Richter 19

Der letzte Bericht im Buch Richter erinnert sehr an Soddom und Gomorrah (1. Mose 19), nur dass die Verfehlungen noch schlimmer sind. Dass der Levit sich erst einen Tag nach dem anderen rauben lässt und dann nachher in Eile ist, zeigt quasi im Vorspann schon, wie wenig weise (bzw dumm) der Levit ist.

  • Der Vater der untreuen Nebenfrau (allein das zeugt ja schon von Sünde … untreu … Nebenfrau) meint wahrscheinlich, seinen „Schwiegersohn“ freundlich stimmen zu können, durch die gemeinsamen Festmähler und will so seine Tochter schützen.
  • Doch letztendlich führt sein Verhalten dazu, dass seine Tochter sterben wird.

Der alte Mann in Gibea scheint zuerst der einzig vernünftige und „gute“ Mensch zu sein. Doch dann bietet er seine jungfräuliche Tochter und die Nebenfrau seines Gastes den bösen Männern an. Diese waren wohl bisexuell und von blinder sexueller Lust getrieben. Von daher kommen hier verschiedene sexuelle Sünden zusammen. Die Männer bekommen dann nicht das, was sie wollen, sondern „nur“ die Nebenfrau. Es ist ja auch schon schockierend, dass ihr Mann sich erst aufmacht, um sie zurückzugewinnen und dann schnell dabei ist, sie den bösen Männern zum Missbrauch zu geben.

Die bösen Männer gehen dann aber noch weiter und missbrauchen sie, bis sie tot zusammenbricht.

  • Das ist eklig, höllisch und macht uns zornig.
  • Doch das ist die Konsequenz, wenn Menschen sich selbst überlassen werden.
  • Der Mensch ist nicht grundsätzlich gut … er ist böse … und Anarchie führt deshalb fast immer zu schrecklichen Greueltaten.

Schließlich sehen wir, dass der Levit offenbar ganz seelenruhig schläft, während seine Nebenfrau erst geschändet wird und dann vor der verschlossenen Tür stirbt.

  • In diesem Bericht ist einfach alles abstoßend … aber so ist die Sünde!

Ich danke dem HERRN, dass Er unser König ist und ich preise ihn auch dafür, dass wir in einem Rechtsstaat leben, der mit seinen Gesetzen, das Böse eindämmt!

Vor allem aber danke ich IHM, dass Er mir ein neues Herz gegeben hat und seinen Geist, der uns verändert, so dass wir – mit Gottes Hilfe – immer weniger so handeln, wie eigentlich alle Leute, von denen wir in diesem Bericht lesen.

Richter 18

In Kapitel 18 sehen wir, dass der Levit auch den Danitern wie ein Mietling dient. Die Daniter zeigen durch ihren „Raub“, dass sie wie Micha auch, nur ein bisschen „göttliche Magie“ wollen, aber eben kein Leben nach Gottes Willen. Hier wird Gott bzw sein Priester samt Efod etc. zum Diener und Gehilfen degradiert. In all dem sehen wir Menschen, die Untreu und Ungehorsam sind. Und wir sehen, dass das Konsequenzen hat. Micha beraubt seine Mutter. Diese scheint das nicht zu stören. Beide zusammen basteln sich Götzen. Der Levit lebt nicht da, wo er hingehört und Dan besiedelt nicht das Gebiet, das ihnen eigentlich zugeteilt wurde. Der Levit dient nicht Gott, sondern Menschen, etc …

Das Fazit ist klar: Jeder tut, was ihm recht dünkt und ignoriert, was Gott will!

  • Ist das nicht das Grundproblem von uns Allen?
  • Es gibt nur ein Gegenmittel – auf Gottes Wort zu hören und dann danach zu streben zu tun, was IHM gefällt. Dann kommt Frieden und Segen statt Chaos in unser Leben, denn Gott weist den Weg zu einem leben in Fülle.

 

Kap. 16:

Der Römerbrief endet mit einer langen Auflistung von Grüßen. Paulus hatte offenbar in der ihm eigentlich fremden Gemeinde in Rom viele Bekannte und viele derer, die nun bei ihm waren, waren vormals in Rom oder zumindest in der Gemeinde bekannt. Hier klingt ganz viel Geschwisterliebe und Dankbarkeit für die Geschwister durch.

Manchmal wird aus einzelnen Grüßen abgeleitet, dass Paulus den Dienst von Frauen als Ältesten befürwortet bzw, dass hier einfach deutlich wird, dass es das damals gab und dies kein Problem war. Genauer betrachtet kann man hier aber wohl bestenfalls erkennen, dass die Gemeinde in Kenchreä mit Phöbe eine Diakonin hatte. Ob Junias in Vers 7 männlich oder weiblich ist, spielt hingegen keine große Rolle, da sie/er hier einfach nur als jemand erwähnt wird, der/die den Aposteln bekannt ist … das macht ihn/sie aber sicher nicht zu einer Apostelin. Von daher sind diese Argumente ziemlich offensichtlich an den Haaren herbeigezogen. Aus einer Grußliste ein theologisches Argument entwickeln zu wollen, mit dem klare Aussagen wie 1. Tim 2,12 negiert werden sollen, erscheint dann doch sehr abenteuerlich.

