Jeremia 45 überliefert uns Worte des Trostes an Baruch, die Jeremia wohl deutlich vor der Zeit geschrieben, die in den vorherigen Kapiteln behandelt wurde. Baruch ist nun mit Jeremia nach Ägypten verschleppt. Aber gerade jetzt ist es gut an das erinnert zu werden, was Gott verheißen hatte.

  • Gott ist treu und gerade in schweren Zeiten brauchen auch wir immer mal wieder die Erinnerung an das, was uns der Herr verheißen hat.

Mit Kapitel 46 beginnt der letzte längere Abschnitt im Buch Jeremia.

Nun wendet sich der Fokus weg von den Anklagen und prophetischen Worten an Juda hin zu den umliegenden Nationen. In Kapitel 46 kommt als erstes Ägypten in den Fokus. Das war ja das Land, zu dem viele Menschen aus Juda flohen und wohin dann auch Jeremia verschleppt wurde.

Jeremia verkündet Gottes Gericht über Ägypten. Der Herr wird Ägypten erniedrigen und die „Götter“ und Könige Ägyptens richten. Ganz am Ende stehen zwei Verse, die ein Zuspruch an Israel sind. Trotz allem, was der Herr über sein Volk zu sagen hatte, ist er ihm doch treu.

27 Aber du, mein Knecht Jakob, fürchte dich nicht, und du, Israel, verzage nicht! Denn siehe, ich will dir helfen aus fernen Landen und deinen Nachkommen aus dem Lande ihrer Gefangenschaft, daß Jakob zurückkommen soll und in Frieden sein und ohne Sorge, und niemand soll ihn schrecken. 28 Darum fürchte dich nicht, du, Jakob, mein Knecht, spricht der HERR, denn ich bin bei dir! Mit allen Völkern, unter die ich dich verstoßen habe, will ich ein Ende machen; aber mit dir will ich nicht ein Ende machen. Züchtigen will ich dich mit Maßen, doch ungestraft kann ich dich nicht lassen.“

  • Der HERR ist treu und steht zu seinen Erwählten. Das darf uns Trost und Ermutigung sein!

Nach den Gerichtsworten gegen Ägypten folgt in Kapitel 47 der zweite große Dauerfeind Judas, nämlich die Philister. Das Gericht kommt durch die Hände von einem Volk aus dem Norden. Damit sind wohl die Babylonier gemeint.

Im Gegensatz zum Gericht, dass der Herr durch die Babylonier über Juda brachte, gibt es für die Philister keine Zusage einer zukünftigen Wiederherstellung. Und tatsächlich gibt es dieses Volk ja heute nicht mehr.

  • Wir tun gut daran zu bedenken, dass der HERR auch die großen Mächte und starken Feinde im Griff hat.
  • Letztendlich wird sich nicht das Böse durchsetzen, sondern Gott und mit IHM alle, die auf ihn vertrauen.

Als drittes mit Juda verfeindetes Volk, das der HERR richten wird, kommt in Kapitel 48 Moab ins Blickfeld. Moab hat eine interessante Geschichte, da ja die Moabiter von Lot und seiner Tochter abstammen und mit Rut eine Moabiterin im Stammbaum des Herrn Jesus zu finden ist. Doch auch dieses Volk ist gottlos und wird dafür gerichtet werden. Konkret lesen wir hier die Anklagen wegen des Stolzes und des Götzendienstes dieses Volks.

Gott wird die Götzen als machtlos erweisen und den Stolz des Volkes brechen. Und doch gibt es Hoffnung, denn eines Tages soll Moab wiederhergestellt werden (V.47).

Ob diese Zusage Gottes eine konkrete Begründung hat oder es einfach Gottes freiem Ratschluss entspricht, erschließt sich mir nicht.

  • Letztendlich müssen wir uns ja eingestehen, dass wir nicht besser sind als Moab und auch wir die Gnade Gottes genießen dürfen … und das sogar ganz ohne Gericht, denn das hat Jesus für uns auf sich genommen!

Psalm 82:

Psalm 82 zeigt uns menschliche „Götter“, die ungerecht richten und den einen wahren Gott, der eines Tages Alles und Alle gerecht richten wird. Es ist etwas verwirrend in Vers 1 und 6 von „Göttern“ zu lesen. Aber hier geht es sehr offensichtlich eben nicht um echte „Götter“ (da gibt es nur einen) und wohl auch nicht um Engel oder ähnliches, sondern um Menschen, die sich in den Platz Gottes gesetzt haben.

