Johannes beschreibt uns den Ostermorgen als Augenzeuge. Er selber war ja mit Petrus zum Grab gelaufen, nachdem Maria Magdalena davon berichtet hatte, dass der Stein vom Grab weggenommen war.

Johannes gibt auch ganz offen zu, dass er beim Anblick des leeren Grabs noch nicht verstanden hatte, was da geschehen war. Erst nachdem Maria zurück am Grab Jesus gesehen hatte und dies den Jüngern berichtet hatte, fingen diese so langsam an zu verstehen. Vollends verstanden haben sie das aber wohl erst, als Jesus dann am Abend vor ihnen stand.

Was Johannes dann in den Versen 21-23 beschreibt, klingt ein wenig wie der Missionsbefehl und Pfingsten in einem. Und wahrscheinlich war es das auch. Sicher hat Jesus seinen Jüngern mehrfach gesagt, was sie nun tun sollten. Und natürlich war der Heilige Geist auch schon vor Pfingsten da. Noch nicht in der Fülle, wie seit Pfingsten, aber sicher schon in einem gewissen Maß. Andererseits ist das, was Jesus hier tut eventuell auch eine prophetische Geste, die auf Pfingsten hinweist.

Thomas war nicht dabei und so mangelt es ihm vorerst noch an Glauben. Aber dann sieht er Jesus und betet ihn sogleich als seinen HERRN und GOTT! an.

Das Kapitel endet damit, dass Johannes das Ziel seines Berichts benennt: „20:31 Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, daß Jesus der Christus ist, der Sohn Gottes, und damit ihr durch den Glauben das Leben habt in seinem Namen.

  • Möge dieser Bericht auch unser weiter festigen in unserem Glauben an Jesus, den HERRN und Gott!

In Kapitel 21 sehen wir, dass Jesus – wie ganz zu Beginn seines Dienstes – dem Petrus nochmals einen großen Fischfang beschert. Der Menschenfischer darf eben auch noch Fische fischen und das Mahl genießen! Dabei offenbart Jesus wiederum seine göttliche Autorität. Obwohl ihn die Jünger nicht erkennen, gehorchen sie ihm … und alles kommt so, wie er es sagt.

Und dann sehen wir nochmals den wahrhaft körperlich auferstandenen Jesus – er isst mit seinen Jüngern. Interessant ist dabei, was wir in Vers 12b lesen: „Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wußten, daß es der Herr war.“. Das lässt erahnen, dass der auferstandene Jesus irgendwie anders aussah.

Und dann kommt der besondere dreifache Auftrag an Petrus. Dieser Auftrag gilt sicher primär dem Petrus aber dann auch allen, die in Jesu Gemeinde als Unterhirten dienen.

  • Das Weiden der Schafe ist ein zentraler Auftrag und dabei sollen wir das Futter weitergeben, das Jesus selbst uns gegeben hat – das Wort Gottes!
  • Und natürlich sind wir auch dazu aufgerufen, uns selber zu nähren und gerade deshalb freue ich mich über jeden, der beim Bibelblog mitliest.

Im letzten Kapitel seines Evangeliums zeigt uns Lukas den Auferstandenen. Die Frauen sind dabei genauso verwirrt, wie die Emmausjünger.

Die Emmausjünger müssen ja sehr eng mit Jesus vertraut gewesen sein. Immerhin waren sie wohl irgendwie dabei, als die Frauen vom Grab kommend den Jüngern davon berichteten, dass das Grab leer war und die Engel ihnen gesagt hatte, dass Jesus auferstanden sei. Aber auch sie erkennen Jesus nicht – wobei das aber wohl weniger damit zu tun hat, dass der auferstandene Jesus sehr anders aussah, sondern damit, dass ihnen „die Augen gehalten wurden“.

Jesus lehrt nun, dass Alles in seinem Leben, Sterben und Auferstehen so geschehen musste, weil es in der Schrift so verheißen war. Erst wenn wir verstehen, wie die ganze Schrift von Jesus zeugt, werden wir die Schrift wirklich verstehen. Ich finde es faszinierend, dass wir hier über die Jünger … die ja immerhin drei Jahre Vollzeit-Bibelschule bei Jesus selbst hinter sich haben … lesen:

Lk 24:44-47  44 Er sprach aber zu ihnen: Das sind meine Worte, die ich zu euch gesagt habe, als ich noch bei euch war: Es muß alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen.  45 Da öffnete er ihnen das Verständnis, so dass sie die Schrift verstanden,  46 und sprach zu ihnen: So steht’s geschrieben, daß Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tage;  47 und daß gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern.“

  • Wenn wir von Lukas das gelernt haben, dann sind wie zugerüstet das zu tun, wozu Jesus dann seine Jünger aufruft – nämlich IHN zu bezeugen!

