Das Hohelied Salomos ist sicher das ungewöhnlichste Buch der Bibel. Es ist nicht ganz klar, ob die hier beschriebene Liebe in direktem Bezug zur Liebe Gottes zu seiner Gemeinde steht oder ob es sich doch vor allem (bzw allein) um die Liebe zwischen zwei Menschen handelt.

Gleich zu Beginn lesen wir von der großen Liebe der jungen Frau und ihres Freundes. Sexuelles Verlangen klingt hier sehr klar durch. Dabei ist die Sprache sehr poetisch, was die Interpretation oftmals etwas schwierig sein lässt.

Manche Ausleger sehen hier eine direkte Verkündigung der Beziehung von Jesus zur Gemeinde. Aufgrund der sehr stark erotisch geprägten Sprache erscheint mir das aber etwas fraglich.

  • Ich denke es geht hier primär darum, uns zu zeigen, wie Sexualität und Ehe gelebt werden sollte. Es ist etwas Schönes und von Gott-gegebenes … aber es bedarf des richtigen Kontextes.
  • Aber natürlich dürfen wir dann auch wissen, dass eine gut geführte Ehe immer auch etwas ist, das letztendlich das Evangelium abbildet (Eph 5,22ff).

An manchen Stellen könnte man denken, dass das Paar hier schon recht intim wird.

Anderseits heißt es im Refrain des Briefs (zum ersten Mal in Kapitel 2, Vers 7) „Ich beschwöre euch, ihr Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder bei den Hinden auf dem Felde, dass ihr die Liebe nicht aufweckt und nicht stört, bis es ihr selbst gefällt.“

Daraus lässt sich schließen, dass die Zeit für den „Vollzug der Liebe“ eben noch nicht gekommen ist.

  • Was sich hier auf jeden Fall feststellen lässt ist, dass Sexualität sehr positiv dargestellt wird. Das ist ja auch logisch, denn es ist Gottes Erfindung. Wir dürfen wissen, dass Gott in seiner Liebe zu uns, uns Menschen Sexualität als etwas sehr Schönes für die Ehe geschenkt hat.
  • Gleichzeitig lässt sich hier auch erkennen, dass die Triebe kontrolliert werden müssen, denn alles (auch die Sexualität) hat seinen Platz und seine Zeit.

Das Buch Hoheslied zeigt uns das und lehrt uns damit, wie wir die gute Gabe Gottes so kontrollieren sollten, damit wir sie nicht zur Sünde missbrauchen.

In Kapitel 3 ist wiederum etwas verwirrend. Viele Ausleger gehen davon aus, dass hier die Frau einen Traum beschreibt. Das macht aufgrund der Andeutungen in 3,1 (und dann nochmals in 5,2), durchaus Sinn („Des Nachts auf meinem Lager“ / „Ich schlief, aber mein Herz war wach.“)

Dieser Traum ist voller Verlangen, aber auch voller Sorge und Manches scheint sich zu vermischen und nicht so ganz zur Realität des Rests des Buchs zu passen … wie Träume eben manchmal so sind.

Dieser Traum ist weder das Gutheißen z.B. von vorehelichem Sex, noch sündig … es ist einfach ein Traum, der uns einen tiefen Einblick in das große Verlangen der Frau gibt … so verstehe ich dieses Kapitel zumindest.

  • Dieses Verlangen an sich kann eine Hilfe sein zu erkennen, ob man aktiv die Ehe anvisieren sollte. Denn der Apostel Paulus schreibt dazu: „Aber um Unzucht zu vermeiden, soll jeder seine eigene Frau haben und jede Frau ihren eigenen Mann.“ … „Wenn sie sich aber nicht enthalten können, sollen sie heiraten; denn es ist besser, zu heiraten als sich in Begierde zu verzehren.“ (1. Kor 7,2 & 9)

Nachdem am Ende von Kapitel 3 (Vers 11) vom Tag der Hochzeit die Rede, lesen wir in Kapitel 4, dass Salomo seine Freundin nun seine Braut nennt.

