Die Kriegsgesetze in Kapitel 20 zeigen, dass Gott einen deutlichen Unterschied macht zwischen der befohlenen Landnahme des von Gott versprochenen Landes und anderen Kriegen. Zum einen ist bei anderen Kriegen (V.10-15) die Teilnahme am Krieg freiwillig, zum anderen soll den Feinden zuerst Frieden angeboten werden. Andererseits sollte Israel nie auf das sehen, was vor Augen ist. Mit Gott ist Israel immer auf der Seite des Siegers.

Interessant ist auch der Hinweis auf den Schutz von Fruchtbäumen (V.19ff). Gott hilft dem Volk dabei, über die aktuelle Situation hinauszudenken und eben nicht die Versorgung von Städten zu gefährden, um die gekämpft wird. Sonst haben sie wohlmöglich nachher die Stadt in Besitz, aber nichts mehr zu essen.

Kapitel 21 erwähnt dann einige verschiedene Gesetze. In den Versen 1-9 wird klar, dass Mord immer bestraft wird, selbst wenn der Mörder nicht gefunden wird. Solche gesellschaftliche / gemeinschaftliche Haftung wird sicher auch dazu führen, dass Zeugen nicht schweigen. Die Aufklärung des Verbrechens ist so noch viel direkter von gesellschaftlichem Interesse.

  • Gottes Weisheit geht halt über unsere Gesetzgebung hinaus J

In den Versen10-14 lesen wir eine recht krasse Regelung. Wenn dem Krieger die kriegsgefangene Frau nicht mehr gefällt, kann er sie einfach wegschicken. Aber immerhin ist sie dann frei, womit diese Regelung sicher der Frau mehr zugesteht, als gesellschaftlich üblich war.

In den Versen 15-17 sehen wir dann, dass Emotionen und Gefühle keinen Einfluss auf das Recht haben sollen!

Die Regelung in Vers 18-21 ist krass und wurde wahrscheinlich nur selten genutzt. Aber sie macht deutlich, dass Gott nicht viel von antiautoritärer Erziehung hält. Die Rechtslage in Dtld ist da ja eher gegensätzlich orientiert. Das ist sicher gut im Hinblick auf Kindesmissbrauch. Andererseits stellt sich schon die Frage, ob das Züchtigen von Kindern in einem gewissen Rahmen nicht doch auch Gott gewollt ist … immerhin kommt Züchtigen von (Er-)ziehen.

Besonders beachtenswert ist dann 21,22f. Hier wird angedeutet, dass der Tod am Kreuz ein besonders schlimmer Tod war. Noch wesentlicher ist die Regelung, den Toten vor der Nacht vom Kreuz zu nehmen. Genau das brachte Josef von Arimathäa dazu, Jesus noch am Abend vom Kreuz zu nehmen und in eine Grabhöhle zu legen.

In Kapitel 22 geht es weiter, mit verschiedenen Gesetzen. Interessant sind die Bestimmungen zur geschlechterspezifischen Kleiderordnung (V.5) und bzgl des Verbots der Vermischung von Dingen (V.9-11).

In den Versen 13-29 sehen wir, dass es auch im AT schon spezifische Frauenrechte gab – insbesondere im Hinblick auf Vergewaltigung.

Vor allem in V.20-21 wird ganz deutlich, dass vorehelicher Geschlechtsverkehr als Hurerei bezeichnet wird. Eine Frau soll als Jungfrau in die Ehe gehen. Gleiches gilt auch für Männer, denn ihnen droht die Todesstrafe, wenn er mit einer Frau schläft, mit der er nicht verheiratet ist (V.22ff).

Zu Beginn von Kapitel 23 sehen wir dann, dass die Aufnahme in die Gemeinde an Voraussetzungen geknüpft ist.

  • Wenngleich ethnische Aspekte heute keine Rolle mehr spielen, ist das natürlich heute auch noch so.
  • Jeder Christ, der regelmäßig in eine Gemeinde geht, sollte dort eigentlich Mitglied werden.
  • Andererseits sollten klare Bedingungen an Mitgliedschaft geknüpft werden. Nicht jeder kann einfach so Mitglied werden. Es bedarf eines klar bekannten Glaubens und dann gibt es auch Erwartungen, die an Mitglieder gerichtet sind.

Hier ist interessant zu sehen, dass das Verhalten in der Vergangenheit echte Konsequenzen hat. Es werden nicht alle Ausländer gleichbehandelt. Diese „Haftung“, die sich auf ganze Völker erstreckt und Generationen übergreift mag uns seltsam (unfair?) vorkommen, denn wir denken sehr individualistisch. Andererseits bauen wir ja auch darauf, dass das was Jesus vor langer Zeit getan hat, auch für uns heute noch wirksam ist und von daher ist das Vertrauen auf Stellvertretung ein Kernaspekt des christlichen Glaubens.

In den Versen 10-15 sehen wir, dass Reinheit und Hygiene auch schon damals wichtig waren. Die Anweisungen sind dabei schon recht krass.