Ab Vers 17 kommt dann nochmal eine Ermahnung – fast so, als sei Paulus plötzlich noch etwas Wichtiges eingefallen, das er als P.S. nachliefert. Hier wird vor Ketzern gewarnt, von denen man sich abwenden soll. Paulus lehrt hier, dass Christen sich gar nicht erst auf die zerstörerischen Argumente der Irrlehrer und Spalter einlassen sollten, denn damit ist bei Ungläubigen ohnehin nichts zu gewinnen. Ungläubige brauchen letztendlich keine neuen Argumente zu den Streitfragen, die sie aufwerfen, sie brauchen das Evangelium. Apologetik hat seinen Wert, wenn sie auf neutrale Ohren trifft. Aber letztendlich brauchen Menschen das Evangelium und daran werden sich die Geister am klarsten scheiden.

In Vers 20 folgt eine heilsgeschichtlich wichtige Aussage: „Der Gott des Friedens aber wird den Satan unter eure Füße treten in Kürze.“

  • Das erinnert an die Verheißung aus 1. Mose 3,15 … Jesus ist der verheißene Schlangenzertreter.

In den letzten Versen sehen wir dann viele Gedanken und Formulierungen, die schon ganz am Anfang des Briefs standen: „16:25-27   25 Dem aber, der euch stärken kann gemäß meinem Evangelium und der Predigt von Jesus Christus, durch die das Geheimnis offenbart ist, das seit ewigen Zeiten verschwiegen war,  26 nun aber offenbart und kundgemacht ist durch die Schriften der Propheten nach dem Befehl des ewigen Gottes, den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden:  27 dem Gott, der allein weise ist, sei Ehre durch Jesus Christus in Ewigkeit! Amen.“

  • Paulus hat nun das gepredigt, was es braucht, damit der Gehorsam des Glaubens aufgerichtet wird.
  • Möge uns die Lehre dieses großartigen Briefs immer wieder neu dazu ermutigen, allein auf Gott zu vertrauen und dann im Glauben ihm im dankbaren Gehorsam zu dienen!

Richter 17

Jetzt kommen wir zu den Kapiteln, die uns keine weiteren Richter vorstellen, sondern uns das Herrscher-lose Israel in seiner ganzen Gottlosigkeit zeigen. So ist der Refrain der letzten 5 Kapitel im Buch Richter nicht mehr „und der Richter starb und die Israeliten taten wiederum, was dem Herrn missfiel“, sondern „Zu der Zeit war kein König in Israel, und jeder tat, was ihn recht dünkte“. Das Problem ist dabei natürlich nicht, dass Israel keinen König oder Richter hat, sondern den wahren Herrscher einfach nicht anerkennt. Der König, den Israel braucht ist ein König, der nicht nur dauerhaft rettet und gut führt, sondern eben auch die Herzen der Menschen verändert.

In Kapitel 17 und 18 lesen wir die Geschichte von Micha. Er weiß offensichtlich, dass die Leviten als Priester dienen, doch meint er, sich einfach seinen ganz privaten Priester engagieren zu können. Die Verse 10 und 11 machen sehr deutlich, wie absurd das Verhältnis zwischen dem Levit und Micha ist. Wer ist jetzt eigentlich wessen „Vater“?

  • Das Fazit in V.13 offenbart, wie sehr wir beruhend auf Halbwissen Dinge falsch deuten können. Leider habe ich in „christlichen“ Kreisen manchmal einen ganz ähnlichen Eindruck. Einiges sieht nach „christlich“ aus und hört und fühlt sich so an, aber tatsächlich geht es total am Kern des wahren Glaubens vorbei.
  • Deshalb müssen wir immer wieder auf Gottes Wort hören und wir brauchen Menschen in unserem Leben, die Gottes Wort gut kennen und uns darauf hinweisen können, wenn wir auf Abwege geraten sind.

 

Römer 15:

Die ersten 13 Verse setzen die Argumentation aus Kapitel 14 fort. Es geht hier weiterhin darum, wie Christen gerade auch bei unterschiedlichen Überzeugungen miteinander leben sollen: „Wir aber, die wir stark sind, sollen das Unvermögen der Schwachen tragen und nicht Gefallen an uns selber haben. 2 Jeder von uns lebe so, daß er seinem Nächsten gefalle zum Guten und zur Erbauung. 3 Denn auch Christus hatte nicht an sich selbst Gefallen, sondern wie geschrieben steht: »Die Schmähungen derer, die dich schmähen, sind auf mich gefallen.« 4 Denn was zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre geschrieben, damit wir durch Geduld und den Trost der Schrift Hoffnung haben. 5 Der Gott aber der Geduld und des Trostes gebe euch, daß ihr einträchtig gesinnt seid untereinander, Christus Jesus gemäß, 6 damit ihr einmütig mit einem Munde Gott lobt, den Vater unseres Herrn Jesus Christus. 7 Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“

  • Die Herausforderung dieser Verse sollten wir immer mal wieder im Blick haben.
  • Das ist gut für uns individuell und gemeinsam als Gemeinde und es stärkt unser Zeugnis nach außen.

Ab Vers 8 wird dann sehr deutlich, dass Paulus hier wohl vor allem das Miteinander von Juden und Heiden im Blick hat.