Während die ersten 7 Verse noch so klingen, als ob Salomo die Schönheit seiner Braut öffentlich rühmt, klingen dann die Verse 8-16 sehr intim. In sehr poetischer Sprache wird wohl gesagt, dass die Braut bei der Hochzeit noch jungfräulich war (sie ist ein verschlossener Garten, siehe Vers 12). Doch nun wird der Garten dem Ehemann zugänglich (Vers 16).

  • Damit zeigt uns dieses Kapitel, in welchen Kontext Geschlechtsverkehr gehört. Wer das liest muss sich doch danach sehnen, sich selbst zum ersten Mal am Hochzeitstag dem Ehepartner schenken zu können.
  • Da wo das nicht mehr möglich ist, gibt es Gottes Gnade … aber das ist immer nur der zweit-beste Weg, wenn es eben zuvor zur Sünde kam.
  • Gehorsam und damit voreheliche Reinheit ist der Weg wahren Segens und Glücks.
  • Und Gott lehrt das eben nicht nur mit „erhobenem Zeigefinger“, sondern in herrlicher poetischer und ganz positiver Form.

Im ersten Vers von Kapitel 5 lesen wir noch Worte Salomos, die wohl eher zu Kap. 4 gehören. Das klingt noch nach der sexuellen Einheit (in der Hochzeitsnacht).

Dieses längste Kapitel der Bibel hat EIN Thema: Das Wort Gottes, und zugleich hat es viele verschiedene Themen. So sehen wir, was das Wort alles tut.

Es schenkt unvergleichliche Weisheit und Erkenntnis. So lesen wir in der 2. Hälfte von Psalm 119 zum Beispiel folgende Verse:

98 Du machst mich mit deinem Gebot weiser, als meine Feinde sind; denn es ist ewiglich mein Schatz. 99 Ich habe mehr Einsicht als alle meine Lehrer; denn über deine Mahnungen sinne ich nach. 100 Ich bin klüger als die Alten; denn ich halte mich an deine Befehle.

Das Wort gibt uns auch Wegweisung, wie wir in einem der bekanntesten Verse aus Psalm 119 lesen: „105 Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege.

Letztendlich sind 86 Verse viel zu viel, um das wirklich durchdenken zu können.

Ich denke, dass es evtl besser wäre, einfach jeden Tag nur einen Vers parallel zur weiteren Bibellese zu lesen und jeweils etwas darüber nachzudenken und den Vers zum Gebet vor und für die weitere Bibellese zu machen.

  • Das gebe ich einfach mal als Anregung mit.

In diesem Psalm betet der König für seinen Sohn. Der Titel macht dabei nicht ganz klar, ob hier David für Salomo betet oder Salomo für seinen Sohn. Ersteres scheint mir sehr viel wahrscheinlicher. Wie dem auch sei … aber letztendlich findet das Gebet in Jesus Christus, dem Nachkommen Davids und dem ewigen König seine Erfüllung.

Wir sehen hier im Prinzip zwei sehr ähnliche Abschnitte, die Verse 1-11 und 12-17. Jeweils wird zuerst dafür gebetet, dass der König gerecht herrschen und dabei vor allem ein Verteidiger der Schwachen und Armen sein möge. Und dann in den Versen 5-11 und nochmals in den Versen 15-17, wird für eine reich gesegnete Herrschaft, die sowohl ewig, wie auch allumfassend sein möge, gebetet.

  • Gerade der zweite Aspekt macht deutlich, dass dieses Gebet erst in Jesus seine Erfüllung findet.
  • Das wird wohl nirgends deutlicher als in den Versen 17-18: „Sein Name bleibe ewiglich; solange die Sonne währt, blühe sein Name. Und durch ihn sollen gesegnet sein alle Völker, und sie werden ihn preisen. 18 Gelobt sei Gott der HERR, der Gott Israels, der allein Wunder tut!“

Und so endet der Psalm damit, dass der Beter Gott für Seine Macht und Herrlichkeit preist.

 

  • In diesen Lobpreis dürfen wir einstimmen, denn wir kennen den Sohn Davids, den ewigen König Jesus Christus. Er ist der barmherzige und gerechte Herr, der für alle Zeit und über Alles herrscht.
  • Ist es nicht wunderbar, einen so guten, mächtigen und ewigen König zu haben?

