Die ersten 15 Verse setzen die Regelungen aus Kap. 21 fort. Hier geht es darum, wie Schaden wieder gut gemacht werden soll. Dabei sehen wir, dass der HERR ein Gott der Gerechtigkeit ist. Deswegen spielt es auch eine Rolle, ob ein Schaden versehentlich oder böswillig entstanden ist.

Ab Vers 16 kommt ein wirklich „heißes Eisen“. Hier wird klar, Sex gehört in die Ehe! Aber Vers 16 macht auch deutlich, dass Sex allein noch keine Ehe schließt! Bedenkenswert ist, in welchem Zusammenhang dieses Gesetz steht. Es folgt auf Anordnungen zu angerichtetem „Schaden“ und danach kommen noch Anordnungen zu Götzendienst und Ungerechtigkeit vor allem gegenüber den Schwachen und Armen.

  • Klar ist auf jeden Fall, dass es hier also nicht um Kavaliersdelikte geht.
  • Bedenkenswert ist auch, dass die Frau bei vorehelichen Sex als die Verführte beschrieben wird, während der Mann als Verführer derjenige ist, der zur Rechenschaft gezogen wird. Männer sind hier also besonders in der Verantwortung, auf die voreheliche sexuelle Reinheit zu achten. Leider ist es oft aber eher umgekehrt ☹

Auch die biblischen Prinzipien, die dann gelehrt werden, gelten bis heute. Das gilt ganz offensichtlich für den Aufruf zur Wahrheitsliebe. Auch wenn das bedeutet, gegen den Strom zu schwimmen und für die einzutreten, die sonst keine Stimme haben.

  • Im Prinzip ist das alles klar und doch ist es in der Praxis halt leider doch so, dass auch wir Christen schnell mal dabei sind, Gerüchte weiterzugeben oder uns zumindest nicht schützend vor die zustellen, die zu Unrecht leiden und angeklagt werden.

Interessant ist vor allem auch Vers 9. Dir Rücksicht auf Fremdling ist von Gott gewollt.

  • Wir hingegen fürchten oft das Fremde und die Fremden und sind schnell bereit, die Fremden für Probleme verantwortlich zu machen.

Dann kommen einige Hinweise zur Einhaltung des Sabbats und der drei großen Jahresfeste. Da diese in Christus ihre Erfüllung gefunden haben, sind diese Anweisungen für uns so nicht mehr gültig. So lesen wir dazu zum Beispiel in Kolosser 2,16f: „So laßt euch nun von niemandem ein schlechtes Gewissen machen wegen Speise und Trank oder wegen eines bestimmten Feiertages, Neumondes oder Sabbats. Das alles ist nur ein Schatten des Zukünftigen; leibhaftig aber ist es in Christus.“

Aber das hier in 2 Mose 23 gelehrte Prinzip gilt auch heute noch:

  • Gott will, dass wir uns regelmäßig an Seine Taten erinnern. Damals war es noch vor allem der Exodus, heute ist es natürlich das Werk Christi. Das tun wir zum Beispiel beim Abendmahl … und etwas außerhalb der klaren Anweisungen der Bibel eben auch zu Weihnachten und Ostern.

In Kapitel 24 sehen wir dann den offiziellen Bundesschluss zwischen Gott und Mose. Das Gesetz ist dabei ja schon genannt worden. Doch jetzt will Gott es Mose auch noch schriftlich geben. Zwei Dinge fallen mir hier besonders auf. Zum einen lesen wir (wie auch schon zuvor) vom Brand- und Dankopfer, das ja noch nicht eingesetzt worden ist. Es gab diese Opfer also auch schon zuvor, doch später regelte Gott dann, wann und wie sie dargebracht werden sollten.

Zum anderen sehen wir hier, wie schnell das Volk bereit ist, Gott zuzusagen „alles, was der HERR gesagt hat, wollen wir tun und darauf hören.“ (Vers 3 & 7).

  • Die Zukunft zeigt dann, dass Israel diesen Anspruch im Prinzip nie gerecht wird.
  • Wir sollten da wohl eher demütiger sagen, mit „Gottes Hilfe“.

Vor allem dürfen wir aber auch wissen, dass zumindest Einer diese Worte zurecht sagen konnte und somit den Mose-Bund erfüllt hat: unser Retter und Herr Jesus Christus. In und durch ihn sind somit dann auch wir Christen Erben der Bundeszusagen.