Der Bericht von Jesu Auferstehung ist kurz und knapp und er endet in Vers 8 etwas überraschend mit den Worten „Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.“

Ich gehe davon aus, dass das Markusevangelium hier endet und die Verse 9-20 eine spätere Hinzufügung sind, die eigentlich nicht in die Bibel gehören.

Dann wäre Vers 8 fast eine Provokation:

  • die Gute Nachricht darf doch nicht so enden
  • Da müssen wir doch etwas tun!!!

Und das passt dann auch zum Anfang des Berichts in Kap. 1,1. Denn alles, was uns Markus berichtet ist eben nur der „Anfang des Evangeliums von Jesus Christus, dem Sohn Gottes“.

  • Die Schlussfolgerung, die wir daraus ziehen sollten ist: Die Gute Nachricht muss jetzt weiter ausgebreitet werden.
  • Und genau das sollten wir tun!

Matthäus berichtet im Zuge der Auferstehung von einem zweiten Erdbeben in Jerusalem, nachdem schon im Moment des Todes Jesu die Erde gebebt hatte (27,52).

Die zentralen Ereignisse der Heilsgeschichte werden hier also durch Naturereignisse bezeugt. Die Geburt wurde durch einen Stern verkündet, der Weise aus fernen Ländern zu Jesus führte und sein Sterben und Seine Auferstehung werden von Erdbeben begleitet. Und auch von seiner noch zukünftigen Wiederkehr wissen wir, dass diese mit kosmischen Phänomenen einhergehen wird (siehe Offenbarung, aber auch die Endzeitreden, z.B. Mt 24,29ff). Trotzdem haben die meisten Menschen in Jerusalem Jesus nicht erkannt. Nach allem, was wir aus der Bibel über die Zukunft wissen, wird es bei Jesu Wiederkehr genauso sein, bis dann alle Menschen vor dem Richterstuhl Gottes erscheinen werden.

Die Erscheinung des Engels, der den Stein wegwälzte und den Wachen und später den Frauen erschien, war für die Menschen. Jesus hätte wohl kaum die Hilfe des Engels gebraucht, denn er konnte nach seiner Auferstehung ja durch geschlossene Türen gehen und plötzlich an Orten erscheinen und auch wieder verschwinden. Aber natürlich ist es auch angemessen, dass die Engel dem Herrn Jesus dienen.

Wie dem auch sei, der Engel verkündet im Bezug auf die Auferstehung das Gleiche, wie schon im Bezug auf Jesu Geburt „Fürchtet euch nicht!“

  • Das ist die große Botschaft für alle Gläubigen. Auch wenn wir Vieles nicht verstehen, so dürfen wir doch wissen, dass wir nichts zu fürchten haben, denn Gott ist bei uns und wird uns durch alle Höhen und Tiefen führen und uns an ein gutes Ziel bringen!
  • Jesus selbst spricht diese Worte dann auch, als er den Frauen begegnete.

Bemerkenswert ist hier, dass Matthäus uns berichtet, dass Jesus zuerst den Frauen begegnet ist. Etwas verwirrend ist der Aufruf des Herrn, dass die Jünger nach Galiläa gehen sollen, um ihn dort zu treffen. Im Laufe des Tages erscheint Jesus dann ja noch den Emmausjüngern, dem Petrus und dann am Abend noch in Jerusalem den Jüngern, bevor die Jünger dann später nach Galiläa gehen und auch dort noch Begegnungen mit Jesus haben.

Der Missionsbefehl kommt dann in Galiläa. Dieser Befehl ist bis heute gültig und gilt nicht nur den Aposteln, sondern allen Jesus-Nachfolgern!

  • Wir sollen auch heute Menschen zu Jüngern machen (was natürlich voraussetzt, dass der allmächtige HERR an ihnen wirkt), sie taufen und sie alles lehren, was Jesus gesagt hat – mit dem Ziel, dass sie das dann auch halten.