Nachdem im 1. Buch Chronik nach einer längeren Rückschau auf die Vorgeschichte, König David im Zentrum stand, sehen wir hier zu Beginn des 2. Buchs Chronik, dass nun (in den ersten 9 Kapiteln) sein Sohn Salomo die Hauptperson ist.

Die Regierungszeit von König Salomo wird von Anfang an als eine Blütezeit beschrieben. Dabei ist aber immer wieder auch ein Rückbezug auf König David dabei, so dass deutlich wird, dass David der König war, der in ganz besonderer Form mit Gott lebte und von IHM gesegnet war – und gerade wegen der Zusagen, die Gott König David gegeben hatte, weiß sich König Salomo von Gott gesegnet.

In Kapitel 1 sehen wir, wie Gott auf den Gottesdienst des Salomo reagiert und ihm erscheint und ihm eine Bitte zugesteht.

  • Interessant ist, dass Salomo um Weisheit und Erkenntnis bittet. Allein diese Bitte ist ja schon Ausdruck davon, dass er Erkenntnis und Weisheit hat.
  • Deshalb darf uns die Bitte des Salomo auch ein Vorbild sein. Ich wünsche mir, dass ich auch immer mehr und immer häufiger darauf bedacht bin, wie sehr ich darauf angewiesen bin, dass der HERR mit immer wieder neu Weisheit und Erkenntnis schenkt. Viel zu leicht bin ich dazu versucht, aus eigener Kraft, Erkenntnis und „Weisheit“ zu handeln … und das geht dann nicht immer gut …

Gott sagt Salomo zu, ihm seinen Wunsch zu erfüllen und verspricht ihm dann auch noch die Dinge, um die er nicht gebeten hat … und die viel zu oft im Zentrum unserer Gebete stehen: Reichtum, Gut und Ehre.

Wenngleich Salomo noch auf den „Höhen opferte“, was Eindeutig nach einer Praxis klingt, die Gott nicht gefällt, findet Salomo doch Gottes Wohlwollen. Das vor allem dadurch, dass Salomo um die Weisheit bittet zwischen Gut und Böse unterscheiden zu können.  Gott ehrt diese demütige Herzenshaltung und gibt Salomo auch die Dinge, um die er nicht gebeten hat.

  • Das sollte uns ein Vorbild sein, demütig danach zu streben, Gott zu gefallen und Ihm gut zu dienen. Und wir haben anders als Salomo sogar die Zusage, dass Gott uns im Gehorsam reich segnen wird – nicht nur mit einem langen Leben, sondern mit ewigem Leben!

Die Verse 16-28 zeigen dann gleich die Weisheit Salomos. Dieser Bericht ist sicher einer der bekanntesten aus dem Leben und von der Weisheit Salomos.

  • Möge der Herr uns auch immer wieder Weisheit und das Verlangen geben, IHM und den Menschen gut zu dienen.

In Kapitel 4 wird deutlich, dass Salomo den Nachkommen der treuen Diener seines Vaters vertraut und grundsätzlich bereit ist, Aufgaben zu delegieren. Auch dies zeugt von seiner Weisheit.

  • Ein Leiter, der nicht delegiert und Mitarbeitern nicht vertraut, wird letztendlich nicht gut leiten können. Denn er limitiert sich und diejenigen, die er leitet, unnötig.

Der abschließende Vers 20 verdeutlicht, dass Israel gerade in den Anfangsjahren der Herrschaft Salomos eine Blütezeit erlebte: „Juda aber und Israel waren zahlreich wie der Sand am Meer und sie aßen und tranken und waren fröhlich.“

Es lohnt sich, diesen Psalm langsam und aufmerksam zu lesen, auch wenn er natürlich viele Gedanken mehrfach wiederholt. Genau das sagt der Psalmist über sich selbst. Mich überführt das, da ich gerade bei längeren Texten oft nicht wirklich sorgfältig und andächtig lese.

Dieser längste Psalm und das längste Kapitel der Bibel, hat keine thematische Struktur.
Vielmehr ist der Psalm so strukturiert, dass er aus 22 Abschnitten mit je 8 Zeilen besteht. Dabei beginnen jeweils die 8 Zeilen mit dem gleichen Buchstaben und das so, dass nacheinander alle 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets drankommen.

