1 Samuel 3
In Kapitel 3 lesen wir von Samuels Berufung. Während Samuel selber offenbar noch gar keine Kategorie für Gottes Reden hat, ahnt Eli schnell, dass Samuel Gottes Stimme gehört haben muss.

  • Erkennen wir Gottes Reden und rechnen wir damit, dass Er uns anspricht?
  • Lesen wir sein Wort als Beobachter oder als Menschen, die erwarten, davon angesprochen zu werden?

Das was Samuel von Gott gesagt bekommt, macht ihn betroffen und er mag das Eli gar nicht sagen. Doch Eli macht deutlich, dass Samuel nicht schweigen darf. So hört er dann Gerichtsworte, die er dann auch akzeptiert.

 

1 Korinther 9

Kapitel 9 ist ein sehr persönliches Kapitel. Paulus verteidigt seinen Dienst und erklärt, welche Freiheiten er hat: Er hätte auch heiraten dürfen (wohlgemerkt, nur eine „Schwester“, also eine Gläubige) und er hätte das Recht auf Versorgung gehabt. Von beiden Rechten macht er keinen Gebrauch, aber es ist ihm wichtig deutlich zu machen, dass das eine freiwillige Einschränkung ist.

Außerdem hätten die Korinther eigentlich die Verpflichtung, für ihn zu sorgen.

In allem geht es Paulus vor allem darum, dass das Evangelium gepredigt wird und nichts Äußeres die Annahme dieser Botschaft behindert. Deswegen bemüht er sich darum, sich auf unterschiedliche Menschen einzustellen und sich ihnen anzupassen (ohne dabei zu sündigen), so dass er ihnen mit dem Evangelium möglichst nahekommen kann.

  • Ich denke, dass diese Erkenntnisse für jeden Prediger wichtig sind.
  • Zum einen sollten wir also immer bedenken, wem wir das Wort predigen. Wir sollten sehr darum bemüht sein, keinen unnötigen Anstoß zu erregen und so gut wie möglich auf die Zuhörer einzugehen.
  • Andererseits sollten wir bedenken, dass wir nicht primär der Gemeinde dienen, sondern Gott. Selbst wenn mich die Gemeinde bezahlt, so nehme ich meinen Dienstauftrag primär von Gott entgegen und muss ihm treu dienen – dann natürlich auch der Gemeinde, aber zuerst immer Gott.

Der Siegpreis kommt dann letztendlich natürlich auch von Gott und diesem jagt Paulus nach.

1 Samuel 2
Der Lobgesang der Hanna hat viele Paralleln zu Marias Lobgesang in Lukas 1 – sehr inspirierend und prophetisch.
Ab v.12 wird dann deutlich, dass wir immer noch in der Zeit der Richter sin. Jeder tut, was er für richtig hält.
Eli wird von Gott aber klar gesagt, dass die Gottlosigkeit seiner Söhne gerichtet werden wird.

1 Korinther 8

Zu Beginn von Kapitel 8 kommt Paulus ganz offensichtlich auf ein Thema zu sprechen, zu dem er gefragt worden ist: „Was aber das Götzenopfer angeht, …“. Dabei lehrt Paulus zu Beginn den Grundsatz, dass Erkenntnis an sich nichts wert ist, wenn sie nicht mit Liebe einhergeht. Die Liebe wird uns dazu bringen, unsere Erkenntnis positiv einzusetzen und nicht einfach rechthaberisch zu sein. Gerade im Hinblick auf das Essen von Götzenopferfleisch in der damaligen Kultur war das wichtig.

Manche meinten – entsprechend der Lehre des zeremoniellen Gesetzes – es wäre Sünde, Götzenopferfleisch zu essen. Paulus macht deutlich, dass dies im Prinzip nicht so ist. Wer sich da frei fühlt, darf entsprechend handeln – aber immer nur so, dass der „Schwache“ dadurch nicht in Gewissenskonflikte kommt – denn „nicht jeder hat die Erkenntnis.“ (V.8). Und tatsächlich, wer in dem Denken isst, dass es Sünde ist (und eben trotzdem davon isst), der sündigt, da er bewusst gegen das handelt, was er als Gottes Willen versteht. In diesem Fall darf das Götzenopferfleisch nicht gegessen werden.

