In diesem Psalm hören wir sehr direkt Gottes Stimme. Er sagt uns, wie ER angebetet werden will. In den ersten 6 Versen ruft ER die Menschen (bzw sein Volk) vor sich, um sein Gericht zu verkünden.
Ab Vers 7 hören wir die Anklage Gottes. Was er seinem Volk vorwirft ist, dass es sich auf ihre Opfer (religiöse Riten) verlässt, die doch an sich wertlos sind. Gott braucht ja keine Opfer. Die Tiere (bzw überhaupt alles) gehören ohnehin ihm. Es geht ihm vielmehr um die Herzenshaltung der Opfernden.

Die Opfer im AT sollten eben vor allem einer Herzenshaltung Ausdruck verleihen – genauso wie eben auch unser lebendiges Opfer eines Gott-hingegebenen Lebens (Römer 12,1).

Und so hören wir mitten in diesem Psalm, wie wir vor Gott bestehen können: „14 Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde, 15 und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen.«“

Ab Vers 16 kritisiert Gott dann das sinnentleerte Opfern. Unser Gottesdienst sollte umfassend sein. Unsere Anbetung sollte in Wahrheit und im Geist stattfinden und nicht einhergehen, mit unbiblischem Verhalten, das es nicht verdient „Gottesdienst“ genannt zu werden. Wie leicht können wir uns dabei einreden, dass Gott sich daran nicht stört, dazu schweigt und das alles gar nicht wahrnimmt … das scheint zumindest das zu sein, was Gott hier erkennt und anprangert (v.21)

In Seiner Gnade warnt uns Gott vor einer solchen Scheinheiligkeit und ruft uns zur Umkehr. Von daher möchte ich uns einfach nochmal Vers 23 vor Augen stellen: „Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.“

  • Oh Herr, gib uns dankbare Herzen, die Dich preisen und Dir im Vertrauen/Glauben auf Deinem guten Weg nachfolgen!

Zu Beginn des Buchs Maleachi betont der Herr seine Liebe für Israel, die in nichts anderem begründet liegt, als in Gottes freier Gnadenwahl. Das was wir hier in den ersten Versen lesen, klingt sehr ähnlich wie das, was der Apostel Paulus ca. 500 Jahre später in Römer 9 schreiben würde.

Doch das Volk zweifelt offenbar an Gottes Zusage. Diese Zwiegespräche ziehen sich durch das ganze Buch. Gott spricht und das Volk stellt seine Worte in Frage. Dabei klagt der Herr vor allem die Scheinheiligkeit und den sinnentleerten Gottesdienst Israels an. So lesen wir z.B. in 1,13-14:  Und ihr sprecht: »Siehe, welch eine Mühsal!« und bringt mich in Zorn, spricht der HERR Zebaoth, denn ihr bringt herzu, was geraubt, lahm und krank ist, und bringt es dar zum Opfer. Sollte mir solches gefallen von eurer Hand? spricht der HERR.  14 Verflucht sei der Betrüger, der in seiner Herde ein gutes männliches Tier hat und es gelobt, aber dem Herrn ein fehlerhaftes opfert. Denn ich bin ein großer König, spricht der HERR Zebaoth, und mein Name ist gefürchtet unter den Heiden.

Das Volk verkennt, wer Gott ist: Ein großer Herr, dem unsere Anbetung und Hingabe verdient! Und sie verkennen, dass sich Gott nichts vormachen lässt. Er kennt unsere Taten und er kennt unsere Herzen.

  • Auch wir müssen diese Ermahnungen hören, denn auch heute noch gibt es viele Scheinheilige.
  • Und Scheinheiligkeit schleicht sich sicher auch in unser aller Leben immer mal wieder ein.
  • Von daher sind diese Worte auch für uns eine hilfreiche Herausforderung

In Kapitel 2 kommen weitere Anklagen und Strafreden – zuerst gegen die religiösen Leiter und dann im Hinblick auf die Treuelosigkeit des Volks, die sich unter anderem im Ehebruch zeigt, aber auch darin, dass entgegen dem, was Gott angeordnet hat, Ehen mit Ungläubigen eingegangen werden.

Hier sehen wir etwas, das auch anderswo in der Bibel gelehrt wird. Eheliche Treue ist ein Indikator auch für die Treue zu Gott.

  • Der Ehebund ist ein Abbild von Gottes Bund mit uns (Eph. 5).
  • Wer sein Ehegelübde bricht, handelt ja schon allein damit schon gegen Gottes Willen.
  • Und er zerstört das von Gott gegebene Bildnis seiner Beziehung zu seinem Volk – denn Jesus ist ja der Ehemann, der sich die Gemeinde zur Braut nehmen wird.

In Kapitel 3 wird ein weiterer Grund genannt, für Gottes gerechten Zorn über sein Volk. Die Untreue Gott gegenüber zeigt sich daran, dass der Zehnte vernachlässigt wird. Da wir alles was wir haben von Gott haben und von Gott nur den Zehnten zurückverlangt, ist es Betrug an Gott, diesen nicht zu geben.

  • Auch hier zeigt sich ein Mangel an Gott-vertrauen.

Was sich in all diesen Dingen zeigt ist, wie sich weltliches Denken still und leise in verschiedensten Bereichen durchsetzt.