Aber auch wir sollten uns sehr ernsthaft darum bemühen, zu tun was Gott sagt. Und das aus zwei Gründen:

  • Zum einen, weil unser Glaube sich ja genau darin erweist, dass wir Gott wirklich vertrauen und glauben, dass er es gut mit uns meint und genau weiß, was gut für uns ist.
  • Und zum anderen, weil Gott uns deutlich sagt, dass der Weg des Gehorsams, der Weg des Segens ist.

In Kapitel 19 lesen wir nun davon, dass Israel am Sinai ankommt. In gewisser Weise ist das der Abschluss des 1. Teils des 2. Buch Mose. Jetzt ist Israel ein freies Volk. In diesem Übergangskapitel zeigt sich Gott. Er ruft Mose auf den Berg hinauf. Dabei ist der Berg so etwas, wie früher der Garten Eden und später die Stiftshütte und der Tempel – der Ort, an dem Gott ist. Deswegen wird das sündige Volk mehrfach davor gewarnt, den Berg uneingeladen zu betreten.

Ab Vers 5 lesen wir von einem Bund, den Gott mit Israel schließen will. Doch nur ein „Israel“ hat diesen Bund gehalten. Und wenn wir durch den Glauben in ihm sind, gelten uns die Segenszusagen für das Halten dieses Bundes. Jesus ist also der „wahre Israel“. Vers 8 zeigt uns, wie naiv und leichtfertig Israel reagiert.

Ab Vers 10 sehen wir, dass Gottes Volk auf die Begegnung mit ihm vorbereiten soll.

  • Bereiten wir uns auf den Gottesdienst vor?
  • Und bereiten wir uns darauf vor, dass wir eines Tages von Angesicht zu Angesicht vor dem Herrn stehen werden?

In den Anforderungen ab Vers 10 wird deutlich, dass Gott vollkommen heilig ist und wir es eben nicht sind. Wir sehen hier, dass Gottes Heiligkeit zugleich wunderbar und furchterregend ist!

  • Ich denke, dass wir die Heiligkeit Gottes heute oft aus dem Blick verloren haben.
  • Wir tun gut daran, diese Kapitel sorgfältig zu lesen und eine neue Ehrfurcht vor Gott zu bekommen!

 

Bevor wir die 10 Gebote hören, macht Gott zu Beginn von Kapitel 20 deutlich, dass die 10 Gebote (zumindest primär) für die schon Erlösten sind! Auf jeden Fall sehen wir hier sehr eindeutig, dass Gott Israel zuerst aus der Sklaverei in Ägypten gerettet und Gnade erwiesen hat, bevor er dem Volk das Gesetz gibt. Gerade deshalb sollten wir Nicht-Christen nicht zuerst Moral predigen, sondern das Evangelium der Erlösung aus Gnade, durch Buße und Glauben!

Das Gesetz kann uns evangelistisch helfen, Menschen klar vor Augen zu führen, dass wir alle einen Retter brauchen, da wir alle an den 10 Geboten scheitern.

Vers 20 klingt paradox „Fürchtet Euch nicht, denn Gott ist gekommen (…) dass seine Furcht vor Euren Augen sei“. Aber es geht eben um den Unterschied zwischen Panik und hilfreicher Gottesfurcht. Gerade diese ist – so denke ich – in unserer Generation nicht mehr sehr ausgeprägt. Wir haben Gott „domestiziert“. Wir bilden uns oft ein, dass Er nur noch unser Kumpel, Freund, Liebhaber sei und verlieren dabei leicht aus dem Blick, dass er eben auch der heilige und hoch-erhabene Gott ist, denn wir fürchten sollen.

Ab Vers 22 lesen wir, dass die 10 Gebote noch weiter erklärt und ergänzt werden.

Mit Kapitel 21 beginnt eine lange Liste weiterer Rechtsordnungen (Gesetze). Was wir hier auf jeden Fall sehen ist, dass der Herr schon Vorsorge dafür schafft, dass Israel – entgegen aller Behauptungen – die 10 Gebote nicht hält.

Manche der hier erwähnten Gesetze sind für uns sicher schwer nachvollziehbar. Einerseits sind sie spezifisch auf die Situation Israels hin verfasst. Wir haben keine Sklaven mehr und auch kaum noch Nutztiere. Doch diese Gesetze lehren uns auch allgemeine biblische Prinzipien, die natürlich auch heute noch zutreffen. Ich denke, da brauchen wir oft Weisheit, wie wir diese Aussagen anwenden, vor allem weil wir ja nicht in einer Theokratie, sondern in einer Demokratie leben.

