In Kapitel 17 sehen wir, dass das Volk nach Gottes Gericht über „die Rotte Korach“ Mitleid mit den Rebellen hat und sich gegen Gott stellt. Und wiederum verkündet Gott sein Gericht über diese Rebellion (bzw Unterstützung der Rebellen) und wiederum wird Mose, als der Vorläufer des Christus, zum Retter und bringt Sühnung für das Volk. Und wiederum nimmt Gott in seiner großen Gnade und Geduld die Sühnung an.

  • Der Bericht könnte auch von uns heute stammen. Immer wieder höre ich von Menschen, dass sie Probleme mit Gottes Gericht haben. Das Problem ist dabei meines Erachtens oft, dass wir uns schwer damit tun zu erfassen, wie groß und heilig Gott ist, und auch damit, zu erkennen wie sündig wir Menschen sind. Ein solches Missverständnis kann dann dazu führen, dass wir meinen, keine so radikale Strafe verdient zu haben.
  • Und dann übersehen wir auch leicht, wie groß und herrlich Gottes Gnade ist.
  • Gerade deshalb halte ich es für wichtig, immer wieder über Gottes Heiligkeit und die Sündhaftigkeit der Sünde zu lehren. Wenn wir das verstehen, werden wir voll Dankbarkeit über Seine Gnade staunen!

Durch den grünenden Stab des Aaron gibt Gott noch ein weiteres Zeichen, wer sein auserwählter Diener ist.

In Kapitel 18 lesen wir nochmals von einer besondere Einsetzung Aarons und der Leviten zum Priesterdient. Gott bestätigt hier Aaron, was nach den vorherigen Ereignissen auch nötig erscheint.

Der Aufruf zur Enthaltung und die Übertragung von Verantwortung an die Priester gehen einher mit Gottes treuer Versorgung.

  • Es ist schön zu sehen, wie Gott für die sorgt, die er dazu beruft, IHM im besonderer Weise zu dienen 🙂
  • Dabei sind die Priester sicher nicht primär Vorläufer der heutigen Pastoren, sondern noch viel mehr, des Herrn Jesus Christus selbst, der als der letzte Hohepriester das ein-für-alle-Mal Opfer gebracht hat und als der eine Mittler für das Volk vor dem Thron des Vaters eintritt -> von daher gebührt auch heute noch unser 10ter IHM und seinem Reich!

In Kapitel 19 erhalten Mose und Aaron Hinweise zu den Reinigungsvorschriften für die Menschen, die mit Toten in Kontakt gekommen sind. Der Tod ist etwas Unreines, denn er ist die Konsequenz des Sündenfalls. Zugleich wird dafür Sorge getragen, wie diejenigen, die Leben und mit Toten in Kontakt gekommen sind, wieder rein werden können.

Der HERR sorgt für uns, indem ER uns aufzeigt, wie wir auch inmitten einer vom Sündenfall in Mitleidenschaft gezogenen Welt so leben können, dass wir nicht aus seiner Gegenwart verbannt werden müssen.

Dabei sollte uns klar sein, dass das was hier beschrieben wird letztendlich auf Christus hinweist. Er schafft uns die Reinheit, die wir wirklich brauchen, indem er all unsere Unreinheit auf sich genommen hat. Er hat den Tod ertragen, damit wir ewig leben können. Und eines Tages wird es dann keinen Tod mehr geben.

Zu Beginn von Kapitel 20 lesen wir vom Tod der Schwester Moses, Miriam.

Dann folgt das, was wir immer wieder sehen mussten. Schon wieder beschweren sich die Menschen und schon wieder behaupten sie, dass es ihnen in Ägypten besser ging. Und vor allem sehen wir wiederum, wie geduldig der HERR mit dem ewig klagenden Volk ist. Er versorgt sie mal wieder in seiner großen Barmherzigkeit, indem er Mose erklärt, was er tun soll.

  • Letztendlich wissen wir nicht, warum Gott immer mal wieder Gnade vor Recht ergehen lässt und wir eben neben vielen Gerichtsworten auch immer wieder Gottes Gnade und Barmherzigkeit vor Augen geführt bekommen.

Dieses Mal verliert Mose die Kontrolle und bringt sich so (samt Aaron) um das Vorrecht in das gelobte Land einzuziehen. Ihr Vergehen wirkt eher harmlos im Vergleich zu all den Sünden, von denen schon berichtet wurde.