Und dann folgen am Ende des Kapitels noch weitere unterschiedliche Bestimmungen für das Miteinander des Volkes.

In Kapitel 16 folgen dann die Anordnungen zu den drei großen Festen. Die Anordnung zur Passa-Feier innerhalb der von Gott erwählten Stadt erklärt warum Jesus das Mahl nicht (wie sonst die Abendessen) in Betanien feierte, sondern einen Raum in Jerusalem brauchte.

In 16,18-20 wird deutlich, dass Gott Zucht und Ordnung will. Deshalb setzt er selbst Richter und Amtleute ein. Ob es sich dabei um die Richter handelte, die dann im gleichnamigen Buch wirklich als Leiter & Retter agierten, ist nicht völlig klar.

In 16,21 beginnt dann eigentlich ein neuer Abschnitt, indem es um Gesetze und Strafen geht. Hier sieht man mal wieder, dass die Kapitel- und Verseinteilungen nicht Gottes Werk sind. Gerade das kann eine hilfreiche Erinnerung für uns sein, Kapiteleinteilungen in der Bibel nie zu wichtig zu nehmen und bei der Betrachtung eines Kapitels den Kontext nie aus den Augen zu verlieren.

Ab 17,14 kommt nun die Anweisung für einen guten König. Davon hatte Israel sehr wenige und letztendlich kann man nur dafür beten, dass immer mehr Juden erkennen, dass es nur einen wirklichen guten König gab und gibt, Jesus Christus! Vor allem aber sehen wir hier, dass Gott Israel ankündigt, dass sie einen König haben werden und auch dürfen. Aber es kommt eben darauf an, den richtigen Mann zum König zu machen. Bei den Anweisungen (keine vielen Frauen) muss ich unweigerlich an Salomo denken, der auf ganzer Linie versagt hat … kein Wunder also, dass das Reich daran kaputtging.

In Kapitel 18 kommen dann – nach einer Wiederholung bzgl der Leviten – wichtige Hinweise auf Propheten. Zum einen wird der eine Prophet (einer wie Mose) versprochen, der dann scheinbar Josua ist, aber wirklich in Jesus kommt. Zum anderen wird sehr drastisch vor falschen Propheten gewarnt.

  • Diese treten bis heute auf … deswegen sollten wir immer wachsam sein.

In Kapitel 19 sehen wir dann nochmal, dass Gott für Recht und Ordnung sorgt und vor allem für die Erhaltung des Friedens. Wir haben einen gnädigen, Frieden-stiftenden Gott. Lob & Preis sei ihm dafür!

In Kapitel 12 folgen nun Anweisungen wo Gott angebetet werden soll bzw. wo Ihm Opfer gebraucht werden sollen. Dabei ist vor allem wichtig, dass es hier zu keiner Vermischung der Religion im Land mit dem jüdischen Glauben kommt. Deshalb sollen die alten Opferstätten zerstört werden.

Das ist auch heute noch eine ganz wichtige Frage für uns: Versuchen wir den christlichen Glauben in unser sonstiges Leben zu integrieren oder muss sich alles andere hinten anstellen, weil Christus der Herr ist?

  • Der gute Same zwischen Unkraut geht nicht.

Interessant ist auch der Hinweis auf die Erlaubnis, Fleisch zu essen, wann immer man will. Bisher war dem Volk Israel Schlachten wohl immer nur dann erlaubt, wenn entsprechend der Opfervorschriften ein Tier geopfert wurde. Doch im Gelobten Land wird es genug Fleisch geben und Gott will seinem Volk nichts Gutes vorenthalten. Und so dürfen seine Kinder Fleisch essen nach Herzenslust (V.20).

Kapitel 13 ist sehr spannend!  Gott warnt eindrücklich davor, dass wir uns durch tolle Zeichen, oder familiäre Bande o.ä. von Ihm wegbringen lassen. Die Verse 2-4 haben es in sich: „Wenn ein Prophet oder Träumer unter euch aufsteht und dir ein Zeichen oder Wunder ankündigt  3 und das Zeichen oder Wunder trifft ein, von dem er dir gesagt hat, und er spricht: Laß uns andern Göttern folgen, die ihr nicht kennt, und ihnen dienen,  4 so sollst du nicht gehorchen den Worten eines solchen Propheten oder Träumers; denn der HERR, euer Gott, versucht euch, um zu erfahren, ob ihr ihn von ganzem Herzen und von ganzer Seele liebhabt.“

  • Das lässt aufhorchen, oder?
  • Erfahrungstheologie wird hier ganz direkt ad absurdum geführt. Wenn wir aufgrund von spektakulärer Erfahrungen das verwerfen, was Gottes Wort deutlich sagt, dann sollten wir mit Gottes Zorn rechnen. Mehr noch, es könnte sogar sein, dass Gott diese Erfahrungen bewusst dazu gebraucht, um unsere Treue zu prüfen. Lieben wir IHN so sehr, dass wir mehr danach handeln, was er uns sagt, als nach dem, was wir vor Augen haben und erleben?