  • Auch wir heute sollten und durch das Beispiel Israels warnen lassen!
  • Zugleich sehen wir ganz am Ende des AT, dass die Menschen keinen Deut besser sind, als gleich zu Beginn nach dem Sündenfall. Von daher bestünde wenig Hoffnung auf Besserung … es sei denn, jemand befreit uns von unserer Schuld und gibt uns neue Herzen.

Mit genau diesem Hoffnungsschimmer endet das AT (in christlicher Anordnung … bei den Juden steht ja 2. Chronik am Ende des AT Kanons):

3:23-24 (4:5-6) Siehe, ich will euch senden den Propheten Elia, ehe der große und schreckliche Tag des HERRN kommt.  24 Der soll das Herz der Väter bekehren zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern, auf daß ich nicht komme und das Erdreich mit dem Bann schlage.

Johannes der Täufer wird genau hier ansetzen … er ist der „Prophet Elia“ und nach ihm folgt der Herr.

  • Der schreckliche Tag des Herrn steht bevor. Für einige wird dieser Tag zum Desaster – für andere bringt er die lange herbei gesehnte Rettung!
  • Den Unterschied zwischen ewigem Leben und ewiger Verdammnis macht allein das Eingreifen Gottes. Er muss die Herzen bekehren.
  • Deswegen brauchen wir den „Retter“ Jesus, ein neues Leben (und Herz) und Seinen Heiligen Geist!

In Kapitel 5 hatte man sicher den Eindruck, dass Ester einen ausgeklüngelten Plan verfolgte. Doch nun zu Beginn von Kapitel 6 wird deutlich, dass die entscheidende Wende nicht primär durch menschliche Weisheit und Pläne kommt, sondern sich „einfach so fügt“. Der König konnte nicht schlafen und seine Bettlektüre ist „rein zufällig“ der Bericht über die Geschehnisse, die am Ende von Kapitel 2 beschrieben wurden.

Und dann fragt der König „rein zufällig“, was Mordechai denn für seinen treuen Dienst bekommen habe.

  • Haman wird uns dann nochmals als völlig selbstverliebt geschildert, der nichts ahnend Mordechai große Ehre zukommen lässt.

In Kapitel 7 wird es ernst und Ester bringt ihre Anklage gegen Mordechai vor. Das Timing ist natürlich perfekt. Auch das ergibt sich (scheinbar) einfach so.

Und dann hat es mit Haman ein Ende und er stirbt an seinem eigenen Galgen.

  • Man könnte denken, dass das Drama damit zu einem Ende gekommen ist … doch noch ist es nicht so weit … Fortsetzung folgt 😊

Zu Beginn von Kapitel 8 wird deutlich, dass das noch nicht so ist. Wie in Kapitel 1 ja bereits deutlich wurde, ist der König sehr darauf bedacht, das Gesetz hochzuhalten. Von daher ist der Aufruf zur Tötung der Juden nicht aufhebbar. Wiederum wird Gott nicht erwähnt … doch sicher ist er es, der die Weisheit schenkt, um eine Lösung zu erdenken.

  • Und in all dem fügt es sich, dass die Juden bewahrt bleiben und so Gottes große Verheißung an Abraham bestehen bleibt.
  • Das ist der zentrale Aspekt des Buchs – in der großen Krise bewahrt Gott sein Volk und sorgt so dafür, dass sein vor Anbeginn der Welt gefasst Rettungsplan nicht scheitert.
  • Aus den Nachkommen der Juden in Babylon kommt dann über 500 Jahre später der Erlöser!

Die erste Hälfte von Kapitel 9 zeigt uns nun, dass sich das Blatt komplett wendet. Diejenigen, die gegen Gottes Volk Böses geplant hatten, werden selbst vernichtet, während Gottes Volk triumphiert.

  • Wie ja schon mehrfach betont wird Gott in diesem Buch nie direkt erwähnt. Und doch wird hier ganz deutlich, dass der HERR mit seinem Volk ist.
  • Gott führt alle Dinge so, dass sie dem Volk, das nach seinem Ratschluss berufen ist, letztendlich alle Dinge zum Besten dienen (Röm 8,28).
  • Wir sehen hier einen typologischen Schatten von etwas, das eines Tages für alle Welt sichtbar sein wird. Gottes Volk wird triumphieren und seine Feinde werden gerichtet werden.
  • Jesus Christus hat diesen Sieg am Kreuz errungen und eines Tages wird er wiederkommen und das Reich vollkommen aufrichten!

Halleluja!

Und genau dieser Jubelschrei ist dann auch das Ergebnis der Ereignisse im Buch Ester. Es kommt zu einem spontanen Fest (V.17f) und dieses Fest wird dann zu einer dauerhaften Einrichtung für die Juden. Die Erinnerung an die Vergangenheit stärkt dabei sicher auch die Zuversicht im Hinblick auf die Zukunft.

Die wenigen kurzen Verse in Kapitel 10 sind dann quasi ein mini-Epilog, in dem wir auch noch einige weitere Konsequenzen der Geschehnisse sehen … eine Steuer wird eingeführt und Mordechai hat dauerhaft viel Ehre und Einfluss!

Das Buch Ester beschreibt ein Ereignis, das historisch vor der zweiten und dritten Welle von Rückkehrer aus dem Babylonischen Exil stattfand, die uns in den Büchern Esra und Nehemia geschildert wurden. Ester lebte während der Herrschaft von König Xerxes (Ahasveros), wie gleich zu Beginn in Kap. 1,1 deutlich wird.