Diese Menschen richten ungerecht (V.2) und tun wohl gerade denen Unrecht, die am meisten auf Hilfe und Schutz angewiesen sind.

Vers 6 klingt so, als ob Gott die „Götter“ verspottet, denn in Vers 7 klingt dann ja deutlich durch, dass „diese Götter“ evtl im Leben agieren wie „Götter und Söhne des Höchsten“ – aber in ihrem Sterben deutlich wird, dass sie eben doch nur Menschen und Tyrannen sind und deshalb von dem einen wahren Gott gerichtet werden.

Dieser Psalm vermittel Hoffnung und Ehrfurcht:
1) Hoffnung, weil wir hier die Zuversicht bekommen, dass Gott die Ungerechten richten wird.
2) Ehrfurcht, weil wir alle (ohne Christus) auch mal Unrechtes tun.

  • Und so brauchen wir Christus, durch den allein wir vor Gott gerecht sein können und wir brauchen Christus, der eines Tages alles Unrecht richten wird.
  • Möge der eine wahre Gott uns immer wieder ermutigen, IHM voller Hoffnung und Ehrfurcht zuzuwenden und in IHM in allen Situationen unsere Zuversicht zu finden.

 

Psalm 83:

Der Psalmist zeugt in Psalm 83 von starker Bedrängnis durch Feinde. Dabei betet der Psalmist zu Gott und nennt seine Feinde, die Feinde Gottes, und ruft Gott dann dazu auf, einzugreifen.

Die feindlichen Nationen haben sich scheinbar gegen Gottes Volk zusammengeschlossen und planen Israels Zerstörung.
Der Beter erinnert an das vormalige Eingreifen Gottes und nennt dabei eine ganze Reihe von Personen, die sich gegen Gott und das Volk Israel aufgelehnt hatten und letztendlich gescheitert waren. Im Wissen darum bittet der Beter Gott, in ähnlicher Weise wiederum einzugreifen und die Feinde zu besiegen.

  • Diese Worte mögen für uns befremdlich klingen. Letztendlich sollten wir natürlich erkennen, dass heute die Trennlinie nicht zwischen Nationen verläuft.
  • Doch als Christen können wir uns dieses Gebet sehr wohl zu Eigen machen. Dabei ist unser letztes Ziel nicht die vollkommene Zerstörung unserer Feinde, sondern, dass Gott sie in ihrem bösen Treiben aufhält und sie zur Umkehr bringt.

Vers 17-19 sollte unser Gebet und Wunsch sein: „Bedecke ihr Angesicht mit Schande, dass sie, HERR, nach deinem Namen fragen müssen. … So werden sie erkennen, / dass du allein HERR heißest und der Höchste bist in aller Welt.“

  • Möge Gott es schenken, dass viel Gottlose zur Erkenntnis Gottes kommen, und dass so aus Feinden Gottes, Kinder Gottes werden.

Und möge Gott uns die Zuversicht geben, dass ER für uns ist und unser Retter ist, der uns eines Tages von allen Feinden befreien wird!

Dieser kleinste aller kleinen Propheten richtet sich nicht gegen Israel oder Juda, sondern gegen Edom.

Die Edomiter sind die Nachkommen von Jakobs (Israels) Bruder, Esau. Sie waren in der Geschichte aber selten ein gutes Brudervolk. Und genau das wird hier angeklagt. Sie haben sich mit den Feinden Judas zusammengetan und sich so an Gottes Volk versündigt. Historisch scheint Obadja die Zeit der Wegführung Judas ins babylonische Exil im Blick zu haben. Da stand Edom stolz daneben und hatte sich wohl auch noch mit den Babyloniern verbündet.

Doch Hochmut kommt vor dem Fall. So war das auch bei Edom. Obadja kündigt hier nun an, dass Edom erniedrigt und gerichtet werden wird.

  • Am Tag des Herrn wird der Herr alles Unrecht richten.
  • Die Gerichts-Worte über Edom zeigen uns letztendlich, dass der Gott Israels der Gott der ganzen Welt ist. Er sieht alles und wird alle Welt richten.

Doch der Tag des Herrn wird für Edom nicht nur zu einem Tag des Gerichts werden. (v.15).

