher sehr teuer war. Er liest im Buch des Propheten Jesaja und zwar im 4. Gottesknechtslied.

Das wirft bei ihm Fragen auf, denn er versteht nicht, von wem Jesaja hier schreibt. Diese Frage stellen sich sicher auch heute noch viele Juden … wenn sie denn diesen Text lesen. Philippus erklärt, dass Jesaja schon 700 Jahre vor Christi Geburt vom Leben und Werk Jesu zeugt und der Kämmerer fängt an, an Jesus zu glauben. Das weckt in ihm das Verlangen, sich dann auch in der Taufe zu Jesus zu bekennen.

Der direkte Christusbezug dieses Psalms sollte offensichtlich sein. Denn wenngleich dies ein Psalm Davids ist, werden diese Worte im NT ja mehrfach direkt auf Jesus hin angewandt. Hier sehen wir also die Fürsorge des Vaters für Seinen einen geliebten Sohn.
Der HERR (Gott der Vater), sprach also zu Davids Herrn (Jesus) und er gebot ihm, sich zu seiner Rechten zu setzen.

  • Diese Szene spielt sich wohl im Himmel nach der Himmelfahrt Jesu ab und David bekommt einen prophetischen Blick darauf.

Gott der Vater steht treu zu seinem Wort und so ist es gewiss, dass Jesus ewig herrschen und als ewiger Priester agieren wird. Ab Vers 5 sehen wir dann, dass der Herr (Jesus) selbst eines Tages alles (alle Könige) richten wird. Er ist der König der Könige.

  • Dieser Psalm zeigt uns Jesus als den ewigen Triumphator!
  • Für Ihn dürfen wir leben und dann brauchen wir nichts zu fürchten.

Die Apostelgeschichte ist der 2. Teil des Lukasevangeliums. Das wird durch die Eingangsworte ganz deutlich, in denen Lukas den gleichen Adressaten Theophilus anspricht und sich auf einen 1. Bericht bezieht. Von daher überrascht es nicht, dass der zweite Teil des Berichts des Lukas da weitermacht, wo der erste Teil aufgehört hat – mit der kurzen Zeit, während der der auferstandene Herr Jesus sich seinen Jüngern zeigte und dann in den Himmel auffuhr. Dabei ist es recht offensichtlich, dass sich das letzte Kapitel des Lk-Evangeliums und das erste Kapitel der Apg 1 überschneiden.

Trotz aller Überlappungen mit Lukas 24 hat Apg 1 aber einen etwas anderen Fokus. Hier steht nun Jesu Auftrag zum „Zeugen sein“ im Zentrum. In Lukas 24 heißt es da nur, dass die Jünger damit in Jerusalem beginnen sollen. Hier gibt es ein konkreteres Programm: „und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“

Das ist eher eine Zusage, als eine Anweisung … und genau so kommt es dann ja auch. Das ist die Zusammenfassung der Apostelgeschichte.

Aber erstmal ist Geduld gefragt. Und so folgt der Bericht von Jesu Himmelfahrt und dann eine Zeit des Wartens. Denn ohne die Kraft des Heiligen Geistes können die Jünger nichts tun. Und so warten sie und berufen einen Nachfolger für den Verräter Judas.

  • Wir haben den Heiligen Geist – wir müssen also nicht mehr warten und können jetzt Zeugen sein, wo auch immer Gott uns hinstellt.
  • Und doch gibt es Zeiten, in denen der HERR auch uns lehrt, Geduld zu haben. Denn es gibt Vieles, bei dem wir nichts tun können, außer zu beten und auf Gottes Handeln zu hoffen und zu warten.

Das Pfingstfest, das hier gefeiert wird, war bereits ein alttestamentliches Fest. Das sogenannte Wochenfest war eines der höchsten jüdischen Feste, an dem bedacht wurde, dass Gott nach der Vollendung der 7 Woche nach dem Auszug des Volks Israel aus Ägypten am Passafest, das Gesetz Gottes erhalten hatte, durch das Gott seinem Volk Wegweisung und Zurüstung für ein Leben unter seiner guten Herrschaft gegeben hatte.

Und nach der Befreiung durch Jesu Werk am Passafest, kommt nun der Heilige Geist, durch den Gott sein erlöstes Volk leitet. Die AT Feste sind dabei Hinweise auf die Vollendung der Dinge durch Jesus und seinen Geist. Und natürlich brachten die AT Feste mit sich, dass Juden aus aller Welt in Jerusalem waren, durch die sich dann das Evangelium gleich weit ausbreiten konnte.

Petrus nutzt die Situation der allgemeinen Verwunderung und erklärt das Sprachwunder mit einer Auslegung aus dem Propheten Joel und erkennt und erklärt so, dass dies ein klares Indiz dafür ist, dass die letzten Tage begonnen habe und es somit höchste Zeit ist, den Namen des Herrn anzurufen.

Natürlich ist das hier die Beschreibung eines heilsgeschichtlichen einmaligen Ereignisses, aber trotzdem sollten wir uns fragen, ob wir die Bibel so gut kennen und so auf Gelegenheiten zur Evangelisation bedacht sind, dass auch wir dazu bereit sind, jede Gelegenheit zu nutzen, um Menschen das Evangelium zu predigen.

Petrus hatte sicher vorher auch keine genaue Vorstellung davon, wie er die Prophetie von Joel auslegen sollte …. Aber er war offen genug, dass er es in dem Moment (sicher geführt durch den Heiligen Geist) erkennen konnte.