Kap 21,22 sollte uns bzgl Abtreibung zu denken geben. Auf den Verlust eines Kindes im Mutterleib steht Strafe! Gott sieht die „Frucht“ nicht als ein wertloses „Etwas“, mit dem man machen kann, was man will!

  • Hier ist es dringend geboten, dass wir als Gesellschaft umdenken.
  • Dabei ist es an uns Christen, für die Wahrheit auch mal öffentlich einzutreten.

In Vers 24 lesen wir einen oft zitierten Vers, der jedoch oftmals falsch zitiert wird. Hier geht es um Begrenzung der Strafe / Rache, nicht um befohlene Gewalt!

Überhaupt sind diese Gesetze ja vor allem deswegen gegeben, um den „rechtsfreien“ Raum zu begrenzen und klare Regelungen zu schaffen. Preis den Herrn, dass Er Gesetze gegeben hat und preis den Herrn, dass wir auch heute noch in einem Rechtsstaat leben dürfen!

In diesem Kapitel lesen wir nun den sehr bekannten Bericht von der Rettung aus der Sklaverei durch das Wasser. Was wir hier sehen ist ein Schatten dessen, was Jesus am Kreuz für uns getan hat und was in der Taufe sichtbar zum Ausdruck kommt.

Wir lesen immer wieder, dass der HERR verdeutlicht, dass er Alles im Griff hat. Wir lesen aber gleichzeitig auch von den Klagen des Volkes, das ganz offensichtlich an Gottes Wort zweifelt und mehr auf das sieht, was vor Augen ist und das dann eben falsch interpretiert.

  • Das geschieht bis heute und wir müssen immer wieder neu lernen, Gott zu vertrauen und nicht unserer eigenen Interpretation dessen was wir vor Augen haben.

In den Kapiteln 15 & 16 sehen wir die großartige Treue Gottes und den ständigen Kleinglauben seines Volkes.

Die Israeliten sehen immer auf das, was vor Augen ist und scheinen ständig zu vergessen, dass sie den allmächtigen Gott auf ihrer Seite haben, der sie eben erst auf wundersame Weise aus Ägypten gerettet hat. Dabei tut er Wunder um Wunder. Doch es braucht nur der nächsten „Not“, dass Israel scheinbar komplett vergisst, dass Gott auf ihrer Seite steht.

Israel klagt:

  • Als sie in Mara kein Trinkwasser fanden (15,24ff)
  • Als sie in der Wüste keine Speise hatten (16,2f)
  • Und sie misstrauten bzw missachteten Gottes Anweisungen dann auch noch im Bezug auf das Manna (16,27).

Doch Gott hilft ein ums andere Mal.

  • Er machte das Wasser in Mara zu Trinkwasser
  • Er gab Manna und Wachteln
  • Und er zeigt dem murrenden und untreuen Volk immer wieder Gnade!

Dieser historische Bericht aus einer längst vergangenen Zeit über ein uns fremdes Volk hat ganz unmittelbar mit uns zu tun.

Denn was wir hier sehen ist ein Vorschatten des großen Retter-Gottes. Er selbst gibt seinem Volk Wasser des Lebens und das Brot des Lebens. Er führt dabei sein Volk durch Anfechtungen und Not, aber er steht seinem Volk immer bei und bringt es sicher ins gelobte Land …

Das ist es, was Gott alles für uns getan hat und immer noch tut.

  • Wenn wir in diesen Kapiteln den Kopf über den Unglauben Israels schütteln, dann sollten wir uns fragen, ob wir da wirklich viel besser sind? Vertrauen wir dem Gott, der uns aus größter Not gerettet hat? Vertrauen wir unserem treuen Versorger, der uns seinen Geist gegeben hat, so dass wir nie mehr „Durst“ haben müssen und der unser Manna ist, so dass wir niemals sterben werden?

Ich bete, dass uns diese Kapitel in unserem Gottvertrauen stärken und uns hilfreich dazu herausfordern, in Notzeiten zu bedenken, wer unser Gott ist.

Zu Beginn von Kapitel 17 sehen wir wiederum, dass Israel – wie schon in Mara (Kap. 15,22ff) – murrt und hadert, weil es kein Wasser hat. Das ist einerseits nachvollziehbar und doch ist es tragisch zu sehen, dass das Volk immer wieder Gott in Frage stellt.

  • Wir tun gut daran, uns in Krisenzeiten sowohl an die Hilfe Gottes in der Vergangenheit zu erinnern, wie auch an Seine Zusagen für die Zukunft. Dann wird unser Murren hoffentlich nie mehr als eine spontane Äußerung bleiben, die aber nicht dazu führt, Gottes gnädige Versorgung in Frage zu stellen.