Denn am Ende des kurzen Buchs lesen wir davon, dass das neue Jerusalem kommen wird. Dort werden alle Geretteten einziehen.

Aus dem Rest der Bibel wissen wir, dass zu den Geretteten Menschen aus allen Völkern gehören werden.

  • Von daher gibt es auch für Menschen aus Edom Hoffnung.
  • Denn der Herr wird alle retten, die sich IHM im Glauben zuwenden.

Was wir in Kapitel 40 schon erahnen konnten, geschieht nun. Der Babylonische Statthalter Gedalja wird ermordet. Jischmael ermordet aber nicht nur ihn, sondern dann auch gleich noch viele andere. Diese sind Männer aus Juda, die einfach den Statthalter anerkannt hatten.

Doch Johanan, der schon geahnt hatte, dass Jischmael Böses vorhatte, befreite die Menschen aus dem Volk Juda.

  • Wir sehen hier, dass auch durch die Züchtigung durch die Babylonier, das Böse in Juda weiter viel Raum hat.

In Kapitel 42 sehen wir, dass das in Lande verbliebene Volk verunsichert ist. Und so kommen sie zu Jeremia und erfragen, wie der Herr zu ihnen steht und wie es weitergehen wird.

Die Worte, die Jeremia dann im Auftrag Gottes spricht, sind eigentlich sehr ermutigend. Der Herr verkündet dem Volk seine Versorgung und seinen Schutz. Es gibt nur eine Bedingung. Das Volk muss ihm vertrauen und nicht nach Ägypten fliehen. Wenn sie das tun, wird der Herr sie strafen.

Wiederum können wir schon erahnen, was passieren wird.

  • Es ist einfach traurig zu sehen, wie Menschen immer wieder den Verheißungen Gottes letztendlich nicht glauben und stattdessen ihre eigenen Wege gehen. Noch trauriger ist es, dass wir selbst oft so handeln L

In Kapitel 43 lesen wir dann das, was man schon erahnen konnte. Das Volk misstraut dem Herrn und tut genau das, wovor sie gewarnt wurden. Sie klagen Jeremia an, gelogen zu haben … aber letztendlich ahnen sie, dass er Recht hat. Das Problem wird in Vers 7 deutlich benannt. „Sie wollten der Stimme des Herrn nicht gehorchen“.

Der mit nach Ägypten verschleppte Jeremia verkündet dann, dass der Plan der Männer aus Juda nicht aufgehen wird. Ägypten ist mitnichten ein sicherer Ort des Schutzes vor Nebukadnezar.

  • Herr schenke uns, dass wir auf Dich vertrauen … auf Dich allein!

In den ersten 14 Versen in Kapitel 44 hören wir Worte Gottes an das Volk Juda, in denen er dem Volk ihren Götzendienst und all ihr böses und ungläubiges Tun vorwirft.

Es sind die Worte eines Vaters, der zutiefst enttäuscht von seinen Kindern ist und darum ringt, sie zur Einsicht zu bringen und doch gleichzeitig weiß, dass sie nicht hören werden und er sie disziplinieren muss.

Die Antwort der Männer ab Vers 15 ist verheerend. Sie widersprechen dem Wort Gottes und rechtfertigen ihren Götzendienst.

  • Wir sehen hier, wie Verblendung funktioniert. Anstatt sich Gott wieder zuzuwenden, laufen sie noch weiter von ihm weg.

Und so hören wir dann in den Versen 20-30, dass der HERR sein Gericht verkündet.

  • Möge uns der Herr immer wieder weiche Herzen geben, damit wir uns von ihm korrigieren lassen und immer wieder zur Buße finden.

 

In diesem letzten Kapitel des Buchs Jeremia wird nochmal – wie zuvor in Kapitel 39 – der Fall Jerusalems beschrieben. Neben dem Fall der Stadt ist dies auch der ganz persönliche Fall des Zedekia, der sich gegen Babel gestellt hatte und dann feige floh, nur um dann erleben zu müssen, wie er gefangen wurde, wie seine Söhne getötet wurde und ihm dann die Augen ausgestochen wurden.

Ab Vers 12 lesen wir dann von der Zerstörung des Tempels und ab Vers 24 von der Wegführung des Volkes.

  • Alles was der HERR einst Abraham versprochen hatte und was unter König David wahr geworden war, geht hier nun (vorübergehend) wieder verloren:
    • Gottes König … Gottes Ort … Gottes Volk.