Zu Beginn des Buchs bleibt vorerst unklar, worauf das alles hinausführt. Hier – wie überhaupt im gesamten Buch – ist nie die Rede von Gott. Und doch ahnt man schon, dass Gott hier einen großen Plan ausführt. Es ist ein bisschen so, wie ein guter Film. Es werden im Rahmen einer spannenden Geschichte ein paar Dinge berichtet, die erst später wirklich bedeutsam werden.

So sehen wir in Kapitel 1, dass König Ahasveros ein echter Patriarch ist. Er duldet keinen Widerspruch – nicht einmal durch die Königin. So kommt es dazu, dass die Königin Waschti abgesetzt wird.

  • Ahasveros agiert dabei aber nicht blindwütig, sondern in gewisser Weise sehr kontrolliert und bedacht. Es geht ihm darum, dass die Ordnung im Land nicht in Gefahr gerät und Regeln und Gesetze (und vor allem seine Anweisungen) treu befolgt werden müssen.

In Kapitel 2 wird von der Suche nach einer neuen Königin berichtet. Dabei taucht im Fokus gleich die Jüdin Ester … und ihr für sie sorgender Onkel Mordechai auf. Sie verschweigt ihre Herkunft (scheinbar geht ihr Onkel davon aus, dass das ihren Chancen schaden würde, Königin zu werden) und tatsächlich, sie ist die Erwählte und wird zur Königin.

Dann ab Vers 19 kommt der im ersten Moment nicht in den Zusammenhang zu passende Bericht darüber, wie Mordechai ein Komplott gegen den König vereitelt, in dem er durch Ester den König warnt.

  • Wer den Fortgang der Geschichte kennt, sollte jetzt schon bedenken, dass es bei Gott keine Zufälle gibt. Er lenkt alle Dinge, so dass es am Ende, denen die ihn lieben und nach seinem Ratschluss berufen sind, zum Besten dienen wird!

In Kapitel 3 hat das nette Vorspiel ein Ende. Hamans Gebot, dass man sich vor ihm beugen (und ihn anbeten) müsse, wird von Mordechai missachtet. Auch wenn Gott im ganzen Buch Ester nie direkt erwähnt wird, ist diese Weigerung des Mordechai sicherlich darauf zurückzuführen, dass er als treuer Jude seine Knie eben nur vor Gott beugt.

Haman ist skrupellos und seine Rache geht über die persönliche Bestrafung Mordechais hinaus. Er will das ganze Volk der Juden ausrotten. Der Tag dafür wird per Los bestimmt … und so fügt es Gott, dass die Juden noch fast ein Jahr Zeit haben.

In Kapitel 4 lesen wir dann davon, wie die Juden klagen und weinen und dann später auch fasten. Wiederum wird Gott nicht erwähnt – doch sicher ist das Teil ihres Flehens um Gottes Eingreifen. Ester erfährt von all dem und letztendlich bittet Mordechai sie darum, vor den König zu treten und Gnade zu erwirken.

Ester ist zuerst auf ihr eigenes Wohlergehen bedacht und weiß darum, dass sie das nicht einfach darf und ihr der Tod droht, wenn sie unaufgefordert vor den König tritt und der König ihr dann nicht Gnade erweist.

Doch dann kommen die Kernverse des Buchs: Mordechai erklärt: 4,14b „Und wer weiß, ob du nicht gerade um dieser Zeit willen zur königlichen Würde gekommen bist?

Und Ester antwortet: 4,16 „So geh hin und versammle alle Juden, die in Susa sind, und fastet für mich, daß ihr nicht eßt und trinkt drei Tage lang, weder Tag noch Nacht. Auch ich und meine Dienerinnen wollen so fasten. Und dann will ich zum König hineingehen entgegen dem Gesetz. Komme ich um, so komme ich um.“

  • Und so wird Ester zu einem Schatten des Christus. Sie ist diejenige, die für Gottes Volk eintritt und dabei bereit ist, Ihr Leben zu lassen, um das Volk zu retten.

In Kapitel 5 nimmt die Geschichte dann ihren Lauf … und alles wird viel komplizierter, als man es evtl hätte denken können. Ester geht mutig zum König und findet Gnade. Aber sie bringt Ihr Anliegen nicht sofort vor. Stattdessen hat sie einen Plan, der sich dem Leser zunächst nicht erschließt. Der König und Haman werden von Ester zu einem Festmahl geladen …und dann noch zu einem weiteren.

Und dann sehen wir Haman … den eitlen und gleichzeitig bösen Mann.

  • Und so kommt zusätzliche Dramatik in die Geschichte, denn er lässt einen Galgen errichten, um Mordechai zu hängen.

Das Buch Ester ist der Stoff, aus dem gute Filme sind! Und ohne, dass es direkt gesagt wird, kann man doch deutlich erahnen, wer hier in allen Details Regie führt!

  • Gott hat alles im Griff und wirkt in und durch alle Dinge, um das zu tun, was ER geplant hat.
  • Dabei werden ihm selbst böse Menschen mit ihren bösen Plänen zu Handlagern …

IHR LIEBEN: ich bete, dass wir alle in dieser Erkenntnis immer wieder große Zuversicht finden! Unser HERR hat alles im Griff und ER wird alles zu einem perfekten Ende bringen!

In Kapitel 8 kommt dann eine Wende. Gott wird nicht ewig zornig bleiben. Da wo zuvor unwürdig gefastet wurde, soll es wieder frohe und dankbare Festmahle geben.