Letztendlich gibt es ein großes Thema: das Wort Gottes. Das wird hier mit einigen verschiedenen Worten beschrieben. Fast jede Zeile erwähnt mindestens eines dieser Worte.
Dabei werden verschiedene Eigenschaften der Bibel erwähnt und der Psalmist betont, seine Liebe zur Bibel und sein intensives Studium.

Mehr zu einzelnen Versen schreibe ich dann beim 2. Teil dieses Psalms.

  • Möge uns das Wort Gottes so ansprechen, auf das auch wir Gott mit einem vollen Herzen für sein heiliges Wort preisen können!

Psalm 37:

In diesem Psalm macht Gott uns Mut, an ihm festzuhalten, gerade auch dann, wenn es so aussieht, als ob die Gottlosen besser dran wären als die, die auf Gott vertrauen. Dabei sollten wir wiederum vor Augen haben, dass der Gerechte nicht primär uns beschreibt. Nur Jesus verdient diesen „Titel“ ohne wenn und aber. Und er ist es, der aus Gottlosen Gerechte macht.

  • Von daher sollten wir nicht verächtlich und schadenfroh auf die Gottlosen sehen, sondern alles dafür tun, dass aus den Gottlosen auch noch Gerechte werden.
  • Gleichzeitig dürfen wir aber auch Trost und Zuversicht darin finden, dass Gott alles Böse richten wird und die Gerechtigkeit und das Gute triumphieren werden.
  • Ich denke, dass wir diesen Psalm immer mal wieder lesen / hören müssen. Gottes Wort hilft uns die Dinge zu erkennen, die wir mit bloßem Auge eben nicht sehen können. Gerade so schenkt Gott uns im Lesen/Hören Seines Wortes Zuversicht, die wir über unsere anderen Sinnesorgane nicht gewinnen können. Deshalb ist eben auch das Lesen und Hören auf Gottes Wort letztendlich alternativlos.
  • Ich wünsche uns, dass uns Gottes Perspektive gibt und uns ermutigt!

Psalm 71:

Dieser Psalm ist ein wunderbares Gebet eines von klein-auf gläubigen Mannes.
Er bittet um – und vertraut auf – Gottes gnädige Hilfe in aller Not und Bedrängnis. Die genauen Umstände sind nicht klar, aber der Gläubige muss offensichtlich Spott und Feindseligkeiten ertragen, vertraut aber in all dem auf Gott.

Ein besonderes Anliegen ist es für den Beter, dass Gott ihn auch im Alter bewahrt. Gerade wenn die eigene Kraft nachlässt, wird die Abhängigkeit vom Allmächtigen erst so richtig deutlich.

  • Das ist nicht nur eine Last, sondern sicher auch ein Segen des Alters, da wir Jüngeren evtl oftmals gar nicht so klar erkennen, wie abhängig wir von Gott sind.

Der Psalmist bittet Gott aber nicht nur um Hilfe, er verspricht IHM auch seinen Lobpreis und sein Dank.

  • Und das ist angemessen. Gott verdient unseren Lobpreis, weil ER Gott ist und wenn wir erleben, wie ER in der Geschichte und konkret in unserem Leben wirkt, sollten wir IHM dafür auch danken.
  • In diesem Sinne wünsche ich mir für mich selbst und auch Euch eine Woche voller Gott-vertrauen und Dankbarkeit.

Psalm 94:

Gleich zu Beginn ruft der Psalmist Gott dazu auf, Vergeltung gegen die zu üben, die sich gegen Gott und Gottes Volk aufspielen.

Nach diesem Aufruf kommt die Klage, wie lange Gott das Unrecht noch zulassen wird. Anscheinend gab es einflussreiche gottlose Menschen, die den Armen und Schwachen Menschen in Gottes Volk böses taten und dabei wohl davon ausgingen, dass Gott dies nicht sehen und sich nicht darum kümmern würde.

  • Das scheint ja bis heute das Denken der Gottlosen zu sein.
  • Sie verkennen, dass Gott Alles sieht und weiß (V.8-11) und eines Tages alles Böse richten wird (V.22).

