Psalm 5:

In diesem Gebet betet David konkret für Strafe für seine Feinde. Er erkennt richtiger Weise an, dass Sünder vor Gott nicht bestehen können. Gerade das könnte diesen Psalm auch bedrohlich klingen lassen. Dies vor allem, wenn wir bedenken, dass Vers 10 ja in Römer 3,13 zitiert wird und dabei auf alle Menschen hin angewandt wird.

Von daher zeigt uns dieser Psalm, dass keiner aufgrund seiner Werke vor Gott bestehen kann. Gleichzeitig zeigt uns der Psalm jemanden, der genau diese Zuversicht hat … und das macht Hoffnung.

Christus ist der Eine, auf den Vers 10 niemals zutraf und durch IHN allein können dann auch wir um Gottes Beistand, Barmherzigkeit und Gnade wissen!

  • Das ist die Zuversicht des Psalmisten und das darf auch unsere Zuversicht sein. Vers 8: „Ich aber darf in dein Haus gehen durch deine große Güte und anbeten vor deinem heiligen Tempel in deiner Furcht.“
  • Unsere Gerechtigkeit findet sich IN CHRISTUS und so können wir vor Gott bestehen. Vers 12-13: „Lass sich freuen alle, die auf dich trauen; ewiglich lass sie rühmen, denn du beschirmest sie. Fröhlich lass sein in dir, die deinen Namen lieben! Denn du, HERR, segnest die Gerechten, du deckest sie mit Gnade wie mit einem Schilde.“

Psalm 38:

Dieser Psalm beginnt als ein Bußpsalm. Der Psalmist weiß, dass seine Leiden ihre Ursache in seinen Sünden haben. Er erkennt an, dass Gott jedes Recht hätte, ihm in Zorn und Grimm zu begegnen. Gerade deshalb bittet er um Gnade.

Was wir hier sehen ist sicher die richtige Einstellung vor Gott. Der Psalmist kommt nicht fordernd zu Gott, sondern im Wissen um seine Sündhaftigkeit. Und aus dieser Erkenntnis heraus pocht er nun eben nicht auf sein „Recht“, sondern bittet um Gnade.

  • Ich denke, dass wir da immer wieder in der Gefahr stehen, diesen wichtigen Grundsatz zu verkennen. Wir klagen Gott an, wenn wir Leid erfahren … dabei ist alles Leid die Konsequenz menschlicher Sünde. Natürlich hätte Gott diese verhindern können, aber sie kommt durch uns. Deshalb können wir niemals als Ankläger vor Gott treten, sonder immer nur als um Gnade und Barmherzigkeit Bittende.

Gerade in dieser Phase der Schwachheit erlebt der Psalmist dann aber wohl auch, dass seine Leiden nicht nur in seinen eigenen Sünden begründet sind, sondern eben auch in den Taten böser Menschen um ihn herum.
Doch auch in dieser Not wird der Psalmist nicht zum Ankläger. Er appelliert hier neben der Gnade auch auf die Gerechtigkeit Gottes, der die Feine eines Tages strafen bzw ihnen Einhalt gebieten wird. Er „harrt auf den Herrn“ (V.16). Er bekennt seine eigene Schuld (V.19) und er bittet Gott um Beistand und Hilfe (V.22f).

  • Ich finde diese demütige Haltung des Psalmisten sehr hilfreich und vorbildlich. Viel zu oft wähne ich mich im Recht und komme mit meinen Erwartungen und zumindest indirekt Forderungen zu Gott. Stattdessen ist es gut und richtig, sich erst einmal selbst zu überprüfen und dann demütig vor Gott zu treten und auf den Herrn zu vertrauen, der Alles gut machen wird.

Psalm 42:

In diesem Psalm erleben wir den Psalmisten, der offenbar sowohl die Gemeinschaft der Gläubigen, wie auch die spürbare Gegenwart Gottes vermisst. Manchmal erleben wir ja solche Täler, in denen Gott weit weg erscheint.

Und gerade aktuell vermissen immer noch einige die Gemeinschaft der Gläubigen, entweder weil sie aus Sorge nicht zu den GoDis kommen oder einfach deshalb, weil sie nicht jede Woche einen Platz kriegen.

  • Wenn Du so leidest hoffe ich, dass dieser Psalm Dir in Deinen Gebeten eine Hilfe sein kann.

Doch es sollte nicht beim wehmütigen Blick zurück in die Vergangenheit bleiben.

  • Ein dankbarer Blick zurück ist gut … und dann ein Blick auf Gott, der ja immer noch der Gleiche ist und der uns immer das gibt, was wir wahrhaft brauchen.
  • Von daher dürfen wir eben immer vor allem auch erwartungsfroh in die Zukunft sehen und voller Hoffnung beten!

Manchmal braucht es dann einer Zeit des Wartens (Harrens) auf Gott.

  • Ich möchte uns alle ermutigen, gerade in schweren Zeiten den Blick auf Gott zu richten, der treu für uns sorgt. So können wir dann einstimmen in den Refrain: „Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.“ (v.6 & 12)

Davids tiefe Trauer über seinen rebellischen Sohn Absalom,  stößt auf Joabs Misswillen.

  • Ich kann Joabs Ermahnung gut nachvollziehen. In der Tat erscheint es manchmal so, als ob Davids Milde und Feindesliebe zu Lasten der eigenen Männer geht.
  • Ist Joab da wie der Bruder des verlorenen Sohns oder einfach ein weiser Ratgeber? Ich bin mir da nicht so ganz sicher – denke aber eher, dass Joab wahre Worte spricht und David diese Rüge verdient hat.

Nach erfolgreicher Schlacht kehrt David nach Jerusalem zurück (Vers 9ff) und erweist mal wieder, dass er ein Mann voller Liebe und Gnade ist, der keine Rachgelüste kennt oder diese zumindest nicht auslebt.

Ab 19,42 deutet sich wiederum an, dass es zwischen Juda und dem Nordreich Israel zu Spannungen kommen wird. Die Ursache ist hier wohl Stolz und Geltungsdrang auf beiden Seiten.

In Kapitel 20 lesen wir dann vom Aufstand der Nordstämme (Israel) angeführt von Scheba. Jetzt agiert David nicht zurückhaltend, sondern kompromisslos. Das hat sicher damit zu tun, dass Scheba weder von Gott eingesetzt ist (wie Saul), noch ein Sohn Davids ist (wie Absalom).