Die hier angedeutete Gefahr ist auch heute genauso real wie damals. Viel zu leicht sind wir von spektakulären Dingen begeistert und fragen dann nicht mehr kritisch, ob das alles so auch Gott verherrlicht (siehe manche charismatische Auswüchse) … oder wir folgen den Götzen unserer Freunde und Verwandten evtl um des Familienfriedens willen und übersehen dabei vielleicht, dass wir damit in Unfrieden mit Gott kommen.

  • Möge der Herr uns immer wieder in der Erkenntnis seines Wortes und im Gehorsam ihm gegenüber stärken!

Die Regelungen aus Kapitel 14 werden weitestgehend nicht erklärt. Es geht hier wohl gar nicht darum, dass Gott etwas gegen bestimmte Tiere etc hat, sondern einfach um die klare Separation seines Volkes von Praktiken der anderen Völker. Da Gottes Volk heute aber keine ethnisches oder territorialen Grenzen mehr kennt, ist diese „rein / unrein“ Unterscheidung so sicher nicht mehr Relevant. Das dahinter stehende Prinzip gilt aber sicher immer noch. Wir sollten immer darauf bedacht sein, das Unreine zu meiden … und unrein ist jede Versuchung und Sünde, die unsere Herzen beschmutzen (Mk. 7)

Weiter geht’s mit allerlei Anordnungen für das Volk Israel bevor sie dann ins gelobte Land einziehen dürfen.

Das Erlassjahr (in Kap. 15) wurde von Gott zum Wohle der Armen und Bedürftigen gegeben. Hier wird deutlich, dass Hilfsbereitschaft von Gott erwartet wurde und es eine Sünde ist, diese nicht zu gewähren (V.9).

Die Überschrift in der Luther 1984 über Kap 8 finde ich Klasse „Ermahnung zur Dankbarkeit gegen den Herrn“. Zur Dankbarkeit kann und sollte man eben auch mal ermahnt werden. Denn Dankbarkeit hat eben auch etwas damit zu tun, sich zu disziplinieren und sich daran zu erinnern, was Gott getan hat.

  • Diese Ermahnung ist auch für uns immer wieder wichtig.
  • Ich denke und lebe viel zu oft wie ein Atheist (so tue ich viel zu oft Dinge ohne Gebet)!
  • Möge Gott mir da immer wieder vergeben und mir Menschen an die Seite stellen, die mich an Ihn erinnern! Ich brauche Gemeinde und preise Gott dafür, dass ich Teil einer wunderbaren Gemeinde sein darf!

Auch im Fortgang lesen wir Aufrufe dazu, Gott zu lieben und ihm zu gehorchen.

In Kapitel 9 sieht Mose zurück auf die große Untreue des Volkes und Gottes große Barmherzigkeit. In Vers 5 und 6 betont er dabei, dass Israel nur deshalb das Land einnehmen kann, weil Gott dem Volk in besonderer Weise barmherzig war & ist: „5 Denn du kommst nicht herein, ihr Land einzunehmen, um deiner Gerechtigkeit und deines aufrichtigen Herzens willen, sondern der HERR, dein Gott, vertreibt diese Völker um ihres gottlosen Treibens willen, damit er das Wort halte, das er geschworen hat deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob. 6 So wisse nun, dass der HERR, dein Gott, dir nicht um deiner Gerechtigkeit willen dies gute Land zum Besitz gibt, da du doch ein halsstarriges Volk bist.

In Kapitel 10 fährt Mose mit dem Rückblick fort und berichtet davon, wie der Herr ihm zum zweiten Mal die 10 Gebote (die 10 Worte) gab. Dieses Kapitel ist wichtig, denn hier sehen wir, was Gott schon im AT gefordert hat. Er fordert nicht einfach nur „Gehorsam“ – denn dieser allein kann nicht retten, denn keiner wird vollkommen gehorsam sein. Gott wollte auch schon damals die Herzen der Menschen. Was Gott wirklich will ist unsere Liebe bzw unseren Glauben / unserVertrauen (wir können Gott ja nur lieben, wenn wir an ihn glauben … und ein Glaube, der nicht mit Liebe einhergeht, ist kein rettender Glaube wie uns Jakobus 2,14ff zeigt.

  • Von daher möchte ich uns ermutigen, über die Verse 12-13 nachzudenken: „12Nun, Israel, was fordert der HERR, dein Gott, noch von dir, als dass du den HERRN, deinen Gott, fürchtest, dass du in allen seinen Wegen wandelst und ihn liebst und dem HERRN, deinem Gott, dienst von ganzem Herzen und von ganzer Seele, 13 dass du die Gebote des HERRN hältst und seine Rechte, die ich dir heute gebiete, auf dass dir’s wohlgehe?

Und genauso wie schon in Kapitel 9 betont Gott auch hier nochmal, dass Israel komplett von Gottes Barmherzigkeit und Gnade und somit von seiner souveränen Erwählung abhängig ist: „14 Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel und die Erde und alles, was darinnen ist, das ist des HERRN, deines Gottes. 15 Und doch hat er nur deine Väter angenommen, dass er sie liebte, und hat ihre Nachkommen, nämlich euch, erwählt aus allen Völkern, so wie es heute ist.