Das veranlasst Paulus dann schließlich auch dazu, eine Verteidigung seines Dienstes zu geben. Er schließt das Kapitel dann mit der Nennung seiner Reisepläne ab.

Richter 16

In Kapitel 16 offenbart sich noch zwei weitere Male Simsons zügelloser Geschlechtstrieb. Erst sucht er eine Prostituierte und bringt sich so in Gefahr. Aber dank seiner großen Stärke befreit er sich aus der Gefahr. Und dann verliebt er sich nochmal. Auch sein neuer Schwarm, Delia, scheint zu den Philistern zu gehören. Sie verhält sich dann auch fast genauso wie seine Verlobte in Kap. 14. Doch Simson ist dumm genug, trotz der vorherigen Lügen, letztendlich sein Geheimnis zu verraten. Das wird ihm zum Verhältnis. Nun scheint alles vorbei zu sein. Simson ist besiegt.

  • Auch hier sehen wir einen Schatten in Richtung Jesus. Simson ist von den Feinden besiegt und dann – durch das Ausstrecken seiner Arme am Holz – besiegt er seine Feinde – wobei er sein eigenes Leben gibt.

Aber natürlich ist der Sieg, den Simson erreicht, nicht besonders bedeutend. Er tötet einige Feinde aber letztendlich bewirkt er nichts von echter Bedeutung oder langer Dauer. Simson ist kein wirklich guter Retter … und gerade deshalb weist er uns – genauso wie die anderen Richter zuvor – darauf hin, dass wir einen viel besseren Retter brauchen.

  • Danke Jesus, dass Du unser Retter bist und unsere Feinde durch deinen Tod besiegt hast!

 

Römer 14

In Kapitel 14 geht es darum, wie man mit Erkenntnisunterschieden in zweitrangigen Fragen umgehen sollte. Was wir hier lesen ist dem sehr ähnlich, was wir derzeit donnerstags im Rahmen der Bibelstunde aus 1. Korinther 8-10 bedenken.

Manche Gläubige haben eine enge Gewissensbindung an Gesetze, die gar nicht zwingend biblisch sind (bzw durch Christus stellvertretend erfüllt und abgeschlossenen wurden – hier v.a. Aspekte des zeremoniellen Gesetzes). Hier ist von denen, die meinen es besser zu wissen, welche Freiheiten wir als Christen haben, Rücksicht gefordert.

  • Letztendlich dürfen (und sollen) wir einander zwar dabei helfen, die Bibel immer besser zu verstehen, aber es kann nie darum gehen, Geschwister durch unser Verhalten in Gewissenskonflikte zu bringen.
  • Da ist Rücksicht gefragt. Denn der Friede in der Gemeinde und der Friede im Herzen einzelner Gläubigen ist ein hohes Gut!

Richter 15

Sicherlich nicht nur überraschend für die Philister, will Simson dann trotzdem noch die Ehe mit seiner Verlobten … doch sie ist nun schon anderweitig vergeben. Und so geht es dann noch weiter und Simson tötet viele Philister. Im Nachgang gibt es dann noch einen zweiten Kampf und Simson tut es Schamgar nach und tötet die Feinde mit der Waffe, die ihm gerade zur Verfügung steht.

Und so sehen wir, wie Simsons eigenen Leute ihn den Feinden ausliefern, damit sie ihn töten können und Gott das dazu gebraucht, um durch den Ausgelieferten den Feind der Kinder Gottes zu besiegen.

  • Ich sehe hier einen Schatten auf Jesus, der ebenfalls von den Juden an die Feinde ausgeliefert wurde, damit diese ihn töten könnten und der ebenfalls dadurch den Feind (Satan) besiegt hat, um so sein Volk zu befreien!

 

Römer 13

In Kapitel 13 setzt Paulus seine Ausführungen dazu fort, wie Christen in Anbetracht der erfahrenen Barmherzigkeit Gottes leben sollten. Dabei erwähnt er zu Beginn des Kapitels, dass wir die Obrigkeiten achten sollten, die Gott über uns gesetzt hat. Das ist nicht nur ein Zeugnis ihnen gegenüber, sondern auch gut für uns, und es offenbart unseren Glauben an den souveränen Gott, der über allen Obrigkeiten steht und der unsere Umstände voll und ganz im Griff hat.

  • Das ist natürlich leicht gesagt, wenn man eine relative humane Regierung hat. Wenn die Regierung hingegen einfach nur Böse ist (Hitler-Dtld, Nordkorea, etc), dann wird es schwierig. Dann ist echtes Gottvertrauen gefragt!
  • Und natürlich ist Unterordnung selbst bei relativ humanen Regierungen immer eine Herausforderung, da wir immer noch mit unserer rebellischen Sündennatur zu tun haben.

Als Christen sind wir dazu aufgerufen, Gott in allem zu vertrauen und IHN über alles zu lieben. Das setzt uns dann auch frei, uns auch unter „schlechte“ Regierungen zu stellen und so sowohl unsere Brüder, unsere Nächsten und selbst unsere Feinde zu lieben.