David beruft den ehemaligen Heerführer Absaloms, Amasa, damit dieser sich der Situation annimmt. Doch dieser zögert und Joab ergreift die Initiative. Joab kennt keine Gnade und nutzt die Gelegenheit um nach der Tötung Absalons nun auch dessen Heerführer aus dem Weg zu räumen. Danach wird dann der Aufstand niedergeschlagen. David scheint diese Tat zu akzeptieren, denn Joab wird als Heerführer bestätigt.

  • Letztendlich sehen wir hier, wie kompromisslos gegen alles vorgegangen wird, was gegen Gott und seinen Gesalbten steht.
  • Wir kämpfen mit anderen Waffen, aber auch wir sollten z.B. gegen Sünde kompromisslos vorgehen und auf Gottes Ehre bedacht sein.

Erst eine Hungersnot führt dazu, dass David sich nicht mehr bedingungslos vor Sauls Familie stellt. Er erkennt den Anspruch der Gibeoniter an und liefert 7 Nachkommen Sauls an sie aus. Und doch offenbart er seine Treue. Zum einen verschont er den Sohn Jonathans entsprechend seiner Zusage. Zum anderen sorgt er dann auch noch für ein ehrenhaftes Begräbnis von Saul und seinen Nachkommen.

Ab V.15 sehen wir zum zweiten Mal in diesem Kapitel bei David die Bereitschaft sich korrigieren zu lassen. Er überlässt das Kämpfen jüngeren Kriegern und zieht sich zurück.

  • Das ist ein wichtiges Merkmal wirklich guter Leiter … die Bereitschaft, auf Andere zu hören und sich ggf auch mal korrigieren zu lassen und einen Rat anzunehmen.

Psalm 26:

David bittet in den ersten 10 Versen um den Beistand Gottes und beruft sich dabei immer wieder auf seine Gerechtigkeit und Unschuld. Es klingt fast so, als ob David sich hier als der Gerechte aus Psalm 1 beschreibt.
Dabei trifft diese Beschreibung in letzter Konsequenz allein auf den Herrn Jesus zu.

  • Und doch sollten wir uns alle daran orientieren. Wir sollten danach streben, in Gottes Wahrheit zu wandeln und gerade dann dürfen wir auch darauf vertrauen, dass Gott einen solchen Gehorsam segnen wird und uns (als denen, die im Gehorsam des Glaubens leben) das ewige Leben gibt und uns eben nicht „dahinrafft“.

Vers 11 ist etwas kurios … die Behauptung unschuldig zu sein geht einher mit der Bitte um Gnade. Erlösung und Gnade brauchen wir ja gerade deshalb, weil wir nicht unschuldig sind. Und doch macht das Sinn, denn David weiß, dass er – wenngleich er im Vergleich zu seinen gottlosen Feinden „unschuldig“ ist, er eben doch nicht dem Anspruch Gottes entsprechen kann und deshalb auf Gottes Gnade angewiesen ist.

Andererseits ist es gerade das Wissen um die Gnade Gotte, das uns dazu befähigt, nun dann danach zu streben, unschuldig zu leben … und den Herrn sowohl für seine Gnade, wie auch für seine guten Gesetze zu loben.

Psalm 40:

Dieser wunderbare Psalm hat drei Teile.

In den ersten fünf Versen sieht der Psalmist zurück auf eine schlimme Zeit, in der er Gottes Hilfe und Gnade erfahren hat. Das veranlasst ihn zu Lobpreis. Er singt von Gott und preist IHN. Er tut dies öffentlich und geht davon aus, dass sein Zeugnis auch Andere zum Glauben bringen wird.

  • Wenngleich unser Zeugnis niemals die Evangeliumsverkündigung ersetzen sollte, so gebraucht Gott eben neben dem klar verkündeten Evangelium immer mal wieder auch Zeugnisse um Menschen davon zu überzeugen, dass ER tatsächlich existiert und der allmächtige und gute Gott ist.
  • Ich glaube wir können uns alle gut vorstellen, wie diese Verse der Ausruf der Gläubigen nach dem Ende der Corona-Krise sein könnte.

In den Versen 6-11 folgt ein zweiter Teil, bei denen David Worte spricht, die letztendlich in dem größeren und besseren David – in Jesus Christus – ihre Erfüllung finden.

Ab Vers 7 lesen wir dann davon, dass Gott nie allein Opfer wollte. Worum es wirklich geht ist, dass wir auf Gott hören, ihm vertrauen und dann im Glauben leben, der sich im Gehorsam offenbaren wird. Ab Vers 8 klingt das „ich“ nicht mehr nach David, sondern nach dem „Sohn Davids“: Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch ist von mir geschrieben: Deinen Willen, mein Gott, tue ich gern, und dein Gesetz hab ich in meinem Herzen. Ich verkündige Gerechtigkeit in der großen Gemeinde … von deiner Wahrheit und von deinem Heil rede ich. Ich verhehle deine Güte und Treue nicht vor der großen Gemeinde.

  • Diese Worte werden ja im Hebräerbrief in Kapitel 10 aufgegriffen.
  • Und doch sollten diese Worte jeden Christen beschreiben. Wir alle haben ja als Christen ein neues Herz von Gott bekommen, das ihn liebt und seine Gesetze tun will. Und wir alle sind Berufen, Gottes Gerechtigkeit (die aus Glauben kommt … Röm 1,16f) zu verkünden.

Ab Vers 12 folgt dann ein dritter und letzter Teil des Psalms. Diese Worte Davids sind nun sicher nicht mehr prophetisch, sondern beschreiben ihn selbst. In einer neuerlichen Not sucht er Rettung beim Herrn und erkennt, dass sein Leiden etwas mit seinen Sünden zu tun hat.

  • Bei jeder Frage nach dem Leid ist das sicher etwas, das wir nie vergessen sollten. Leid hat seinen Ursprung immer in Sünde … in unserer oder der Sünde anderer. Denn selbst Naturkatastrophen geschehen nur aufgrund der von den Menschen verursachten Gefallenheit der ganzen Schöpfung.
  • Von daher ist es in gewisser Weise absurd, wenn wir Sünder den allein vollkommen heiligen Gott anklagen, wenn wir Leid erleben. Richtiger ist es in solchen Situationen, demütig bittend vor Gott zu treten, der uns in seiner Barmherzigkeit immer wieder von dem verschont, was wir Menschen verdient hätten.