  • Die Lehre von der souveränen Erwählung ist offensichtlich biblisch … und sie ist wichtig für uns, denn sie sollte uns demütig und dankbar machen, denn unsere Rettung ist eben allein das Werk der Gnade Gottes und nicht eine kluge Willensentscheidung, die wir vollbracht haben.
  • Dass die souveräne Erwählung nie ein Blanko-Scheck zu gottlosem Verhalten ist, wird hier dann aber auch gleich deutlich. Denn Gott betont, vor allem in Kapitel 11, dass Ungehorsam ernste Konsequenzen hat, während der Segen Gottes zu denen kommt, die ihn lieben und tun was er sagt.

In all dem weisen uns diese Kapitel aber auch darauf hin, dass wir Christus brauchen. Zum einen, weil wir aufgrund unserer Sünden sonst immer noch Fluch erben würden (den hat Christus für uns Christen am Kreuz auf sich genommen) und weil unsere Herzen so korrupt sind, dass wir dem Auftrag danach, Gott zu lieben und unsere Herzen zu beschneiden (Kap. 10,16 … auch das ist also nicht erst eine Erfindung des NT) nicht nachkommen werden. Denn das menschliche Herz ist böse von Jugend an (1 Mose 6&8).

  • Gerade deshalb brauchen wir den neuen Bund, samt der Erneuerung unserer Herzen (Jer 31,31ff; Hes 36,26f)

Kapitel 11 endet (in den Versen 18-25) mit dem Auftrag, dass Gottes Wort bewahrt und weitergegeben werden muss. Wir haben das ja schon in Kap. 6 gehört. Ich bete, dass alle Eltern (und zukünftigen Eltern) unter uns, diese Ermahnung sehr ernst nehmen und dass wir mit unseren Kindern Gottes Wort lesen und besprechen. Das ist die Aufgabe der Eltern.

Aber darüber hinaus ist es eben auch die Aufgabe aller Christen und Gemeinden. Das Wort Gottes muss klar und deutlich gepredigt werden. An diesem Punkt haben wir in Dtld eine große geistliche Armut. Ich bete für Erweckung und neue Prediger, die treu und mutig das weitersagen, was Gott sagt.

Dazu erscheint es mir sehr sinnvoll, dass nicht jede Woche irgendwelche andere Abschnitte gepredigt werden, die dann womöglich noch ein Sprungbrett für recht menschliche Gedanken und Stories sind, sondern kontinuierlich Gottes Wort, so dass wir Gottes Gedanken nachvollziehen und verstehen können.

Vers 2 von Kapitel 4 erinnert an die letzten Worte der Bibel in Offb. 22. Und in der Tat hat Jesus das Gesetz nicht abgeschafft oder erweitert, ER hilft uns aber, es richtig zu verstehen und einzuordnen! Dabei gibt es zwei Gefahren:

  • Gesetzlosigkeit (als das Ignorieren von dem, was Gott geboten hat)
  • und Gesetzlichkeit (wenn wir über das hinausgehen, was Gottes Wort sagt)

Die Aussage von Vers 6 ist bedenkenswert. Bibeltreues Leben wird zwar manchmal anecken, aber grundsätzlich auf Anerkennung stoßen und ein echtes Zeugnis sein!

Im Fortgang wird dann von Gott in Form einer Warnung schon angedeutet, was mit Israel im Falle des Unglaubens passieren wird. Ich finde es faszinierend, dass Gott hier einerseits das Volk in die Verantwortung nimmt und andererseits eben auch gleich sagt, was passieren wird.

  • Gott ist halt vollkommen souverän und lenkt alle Dinge … und trotzdem sind wir Menschen voll verantwortlich für das, was wir tun!

Und dann kommt in Kapitel 5 die nochmalige Erwähnung der10 Gebote. Mose wird als Mittler zwischen Gott und dem Volk bestätigt und ist damit der legitime Vorläufer des einen wahren und ewigen Mittlers –  Jesus!

Die abschließenden Verse 32-33 zeigen zwei Dinge:

  • Komplett halten werden wir das Gesetz nicht und deshalb brauchen wir Jesus.
  • Und doch brauchen wir das Gesetz, denn es zeigt uns den Weg zu einem Leben, das Gott gefällt und deshalb von ihm gesegnet wird!

Kapitel 6 lehrt uns, dass das Gesetz eine große praktische Bedeutung für unser Leben hat. Wer danach lebt, wird gesegnet werden. Deshalb ist es so wichtig, das Gesetz nicht zu vergessen. In Vers 4 beginnt ein Abschnitt, der für die Juden damals wichtig war und es in gewisser Weise auch für uns heute noch ist. Denn auch wir sollten immer daran denken, dass wir eine Verantwortung für die nächste Generation haben. Dabei sollte nicht nur das Gesetz gelehrt werden, sondern eben vor allem der Charakter Gottes und daraus folgend, das Evangelium.