  • Dieser Umstand sollte auch das Handeln derjenigen prägen, die sich da frei wissen – denn wenn sie damit bei anderen Anstoß erregen, sollten sie lieber auf ihre Freiheit verzichten.

Wir haben heute andere Themen, aber das Prinzip gilt auch für uns. Später in Kap. 11 kommt z.B. die Frage nach dem Kopftuch. Das ist ein gutes Beispiel für eine Frage, zu der es unterschiedliche Erkenntnisse gibt. Aber wenn das Gewissen einer Frau an diesem Punkt gebunden ist, wäre es falsch, sie dazu zu drängen, das Kopftuch abzulegen.

Noch deutlicher wäre der Fall z.B. bezüglich des Genusses von Wein oder Bier. In kleinen Mengen ist das sicher keine Sünde, aber es gibt Leute, die da eine andere Sicht haben und darauf sollten wir gegebenenfalls Rücksicht nehmen.

1 Samuel 1

Zu Beginn des Buchs lesen wir von einer sehr unguten Familiendynamik, die vor allem auch damit zu tun hat, dass ein Mann zwei Frauen hat. Die eine hat Kinder, die andere wird vom Mann mehr geliebt. Da ist Neid und Streit vorprogrammiert. Hanna leidet und lässt sich selbst von ihrem Mann nicht aufmuntern. Aber sie weiß, an wen sie sich in ihrer Not wenden kann und so betet sie.

  • Das ist immer der richtige Weg. All unsere Not dürfen wir dem Herrn bringen. Er sorgt uns und liebt es, wenn sich seine Kinder ihm im Gebet zuwenden.

Der Priester Eli sieht die still betende Hanna und offenbart ein schlechtes Urteilsvermögen. Er verwechselt ihr Gebet mit Trunkenheit. Doch dann hört er, was Hanna sagt und wofür sie betet … und als Bote Gottes sagt er ihr zu, dass der Herr ihr Gebet erhören wird.

Hanna hatte Gott versprochen, dass sie ihm ihren Sohn weihen würde. Was wir hier sehen taugt nicht wirklich als Beispiel für eine Kinderdarbringung. Denn was Hanna tut, ist etwas sehr besonderes und kein Vorbild für uns.

  • Samuel ist dabei in manchem ähnlich zu Johannes dem Täufer. Sie wie Johannes, ist Samuel das Kind, das einer Unfruchtbaren geschenkt wird. Und dieses Kind wird zum Vorläufer eines Großen Königs (bei Samuel ist das dann David … bei Johannes der König, der noch größer und besser als der große König David ist – Jesus!
  • Der Herr ist der Allmächtige. Ihm ist nichts unmöglich und er schreibt Geschichte!

 

1 Korinther 7

Kapitel 7 ist ein ganz wichtiges Kapitel in Bezug auf die Ehe. Es wird immer mal wieder behauptet, dass die Bibel (oder zumindest das NT) nicht klar lehrt, dass Geschlechtsverkehr exklusiv in den geschützten Rahmen der Ehe gehört. Meines Erachtens stehen dem die Verse 1-9 komplett entgegen. Denn was sonst könnte außerhalb der Ehe „Unzucht“ sein (v.2) und damit zu tun haben, dass sich Männer und Frauen nicht „enthalten“ können (v.9) aber dann innerhalb der Ehe okay sein?

Dann geht es um Ehescheidung. Diese ist biblisch grundsätzlich abzulehnen. Wenn es aber dazu kommt, ist eine Wiederheirat keine Option. Die einzigen Optionen sind dann Versöhnung oder alleine bleiben (7,10f). Ggf beschreiben die Verse 12ff eine Ausnahme, bei der es evtl doch eine Wiederheirat geben kann (und evtl gibt es dann noch einen zweiten Ausnahmefall … siehe Mt 19,9). Aber das ist zumindest bei diesen beiden Bibelstellen nicht wirklich eindeutig. Denn das „nicht gebunden sein“ in Vers 15 bezieht sich wohl einfach auf das Scheidungsverbot.

