Dieser Klagepsalm ist recht „trostlos“. Der Psalmist erkennt in allem Leid zwar klar und deutlich, dass Gott allmächtig ist und doch sieht er eben nur das Leid, dass Gott zulässt.

  • Ich kann mir hier gut Joseph vorstellen, der von seinen Brüdern verraten und verkauft, aufgrund der Lüge von Potifars Frau im Gefängnis landet und nicht weiß, wie ihm geschieht.
  • Oder auch Christen in unserer Zeit, die verfolgt und bedrängt ohne echte Hoffnung leiden.

Wer so leidet braucht unser Gebet und den Zuspruch, der biblischen Verheißungen, z.B.

dass Gott uns verheißen hat, dass für Seine Kinder einmal alles Leid zu einem Ende kommen wird … und in der Tat, dieser Zeit Leiden leicht sind im Vergleich zur Herrlichkeit danach (Röm 8,18; 2. Kor. 4,17).

Dieser Psalm zeigt uns, dass Gottes erwählte Stadt und alle Völker nicht für immer verfeindet bleiben werden. Denn das Loblied auf Zion (Jerusalem) geht einher mit dem Blick auf Nationen, die in der Geschichte Feinde Israels waren.

Das herrliche an Juda ist das, was dort gepredigt wird: herrliche Dinge über Gott und seinen Heilsplan für alle Völker. Und so wird sich die herrliche Botschaft (das Evangelium) von Jerusalem ausbreiten, hin zu allen Völkern, so dass Menschen aus allen Völkern einst zur „Stadt Gottes“ (zum neuen Jerusalem) gehören werden.

  • Die Erfüllung dieses prophetischen Psalms zeigt sich dann in den Sendungsworten von Jesus an seine Jünger in Apg 1,8 „werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“
  • Gerade weil das Evangelium von Jerusalem zu allen Nationen ging, werden eines Tages Menschen aus allen Völkern dem himmlischen Jerusalem angehören, auf das das irdische Jerusalem hinweist.
  • Und wir sind heute gesegnet, weil die Botschaft dieser herrlichen Dinge auch zu uns gekommen ist und wir so – aus Gnade, durch den Glauben – schon heute das Bürgerrecht im Himmel haben!

Psalm 86 zeigt uns ein herrliches Gebet. David betet hier um Gottes Hilfe in großer Not. Dabei ist dieser Psalm ein Beleg für Davids großes Vertrauen darauf, dass Gott ein Gott der Gnade ist. In Vers 5 und Vers 15 zitiert David 2. Mose 34 und zeigt damit, dass er darum weiß, dass bei Gott Gerechtigkeit und Gnade zusammenkommen. Damit knüpft dieser Psalm auch direkt an Psalm 85 an, in dem der Psalmist ja genau dafür gebetet hatte.

  • Gott ist immer derselbe und auch im AT ist Gottes Gnade das, worauf die Gläubigen vertrauen.

David weiß, dass er – wie wir alle – allein aufgrund seiner eigenen Werke vor Gott nicht bestehen könnte. Und gerade deshalb appelliert er immer wieder an Gottes Gnade, Güte und Barmherzigkeit!

Und noch ein anderes Thema greift dieser Psalm auf: Gott ist der Gott aller Nationen (v.9). Auch das ist etwas, dass schon das AT lehrt. Gott ist nicht nur der Gott Israels, sondern der Gott der ganzen Welt und ein Gott, zu dem Menschen aus allen Völkern kommen werden.

Das hatte Gott schon Abraham verheißen (1. Mose 12). Israel war nie das alleinige Volk Gottes, sondern das Volk, durch das alle Nationen gesegnet werden sollten.

Dieser Psalm vereint also zwei wichtige Themen des AT, die oftmals übersehen und als „Innovationen“ des NT gesehen werden.

  • Doch gerade das Wissen darum, dass Gott sich nicht ändert und Seine Pläne für alle Zeit feststehen sollte uns froh und zuversichtlich machen. Denn Gott ist treu und gerecht und voller Gnade!

Und so dürfen wir wissen, dass Jesus für uns aller Gerechtigkeit Genüge getan hat und uns so Zugang zur Gnade Gottes gibt. Dafür preise ich unseren barmherzigen, gütigen Gott!

Dieser Psalm zeigt uns den Psalmisten als einen Gläubigen, der um Gottes Gnade weiß, diese aber im Moment nicht erlebt. Und so betet er zu Gott und bittet IHN um Gnade und Heil. Dabei ist dies weniger eine persönliche Situation, als vielmehr eine nationale. Es ist quasi ein Gebet um eine neuerliche Erweckung für ein Land, das einst aufgrund der Gnade Gottes eine Erweckung erlebt hatte.