Deshalb ist eben auch die Geschichte Gottes mit seinem Volk so wichtig, denn hier offenbart sich der Charakter Gottes. Diese Erkenntnis ist die Basis für die Gottesliebe, zu der wir alle aufgerufen sind und die sich letztendlich dann auch im Gehorsam ggb den Gesetzen erweist.

In Kapitel 7 geht es dann nicht so sehr darum, sich zu erinnern, sondern das Richtige zu tun. Doch auch das hat damit zu tun, das man bedenkt, was Gott getan hat. Vers 7 macht sehr deutlich, dass der Herr ein bedingungslos erwählender Gott ist. Die Lehre vom freien Willen und unser Entscheidung für Gott wird hier doch sehr in Frage gestellt. Und auch das NT knüpft daran an – wobei Epheser 1 und Römer 9 zwei Kapitel sind, in denen das besonders deutlich wird.

  • Gerade weil der Herr Israel nicht deshalb erwählt hat, weil Israel etwas Besonderes wäre, sollten auch wir Christen Gott in aller Demut und Dankbarkeit dafür preisen, dass wir an ihn glauben dürfen, denn auch unsere Rettung beruht auf seiner gnädigen Erwählung und kommt allein aus Gnade!

Und wiederum wird uns (ab Vers 9) der Charakter Gottes vor Augen geführt. Auf dieser Basis folgt der Ruf zum Gehorsam und dieser wird verknüpft mit den großartigen Segensverheißungen, mit denen dieses Kapitel endet.

  • Diese Verheißungen gelten in dieser Form natürlich erstmal Israel damals.
  • Aber auch wir dürfen wissen, dass Gehorsam auch heute noch zu Segen führt. Denn Gott ist der Gleiche und wird immer Gehorsam segnen … was natürlich nicht heißt, dass Gehorsam nicht auch mal zu Schwierigkeiten hier auf Erden führen kann. Das lehrt Gottes Wort ja auch.
  • Aber in letzter Instanz wird jeder Gehorsam immer zum Segen führen!

Die Einleitung macht ganz deutlich, dass dieses Buch die Worte des Mose wiedergeben, die er kurz vor der Jordan-Überquerung Israels (und vor seinem Tod, denn er durfte ja nicht mitgehen) zum Volk sprach. Ab Vers 6 lesen wir vom Land. Hier ist die Verheißung Gottes in Blick. Ab Vers 9 wird dabei deutlich, dass Gott bereits die Verheißung bzgl des großen Volks erfüllt hat.

Und dann beginnt ein langer Rückblick auf die Geschehnisse aus dem 4 Mose. Mose lehrt die nächste Generation nicht nur, was in den letzten 40 Jahren passiert ist, sondern betont dabei ganz eindrücklich, das Wirken und Reden Gottes!

  • Hier sehen wir den souveränen, allmächtigen Gott. Und wir sehen die treulosen / kleingläubigen Israeliten.
  • Das ist also nicht nur Nacherzählung, sondern hat einen pädagogischen Aspekt. Wir sollten aus der Geschichte lernen, dass Unglaube gefährlich ist.

Israel lernt dies und handelt dieses Mal klüger und kommt so in das verheißene Land.

  • Wir sollen von Israel lernen, so dass wir eines Tages in die Gegenwart Gottes einziehen können (siehe 1. Kor 10).

In Kapitel 3 steht die Versorgung Gottes in allen Kämpfen im Zentrum. Das macht Mut für die Landnahem!

  • Auch wir tun gut daran, immer mal wieder auf das zurückzublicken, was Gott in der Geschichte und in unserem Leben so getan hat. Das stärkt unseren Glauben!

Die letzten Verse (23-29) sind sehr persönlich. Mose berichtet von seinem Bitten, in das gelobte Land einziehen zu dürfen und davon, wie Gott es ihm verwehrt. Vers 28 ist besonders interessant – Gott ruft Mose dazu auf, Josua zu gebieten, getrost und unverzagt zu sein. Im Josua 1 wird dann ja davon berichtet, wie Gott Josua das selbst noch mehrmals sagt.

  • Genau das ist es, was wir auch immer mal wieder brauchen.
  • Und das sollten wir auch für unsere Geschwister tun.

Das Verzeichnis der Lagerplätze zu Beginn von Kapitel 33 nimmt uns nochmal mit in die Geschichte Israels. Die 40 Jahre seit dem Exodus werden hier knapp zusammengefasst.

Ab Vers 50 kommen dann Anweisungen zur Landnahme. Das Land soll im Losverfahren verteilt werden. Und dann kommt die Warnung, dass es Israel schlecht bekommen wird, wenn sie die Bewohner des Landes nicht komplett vertreiben. Genau das sehen wir dann ja in weiten Teilen des AT. Gott will keine Vermischung seines Volkes mit Ungläubigen.

  • Wir tun gut daran, dass auch heute zu bedenken. Ich sehe immer wieder mit Sorge, dass Christen meinen, Beziehungen und ggf dann sogar Ehen mit Nicht-Christen eingehen zu können und dabei auf Gottes Segen vertrauen.
  • Hier klingt deutlich durch, dass man da nicht mit Gottes Segen rechnen sollte.