Der erste Schritt ist dabei, dass wir selber ergründen, was Jesus gelehrt hat und danach streben, dann auch so zu leben.

  • Ich wünsche uns, dass wir den Reichtum eines solchen Lebens erleben!

In allem dürfen wir um den Beistand unseres Herrn wissen, der durch seinen Geist mitten unter uns wohnt (bzw in uns ist): „Ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende“.

Und so endet das Matthäusevangelium mit einer großartigen Zusage!

Dieser sehr bekannt Psalm Davids zeigt uns, wie die Worte Davids eben auch die Worte des Herrn Jesus sein können. Was David hier „getrieben vom Heiligen Geist“ (2. Petrus 1,21) schreibt, findet seine endgültige Erfüllung in Jesus Christus.

Das wird ganz deutlich, wenn wir z.B. Markus 15 betrachten. Da sehen wir, dass sich Ps 22,19 in Mk 15,24 erfüllt. Ps 22,8 erfüllt sich unter anderem in Mk 15,29; Ps 22:9 ~ in Mk 15,36b und natürlich vor allem Ps 22:2 in Mk 15,34b.

Jesus hat also ganz eindeutig Psalm 22 so verstanden, dass dieser wirklich IHN beschreibt. Denn Jesus kannte das AT und hat diese Worte sicher nicht zufällig gewählt. Und Gott kennt die Geschichte (gestern, heute und morgen) und konnte deshalb durch David Worte niederschreiben lassen, die eben erst in Jesus ca. 1000 Jahre später ihre Erfüllung fanden.

Dabei kann es gut sein, dass David als „Typos“ des Jesus diese Dinge auch durchlebt hat und diese Worte auch seine (etwas andere) Situation richtig beschrieben. Aber letztendlich zeigt sich hier eben das, was Jesus selbst in Lk 24 und Johannes 5 gesagt hat und was im ersten Moment ggf seltsam klingt: „Joh 5:39 Ihr sucht in der Schrift, denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist’s, die von mir zeugt;“„Lk 24:44 Es muß alles erfüllt werden, was von mir geschrieben steht im Gesetz des Mose, in den Propheten und in den Psalmen.“
Genauso schreibt dann später ja auch Paulus über das ganze AT: „2 Tim 3:15 daß du von Kind auf die heilige Schrift kennst, die dich unterweisen kann zur Seligkeit durch den Glauben an Christus Jesus.“

Interessant ist dann Ps 22:23. Dieser Vers wird ja im Hebräerbrief (2:12) zitiert. Auch hier geht es primär um Jesus. Und doch wird hier eben auch deutlich, dass Jesus uns Gläubige „Brüder“ nennt und so ist der Rest des Psalm (22:23ff) dann eben auch ganz spezifisch für uns Christen. Hier offenbart sich der treue Herr, der sich um die Notleidenden kümmert und das Zeugnis des Herrn Jesus und „seiner Brüder“ dazu gebraucht, damit das Evangelium weit ausbreitet und viele dahin kommen werden, den Herrn anzubeten.

Das alles beruht auf der Bereitschaft Jesu für uns zu leiden und geschieht durch uns als Zeugen des Evangeliums und natürlich Gottes Wirken, der geistlich Tote durch menschliche Zeugen lebendig macht.

  • So dürfen wir unseren Herrn loben und preisen und IHN aller Welt verkünden!

Pilatus, der feige nachgegeben hatte und Jesus kreuzigen ließ, gibt zumindest jetzt nicht nach bzgl dessen, was er geschrieben hat „Jesus von Nazareth, König der Juden“.

Dann verdeutlicht Johannes, dass das was am Kreuz geschieht dem entspricht, was im AT schon vorausgesagt wurde. Gottes Plan erfüllt sich. Zum anderen zeigt er uns, dass Jesus selbst am Kreuz noch auf Andere bedacht war. Während er für unsere Sünden stirbt, kümmert er sich noch liebevoll um seine Mutter und den geliebten Jünger.

Jesus lässt dann auch keinen Zweifel zu, dass sein Tod genau das ist, was geschehen musste. Im Sterben verkündet er „es ist vollbracht“.