Paulus sieht das Singledasein als eine gute Gabe Gottes an – macht aber deutlich, dass grundsätzlich auch die Ehe gut ist. Letztendlich muss das jeder im Rahmen der biblischen Rahmenbedingungen für sich entscheiden. Dabei sollte man evtl auch die äußeren Bedingungen bedenken … das zumindest erwähnt Paulus.

  • Wir sehen hier, wie praktisch dieser Brief ist. Paulus spricht ganz praktische Gemeinde- und Lebenssituationen an.

Eine Heirat derer, die nicht gebunden sind, sollte im Herrn geschehen … d.h. Gläubige sollen nur Gläubige heiraten (V.39).

  • Auch wenn Paulus das hier konkret im Hinblick auf die Freiheit zur Wiederheirat von Witwen sagt, ist das sicher (auch bestätigt durch andere Bibelaussagen) ein allgemein gültiges Gebot.

1 Korinther 6

Zu Beginn von Kapitel 6 greift Paulus ein weiteres Thema auf, von dem er aus Korinth gehört hat. Offenbar gab es innerhalb der Gemeinde Streitigkeiten, die vor weltlichen Gerichten ausgetragen wurden. Das kritisiert er sehr direkt. Streitigkeiten in der Gemeinde sollten nie nach außen vor die Ungläubigen gebracht werden. Christen sollten immer darum bemüht sein, in Frieden miteinander zu leben.

  • Das sollte uns ausmachen und der Welt ein Zeugnis sein. Streitereien beschmutzen das Zeugnis der Gemeinde. Deshalb sollten wir schnell dabei sein, einander zu vergeben und den Frieden zu suchen. Im Notfall sollte man – um des Zeugnisses nach außen und des Friedens nach innen willen – auch mal bereit sein, eigene Ansprüche zurückzustellen.

Die Warnung der Verse 9-11 bilden dann den Kontext für die klaren Ermahnungen ab Vers 12. Dabei zitiert Paulus zu Beginn von Vers 12 wohl etwas, dass von den Korinthern vorgebracht wurde, um eigene Sünde zu legitimieren. Da wir als Christen aus Gnade allein gerettet sind, wird uns Gott letztendlich nicht für das richten, was wir getan haben. Aber dieses Denken offenbart letztendlich eine gefährliche Position, wie die Verse davor ja deutlich machen. Natürlich ist es in gewisser Weise richtig, dass wenn jemand wahrhaft bekehrt ist, er frei vom Gesetz ist. Und doch ist diese Freiheit eben eine zu einem Leben für Christus und nicht der Freifahrtschein zum Sündigen. Deswegen sind dann die letzten Worte des Kapitels auch völlig unzweideutig:

18 Flieht die Hurerei! Alle Sünden, die der Mensch tut, bleiben außerhalb des Leibes; wer aber Hurerei treibt, der sündigt am eigenen Leibe.

19 Oder wißt ihr nicht, daß euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, der in euch ist und den ihr von Gott habt, und daß ihr nicht euch selbst gehört?

20 Denn ihr seid teuer erkauft; darum preist Gott mit eurem Leibe.“

Rut 4

Zu Beginn von Kapitel 4 sehen wir, dass – ähnlich wie vorher Noomi – nun auch Boas mit viel Cleverness handelt. Er setzt sich durch und darf zum (Er)löser werden.

  • Boas wird hier also zu einem „Jesus“-gleichen Erlöser der Frau, die keinen Anspruch auf Erlösung gehabt hätte. Und er wird so zum Vater, des späteren Vaters von König David und damit auch ein Urahne des Herrn Jesus. Jesus stammt also von einer Moabiterin ab.
  • Und so sehen wir, dass Boas durch sein Handeln nicht nur zum Löser von Rut & Noomi wird, sondern durch sein Handeln Anteil daran hat, dass eines Tages der Erlöser kommt, den Rut, Noomi, er selbst und wir alle brauchen!
    • So schreibt Gott Geschichte … inmitten von schweren Lebenssituationen.