Die in Kapitel 34 beschriebenen Grenzen des Landes sind interessant. Zum einen beinhalten umfassen sie nicht das Land östlich des Jordans, zum anderen umfassen sie aber mehr Land, als Israel einnehmen wird. Mancher mag dies hier als Hinweis auf ein kommendes, größeres Israel sehen. Ich kann mir das auch vorstellen. Wobei ich mir gut vorstellen kann, dass hier angedeutet werden soll, dass Gott für Sein Volk noch mehr hat, als was es hier auf Erden bekommt … eine neue Erde.

In Kapitel 35 ordnet Gott an, dass den Leviten 48 Städte gegeben werden sollen. Die Leviten bekommen also kein zusammenhängendes Territorium, sondern sollen unter den anderen Stämmen leben.

  • Gott sorgt so dafür, dass die Priester nicht weit weg sind, sondern mitten unter dem Volk leben, für das sie eintreten sollen.

Sechs der Städte, die die Leviten bekommen, sollen als Freistädte dienen, in die Menschen flüchten können, die einen Totschlag begangen haben.

  • Hier zeigt sich wiederum, dass der HERR für sein Volk sorgt. Die Freistädte sind Orte der Gnade.
  • Preis den Herrn, dass Gott Freistädte gegeben hat. Meine Freistadt heißt Jesus Christus, da dieser Hohepriester niemals stirbt, werde ich – Kraft seiner Gnade – für immer in Ihm bleiben!

Gleichzeitig macht Gott auch deutlich, dass nur Er das Recht hat, Leben zu nehmen. Wenn Menschen das (ohne klare Anweisung) in die eigene Hand nehmen, wird es harte Konsequenzen haben.

Im letzten Kapitel des 4. Buchs Mose sehen wir, wie Gott für Ordnung sorgt, die Regelung aus Kap 27 weiter definiert und so dafür sorgt, dass das Erbe der Stämme erhalten bleibt. Und wir sehen zum Abschluss dieses Buchs, in dem so viel Ungehorsam zu schlimmen Konsequenzen geführt hat, dass die Töchter Zelofhads gehorsam sind.

  • Damit endet das Buch auf einer positiven Note!

Kapitel 29 setzt die Beschreibung der regelmäßigen Opfer und Festtage aus Kapitel 28 fort. Hier wird auch deutlich, dass Israel wohl sehr viele Tiere bei der Wüstenwanderung dabei hatte, so dass sie täglich und regelmäßig opfern zu konnten

In Kapitel 30 sehen wir, dass die Verbindlichkeit der Gelübde der Frauen davon abhing, ob Väter bzw Ehemänner dagegen intervenieren.

  • Das zeigt uns, welche Verantwortung Väter für ihre Kinder und Ehemänner für Ihre Frauen tragen.
  • Hier wird auch deutlich, dass Männer als Haupt der Frau agieren sollen, auch wenn das natürlich überhaupt nicht zum Zeitgeist passt.

Interessant ist auch, dass Passivität für Väter und Ehemänner keine echte Option ist … wer nicht eingreift und passiv bleibt, hat letztendlich zugestimmt. Das sollte manche Männer mobilisieren, ihre Verantwortung bewusst wahrzunehmen.

Ab Kapitel 31 geht es dann weiter mit der Beschreibung der Schritte Israels in Richtung Landnahme. Jetzt kommt die Abrechnung mit den Midianitern. Diese hatten mit Hilfe von Bileam versucht, die Israeliten zu verfluchen. Hier wird nun auch deutlich, dass Bileam kein „guter Prophet“ war, denn auch er wird gerichtet.

Vor allem dann das Ausrotten der Midianiter, inklusive deren Frauen und Kinder (mit Ausnahme junger Mädchen) klingt sicher erstmal befremdlich. Aber Gott will Reinheit und Er richtet. Die Midianiter hatten versucht, Israel von Gott abzubringen. Sie waren also Instrumente Satans in einem geistlichen Kampf. Dabei waren gerade auch die „fremden“ Frauen auf diejenigen, die die Israeliten verführt hatten. Natürlich sind die Israeliten dafür auch verantwortlich … und der HERR hatte sie ja auch immer wieder für ihren Götzendienst gestraft. Aber uns muss eben auch klar sein, dass es sich hier nicht um „unschuldige“ Frauen & Kinder handelt, sondern um Menschen, die gegen Gottes Volk und letztendlich gegen Gott sind. Deshalb ist es nur rechtens, dass der HERR hier sein Gericht vollstreckt. Denn ER muss ja niemandem gnädig sein.