Der Psalmist erkennt in allem Klagen den souveränen Herrn, der selbst das Leid seiner Kinder gebraucht, um sie zu heiligen (V.12-15) und sie eines Tages aus allem Leid retten wird.

Der Psalm springt dabei hin und her von einem Gebet zu Gott, einem Anerkennen der Dinge, die Gott tut, und Worten, die eher eine Reflektion über die eigene Situation darstellen.

  • Mich erinnert das daran, dass wir gerade in schwierigen Situationen diese Balance brauchen, zwischen …
    • dem Beten zu Gott, dass er helfen möge,
    • dem Anerkennen, dass Gott Alles im Griff hat und gut machen wird,
    • und dem sich selber predigen.
  • Wenn wir dabei stehen bleiben, nur Fragen zu unserer Situation zu haben, werden wir ggf verzweifeln und vom guten Weg abkommen.
  • Deshalb ist es so wichtig, dass wir uns immer wieder Gott zuwenden und uns darauf besinnen, dass er gut und allmächtig ist und eines Tages gerecht richten und sein Volk von allem Leid befreien wird.

Der Psalm endet mit genau dieser Erkenntnis. Ich wünsche uns, dass uns diese Erkenntnis ermutigt und stärkt!

Das Buch 1. Könige setzt die Geschichte von Gottes Volk (und hier konkret von König David) da fort, wo das 2. Buch Samuel aufgehört hatte. Ich hoffe, dass inzwischen jeder klar erkennt, wie die Geschichtsbücher vom 1. Mose an bis zum 2. Könige eine fortschreitende Geschichte ist. Nur das Buch Rut ist in gewisser Weise ein eingeschobener Bericht, der aber historisch auch dahin passt, wo wir ihn finden (nämlich in die Richter-Periode). Von daher beginnen diese Bücher meist auch recht unvermittelt … einfach als Fortsetzung der Dinge, mit denen das letzte Buch aufgehört hat.

Nachdem am Ende vom 2. Buch Samuel die letzten Worte Davids berichtet wurden, sehen wir nun zu Beginn des 1. Buchs Könige, dass das Leben Davids zu Ende geht. Er wird uns hier altersschwach beschrieben.

  • Es ist gut sich darüber im Klaren zu sein, dass auch große Helden mal alt und schwach werden.

Adonija will diese Schwäche nutzen und findet Unterstützung bei einigen ehemaligen Weggefährten Davids, doch David hat immer noch treue Gefolgsleute und so wird Salomo zum König gesalbt.

  • Hinter all dem steht dabei natürlich Gott selbst, der dafür sorgt, dass Vertraute Davids vom Komplott hören und es David sagen, so dass er aktiv werden kann.

Der Bericht vom letzten Willen Davids in Kapitel 2 zeigt uns, dass David im Sterben anders agiert, als im Leben. Da wo er im Leben Gnade und Milde gezeigt hat, ruft er nun Salomo zu Härte und Strafe auf. Nachvollziehbar ist das zwar, aber er gibt Salomo damit eine schwere Bürde mit.

  • Ich denke die Schwierigkeit gerade für alte bzw. ehemalige Herrscher ist immer wieder eine Balance zu finden. Manche werden im Alter milde und liberaler als es gut wäre, andere verlieren alle Gnade und werden hart. Wir Jüngeren tun gut daran, die Alten zu ehren, aber ihren Rat daraufhin zu prüfen, ob er eventuell nicht mehr die rechte Balance hat.

Andererseits sehen wir aber auch, wie David Salomo zur Treue Gott gegenüber ruft. Und das ist ein guter und wichtiger Ruf, auf den Salomo besser noch mehr gehört hätte!

Psalm 111:

Dieser Psalm ist ein ganz klassischer Lobpreispsalm.
Hier werden keine konkreten Werke Gottes identifiziert, sondern sein Charakter wird gepriesen. Er ist ein Gott der großen Werke – was ER tut ist großartig und wunderbar.

Dabei ist er sich immer treu – ER ist gerecht, gut, gnädig und barmherzig.