  • Aber wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott, der die Herzen kennt, völlig gerecht urteilt – auch wenn wir das nicht immer so begreifen können oder wollen.
  • Und tatsächlich nimmt Mose für sich ja auch in Anspruch das tun zu können, was tatsächlich nur Gott tun kann und raubt damit dem Herrn die Ehre, die ihm gebührt.

Ab Vers 14 sehen wir, dass die Bruderliebe zwischen Jakob und Esau nun ihr endgültiges Ende gefunden hat. Die Nachkommen Esaus, die Edomiter, stellen sich gegen Israel und werden dafür letztendlich von Gott bestraft, wie der Prophet Obadja später verkündigen wird.

In den letzten Versen lesen wir dann den Bericht vom Tod Aarons. Gott sorgt für geordnete Verhältnisse und Eleasar übernimmt die Rolle seines Vaters Aaron. Aaron stirbt als Konsequenz für seinen Ungehorsam – aber er stirbt ehrenvoll, als ein Mann, der seinem Tod wissentlich und würdevoll in dem Vertrauen entgegen schreitet, dass er beim HERRN Annahme finden wird.

Die erste Hälfte des Psalms ist ein wunderbarer Lobpreis Gottes. Er wird hier als der Schöpfer und König über alle Schöpfung gepriesen.

  • Unser Gott und König verdient es, von uns mit dankbarem und frohem Herzen angebetet zu werden.
  • Wir tun gut daran, auf das zu sehen, was Er getan hat und zu bedenken, wer er ist, denn in Anbetracht der Größe Gottes, werden wir uns IHM in richtiger Weise nähern.

Ab Mitte von Vers 7 nimmt der Psalm eine Wendung. Hier sieht der Psalmist zurück auf das ewige klagende Volk Israel während der Jahre in der Wüste und die Konsequenzen ihres Klagens. Im Hebräerbrief wird in Kapitel 3 dieser Psalm zitiert und eine Lehre aus der Geschichte Israels für die Gläubigen unserer Zeit gezogen. Wir sollten uns vorsehen, dass wir unsere Herzen nicht verhärten. Denn Anteil haben wir an Christus nur dann wahrhaft bekommen, wenn wir die Zuversicht in ihm von Anfang bis Ende festhalten (Hebr 3,14).

  • Wer Gott also wirklich als den großen und herrlichen König erkennt, wird ihn für alle Zeit anbeten und in IHM bis zum Ende seine Zuversicht finden.
  • Das wünsche ich uns!

Kapitel 14 ist ganz zentral für den Fortgang des Buchs, denn er findet sich nun die Erklärung dafür, dass Israel 40 Jahre in der Wüste bleiben musste und eine ganze Generation wegen ihres Unglaubens gerichtet wurde. Nur Kaleb und Josua wissen darum, dass Gott mächtig ist und ER alles zu tun vermag. Alle Anderen beurteilen die Situation rein menschlich.

  • Das ist eine Gefahr, der wir alle ausgesetzt sind. Wir müssen uns immer wieder darauf besinnen, dass wir mit Gott alles zu tun vermögen, wozu ER uns berufen hat! Dazu müssen wir manchmal aufhören, auf die Umstände zu sehen und uns selbst zuzuhören. Stattdessen sollten wir auf Gott sehen und uns selber Gottes Wort predigen!

Ab Vers 10 greift Gott selbst ein. Wie schon nach dem Ereignis mit dem Goldenen Kalb wird Mose hier von Gott getestet. Gott verkündet ihm, dass er das Volk vernichten würde. Das wäre entgegen dem, was Gott selbst verheißen hat. Aber seine Enttäuschung über das Volk und sein Zorn sind real. Mose erweist sich hier wiederum als Schatten des Christus. Er tritt für das Volk ein und erinnert Gott an seine Verheißungen und ist auf Gottes Ehre bedacht – was für ein Kontrast im Vergleich zum Volk, das nicht auf Gottes Verheißungen vertraut hat und ihm nicht die Ehre gibt.

Gottes Barmherzigkeit und Gnade gehen einher mit seiner Gerechtigkeit. Deshalb richtet er die untreue Generation indem er sie bis zum Ende ihres Lebens durch die Wüste ziehen lässt und damit eben nicht dahin gehen lässt, wohin sie nicht wollten. Dadurch, dass er sie aber weiter am Leben lässt, stellt Gott sicher, dass sie Nachkommen haben können, denen er dann das gelobte Land geben wird.

Nur die 10 Leiter, die gegen Kaleb und Josua waren, werden sofort gerichtet. Für sie gibt es die sofortige Todesstrafe. -> Auch das macht Sinn. Leiter werden in schärferem Masse gerichtet.