  • Uns sollte klar sein, dass wir nichts Besseres verdient gehabt hätten und wir großen Grund zur Dankbarkeit haben, wenn wir Gottes Gnade erfahren haben und durch den Glauben mit ihm versöhnt sein dürfen.
  • Und uns muss klar sein, dass Gott auch heute noch jeden Menschen, der im Unglauben verharrt und damit eben gegen Gott rebelliert, richten wird. Ein „natürlicher“ Tod mag uns da weniger brutal vorkommen … aber letztendlich ist der Tot (egal wie er dann zustande kommt), bei weitem nicht das Schlimmste, was die Ungläubigen zu fürchten haben.

In Kapitel 32 beginnt die Landverteilung. Das Land, das Ruben haben will, war sicher gut fürs Vieh … aber es war ja eigentlich nicht das gelobte Land. Von daher ist diese Wahl wohl mal wieder typisch menschlich. Diese Regionen werden später die ersten sein, die von den Feinden (Assyrer) besiegt werden.

  • Ich möchte mich zumindest immer wieder neu darauf besinnen, dass Gott uns ein Land verheißen hat, dass nicht das erste ist, was uns vor Augen ist … und gerade deshalb will ich immer mehr lernen, auf die Dinge vor Augen zu verzichten, wenn es nicht Dinge sind, die Gott mir nicht unbedingt für das hier und jetzt gegeben hat.

Die Gefahren sexueller Versuchung sind enorm groß. Die Israeliten haben dabei sicher gleich zwei Sünden begangen. Zum einen haben sie gehurt – das heißt, sie haben mit Frauen geschlafen, mit denen sie nicht verheiratetet waren. Und dann waren dies auch noch Frauen, aus einem fremden Volk, das eben nicht zum Herrn gehörte.

  • Das sind zwei Dinge, die auch heute so noch gelten. Geschlechtsverkehr außerhalb der Ehe ist Sünde und das sich auf nicht-Gläubige Einlassen auch, denn diese werden uns in einen Loyalitätskonflikt bringen. Denn letztendlich sind Nicht-Christen nach biblischer Definition „Feinde Gottes“ und Gott will nicht, dass wir mit seinen Feinden eine intime Beziehung (und schon gar keine Ehe) eingehen.

Die Konsequenzen waren dann auch klar – es kam zum Götzendienst (die 3. Sünde!) und dann griff Gott richtend ein. Als das Ganze dann noch krasser wird, ergreift Pinhas die Initiative und wird so zum Retter!

  • Gott gibt schließlich den klaren Befehl, die Feinde auszurotten. Das ist kein blinder Zorn, sondern zum Schutz von Gottes Volk gedacht.
  • Wir leben heute nicht in einem Gottesstaat. Aber in der Gemeinde sollten wir ebenso darauf bedacht sein, keine Ungläubigen unter uns zu haben – als Gäste natürlich immer gerne – aber eben nicht einfach so mittendrin als Mitglieder.

In Kapitel 26 lesen wir von der 2. Zählung knapp 40 Jahre nach der Ersten. Trotz aller Strafen für Rebellion während der Wüstenzeit, ist die Zahl der Israeliten kaum verändert. Allerdings waren einige Stämme offensichtlich von einigen der großen Strafen mehr betroffen, als andere. Sicher werden einige der Getöteten nicht einfach nur so erwähnt. Die Erwähnung des Namens Korach z.B. klingt fast nach einer Warnung. Andererseits sehen wir hier auch die Erklärung, warum wir Psalme der Söhne Korachs haben – denn nicht alle Söhne starben (V. 11)

So ähnlich die Gesamtzahl auch sein mag, der große Unterschied liegt darin, dass die alte Generation komplett ausgestorben ist – mit Ausnahme von Kaleb und Josua – den beiden Spionen, die auf Gott vertraut hatten!

  • Unglaube hat also ganz offensichtlich Konsequenzen. All das Murren und Klagen und aller Unglaube sollten uns dabei eine Warnung und Lehre sein. Genau das betont Paulus im 1. Korinther 10!

Mit Kapitel 27 beginnt nun ein neuer Abschnitt. Jetzt kommen Regelungen für die Zeit der Besiedlung des Landes.

Gott sorgt dafür, dass alles seine Ordnung hat. Erst das allgemeine Erbrecht auch für Töchter und dann die Nachfolge Moses. Nachdem Gott Mose nochmal deutlich gemacht hat, dass er das gelobte Land nicht mit besiedeln würde, aber ihm in Gnade das Land gezeigt hat, bittet Mose den Herrn darum, einen Nachfolger einzusetzen. Genau den erbetenden Nachfolger gibt Gott dann auch – zuerst in Josua – aber vor allem dann viele Jahre später in Jesus Christus.

Die in den Kapiteln 28 beschriebenen regelmäßigen Opfer machen mal wider deutlich, dass wir ständig auf Jesus angewiesen sind und es zeigt uns, wie groß und mächtig das Opfer des Herrn war / ist!

  • Man musste eben nicht erst abwarten, ob das Volk wieder sündigen würde, um dann Opfer anzuordnen. Die Sünde ist der ständige Begleiter gefallener Menschen. Von daher konnten die zwei täglichen und die wöchentlichen und monatlichen Opfer „vorprogrammiert“ werden und waren sicher nie unnötig.

