Das Buch Prediger zeigt uns die Sinnlosigkeit allen Strebens „unter der Sonne“. Dieser eigrnzlich negativer Satz weckt zugleich die Hoffnung auf etwas, das dem Leben Sinn und Richtung gibt … aber das ist eben nicht „unter der Sonne“, sondern der, der die Sonne und auch sonst Alles gemacht hat.

Nach dem Einleitungssatz in Vers 1, beginnt das Buch gleich mit ziemlich eindeutigen Aussagen. In der Lutherübersetzung klingt das etwas seltsam „es ist alles ganz eitel“ … die NeÜ ist da deutlicher „Nichtig und flüchtig“ und selbst die Elberfelder ist hier mal ganz klar „Nichtigkeit der Nichtigkeiten! – spricht der Prediger; Nichtigkeit der Nichtigkeiten, alles ist Nichtigkeit!“

Ab Vers 4 erwähnt der Prediger dann Gründe für diese Verzweiflung. Zu Beginn nennt er da die Vergänglichkeit und den Umstand, dass nichts wirklich neu ist … unter der Sonne scheint diese Welt gefangen im Hamsterrad. Ab Vers 12 beschreibt der Prediger (Salomo) nun etwas, das im ersten Moment sicher überraschend klingt. Auch sein Streben nach Weisheit betrachtet er – zumindest „unter der Sonne“ als ein „Haschen nach Wind“.

In den ersten 11 Versen von Kapitel 2 betont Salomo, dass auch das Streben nach Freuden, Besitztümern und anderen Dingen letztendlich nicht befriedigend ist. Er hat das alles probiert und weiß wovon wer spricht.

Ab Vers 12 erwähnt er dann, dass er neben Weisheit auch Torheit und Tollheit ausprobiert habe. Auch das gibt dem Leben keinen echten Sinn.

  • In beiden Fällen ist dabei klar, dass nicht alles gleich gut ist. Reichtum ist besser als Armut und Weisheit besser als Torheit. Und doch ist das alles „unter der Sonne“ nicht wirklich von Bedeutung.

Und schließlich muss er auch feststellen, dass sich selbst alle Mühe und harte Arbeit unter der Sonne nicht wirklich dauerhaft glücklich machen, denn spätestens im Tod ist dann alles, wofür man gelebt hat, dahin.

  • Ich habe kurz nach meiner Bekehrung Predigten zum Buch Prediger gehört. Und gerade diese beiden ersten Kapitel haben mich sehr angesprochen, denn ich konnte Vieles sehr gut nachvollziehen. Natürlich kann man auch ohne Gott mal glücklich sein … aber letztendlich ist ein Leben „unter der Sonne“ – und damit ohne Gott und die Ewigkeit bei ihm im Blick zu haben – ein Leben ohne klares Ziel, ohne Richtung und ohne eine feste Hoffnung.
  • Lasst uns das immer wieder erkennen und Gott dafür loben und preisen, dass er unserem Leben Sinn und Ziel gibt!

In den ersten 8 Versen von Kapitel 3 erklärt Salomo, dass alles seine Zeit hat. Das ist eine allgemeine Weisheit bzgl der Dinge in diesem Leben. Im Kontrast dazu lesen wir dann ab Vers 9 von Gott, der ewig ist und alles Dinge in der Hand hat.

Ab Vers 16 fährt Salomo fort, zu betonen, dass unser Leben unter der Sonne endlich ist und gerade das lässt eigentlich alles unter der Sonne eher unbedeutend erscheinen. Diese Gedanken setzen sich dann bis hinein ins 4. Kapitel fort.

  • Gleichzeitig klingt hier immer mal wieder durch, dass es auch „unter der Sonne“ Dinge gibt, die besser sind. Dabei kommt alles Gute auch „unter der Sonne“ von Gott (siehe z.B. Vers 13)
  • Von daher lehrt dieses Buch eindeutig nicht, dass unser Leben hier auf Erden keine Bedeutung hat und wir hier machen können, was wir wollen. Es gibt Dinge, die sind gut und es gibt Dinge, die sind besser. Und doch ist ohne Gott letztendlich alles schlecht und nutzlos.