Das Volk zeigt aber gleich nochmal, wie wenig sie verstanden haben. Nachdem Gott sein Urteil verkündet hat, wollen sie nun doch schnell noch gehorchen. Aber es ist zu spät und der Versuch ist letztendlich wiederum ein Akt des Ungehorsams und findet Gottes Strafe durch die Hand der Feinde.

Es ist schon interessant, dass Gott dann zu Beginn von Kap. 15 Anweisungen für die Zeit nach der Landnahme gibt, da es ja noch 40 Jahre dauern wird und die ganze Generation, zu der er hier spricht, dann ja nicht mehr dabei sein wird. Schließlich haben die Israeliten oft Gottes Wort für aktuelle Situationen sehr schnell wieder vergessen. Oder vertraut Gott hier auf Kalb und Josua oder die Kinder? Außerdem ist es ja interessant, dass hier Anweisungen zum Speis- und Trankopfer kommen … und das zu einer Zeit, zu der nun 40 Jahre nur Wüstensand zu sehen sein wird. So steckt in diesen Anordnungen indirekt auch die Zusage für eine bessere Zeit.

  • Wahrscheinlich ist das alles aber vor allem eine Bestätigung, dass das Volk das Land eines Tages einnehmen wird. Diese Zusage kommt inmitten von Berichten über Rebellion und Strafe und ist somit eine bemerkenswerte Zusage der Gnade und Treue Gottes.

In den Versen 22-36 wird nochmals betont, dass Gott klar unterscheidet zwischen der versehentlichen und der vorsätzlichen Sünde. Bedenkenswert ist dabei, dass es eben auch so etwas, wie versehentliche Sünden gibt, die dann einer Sühnung bedürfen. Das wird heute sicher oft übersehen und man tut so, als wäre allein die Intention bedeutend.

Die Anweisungen zum Umgang mit vorsätzlicher Sünde machen deutlich, dass das aber noch viel schlimmer ist. Wir sehen hier im Prinzip schon einen Gemeindeausschluss …

Das Kapitel endet mit der Anweisung zur Herstellung der Quasten. Der Herr gibt sichtbare Zeichen, damit wir uns an IHN erinnern. Ich denke, dass das auch heute noch helfen kann. Als klare Anordnungen haben wir dabei Taufe und Abendmahl. Wir tun gut daran, das weiterhin sehr bewusst zu feiern!

Es gab ja schon einige Berichte davon, wie Menschen sich gegen Mose und letztendlich gegen Gott aufgelehnt haben. Aber der Bericht in Kapitel 16 von der Rebellion Korahs ist sicher ein besonders krasses Beispiel davon, wie ernst Rebellion gegen Gott ist. Die Strafe ist der Tot. Das ist bis heute so, auch wenn der Tot nicht sofort kommt. Und doch erwartet alle, die in der Rebellion gegen Gott verharren nichts Besseres, als der Rotte Korach damals.

  • Was wir hier aber auch sehen ist, dass wir gut daran tun, die von Gott eingesetzten Leiter zu respektieren und ihnen nicht mit einem rebellischen Geist zu begegnen.
  • h. natürlich nicht, dass nicht auch die Leiter hinterfragt und ggf. korrigiert werden müssen. Aber ohne echten Anlass einfach nur nach Einfluss zu streben und sich gegen die von Gott eingesetzten Leiter zu stellen, findet nicht Gottes Gefallen.

Dieser sehr bekannte Psalm ist ein Psalm des Moses. Von daher passt er gut zu unserer aktuellen Bibellese im 4. Mose.

Zu Beginn preist Mose Gott als den ewigen Herrn und den Schöpfer aller Dinge. Dann fährt er fort und betrachtet den ewigen und zeitlosen Gott in seinem Verhältnis zu den Menschen, deren Leben vergleichsweise sehr kurz ist. Mose beschreibt hier die Lebenslänge als 70-80 Jahre.

  • Das ist interessant wenn man bedenkt, dass er selber ja 120 Jahre alt wurde J. Aber tatsächlich entspricht diese Zahl dem, was zu biblischen Zeiten als hohes Alter angesehen wurde (und ist ja auch nicht weit weg, von dem, wo wir heute angelangt sind).