  • Unser Gott ist ein Gott voller Geduld, Gnade und Barmherzigkeit und deshalb ist es richtig, dass wir zu seiner Ehre leben!

Zugleich verkündet Sacharja wie Gottes Volk leben soll (und wird). Wahrheit und Frieden soll das Miteinander prägen (V.16-19)

Am Ende des Kapitels lesen wir dann vom missionarischen Eifer seines Volkes und davon, dass das zukünftige Heil auch viele Heiden erreichen wird.

  • Unser Glaube ist Beleg dafür, dass der Herr das ausführt, was Sacharja verheißen hat!

Ab Kapitel 9 schaut Sacharja nach viel deutlicher in die Zukunft

In Kapitel 9 kommen konkrete Verheißungen für die Zukunft. Zu Beginn lesen wir davon, dass Gott die Feinde Judas richten wird. Ab Vers 9 kommt dann die Verheißung eines neuen Königs … Gott wird seinem Volk zur Hilfe kommen und es retten.

  • Es ist offensichtlich, dass sich diese Prophetie in Jesus erfüllt hat. Vers 9 hat sich dabei konkret am Palmsonntag erfüllt.

Und wir dürfen aufgrund der großen Gnade Gottes nun Teil Seines Volkes sein und so gelten diese Verheißungen auch uns!

Zu Beginn von Kapitel 10 ermutigt der HERR sein Volk, ihn um den Regen zu bitten, den sie für ihre Versorgung brauchten. Ganz offensichtlich hatte das Volk das nicht getan, sondern sich auf Götzen und Wahrsager verlassen.

Dabei macht der Herr dafür vor allem die schlechten Leiter verantwortlich, die hier als schlechte Hirten bezeichnet werden, die das Volk (die Herde Gottes) vernachlässigen bzw in die Irre führen.

  • Wir sehen hier, dass geistliche Leiter eine besondere Verantwortung vor Gott haben.

Doch dann, ab 10,6 kommen Zusagen Gottes. Er wird eingreifen und sich seines Volkes erbarmen. Er wird es aus der Verstreuung sammeln und die Feinde besiegen. Das Ganze wird einhergehen mit Naturphänomenen, die scheint darauf hinzudeuten, dass das hier verkündete Heil aus heutiger Sicht nur bedingt schon gekommen ist und auch wir noch erwarten dürfen, dass Gott uns endgültig befreit und das Böse besiegt.

  • Das ist die große und sichere zukünftige Zuversicht, die wir auch heute noch haben!

In den ersten drei Versen von Kapitel 11 wird nochmal in bildhafter Sprache das verkündet, was wir auch schon zu Beginn von Kapitel 10 gehört haben. Gott wird die bösen Hirten (Leiter) in Juda richten.

Was dann folgt, finde ich schwer zu interpretieren. Es klingt so, als solle Sacharja selber die Rolle eines Hirten annehmen, wobei er aber auch nicht verhindern wird, dass der HERR das Volk richten wird.

Ab Vers 7 ist dann die Rede von zwei Hirtenstäben, mit denen Sacharja die Herde für eine Zeit gut führt und böse Hirten vertilgte. Doch dann endet sein Dienst auch schon wieder. Er zerbricht in der Folge die Stäbe, was wiederum ein Bild für kommendes Gericht ist.

Die Verse 12-13 erinnern unweigerlich daran, wie der Erzhirten der Herde Gottes – Jesus Christus – verraten und für 30 Silberstücke verkauft wurde. Aber ob und wie das wirklich damit zusammenhängt, ist mir nicht klar.

Das Kapitel endet mit Worten, die wenig Hoffnung machen. Hier ist nun ein nutzloser Hirte am Werk, der gerichtet werden wird.

Nach den eher deprimierenden Kapiteln zuvor, kommen wir nun zum sehr viel hoffnungsfroheren letzten Teil des Buchs. Zu Beginn von Kapitel 12 lesen wir von Jerusalem. Von hier wird das Heil kommen. Gott wird die Seinen beschützen und sich ein großes Volk sammeln. Gleichzeitig wird Gott seinem Volk seinen Geist geben und das wird u.a. dazu führen, dass sein Volk über den getöteten Erstgeborenen weinen wird.

  • Ich verstehe das so, dass wir Christen durch das Wirken des Geistes über unsere Sünden weinen werden, wegen derer Christus ja sterben musste.

Das scheint mir deutlich zu zeigen, wie sehr Gottes Volk den HERRN lieben wird.

  • Ich bete, dass wir immer mehr dahin wachsen und tatsächlich den HERRN anbeten und unsere Sünde uns immer mehr zur Last wird, so dass wir mit vollem Herzen dem Herrn nachfolgen und Seinen Willen tun.

Die ersten Verse aus Kapitel 13 scheinen relativ klar. Am Tag des Herrn wird Gott die Sünde überwinden und Götzen vernichten und so sein Volk freisetzen. Falsche Prophetie soll keinen Raum mehr bekommen.

Ab 13,7 lesen wir von Kämpfen, die dann doch erst einmal wieder nach Gericht klingen. Es scheint mir so, als wenn hier ein Schwenk zurückkommt. Jesus zitiert diesen Vers ja unmittelbar vor seiner Festnahme und Kreuzigung. Diese Zeit der Verstreuung liegt in gewisser Weise hinter uns, weil Jesus ja seit seiner Auferstehung bzw seit Pfingsten seine Gemeinde sammelt (auch wenn sie in gewisser Weise noch in der Zerstreuung lebt, wie es zu Beginn des 1. Petrus heißt).