 

1 Korinther 5

In Kapitel 5 spricht Paulus ganz direkt einen schlimmen Fall öffentlicher Sünde an. Ein Mann hat eine sexuelle Beziehung mit seiner Stiefmutter. Da diese Sünde nicht nur skandalös, sondern auch öffentlich ist, gibt es keinen mehrstufigen Gemeindezucht-Prozess im Sinne von Mt. 18. Hier ist sofortiges Eingreifen und ein Gemeindeausschluss gefordert, denn der Name des HERRN wird verlästert über das, was in der Gemeinde geschieht.

  • Innerhalb der Gemeinde sollten wir sehr darauf bedacht sein, dass wir Gott ehren. Das tun wir auch dadurch, dass wir vor der Welt ein vorbildliches Leben führen.

Ab Vers 9 sehen wir, dass das „Richten“ in der Gemeinde stattfinden. Im Zweifelsfall sollten wir dann lieber mal auf unser „gutes Recht“ verzichten, als dass wir einen Streit eskalieren lassen – oder gar vor Ungläubigen zu Gericht ziehen.

Im Hinblick auf Sünde der Ungläubigen sollten wir bedenken, dass die Ungläubigen von Gott gerichtet werden.

  • Den Ungläubigen müssen wir nicht zuerst Moral beibringen – die bauchen das Evangelium.

Die sehr klare Trennung zwischen denen „drinnen“ und „draußen“ macht dabei deutlich, dass Gemeinden klar erkennbare Grenzen haben sollten. Das gilt gerade auch in Zeiten, in denen Unverbindlichkeit zur Mode geworden ist.

  • Ich bin da sehr dankbar für die vielen Menschen, die sich in den letzten Jahren in die Verbindlichkeit der Mitgliedschaft unserer Gemeinde begeben haben!

Rut 3

Zu Beginn von Kapitel 3 sehen wir, dass sich Gott-vertrauen und gut überlegtes Handeln nicht gegenseitig ausschließen. Noomi ist in Beidem ein Vorbild und deswegen ist ihr wohl kalkulierter Rat zugleich Ausdruck ihres festen Vertrauens auf den Herrn Und Rut erweist sich weiter aus „tugendhaft“, was wiederum positive Konsequenzen hat. Gleiches gilt aber auch für Boas. In Mitten der dunklen Richter-Zeit sehen wir hier vorbildliche Menschen!

Trotzdem erleben wir hier ein Auf- und Ab. Gerade schien es noch so als ob Boas der Löser sein könnte und dann berichtet er von einem anderen Löser, der das erste Recht hat.

  • Das heißt es weiter, auf Gott zu vertrauen und dann entsprechend weise zu handeln …
  • Das sollte uns ein Vorbild sein.

 

1 Korinther 4

Paulus hat ein klares Verständnis seiner Rolle – er ist ein „Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse“ (4,1). Darin sollten wir ihm nacheifern. Er betont, dass Gott uns besser kennt, als wir uns selbst. Das bringt ihn selbst zur Demut und das sollte auch den Korinthern ein Vorbild sein. Wir sollten vorsichtig damit sein, andere und uns selbst zu beurteilen. Menschen neigen oft dazu, sich selbst im Recht zu sehe und sich zu überschätzen und andere schlechter zu beurteilen. Andererseits sollten wir auch nicht zu viel darauf geben, wie andere uns beurteilen. Was wirklich zählt ist, wie Gott uns sieht.

Um Gottes Anerkennung zu finden, sollten wir bei dem bleiben, was Gott uns sagt. Der HERR erwartet von uns vor allem Treue. Deswegen sollten wir sehr darauf bedacht sein, nicht über das hinauszugehen (aber auch nicht hinter dem zurückzubleiben) was geschrieben steht. Was Paulus dann erklärt (V.7) ist etwas, dass wir uns immer wieder klarmachen sollten – alles was wir haben (Erkenntnis, Besitztümer, Aussehen, etc) kommt von Gott und ist kein Grund für Stolz und Angeberei.