So sollten wir nicht zu laut nach „Gerechtigkeit“ schreien, sondern dürfen Gottes Barmherzigkeit und Gnade preisen, so wie es der Psalmist zu Beginn und wieder am Ende dieses Psalms tut.

Psalm 41:

Dieser Psalm beginnt mit einem Aufruf: „Wohl dem, der sich des Schwachen annimmt!“, auf den dann in den Versen 3-4 Zusagen folgen, dass wer das tut wissen darf, dass der HERR ihn rettet und bewahrt. Das heißt nicht, dass unser Verhalten den Herrn dazu bringt, uns zu retten. Vielmehr ist unser Verhalten ein Indiz dafür, dass der Herr uns bewahren und erlösen wird.

Von daher erinnern diese ersten Verse an die Worte aus den Seligpreisungen zu Beginn der Bergpredigt: „Mt 5:7 Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“

  • Als Kinder Gottes sollten wir genauso wie unser Herr einen besonderen Blick für die Schwachen und Leidenden haben. Gleichzeitig dürfen wir darum wissen, dass unser Herr für uns da sein wird, wenn wir durch schwere Zeiten gehen.

Im Fortgang lesen wir dann ab Vers 5 den an Gott gerichteten Ruf eines Leidenden. Er erkennt dabei an, dass sein Leid Konsequenz seiner Sünde ist. Und doch hofft er auf GOTTES GNADE.

[Nur kurz als Einschub: Manchmal wird behauptet, dass wir im AT den zornigen und im NT den gnädigen Gott sehen, aber das ist Blödsinn. Dieser Psalm ist nur eines von vielen Beispielen davon, dass Gottes GNADE überall im AT zu sehen ist.]

Hier ist das Leiden wohl konkret eine Krankheit. Während wir am Anfang des Psalms noch davon gelesen haben, dass es dem wohl ergehen wird, der sich der Schwachen (Kranken) annimmt), lesen wir hier nun vom Gegenteil –Menschen spotten über den Leidenden und selbst Freunde wenden sich ab. Manches in diesem Psalm klingt so, als ob es direkt von Hiob stammen könnte.

  • Letztendlich müssen wir akzeptieren, dass manche Menschen eben nicht hilfreich und barmherzig sein werden. Unsere Zuversicht ist ja nicht in den Menschen, sondern bei Gott. Er kann uns stärken und trösten … und selbst wenn Spötter kommen mögen, sendet Gott uns meist ja auch jemanden, der uns wahrhaft beisteht.

Der Beter gibt aber nicht auf und wiederholt sein Gebet um Gnade (V.11) und dann lesen wir von der sicheren Zuversicht, dass der HERR eingreifen und helfen … und die Spötter richten wird.

Und so endet der Psalm mit der frohen Aussage: „Gelobt sei der HERR, der Gott Israels,
von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen! Amen!

  • Wir sollten hier lernen, dass wir einerseits Gottes Werkzeuge sein sollten, um uns in seinem Namen um die zu kümmern, die Hilfe nötig haben (V.2-4)
  • Und zum anderen sollten wir Christen bedenken, dass wir in aller Not letztendlich immer auf unseren gnädigen Gott vertrauen dürfen und deswegen immer vor allem zu IHM rufen sollten. (V.5-11)
  • Und schließlich sollten wir dann aufmerksame Beobachter Seiner Gnade sein und IHN loben über alle seine Werke (V.12-14)

Psalm 58:

In diesem Psalm berichtet der Psalmist zunächst über die Bösartigkeit der Mächtigen, die zugleich auch Gottlose sind. Dabei klingen diese harschen Worte sehr ähnlich wie die Worte, die Paulus aus anderen Psalmen als Zeugnis gegen alle unbekehrten Menschen zusammenträgt (Röm 3,10-18).

In Vers 7 kommt dann ein Gebet zu Gott. Das klingt schon sehr krass – aber andererseits ist die Beschreibung der Gottlosigkeit in den Versen davor ja auch nicht gerade harmlos. Der Psalmist sehnt sich danach, dass die Gottlosen gerichtet werden. Und verdient hätten sie es.

  • Von daher kann ich Gott nur preisen, dass er mich nicht gerichtet hat, als ich gottlos durchs Leben ging – sondern mir in seiner Gnade begegnet ist und mich gerettet hat.

Ab Vers 8 schreibt der Psalmist dann wieder eher berichtend von dem Schicksal, das allen Gottlosen (die nicht zur Umkehr kommen) sicher ist. Diese Worte klingen weiterhin sehr hart … und genauso wird es eben auch sein, wenn Gott letztendlich die Gottlosen richtet. Gerade deshalb sollten wir Menschen warnen.

  • Dabei ist es meines Erachtens ein seltsamer Vorbehalt, wenn Leute sagen, dass wir Menschen nicht „mit der Hölle drohen sollten“.
  • Diese Bedrohung ist real und wir warnen Menschen davor … das ist kein bösartiges Drohen, sondern etwas sehr Liebevolles und ich wünsche uns allen den Mut und natürlich auch die Weisheit, diese wichtige Botschaft treu und gut denen zu vermitteln, die sie hören müssen!
  • Und beides trifft zu. Jesus will, dass wir alle Menschen zur Umkehr aufrufen und wünscht sich, dass alle Menschen IHN im Glauben anerkennen.
  • Aber er will auch, dass die gerichtet werden, die gegen den heiligen Gott rebellieren. Denn Christus hasst die Sünde!

Der Gerechte, von dem dann in Vers 11 und 12 die Rede ist, ist wie fast immer im Singular erwähnt … der Gerechte in den Psalmen ist fast immer der Christus, wobei wir dann auch Gerechte sind, wenn wir im Glauben zu Ihm gehören und somit mit seiner Gerechtigkeit umkleidet sind.

  • Möge Er uns auch immer größere Abscheu gegen Sünde schenken und uns zu Menschen machen, die tatsächlich weiter wachsen, hinein in die vollkommene Gerechtigkeit unseres Herrn und Retters.

Psalm 61:

In diesem Psalm lässt sich gut erkennen, warum Jesus gesagt hat, dass die Psalmen von ihm zeugen (Lk 24,44).
David betet hier und wendet sich Gott zu. Dabei bittet er um Schutz und erkennt in Gott einen hohen Felsen & einen starken Turm. Das gilt natürlich für den dreieinen Gott – und doch trifft dieses Bild vor allem auf Christus zu – der unser fester Grund und Eckstein ist.