  • Ich möchte mir eine solche Offenheit bzgl der zukünftigen Dinge bewahren, dass ich – wenn ich das erleben sollte – zur rechten Zeit die Geschehnisse richtig einordnen kann. Ich fürchte, dass so manches Endzeitmodell da etwas weiter geht, als es evtl hilfreich sein könnte.

Im Fortgang macht Petrus sowohl deutlich, dass die Menschen schuld sind am Tod von Jesus und zum anderen, dass dies aber auch alles genau der Plan Gottes war. Dieses Nebeneinander von Gottes souveränem Handeln und der Verantwortung der Menschen, mag unsere Vorstellungskraft übersteigen … doch das sollte nie ein Grund dafür sein, entweder die Bibel einfach nicht ernst zu nehmen oder eine biblische Wahrheit auf Kosten einer anderen unter den Tisch fallen zu lassen.

Die Predigt des Petrus führt zu einer direkten Reaktion. Menschen erkennen ihre Verlorenheit und fragen nach dem Weg zum Heil und Petrus weist den Menschen den Weg – den Weg der Buße und des Glaubens an Jesus Christus. Die Taufe ist dann Ausdruck dieses Glaubens.
3000 Menschen kommen zum Glauben und so gibt es dann eine große Gemeinde in Jerusalem, die vorbildlich zusammenlebt, die sich lehren lässt, Gemeinschaft pflegt, sich an das Werk des Herrn erinnert (durch das Brotbrechen) und im Gebet vor Gott tritt.

  • Wir tun gut daran, uns an dieser Gemeinde ein Vorbild zu nehmen. Auch wir sollten regelmäßig und mit der Bereitschaft gelehrt (und ggf belehrt) zu werden unter Gottes Wort kommen. Auch wir sollten echte geistliche Gemeinschaft pflegen, das Abendmahl zu einer Priorität machen und die Gebetsversammlungen der Gemeinde besuchen.

In Kapitel 3 sehen wir nun einen Tag im Leben der Apostel nach Pfingsten. Petrus und Johannes gehen zur Gebetszeit in den Tempel. Hier sehen wir, dass sie sich nicht in irgendeiner Weise vom jüdischen Glauben abgewandt haben. Im Gegenteil, sie leben ihren jüdischen Glauben mit noch größerer Begeisterung, denn sie kennen den Messias.

Auf dem Weg treffen sie einen Bettler und Petrus tut etwas scheinbar Verrücktes. Er spricht im autoritativ Heilung zu. Hier handelt er Jesus-like. Ganz offensichtlich ist er davon überzeugt, dass er durch den Heiligen Geist, dies so tun kann. Die Bibel beschreibt das dann später als „die Zeichen der Apostel – 2. Kor 12,12).

Der Geheilte ist verständlicher Weise völlig begeistert. Das führt zu Aufsehen im Tempel. Wiederum nutzt Petrus – wie schon am Pfingsttag – ein Wunder als Aufhänger für eine Evangeliumspredigt. Die Heilung des Gelähmten liefert den Anlass für seine Verkündigung. Wie zuvor mit dem Pfingstwunder greift er das Geschehen auf und predigt dann das Evangelium verbunden mit einer klaren Verkündigung der Sünde der Hörer und einem Aufruf zur Buße basierend auf dem Werk des Herrn Jesus Christus.

Bei Petrus steht dabei immer die Auferstehung Jesu im Zentrum. Das ist das Indiz dafür, dass Jesus eben tatsächlich der ist, der er behauptete zu sein … und eben, dass er lebt.

  • Die Predigten des Petrus sind dabei sehr konfrontativ und doch gleichzeitig Botschaften voller Gnade. Ich liebe diese mutige und klare Verkündigung.

Zu Beginn von Kapitel 4 sehen wir dann zum ersten Mal echten Widerstand. Nachdem Petrus mutig im Tempel gepredigt hat, werden er und Johannes vor den Hohen Rat gestellt. Doch das schüchtert sie nicht ein. Ganz im Gegenteil, Petrus nutzt die Gelegenheit und predigt auch dem Hohen Rat das Evangelium. Noch geht das sehr glimpflich ab … auch weil keiner leugnen kann, dass Gott tatsächlich durch Petrus ein Wunder gewirkt hat.  Der Mut der Jünger ist ein Indiz für das mächtige Wirken des Heiligen Geistes.

Und dann lesen wir von dem Gebet der Gemeinde. Sie erkennen, dass der Widerstand dem entspricht, was Gottes Wort angekündigt hat. Und dann beten sie nicht dafür, dass der Widerstand aufhören möge, sondern um Mut inmitten des Widerstands.

  • Möge der Herr uns auch eine solche Einstellung schenken!

Ab 4,32 sehen wir dann das positive Beispiel des Barnabas. Diese Verse haben eine doppelte Funktion. Zum einen wird uns hier Barnabas, der später noch eine größere Rolle spielen wird. Zum anderen ist er der Kontrast für den zu Beginn von Kapitel 5 folgenden Bericht über Hannanias und Saphira. Vor allem sehen wir an Barnabas aber das, was schon am Ende von Kapitel 2 als Kennzeichen der ersten Christengemeinde beschrieben wurde. Die Christen sorgen für einander.

  • Das darf uns herausfordern. Sind wir immer auf die anderen in der Gemeinde bedacht? Auch auf die, die vielleicht die größten Nöte haben aber vielleicht auch deshalb für uns erst einmal nicht so attraktiv sind?