Gottes Gnade wird auch hier wieder sichtbar. Anstatt auf Unglauben mit Gericht zu reagieren, hilft Gott den Murrenden.

  • Das erleben wir auch heute noch J

Ab Vers 8 taucht ein neuer Leiter auf: Josua. Wenngleich Josua kämpft, führt Gott den Krieg, wie dann ja auch später bei der Landnahme. So seltsam der Bericht von der Hand Mose ist, so gut ist doch die Lehre, dass selbst die stärksten Leiter treue Helfer brauchen. Wie demütig von Aaron und Hur, Mose die Hände zu halten.

Zu Beginn von Kap. 18 lesen wir, dass Mose Frau und Kinder weggeschickt hatte. Es wird nicht klar, warum. Tat er das, weil er sich so besser auf seine schwierige Aufgabe konzentrieren konnte oder zu ihrer eigenen Sicherheit?

Auf jeden Fall sehen wir, dass die Beziehung zu Jitro von Harmonie geprägt ist. Jitro gibt Mose einen guten Rat – dabei kommt er als „externer Beobachter“, der Dinge einfach klarer sieht und grundsätzlicher hinterfragt. Er ist so eine Art Vorläufer heutiger „Consultants“ J

Das hier von Jitro erklärte Leitungsprinzip ist so wichtig.

  • Ich bin sehr dankbar, dass wir das in unserer Gemeinde doch recht gut leben.

In Kapitel 10 sehen wir, dass die ersten Ägypter den Pharao bedrängen, doch endlich zur Einsicht zu kommen. Aber der Pharao hält lieber an seinem Stolz fest, als sein Volk vor mehr Unheil zu verschonen. Die Heuschrecken erinnern dabei an das spätere Gericht über Israel zur Zeit des Propheten Joel.

In Vers 20 wird nun nochmal ganz deutlich betont, dass Gott diesen Zyklus an Plagen genauso gewollt hat. Gott bringt viele Wiederholungen hervor, um unzweifelhaft deutlich zu machen, dass ER es ist, der rettet!

In Vers 1 von Kapitel 11 offenbart Gott dann nochmal ganz klar, dass ER alles im Griff hat. Er lenkt die Gedanken und Taten des Pharaos so, dass dieser genau das tut, was Gott will. Natürlich ist der Pharao sich darüber nicht bewusst oder er trifft auch echte Entscheidungen, für die er verantwortlich ist – aber das ändert nichts an der Tatsache, dass er genau so handelt, wie Gott es vorgesehen hat.

  • Das ist ein Paradebeispiel, wie Gottes Souveränität und das „freie“ Handeln von Menschen eben nicht im Widerspruch zueinander stehen, auch wenn wir das in unseren Köpfen nicht zusammen bekommen.

Vers 2 mag im ersten Moment seltsam klingen. Aber auch das ist etwas, das Gott schon längst so geplant hatte und die Erfüllung der Worte aus 2. Mose 3,22.

Ab Vers 4 kommt dann die Ankündigung der letzten Plage. Wie schon zuvor bleibt der Pharao stur. Obwohl das dumm und sündig ist, ist es doch auch genau das, was Gott wollte. Das mag sehr seltsam klingen, aber in gewisser Weise lässt Gott Sünde ganz gezielt zu, um seine Pläne auszuführen und dadurch sogar noch verherrlicht zu werden.

In Kapitel 12 sehen wir das Original-Passahfest, das dann ja zu einem regelmäßigen Fest werden sollte, bis es dann ca. 1500 Jahre später in einem ganz besonderen Passamahl seine ewige Erfüllung finden würde.

  • An diesem Tag aß Jesus dann zuerst das Passalamm mit seinen Jüngern, bevor er selber als das perfekte und ein-für-alle-Mal Passalamm starb, so dass durch sein vergossenes Blut alle gerettet würden, die auf IHN vertrauen.

In Vers 14 lesen wir davon, dass das Passafest ein Gedenktag war und das ist es ja bis zum heutigen Tag, da wir ja immer noch Gründonnerstag und Karfreitag feiern! Gott legt großen Wert darauf, dass alle Aspekte dieses Mahls und dieser Feier an die nächsten Generationen weitergegeben werden. Das sollten wir auch heute noch tun. Sonst kann zum Beispiel eine Abendmahlsfeier bald sehr sinnentleert sein.