  • Was hier nicht konkret angesprochen wird, sind die Grenzen des Gehorsams. Hier geht es um das allgemeine Prinzip und ich denke, dass Gott eben genau weiß, dass wir hier schnell dabei sein können, Schlupflöcher zu suchen, um Ungehorsam und Rebellion zu rechtfertigen.
  • Es ist sicher auch gut zu bedenken, dass Paulus das an die Gemeinde in Rom schreibt – einer Stadt, die damals sicher nicht gerade eine ganz tolle Regierung hatte.
  • Andererseits lehrt die Bibel an anderer Stelle, dass der Gehorsam gegenüber weltlicher Obrigkeit immer da eine Grenze hat, wo dies mit dem Gehorsam gegenüber Gottes klaren Geboten im Konflikt steht (Apg 5,29: Man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen. (siehe auch Apg 4,19))

In Kapitel 5 hatten wir schon gelesen, dass Gott uns zuerst geliebt und durch seinen Geist seine Liebe in uns ausgegossen hat. Liebe zu Gott und zu den Menschen ist unser Auftrag. Das fasst das ganze Gesetz zusammen und hilft uns, das Gesetz zu verstehen. Das Gesetz zeigt uns ganz praktisch, wozu diese Doppel-Liebe führen sollte. Deshalb ist der Versuch, das Gesetz zu halten – ohne Liebe – letztendlich zum Scheitern verurteilt. Aber wenn wir Gottes Liebe in uns tragen, werden wir tun, was Gott sagt und was gut für unsere Mitmenschen ist.

Mir fiel beim Lesen dieses Abschnitts wieder neu auf, wie sehr diese biblischen Worte dem widersprechen, was gelegentlich postuliert wird … im Sinne von „kann den liebe Sünde sein“: „8 Seid niemand etwas schuldig, außer, daß ihr euch untereinander liebt; denn wer den andern liebt, der hat das Gesetz erfüllt. 9 Denn was da gesagt ist: »Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht begehren«, und was da sonst an Geboten ist, das wird in diesem Wort zusammengefaßt: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.«“

Ganz am Schluss des Kapitels kommt dann eine wichtige Begründung für das, wozu Paulus zuvor aufruft. In Anbetracht des kommenden Gerichts Gottes sollen wir in dieser Welt ehrbar leben und wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott eben auch alles Böse richten wird.

Richter 14

Der ganze Bericht von Simson zeigt meines Erachtens zwei Dinge: a) Die negativen Konsequenzen, die es haben kann, wenn wir unsere Triebe nicht im Griff haben, und b) Gottes souveränes Wirken in Situationen, die sehr gottlos wirken.

  • Die Lehre daraus darf aber niemals sein, dass es egal ist, wie wir leben und dass Gott schon etwas daraus machen wird. Vielmehr sollten wir danach streben, unsere Triebe zu kontrollieren und weise zu agieren. Gleichzeitig dürfen wir darauf vertrauen, dass Gott uns auch dann noch gebrauchen kann, wenn wir mal versagt haben.

Aber natürlich lehrt uns der Text noch viel mehr … und vor allem weißt uns Simson auf Jesus hin, den Retter/Richter, den wir wirklich brauchen.

In Kapitel 14 sehen wir, dass Simson etwas begehrt, was er nicht begehren sollte … eine Philisterin. Seine Eltern wissen, dass das falsch ist und sie wissen nicht, was uns der Text in Vers 4 verrät „Aber sein Vater und seine Mutter wußten nicht, daß es von dem HERRN kam; denn er suchte einen Anlaß gegen die Philister.“ Von daher ist es schlichtweg falsch, dass seine Eltern dann nachgeben. Aber letztendlich verhindert dann ja Gott selbst den Eheschluss.

Dann lesen wir von Simsons Sieg über den Löwen (das erinnert an den jungen David). Auch hier tut Simson dann wieder etwas, dass eigentlich verboten war … er geht an den Kadaver und holt sich Honig daraus.

Dann kommt das Rätsel und dann sehen wir, dass Simsons Verlobte – die komplett namenslos bleibt – ihren Leuten loyaler ist, als Simson.

  • Und so sehen wir einen zweiten Charakterzug an Simson … er ist nicht nur unkontrolliert in seinen sexuellen Gelüsten, sondern auch blindwütig im Zorn.

 

Römer 12

Mit Kapitel 12 beginnt der 2. Hauptteil des Briefs. Nachdem das Evangelium von der Gnade und Barmherzigkeit Gottes klar erklärt wurde, geht es nun darum, den Gläubigen zu erklären, was die Konsequenz des Glaubens ist. Damit kommen wir nun zum zweiten Aspekt des „Glaubens-Gehorsams“, den Paulus mittels dieses Briefs aufrichten möchte (1,5 & 16,26).

Gleich in den ersten zwei Versen wird dabei ganz deutlich, dass Paulus nun den Fokus von den Dingen, die es zu Glauben gilt, hin zu den Dingen, die wir tun sollten, ändert. Nach Doktrin kommt jetzt Ethik. Nach dem, „was Gott getan hat“, kommt nun das „wie wir deshalb leben sollten“.

Und weil Gott in Jesus Christus Alles getan hat, was das Gesetz forderte und uns damit freigesetzt hat von einem aussichtslosen Streben nach Werkegerechtigkeit, sollten wir nun als diejenigen, die Gottes Barmherzigkeit erlebt haben, unsere Leben als „lebendige Opfer“ bzw in Sinne eines dauerhaften Gottesdienstes für Gott leben.