  • Das sollten wir immer wieder bedenken und uns dahingehen auch immer mal wieder selbst überprüfen.

Ab Vers 8 betont Paulus, dass er in weltlicher Hinsicht nicht viel hat, womit er angeben könnte. Aber es geht eben nicht um diese Dinge … und eben auch nicht um weltliche Anerkennung.

  • Er weiß, dass er ein Diener ist
  • Und er weiß, wem er dient!

Und so sieht er sich dann auch in einer Erzieherrolle gegenüber dieser Gemeinde und ermahnt sie scharf (4,18ff).

Rut 2

Ab Kapitel 2 kommt die Wendung zum Guten im Leben von Noomi und Rut. Dabei klingt es so, als sei Alles nur Zufall. So heißt es in Kap. 2, Vers 3: „und es traf sich“. Doch was nach Zufall klingt, ist die gnädige Fügung durch Gottes versorgende Hand! Noomi erkennt das in v.20 richtig.

In Vers 7 lesen wir vom Fleiß der Rut und in Vers 11 werden ihre guten Taten erwähnt. Doch wahrscheinlich ist es vor allem der familiäre Hintergrund der Boas dazu veranlasst Rut zu versorgen und zu beschützen. Auch das ist vorbildlich.

  • Ich wünsche mir, dass die jungen Männer in unseren Gemeinde auf ähnliche Weise mit jungen Frauen umgehen … und dann dabei vielleicht auch schon ihren zukünftigen Frauen dienen 🙂

 

1 Korinther 3

Nachdem Paulus die Korinther in den ersten beiden Kapiteln daran erinnert hat, dass sie von Gott berufen und erwählt sind und all ihre Erkenntnis letztendlich nur durch den Geist Gottes kommt, ermahnt er sie nun zu Beginn von Kapitel 3 in aller Schärfe fast so, als hätten sie keine Weisheit und als wären sie vielleicht doch nicht bekehrt.

Er führt den Korinthern vor Augen, wie „schizophren“ ihr Verhalten ist. ER nennt sie einerseits Brüder, andererseits sagt er, dass er sie eben nicht so anreden kann, wie wirkliche Brüder (wie geistliche Menschen) – denn sie verhalten sich doch eher fleischlich.

  • Das ist schon ein krasses Statement … und Paulus setzt das hier sicher sehr bewusst ein.
  • Wenn wir Leuten begegnen, die sich Christen nennen, aber eben überhaupt nicht so leben, dann sind wir ebenfalls aufgefordert, ihnen das deutlich zu sagen. Gerade so rufen wir Leute dazu auf, sich zu positionieren.

Ab Vers 5 greift Paulus dann nochmals ganz direkt das Thema der Spaltungen in der Gemeinde auf, das er ja schon in Kap. 1,10ff angesprochen hatte. Letztendlich sind alle Lehrer & Leiter nebensächlich – was zählt ist Christus, der allein der Grund ist, auf dem wir stehen können (3,11).

Was Paulus dann erklärt macht deutlich, dass es – auch wenn unsere Erlösung immer nur aus Gnade allein kommt – trotzdem eine Rolle spielt, wie wir unser Leben führen. Auf dem Grund Christus können wir Dinge bauen, die Bestand haben oder eben auch welche, die vergehen werden.

  • Wir sollten darauf bedacht sein, unser Leben in Dinge zu investieren, die Bestand haben und für die wir eines Tages bei Gott einen Lohn empfangen werden.
  • Genau deshalb sind wir dazu aufgerufen, demütig zu sein und ein Leben zu führen, dass unseren Glauben offenbart und letztendlich Gottes Anerkennung findet, anstatt nach Ruhm und Anerkennung in dieser Welt zu suchen.

Rut 1

Gleich der erste Vers im Buch Ruth macht gleich deutlich, wann das Buch zeitlich einzuordnen ist, nämlich während der Zeit der Richter. Neben den äußeren Bedrängnissen, von denen wir im Buch Richter lesen, gab es damals auch innere Not … in diesem Fall durch eine Hungersnot.