  • Durch ihn haben wir ewige Wohnung bei Gott und Zuflucht in allen Notzeiten.

In Vers 7 kommt dann ein Gebet, das aus Davids Sicht erst einmal nicht klar zuzuordnen ist. Man fragt sich, ob er das für König Saul, für sich selbst oder für seinen Sohn und Nachfolger Salomo betet.

Letztendlich ist das das passende Gebet für Jesus, denn allein seine Jahre „währen für und für“ (was ewig bedeutet) und er allein thront für immer vor Gott. Und es ist sein Name, dem wir ewiglich lobsingen sollen.

  • So fordert uns dieser Psalm zum Lobpreis unseres Herrn Jesus auf.
  • Ihm gebühren unser Lob und unser Dank, denn er ist unsere Zuversicht und Zuflucht jederzeit und für alle Zeit!

Psalm 62:

Dieser Psalm zeigt uns einen gottesfürchtigen Psalmbeter, der inmitten von Feinden sein ganzes Vertrauen auf Gott setzt und auch andere Menschen dazu aufruft, auf Gott zu vertrauen. Da wo Menschen uns täuschen und enttäuschen, bleibt Gott zuverlässig!
ER allein ist mächtig!

Bis Vers 12 klingt der Psalm wie das Gebet eines Gläubigen, der abwechselnd zu bzw über Gott spricht und dann zu Menschen über Gott.
Der abschließende Vers 13 klingt seltsam … hier scheint der Psalmist ja zu lehren, dass Gottes Gnade etwas ist, dass wir uns verdienen müssen. Was in der Luther 1984 nicht deutlich wird ist, dass Vers 13 in Römer 2,6 zitiert wird. Und so gibt uns dann Römer 2 ein ganz neues und tieferes Verständnis von dem, was dieser Psalm lehrt.
In Römer 2 wird ja den Juden vor Augen geführt, dass wir an unseren Werken gemessen werden. Das Ziel dieser Aussage ist dann aber, dass wir erkennen, dass keiner vor Gott bestehen kann, weil keiner gut genug ist, um Gottes Gnade zu verdienen – mit einer Ausnahme. Jesus Christus allein, ist gut genug.

  • Und so ist der Psalm wohl letztendlich ein Psalm, der uns zu Christus führt. Er ist unsere Zuversicht, denn er hat aller Gerechtigkeit Genüge getan und Gnade „verdient“.
  • Und wenn wir durch „Glauben“ in Christus sind, dann erben eben auch wir die Gnade Gottes.

Der Psalm ruft uns also zuerst zu Gottvertrauen auf und lenkt dann unseren Blick auf unsere „Unfähigkeit“ aus uns heraus vor Gott zu bestehen und bereitet uns so auf den Retter Christus vor, der allein das getan hat, was wir hätten tun sollen.

  • Und so verdammt uns dieser Psalm dann auch nicht, sondern zeigt uns den Weg zu einem Leben voller Zuversicht auf den Gott, der uns liebt!

Psalm 64:

Dieser Psalm verbindet ein Gebet um Hilfe mit einer großartigen Zusage Gottes. In den ersten 7 Versen betet David ein Gebet, dass so auch von Jesus und wohl auch von vielen Christen (vor allem von denen, die für ihren Glauben verfolgt werden) gebetet werden kann.
Es ist ein direkter Blick auf das Böse und die Feindschaft, die Gläubige immer wieder erlebt haben.

Ab Vers 8 kommt eine große Wende. Scheinbar ganz überrascht greift Gott ein und besiegt die Bösen. Das tut der HERR immer mal wieder. Und vor allem wird ER es in letzter Instanz bei seiner Wiederkehr tun. Dann werden ihn alle Menschen erkennen und viele werden sich erschrecken und mit Furcht und Zittern erleben, wie ER Gerechtigkeit bringt.
Doch für die, die auf Jesus vertrauen und durch ihren Glauben an den Retter und Herrn gerecht gesprochen sind, wird das ein froher Tag sein, denn dann hat alles Leid ein Ende und das Böse in dieser Welt wird besiegt und vernichtet werden.

  • Auch uns Christen darf dieser Psalm herausfordern, da die Bösen sich hier ja vor allem durch ihre bösen Worte offenbaren. Das sollte uns herausfordern, als Kinder Gottes sehr darauf bedacht zu sein, mit unseren Worten Gott zu ehren.
  • Vor allem aber dürfen wir wissen, dass unser HERR auf uns Acht hat und alles Unrecht richten wird. Gerade das hilft uns dann auch, nicht mit bösen Worten zu reagieren, wenn wir selber durch die Worte anderer angegriffen und verletzt werden.

Man hätte ja denken können, dass nach den Attacken Sauls, David jetzt endlich in Ruhe regieren darf. Doch ein Mann Gottes muss damit rechnen, dass Widerstände nie ganz aufhören. Immerhin ist David ja ein Vorläufer des Herrn Jesus.

In Kapitel 16 sehen wir dabei, dass David selbst auf der Flucht vor Absalom noch Gnade erweist. Selbst Schimi wird trotz seiner Attacken von David behütet – denn David erkennt, dass Gott auch die Rede Schimis im Griff hat. Das entlässt diesen sicher nicht aus seiner Verantwortung – aber David ist nicht auf Vergeltung aus, sondern ist bereit, die Fluchworte zu ertragen und dabei ganz auf Gottes Gnade zu vertrauen.

Ab Vers 15 sehen wir dann, dass Absalom zwei Ratgeber hat – der eine ist von David dort platziert – aber der andere ist einfach nur böse.

  • Ratgeber sind etwas Wunderbares. Aber wir sollten sehr darauf bedacht sein, dass wir auf Ratgeber hören, die dem Herrn treu dienen und dann auch uns gute Ratschläge geben.

In Kapitel 17 sehen wir, dass Davids Strategie aufgeht. Seine Helfer, die er bei Absalom belassen hat, verhindern, dass der kluge Rat Ahitofels umgesetzt wird. Das führt dazu, dass Ahitofel seinen Dienst per Selbstmord beendet.

Am Ende von Kapitel 17, ab Vers 24 wird dann auch deutlich, dass Davids gnädiges Verhalten ihm an vielen Orten Freunde verschafft hat, die ihn und seine Männer nun versorgen. Dies ist nur einer von mehreren Berichten davon, wie Menschen für David und seine Männer sorgen.