Gerade die Treue und Zuverlässigkeit Gottes stehen hier im Fokus und es ist gut, sich immer wieder daran zu erinnern. Unser Gott ist selbst dann treu und steht zu seinen Verheißungen, wenn wir untreu und kleingläubig sind.

  • Möge unser guter Herr uns immer wieder neu seine Güte, Treue, Gnade und Barmherzigkeit erkennen lassen!

 Psalm 112:

Dieser Psalm zeigt uns (ähnlich wie Psalm 1 und einige andere Psalmen) den Kontrast zwischen dem Gerechten und Gottesfürchtigen auf der einen Seite und den Gottlosen auf der anderen Seite.
Wenn wir den Psalm direkt auf uns hin anwenden, dann bekommen wir ein Problem. Denn wenn wir ehrlich sind, können wir uns nicht komplett als gottesfürchtig und gerecht bezeichnen. Denn von uns kann zum Beispiel wohl kaum sagen, „Vor schlimmer Kunde fürchtet er sich nicht; sein Herz hofft unverzagt auf den HERRN.“ (V.7)

  • Deswegen tun wir gut daran diesen Psalm – wie überhaupt das ganze AT – zuerst danach zu hinterfragen, was diese Worte mit Christus zu tun haben.
  • Dann werden wir erkennen, dass uns dieser Psalm unseren Herrn offenbart.
  • Wenn wir aber durch Glauben zu IHM gehören, dann umkleidet uns seine Gerechtigkeit und dann können wir uns in die Kategorie des Gerechten einordnen, ohne dem Anspruch dieses Psalms in allen Dingen gerecht zu werden.
  • Und dann dürfen wir uns mit Gottes Hilfe immer mehr verändern (lassen), so dass wir immer mehr so werden wie der, der uns in diesem Psalm als der Gerechte vorgestellt wird.

 Psalm 113:

In diesem Lobpreispsalm wird die Hoheit des Herrn gepriesen. Die Hoheit Gottes wird hier in verschiedenen Worten immer wieder neu beschrieben. Er ist ewig, er ist höher als alle Völker, seine Herrlichkeit kennt keine Grenzen und er ist allgegenwärtig.
Ab Vers 7 kommt dann sein Kümmern um die Menschen in den Fokus. Er ist ein barmherziger Gott, der sich um die kümmert, die Not leiden.

  • Ist das nicht wunderbar? Der hoch erhabene HERR sieht bis zu uns auf die Erde herunter und kümmert sich dabei um die Niedrigsten.
  • Während sich die Hohen der Gesellschaft oft nur mit denen abgeben, die ebenso Ansehen und Rang haben, ist unser HERR so ganz anders.
  • Und das darf uns ein Vorbild sein, so dass wir Christen auch immer gerade die im Blick haben, die aus Sicht dieser Welt ganz unten sind.

Psalm 114

Dieser Psalm ist voller Poesie. Die Natur bezeugt die Macht des Herrn. Und dieser kümmert sich liebevoll um sein Volk.
Der Psalmist erinnert daran, wie Gott Israel aus Ägypten befreit und ins Gelobte Land gebracht hat. Damals hat sich alle Schöpfung in den Dienst des Schöpfers gestellt und dabei eben auch in den Dienst von Gottes Volk.
Und das war nur ein Schatten der großen Erlösung, die Gott durch Jesus gebracht hat, der Gottes Volk aus der Sklaverei der Sünde befreit hat, um es in die ewige Herrlichkeit zu bringen.

Dort wird dann alle Schöpfung komplett umgestaltet werden. Dann wandeln sich nicht nur Felsen in Seen und Steine in Wasserquellen – da wird dann alles neu gemacht und diese gefallene Welt wird einer neuen Schöpfung Platz machen!

  • Auf diese glorreiche Zukunft dürfen wir mit einer festen Zuversicht hoffen.
  • Und bis dahin dürfen wir wissen, dass der HERR Macht hat über seine ganze Schöpfung. Er kann Dinge ändern und tun, die wir für unveränderbar halten.

Das macht mir gerade auch in seelsorgerlich schwierigen Situationen Mut mit Gottes Wirken zu rechnen.