Doch die letzten Verse geben uns einen Hoffnungsschimmer. Der König Jojachin lebt und wird freigelassen und geehrt. Das Davidische Königshaus ist nicht am Ende … und eines Tages wird ein Nachkomme des Königs für alle Zeit die Königsherrschaft antreten.

  • Dieser Herr und König ist der Retter, durch den Gott bei uns ist, der sich ein Volk sammelt, und der ewige herrschen wird.

Nach der Herrschaft von König Josia geht es rapide bergab. Die vier nachfolgenden Könige werden alle als Gott nicht wohlgefällig beschrieben. Sie alle wurden dann jeweils von feindlichen Königen abgesetzt und Juda wird in mehreren Wellen völlig besiegt und ins Exil geführt.

Letztendlich erfüllt sich nun das, was Gott schon längst angekündigt hatte. Auch das Südreich würde Gottes Gericht nicht entgehen … und dieses kommt nun zuerst durch Ägypten, dann aber vor allem durch die Babylonier.

In Kapitel 24 geht es rapide bergab. Nachdem es unter Josia nochmal für einen kurzen Moment so aussah, als würde alles besser werden, sehen wir hier nun, dass die Zeit für das Gericht Gottes gekommen ist. Babylon besiegt Juda und führt es in die Gefangenschaft.

Juda war sich wahrscheinlich zu sicher, dass Gott schon auf sie Acht haben würde und kein Gericht kommen würde.

  • Ich habe oft den Eindruck, dass manche angebliche Christen in unserem Land genauso blind und naiv leben. Es wird schon alles gut gehen, wenn man sich irgendwie Christ nennt. Dabei leben sie in völliger Rebellion gegen Gott und sein heiliges Wort. Das wird Gott nicht für alle Zeit zulassen. Eines Tages wird Er auch das richten.
  • Wir tun gut daran, für DEN zu leben, der noch treuer und größer als Josia ist – für König Jesus. Denn nur durch IHN können wir vor dem Gericht gerettet werden.

Nach dem Bericht über die Zerstörung Jerusalems und der Wegführung des Volkes in das babylonische Exil, kommt ganz am Ende des 2. Buchs Könige ein Hoffnungsschimmer. Der Nachkomme Davids wird begnadigt und lebt. Die Königsfamilie bleibt also bestehen und eines Tages wird es einen Nachkommen von König David geben, der für alle Zeit auf dem Thron sitzen wird: Denn Gott ist treu, auch wenn wir untreu sind.

Wenngleich Gott gerecht richtet, werden diejenigen, die wahrhaft zum HERRN gehören verschont. Das darf unsere sichere Hoffnung sein. Eines Tages wird Gottes wahrhaftiges Volk frei von aller Sünde, dem König aller Könige dienen.

  • Auf diesen Tag dürfen wir uns freuen – gerade auch dann, wenn wir erkennen, dass wir eben auch nicht viel besser und treuer sind als die Untreuen in Juda.

PSALM 74:

Wir lesen hier davon, dass der Psalmist in großer Not ist. Er stellt die „warum“ und „wie lange noch“ Fragen. Und wiederum lesen wir nicht davon, dass Gott dann eingreift.

Dieses Mal findet der Psalmist Trost in der Rückschau auf das, was der HERR bereits getan hat. Er erinnert sich daran, dass Gott von „alters her“ den Seinen geholfen hat (V.12ff). Weiterhin bedenkt er die Allmacht Gottes, wie sie sich in der Schöpfung offenbart. Das gibt dem Psalmisten Trost und Zuversicht, wenngleich seine Fragen nach dem „warum“ und „wie lange noch“ erst einmal unbeantwortet bleiben.

  • Ich wünsche uns ebenso die Fähigkeit, unseren Glauben auch auf das zu gründen, was Gott in der Geschichte getan hat und darin Zuversicht zu finden, gerade auch dann, wenn wir mal nicht verstehen, warum bestimmte Dinge geschehen und Gott scheinbar untätig bleibt.