  • Solche Dienste finden Gottes Anerkennung bis heute … denn wir lesen ja davon.
  • Das sollte auch uns motivieren, immer wieder hilfsbereit zu sein, und das gute Werk des Herrn zu fördern, auch wenn wir dafür keinen Ruhm bekommen.

Zu Beginn von Kapitel 18 wird deutlich, dass David offensichtlich davon ausgeht, dass er durch Gottes Hilfe siegen wird. Er versucht deshalb Vorsorge dafür zu treffen, dass Absalom verschont bleibt. Aber Joab kennt keine Gnade und tötet Absalom. Joab ist klar, dass die Nachricht vom Tod Absaloms für David keine gute Nachricht ist.

Er ist darauf bedacht, wie diese Botschaft zu David kommt. Ahimaaz will die – aus seiner Sicht frohe – Botschaft vom Tode Absaloms überbringen. Doch Joab weiß, dass das nicht gut ankommen wird. Und so sagt Ahimaaz David nicht die ganze Wahrheit. Das tut dann der recht unbedarfte Mohr.

Wirklich bedenkenswert ist dann, wie David und andere reagieren. Aber dazu kommen wir morgen.

Psalm 3:

Dieser Psalm nennt den historischen Hintergrund. Es ist also ein Psalm Davids aus einer Zeit der Not. David bringt seine Not vor Gott und schüttet Ihm sein Herz aus (V.2-3). Doch dann drückt er sein großes Gottvertrauen aus und seine Gewissheit, dass der Herr ihm in aller Not helfen wird und eines Tages seine Feinde besiegen wird.

Diese Gewissheit hatte David oft (aber nicht immer) und diese Gewissheit hatte auch der König, der als der legitime Nachfolger Davids kam (Jesus) und durch IHN dürfen wir alle wissen, dass die Feinde nun bereits besiegt sind und dies auch eines Tages aller Welt offenbar werden wird.

  • Von daher wünsche ich uns allen, dass wir in allen Anfechtungen das gleiche Gottvertrauen haben und in jeder Not im Gebet zum Herrn fliehen.

Wenn wir das tun, werden wir immer wieder erleben, dass der Herr uns neue Zuversicht schenkt. Und dann kann der Friede einziehen, von dem wir ab Vers 4 lesen. Denn gerade wenn wir uns Gott zuwenden, wird uns oft bewusst, dass der HERR viel mächtiger ist, als Alle und Alles andere und ER unsere Not lindern kann.

Und so betet der Psalmist dann ab Vers 8 ganz konkret darum, dass der HERR eingreifen möge.

  • Ich möchte uns Mut machen in Notlagen, dem Vorbild dieses Psalms zu folgen. Wir dürfen Gott unsere Not bringen. Das ist tatsächlich oft der Weg hin, zu neuer Hoffnung und dann zum mutigen Gebet, um Gottes Beistand.
  • Möge der HERR uns immer weiter wachsen lassen in der sicheren Hoffnung, dass ER uns eines Tages aus aller Not befreien wird.

Psalm 4:

Ähnlich wie im Psalm davor betet hier David in einer Notzeit

Letztendlich müssen wir zugeben, dass wir von uns aus nicht gerecht sind und erst mal nicht in die Kategorie des ungerecht Leidenden passen. Aber wenn wir uns dem HERRN zuwenden und dann Leid erleben, dann gelten die Zusagen und die Zuversicht dieses Psalms eben auch uns.

Die Worte zu Beginn sind nicht einfach nur ein Ruf zu Gott. Es beinhaltet Worte, in denen anerkannt wird, dass Gott uns Gutes tut: „Gott meiner Gerechtigkeit, der du mich tröstest in Angst“ und erkennt an, dass es immer ein Ausdruck der Gnade Gottes ist, wenn ER unsere Gebete erhört: „sei mir gnädig und erhöre mein Gebet!“

Die Verse 3-6 sind dann wohl nicht an Gott, sondern an Davids Feinde (ihr Herren) gerichtet. Er ruft sie zur Buße und dazu, Gott-gefällig zu leben. Interessant ist, dass Paulus Vers 5 „Zürnet ihr, so sündiget nicht“ in Eph 4 aufgreift und damit Christen dazu aufruft, nicht wie die Heiden zu leben. Überhaupt sind diese Worte ähnlich den Anordnungen aus Eph 4,25ff. Er lehrt sowohl, was sie nicht tun sollen, wie auch das, was sie tun sollten.

Nach einer allgemeinen Aussage zu Beginn von Vers 7: „Viele sagen: »Wer wird uns Gutes sehen lassen?«“ … folgt ein wunderbares Gebet: „HERR, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!“, bevor er dann am Ende des Psalm Gott lobt und preist: „Du erfreust mein Herz, ob jene auch viel Wein und Korn haben. Ich liege und schlafe ganz mit Frieden; denn allein du, HERR, hilfst mir, dass ich sicher wohne.“

Ähnlich wie schon Psalm 3, sehen wir auch in diesem Psalm eine Entwicklung, vom verzweifelten Rufen zu Gott, hin zu einem tiefen Frieden, der es dem Psalmisten erlaubt, in Frieden zu ruhn.

  • Ich hoffe, dass wir das alle nachempfinden können, wie das Gebet oft eben auch ein Weg ist, wie wir zu neuer Zuversicht finden.
  • Ich bete ich für mich und uns alle: „HERR, lass leuchten über uns das Licht deines Antlitzes!“ … im festen Vertrauen auf Gottes gnädige und gute Versorgung!

Psalm 13:

Psalm 13 zeigt uns gleich drei Phasen unterschiedlicher Wahrnehmungen des ewig gleichen Gottes.

Zu Beginn lesen wir ein 4-faches recht verzweifelt klingendes „Wie lange?“. Auf das Klagen folgt ein konkretes Bitten um das Eingreifen Gottes.  Und schließlich lesen wir Worte voller Lobpreis, die darauf hindeuten, dass der Psalmist sich nun sicher ist, dass der HERR eingreifen wird.

Das ist ein wunderbares Gebet. Der Psalmist erlebt etwas, dass sicher schon viele ähnlich erlebt haben … eine Leidenszeit, die unerträglich lang scheint. Doch wenn wir uns in dieser Zeit nicht von Gott abwenden, sondern uns IHM im Gebet zuwenden dürfen auch wir oft erleben, wie allein das schon unser Gottvertrauen stärkt. Gerade in der Hinwendung zu Gott finden wir neuen Mut. Aus Verzweiflung wird Zuversicht und diese bringt uns schließlich dazu, Gott zu danken.