Das tun wir, indem wir uns immer wieder neu und immer mehr durch Gottes Geist verändern lassen. Stillstand ist dabei im Prinzip keine Option. Etwas wird uns prägen und verändern. Wenn wir nicht Acht geben, wird uns unsere Umwelt prägen, so dass wir uns ihr anpassen. Das ist in dieser Welt fast immer gefährlich. Natürlich kann es Umgebungen und Menschen geben, die uns positiv prägen, aber das ist eher selten der Fall, wenn wir uns nicht bewusst darum bemühen. Was uns aber letztendlich prägen sollte, sind nicht Menschen, sondern Gott selbst. Er tut das, in dem wir seinem Wort Raum geben und dieses durch seinen Geist verstehen und dann auch immer mehr im Leben umsetzen!

Nach dieser allgemeinen aber sehr wichtigen Aussage, wird Paulus konkreter. Im Prinzip ist der Rest des Römerbriefs dann eine Konkretisierung der ersten beiden Verse aus Kap 12.

In den Versen 3-8 geht es darum, wie wir uns mit unseren Gnadengaben in der Gemeinde einbringen sollen. Wichtig ist dabei immer zuerst Demut. Jede Gabe ist ein Geschenk Gottes, dass uns zum Wohle Aller gegeben wurde. Gleichzeitig haben wir immer auch Defizite und sind deshalb in der Gemeinde immer in einer gegenseitigen Abhängigkeit. Das ist Gott-gewollt und sollte die Einheit fördern. Paulus warnt davor, diese Abhängigkeit zu missachten und sich selbst zu wichtig zu nehmen. Das bringt fast immer Streit, Probleme und Niedergang mit sich. Deshalb sollten wir einfach die Gabe(n) ausüben, die Gott uns gegeben hat und das in aller Demut und bedacht auf Andere.

Ab Vers 9 beschreibt Paulus, wie unser Verhalten gegenüber anderen Menschen nun gerade auch außerhalb der Gemeinde aussehen soll. Ich finde solche Listen immer wieder sehr hilfreich, um mein eignes Leben zu reflektieren. Solche Worte sind herausfordernd, und zeigen mir lauter „Wachstumsbereiche“. Gleichzeitig sollten wir dabei natürlich immer die Kapitel 1-11 im Blick haben, die uns vor einem falschen Werkegerechtigkeit bzw Selbstverurteilung schützen.
Wir leben aus der Gnade und so ist der Aufruf zur Heiligung immer gegründet in dem Wissen um Gottes bedingungslose Liebe für uns.

  • Wenn ich mir klarmache, wie sehr Gott mich liebt, bin ich schneller und fröhlicher dazu bereit, mich auch stärker darum zu bemühen, andere Menschen so zu lieben, wie Paulus das hier von uns fordert.

Und so wünsche ich uns allen, dass unsere Leben immer mehr so aussehen, wie das, was Paulus hier beschreibt!

Richter 13

Ab Kapitel 13 kommt dann der lange Bericht des letzten in diesem Buch behandelten Richters – Simson.

Die Vorgeschichte zum Richter Simson hat alle möglichen deja vu Effekte. Die Ankündigung eines Engels an eine unfruchtbare Frau, dass sie schwanger werden wird ist ja kein Einzelfall und deutet irgendwie auch auf den letzten und höchsten aller Retter hin und die Begegnung der Eheleute mit dem Engel des Herrn hat eine Vielzahl an Parallelen zu Gideons Berufung in Kap. 6.

Manches erinnert auch ein wenig an Johannes des Täufer … und in gewisser Weise ist Simson ja genauso wie Johannes auch ein Vorläufer des Herrn.

Ich finde es interessant, dass Manoach und seine Frau nicht gleich kapieren, dass sie es mit dem Engel des Herrn zu tun haben. Er tritt als Mensch auf.

  • Ich denke, dass wir vieles gar nicht wahrnehmen, was Engel aber auch Dämonen hier auf Erden tun, da wir sie nicht als solche erkennen.
  • Wie dem auch sei, der HERR sendet seinen Engel mit Zuspruch & Wegweisung und Manoach und seine Frau erkennen letztendlich, dass das für sie nicht das Todesurteil, sondern ein Segen ist.

 

Römer 11

Zu Beginn von Kapitel 11 lehrt uns Paulus zwei wichtige dogmatische Lehren.

  • Gott ist treu und seine Erwählung ist unverrückbar! Deshalb hat er sein Volk auch nicht verstoßen. Aber die Erwählung galt nie jedem einzelnen Juden. Sie galt immer nur einem gläubigen Überrest und der wird auch gerettet werden.
  • Rettung geschieht aus Gnade allein und hat deshalb nichts mit Werken zu tun. Die Bibel lehrt nie Erlösung durch Gnade UND Werke. Es ist SOLA gratia … Gnade allein. Diese Gnade wird dann Konsequenzen haben und so folgen ihr die Werke, die aber eben nie die Grundlage, sondern immer die Konsequenz der Erwählung und der von Gott allein bewirkten Bekehrung sind.

Dann erklärt Paulus, dass die Annahme des Glaubens durch die Heiden letztendlich auch gut für die Juden ist, denn das wird sie zur Eifersucht reizen, so dass dann auch viele Juden zum Glauben kommen werden.