Dabei erkennt Mose, dass unser „kurzes Leben“ und alle Plagen des Lebens die Konsequenz des „Zürnens“ Gottes ist. Gerade deshalb betet Mose ein sehr gutes Gebet: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“

  • Wahres Glück und wahre Erfüllung finden wir Menschen nur dann, wenn wir unser kurzes Leben unter der Gnade Gottes und in Harmonie mit Ihm leben. Und so dürfen wir dann auch darauf vertrauen und Gott darum bitten, dass er unserer Hände Werk segnen möge.
  • Vor allem aber dürfen wir wissen, dass, wenn wir Gottes rettende Gnade erfahren haben, wir nach dem Sterben ein ewiges Leben haben werden.
  • Gerade in Anbetracht dieses ewigen Lebens nach unserem kurzen Leben hier auf Erden sollten wir unser Leben so gestalten, dass es Gott gefällt. Das ist göttliche Weisheit!
  • Ich wünsche uns, dass wir unser irdisches Leben mit allen Freuden und allem Leid immer wieder im Lichte der Ewigkeit bewerten und dann vor diesem Zeithorizont unsere Entscheidungen treffen.

Nachdem im 9. Kapitel erklärt wurde, wie Gott selbst das Volk durch die Wolken- und Feuersäule geleitet hat, lesen wir nun davon, wie das auch durch die Trompeten geschehen soll.

Und dann beginnt die Wüstenwanderung. Die Zeit der Vorbereitung ist vorüber und nun wird zum Marsch geblasen. Rückblickend ist es interessant, wie Gott die frisch Geretteten erst einmal instruiert, bevor sie ihren Marsch beginnen. Das sollte uns zu denken geben.

  • Wenn wir erleben, dass Menschen zum Glauben kommen, sollten wir uns auch darum bemühen, sie möglichst schnell fit zu machen, für den nun beginnenden Weg mit Gott in Richtung Ewigkeit. Ich bin davon überzeugt, dass viele Nöte von Christen und in der Gemeinde damit zu tun haben, dass frisch-Bekehrte oftmals nicht wirklich mit guter Lehre zugerüstet werden.

In mitten des Berichts vom Aufbruch kommt ab Vers 29 der Einschub bzgl Hobab. Mose bittet diesen Midianiter dabei zu bleiben, weil er besondere Kenntnisse hat. Hobab scheint gläubig zu sein – gehört aber eben (noch) nicht zu Gottes Volk.

  • Wir sehen hier (wie auch an anderen Stellen), dass Gott immer wieder auch „Heiden“ gebraucht und seinem Volk hinzutut. Das mag schon ein Schatten darauf sein, dass eines Tages ja ohnehin Menschen aus allen Völkern zu Gottes Volk gehören werden.

Kaum hat sich das Volk Israel auf den Weg zum gelobten Land gemacht, beginnt es auch schon zu klagen. Gott straft diese Einstellung durch ein Feuer. In ihrer Not ruft das Volk zu Mose, der für das Volk vor dem Herrn eintritt und damit eine Mittler-Rolle ähnlich der des Christus einnimmt.

Dann lesen wir, wie Fremde, die mit Israel unterwegs sind, das Volk wieder vom guten Weg abbringen.

  • Das ist ein ziemlich klares Beispiel dafür, was geschehen kann, wenn Ungläubige inmitten der Gläubigen leben. Sie fördern nicht den Gehorsam und die Treue zu Gott. Aber natürlich entlässt das die Gläubigen nicht aus ihrer Verantwortung.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell diese wieder klagen. Noch erstaunlicher ist es, dass Gott dieses Mal darauf eingeht … und das, obwohl Mose dieses Mal nicht für das Volk eintritt, sondern selber gegen Gott klagt.

Der Herr erhört beide Klagen. Das Volk bekommt Fleisch, bis es ihnen aus den Ohren raushängt und Mose bekommt Unterstützung. Das ist schon fast ein kleines Pfingsten. Gottes Geist erfüllt auch noch 70 Andere. Und Mose sagt etwas, dass ich dann an Pfingsten erfüllen sollte: „Wollte Gott, daß alle im Volk des HERRN Propheten wären und der HERR seinen Geist über sie kommen ließe!“

  • In diesem Kapitel sehen wir also unseren geduldigen Gott, der uns in seiner Gnade nicht immer das gibt, was wir verdient hätten, sondern uns immer wieder reich beschenkt!

Nachdem Mose schon in Kapitel 11 sehr darunter gelitten hatte, dass das Volk so untreu und klagend war, muss Mose nun in Kapitel 12 Widerstand von seinen eigenen Geschwistern erdulden.

  • Mose ist hier eindeutig ein Schatten des HERRMN Jesus, der auch viel erleiden musste und auch von den seinen abgelehnt wurde … aber von Gott als Gottes Knecht und Herr bestätigt wurde. Und so wie Jesus, so tritt hier Mose für die ein, die sich gegen ihn gewandt hatten.