Ab Vers 29 sehen wir dann, dass der Pharao erst agiert, als es zu spät ist. Und selbst da wird er ja noch wieder umkippen. Aber Gott rettet sein Volk. Der Exodus beginnt. In Vers 38 wird aber deutlich, dass auch Ausländer dabei waren, die aber nur unter bestimmten Bedingungen komplett zu Israel gehören konnten (V.43f). Hier erfahren wir nun, dass in 430 Jahren aus der Großfamilie von 70 Leuten ein Volk mit 600.000 Männern plus Frauen und Kindern geworden ist, d.h. sicherlich gut 2 Millionen.

  • Gottes Verheißung eines großen Volkes hat sich also schon damals erfüllt.

Zu Beginn des Kapitels lesen wir, dass der HERR Dinge anordnet, die das Volk in Zukunft an den Exodus erinnern sollen. Das Auslösen der Erstgeburt verdeutlicht, dass das Volk und all sein Besitz dem Herrn gehört und das Fest der ungesäuerten Brote erinnert direkt an den Auszug.

Dann weist Gott seinem Volk den Weg. Gott weiß darum, dass Israel nicht sonderlich mutig ist und so legt er eine Route fest, die das Volk dann auch wirklich gehen wird. Gott kennt uns und weiß halt, was er uns zumuten kann. Und er ist bei seinem Volk – damals in Wolken- und Feuersäule – und heute durch seinen Geist!

Zu guter Letzt sehen wir auch noch, dass Josef nicht vergessen wird. Man nimmt ihn mit ins gelobte Land!

Zu Beginn von Kap. 5 sehen wir in Vers 2, dass der Pharao sehr wenig gemein hat mit seinem Vorgänger zur Zeit Josefs. Seine Worte des Unglaubens sind tragisch und doch so oft zu hören.

  • Wer Gott nicht kennt, handelt gegen Ihn.
  • Und Unwissenheit schützt vor Strafe nicht!

Bei den Israeliten entstehen aufgrund der Verfolgung Glaubenszweifel.

  • Das ist nicht ungewöhnlich.
  • Aber gerade diese Berichte können uns davor schützen, in schweren Zeiten an Gott zu zweifeln.

Damit das Volk trotzdem im Glauben weiter auf Gott vertraut, bedarf es Gottes Eingreifens und seiner Hilfe. Und genau das geschieht im Folgenden.

Zu Beginn von Kapitel 6 betont Gott gegenüber Mose, dass er selber sein Volk aus der Hand des Pharaos befreien wird und seinen Bund halten wird. Es ist schon erstaunlich, dass Mose noch Widerworte hat.

Ab Vers 14 folgt dann mal wieder eine Ahnentafel, die Mose und Aaron in Bezug zu den Vätern bringt und verdeutlicht, dass Mose und Aaron Leviten sind und wie sie von Levi abstammen.

Am Ende von Kapitel 6 wird es dann ernst. Mose und Aaron werden zum Pharao gesandt.

Zu Beginn von Kapitel 7 lesen wir von einer von Gott angeordneten interessanten Rollenverteilung: Mose agiert als Gott gegenüber dem Pharao und Aaron als Prophet. Gott macht dabei gleich zu Beginn nochmals deutlich, dass ER Pharaos Herz verhärten wird, bevor es dann zum Wechselspiel der Selbst- und Fremdverhärtung kommt.

Ab Vers 8 sehen wir dann, dass Mose und Aaron die von Gott erhaltenen Wunderzeichen gezielt einsetzen sollen. Sie sind kein Spielzeug, sondern Zeichen, die die göttliche Autorität unterstreichen sollen, mit der Mose und Aaron vor Gott treten.

  • Wunder sind in der Bibel fast immer Zeichen, die göttliche Botschafter begleiten bzw die göttliche Botschaft bekräftigen.
  • Aber wir sehen eben auch, dass die Zauberer des Pharaos „Wunder“ tun. Dabei stellt sich dann auch die Frage, ob die in Vers 11 beschriebenen Zauberer, wirklich aus Stöcken Schlangen machen konnten. Ich denke fast, dass sie eher Illusionisten waren.
  • Auf jeden Fall sollten wir uns eben nie durch „Wunder“ allein beeindrucken lassen, sondern immer prüfen, in wie weit sie die Botschaft der Bibel unterstreichen und bestätigen.

Das zweite Wunderzeichen, dass Mose in Vers 15ff tut, ist dann gleichzeitig auch die erste Plage.