In Kapitel 4 wird die letztendliche Bedeutungslosigkeit aller Mühen und Arbeit unter der Sonne, genauso wie aller Macht und Weisheit beschrieben. Es ist alles „eitel und Haschen nach Wind“. Noch mehr als in Kap. 3 lesen wir hier aber auch immer wieder „Wertungen“ der Dinge unter der Sonne, im Sinne des „a ist besser als b“.

Der sicher wichtigste Vers findet sich dann ganz am Ende des Kapitels:

17 Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehst, und komm, daß du hörest. Das ist besser, als wenn die Toren Opfer bringen; denn sie wissen nichts als Böses zu tun.“

  • Das Hören auf Gottes Wort, das in seinem Haus verkündigt wird, ist besser als jedes Opfer, das wir Menschen bringen könnten!
  • Dieser Vers könnte auch beim Apostel Paulus stehen. Wir dürfen heute wissen, dass Jesus allein das eine Gott-gefällige Opfer gebracht hat. Wir sollen gerade diese frohe Botschaft hören und durch sie wahres Leben und Wachstum im Glauben erlangen.

Zu Beginn von Kapitel 5 folgt die Ermahnung, mit Worten sorgsam umzugehen. Vers 6 endet dann mit dem Aufruf, dass wir Gott fürchten sollen. Das mag im ersten Moment so wirken, als ob der Prediger nun nicht mehr allein das Leben „unter der Sonne“ im Blick hat. Doch mir erscheint das eher so zu sein, dass der Prediger davon ausgeht, dass es auch unter der Sonne eine gewisse Gotteserkenntnis gibt. Was aber wohl fehlt, ist das Wissen darum, wie wir mit Gott versöhnt sein können und das ewige Leben erlangen können. Und vor allem fehlt die Ewigkeitsperspektive.

  • Von daher beschreibt das Buch eben nicht nur die Situation von Atheisten oder Agnostikern, sondern vor allem auch von Christen, die das Evangelium und die ewige Bestimmung aus dem Blick verloren haben.
  • So dürfen wir alle das Buch Prediger als Herausforderung dazu lesen, uns bewusst auf die Ewigkeit bei Gott zu besinnen und uns immer wieder frei zu machen von dem Streben auf Erden, das die Ewigkeit aus dem Blick verloren hat.

Genau diese begrenzte irdische Sicht ist dann auch im 2. Teil von Kapitel 5 im Blick … hier geht es um die letztendliche Bedeutungslosigkeit von Reichtum.

  • Möge der Herr uns immer wieder den Blick dafür schenken, dass die wahrhaft erstrebenswerten Schätze die Schätze im Himmel sind!

Auch in Kapitel 6 sehen wir wieder, wie unbefriedigend ein Leben unter der Sonne letztendlich ist. Ohne die Ewigkeit bei Gott zu bedenken, ist doch das Leben hier auf Erden letztendlich tatsächlich ein Haschen nach dem Wind. Es kommt und geht und dann bleibt scheinbar nichts.

Selbst der größte Reichtum an Gütern oder sogar an Kindern oder Lebensjahren ist im Hinblick auf Tod und Ewigkeit eben doch völlig sinnlos.

  • Das heißt natürlich nicht, dass wir irdischen Segen nicht erbitten und dann ggf auch dafür dankbar sein dürfen.
  • Aber es bedeutet, dass jeder irdischer Segen nie frei von Auswirkungen des Fluchs ist.
  • Deswegen macht es absolut Sinn, nach etwas zu streben, das ewig und frei von Auswirkungen des Fluchs ist. Jesus sagt uns wonach: „Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen.“ (Mt 6,33)

Auch heute greife ich wieder einige Aspekte aus der Sprüchesammlung auf.

Kapitel 27 beginnt damit, dass wir ermahnt werden anzuerkennen, dass wir die Zukunft nicht in der Hand haben. Jakobus greift das in Kapitel 4, ab Vers 13 auf. Vers 5 macht uns Mut, Dinge beim Namen zu nennen. So wie Paulus in Eph 4,15 so ruft uns 27,5 dazu auf, die Wahrheit in Liebe zu reden und nicht aus angeblicher Liebe zu schweigen: „Offene Zurechtweisung ist besser als Liebe, die verborgen bleibt.“

Aber natürlich bedarf auch dieser Spruch der Weisheit zu erkennen, dass es eben manchmal dann doch besser sein kann, zu schweigen.