In Kapitel 13 lesen wir von der Aussendung der 12 Kundschafter in das gelobte Land. Nach 40 Tagen kommen die Kundschafter zurück und bringen den Beleg mit, dass das Land genau so ist, wie der HER es verheißen hat: es ist extrem fruchtbar. Doch die Kundschafter verbreiten keinen Optimismus. Sie sehen nicht die großen Möglichkeiten, sondern eher die Probleme. Sie machen dem Volk Angst mit ihrer Beschreibung der Menschen, die dort leben. Nur Kaleb stellt sich gegen diesen Pessimismus und ruft das Volk dazu auf, darauf zu vertrauen, dass sie das Land einnehmen können.

Doch die anderen Botschafter verbreiten Gerüchte, so dass das Volk aufbegehrt. Hier wird die Grundlage gelegt für das Drama von 40 Jahren in der Wüste und dem Tod einer ganzen Generation.

  • Ihr Lieben: ich befürchte, dass so manche Gott-gewollte Initiative daran scheitert, dass manche Leiter kein Gottvertrauen haben und dann mit Gerüchten und Übertreibungen auch andere davon abhalten, den Segen zu erleben, den sie sonst erleben dürften.
  • Lasst uns nicht solche Menschen sein. Lasst uns einander im Gott-vertrauen anspornen und einander so helfen, wenn wir mal Glaubensschwach sind!

Kapitel 6 zeigt uns Regeln für Phasen, in denen man sich komplett Gott weiht. Der Richter Samson schien das lebenslänglich zu tun, wie ggf auch Johannes der Täufer. Wer sich Gott weihen will, soll sich von allem unreinen fernhalten (letztendlich damit eben vor allem von Sünde). So dürfen wir wissen, dass der eine wahrhaft komplett Gott-geweihte, der Sohn Gottes selbst ist.

  • Und wir alle sollten danach streben, uns auch voll und ganz Gott zu weihen.

Bedenkenswert ist, dass auch ungewollte bzw unverschuldete Dinge dazu führen konnten, dass ein Gelübde gebrochen wurde und das wird hier sogar explizit als Sünde bezeichnet. Sünde ist also nicht immer gewollt. Letztendlich ist es auch eine Sünde, Gott etwas zu versprechen, das wir nicht einhalten können. Aber wir sehen hier zugleich eben auch, dass es einen Weg zur Sühnung dieser Schuld durch ein Opfer gibt.

  • Ich denke, dass wir hier lernen können, dass Sünde viel umfassender ist, als wir manchmal denken. Aber eben auch, dass die Sühnung, die Jesus durch sein Opfer für alle Gläubigen erwirkt hat, umfassender ist, als wir das vielleicht meinen.

Kapitel 6 endet dann mit dem priesterlichen Segen, der ja auch immer wieder am Ende des Gottesdienstes der Gemeinde zugesprochen wird.

Das 7. Kapitel liest sich sicher etwas zäh. Wir sehen hier, wie die anderen Stämme die Leviten beim Tempeldienst zu unterstützen und zu versorgen haben. Auch wenn dies ein recht langes Kapitel ist, fällt mir da jetzt nicht viel zu ein – außer, dass hier die Stämme auch noch der Fertigstellung der Stiftshütte noch weiter großzügig spenden. Hier ist kein zurücklehnen zu sehen, sondern eine Freude an Gott, die ich wunderbar finde.

Der letzte Vers (v.89) zeigt uns dann eine großartige Szene: Die Vorbereitung hat ein Ende und nun spricht Gott bzw Mose hört Gottes Stimme. Ich denke, dass wir oft das Gefühl haben, Gott sei weit weg, weil wir uns nicht wirklich auf Ihn vorbereiten und so Seine Stimme einfach nicht vernehmen, die natürlich v.a. durch Sein Wort zu uns spricht.

  • So kann man zum Beispiel eine Predigt hören und denken, dass sie uns nichts zu sagen hat, obwohl Gottes Wort verkündet wurde. Ich fürchte, dass wir einfach manchmal innerlich nicht bereit sind, auf Gott zu hören … da mag es helfen, sich auf das Hören durch Gebet vorzubereiten.

In Kapitel 8 gibt Gott weitere Anweisungen zum Dienst in der Stiftshütte und für besondere Fälle. Auch hier sehen wir wieder, dass Gott ein heiliger Gott und ein Gott der Ordnung ist.