  • So agiert Gott. Er wirkt in allem so, dass Er dadurch seine Ziele erreicht.

Deswegen sollten sich die Heiden auch nichts auf ihre Erlösung einbilden … es ist alles Gnade und so wie sie Teil von Gottes Volk werden konnten, so können auch Juden gerettet werden, wenn sie umkehren und Jesus anerkennen. Denn Gottes Volk besteht aus Menschen aller Völker. Und so wird dann nochmals deutlich, dass es nur ein Volk Gottes (den Ölbaum) gibt, dass nicht deckungsgleich mit dem physischen Volk Israel ist, aber zu dem eben auch viele Juden gehören werden:

2:28-29  28 Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht;  29 sondern der ist ein Jude, der es inwendig verborgen ist, und das ist die Beschneidung des Herzens, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht.

9:6  Denn nicht alle sind Israeliten, die von Israel stammen;

11:25-26  Verstockung ist einem Teil Israels widerfahren, so lange bis die Fülle der Heiden zum Heil gelangt ist;  26 und so wird ganz Israel gerettet werden“

Die Grundfrage vom Beginn des 9. Kapitels nach der Treue Gottes im Hinblick auf sein erwähltes Volk findet hier seine Antwort: „11:28-29  im Blick auf die Erwählung sind sie Geliebte um der Väter willen.  29 Denn Gottes Gaben und Berufung können ihn nicht gereuen.“

  • Das Ganze ist kompliziert und Gottes Wille im Hinblick auf Erwählung und Rettung ist für uns nicht immer komplett nachvollziehbar … und das ist auch okay.
  • Gott ist Gott und wir sind es nicht und deshalb sollten wir in aller Demut und Dankbarkeit einfach Gott loben.

Genau so endet dann auch der 1. Hauptteil des Römerbriefs mit einem wunderbaren Lobpreis Gottes: „11:33-36  O welch eine Tiefe des Reichtums, beides, der Weisheit und der Erkenntnis Gottes! Wie unbegreiflich sind seine Gerichte und unerforschlich seine Wege!  34 Denn »wer hat des Herrn Sinn erkannt, oder wer ist sein Ratgeber gewesen?«  35 Oder »wer hat ihm etwas zuvor gegeben, daß Gott es ihm vergelten müßte?«  36 Denn von ihm und durch ihn und zu ihm sind alle Dinge. Ihm sei Ehre in Ewigkeit! Amen.“

Richter 12

In Kapitel 12 kommt Ephraim mit dem gleichen Spruch, wie schon bei Gideon in Kap. 8. Jeftah ist da aber direkter mit Ephraim und das führt letztendlich zum Kampf und zur Niederlage Ephraims. Hier kommt dann auch das berühmte „Schibbolet“, das vielen Leuten aus Ephraim zum Verhängnis wurde.

Ibzan, Elon und Abdon waren offensichtlich nicht gerade heldenhafte Richter – zumindest bei Ibzan ist das aus dem Text recht klar.

 

Römer 10

Paulus betet für die (noch) ungläubigen Juden, die er liebt und deren Streben nach Annahme bei Gott er anerkennt. Doch dieses hoffnungslose Streben geht einher mit der Ablehnung des Retters, durch den allein wir gerecht gemacht werden können. Dieses Denken war für die Juden damals – und ist für alle Menschen, die nach ihrer eigenen Gerechtigkeit streben – anstößig. Dabei ist sowohl die Person, wie auch das Werk Jesus der „Stein des Anstoßes“.

Und dann erklärt Paulus, was nötig ist, um bei Gott angenommen zu werden. Nämlich die Einsicht, dass wir uns nicht selber retten können und einen Erlöser brauchen, und dass Jesus Christus dieser Erlöser ist. Jeder, der das im Herzen glaubt und diesen Glauben auch bekennt, wird gerettet werden. Ich finde diesen Zweiklang (Herzen-Mund) sehr hilfreich, weil wahrer rettender Glaube mehr ist, als nur ein Lippenbekenntnis … es ist eine Sache des Herzens … aber wenn das Herz davon voll ist, wird der Mund auch davon reden. Heimliches Christsein geht also genauso wenig, wie ein reines Lippenbekenntnis des Glaubens, das nicht mit einem veränderten Herzen einhergeht.

Ab Vers 14 zeigt Paulus uns dann, wie es zu einem solchen Bekenntnis kommen kann … nämlich durch die Verkündigung des Wortes, das seine zentrale Botschaft im Evangelium hat.

  • Deshalb ist es unser aller Auftrag, das Evangelium zu verkünden … dabei geht es nicht nur m Predigten in einer Gemeinde, sondern um das tagtägliche Verkündigen in verschiedensten Situationen.

Paulus schließt diesen Abschnitt damit ab, dass er erklärt, dass das Problem der Juden aber nicht das ist, dass ihnen niemand das Evangelium verkündet habe. Ihr Problem sind ihre harten Herzen. Dabei wird dann aber deutlich, dass auch das Teil von Gottes gutem Plan ist, denn so kam das Evangelium zu den Heiden, und so wird ER die Juden letztendlich eifersüchtig machen und so auch noch viele retten.