In Kapitel 28 in Vers 1 lesen wir eine interessante Beobachtung: „Der Gottlose flieht, auch wenn niemand ihn jagt; der Gerechte aber ist furchtlos wie ein junger Löwe.“

  • Es ist eben doch so, dass auch die Gottlosen ein Schuldbewusstsein haben.

Ein anderer wichtiger Spruch ist Vers 13: „Wer seine Sünde leugnet, dem wird’s nicht gelingen; wer sie aber bekennt und läßt, der wird Barmherzigkeit erlangen.“ Das erinnert an 1. Joh 1,8-10.

  • Ich denke, dass eine große Schwäche vieler Christen die Bereitschaft zum Sündenbekenntnis ist.
  • Dabei liegt eine solche Verheißung darauf, seine Sünden zu bekennen … von daher bin ich dankbar, dass wir da als Gemeinde seit einigen Jahren in Gottesdiensten häufiger ganz bewusst unsere Sünden bekennen und Gottes Gnade und Barmherzigkeit in Anspruch nehmen.

Vers 26 ist eine Herausforderung zu erkennen, dass unser Verstand und göttliche Weisheit nicht das Gleiche sind. Es ist gut, den Verstand einzusetzen … aber wir sollten uns niemals allein darauf verlassen: „Wer sich auf seinen Verstand verläßt, ist ein Tor; wer aber in der Weisheit wandelt, wird entrinnen.“

Kapitel 29 zeigt uns unter anderem, wie wichtig sowohl die göttliche Offenbarung an sich, wie auch die rechte Gottesfurcht ist, die uns vor Menschenfurcht bewahrt, die wiederum dazu führen kann, dass wir Gottes Offenbarung und seine Gebote weniger schätzen, als eben das, was Menschen sagen bzw denken.

So lesen wir die Warnungen:

29:18  Wo keine Offenbarung ist, wird das Volk wild und wüst; aber wohl dem, der auf die Weisung achtet!“

29:25  Menschenfurcht bringt zu Fall; wer sich aber auf den HERRN verläßt, wird beschützt.“

Mit Kapitel 25 beginnt dann der zweite Zyklus von Sprüchen des Salomo. Diese Sammlung wurde nach Vers 1 von König Hiskia zusammengestellt – also erst mehrere hundert Jahre nachdem Salomo gelebt hatte.

Auch diese Sprüche enthalten viel Weisheit und so sind auch sie ein Geschenk Gottes an uns, damit wir immer mehr so handeln und werden mögen, wie er es ist – vollkommen weise.

Dazu gehört die Aufforderung aus Vers 12: „Ein Weiser, der mahnt, und ein Ohr, das auf ihn hört, das ist wie ein goldener Ring und ein goldenes Halsband.“

Vers 16 ist ein lustig klingender Aufruf dazu maßzuhalten: „Findest du Honig, so iß davon nur, soviel du bedarfst, daß du nicht zu satt werdest und speiest ihn aus.“

Vers 21f klingt stark nach Römer 12: „Hungert deinen Feind, so speise ihn mit Brot, dürstet ihn, so tränke ihn mit Wasser,  22 denn du wirst feurige Kohlen auf sein Haupt häufen, und der HERR wird dir’s vergelten.“

In vielen Versen hören wir einen Aufruf zur Selbstbeherrschung – Demut, Bescheidenheit, und Rücksicht – so zu handeln ist weise!

Kapitel 26

Sprüche 26 zeigt uns das ganze Elend des Toren und warnt diejenigen, die weise sind, sich nicht auf Toren einzulassen. Die Verse 4 und 5 aus Kapitel 26 sind wohl das Paradebeispiel dafür, wie wir die Sprüche lesen sollten: „Antworte dem Toren nicht nach seiner Torheit, daß du ihm nicht gleich werdest.  5 Antworte aber dem Toren nach seiner Torheit, daß er sich nicht weise dünke.“

  • Ganz offensichtlich sehen wir hier einen scheinbaren Widerspruch. Und das ist auch so gewollt. Es gilt halt immer abzuwägen, wann was weise ist.
  • Mal sollte man dem Toren nicht antworten, damit für alle klar ist, wer der Tor ist. Aber manchmal muss man antworten, um so die Torheit erst als solche zu enttarnen.
  • Dieses Spannungsverhältnis macht deutlich, dass wir neben den allgemeinen Weisheiten, die Gott uns durch die Bibel gibt, in spezifischen Situationen Gott im Gebet um Weisheit bitten sollten (Jakobus 1).