In den letzten Versen lesen wir, dass die Leviten über 50 zu Helfern der jüngeren Priester werden sollten.

  • Ich denke, dass eine solche Praxis in vielen Gemeinden auch sehr hilfreich sein könnte. Den Gedanken am Ende der aktiven Zeit eher Mentor als Leiter zu sein, finde ich gut!
  • Heute ist das sicher erst in einem höheren Alter der Fall. Aber was hier eben durchklingt ist, dass Gott auch mit den älteren Geschwistern noch etwas vorhat. Einen Ruhestand vom Dienst für Gott gibt es nicht – denn solange der HERR uns noch hier auf Erden hat, hat er mit uns auch noch etwas vor.

 

In Kapitel 9 gibt der HERR Anweisungen zum Feiern des Passafestes. Neben der allgemeinen Anordnung sehen wir hier, dass der HERR Möglichkeiten schafft, wie auch diejenigen das Fest feiern können, denen es ohne Sonderregelung nicht möglich ist. Das ist sicher zum einen Ausdruck der Gnade Gottes. Zum anderen zeigt uns das aber auch, wie wichtig dem HERRN das Passafest ist. Deswegen gibt es auch die harte Gerichtsandrohung für diejenigen, die das Mahl ohne Grund versäumt.

  • Ich frage mich, ob wir das Abendmahl nicht ähnlich sehen sollten und dieses Mahl nicht leichtfertig verpassen sollten.

Ab Vers 15 kommen dann Anordnungen für die Wüstenwanderung. Gott gibt seinem Volk durch die Wolken- und Feuersäule klare Anweisungen, wann sie weiterziehen und wann sie warten sollen. Auf mich wirkt das ein wenig so, wie wenn Gott den Seinen beibringt, alles in direkter Abhängigkeit und im völligen Gehorsam ihm gegenüber zu tun.

  • Auch wenn Gott uns sicher meist nicht so direkt leitet, so tun auch wir gut daran, komplett auf IHN zu vertrauen und IHM Gehorsam zu sein.

In Kapitel 3 und 4 kommen die Leviten in den Fokus. Gott hat auch für sie einen Platz und spezifische Aufgaben. Gleich zu Beginn wird dabei nur kurz auf Nadab und Abihu verwiesen, die entgegen der Anordnungen Gottes Opfer gebracht hatten und deshalb sterben mussten. Diese Erwähnung war sicher gerade für die ersten Leser eine sehr ernste Warnung gewesen sein, die Anordnungen, die nun folgen sehr ernst zu nehmen.

Interessant finde ich, dass laut Kapitel 4 die wichtigsten Aufgaben den 30-50-jährigen vorbehalten sind.

  • Das hat wahrscheinlich damit zu tun, dass man im Alter zwischen 30 und 50 schon eine gewisse Lebenserfahrung hat und im Normalfall auch noch viel Kraft … wobei das heute sicher auch noch für Leute jenseits der 50 gilt.

Interessant ist auch, dass der Herr sehr spezifische Anweisungen gibt. Er ist der Herr, der alles gut ordnet. Wir sollten gerade deshalb immer wieder genau hinhören und dann dem folgen, was der Herr uns zu sagen hat.

Zu Beginn von Kapitel 5 lesen wir, wie Israel mit (ritueller) Unreinheit umgehen soll. Das Ziel dieser Anweisungen scheint mir vor allem die Betonung der Heiligkeit Gottes zu sein. Letztendlich machen uns die äußeren Dinge ja nicht unrein, wie Jesus in Markus 7 erklärt. Wahre Unreinheit kommt aus dem Herzen und ist das, was mit Sünde einhergeht.

Ab Vers 11 folgen dann Anweisungen, wie vorzugehen ist, wenn der Verdacht einer extremen Form von moralischer Unreinheit besteht – nämlich der Verdacht des Ehebruchs. Wenn ein Mann diesen Verdacht öffentlich vorträgt, muss er dazu Opfer darbringen. Das schützt sicherlich vor einer zu leichtfertigen Verdächtigung. Im Fortgang wird dann ein etwas seltsam anmutender Test vorgeschrieben, durch den Gott zeigen soll, ob ein vermuteter Ehebruch tatsächlich geschehen ist.

So seltsam das klingt, es ist auch ein Segen, denn so gibt es ein Mittel gegen unbegründete Eifersucht. Wenn nichts geschehen ist, dann kann der Mann das klar erkennen und hat dann keine Basis mehr für Eifersucht. Nun könnte man die Frage stellen, warum hier nur der Fall einer untreuen Ehefrau angesprochen wird. Andererseits gehört dazu ja immer auch ein ehebrecherischer Mann. Auf jeden Fall ist klar, dass Ehebruch egal von welchem Partner begangen, Gott ein Gräuel ist.