  • Auch wenn mir manche Dinge unklar sind, zeigt dieses Kapitel ganz klar, dass Jesus die Erfüllung dieser Verheißung ist.
  • Und das macht mich froh und dankbar!

Kapitel 14 scheint nochmal einen großen Bogen zu spannen. Die ersten beiden Verse sehen die kommende Belagerung und Zerstörung Jerusalems, die Sacharja schon zuvor als Gericht Gottes angekündigt hatte.

Dann folgt in Vers 3 die Beschreibung eines sich teilenden Berges. Das erinnert an die Teilung des Schilfmeers und den Exodus. Auf diese Rettung folgen dann sehr hoffnungsfrohe Verheißungen, bei denen es so wirkt, als würde das 1. und 2. Kommen Jesu hier als ein großes Event beschrieben werden.

Auf jeden Fall wird hier deutlich, dass wenngleich Gottes Volk noch schwere Zeiten durchstehen muss, Gott sein Volk letztendlich retten und befreien wird.

  • Das ist ja auch heute noch unsere Erfahrung und die Zuversicht, mit der wir leben dürfen.

Das Buch endet dann auf einer sehr hoffnungsfrohen Note: 14:9  Und der HERR wird König sein über alle Lande. Zu der Zeit wird der HERR der einzige sein und sein Name der einzige. … 14:16  Und alle, die übriggeblieben sind von allen Heiden, die gegen Jerusalem zogen, werden jährlich heraufkommen, um anzubeten den König, den HERRN Zebaoth, und um das Laubhüttenfest zu halten.

  • Der Herr wird letztendlich triumphieren!

14:20-21   Zu der Zeit wird auf den Schellen der Rosse stehen »Heilig dem HERRN«. Und die Töpfe im Hause des HERRN werden dem Becken vor dem Altar gleichgestellt sein.  21 Und es werden alle Töpfe in Jerusalem und Juda dem HERRN Zebaoth heilig sein, so daß alle, die da opfern wollen, kommen werden und sie nehmen und darin kochen werden. Und es wird keinen Händler mehr geben im Hause des HERRN Zebaoth zu der Zeit.

  • Sacharja war sich evtl nicht im Klaren, um was es sich bei seinen Visionen und prophetischen Reden handelte, aber das NT zeigt eindeutig, dass Christus die Erfüllung all dieser Dinge ist!
  • Kapitel 14 ist dabei ein Abschnitt, der mich davon abhält, den historischen Prämillenianismus vollkommen zu verwerfen und mich ohne Vorbehalte der Position des Amillenianismus zuzuwenden, den ich aufgrund des Gesamtzeugnisses der Schrift für eigentlich etwas plausibler halte.

Wie dem auch sei. Sacharja will sicher nicht solche Spekulationen provozieren, sondern die lau gewordenen Kinder Gottes zu einem bewusst Gott-hingegebenen Leben rufen. Und dazu lenkt er ihren Fokus auf die zukünftigen Zusagen.

Sacharja begann seinen Dienst gegen Ende des babylonischen Exils und führte ihn bis nach der Vollendung des Tempels fort. Gleich zu Beginn ruft Gott sein Volk dazu auf, zu IHM zurückzukehren. Dabei macht er deutlich, dass das Exil deshalb kam, weil das Volk den vorherigen Propheten nicht gehorcht hatte und nicht von seinen sündigen Wegen umgekehrt war.

Doch wenn das Volk den Ruf zur Buße hört und sich dem Herrn zuwendet, wird auch er sich dem Volk wieder zuwenden. Und tatsächlich, das Volk tut (zumindest vordergründig) Buße.

  • Wie auch immer wir die Buße Israels einzuordnen haben, eines dürfen wir sicher wissen. Der Herr freut sich über jeden, der sich ihm wieder zuwendet.
  • Von daher ist Buße die Basis für unsere Beziehung zu Gott. Es bedarf dabei sowohl der grundlegenden Buße im Sinne der Bekehrung, wie auch des beständigen immer wieder zum Herrn Umkehrens, wann immer wir wieder unsere eigenen Wege gegangen sind … was wir ja bei jeder Sünde tun.

Dann kommt die erst von 9 Visionen (Träumen), über die in den ersten 6 Kapiteln berichtet wird. In der ersten Vision lesen wir von der Hoffnung auf die Wiederherstellung von Gottes Volk. Die 70 Jahre des Exils werden bald vorüber sein. Diese erste Vision zeigt uns also unseren gnädigen Gott, der seinem auserwählten Volk verheißt, dass er sich über Jerusalems erbarmen wird.

  • Ich hoffe, dass wir alle diesen gnädigen Gott kennen und uns ihm immer wieder zuwenden. Denn wer sich ihm zuwendet, wird erleben, wie auch ER für uns ist.

Je nach Bibelausgabe beginnt das 2. Kapitel mit der 2. Vision oder der 3. Vision (in dem Fall findet sich die zweite Vision am Ende des 1. Kapitels).