Eine Gefahr ist es, wenn wir uns selber für weise halten … und nicht mehr darum bitten. Genau davor warnt Vers 12: „Wenn du einen siehst, der sich weise dünkt, da ist für einen Toren mehr Hoffnung als für ihn.“

  • Von daher ist es mein Gebet für mich und uns alle, dass der HERR uns Weisheit schenkt … gerade auch im Umgang mit denen, die nicht weise sind.

In Kapitel 8 werden parallel zu 1 Könige 9 die Bauprojekte Salomos aufgelistet. Dabei werden hier die Fronarbeiter erwähnt, die Salomo treu dienten. Es wird auch deutlich, wie Salomo eine Hierarchie aufbaut, damit alle Arbeiten gute angeleitet und überwacht werden konnten.

Die Erwähnung seiner Frau (die Tochter des Pharaos), die nicht in Jerusalem wohnen sollte, zeigt einerseits Salomos Respekt vor Gottes Heiligkeit. Aber es wirft die Frage auf, ob diese Ehe eigentlich Gott gefällig war?

Grundsätzlich wird Salomo aber im Buch der Chronik sehr positiv dargestellt, wie das ja auch schon bei David der Fall war.

Gottes Antwort auf Salomos langes Gebet bei der Einweihung des Tempels (in Kap.8) ist interessant. Salomo bittet um das, was längst zugesagt war und Gott wiederholt dann in Kapitel 9 seine Zusagen und Ermahnungen. Dabei warnt der Herr aber auch davor, dass es Konsequenzen haben wird, wenn sich Israel nicht so verhält, wie von Salomo in seinem Gebet quasi zugesagt. Die Warnungen Gottes würden sich später erfüllen. Von daher sehen wir auch darin Gottes Treue …

Ab Vers 10 folgt dann ein Abschnitt, der uns die großen Projekte des Salomo zeigt. Was er anpackt gelingt und er wird immer reicher. Dabei erweist er sich als ein weiser König seines Volkes und geschickter Diplomat war.

  • Das was erstmal Segen ist, wird ihm später zum Fallstrick. Doch in Kapitel 9 ist das noch nicht deutlich erkennbar.

Psalm 146:

Mit Psalm 146 beginnen die abschließenden 5 Lobpreispsalmen, die jeweils mit „Halleluja“ anfangen und enden.

Dieser Psalm lobt den allmächtigen und guten Gott und ruft uns klar und deutlich dazu auf, unsere Hoffnung in nichts und niemanden Anderes zu setzen, als in Gott allein. Denn Gott ist der ewige und perfekte König – er ist der Helfer in Not und der treue Versorger.

  • Lasst uns auf unseren König vertrauen und für Ihn leben!
  • Halleluja!

Psalm 147:

Vers 1 ist ein Aufruf zum Lobpreis und ein Statement zugleich. Denn der Lobpreis, zu dem aufgerufen wird, wird zugleich als etwas Wunderbares beschrieben.

Und dann beschreibt der Psalmist erst einmal den HERRN, den wir preisen sollten. Dabei wird der Herr als guter Hirte, der seine Schafe sammelt und sich liebevoll um seine Schafe kümmert.

Dann kommt die allumfassende Herrschaft des HERRN in den Blick.  Auch dafür sollten wir Gott preisen, denn Gott ist sowohl der Herr der Gemeinde, wie auch der Herr und Gott der ganzen Schöpfung.

  • Ich bin dem Herrn so dankbar dafür, dass ich wissen kann, dass Seine Herrschaft allumfassend ist und dafür, dass er der gute Hirte seiner Herde ist.
  • Deswegen ist der Lobpreis Gottes – der sich nach Römer 12,1 in unserem ganzen Leben zeigen sollte – tatsächlich „ein köstlich Ding“!

Psalm 148:

In diesem Psalm hören wir den Aufruf an alle Schöpfung, den Schöpfer zu preisen, denn IHM gebühren alle Ehre und alles Lob. Dabei sind interessanter Weise nicht nur Menschen angesprochen. Der Ruf zum Lobpreis gilt überhaupt allem Geschaffenen. Aber natürlich sind wir Menschen da die ersten Adressaten.