  • Oft ist es einfach so, dass wir in schweren Zeiten verzweifelt um Hilfe rufen und eben nicht verstehen, warum Gott nicht eingreift. Doch je mehr wir auf IHN sehen, desto mehr wächst unser Vertrauen, dass ER alles gut machen wird.
  • Diese Zuversicht wünsche ich uns allen!

Psalm 28:

Dieses Gebet um Gottes Hilfe ist wiederum ein Gebet, dass Jesus gebetet haben könnte. Er ist der Gesalbte (V.8) und wir Gläubigen sind sein Volk. Er ist der Eine, der Gott immer treu ist und erleben durfte, dass der Vater ihm selbst im Tod treu war und ihn von den Toten auferweckte. Gleichzeitig ist das ein Gebet, in das jeder Gläubige einstimmen kann.

  • Es ist gut, Gott immer wieder zu bitten.
  • Und es ist wunderbar zu wissen, dass unser Gott für uns ist.

Der Beter erlebt das und preist Gott dafür!

  • Ich wünsche uns, dass wir alle das ebenso erleben und dabei dann auch im Rückblick bedenken, wie treu Gott uns zur Seite steht.

Psalm 55:

David beginnt mit einer Klage über eine schlimme Verfolgungssituation. In dieser Not ruft er Gott an. Ab Vers 10 wird deutlich, dass diese Bedrängnis von Menschen kommt, die einst Davids Gefährten waren.

Ab Vers 16 wendet sich David nochmals Gott zu. Dabei sehen wir hier, dass David darum wusste, dass Gott nicht jedes Gebet sofort erhört. Er nimmt sich vor, andauernd zu beten: „Ich aber will zu Gott rufen und der HERR wird mir helfen. Abends und morgens und mittags will ich klagen und heulen; so wird er meine Stimme hören.“

Doch gerade darin gewinnt David die feste Hoffnung, dass der Herr ihm helfen wird.
Und so wird aus dem Betenden der Ratgeber, der uns zuruft: „Wirf dein Anliegen auf den HERRN; / der wird dich versorgen und wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen“
Beten können wir das natürlich immer nur durch Christus, denn nur durch und in Ihm sind wir „gerecht“

  • Ich wünsche uns allen diese feste Hoffnung auf Gott, die gerade auch nochmal am Ende des Psalms zum Ausdruck kommt.

„Kann denn Liebe Sünde sein?“ … mit dieser Frage wird ja immer mal wieder für ein Umdenken in der (biblischen) Sexualethik geworben. Dieses Kapitel beantwortet diese Frage unzweideutig. Ammon liebt seine Schwester … und lässt sich von seinen Gelüsten steuern, anstatt diesen Einhalt zu gebieten und enthaltsam zu bleiben.

So wie sein Vater, so zügelt auch Amnon seine Lust nicht.

  • Sicher können viele von uns (zumindest Männer) nachvollziehen, wie eine schöne Frau zu einer fixen Idee werden kann.
  • Möge Gott uns da immer wieder Beherrschung und Klarsicht schenken.

Amnon hatte diese nicht und erlebt dann, was Sünde hervorbringt. Aus den Träumen von einer Beziehung zu seiner Schwester wird eine ganz andere Realität. Sie weist ihn zurück, er nimmt sie sich trotzdem und merkt dann, dass es nie so werden würde, wie er sich das in seiner Phantasiewelt vorgestellt hat! Das führt dann zur Ablehnung und zum Hass. Möge uns diese Erfahrung des Amnon eine Lehre sein!

Absalom liebt seine Schwester auch, aber mit einer reineren Liebe, die ihr Gutes tun will. Doch auch eine solche Liebe kann blind machen. Der blinde Zorn gegen Amnon führt zu einer nächsten Sünde, dem Mord. Stattdesen hätte Absalom nach geltendem Recht gegen seinen Bruder vorgehen sollen.

  • Auch das sollte uns eine Warnung sein. Im Kampf um Gerechtigkeit müssen wir immer darauf achten, dass wir nicht selber ungerecht agieren.
  • Wir sollten uns prüfen, ob wir eventuell auch mal mit Übertreibungen und zu großer Härte gegen die vorgehen, die wir im Unrecht sehen.

Schließlich flieht Absalom und findet sich so, genauso wie zuvor sein Bruder, in einer Situation wieder, die für ihn schlechter ist, als die vor seiner Sünde!

Der Bericht von der Rückkehr Absaloms in Kapitel 14 ist ein Bericht voller Lügen und Intrigen und doch erscheint es am Ende des Kapitels so, als ob der Teufelskreis der Sünde gebrochen wäre und Gnade und Liebe gesiegt haben.

  • Vor allem sehen wir hier aber auch die Bereitschaft zur Vergebung. Erst darf Absalom zurück und dann auch wieder in Davids Nähe.
  • Ähnlich geht es ja auch uns mit Gott. Wir sind schon begnadigt … und eines Tages dürfen wir dann sogar seine Gegenwart sehen.
  • Dabei ist der HERR natürlich viel besser als David und muss nicht erst überredet werden!

Nachdem es in Kapitel 14 noch so aussah, als gäbe es ein happy End in der Beziehung zwischen David & Absalom, zeigt sich nun, dass das nicht so ist. Absalom agiert kühl berechnend. Er strebt nach Zuneigung und gewinnt so das Volk für sich und wiegelt es gegen seinen Vater auf.

Das Ringen um die Gunst von Menschen und ggf eben auch darum, besser dazustehen, als andere, ich sicher auch vielen von uns nicht ganz fremd. Doch sollten wir dabei bedenken, dass alle Täuschungen und falschen Versprechungen eines Tages offenbar werden.

Hier sehen wir, wie sich das Volk für eine Weile hinter Absalom stellt, so dass David fliehen muss. Aber auf Dauer führt auch diese sündige Handlung nicht zum Erfolg.

  • David erweist dabei seinen festen Glauben an den allmächtigen Gott: „Werde ich Gnade finden vor dem HERRN, so wird er mich zurückbringen, daß ich sie und ihre Stätte wiedersehe. 26 Spricht er aber: Ich habe kein Wohlgefallen an dir – siehe, hier bin ich. Er mach’s mit mir, wie es ihm wohlgefällt.“ (2 Samuel 15,25f)
  • Möge der Herr uns einen solchen festen Glauben schenken!