 

PSALM 79:

Der historische Hintergrund dieses Psalms scheint recht deutlich zu sein. Jerusalem und der Tempel wurden zerstört – was auf den Beginn der Babylonischen Gefangenschaft hinweist.
Der Psalmist bittet Gott um Hilfe. Dabei erhebt er keinen Anspruch an Gott, sondern appelliert an Gottes Interesse an seiner eigenen Ehre. Das könnte so klingen, wie ein geschickter strategischer Schachzug, oder aber – und ich denke, dass das hier der Fall ist – der Psalmist ist tatsächlich ein solch Gott-liebender Mensch, dass ihm die Ehre Gottes wirklich wichtig ist und er es nicht ertragen kann, dass Gottes Name durch Israels Feinde verspottet und gelästert wird.

Wie dem auch sei, der Psalmist fleht Gott um Hilfe an. Wir wissen heute, dass die Babylonische Gefangenschaft 70 Jahre währte. Von daher wurde dieses Gebet nicht sehr schnell beantwortet. Und doch hat Gott eingegriffen und das Südreich entsprechend Seiner Verheißung wiederhergestellt.

Zum Abschluss dankt der Psalmist Gott – und das wahrscheinlich schon bevor Gott tatsächlich eingegriffen hat. Er tut das, weil ER Gott so gut kennt, dass er darauf vertraut, dass Gott tun wird, was er verheißen hat und deshalb seinem Volk letztendlich zur Hilfe kommen wird.

  • Können wir Gott danken, auch wenn unsere Gebete noch nicht erhört wurden?

Vertrauen wir darauf, dass Gott alles gut machen wird?

  • Ich wünsche mir für mich selbst und uns alle, dass wir alle immer mehr lernen Gott in allen Dingen zu vertrauen und ihm deshalb immer auch zu danken!

Im ersten Teil des 38. Kapitels lesen wir einen Bericht, der ganz ähnlich dem ist, was wir auch schon in Kapitel 21 gelesen haben. Uns wird hier nochmal in etwas anderen Worten berichtet, wie Jeremia das Volk in Juda warnte, sich freiwillig in die Hände der Babylonier zu geben.

Hier lesen wir nun, dass das dazu führte, dass Jeremia aus dem Verkehr gezogen und in einen Brunnen geworfen wurde. Wiederum ist es letztendlich König Zedekia, der Jeremia rettet. Zedekia hat weiter Interesse, von Jeremia zu hören. Doch letztendlich vertraut er mehr auf die Szenarien, die er sich selber ausmalt, als auf das Wort Gottes.

  • Das ist wirklich ein trauriges Bild eines Menschen, der ein gewisses Interesse an Gott hat, aber letztendlich nicht bereit ist, Gott wirklich zu vertrauen.
  • Möge der Herr uns da weichere Herzen schenken, die Gott mehr vertrauen, als unseren eigenen Gedanken und Ängsten.

Der letzte halbe Vers aus Kapitel 38 (in manchen Übersetzungen ist die schon 39,1) dient quasi als Überschrift für Kapitel 39: „Und es geschah, daß Jerusalem erobert wurde.“

Genauso wie es der HERR durch Jeremia angekündigt hatte, kommt es nun auch. Die Babylonier erobern Jerusalem. Zedekia muss das nun auch einsehen. Er versucht noch zu fliehen … irgendwie scheint er immer noch zu hoffen, dass Jeremias Prophetie nicht eintreffen wird. Aber Gottes Wort irrt sich nie. Und so wird Zedekia gefangen genommen und muss dann mit ansehen, wie seine Söhne getötet werden, bevor man ihm dann die Augen aussticht und ins Exil führt.

  • Die Babylonier sind grausam. Das letzte was Zedekia in seinem Leben sehen musste, war die Tötung seiner Söhne. Doch letztendlich sind die Babylonier eben auch die Werkzeuge Gottes im Gericht über den ungläubigen König.

Jerusalem wird zerstört und viele Menschen müssen ins Exil. Nur die Unterschicht darf im Land bleiben. Schließlich lesen wir, dass die Babylonier Jeremia bewusst verschonen, und dass auch Ebed-Melech verschont wird.

  • Letztendlich wendet sich hier also das Blatt und es wird allen offenbar, dass Jeremia ein treuer Bote Gottes war.
  • Das sollte gerade die ermutigen, die im treuen Dienst am Herrn Widerstand erfahren und auf Ablehnung stoßen. Der HERR ist treu und steht den Seinen bei.
  • Spätestens in der Ewigkeit werden wir das alle klar und deutlich erkennen … und manchmal zeigt der HERR das eben auch schon hier auf Erden.