  • Für uns ist wichtig festzuhalten, dass Rettung immer Demut (im Bezug auf unsere Werke) und Erkenntnis (des Retters) voraussetzt. Diese zeigt sich in einem Veränderten Herzen und einem veränderten Zeugnis. Von daher sollten wir in der Evangelisation nicht zu schnell und eindimensional auf Lippenbekenntnisse bedacht sein, sondern den Herzen predigen.
  • Dabei sollten wir bewusst immer wieder Gott selbst sprechen lassen, in dem wir sein Wort weitersagen und das Evangelium verkünden, denn das ist die Kraft Gottes, durch die Menschen gläubig und gerettet werden.

Richter 11

Der Richter Jeftah ist, wie schon viele seiner Vorgänger, jemand, den man nicht unbedingt als Richter ausgewählt hätte. Als der verstoßene Sohn einer Hure eilte ihm sein Ruf als Kämpfer aber wohl voraus, so dass er in der Not zur Hilfe geholt wurde. Im Konflikt mit den Ammonitern zeigt Jeftah, dass er sich in der Geschichte Israels gut auskannte (v.14ff). Außerdem erkennt er, wer wirklich DER RICHTER ist, nämlich der HERR! (v.27).

Sein Gelübde ist etwas seltsam und dumm – er hätte sich doch denken müssen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass ihm zuerst seine Frau oder seine Tochter entgegenkommen recht groß war … oder hatte er viele Haustiere?

Manche Ausleger meinen, dass seine Tochter nicht als Opfer sterben musste, sondern in irgendeiner Form so „geopfert“ wurde, dass sie nicht mehr heiraten konnte/durfte. Das halte ich aber für nicht überzeugend. Ich denke schon, dass der Text ziemlich klar macht, was hier wirklich los war. Und da das Gelübde ja wohl eigentlich im Bezug auf ein Tier gemeint war, wird es sich wohl wirklich um das Töten und ggf Verbrennen gehandelt haben.

  • Die Ausleger haben da wohl einfach (zu Recht) ein moralisches Problem und wollen es deshalb nicht wahrhaben
  • Wie dem auch sei, wir sollten sehr bedacht darauf sein, keine dummen Gelübde abzugeben.

 

Römer 9

Nachdem Paulus in Kapitel 8 gelehrt hatte, dass unser Ausharren im Heil darin begründet liegt, dass schon unsere Errettung das souveräne Werk Gottes war und eben nicht auf unseren Werken beruht, sondern auf seinem ewigen Ratschluss – und somit in der Vorherbestimmung und Erwählung begründet ist, geht Paulus in den Kapiteln 9-11 auf die Frage ein, wie das denn dann zur Situation der Juden passt, die doch auch Gottes erwähltes Volk waren, aber nun scheinbar gar nicht bei ihm sind.

Er beginnt damit, dass er seine Liebe zu den Juden betont und darunter leidet, dass viele Juden tatsächlich nicht gläubig sind.

Doch dann betont er, dass noch nie alle Juden erwählt waren. Gottes Wahl und seine Verheißungen galten immer nur einigen. Er dokumentiert das anhand des AT und konkret an Hand von Isaak und Ismael und Jakob und Esau. Nachdem Paulus zu Beginn des Kapitels erklärt hatte, dass nicht alle Nachkommen Abrahams & Isaaks zu den Erwählten gehören, da sie nicht alle Kinder der Verheißung waren, geht Paulus auf den typischen Vorwurf ein, der in aller Regelmäßigkeit kommt, wenn die Lehre von der Erwählung Gottes auftaucht.
„Was sollen wir nun hierzu sagen? Ist denn Gott ungerecht?“

Ich finde es erfrischend, dass Gottes Wort uns immer wieder in unseren Fragen und Zweifeln abholt. Und so wirft Paulus diese Frage selber auf, um dann darauf weiter einzugehen. Seine Antwort mag nicht jeden befriedigen … aber letztendlich ist das eben das, was Gott uns zu diesem Thema sagen will und wir tun gut daran, dies in aller Demut zur Kenntnis zu nehmen.

  • Letztendlich ist die Errettung nie etwas, das wir verdient haben. Von daher ist Gott nicht ungerecht, wenn Er nicht jeden rettet.
  • Die das aber erleben dürfen, sollten eben immer bedenken, dass dies ein unverdientes Gnadengeschenk Gottes ist. Nach Gottes Gerechtigkeit hätten wir alle die Hölle verdient – aber aufgrund seiner Barmherzigkeit rettet er einige.
  • Dies gilt für Juden genauso wie für Heiden … und so hat er sowohl aus den Juden einige bewahrt, wie eben auch aus den Heiden einige effektiv zum Glauben berufen.

Wir müssen nicht alles über den Ratschluss Gottes verstehen, um wissen zu können, dass Rettung allein das Werk des Herrn ist und ER die rettet, die ER retten will. Gleichzeitig dürfen wir wissen, dass Gott dabei immer Menschen gebrauchen will und es deshalb unser Auftrag ist, Gottes Wort zu verkünden, Menschen zum Glauben zu rufen und Gott im Gebet darum zu bitten, diesen Menschen Glauben zu schenken.