Psalm 32:

Psalm 32 ist der zweite Bußpsalm. Gott gibt uns hier Worte, damit wir in Buße zu IHM kommen können und so Umkehr und Vergebung erleben dürfen.

  • Gerade im Wissen um Gottes große Gnade ist so ein Psalm sehr wertvoll. Denn so ist Buße nichts Niederdrückendes, sondern etwas Aufbauendes.
  • Aus der Buße heraus kommen wir immer wieder auf den Weg des Segens!

In diesem Psalm lesen wir dann auch gleich mehrere großartige Zusagen. Neben der Zusage der Sündenvergebung lesen wir auch davon, dass der Herr die Bußfertigen schützen und ihnen ihre Angst nehmen wird (V.6-7) und sie lehren und ihnen den Weg weisen wird (V.8).

Darauf folgt der nochmalige Aufruf, weise zu agieren, was sich letztendlich darin zeigt, dass wir auf den Herrn hoffen.

  • Manchmal wird ja der Glaube als etwas eher Naives und Dümmliches verspottet. Aber hier lesen wir das Gegenteil. Wer nicht auf Gott vertraut handelt „ohne Verstand“.
  • Das darf und sollte uns in unserem Glauben ermutigen.

Dieser Psalm endet schließlich da, wohin uns wahre Buße führt … zur Freude am Herrn: „Freuet euch des HERRN und seid fröhlich, ihr Gerechten, und jauchzet, alle ihr Frommen.“

  • Von daher möchte ich uns Mut machen, zum einen Gottes Heiligkeit und unsere Sündhaftigkeit klar zu erkennen und zu bekennen … und so dann zu erleben, dass wir einen gnädigen Gott haben, der uns unsere Sündenlast immer wieder neu abnimmt und uns den Weg zu einem wahrhaft frohen und gesegneten Leben weist.

Psalm 86:

Psalm 86 zeigt uns ein herrliches Gebet. David betet hier um Gottes Hilfe in großer Not. Dabei ist dieser Psalm ein Beleg für Davids großes Vertrauen darauf, dass Gott ein Gott der Gnade ist. In Vers 5 und Vers 15 zitiert David 2. Mose 34 und zeigt damit, dass er darum weiß, dass bei Gott Gerechtigkeit und Gnade zusammenkommen.

  • Gott ist immer derselbe und auch im AT ist Gottes Gnade das, worauf die Gläubigen vertrauen.

David weiß, dass er – wie wir alle – allein aufgrund seiner eigenen Werke vor Gott nicht bestehen könnte. Und gerade deshalb appelliert er immer wieder an Gottes Gnade, Güte und Barmherzigkeit!

Und noch ein anderes Thema greift dieser Psalm auf: Gott ist der Gott aller Nationen (V.9). Auch das ist etwas, dass schon das AT lehrt. Gott ist nicht nur der Gott Israels, sondern der Gott der ganzen Welt und ein Gott, zu dem Menschen aus allen Völkern kommen werden.

Das hatte Gott schon Abraham verheißen (1. Mose 12). Israel war nie das alleinige Volk Gottes, sondern das Volk, durch das alle Nationen gesegnet werden sollten.

Dieser Psalm vereint also zwei wichtige Themen des AT, die oftmals übersehen und als „Innovationen“ des NT gesehen werden.

  • Doch gerade das Wissen darum, dass Gott sich nicht ändert und Seine Pläne für alle Zeit feststehen sollte uns froh und zuversichtlich machen. Denn Gott ist treu und gerecht und voller Gnade!

Und so dürfen wir wissen, dass Jesus für uns aller Gerechtigkeit Genüge getan hat und uns so Zugang zur Gnade Gottes gibt. Dafür preise ich unseren barmherzigen, gütigen Gott!

Psalm 102:

Dieser Psalm wird manchmal als der fünfte „Bußpsalm“ bezeichnet. Allerdings steht dabei meines Erachtens Buße nicht unbedingt im Zentrum.
Der Psalmbeter leidet und es kann gut sein, dass dies ein Israelit während der Zeit des Exils ist. Er sieht dabei seine wenigen Tage noch in der Gefahr, durch die Feinde und das Leid weiter verkürzt zu werden. Demgegenüber sieht er auf den ewigen Gott, der alles geschaffen hat und noch sein wird, wenn alles andere längst vergangen ist.

Und offenbar gewinnt er im Laufe des Gebets neue Zuversicht. Aus Verzweiflung entsteht Hoffnung und daraus wächst feste Zuversicht.
Der Psalm scheint mir dabei ein wenig ein Auf und Ab widerzuspiegeln. Aber so ist das ja bei uns allen. Doch der Blick auf Gott, also echte Anbetung ist nicht nur das, was Gott gebührt. Es ist auch etwas, dass uns im Glauben stärkt.

  • So möchte ich uns ermutigen, immer wieder bewusst Zeit zu nehmen, um Gott zu loben und zu preisen!

Psalm 103:

Im Zentrum dieses wunderschönen Lobpreis-Psalms steht die Gnade und Barmherzigkeit Gottes. Gleichzeitig wird Gott als ein vollkommen gerechter Gott gepriesen.
Wie Gnade und Gerechtigkeit zusammen passen offenbart Gott uns dann erst in Jesus Christus. Weil Jesus unsere Strafe auf sich genommen hat und somit der Gerechtigkeit Gottes Genüge getan hat, können wir Gott Gnade und Barmherzigkeit genießen.

Und doch gibt es dieses Nebeneinader eben auch schon im AT. Der Psalmist bezeugt das in wunderbaren Worten. Dabei erkennt er an, dass Gott so viel größer ist, als wir Menschen.
Das menschliche Leben ist kurz und vergänglich … doch Gott ist ewig.

  • Im Wissen um Gottes Größe und Gnade tun wir gut daran uns nie auf uns selbst, sondern immer auf Gott zu verlassen, denn ER sorgt für die, die IHN anerkennen, IHN lieben und IHN fürchten
  • „Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen! Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat“

Psalm 122:

Dieser Psalm scheint ein Lied zu sein, das nach der Ankunft am Ziel der Wallfahrt in Jerusalem gesungen wurde.
Dabei sind die Worte über Jerusalem so gewählt, dass man aus heutiger Sicht an mehr denken muss, als die damalige Stadt. Hier ist die Rede von den Thronen zum Gericht. Das klingt sehr nach dem, was noch kommen wird. Diese Throne sind ja wohl im Himmel und gehören zum himmlischen Jerusalem, dass erst eines Tages zu uns kommen wird.