Das 4. Buch Mose beschreibt die Geschichte Israels während der 40 Jahre in der Wüste. Dieses Buch ist extrem lebensnah für uns, denn wir Christen leben in einer ganz ähnlichen Zeit. Auch wir sind bereits aus der Sklaverei (der Sünde – statt damals Ägyptens) gerettet, durch das Wasser (der Taufe – statt damals dem Schilfmeer) gegangen und sind nun unterwegs zum gelobten Land (Ewigkeit – statt damals Kanaan) und wissen dabei um Gottes Gegenwart mit uns (durch den Hlg. Geist – statt damals Feuer- & Wolkensäule).

  • Von daher dürfen wir viel lernen über Gottes Treue und wir sollten von der Untreue und dem ständigen Klagen Israels lernen.

In Kapitel 1 gibt es eine erste Zählung (40 Jahre & 25 Kapitel später wird es noch eine zweite geben). Um diese durchführen zu können, wird in jedem Stamm ein „Verantwortlicher“ berufen.

  • Was durch die Zählung offensichtlich wird ist, dass der HERR nicht nur Sein Volk pauschal sieht. Jeder Einzelne zählt!
  • Außerdem sehen wir, dass Gott sein Versprechen eingehalten hat, dass Israel zu einem großen Volk werden würde. Doch noch kann man es zählen … eines Tages wird es unzählbar groß sein J

Das Volk besteht aus über 600.000 kampffähigen Männern, so dass die Gesamtzahl sicherlich noch viel höher gewesen sein dürfte. Geschätzt wird da oft die Zahl von 2 Millionen. Die Zahl der wehrfähigen Männer ist von daher wichtig, da sich Israel ja nun auf die Landnahme vorbereiten soll. Und die große Zahl an Kämpfern sollte da ja eigentlich Mut machen.

Interessant ist, dass die 12 gezählten Stämme den Stamm Levi nicht enthalten. Dieser Stamm hat eine Sonderrolle und ist zum „Gottesdienst“ ausgesondert und wird deshalb auch nicht mitkämpfen.

In Kapitel 2 sehen wir, dass Gott jedem seinen jeweiligen Platz zuweist. Das tut Er auch heute noch. Das heißt nicht, dass wir ewig danach fragen müssen, wo Gott uns später mal haben möchte. Vielmehr sollten wir an dem Platz, an den Gott uns zur jeweiligen Zeit stellt, das tun, was Er uns zu tun gibt.

  • Gott ist ein Gott der Ordnung und derjenige, der uns da hinstellt, wo ER uns haben möchte.

In Kapitel 26 sehen wir die Funktion des Gesetzes. Das Gesetz ist nicht der Weg zur Rettung. Es wurde dem bereits zuvor geretteten Volk gegeben. Es ist aber der Weg zu einem wahrhaft gesegneten Leben. Genau das Lesen wir zu Beginn des Kapitels (26,3ff).

  • Ich fürchte, dass wir das zu oft vergessen und Gehorsam zu lästiger Pflichterfüllung wird. Dabei sollte Gehorsam freudig sein, da wir wissen, dass es gut für uns ist, so zu leben, wie Gott es von uns will!

Ab Vers 14 kommt dann die Kehrseite. Ungehorsam bedeutet nicht nur, den Segen zu verpassen, sondern bringt Fluch mit sich. Dauerhafter Ungehorsam ist dabei ein Indikator davor, dass man Gott gegebenenfalls gar nicht als Herrn anerkennt. Wenn das der Fall ist, ist der Fluch auch heute noch die Konsequenz. Für allen anderen Ungehorsam (also den Ungehorsam der Gläubigen) hat Christus den Fluch auf sich genommen.

Der Aufbau des Kapitels ist sehr interessant. Gott macht große Versprechen, die an Bedingungen gebunden sind. Doch dann macht Er deutlich, dass Er davon ausgeht, dass Israel Ihm trotz Strafe langfristig und immer wieder untreu sein wird und gibt dann abschließend gerade auch den Rebellen Hoffnung!

  • Wenn ich bedenke, dass Jesus in Seiner menschlichen Natur alle Bedingungen erfüllt hat und dann den dafür verdienten Segen gegen den Fluch der Sünde eingetauscht hat, damit ich Vergebung finden kann, dann wird mir wieder so richtig deutlich wie groß und wunderbar Gottes Liebe und Gnade ist!