Ab Vers 35 wird Johannes dann sehr persönlich: „35 Und der das gesehen hat, der hat es bezeugt, und sein Zeugnis ist wahr, und er weiß, daß er die Wahrheit sagt, damit auch ihr glaubt.  36 Denn das ist geschehen, damit die Schrift erfüllt würde: »Ihr sollt ihm kein Bein zerbrechen.«  37 Und wiederum sagt die Schrift an einer andern Stelle: »Sie werden den sehen, den sie durchbohrt haben.«

  • Jesus ist der verheißene Christus, der Sohn Gottes!
  • Es ist für mich immer wieder kaum begreifbar, dass Gott selbst bereit war, das für mich zu erleiden … und sich dann von Menschen vom Kreuz abnehmen und in ein Grab legen zu lassen.
  • Ich bete, dass mich und uns das immer wieder neu ergreift und uns zu Anbetern dieses Retters und HERRN macht!

Lukas berichtet hier von Jesus Kreuzigung, seinem Sterben und seiner Grablegung.

Interessant ist die Parallel zwischen dem Bericht über das Sterben Jesu und insbesondere seiner Worte am Kreuz (Lk 23:34  Jesus aber sprach: Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun! // Lk 23:46   Und Jesus rief laut: Vater, ich befehle meinen Geist in deine Hände! Und als er das gesagt hatte, verschied er.) mit dem Bericht über den Tod des ersten Märtyrers in Apg 7.

  • Stephanus erweist sich dabei als wahrer Nachfolger Jesu … und gleichzeitig betet er zu Jesus, so wie Jesus zu seinem Vater.

Ein anderer wichtiger Aspekt ist hier der Bericht von den Worten, die Jesus dem einen Dieb am Kreuz sagt: „Lk 23:43  Heute wirst du mit mir im Paradies sein.“

  • Hier wird deutlich, dass Jesus eben nicht nach dem Tod für drei Tage in der Hölle war, wie durch eine missverstandene Übertragung des Apostolischen Glaubensbekenntnisses manchmal gemeint wird.
  • Jesus spricht hier davon, dass er auch schon vor seiner Auferstehung im Paradies sein wird … eben noch nicht körperlich, aber doch wirklich.

Markus gibt uns einen besonderen Blick, auf die Menschen am Kreuz.

Zum einen ist da Pontius Pilatus. Er befiehlt, dass am Kreuz eine Tafel befestigt werden soll. Darauf steht: „Der König der Juden“. Alle Evangelienschreiber versichern uns, dass Pilatus von Jesu Unschuld überzeugt ist. Er macht das Angebot, Jesus freizulassen, doch die Menschenmenge fordert stattdessen die Freilassung eines Mannes namens Barabbas. Einige Male setzt Pilatus sich für Jesus ein. Doch am Ende übergibt er Jesus doch der Kreuzigung.

  • Pilatus war ein Mensch, dem die öffentliche Meinung alles bedeutete. Obwohl er wusste, dass Jesus unschuldig war, verlor er unter dem massiven Druck der Öffentlichkeit die Nerven und gab den bösen Wünschen Anderer nach. Hier haben wir einen Feigling, der Jesus im Stich lässt. Als er sich einer Welt gegenübersieht, die Jesus verachtet, gibt er nach und gibt Jesus preis.

Weiterhin sehen wir die Soldaten, die für die Ausführung der Hinrichtung verantwortlich sind. Den Soldaten begegnen wir zum ersten Mal in Markus 15, Vers 16-20, wo beschrieben wird, dass sie Jesus verspotten und schlagen. In Vers 24 sehen wir dann, dass für sie die größte Hinterlassenschaft des Kreuzes in den Kleidern Jesu besteht. Sie sind völlig damit in Beschlag genommen, ihre Arbeit zu tun. Sie können an diesem Mann nichts Besonderes erkennen. Sie haben das alles schon viele Male gesehen. Zweifellos taten sie ihre Arbeit gut, doch in ihrer Pflichterfüllung übersahen sie das wahre Vermächtnis des Kreuzes.

  • Auch heute gehen Viele durchs Leben und sind mit ihrer Arbeit beschäftigt, damit, ihre Pflicht zu tun, ihre Hypothek abzuzahlen. Die alltäglichen Handlungen ihres intensiven Lebens verhindern, dass sie die Bedeutung des Kreuzes wahrnehmen.