Ganz zum Schluss des Psalms kommt dann das besondere Volk Gottes in den Blick. Natürlich war das zur Zeit der Abfassung dieses Psalms primär das Volk Israel. Und doch gilt dieser Aufruf auch uns Christen, denn wir lesen hier: „14 Er erhöht die Macht seines Volkes. Alle seine Heiligen sollen loben.“

Durch den Glauben an Jesus Christus sind wir heilig und gehören zum Volk Gottes.

  • Ich wünsche uns, dass wir unseren großen Schöpfer-Gott so klar im Blick haben, dass unsere Herzen von Lobpreis überlaufen.
  • Lasst uns unseren Schöpfer und Herrn loben … mit unserem ganzen Leben!

Psalm 149:

Nachdem in Psalm 148 der Aufruf zum Lobpreis des Schöpfers noch aller Schöpfung galt, bevor dann am Ende Gottes Volk in den Fokus kam, lesen wir hier nun spezifisch den Aufruf an Gottes Volk, seinen Herrn zu loben. Dabei lesen wir am Ende von Vers 4 auch davon, dass der Herr der Retter seines Volkes ist.

  • Das was hier nur angedeutet wird, wissen wir heute sehr genau. Der Herr ist immer auch der Retter aller, deren Herr er auch ist.
  • Andererseits sollten wir eben auch bedenken, dass er letztendlich nur der Retter derer ist, die ihn auch als ihren Herrn anerkennen.

Die letzten Verse dieses Psalms klingen in unseren Ohren sicher etwas seltsam. Hier lesen wir neben dem Lobpreis Gottes auch Worte vom Gericht über die Gottlosen.

  • Das klingt hart, aber letztendlich ist auch das etwas, das ja letztendlich dazu führt, dass Gottes Volk eines Tages frei von aller Verfolgung und allem Leid leben kann.

Psalm 150:

Der Psalter beginnt mit dem Hinweis auf die Gründung im Wort Gottes und endet mit dem Lobpreis Gottes. Das bildet eine wunderbare Klammer. Das Wort Gottes ist die Basis der Gotteserkenntnis und führt zum Lobpreis Gottes.

Konkret geht es in Psalm 150 um musikalischen Lobpreis. Natürlich sollte unser ganzes Leben ein Lobpreis Gottes sein und natürlich ist auch das Hören, Lesen und Nachsinnen über Gottes Wort eine Form des Lobpreises, weil wir damit unsere Hochachtung vor Gott zum Ausdruck bringen. Aber wenn wir dann erkannt haben, wie groß und gut Gott ist, dann ist Musik und sind vor allem Lieder ein sehr passender Weg des Lobpreises. Frohe Menschen singen einfach.

  • Ich wünsche uns, dass wir diese Freude an Gott tief in unseren Herzen und dann auch auf unseren Lippen haben.
  • Das ehrt Gott und macht uns froh … oder wie es John Piper sagt: God is most glorified in us when we are most satisfied in him.

Psalm 134:

Dieser Psalm beginnt mit einem wunderbaren Ruf zur abendlichen Anbetung Gottes und endet mit dem Zuspruch von Gottes Segen. Und tatsächlich ist es ja so, dass da wo Gott wahrhaft angebetet wird, sein Segen auch nahe ist.

  • Die Worte würden gut passen als Rahmen um einen Abend-Gottesdienst.

Die Anbetung geschieht hier mit erhobenen Händen. Das ist eine biblische Anbetungshaltung … genauso wie das sich vor Gott beugen, das auf die Knie gehen oder auch das auf dem Boden vor Gott liegen. Und wohl selbst das normale Gehen war okay bei den Psalmen, die auf dem Weg nach Jerusalem gesungen wurden.

Das heißt, dass erhobene Hände beim Lobpreis durchaus angebracht sind … aber eben auch nicht die einzig richtige Haltung bei der Anbetung ist.

  • Was aber natürlich ohnehin viel wichtiger ist, ist die Herzenshaltung. Und so wünsche ich uns einen Tag, der zur Anbetung Gottes dient und an dem wir den Segen Gottes erfahren.

Psalm 136:

Dieser Psalm zeigt uns die ewige Güte Gottes anhand seiner Schöpfung und seines gnädigen Handelns im Bezug auf Sein Volk.

  • Ich hoffe, dass wir alle diesen Psalm auch ganz persönlich fortschreiben könnten und eben auch Güte in unserem eigenen Leben erkennen.
  • Und ich wünsche uns, dass uns wir immer mal wieder die Zeit nehmen, um Gott dann auch zu Danken und Seine Güte zu preisen!