In den ersten Versen von Kapitel 40 lesen wir nochmals von Jeremias Freilassung und davon, wie der Oberste der Leibwache der Babylonier erkennt und verkündet, dass der Sieg der Babylonier über Juda letztendlich Gottes Werk war.

  • Das ist schon eine sehr tiefe und überraschende Erkenntnis für einen Mann, der ja nicht zu Gottes Volk gehörte.

Ab Vers 7 lesen wir dann von den Menschen, die in Juda bleiben durften. Offenbar schätzten sie den Statthalter der Babylonier, der ihnen ein gutes Leben erlaubte. Sie profitierten davon, dass die Reichen Bürger weggeführt worden waren, so dass sie nun in ihren Häusern leben und genug zu essen haben konnten.

Diese positive Einstellung gegenüber Gedalja ist dann wohl auch der Grund dafür, dass sie ihn vor einem Mordkomplott warnten. Doch Gedalja war sehr gutgläubig und konnte sich das nicht vorstellen.

  • Man kann schon ahnen, was passieren wird. Aber dazu kommen wir dann morgen.

Nachdem schon die Kapitel 30-32 sehr ermutigend waren, kommt hier nun der Höhepunkt der Ermutigung und der großartigen Verheißungen. Gott wird nicht nur einen neuen Bund aufrichten, er wird auch den alten Bund halten und seine Zusagen wahr werden lassen.

Wenngleich auf Juda nun eine Zeit des Exils wartet, sollen sie wissen, dass der Herr – trotz aller Untreue des Volkes – treu zu seinem Volk und seinen Zusagen steht. Er wird das Volk zurückbringen und die Verheißung erfüllen, dass für alle Ewigkeit ein Nachkomme Davids regieren wird.

  • Wir wissen wer dieser Nachkomme ist – es ist der Herr Jesus Christus.

Wenn wir dieses Kapitel lesen können wir aber sicher auch verstehen, warum viele Menschen erwarteten, dass mit dem Kommen des Messias eben auch das ewige Friedensreich anbrechen würde.

Tatsächlich verschwimmen hier wohl die zwei Horizonte des ersten und zweiten Kommens des Herrn.

  • Ich kann auch gut verstehen, warum basierend auf solchen Passagen sehr unterschiedliche Erwartungen bzgl der Zukunft bestehen. Manche erwarten ein jüdisches Reich samt Opfern und Priestern und andere sehen hier eine eher symbolische Sprache und verstehen, dass Jesus das ewige Opfer und der ewige Priester ist.

Das kann man alles diskutieren … aber wichtig ist dabei zu bedenken, was die Funktion dieses Kapitels ist: es geht darum, dass Gottes Volk ermutigt wird und Gott allen, die zu ihm gehören verheißt, dass er in seiner Allmacht alles so führen wird, dass es letztendlich gut wird.

  • Von daher hoffe ich, dass wir durch dieses Kapitel vor allem einfach ermutigt werden … und es dann Gott überlassen, wie genau er die Dinge dann führt.

Mit Kapitel 34 beginnt ein neuer Abschnitt. Nach den ermutigenden Kapiteln 30-33 folgen nun wieder Warnungen und Gerichtsworte. Bedenkenswert ist dabei, dass der Herr deutlich macht, dass – wenngleich eine übermächtige Streitmacht gegen Juda kämpft – es letztendlich ER selbst ist, der Zedekia in die Hände der Babylonier ausliefern wird.

  • GOTT ist der Allmächtige. Die Übermacht hätte Juda nichts antun können, wenn der HERR schützend seine Hand über das Volk gehalten hätte.
  • Andererseits ist es aber eben auch so, dass uns alle Macht nichts nützt, wenn Gott sich gegen uns stellt. Wir sind voll und ganz abhängig von IHM!

Ab Vers 8 folgt dann eine konkrete Anklage. Juda hatte über eine lange Zeit das göttliche Gebot missachtet, die Leibeigenen im 7 Jahr wieder zu befreien. In der großen Not wurde das dann wohl gemacht … aber nur für eine kurze Zeit, dann merkte das Volk, dass es doch praktisch war, Sklaven zu haben und nahm die eigentlich Freigelassenen wieder zu Sklaven.

  • Einen solchen Bruch des Bundes, den der Herr mit seinem Volk geschlossen hatte, wird der Herr nicht tolerieren. Und so wird hier nochmal klar, dass das Gericht Gottes verdient ist.
  • Ich danke Gott, dass ich wir durch den Gnadenbund in Christus vor IHM bestehen können, obwohl auch wir oft recht halbherzig sind.
  • Und ich bete für mich und uns, dass wir IHM immer treuer werden!