In Kapitel 21 lesen wir etwas sehr Hoffnungsfrohes. Die erfolgreichen Kriege beginnen. Doch schon in Vers 4 lesen wir von einem Rückfall in alte Mecker-Muster. Gottes Gericht sind feurige Schlangen, durch die viele Menschen zu Tode kommen. Das Volk bittet Mose um Hilfe und dieser bekommt vom HERRN gesagt, wie Menschen gerettet werden können. Es bedarf der Aufrichtung einer Schlange und des gläubigen Sehens auf diese Schlange.

  • Im Johannesevangelium wird uns gesagt, dass dies eine prophetische Vorankündigung Christi war, den die bronzene Schlange repräsentiert. (Johannes 3,14).
  • So wie die Menschen damals, werden auch heute alle gerettet, die im Glauben auf das aufgerichtete Symbol sehen. Damals war es die eherne Schlange, heute ist es nun das Kreuz Jesu.

Balak, der König der Moabiter, erkennt, dass Israel nicht mehr das kleinste und schwächste Volk unter den Völkern ist und in seiner Not hofft er auf einen heidnischen Propheten, Bileam. Dieser soll die Israeliten verfluchen. Der Prophet Bileam ist eine etwas mysteriöse Figur. Er wird im NT ja als negatives Beispiel erwähnt (Judas 11). Und doch sprich Gott zu ihm und er wird zu Gottes Botschafter.

Bileam wusste vom einen wahren Gott und sprach diesen als seinen Herrn an. Und Bileam erwartete ganz offensichtlich, dass der Herr wirklich zu ihm sprechen würde. Gott erklärt ihm, dass er den Auftrag Balaks nicht annehmen dürfte. Doch Bileam schien ein großes Verlangen nach der angebotenen Belohnung zu haben und so akzeptiert er Gottes „Nein“ nicht. Das ist wohl auch der Grund, warum Gottes Zorn entbrennt (V.22). Bileam erkennt genug, um sich dann an Gottes Wort gebunden zu wissen (22,38).

Der Bericht des Esels ist noch spannender. Nun redet auch noch ein Esel, der – im Gegensatz zum Propheten Bileam – den Engel des Herrn erkennt. Ob der Engel hier eine Erscheinung des Herrn Jesus ist, sei mal dahingestellt.

Auf jeden Fall ist sich Bileam nach seiner Ankunft bei Balak darüber im Klaren, wenn er zu fürchten und wem er zu dienen hat.

  • Bei allem, was man also an Negativem über Bileam sagen kann (siehe Judas 11), müssen wir doch festhalten, dass sich hier beim ihm Erkenntnis und Gehorsam paaren.

Die Interaktion zwischen Bileam und Balak in Kapitel 23 ist interessant. Obwohl eigentlich klar ist, was Gott Bileam gesagt hat, lässt dieser sich mehrmals auf Opferzeremonien ein. In Vers 8 wird deutlich, dass kein Fluch Kraft über Gott hat.

  • Manchmal höre ich von Christen, die fürchten von dunklen Mächten verflucht worden zu sein und auf irgendwelche Rituale bauen, mit denen man sich von diesen Flüchen befreien kann. Ich kenne mich auf dem Gebiet nicht gut aus, sehe aber hier und anderswo in der Bibel immer wieder, dass die Mächte des Bösen zwar real sind, aber eben gegen Gott nichts ausrichten können. Und Gott braucht keine „quasi magischen Sprüche und Zeremonien“. Gott hört und reagiert auf simple Gebete.

Ab Vers 19 sehen wir, was Gott zu sagen hat. Dabei ist Vers 19 selbst schon spannend, da es scheinbar im Widerspruch stand zu dem, was Gott anderswo getan hat (nämlich sein scheinbares Nachgeben in Situationen bei denen Mose zum Schutz Israels interveniert hatte).

Hier wird deutlich, dass Gott eben nie letztendlich vorhatte, diese Strafen auszuführen. Der Wille Gottes ist aber komplex. Neben dem unveränderlichen Ratschluss gibt es eben auch die allgemeine Gesinnung und Gottes offenbarten Willen, der eben nicht immer identisch mit dem Ratschluss ist, bzw diesen oft nur ausschnittsweise wiedergibt.

In Vers 21 kommt der König Israels in den Blick – und das zu einer Zeit, als Israel noch keinen König hatte … oder besser, den einen wahren König noch nicht erkannt hatte.

Kapitel 24 zeigt uns den wunderbaren Segen, den Bileam spricht. Im Fortgang der Bibel wird Bileam aber als ein Feind Israels beschrieben und dann ja auch von den Israeliten getötet.

  • Von daher sollten wir bedenken, dass nicht jeder Botschafter Gottes auch zwingend ein bekehrtes Herz hat. Dafür gibt es im NT auch einige Beispiele (Joh 11,49; Phil 1,15-18). Das sollte uns aber auch nicht dazu veranlassen, jedes Wort falscher Prediger als falsch abzutun. Auch hier sollten wir prüfen, ob das was gesagt wird, dem Wort Gottes entspricht.