Es ist nicht klar, was genau der historische Kontext dieses Psalms ist. Wahrscheinlich ist es eine Zeit des Gerichts Gottes. Der Psalmist weiß um das Dilemma, dass ein vollkommen gerechter Gott, Sündern nicht einfach so gnädig sein kann.
Und so ist das Gebet aus Vers 11 wirklich das, was wir alle brauchen: „dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen“

Dieses Gebet und dieser Psalm finden in Jesus Christus ihre Erfüllung, denn in ihm sind Gnade und Gerechtigkeit zusammengekommen.

  • ER hat die Strafe auf sich genommen, die wir verdient hätten … und hat so aller Gerechtigkeit Genüge getan. Und gerade deshalb können wir Gottes Gnade genießen.
  • Ich preise Gott dafür, dass wir wissen dürfen, dass Seine Gerechtigkeit so eben nicht unser Untergang ist – sondern uns Freiheit und Frieden erwarten, weil ER ein Gott der Gnade ist.

Dieser Psalm ist ein frohes Danklied dem Gott, der uns nahe gekommen ist.
Da wo wir aufgrund unserer Sünde aus seiner Gegenwart verstoßen wurde, hat Gott immer wieder Wege bereitet, damit sein Volk Ihm nahe kommen kann.

Erst die Stiftshütte, dann der Tempel, von dem in diesem Psalm die Rede ist und dann kam er uns in Jesus – dem wahren Tempel Gottes-  ganz nahe. Seit Pfingsten lebt er nun in denen, die aufgrund seiner Gnade, durch den Glauben, zu Ihm gehören.

Von daher müssen wir nicht erst zu einem Haus gehen. ER ist bei uns und wir können Ihn immer und überall anbeten, denn eine Zeit ist gekommen „in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit“ (Joh 4,23).
Ein Echo in diesem Psalm sind die „wohl dem …“ Aussagen:

5 Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar. SELA.

6 Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln!

13 … wohl dem Menschen, der sich auf dich verläßt!“

  • Und gerade weil das so ist, sollte unser Lobpreis noch froher sein, als der, der in diesem Psalm zum Ausdruck kommt. Lasst uns in die Schlussworte mit einstimmen:
    „Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild; / der HERR gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. HERR Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!“

AMEN!

Der Psalmist zeugt wiederum von starker Bedrängnis durch Feinde. Dabei betet der Psalmist zu Gott und nennt seine Feinde, die Feinde Gottes und ruft Gott dann dazu auf, einzugreifen.

Die feindlichen Nationen haben sich scheinbar gegen Gottes Volk zusammengeschlossen und planen Israels Zerstörung.
Der Beter erinnert an das vormalige Eingreifen Gottes und nennt dabei eine ganze Reihe von Personen, die sich gegen Gott und das Volk Israel aufgelehnt hatten und letztendlich gescheitert waren. Im Wissen darum bittet der Beter Gott, in ähnlicher Weise wiederum einzugreifen und die Feinde zu besiegen.

  • Diese Worte mögen für uns befremdlich klingen. Letztendlich sollten wir natürlich erkennen, dass heute die Trennlinie nicht zwischen Nationen verläuft.
  • Doch als Christen können wir uns dieses Gebet sehr wohl zu Eigen machen. Dabei ist unser letztes Ziel nicht die vollkommene Zerstörung unserer Feinde, sondern, dass Gott sie in ihrem bösen Treiben aufhält und sie zur Umkehr bringt.

Vers 17-19 sollte unser Gebet und Wunsch sein: „Bedecke ihr Angesicht mit Schande, dass sie, HERR, nach deinem Namen fragen müssen. … So werden sie erkennen, / dass du allein HERR heißest und der Höchste bist in aller Welt.“

  • Möge Gott es schenken, dass viel Gottlose zur Erkenntnis Gottes kommen, und dass so aus Feinden Gottes, Kinder Gottes werden.
  • Und möge Gott uns die Zuversicht geben, dass ER für uns ist und unser Retter ist, der uns eines Tages von allen Feinden befreien wird!

Der heutige Psalm zeigt uns menschliche „Götter“, die ungerecht richten und den einen wahren Gott, der eines Tages Alles und Alle gerecht richten wird.
Es ist etwas verwirrend in Vers 1 und 6 von „Göttern“ zu lesen. Aber hier geht es sehr offensichtlich eben nicht um echte „Götter“ (da gibt es nur einen) und wohl auch nicht um Engel oder ähnliches, sondern um Menschen, die sich in den Platz Gottes gesetzt haben.

Diese Menschen richten ungerecht (v.2) und tun wohl gerade denen Unrecht, die am meisten auf Hilfe und Schutz angewiesen sind.

Vers 6 klingt so, als ob Gott die „Götter“ verspottet, denn in Vers 7 klingt dann ja deutlich durch, dass „diese Götter“ evtl im Leben agieren wie „Götter und Söhne des Höchsten“ – aber in ihrem Sterben deutlich wird, dass sie eben doch nur Menschen und Tyrannen sind und deshalb von dem einen wahren Gott gerichtet werden.

Dieser Psalm vermittel Hoffnung und Ehrfurcht:
1) Hoffnung, weil wir hier die Zuversicht bekommen, dass Gott die Ungerechten richten wird
2) Ehrfurcht, weil wir alle (ohne Christus) auch mal Unrechtes tun.