In Kapitel 35 verdeutlicht der HERR nochmals wie untreu sein Volk ist. In diesem Kapitel tut er dies durch einen Kontrast. Der Herr sendet Jeremia, um die Rechabiter in den Tempel einzuladen und ihnen dort Gastfreundschaft zu gewähren und ihnen Wein anzubieten. Doch die Rechabiter lehnen das ab, da ihr Vater ihnen verboten hatte, Wein zu trinken.

Der Gehorsam der Rechabiter gegenüber ihrem Vater dient dann als Kontrast für den Ungehorsam Judas gegenüber Gott. Während der Herr den Rechabitern am Ende Segen verheißt, wird das Volk Juda für seinen Ungehorsam gerichtet werden.

  • Nun können wir einerseits jubilieren, dass Jesus für uns vollkommen gehorsam war. Zum anderen sollten aber auch wir danach streben, Gehorsam zu sein und dabei darum zu wissen, dass auf einem Leben im Gehorsam Gottes Segen liegt.

Kapitel 36 steht sehr offensichtlich nicht in der Chronologie der Ereignisse zur Zeit Jeremias, denn es sieht zurück zur Zeit, als Jojakim König in Juda war, während wir ja zuletzt immer wieder von Zedekia gehört haben, der erst nach Jojakim und Jojachin König wurde.

In diesem Kapitel lesen wir, wie die Prophetien Jeremias überliefert wurden. Er hatte einen treuen Gefährten, Baruch, der die Prophetien, die Jeremia vom Herrn empfing, niederschrieb. Das Ziel war, dass das Volk die warnenden Worte hören und dann Buße tun würde. Anfänglich könnte man noch denken, dass der Plan aufgeht, da es einige Leute gibt, die die Botschaft ernst nehmen und den König informieren.

Doch dann lesen wir, dass der König die Worte des Herrn nicht ernstnahm. Er ließ sie verbrennen und zeigte damit seine Verachtung für Gottes Wort. Das würde für ihn und das Volk fürchterliche Konsequenzen haben.

  • Wir tun gut daran, Gottes Wort sehr ernst zu nehmen.
  • Ich sehe mit großer Sorge, dass Gottes Wort vielerorts inzwischen relativiert wird. Und ich befürchte, dass auch das sehr ernst Konsequenzen haben wird. Denn Gott lässt sich nicht spotten.
  • Möge der HERR uns eine immer höhere Achtung vor seinem Wort schenken und die Demut, uns von Ihm belehren und wo nötig auch korrigieren zu lassen.

In Kapitel 37 machen wir nun wieder einen Zeitsprung nach vorne, hinein in die Regierungszeit des Nachfolgers des Nachfolgers von König Jojakim, König Zedekia.

Er war durchaus wissbegierig und ließ Jeremia zu sich reden. Aber er war nur ein Hörer des Wortes und kein Täter des Wortes. Jeremia verkündet ihm das kommende Gericht.

Ab Vers 11 wirkt es so, als hätte Jeremia mit seinem Dienst abgeschlossen und will nun Jerusalem verlassen, bevor die Feinde zurückkommen und die Stadt niederbrennen. Doch aufgrund einer falschen Verdächtigung landet er im Gefängnis.

  • Ich kann mir vorstellen, dass Jeremia so manches mal gefragt hat, warum der Herr immer wieder solche Sachen zuließ.

Dann sehen wir wieder Zedekia, der wiederum neugierig ist und Jeremia ruft um zu hören, was der HERR zu sagen hat. Auch jetzt hört er nicht auf Gottes Wort. Aber zumindest kümmert er sich um Jeremia und erleichtert seine Haft.

  • Auch das ist interessant. Gott gebraucht den gottlosen König, um Jeremias Situation zumindest ein wenig zu verbessern.
  • Wir sollten hier aber vor allem lernen, dass wir einen König brauchen, der Gottes Wort hört und danach handelt. In Jesus haben wir diesen König.
  • Und wir sollten nun selber Menschen sein, die auf Gottes Wort hören und dann auch Täter seines Wortes sind.
  • In allem dürfen wir wissen, dass der HERR uns nicht jedes leid erspart, aber für uns sorgt!