In der zweiten Vision sieht Sacharja symbolisch die Feinde Judas, die Juda einst besiegt haben und dann darf er sehen, wie diese selbst zerstört werden. Aus der damaligen Sicht ist das sicher vor allem ein Bild dafür, wie Babylon, das einst Juda besiegt und ins Exil geführt hatte, selber gerichtet und zerstört wird (durch die Perser). Diese Vision ist also für Juda wiederum ermutigend. Wenngleich der Herr Babylon als Werkzeug zum Gericht über Juda genutzt hatte, wird es Babylon selbst auch richten … und das stärkt die Hoffnung auf das Ende der Zeit des Exils.

Dann folgt die dritte Vision. Hier lesen wir von einem „neuen“ Jerusalem. Die Stadt wird keine Mauern haben. Zum einen weil sie sehr groß sein wird und zum anderen, weil sie diesen Schutz nicht brauchen wird. Dieses Jerusalem wird die Heimat für Menschen aus vielen (allen) Völkern sein. Vor allem aber wird Gott selbst in dieser Stadt wohnen.

  • Auch diese dritte Vision ist großartig und war sicher für Juda schon damals eine große Ermutigung.
  • Und auch wir dürfen uns noch darauf freuen. Am Ende der Offenbarung lesen wir mehr über dieses neue Jerusalem. Im Hier und Jetzt dürfen wir schon einen Vorgeschmack darauf in der Gemeinde bekommen.

In Kapitel 4 folgt die 4. Vision. Hier sehen wir den Hohenpriester Jeschua (Joschua). Er war sehr wahrscheinlich der damalige Hohepriester. Seine schmutzige Kleidung wird nicht weiter erklärt. Aber sicher ist er ja einerseits selber nicht frei von Schuld (das ist wahrscheinlich auch der Grund für die Anklage durch Satan) und zum anderen ist er der Repräsentant des sündigen Volkes.

Die Szene der Anklage Satans erinnerte ein wenig an Hiob. Der Kleidertausch klingt dann eher nach dem, was Jesus für uns tun wird. Das passt dann auch zum Aufruf, auf den kommenden „Knecht“, „den Spross“ zu warten – und dabei handelt es sich ganz offensichtlich um Jesus.

Jesus ist dann der perfekte Hohenpriester und unser Fürsprecher beim Vater.

  • Auch diese Vision war sicher eine Ermutigung für die Juden damals. Und es darf uns ermutigen.
  • Gott erlaubt einen Einblick in die zukünftigen Dinge, um den Glauben seiner Kinder zu stärken!

Die fünfte Vision in Kapitel 4 ist schwer zu verstehen. Es ist für mich ermutigend, dass auch Sacharja gleich zweimal dem Engel eingestehen muss, dass er die Bedeutung der Dinge, die er sieht, nicht versteht J. Aber grundsätzlich ist das wohl nochmals eine Ermutigung für Juda.

Gott wird seine zwei treuen und gesalbten Diener – womit neben Serubbabel wohl nochmals Jeschua gemeint ist – zum Segen für sein Volk gebrauchen.

Dabei werden diese nur Erfolg haben, wenn sie sich nicht auf ihre eigene Kraft verlassen, sondern auf den Geist Gottes.

Außerdem ruft uns dieses Kapitel dazu auf, auch die kleinen Anfänge zu ehren.

Der historische Fokus ist hier sicher die Rückkehr Judas aus dem Exil und der Wiederaufbau des Tempels. Doch weisen diese Visionen sicher noch darüber hinaus auf den Tag, an dem der Geist Gottes in Fülle ausgegossen wird und dann das Reich Gottes immer weiter kommt bis hin zum Tag, an dem es im neuen Jerusalem vollendet wird.

  • Wir dürfen dabei in der Kraft des Geistes unseren Beitrag leisten und müssen uns nicht grämen, wenn das was wir tun noch klein und unbedeutend aussieht!

Die sechste und siebte Vision in Kapitel 5 klingen nicht mehr einfach nur nach einer guten Nachricht für Juda. Hier werden jetzt Anklagen vorgebracht und diese scheinen sich gerade auch gegen die Diebe und Lügner in Gottes Volk zu richten.

  • Gott richtet das Böse auch im Haus Gottes. Das ist im Prinzip ja eine gute Nachricht. Doch ohne Jesus wäre das unser Verdammungsurteil. Von daher bin ich froh und dankbar, durch Jesu Tod von aller Schuld befreit zu sein!

Die siebte Vision zeigt dann sehr bildhaft, wie das Böse entfernt wird. Endgültig geschieht das dann erst im neuen Jerusalem, in dem es nichts Böses mehr geben wird.

Die letzte Vision in Kapitel 6 endet mit der Beschreibung einer Krönung, die sicher hilft, die Visionen richtig einzuordnen: „11 nimm von ihnen Silber und Gold und mache Kronen und kröne das Haupt Jeschuas, des Hohenpriesters, des Sohnes Jozadaks,  12 und sprich zu ihm: So spricht der HERR Zebaoth: Siehe, es ist ein Mann, der heißt »Sproß«; denn unter ihm wird’s sprossen, und er wird bauen des HERRN Tempel.  13 Ja, den Tempel des HERRN wird er bauen, und er wird herrlich geschmückt sein und wird sitzen und herrschen auf seinem Thron.“

Der Hohepriester wird gekrönt und dann auf dem Thron sitzen und herrschen! Das geht ja eigentlich nicht, da das Priestergeschlecht die Leviten sind, während die Könige von Juda abstammen. Von daher braucht es dafür einen Hohenpriester einer neuen Ordnung (Heb 5,5f; 7,14ff) … und das ist eindeutig Jesus.