Die dritte Gruppe, die Zeuge der Kreuzigung wurde, sind die religiösen Führer. Markus berichtet uns, dass sie untereinander Jesus verspotten. (15,31-32). Diese selbstgerechten religiösen Führer sind davon überzeugt, dass sie den Weg zu Gott kennen, und Jesus Christus gehört nicht zu diesem Weg. Was sie betrifft, so haben sie bereits eine Beziehung zu Gott. Sie halten sich bereits für geistliche Menschen und können absolut keinen Grund erkennen, weshalb sie das Kreuz nötig haben sollten.

  • Es sind oft diese Menschen, die sich ihre eigene Religion mit ihren eigenen religiösen oder moralischen Regeln geschaffen haben, die die erbittertsten Feinde des Kreuzes sind.

Markus berichtet auch noch von den Reaktionen weiterer Zuschauer. Sie hören Jesus rufen und meinen, dass er nach Elia ruft. Gemäß der jüdischen Legende wurde Elia als derjenige verehrt, der den Menschen in Not hilft. Diese Leute wollten sich einfach nur die große Show ansehen. Sie wollten erleben, ob Elia ein spektakuläres Wunder tut und Jesus befreit. Der Anblick Jesu am Kreuz rührt sie überhaupt nicht. Stattdessen sind sie völlig abgeklärt und weigern sich, in das ganze Geschehen hineingezogen zu werden.

  • Es gibt viele solche Menschen. Sie kennen das Kreuz, sie gehen zu Weihnachten und Ostern in die Kirche, der frommen Show wegen, aber sie erkennen nicht, dass Jesu Tod sie persönlich betrifft.

Indem er uns alle diese unterschiedlichen Reaktionen zeigt, sagt uns Markus auf eine Art: So haben also andere Leute auf das reagiert, was am Kreuz geschah.

  • Und was ist mit dir? Wie wirst du auf das Kreuz reagieren?
  • Sind wir zu beschäftigt wie die Soldaten? Zu selbstzufrieden wie die religiösen Führer? Zu feige wie Pilatus? Oder sind wir zu abgeklärt wie der Zuschauer?

Es gibt aber noch eine weitere mögliche Reaktion auf das Kreuz.

Markus berichtet uns davon in Vers 39. Es ist die Reaktion eines hartgesottenen römischen Hauptmanns. Ohne Zweifel hat er schon Schlachten geschlagen und Männer sterben sehen, doch noch nie hat er einen Mann sterben sehen wie diesen. Markus beschreibt dies so: „Der Hauptmann aber, der dabeistand, ihm gegenüber, und sah, daß er so verschied, sprach: Wahrlich, dieser Mensch ist Gottes Sohn gewesen!“

  • Das ist es, was wir alle erkennen sollten! Wir sollten anerkennen, dass Jesus die Wahrheit sagt: dass er tatsächlich Gottes Sohn ist.

Ich danke Gott, dass Jesus tatsächlich als Unschuldiger starb, so dass Er meine Schuld tragen konnte. Und ich danke Gott, dass Er mir den Glauben geschenkt hat, dass Jesus, der Christus, der Sohn Gottes ist!

Und auch diese Reaktion sehe wir: Wir sehen die Frauen, die Jesus liebhaben und an seiner Seite bleiben. Und selbst nach seinem Tod sind sie, genauso wie Josef von Arimathäa, darauf bedacht, Jesus zu dienen.

Das sollte auch unsere Reaktion sein – umso mehr, da wir ja wissen, dass er nicht tot ist, sondern lebt!

Der Bericht von der Kreuzigung ist sehr bewegend. Jesus ist scheinbar durch die Geißelung so geschwächt, dass er sein Kreuz nicht mehr tragen kann, so dass dann ein anderer Mann dazu hinzugezogen wird. In Allem was dann folgt, sehen wir Erfüllungen prophetischer Worte. Und Matthäus berichtet seiner jüdischen Leserschaft all diese Details, um ganz deutlich zu machen, dass sich in Jesus alle Verheißungen erfüllen. Vor allem aber will er, dass wir erkennen, dass Jesus tatsächlich der König der Juden ist und so beschreibt er, was auf dem Schild am Kreuz stand.