Psalm 115:

Der Aufruf aus Vers 1 macht deutlich, dass der Beter vor allem auf Gottes Ehre und seinen Ruf bedacht ist. Dabei appelliert er an Gott und bittet um Hilfe – sehr wahrscheinlich, während er bzw das Volk bedrängt wird.
Die Verse 2-8 zeigen uns dann erst einmal, wie nutzlos die Götzen der Heiden sind. Eventuell war eine Gefahr für Israel, den Götzen der scheinbar überlegenen Heiden mehr zu vertrauen als dem einen wahren Gott. Doch das wäre absurd.

  • Auch uns tut es gut immer wieder daran erinnert zu werden, dass Götzen nicht helfen können. Viel zu leicht tauschen ja auch wir Gott gegen irgendwelche Götzen ein.

Ab Vers 9 kommt dann der Aufruf an Israel, dem HERRN zu vertrauen. Dieser Aufruf kommt dreimal jeweils mit dem Zusatz: „Er ist ihre Hilfe und Schild.“ Und dann kommen Zusagen, dass der HERR sein Volk segnen wird.
Nach all diesen großartigen Zusagen, die uns dazu bringen sollten, uns voll und ganz dem Herrn hinzugeben, kommt zum Abschluss eine etwas seltsame Aussage: „Die Toten werden dich, HERR, nicht loben, keiner, der hinunterfährt in die Stille; aber „wir“ loben den HERRN von nun an bis in Ewigkeit. Halleluja!“
Der Kontrast ist also der zwischen den Toten und denen, die den Herrn loben, bis in die Ewigkeit!

  • Es gibt also offensichtlich Menschen, die nicht „sterben“ … das gilt zuerst für Jesus und dann für alle, die in IHM sind.
  • Die Toten sind hingegen die, die nicht zu Christus gehören und deshalb de ewigen Tot ererben werden.

ABER, die den Herrn fürchten, haben großartige Zusagen von Gott und werden IHN loben, von nun an bis in Ewigkeit!

  • Lasst uns das tun!

Psalm 116:

Psalm 116 ist ein Lobpreispsalm, den der Beter nach Bewahrung in einer besonderen Notsituation betet. Offenbar war er in großer Not und von Feinden bedrängt oder falsch angeklagt. Doch dann besann er sich auf Gott, flehte zu IHM um Hilfe und erlebte dann, wie Gott ihm zur Hilfe kam. Daraus entsteht dann der Lobpreis!

  • Mich fordert das heraus, mehr zu beten – sowohl in schwierigen Situationen zu Gott zu rufen, wie auch ihm zu danken, für all das, was er für mich getan hat.

Ab Vers 9 kommt dann aber noch ein weitergehender Aspekt in den Blick: „Ich werde wandeln vor dem HERRN im Lande der Lebendigen“.
Das scheint auf ein ewiges Leben hinzuweisen … und das ist die ultimative Bewahrung, die jeder bei Gott findet, der sich dem Retter und Herrn Jesus Christus zuwendet.
Er wird uns aus aller Not erretten. Eines Tages werden alle Ankläger verstummen, alle Feinde ihre Waffen strecken und alle Leiden ein Ende haben.

Der Psalm deutet das nur an. Doch wir dürfen das heute wissen, denn im Fortgang seiner fortschreitenden Offenbarung hat Gott uns weiter beschrieben, was hier nur angedeutet wird.

Und so dürfen wir in jeder Situation auf den Herrn vertrauen, ihn um Hilfe bitten und darum wissen, dass ER uns auf jeden Fall „letztendlich“ helfen wird … und oftmals eben auch schon zuvor auf vielerlei Weise.

  • Diesen Herrn dürfen wir loben und preisen und IHM dürfen wir danken!