In Ihrer Not zog die Familie des Elimelech in das Land der Moabiter und die Söhne heirateten lokale Frauen. Das klingt jetzt ja erstmal nicht gerade positiv … und es geht weiter bergab. Die Flüchtlinge sterben und die Mutter bzw Ehefrau bleibt allein unter Fremden zurück. Noomi schickt die Schwiegertöchter zurück, weil sie denkt, dass sie nicht für sie sorgen könnte. Aber Rut erweist sich als echte Bekehrte zum wahren Gott der Noomi (v.16f).

Die Klageworte der Noomi bei ihrer Rückkehr sind nachvollziehbar. Und doch verkennen sie, dass Gott sie ja nicht leer zurückgebracht hat, sondern mit Rut an ihrer Seite, durch die sie noch viel Segen erleben sollte!

  • Das sollte auch uns eine Ermahnung sein, nicht zu schnell zu klagen. Eventuell übersehen auch wir manchmal die schon vorhandenen Wurzeln des späteren Segens.

 

1 Korinther 2

In Kapitel 2 erklärt Paulus nun, dass sein Dienst ein Dienst am Evangelium ist, das er in Kapitel 1 als eine Botschaft beschrieben hat, die eben nicht zur Weisheit dieser Welt passt. Gleichzeitig weiß Paulus darum, dass das Wort Gottes eine einzigartige Kraft hat. Deswegen gilt es, das Wort Gottes zu predigen, auch wenn die Welt oftmals eher an Worten interessiert ist, die aus rein menschlicher Weisheit stammen. Gott muss uns die Herzen öffnen, damit die Evangeliumsbotschaft ihre Kraft in uns entfalten kann.

Dies tut er durch seinen Heiligen Geist. Das Werk des Heiligen Geistes in der Bekehrung ist in diesem Kapitel sehr deutlich beschrieben. Ich bin so dankbar, dass 1. Kor 2,10 auf mich und so viele Menschen in meinem Umfeld zutrifft.

  • Ich preise Gott für das Gnadenwerk, das er durch Seinen Geist in uns getan hat!
  • Denn nur durch seinen Geist haben wir die Erkenntnis, so dass das Evangelium für uns keine Torheit ist, sondern eben eine kraftvolle Botschaft, die unser Leben komplett verändert und nun prägen sollte.

Richter 21

Nachdem um eine geschundene und ermordete Frau zu richten, 25.000 Mann getötet wurden, werden aus Mitleid Frauen gesucht. Dieses Mal ist es nicht „nur“ eine Frau, die leiden muss, sondern zuerst 400 und später noch mehr. Außerdem werden viele andere umgebracht.

Was als Mission zur Herstellung von Gerechtigkeit beginnt, endet in noch größerem Unrecht.

So endet das Buch Richter an der Stelle, die zuvor mehrmals mit den Worten „Israel tat, was dem Herrn missfiel“ beschrieben wurde.

  • Nachdem die Kapitel 3-16 deutlich gemacht hatten, dass Israel einen besseren, ewig lebenden Richter/Retter braucht, zeigen uns die letzten 5 Kapitel, wie sehr Israel einen König braucht, der deutlich sagt, was gut und richtig ist. Sonst tut jeder, was ihm Recht dünkt … und das Ergebnis ist Chaos.
  • Ich hoffe, dass wir alle das Buch Richter so lesen. Es geht hier nicht um Lebensbilder oder darum, normativ Dinge vom Vorbild der Richter abzuleiten.
    • Es geht weder um Frauen im Pastorendienst (eine recht kreative Ableitung aus dem Dienst der Richterin Deborah), noch darum, wie man Gottes Willen erfragen kann (ein aus dem Kontext Anwenden des Beispiels der Wolle des Gideon).
    • Es geht vielmehr darum, dass das was wir in diesem Buch sehen, eben nicht gut genug ist. Und so weist das Buch in die Zukunft, hin zum einen wahren Retter und zum König aller Könige!
  • Ich preise Gott, dass ich mit Jesus leben darf, dass ER mein Retter und HERR ist und ich mich nicht auf solche Richter verlassen muss darauf, dass das was Menschen Recht dünkt, schon irgendwie passen wird.