Die Handlung der Zauberer in Vers 22 lässt mich noch mehr vermuten, dass die Zauberer nicht wirklich Wunder taten. Es wäre ja absurd, wenn sie auch noch Wasser unbrauchbar, stinkend und tödlich gemacht hätten. Wahrscheinlich war es bei ihnen eher ein Einfärben des Wassers. Zumindest können sie scheinbar das Wunder des Mose nicht rückgängig machen …

Am Ende von Kapitel 7 kommt dann die nächste Aufforderung an den Pharao, das Volk ziehen zu lassen – direkt verbunden mit der Ankündigung der 2. Plage, sollte der Pharao das weiter verweigern. Aufgrund der klaren Ankündigung Gottes, haben Mose und Aaron wahrscheinlich wenig Hoffnung gehabt, dass Gott ihrem Wunsch entsprechen würde.

  • Was in diesem Kapitel gerade durch die Ankündigung am Anfang sehr deutlich wird ist, dass der HERR alles im Griff hat. Wenn man nur auf die einzelnen Plagen und Reaktionen des Pharaos sieht, könnte man denken, dass der HERR immer wieder scheitert. Aber durch die einleitenden Erklärungen wissen wir, dass das nicht der Fall ist.
  • Das sollte uns gerade dann ermutigen, wenn wir das Gefühl haben, das wir am Widerstand des Bösen beständig scheitern. Wir sehen halt oft nur einen kleinen Ausschnitt … aber wir dürfen wissen, dass der

Zu Beginn des 8. Kapitels sehen wir gleich nochmal, dass die ägyptischen Zauberer entweder strohdoof oder eben keine echten „Wundertäter“ waren. Wenn sie wirklich Macht gehabt hätten, hätten Sie ja wohl eher die Frösche weggezaubert, als sie scheinbar noch zu vermehren.

Ab Vers 14 ist dann ja auch nichts mehr von den Taten der Zauberer zu hören. Sie sind mit ihrem Latein am Ende und müssen anerkennen, dass sie es eben nicht nur mit anderen Zauberern zu tun haben, sondern mit Gott selbst!

  • Uns geht es da ja manchmal nicht so ganz anders. Erst wenn wir am Ende unserer „Künste“ sind erkennen wir Gott an.

Bei der 4. Plage macht Gott ganz deutlich, dass sein Gericht selektiv ist. Er bewahrt sein Volk inmitten des Gerichts, so wie zuvor Noah in der Flut und so wie eines Tages uns Christen, wenn er zum Gericht wiederkommt.

Im Fortgang sehen wir dann, dass der Pharao mehrfach zwischen scheinbarer Umkehr und Verhärtung seines Herzens schwankt. Die Verhärtung des Herzens wird dabei abwechselnd als Gottes Werk und als eine Entscheidung des Pharao beschrieben. Dabei sind das sicher nicht zwei unterschiedlich Dinge. Je nach Perspektive ist einfach mal das souveräne Wirken Gottes im Blick (der ja auch schon Verheißen hatte, dass der Pharao ein verhärtetes Herz haben würde) und mal die menschliche Verantwortung. Diese Dinge klingen für uns als gegenseitig ausschließend – aber die Bibel lehrt uns, dass sie koexistieren.

Und wir sehen eben, dass die scheinbare Umkehr des Pharaos eben keine echte Bekehrung ist. Es ist einfach eine Reue über die Konsequenz verbunden mit einer gewissen Gott-Erkenntnis. Was dabei aber fehlt, ist die Herzensveränderung, die Gott wirken muss.

  • Nur wenn der Herr unsere Herzen anrührt, können wir in wahrhaft erkennen, als den herrlichen und guten Herrn. Und nur wenn wir IHN so erkennen, werden wir uns Ihm auch wirklich im Glauben zuwenden.

In Kapitel 9 sehen wir dann nochmal ganz deutlich (wie dann ja später auch bei Jesus und den Aposteln), dass allein die Wunder und Strafen Gottes, Menschen nicht zu wahrhafter Busse und Glauben bringen. Diese sind Zeichen, die uns helfen, etwas klarer zu erkennen, dass wir grundsätzlich schon bereit sind zu sehen. Ein Wunder allein wird niemanden bekehren (siehe dazu auch Jesus Worte z.B. in Mk. 8).

Bei der 7. Plage sehen wir dann, dass Gott auch die gläubigen Ägypter rettet … jeder, der auf Gottes Wort hört, wird verschont.

Die ersten Verse des Buchs stellen die Verbindung zum 1. Buch Mose her. In Vers 7 sehen wir, wie die Verheißung Gottes an Abraham wahr wird. Er sollte Nachkommen haben, wie Sand am mehr.

  • Gott hält seine Versprechen. Jetzt wird aus einer Großfamilie ein großes Volk.