Psalm 117:

Dieser kürzeste Psalm der Bibel gibt uns einen einfachen und klaren Auftrag. Dabei ist bemerkenswert, dass dieser Auftrag an alle Heiden und alle Völker ergeht.
Loben und Preisen sollte also nicht nur etwas sein, was die Juden tun (oder die „Christen“), es ist ein klarer Auftrag an jeden Menschen. Denn dafür hat Gott uns gemacht. Wir sollen in IHM unsere Freude finden und unsere Gott-gegebene Ausrichtung der Anbetung findet in IHM das einzige angemessene Ziel. Alles andere sind Götzen, Geld, Ruhm, Macht, Anerkennung, … das alles sind Irrwege, wenn sie zum Fokus unseres Lebens werden. Und all diese Dinge werden uns nicht dauerhaft befriedigen können, sondern uns unerfüllt zurücklassen und rastlos umhertreiben lassen.

  • Deswegen sind alle Menschen erlösungsbedürftig, denn von (sündiger) Natur aus, loben wir nicht Gott. Das ist nicht nur Diebstahl an Gott, dass macht auch unser Leben arm.

So schrieb schon Augustinus „Unruhig ist unser Herz, o Gott, bis es Ruhe findet in dir.“

  • Das wünsche ich uns – dass wir bei Gott unsere Bestimmung finden und IHN loben und preisen!
  • Und dann sollten wir auch andere dazu aufrufen, so wie es dieser Psalm tut – und den Menschen so den größten Dienst erweisen, den wir jemals tun können.

Psalm 118:

Psalm 118 beginnt damit, dass Gottes ewige Güte gefeiert wird: Gott ist treu … er steht zu seinem Wort!
Dann folgt (V.5-18) ein Abschnitt, in dem der Psalmist zurücksieht auf eine schwere Zeit der Anfechtung und Bedrängnis.

  • Ich kann mir vorstellen, dass sich gerade aktuell so manches in diese Situation hineinversetzen kann, und ich denke, dass so viele von uns schon solche Phasen erlebt haben.

Inmitten dieser Not vertraut der Psalmist auf den Herrn. Er weiß, dass Gott ihn durch alles Leid bewahren wird und er dann eines Tages die Werke des Herrn verkünden wird.

  • Das Wissen um einen treuen, guten und allmächtigen Gott gibt Trost und Hoffnung in schweren Zeiten.

Ab Vers 19 wird dann deutlich, dass der Psalm nicht primär „von einem wie uns“ handelt. Es geht um den Stein, den die Bauleute verworfen haben – um Jesus!

  • Das ist gut zu bedenken, dann natürlich besteht die Gefahr, dass wir uns durch unsere Identifizierung mit den Worten aus der ersten Hälfte des Psalms berechtigter Kritik entziehen und selbstgerecht werden.

Gerade im Kommen des einen vollkommen Gerechten offenbart sich die Güte des Herrn. Gerade durch sein Kommen haben wir die Gewissheit, dass Gott die Seinen aus aller Not befreien wird. Manches

  • Hier auf Erden werden wir Unrecht und Leid erleben – aber spätestens in der Ewigkeit wird das vorbei sein … wenn wir durch den Glauben Kinder Gottes sind.

In jedem Fall ist gewiss, dass Gott treu für uns sorgt und uns nicht dem (ewigen) Tode preisgibt, weil wir durch Jesu Auferstehung den Tod überwunden haben und ewiges Leben geschenkt bekommen haben!

  • O Herr, gib mir ein frohes, dankbares Herz, das Dich lobt und preist und in allen Dingen auf Dich vertraut.
    AMEN!

Gott ist der allmächtige Herr, dem niemand widerstehen kann und der eines Tages für alle sichtbar triumphieren wird. Das macht dieser Psalm sehr deutlich.
Dabei sieht der Psalmist zurück auf den Exodus und sieht voraus auf Jesus. So wird Vers 19 im Epheser 4 im Bezug auf Jesus zitiert.

Der Herr ist dabei kein skrupelloser Krieger, sondern ein barmherziger und sein Volk treu versorgender Herr.
Der Psalm führt uns durch die Befreiung von Gottes Volk hin zum Einzug in das Heiligtum und endet dann mit einem Aufruf zum Lobpreis Gottes. Dabei ist es interessant zu sehen, dass Gottes Volk ein Volk vieler Völker ist.

Und so ist dieser Psalm eben nicht nur ein Blick zurück auf die Geschichte Israels, sondern auch eine Zusage für uns, die wir eines Tages in der Herrlichkeit des Herrn den mächtigen Sieger preisen werden.