 

1 Korinther 1

Der 1. Korintherbrief greift einige recht unterschiedliche Themen auf. Paulus schreibt dabei in eine ganz konkrete Gemeindesituation hinein. Er weiß um einige Missstände in der Gemeinde und er antwortet auf Fragen, die an ihn herangetragen worden waren. Wer tiefer in diesen Brief einsteigen will ist herzlich zur Bibelstunde eingeladen, in der wir derzeit diesen Brief studieren.

Wie so oft beginnt Paulus mit einem wunderbaren Dankgebet für die Gemeinde. Trotz aller Missstände liebt Paulus die Geschwister.

  • Allein das sollte uns schon herausfordern. Haben wir diesen Blick auf andere Christen, auch dann noch, wenn sie ganz offensichtlich in einigen wesentlichen Bereichen theologische und ethische Verfehlungen haben?

Im Gebet klingt dann auch schon ein Thema an, das später im Brief noch ausführlich behandelt werden wird – die Frage nach Geistesgaben. Dazu erklärt Paulus, dass die Korinther keinen Mangel an irgendeiner Gabe haben.

Dann kommt er auf ein erstes Problem in der Gemeinde zu sprechen. Er ermahnt die Gläubigen zur Einheit. Parteiungen in der Gemeinde sind immer falsch. Denn letztendlich hängen wir nie an Menschen, sondern gehören gemeinsam zum Leib Christi und er ist das Haupt, das uns eint.

  • Natürlich kann man auch mal geteilter Meinung sein und Dinge diskutieren – aber Spaltungen unter Christen sind nie Gott-gefällig – zumindest dann, wenn sie eben nicht um falscher Lehre willen geschehen, sondern aufgrund von persönlichen Präferenzen.

Was trennt – und uns auch trennen sollte – ist allein unsere Stellung zur Botschaft vom Kreuz. Und das macht Paulus dann ab 1,18 deutlich. An dieser Botschaft scheiden sich die Geister. Dabei ist die gläubige und frohe Annahme dieser Botschaft etwas, dass wir aus uns heraus nicht tun werden. Geistliche Wahrheiten kann man nur mit Hilfe des Geistes verstehen (siehe Kap. 2). Genau das betont Paulus dann auch und ermahnt so zur Demut.

  • Ohne Gottes Eingreifen, nach seiner Berufung und Erwählung wären wir nichts.

Christus ist unser Ein und Alles … er ist der, in dem sich alle Schrift erfüllt. Er ist für uns zu dem geworden, was wir nicht schaffen konnten. Wenn wir im AT vom weisen oder vom Gerechten lesen, dann dürfen wir wissen, dass das zuerst Christus beschreibt und dann eben alle, die in IHM sind.

1:30-31   30 Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht ist zur Weisheit und zur Gerechtigkeit und zur Heiligung und zur Erlösung,  31 damit, wie geschrieben steht: »Wer sich rühmt, der rühme sich des Herrn!«“

  • Wenn wir uns nur dieser Wahrheit rühmen, dann verbindet uns das mit allen anderen, die Wahrhaft zu Christus gehören. Und so ist das Evangelium zwar einerseits etwas, das uns von Nicht-Christen trennt, aber eben auch etwas, das uns Christen eint und dabei hilft, Spaltungen zu überwinden.

Richter 20

Kapitel 20 zeigt, wie die Stämme Israels auf die Botschaft der zerstückelten Leiche der Nebenfrau des Leviten reagieren. Sie wollen richten und so ziehen sie gegen Benjamin und die Stadt Gibea. Und doch wird das Richten zur Quelle noch größeren Unrechts.

  • Das sollte uns eine Warnung sein, das Gericht nicht in eigene Hand zu nehmen. Wir dürfen das Richten den dafür vorgesehenen staatlichen Organen überlassen … und dann vor allem eben dem HERRN, der in letzter Instanz vollkommen gerecht richten wird.