Matthäus erspart uns auch nicht die Details der Lästerworte derjenigen, die Jesus am Kreuz sehen. Wir sollten dabei bedenken, dass Jesus natürlich hätte tun können, was die Leute sagten. Aber er blieb voller Demut und Liebe am Kreuz und gab dort sein Leben für uns!
Die letzten uns von Matthäus berichteten Worte Jesu zeigen uns, was die größte Qual am Kreuz war … aufgrund unserer Sünden, die Jesus auf sich nahm, war er von seinem Vater verlassen.

  • Diese Liebe für uns, die er darin offenbart ist bewegend!

Und dann betont Matthäus, was Jesus durch seinen Tod erreichte: der Vorhang im Tempel zerreißt. Der Zugang zu Gott steht uns nun offen!
Was genau es mit der Auferstehung der Toten auf sich hat, die hier kurz berichtet wird, ist mir nicht vollkommen klar. Klar ist aber, dass Jesu Tod kosmische Bedeutung und Auswirkungen hatte und diese Zeichen führen dann dazu, dass einige Menschen erkennen, wer Jesus tatsächlich war (ist!). Evtl handelt es sich hier um die erste Auferstehung der Märtyrer aus Offb 20,4?

Schließlich folgt der Bericht von der Grablegung und davon, dass die Soldaten vorsorgen wollen, damit Niemand den Leichnam stiehlt. Man schien nicht für möglich zu halten, dass Jesus von den Toten auferstehen würde. Aber man wusste darum, dass Jesus das angekündigt hatte. Interessant ist, dass ja selbst die Jünger noch nach der Auferstehung genauso wenig an die Möglichkeit einer leiblichen Auferstehung glaubten, wie die Soldaten, von denen hier berichtet wird.

  • Was mich in diesem Abschnitt neben dem Bericht vom Leiden und Sterben Jesu aber am meisten fasziniert ist, wie verschiedene Menschen auf Jesus reagieren. Die Einen verspotten und quälen IHN, aber Andere offenbaren ihre Liebe und dienen IHM (durch das Tragen des Kreuzes oder die Bereitstellung des Grabes) und erkennen IHN als den Sohn Gottes!
  • Möge der Herr uns immer wieder einen unverstellten Blick auf Jesus schenken, so dass wir IHN lieben und IHM dienen und IHN der Welt verkünden, so dass noch aus vielen Feinden Anbeter des Herrn werden mögen!

Ab Johannes 18,28 lesen wir den Bericht vom Verhör Jesu beim Hoheprietser und parallel dazu, von der Verleugnung Jesu durch Petrus. Bemerkenswert ist hier, dass es keine echte Anklage gegen Jesus gibt und trotzdem wird er letztendlich zu Pilatus gebracht. Pilatus erfährt von Jesus, dass er der KÖNIG eines Reiches ist, dass in gewisser Weise nicht in Konkurrenz zu den Reichen dieser Welt steht – es steht weit darüber. Sein Reich ist eben nicht irdisch – sondern geistlich und wird es später in diese Erde einbrechen. Doch auch hier auf Erden gibt es schon solche, die Jesu Stimme hören … die Stimme der Wahrheit.
Pilatus gehört nicht dazu … und so fragt er verächtlich „Was ist Wahrheit?“
 Mögen wir immer wachsam auf Jesu Worte hören, die die Apostel durch die Hilfe des Hlg. Geistes aufgeschrieben haben. Denn so hören wir die Wahrheit und so leben wir als Bürger seines Reiches.
Zu Beginn von Kapitel 19 schildert Johannes in großer Eindrücklichkeit wie Jesus selbst bei seiner Verurteilung noch alles im Griff hat, während Pilatus letztendlich ein Gefangener seiner eigenen Ängste war.
Jesus verkündet dann, wer der wahre Machthaber ist. So lesen wir in Vers 11 seine an Pilatus gerichteten Worte: „Du hättest keine Macht über mich, wenn es dir nicht von oben her gegeben wäre.“
 Das trifft bis auf diesen Tag auf alle irdischen Machthaber zu. Ich denke, dass wir
 gerade auch heute gut daran tun, dass zu bedenken. Denn Gottes Wort lehrt uns in Römer 13,1: „es ist keine Obrigkeit außer von Gott; wo aber Obrigkeit ist, die ist von Gott angeordnet.“
Pilatus übergibt Jesus dann an die Juden und stimmt so der Kreuzigung zu. Er gibt hier einfach dem Druck nach und macht sich so schuldig.