Die Kriegsgesetze in Kapitel 20 zeigen, dass Gott einen deutlichen Unterschied macht zwischen der befohlenen Landnahme des von Gott versprochenen Landes und anderen Kriegen. Zum einen ist bei anderen Kriegen (V.10-15) die Teilnahme am Krieg freiwillig, zum anderen soll den Feinden zuerst Frieden angeboten werden. Andererseits sollte Israel nie auf das sehen, was vor Augen ist. Mit Gott ist Israel immer auf der Seite des Siegers.
Interessant ist auch der Hinweis auf den Schutz von Fruchtbäumen (V.19ff). Gott hilft dem Volk dabei, über die aktuelle Situation hinauszudenken und eben nicht die Versorgung von Städten zu gefährden, um die gekämpft wird. Sonst haben sie wohlmöglich nachher die Stadt in Besitz, aber nichts mehr zu essen.
Kapitel 21 erwähnt dann einige verschiedene Gesetze. In den Versen 1-9 wird klar, dass Mord immer bestraft wird, selbst wenn der Mörder nicht gefunden wird. Solche gesellschaftliche / gemeinschaftliche Haftung wird sicher auch dazu führen, dass Zeugen nicht schweigen. Die Aufklärung des Verbrechens ist so noch viel direkter von gesellschaftlichem Interesse.
- Gottes Weisheit geht halt über unsere Gesetzgebung hinaus J
In den Versen10-14 lesen wir eine recht krasse Regelung. Wenn dem Krieger die kriegsgefangene Frau nicht mehr gefällt, kann er sie einfach wegschicken. Aber immerhin ist sie dann frei, womit diese Regelung sicher der Frau mehr zugesteht, als gesellschaftlich üblich war.
In den Versen 15-17 sehen wir dann, dass Emotionen und Gefühle keinen Einfluss auf das Recht haben sollen!
Die Regelung in Vers 18-21 ist krass und wurde wahrscheinlich nur selten genutzt. Aber sie macht deutlich, dass Gott nicht viel von antiautoritärer Erziehung hält. Die Rechtslage in Dtld ist da ja eher gegensätzlich orientiert. Das ist sicher gut im Hinblick auf Kindesmissbrauch. Andererseits stellt sich schon die Frage, ob das Züchtigen von Kindern in einem gewissen Rahmen nicht doch auch Gott gewollt ist … immerhin kommt Züchtigen von (Er-)ziehen.
Besonders beachtenswert ist dann 21,22f. Hier wird angedeutet, dass der Tod am Kreuz ein besonders schlimmer Tod war. Noch wesentlicher ist die Regelung, den Toten vor der Nacht vom Kreuz zu nehmen. Genau das brachte Josef von Arimathäa dazu, Jesus noch am Abend vom Kreuz zu nehmen und in eine Grabhöhle zu legen.
In Kapitel 22 geht es weiter, mit verschiedenen Gesetzen. Interessant sind die Bestimmungen zur geschlechterspezifischen Kleiderordnung (V.5) und bzgl des Verbots der Vermischung von Dingen (V.9-11).
In den Versen 13-29 sehen wir, dass es auch im AT schon spezifische Frauenrechte gab – insbesondere im Hinblick auf Vergewaltigung.
Vor allem in V.20-21 wird ganz deutlich, dass vorehelicher Geschlechtsverkehr als Hurerei bezeichnet wird. Eine Frau soll als Jungfrau in die Ehe gehen. Gleiches gilt auch für Männer, denn ihnen droht die Todesstrafe, wenn er mit einer Frau schläft, mit der er nicht verheiratet ist (V.22ff).
Zu Beginn von Kapitel 23 sehen wir dann, dass die Aufnahme in die Gemeinde an Voraussetzungen geknüpft ist.
- Wenngleich ethnische Aspekte heute keine Rolle mehr spielen, ist das natürlich heute auch noch so.
- Jeder Christ, der regelmäßig in eine Gemeinde geht, sollte dort eigentlich Mitglied werden.
- Andererseits sollten klare Bedingungen an Mitgliedschaft geknüpft werden. Nicht jeder kann einfach so Mitglied werden. Es bedarf eines klar bekannten Glaubens und dann gibt es auch Erwartungen, die an Mitglieder gerichtet sind.
Hier ist interessant zu sehen, dass das Verhalten in der Vergangenheit echte Konsequenzen hat. Es werden nicht alle Ausländer gleichbehandelt. Diese „Haftung“, die sich auf ganze Völker erstreckt und Generationen übergreift mag uns seltsam (unfair?) vorkommen, denn wir denken sehr individualistisch. Andererseits bauen wir ja auch darauf, dass das was Jesus vor langer Zeit getan hat, auch für uns heute noch wirksam ist und von daher ist das Vertrauen auf Stellvertretung ein Kernaspekt des christlichen Glaubens.
In den Versen 10-15 sehen wir, dass Reinheit und Hygiene auch schon damals wichtig waren. Die Anweisungen sind dabei schon recht krass.
Und dann folgen am Ende des Kapitels noch weitere unterschiedliche Bestimmungen für das Miteinander des Volkes.