Das abschließende Kapitel 27 scheint irgendwie nicht so ganz zu dem davor zu passen.

Die Gott gegenüber gemachten Zusagen sind von großer Bedeutung und sind deshalb mit einer Auslöse verbunden, wenn sie nicht eingehalten werden. Dies scheint ein Weg zu sein, wie der Unterhalt der Stiftshütte finanziert wurde. Wir sehen also, dass Gott selbst die Unzuverlässigkeit der Menschen planvoll gebraucht.

In Kapitel 23 verordnet Gott regelmäßige Feste. Diese sind dafür gedacht, dass die Gläubigen sich an Gott und seine großen Taten erinnern.

All diese Feste kulminieren in Jesus Christus und haben durch ihn ihre Erfüllung und teilweise eine christliche Umdeutung erfahren. Das einzige von Gott noch weiter angeordnete Fest ist dabei in gewisser Weise das Abendmahl. Weihnachten und Ostern und selbst Pfingsten sind hingegen nicht von Gott angeordnet und haben von daher nicht die gleiche bindende Bedeutung für die Gemeinde. Aber auch diese Feste können uns dabei helfen uns regelmäßig an das einzigartige Werk Gottes in der Menschwerdung, Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi und der Ausgießung des Heiligen Geistes zu erinnern.

Von daher erscheint mir die völlige Ablehnung von Weihnachtsfeiern in bestimmten konservativen Kreisen übertrieben, wenngleich das sinnentleerte Weihnachten-feiern sicher auch nicht Gott gefällig ist. Auf jeden Fall tun wir gut daran, das Abendmahl ganz klar als ein von Gott eingesetztes Fest zu erkennen, an dem wir uns an Seine Taten und Seine Zusagen erinnern können und sollen. Und letztendlich können wir auch den wöchentlichen Sonntag so nutzen – immerhin feiern wir aus gutem Grund unsere GoDis nicht mehr am Sabbat, sondern am Auferstehungsmorgen!

Kapitel 24 beginnt mit Anordnungen zur Darbringung von Öl und Brot für die Stiftshütte und gehört somit immer noch zu den Anordnungen zum zeremoniellen Gesetz.

Ab Vers 10 kommt dann ein ziemlich radikaler Themenwechsel. Nach all den Gesetzen von Gott, kommt nun ein konkreter Bericht über eine Gotteslästerung, verbunden mit allgemeinen Anweisungen dazu, wie mit solcher Sünde umzugehen ist. Dabei steht auch hier Gottes Heiligkeit im Zentrum. Und so sehen wir auch hier wieder den Auftrag zur Todesstrafe. Wir hatten ja schon gestern bedacht, dass es diese ja heute bzw im Letzten Gericht auch geben wird. Nur folgt die Strafe bis jetzt dem Tod und führt nicht zu ihm, wie in diesem Fall.

24,19f: Hier wird nochmal deutlich das „Auge um Auge“ kein brutales Gesetz für drastische Strafen ist, sondern eine Regelung, die verhindern soll, dass Gewalt eskaliert.

 

Schließlich sehen wir in Kapitel 25 etwas Großartiges: Gott plant Gnade! Gott befreit! Gott gibt den Armen!

Das Sabbatjahr war dabei ein Jahr zum erholen – denn Gott sorgt vor.

  • ABER, wir müssen Gott vertrauen und damit tun wir uns ja schon beim Sabbat schwer und denken manchmal, dass wir diesen Tag des Herrn für andere Dinge brauchen. Das ist Kleinglaube und führt dazu, dass wir die von Gott geplante Erholung verpassen.

Das Zinsverbot in den Versen 35-38 ist wiederum Ausdruck der Barmherzigkeit Gottes. Die Reichen sollen die Bedürftigen nicht noch durch hohe Zinsen schröpfen. Das Leihen ist also kein Geschäft – sondern Ausdruck unserer Fürsorge für die Armen!

Die Verse 39-55 sind eine praktische Anwendung des Prinzips, dass im NT dann explizit wird: wir sollen unsere Glaubensgeschwister so behandeln, dass den Außenstehenden klar wird, dass wir in der Gemeinde eine ganz besondere Gemeinschaft und Liebe für einander haben!

  • Ich hoffe, dass uns diese Verse herausfordern, als von Gott geliebte, denen Gott seine Liebe in unsere Herzen gegeben hat, auch Andere ganz praktisch zu lieben!