  • Und so brauchen wir Christus, durch den allein wir vor Gott gerecht sein können und wir brauchen Christus, der eines Tages alles Unrecht richten wird.
  • Möge der eine wahre Gott uns immer wieder ermutigen, IHM voller Hoffnung und Ehrfurcht zuzuwenden und in IHM in allen Situationen unsere Zuversicht zu finden.

Dies ist ein sehr ungewöhnlicher Psalm. Er beginnt noch recht „normal“ mit einem Aufruf zum Lobpreis Gottes, den Gott selbst angeordnet hatte.

Ab Vers 7 spricht dann Gott selbst. Was jetzt folgt klingt gar nicht mehr so fröhlich. Gott hält seinem Volk einen Spiegel vor und zeigt, wie auf sein treues rettendes Handeln immer wieder Rebellion folgte.

  • Diese Rede Gottes könnte uns verzweifelt zurücklassen, wenn wir keinen Retter hätten, der uns mit Gott versöhnt und uns von aller Schuld befreit hat.
    Und so bereitet Gott selbst uns in Christus einen Weg aus der Not, in die wir uns alle hineinbegeben haben. Deshalb dürfen wir wissen, dass die im Konjunktiv formulierten Zusagen, uns gelten.

Preis den Herrn für seine Gnade und lasst uns immer mehr danach streben, so zu leben, dass der HERR Gefallen an uns hat!

Ähnlich wie auch schon in den letzten Psalmen, beschreibt der Psalmist auch in diesem Psalm eine Zeit, zu der Israel von Feinden bedrängt und besiegt wurde. Inmitten der Tränen über die Niederlage, erinnert der Psalmist Gott daran, wie er das Volk Israel aus Ägypten ins gelobte Land gebracht und ausgebreitet hat.

Gerade im Hinblick auf Gottes großartiges Wirken in der damaligen Zeit stellt sich nun die Frage: „Warum hast du denn seine Mauer zerbrochen, dass jeder seine Früchte abreißt, der vorübergeht?“. Letztendlich fragt der Psalmist also: Sollte Gott nicht ein Interesse an dem Volk haben, das er aus Gnade allein gerettet und aufgerichtet hat?

Und genau das ist ja auch der Fall … auch wenn das eben nicht bedeutet, dass Gott als ein liebender Vater nicht auch mal sein Volk diszipliniert.
Doch der Psalmist weiß darum, dass Gott der gute Vater ist und so vertraut er gerade auch in aller Not auf Gott und bekennt: „Deine Hand schütze den Mann deiner Rechten, den Sohn, den du dir großgezogen hast.“
Das führt zum Entschluss: „So wollen wir nicht von dir weichen. Lass uns leben, so wollen wir deinen Namen anrufen.“ … und zu einem weiteren abschließenden Gebet: „Herr, Gott Zebaoth, tröste uns wieder;“ „laß leuchten dein Antlitz, so genesen wir.“
AMEN!

  • Möge das auch immer unser Gebet und unsere Zuversicht sein – gerade auch dann, wenn wir mal Leid und Widerstand erleben.

Der historische Hintergrund dieses Psalms scheint recht deutlich zu sein. Jerusalem und der Tempel wurden zerstört – was auf den Beginn der Babylonischen Gefangenschaft hinweist.
Der Psalmist bittet Gott um Hilfe. Dabei erhebt er keinen Anspruch an Gott, sondern appelliert an Gottes Interesse an seiner eigenen Ehre.
Das könnte so klingen, wie ein geschickter strategischer Schachzug, oder aber – und ich denke, dass das hier der Fall ist – der Psalmist ist tatsächlich ein solch Gott-liebender Mensch, dass ihm die Ehre Gottes wirklich wichtig ist und er es nicht ertragen kann, dass Gottes Name durch Israels Feinde verspottet und gelästert wird.

Wie dem auch sei, der Psalmist fleht Gott um Hilfe an. Wir wissen heute, dass die Babylonische Gefangenschaft 70 Jahre währte. Von daher wurde dieses Gebet nicht sehr schnell beantwortet. Und doch hat Gott eingegriffen und das Südreich entsprechend Seiner Verheißung wiederhergestellt.

Zum Abschluss dankt der Psalmist Gott – und das wahrscheinlich schon bevor Gott tatsächlich eingegriffen hat. Er tut das, weil ER Gott so gut kennt, dass er darauf vertraut, dass Gott tun wird, was er verheißen hat und deshalb seinem Volk letztendlich zur Hilfe kommen wird.

  • Können wir Gott danken, auch wenn unsere Gebete noch nicht erhört wurden?

Vertrauen wir darauf, dass Gott alles gut machen wird?

  • Ich wünsche mir für mich selbst und uns alle, dass wir alle immer mehr lernen Gott in allen Dingen zu vertrauen und ihm deshalb immer auch zu danken!