In Kapitel 4 lesen wir den Bericht über die Herstellung der einzelnen Geräte des Tempels. Wiederum zeigt uns das die Herrlichkeit des Ortes, an dem der heilige Gott symbolisch wohnen sollte.

Das Buch der Chronik wurde ja zur Zeit nach dem babylonischen Exil geschrieben. Es kann gut sein, dass manche dieser Geräte nun wieder ihren Platz im Tempel fanden und so war dieser Bericht wohl auch ein Weg, die Gegenwart des aus dem Exil zurückgekehrten Juda mit der „guten alten Zeit“ zu verknüpfen.

  • Uns geht es evtl ähnlich, wenn wir die Geschichte von Dingen bedenken, die wir dann selber sehen. Das gibt uns eine größere Wertschätzung und Ehrfurcht.

Kapitel 5: Nachdem der Tempel vollendet war, wurde die Bundeslade in das Allerheiligste gebracht. Das veranlasst die Priester zum Musizieren und zum Gesang. Das allein war sicher schon herrlich … aber dann geschah etwas, dass die Anwesenden sicher nie vergessen haben:

„… da wurde das Haus des HERRN erfüllt mit einer Wolke, 14 so daß die Priester nicht zum Dienst hinzutreten konnten wegen der Wolke; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus Gottes.“

  • Gott macht damit deutlich, dass der Tempel ihm wohlgefällig ist. Er nimmt sichtbar diesen Raum ein … und verdeutlicht damit dem Volk Israel, dass ER mitten unter ihnen ist.
  • Und das dürfen auch wir heute wissen. Durch seinen Geist wohnt der HERR auch in uns. Sowohl einzelne Christen, wie auch die Gemeinde werden als Tempel des HERRN beschrieben und haben vom HERRN die Zusage, seiner besonderen Gegenwart.

Mt 18,20 „Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“

Mt 28,20 „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

 

Salomos Gebet in Kapitel 6 lehrt uns sehr viel über das Gebet und über Gott. Untreue gegen Gott hat Konsequenzen. Aber da wo Menschen aufrichtig Buße tun und sich Gott wieder zuwenden, wird Gott seine große Gnade und Barmherzigkeit erweisen.

Besonders bemerkenswert ist dabei Kap 6,32f – hier werden auch die Heiden mit berücksichtigt. Hier wird deutlich – Gott ist der eine Gott aller Völker und jeder, der sich ihm zuwendet, wird bei IHM Annahme und Gnade finden! Das hat – wohlgemerkt – schon König Salomo erkannt!

In 6,36 wird dann auch deutlichm, dass Juden und Heiden ein Grundproblem haben … „es gibt keinen Menschen, der nicht sündigt“! Und da manche Zusagen Gottes auf der Gerechtigkeit der Menschen beruhen, sehen wir halt auch das Dilemma.

  • Der Ausweg aus der Sünde und der Weg zu einer dauerhaften Annahme bei Gott ist eben nur der durch Jesus Christus, unser Opferlamm.
  • Durch ihn allein können wir dauerhaft mit Gott leben.
  • Das bedeutet aber nicht, dass wir Christen nicht auch immer wieder Buße tun und uns Gott zuwenden sollten. Im Gegenteil – unter anderem dazu haben wir ja den Heiligen Geist, der uns zur Buße führt und uns immer wieder an Gott erinnert.

Zu Beginn von Kapitel 7 wird die besondere Gegenwart Gottes im Tempel durch den Einzug der Herrlichkeit Gottes in den Tempel sichtbar. Weiterhin sehen wir in ein riesiges Schlacht- und Opferfest, begleitet von Anbetung durch Musik. Gott antwortet darauf mit einer nochmaligen Zusage seiner Gnade und Bundestreue. Dabei geht er offensichtlich davon aus, dass Israel immer wieder vom rechten Weg abkommen wird, denn er sagt Salomo zu, dass er eingreifen wird, wenn das Volk in Notzeiten zu ihm ruft.

Gleichzeitig macht der Herr deutlich, dass seine Zusage nur gilt, wenn Israel sich ihm zuwendet. Von daher muss uns klar sein, dass der HERR nicht einfach der Weihnachtsmann ist, sondern dass seine Zusagen oftmals eben an ganz konkrete Bedingungen geknüpft sind.

