Die ersten 15 Verse setzen die Regelungen aus Kap. 21 fort. Hier geht es darum, wie Schaden wieder gut gemacht werden soll. Dabei sehen wir, dass der HERR ein Gott der Gerechtigkeit ist. Deswegen spielt es auch eine Rolle, ob ein Schaden versehentlich oder böswillig entstanden ist.
Ab Vers 16 kommt ein wirklich „heißes Eisen“. Hier wird klar, Sex gehört in die Ehe! Aber Vers 16 macht auch deutlich, dass Sex allein noch keine Ehe schließt! Bedenkenswert ist, in welchem Zusammenhang dieses Gesetz steht. Es folgt auf Anordnungen zu angerichtetem „Schaden“ und danach kommen noch Anordnungen zu Götzendienst und Ungerechtigkeit vor allem gegenüber den Schwachen und Armen.
- Klar ist auf jeden Fall, dass es hier also nicht um Kavaliersdelikte geht.
- Bedenkenswert ist auch, dass die Frau bei vorehelichen Sex als die Verführte beschrieben wird, während der Mann als Verführer derjenige ist, der zur Rechenschaft gezogen wird. Männer sind hier also besonders in der Verantwortung, auf die voreheliche sexuelle Reinheit zu achten. Leider ist es oft aber eher umgekehrt ☹
Auch die biblischen Prinzipien, die dann gelehrt werden, gelten bis heute. Das gilt ganz offensichtlich für den Aufruf zur Wahrheitsliebe. Auch wenn das bedeutet, gegen den Strom zu schwimmen und für die einzutreten, die sonst keine Stimme haben.
- Im Prinzip ist das alles klar und doch ist es in der Praxis halt leider doch so, dass auch wir Christen schnell mal dabei sind, Gerüchte weiterzugeben oder uns zumindest nicht schützend vor die zustellen, die zu Unrecht leiden und angeklagt werden.
Interessant ist vor allem auch Vers 9. Dir Rücksicht auf Fremdling ist von Gott gewollt.
- Wir hingegen fürchten oft das Fremde und die Fremden und sind schnell bereit, die Fremden für Probleme verantwortlich zu machen.
Dann kommen einige Hinweise zur Einhaltung des Sabbats und der drei großen Jahresfeste. Da diese in Christus ihre Erfüllung gefunden haben, sind diese Anweisungen für uns so nicht mehr gültig. So lesen wir dazu zum Beispiel in Kolosser 2,16f: „So laßt euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines bestimmten Feiertages, Neumondes oder Sabbats. Das alles ist nur ein Schatten des Zukünftigen; leibhaftig aber ist es in Christus.“
Aber das hier in 2 Mose 23 gelehrte Prinzip gilt auch heute noch:
- Gott will, dass wir uns regelmäßig an Seine Taten erinnern. Damals war es noch vor allem der Exodus, heute ist es natürlich das Werk Christi. Das tun wir zum Beispiel beim Abendmahl … und etwas außerhalb der klaren Anweisungen der Bibel eben auch zu Weihnachten und Ostern.
In Kapitel 24 sehen wir dann den offiziellen Bundesschluss zwischen Gott und Mose. Das Gesetz ist dabei ja schon genannt worden. Doch jetzt will Gott es Mose auch noch schriftlich geben. Zwei Dinge fallen mir hier besonders auf. Zum einen lesen wir (wie auch schon zuvor) vom Brand- und Dankopfer, das ja noch nicht eingesetzt worden ist. Es gab diese Opfer also auch schon zuvor, doch später regelte Gott dann, wann und wie sie dargebracht werden sollten.
Zum anderen sehen wir hier, wie schnell das Volk bereit ist, Gott zuzusagen „alles, was der HERR gesagt hat, wollen wir tun und darauf hören.“ (Vers 3 & 7).
- Die Zukunft zeigt dann, dass Israel diesen Anspruch im Prinzip nie gerecht wird.
- Wir sollten da wohl eher demütiger sagen, mit „Gottes Hilfe“.
Vor allem dürfen wir aber auch wissen, dass zumindest Einer diese Worte zurecht sagen konnte und somit den Mose-Bund erfüllt hat: unser Retter und Herr Jesus Christus. In und durch ihn sind somit dann auch wir Christen Erben der Bundeszusagen.
Aber auch wir sollten uns sehr ernsthaft darum bemühen, zu tun was Gott sagt. Und das aus zwei Gründen:
- Zum einen, weil unser Glaube sich ja genau darin erweist, dass wir Gott wirklich vertrauen und glauben, dass er es gut mit uns meint und genau weiß, was gut für uns ist.
- Und zum anderen, weil Gott uns deutlich sagt, dass der Weg des Gehorsams, der Weg des Segens ist.