  • Er wird den Tempel bauen (siehe auch Haggai)
  • Er wird „Spross“ heißen (Jes 11,1). Hier kommen nun die scheinbar zwei unterschiedlichen Personen aus Kap 3 zusammen.

Das deutet alles auf Christus hin!

  • Und so dürfen wir wissen, dass die Zusagen des Propheten in Christus ihre Erfüllung gefunden haben bzw noch finden werden: (2 Kor 1:20 Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe.)

In Kapitel 7 macht Gott deutlich, dass ihm die scheinbare Reue Israels nicht gefällt, da all ihr Getue nur eine fromme Show ist und eben nicht das Streben danach, Gott wirklich zu ehren. Gott ist viel mehr daran interessiert, wie die Menschen leben und nicht so sehr, ob sie bestimmten Riten folgen. Das Problem in Israel war, dass sie sich eben nicht um Gerechtigkeit bemüht haben, sondern hartherzig waren.

  • Auch wir sind hier herausgefordert, wirklich zur Ehre Gottes zu leben.
  • Ich weiß, dass ich mir das immer wieder klarmachen muss, denn es ist so leicht, bei allem „frommen Handeln“ letztendlich eben doch Gott aus dem Blick zu verlieren.

Haggai lebte und prophezeite nach dem Babylonischen Exil. Durch das Dekret des Kyrus (538 v. Chr.), wurde den Juden die Rückkehr aus dem Exil ermöglicht. Dann begann der Wiederaufbau des Tempels. Dieser wurde bald – aufgrund äußerer Widerstände – unterbrochen. Dann waren die Juden mehr auf den Bau ihrer Häuser bedacht und vernachlässigten den Wiederaufbau des Tempels. In diese Situation hinein spricht Haggai und ruft das Volk auf, den Wiederaufbau des Tempels wieder aufzunehmen.

Gleich zu Beginn ermahnt Gott die Juden durch Haggai, den Aufbau des Tempels zu priorisieren. Dabei macht ER deutlich, dass das Volk keinen Segen erfährt, weil es Gott geringachtet

Obwohl die äußere Bedrohung nicht mehr existiert, findet der Wiederaufbau nicht statt, weil der innere Feind der Sünde und des Selbstzentriert-seins weiter mächtig herrscht! Ab Vers 13 lesen wir, dass Gott eingreift und die Herzen von Menschen verändert, so dass sie wieder nach dem Streben, was Gott von Ihnen will und was wirklich gut für sie ist!

  • Das ist das Prinzip des Evangeliums! Gott muss unsere Herzen verändern, damit wir Gott wirklich glauben, zu Seiner Ehre leben und so auch selber Segen erfahren.

In Kapitel 2 hören wir Gottes Klage, dass der noch gar nicht fertig gebauten Tempel längst nicht so prächtig ist, wie der vorherige. Nachdem die Juden im Gehorsam zu Gott mit dem Wiederaufbau des Tempels wieder begonnen haben, kündigt Gott jetzt selbst einen Tempel an, der noch herrlicher sein wird als der erste.

Das Buch endet mit etwas verwirrenden Worten an Serubbabel. Es ist wohl so, dass Serubbabel, wie auch der Tempel, hier eher symbolisch erwähnt wird.

Serubbabel steht dabei wohl für Jesus … und der Tempel, von dem hier die Rede ist, steht für das neue Haus Gottes (siehe auch 2. Kor 6,16; 1. Pet 2,4ff)

  • Von daher darf uns dieses Buch herausfordern, über die Gnade und Großzügigkeit Gottes zu staunen und uns selbst dabei zu hinterfragen, ob wir uns großzügig für das Werk des Herrn einsetzen.
  • Heute muss dazu kein physischer Tempel gebaut werden. Das Haus Gottes wird anders gebaut, nämlich durch die Verkündigung des Evangeliums. Gemeinden sollten ihre Finanzen und Gaben so einsetzen, dass das im Zentrum steht.

Ab Kapitel 4 geht es bergab. Die eigentlichen Feinde des reinen Glaubens, wollen beim Tempelbau mitmachen. Diese Form einer Ökumene ohne echte Einheit im Glauben kann nur Schaden bringen. Genau das erkennen die Juden und berufen sich auch das Edikt, das Kyrus nur ihnen gegeben hat.

Dann zeigt sich, dass sie das richtig eingeschätzt hatten. Die angeblich so hilfsbereiten Widersacher gehen nun in offenen Widerstand über. Sie lassen sich diesen dann – nach dem Tod des Kyrus – durch dessen Nachfolger legitimieren.

  • Man könnte hier nun denken, dass der gute Plan Gottes zur Widerherstellung des rechten Gottesdienstes aufgehalten wurde. Für eine Zeit ist das natürlich auch so … aber wir dürfen wissen (und werden dann in den nächsten Kapiteln auch sehen), dass sich Gott bei der Umsetzung seiner Pläne von niemandem aufhalten lässt.

In Kapitel 5 sehen wir, dass sich Gott nicht aufhalten lässt. Er gebraucht dazu sowohl die Gläubigen, die den Tempelbau wiederaufnehmen, wie dann sogar auch den neuen König von Persien, Darius, dem der Statthalter (von Gott geführt) die Botschaft der Juden übermittelt, dass sie von Kyrus die Erlaubnis zum Bau des Tempels haben und dass sie dabei dem Allmächtigen dienen.