In Vers 8 wird dann aber sofort auch klar, dass nicht alles gut ist. Die Harmonie zwischen Israel und Ägypten ist dahin. Der neue Pharao weiß nichts mehr von Josef und ist den Israeliten feindlich gesinnt. Sein Plan, Israel durch Unterdrückung und selbst durch Kindermord zu dezimieren scheitert unter anderem an den gottesfürchtigen Hebammen.

  • Gott macht deutlich, dass ER sich nicht aufhalten lässt.
  • Da wo Gottes Kinder unterdrückt werden, wächst die Kirche auch heute oftmals mehr, als in den friedlich, kuscheligen Ländern im Westen.

In Kapitel 2 kommt dann Mose ins Blickfeld. Das Leben von Mose ist von Geburt an bedroht. Dabei sehen wir dann auch gleich zu Beginn, dass Mose ein Schatten des Christus ist.

  • So wie Mose gerettet wird, wird viele Jahrhunderte später „ein Prophet wie Mose“ vor einem anderen von einem anderen König angeordneten Kindermord bewahrt. Das Mose auch in vielen anderen Dingen schattenhaft auf Jesus hinweist, wird dann später noch viel deutlicher werden.

Hier sehen wir dann erst mal, dass Mose durch das Wasser, das eigentlich töten sollte, gerettet wird. Das ist ein typisches Bild; so wie bei Noah, dann beim Exodus. Die Taufe heute ist ein Bild davon und stellt, wenn der Täufling aus dem Wasser wieder hervorkommt, sichtbar die Rettung dar, die wir durch den Glauben empfangen.

Gott führt alle Dinge perfekt. Die große Schwester sieht zu, wie die Pharao-Tochter kommt, das Baby findet und sich seiner annimmt. Und so nimmt diese Geschichte einen „perfekten“ Verlauf … fast so, als wenn da einer dahinter steckt, der alles genauso geplant hat und ausführt J

  • Und so kommt es, dass nach Josef schon wieder ein Jude im Pharaonenpalast landet.

Mose weiß, wo er herkommt und zu wem er gehört und wird so zum Beschützer (Retter) seines „Bruders“ … doch in seinem Akt des Tötens des Feindes nimmt er letztendlich selber Schaden und muss fliehen.

  • Mich erinnert das an die Verheißung, dass ein Nachkomme der Frau, der Schlange (dem Bösen) den Kopf zertreten wird, aber dabei selber Schaden nehmen wird. Der leidende Retter seines Bruders – das ist hier Mose – und doch ist natürlich Jesus die vollständige Erfüllung des Schlangenzertreters. Mose ist da nur ein Schatten.

Mose muss fliehen, doch auch in der Fremde Midians sorgt Gott für ihn. Ich finde es spannend, dass Mose nach Midian und nicht nach Kanaan flieht. In Vers 15 kommt es mal wieder zu einer Begegnung am Brunnen, die zur Hochzeit führt (siehe Rebekka und Jakob & Leah). So findet Mose eine neue Familie. Man könnte denken, dass nun die Geschichte endet – es sei denn man bedenkt, dass ja Gottes Verheißung noch auf dem Spiel steht. Denn inzwischen ist zwar ein großes Volk entstanden, aber es ist noch nicht wieder unter Gottes guter Herrschaft und in dem von Gott gegebenen Land. Und so endet Kap. 2 mit der Andeutung, dass Gott noch weiter für sein Volk sorgen wird.

Die Berufung des Mose in Kapitel 3 ist spektakulär. Er ist ja ein einfacher Hirte und noch dazu ein Immigrant. Doch dann erscheint ihm ein Engel und erklärt ihm, dass Gott Großes durch ihn tun will und sein Volk retten will. Das der „Engel des Herrn“ eindeutig Gott selbst ist, wird im Folgenden ganz klar.

Mose fürchtet sich Gott anzusehen. Er weiß, dass er unwürdig ist und traut sich die Aufgabe nicht zu. In beiden Dingen hat er im Prinzip recht. Aber er verkennt dabei, dass Gott sich eben auch denen naht, die nicht würdig sind (Gott sei Dank!) und dass Gott Menschen nie zu etwas beruft, die sie dann nicht auch mit seiner Hilfe bewältigen könnten. Der Herr ist hier sehr geduldig und macht dem zögerlichen Mose Mut und geht auf seine Ängste ein.

  • Der Herr ist ein sehr barmherziger Herr und der ideale Seelsorger.