Ab 9,30 geht Paulus dann nochmals konkret auf die Frage nach der Errettung Israels ein. Dabei betont Paulus, dass das Problem das ist, dass viele Juden immer noch das letztendlich hoffnungslose Streben nach einer Gerechtigkeit haben, die sie selber erlangen müssen. Das ist eine Form der Religiosität, die letztendlich zum Scheitern verurteilt ist. Die gläubigen Heiden haben hingegen nicht versucht, durch ihre Werke vor Gott zu bestehen. Aber weil die Rettung aus Gnade durch Glauben kommt, sind eben auch einige Heiden gerettet wurden, die gar nicht danach gesucht haben.

  • Mir ging es da ähnlich. Gottes Gnade hat mich ergriffen, ohne dass ich sie gesucht hätte. Als aber Gott mir dann die Augen und das Herz für sich auftat, habe ich voller Freude angefangen, zu glauben.
  • Möge der HERR es schenken, dass noch viele dieses Geschenk empfangen.
  • Wir Gläubigen dürfen dabei seine Instrumente sein und anderen diese frohe Botschaft verkünden.

Richter 10

In Kapitel 10 folgen zwei kurze Berichte von Richtern, von denen wir sehr wenig erfahren, aber scheinbar waren sie Retter aus der inneren Korruption im Volk Israel.

Vers 6 bringt dann wieder das traurige Echo des Ungehorsams gegen Gott, auf den dann die Strafe wieder durch einen äußeren Feind folgt. Israel betet lauter falsche Götter an – nur der wahre Gott wird missachtet …. bis Israel sich in der Krise wieder auf Gott besinnt.

Was schon in Kap. 6 sichtbar wurde, wird nun noch deutlicher – Gott sendet nicht mehr sofort einen Retter, sondern sagt Israel nun was der Grund ihres Problems ist und zeigt ihnen durch Seine Aufforderung (V.14), dass die Götzen nichts taugen. Israel erkennt das an und Gott erbarmt sich.

  • Gepriesen sei unser Gott für Seine Gnade und Geduld!

 

Römer 8

Vers 1 ist die vielleicht beste Botschaft, die wir hören können: „So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.“

Die Begründung dafür ist der Kontrast des „Gesetz des Geistes“ und dem „Gesetz der Sünde und des Todes“. Letzteres beschreibt das Mosaische Gesetz, wenn man versucht, durch das Halten des Gesetzes vor Gott zu bestehen. Das Gesetz zeigt uns dann unsere Sünde und verurteilt uns damit zum Tode. Doch wer Jesus Christus als seinen Retter und Herrn kennt darf wissen, dass Jesus für uns das Gesetz erfüllt hat und den Tod gestorben ist, den wir verdient hätten. Und so sind die Gläubigen durch den Geist befreit von diesem Gesetz und ein neues Gesetz gilt für uns – das Gesetz des Geistes.

Unter welchem Gesetz wir stehen zeigt sich anhand der Gesinnung, die wir haben. Denn wer den Geist hat, wird auch in seinem Denken durch den Geist geleitet. Doch wer den Geist nicht hat, lebt allein nach dem Fleisch und ist deshalb „fleischlich gesinnt“. Die unterschiedliche Gesinnung führt zu unterschiedlichen Ergebnissen.

Wenngleich also unsere Erlösung allein das Werk Gottes ist, zeigt sich unsere Erlösung dann in unserem Leben. Und so betont Paulus dann mehrfach: „Aber fleischlich gesinnt sein ist der Tod, und geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede.“ (Vers 6) und „Denn wenn ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben müssen; wenn ihr aber durch den Geist die Taten des Fleisches tötet, so werdet ihr leben.“

  • Die alles entscheidende selbst-analytische Frage für einen jeden ist also die: Welcher Geist treibt Dich?

Der Heilige Geist lässt uns Gott als unseren lieben Vater erkennen und führt dazu, dass wir uns IHM voll kindlichem Vertrauen zuwenden. Und so überzeugt uns der Geist selbst, dass wir Gottes Kinder sind. Und diese Kindschaft geht einher mit einer großartigen Verheißung – nämlich der Verheißung der zukünftigen Herrlichkeit!

  • Lasst uns dieser Herrlichkeit entgegen leben!

Die zweite Hälfte des Kapitels zeigt uns, dass Gott Seine Kinder bedingungslos liebt und sie zu einer unvorstellbaren großen Herrlichkeit führen wird. Gerade in diesem Abschnitt betont Paulus, dass wir uns auch in Krisen bei Gott sicher geborgen wissen dürfen. Er bewahrt uns inmitten äußerer Bedrängnisse und Er bewahrt uns auch in den Zeiten, wo unser Glaube mal schwach ist. Die großartige Zusage dieses Abschnitts ist, dass Gott uns allein aufgrund seines freien Ratschlusses gerettet hat. Es war nicht unser Werk oder unsere Weisheit. Es war Gottes große Gnade. Und so dürfen wir wissen, dass die bedingungslose Liebe, mit der Gott uns zu seinen Kindern gemacht hat, hält! Nichts und niemand kann uns von seiner Liebe trennen.

  • Alle, die Gott lieben, dürfen wissen, dass Gott uns immer noch mehr liebt als wir IHN, und dass ER in unseren Leben alle Dinge gebrauchen wird, um letztendlich Gutes hervorzubringen.
  • Und so ist Römer 8,28 ein Vers, der mir ganz wichtig ist – weil er eben gerade auch in schweren Zeiten Zuversicht gibt: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.“