Auf jeden Fall ist dies ein Ort des Friedens und der Freude und die Menschen streben danach, in diese Stadt zu kommen und das Beste der Stadt zu erleben.
Danach strebe ich auch. Auch wenn das Leben auf Erden viele schöne Momente parat hat, so bleibt doch tief in unseren Herzen diese Sehnsucht nach dem Leben im himmlischen Jerusalem.

  • Darauf dürfen wir uns schon hier und jetzt freuen!
  • Denn das was der Psalmist sieht und verkündet, werden alle Gläubigen eines Tages sehen und erleben dürfen.

 

In diesem Bußpsalm lesen wir Davids Gebet, nachdem ihm Gott durch Nathan seine Sünde ganz klar vor Augen gestellt hatte. David beschönigt nichts. Er bekennt seine Schuld und gibt offen zu, dass er durch und durch Sünder ist. In der Tat lehrt uns David hier, dass wir schon in Sünde empfangen wurden, d.h., wir werden als Sünder geboren und werden dies nicht erst später. Deshalb sind wir alle auch von Anfang an erlösungsbedürftig.
David macht deutlich, dass unsere Sünde immer vor allem Sünde gegen Gott ist – so ist sicher auch das „An dir allein habe ich gesündigt“ in Vers 6 zu verstehen. Natürlich hat sich David auch an Batseba und Uria versündigt … aber in letzter Instanz ist jede Sünde gegen Gott gerichtet.

David zeigt hier Gott gegenüber die rechte Einstellung. Einerseits sucht ER Gott – er will das Gute von ihm hören und Gottes Barmherzigkeit erleben. Gleichzeitig fürchtet Er sich vor Gott und bittet Gott darum, sein Angesicht vor Davids Sünden zu verbergen.

  • Das ist wahre Gotteserkenntnis – einerseits Gott zu lieben und sich nach ihm zu sehnen und andererseits IHN zu fürchten. Diese beiden Einstellungen gehören zusammen und sind somit kein Widerspruch im Hinblick auf den vollkommen heiligen und guten Gott.

Die Verse 12-14 sind dann ja sehr bekannt und ein Gebet, in das wir hoffentlich alle einstimmen können – wobei wir wissen dürfen, dass Gottes Geist in allen Kindern Gottes ewiglich wohnt.
In Vers 15 sehen wir dann, dass David gerade weil er Gottes Gnade erlebt hat, nun auch andere Sünder lehren will.

  • Ich denke je klarer wir erkennen, was Gott für uns getan hat, desto mutiger werden wir ihn als Retter verkünden.

Erlebte Gnade sollte uns einerseits gnädig machen, andererseits sollte es uns aber auch noch intensiver danach streben lassen, Gott zu ehren … und das heißt dann eben auch, dass wir Anderen den Weg zu Gott weisen wollen und Gnade nicht mit Gleichgültigkeit verwechseln.
Und so möchte ich für uns alle Vers 17 beten: „Herr, tu meine Lippen auf, dass mein Mund deinen Ruhm verkündige.“

Dieser „Parallelbericht“ zu 2. Samuel 11-12 überrascht dadurch, dass hier nichts von Davids Sünden mit Batseba und Uria erwähnt wird. Das erklärt sich dadurch, dass es in den Chronik-Büchern eben nicht darum geht, ein umfassendes Bild zu vermitteln und somit auch Davids Sünden zu erwähnen. Diese letzten Bücher des jüdischen Kanons sollen vor allem das Volk Juda im Exil ermutigen und auf den besseren und größeren Nachkommen Davids hinweisen

Wir lesen hier von Davids Leute als erfolgreiche Krieger. Diese Erinnerung war sicher für die Juden im Exil eine Ermutigung.

Das Beispiel Davids in Kapitel 11 sollte uns Männern eine Warnung sein unsere Augen und Gedanken zu kontrollieren, so dass kein sündiges Verlangen entsteht. Und wenn es dann doch entsteht, gilt es, der Versuchung zu widerstehen. Dabei kann ein Gebets- und Rechenschaftspartner oder auch ein Hauskreis helfen.

David lässt seinen Gelüsten freien Lauf … und wie so oft lassen sich die Konsequenzen der Sünde nicht mehr kontrollieren. Jeder weitere Schritt macht die erste Sünde nur noch schlimmer. Uria ist der Leidtragende. Von daher ist Uria auch ein gutes Beispiel dafür, dass es in diesem Leben nicht immer Bewahrung und Gerechtigkeit gibt. Und doch wird Davids Schuld nicht ungestraft bleiben.

  • Auch wir sollten bedenken, dass der HERR alles sieht und weiß. Menschen können wir sicher manchmal täuschen und unsere Sünden können wir vertuschen. Aber eben nicht vor Gott!
  • Lasst uns das immer bedenken und unser Leben bewusst vor IHM führen.

In Kapitel 12 spricht Nathan weise Worte zu David. Er weiß, dass eine direkte Konfrontation oftmals wenig fruchtet. Deshalb gebraucht er ein Gleichnis, bei dem David sich selber in das Unrecht hineindenken konnte und so offen und klar das Unrecht benennt. Erst dann konfrontiert ihn Nathan ganz direkt mit seiner Sünde.

  • Ich wünsche uns auch die Weisheit, dass wir einander wirklich dabei helfen, Schuld zu erkennen und wirklich umzukehren.

David reagiert so, wie wir alle immer auf Sünde reagieren sollten – mit Buße. Und dann betet und fastet er in der Hoffnung, dass der HERR evtl doch noch Gnade zeigen möge. Nachdem dann das Kind tot ist, gibt es keinen Grund mehr zum Fasten. David ergibt sich nun in das, was geschehen ist und lebt von da an nach vorne gewandt.

Vers 23 wird häufiger als Beleg zitiert, dass früh gestorbene Kinder in den Himmel kommen. Hoffen ist erlaubt aber dieser Vers allein ist aus meiner Sicht kein eindeutiger Beleg. Wie dem auch sei, Gott richtet und tröstet.

Schließlich sehen wir, das Joab David hilft, seinen guten Ruf als Krieger nicht zu verlieren. Und tatsächlich bleibt David nicht länger zuhause, sondern zieht in den Kampf und besiegt den Feind.

  • Hätte er das gleich getan, wäre ihm und anderen viel Leid erspart geblieben.