  • Mir machen diese Kapitel Mut!
  • Gott sorgt dafür, dass Er nicht in Vergessenheit gerät.
  • Reformation ist dabei etwas, das Gott immer wieder hervorbringt.
  • ER baut Seine Gemeinde und Nichts und Niemand wird ihn daran in letzter Instanz hindern!

In Kapitel 6 lesen wir die Antwort des persischen Königs Darius auf die Anfrage seines Statthalters hin. Darius wird ähnlich wie sein Vorgänger Kyrus von Gott benutzt, um den Tempelbau voranzubringen und dann auch abzuschließen. Vers 10 macht dann deutlich, dass Darius nicht völlig selbstlos handelte. Er gab die Auflage, dass für ihn und seine Söhne gebetet werden solle. Das war wahrscheinlich einfach der Gedanke, dass Gebete zu einem weiteren Gott nicht schaden können …

  • Es ist schon spannend, wie Gott selbst Heiden benutzt, um sein Werk zu tun.
  • Genau das wird dann auch in Vers 14 deutlich, wo neben den Propheten eben auch die Hilfe der persischen Könige erwähnt wird.

Die ersten Verse aus dem Buch Esra machen deutlich, warum im christlichen Kanon das Buch Esra auf das 2. Buch Chronik folgt. Die Verse 1-3 sind fast wortwörtlich identisch zu den letzten beiden Versen im 2. Chronik.

Und dann wird berichtet, dass dieser Aufruf des persischen Königs Kyrus erhört wird … und zwar nicht nur von den Juden, sondern auch von den Menschen im ehemaligen Babylon, das nun von der Persern beherrscht wurde. Sie geben den Juden großzügig Schätze, damit diese das Haus des Herrn wieder aufbauen können.

Und selbst die entwendeten Geräte aus dem Tempel werden mit den Juden zurückgeschickt.

  • In diesen Worten zeigt sich die Treue und Barmherzigkeit Gottes, der sein Wort hält und seine Kinder wieder in die Freiheit führt. Diese Rettung ist aus Gnade allein und geht somit ganz und gar von Gott aus.
  • Ich preise Gott, dass das auch heute noch so ist!

In Kapitel 2 lesen wir eine lange Liste der Heimkehrer – insgesamt gehen ca 50.000 Menschen zurück ins gelobte Land!

  • Wir sehen hier, dass Gottes Wort uns Menschen im Blick hat. Jeder Einzelne zählt.

In Kapitel 3 lesen wird dann davon berichtet, wie die Rückkehrer in Jerusalem das große Projekt zur Wiederherstellung des Tempeldienstes und zum Wiederaufbau des Tempels beginnen.

  • Dabei fangen die Rückkehrer genau richtig an … zuallererst kommt der Gottesdienst. So werden die Opfer wieder dargebracht. Dann kommt der Tempel dran. Der Grund wird gelegt und das Volk jubiliert.

Doch inmitten des Jubels kommen auch die Klagen der Alten. Das wird hier nicht weiter erklärt … es bleibt bei der Andeutung, dass sie weinen, weil sie den vormaligen Tempel erinnern. Die Alten wissen, dass der neue Tempel hinter dem dagewesenen zurückbleibt. Das macht traurig.

  • Doch wir dürfen wissen, dass der viel größere Tempel erst noch kommen würde, der von Gott gebaut, von den Menschen abgerissen und dann von Gott für alle Ewigkeit in Herrlichkeit wieder aufgerichtet werden würde: nämlich Jesus, durch den dann alle Gläubigen mit erbaut werden, zu einem ewigen Tempel.

Der Bericht des Chronisten endet mit einem Hoffnungsschimmer. Das 2. Buch Chronik steht ja am Ende des jüdischen Schriftkanons und von daher ist es wichtig zu erkennen, dass die jüdische Schrift eben nicht mit dem Niedergang endet, sondern mit den zwei Schlussversen, die Mut machen:

„22 Aber im ersten Jahr des Kyrus, des Königs von Persien, erweckte der HERR – damit erfüllt würde das Wort des HERRN durch den Mund Jeremias – den Geist des Kyrus, des Königs von Persien, dass er in seinem ganzen Königreich mündlich und auch schriftlich verkünden ließ:  23 So spricht Kyrus, der König von Persien: Der HERR, der Gott des Himmels, hat mir alle Königreiche der Erde gegeben und hat mir befohlen, ihm ein Haus zu bauen zu Jerusalem in Juda. Wer nun unter euch von seinem Volk ist, mit dem sei der HERR, sein Gott, und er ziehe hinauf!“

  • Wie so oft in der Bibel markiert das Wort „Aber“ einen wichtigen Wendepunkt!
  • So wie der Herr Babel gebrauchte, um Juda zu züchtigen, so gebraucht er später Kyrus, um Babylon zu besiegen und Juda wieder in die Freiheit zu entlassen und dafür zu sorgen, dass ER wieder angebetet würde.

Wie tragisch es doch ist, dass so viele Juden noch nicht erkannt haben, dass in Jesus Christus nun der wahre Erlöser gekommen ist, der sein Volk in eine ewige Freiheit führt!

  • Möge diese Erkenntnis des ewigen Königs und Retters unsere Herzen immer wieder mit Freude füllen und uns reden lassen von dem, wovon unsere Herzen voll sind!