Dieser sehr persönliche Psalm zeigt uns, wie David auf den Herrn vertraut. In den Versen 1b-3 hören wir den sicher gut gemeinten Ratschlag an ihn, vor den Bösen zu fliehen. Aber er vertraut auf Gottes Beistand und seine Hilfe.

  • Daraus sollten wir sicher nicht ableiten, dass es nicht manchmal auch weise sein kann, sich vor Angriffen zurückzuziehen.
  • Was wir aber auf jeden Fall lernen sollten ist, in allen Dingen auf den gerechten und gnädigen Gott zu vertrauen, der den Seinen beisteht.

In diesem Psalm lesen wir vom Kontrast zwischen „dem Gerechten“ und „den Frommen“ auf der einen Seite und „den Gottlosen“ auf der anderen Seite. Interessant ist, dass der Gerechte im Singular steht – wohl ein Hinweis aus den EINEN, der wahrhaft gerecht ist. Und die Frommen sind diejenigen, die auf ihn vertrauen und so dann auch gerecht gesprochen sind und deshalb – im Gegensatz zu den Gottlosen – das Gericht nicht fürchten müssen.

Gott ist gut und gerecht und steht denen bei, die auf IHN vertrauen!

  • In diesem Sinne wünsche ich uns Zuversicht und Gottvertrauen gerade auch in schwierigen Lebenslagen.

In Kapitel 7 sehen wir, dass Salomo zwar in der richtigen Reihenfolge und doch unverhältnismäßig agiert. Erst nachdem das Haus für den wahren König (der Tempel Gottes) gebaut ist, baut sich auch König Salomo ein Haus. Doch sein Haus wird noch deutlich größer, als das Haus Gottes. Und er investiert mehr Zeit in den Bau.

Immerhin scheint Salomo klar zu erkennen, dass Gott viel mehr Macht hat und der wahre König ist. Und er bringt seine Schätze in den Tempel (V.51).

  • Das ist eine gute Erinnerung auch für uns.
  • Wo sammeln wir unsere Schätze? In unseren Häusern oder bei Gott … im Himmel?

Salomos Gebet zur Einweihung des Tempels in Kapitel 8 ist ein wunderbares Gebet. Und doch gibt es ein Problem. Er ruft Gott auf, zu seinem Wort zu stehen (V.25f), das Problem ist aber nicht, dass Gott sein Wort nicht hält, sondern dass Davids Nachkommen nicht so leben, wie von Gott befohlen.

Die Verse 46ff sind bemerkenswert. Salomo erkennt hier an (wie ja im Prinzip im ganzen Gebet), dass wir alle Sünder sind und appelliert deshalb an Gottes Gnade für bußfertige Sünder.

Vers 56 ist auch interessant. Salomo identifiziert die Friedenszeit als die Zeit der verheißenen Ruhe. Sicher war das eine sehr vorläufige Erfüllung dieser Zusage und doch wissen wir z.B. aus Hebr. 3-4, dass wir noch auf die versprochene Ruhe warten … und unsere Lebenserfahrung sagt uns das auch. Wir dürfen immer mal wieder einen Vorgeschmack bekommen (deshalb auch der Ruhe-Sonntag) und doch haben wir noch keine dauerhafte Ruhe. Deshalb habe ich auch immer wieder Sehnsucht nach dem Himmel … auch wenn ich grundsätzlich Lebens-bejahend bin J

Und auch Vers 58 ist interessant. Hier erkennt Salomo an, dass Gott unsere Herzen bewegen muss, damit wir IHM wohlgefällig leben können. Von daher ist es immer wieder ein gutes Gebet, Gott um ein reines, mutiges und demütiges, gehorsames, dankbares und frohes Herz zu bitten.

  • Möge der Herr uns immer wieder solche Herzen geben.

Obwohl auch dieses Kapitel also zeigt, dass Salomo nicht perfekt agiert, so kann man doch sagen, dass wir Ende von Kapitel 8 den Höhepunkt des AT erreicht haben. Hier ist Freude und Segen und es sieht so aus, als wären alle Verheißungen erfüllt. Wir werden dann aber schnell sehen, dass es bald bergab geht … bis dann Jesus kam … und erst wenn JESUS wiederkommt werden dann tatsächlich alle Verheißungen erfüllt sein.