In den Versen 3,7-10 & 18-22 gibt Gott Verheißungen und erklärt die Zukunft. Es ist gut, die Verheißungen Gottes zu kennen, sonst liest man spätere Passagen und denkt, dass Gott immer wieder auf die Reaktionen der Menschen reagiert. Dabei hat er alles genauso geplant, wie es kommt.

  • Ich finde das sehr beruhigend. Es gibt mir inneren Frieden gerade auch in unruhigen und unsicheren Zeiten, da ich eben weiß, dass Gott alles Im Griff hat und ER für Seine Kinder sorgt!

Zu Beginn von Kapitel 4 ist Mose immer noch zögerlich. Mose scheint zu denken, dass er Gott belehren könnte und müsste. Es ist schon krass, wie sehr sich Mose sträubt, Gott zu vertrauen.

  • Andererseits sehen wir auch das ständig in uns und um uns herum. Zweifel können sehr hartnäckig sein … und unsere Sündennatur auch.

Mose zweifelt daran, dass er beim Volk akzeptiert würde – Gott gibt ihm drei Zeichen (v.2ff; 6ff;9);

Dann benennt er kommunikative Schwächen als Ausrede (v.10ff) – doch Gott macht deutlich, dass ER als Schöpfer besser weis, wozu er Mose gebrauchen kann;

Und dann sagt Mose schließlich deutlich, was wirklich Sache ist (v.13) – und Gott redet Tacheles! Was hier sehr deutlich wird ist, dass es hilfreich ist, nicht immer auf jedes Argument zu antworten, sondern zu fragen, was wirklich dahintersteckt.

Nach Gottes zorniger Rede, gibt es dann aber keinen Widerspruch mehr. Trotz der klaren göttlichen Berufung, weiß Mose, dass er ggb seinem Schwiegervater mit Respekt handeln sollte. Und so bittet er ihn um sein Okay.

In Vers 21 taucht dann ein Wort auf, dass in den nächsten Kapiteln immer wieder auftauchen wird: „verstockt“ Manchmal wird gefragt, ob die Verstockung Gottes oder Menschen Werk ist. Sicher sind Menschen immer für Ihre Verstockung verantwortlich aber es klingt hier schon sehr deutlich durch, dass Gott Herzen verstockt. Denn das ist ja Teil von Gottes großem Plan. Genauso, wie er eben auch der ist, der Menschenherzen positiv verändert und aus steinernen Herzen, fleischerne Herzen machen kann (z.B. Hes 36,26)

Es ist wichtig, die Vielschichtigkeit von Gottes Willen zu verstehen. Man könnte denken, dass Gott schizophren ist. Er will, dass Mose nach Ägypten geht um Israel zu befreien und gelichzeitig lesen wir in Vers 24, dass der Herr Mose noch vorher umbringen wollte (4,24). Der „Wille“, mit dem Gott Mose sendet, ist sein gebietender Wille (Ratschluss), der Wille, mit dem Er Mose töten will, ist hingegen wohl eher Ausdruck seiner Gesinnung zu Moses Ungehorsam im Bezug auf die Beschneidung Und so sorgt Gott dafür, dass Moses Sohn beschnitten wird. Dabei benutzt er interessanter Weise seine heidnische Frau.

Und dann geht es weiter und Gott bewegt die Brüder auf einander zu und gebraucht sie, wie geplant!

In 40,6-41,26 setzt Gott sein Reden fort und macht dabei deutlich, dass Hiob im Unrecht war, Gottes Macht und Gerechtigkeit in Frage zu stellen. Er hätte, genauso wie seine Freunde, schweigen sollen. Denn diese Welt ist viel komplexer und Gottes Pläne und Werke sind viel größer als Alles, was wir (komplett) verstehen können.

  • Gott ist kein uns gleichgestelltes Gegenüber … er ist Gott und wir sind seine Geschöpfe. Da ist Vorsicht, Demut und Anbetung angesagt.

Zu Beginn von Kapitel 42 bekennt Hiob, dass er nicht weise gesprochen hat und erkennt Gott als den Allmächtigen an, der tut, was er sich vornimmt.

Im Epilog (V.7-17) erklärt Gott, dass Hiobs drei Freunde ohne Weisheit gesprochen haben … der 4. Freund bleibt unerwähnt. Hiob wird von Gott als positives Gegenbeispiel erwähnt … was angesichts seines Schuldeingeständnisses in den Versen zuvor wohl kaum bedeuten kann, dass alle Worte Hiobs richtig und weise waren. Aber gerade dadurch, dass er das eingesehen hat und Gott als den Herrn anerkannte, erwies er, dass er die Gerechtigkeit hat, die den Glaubenden zugerechnet wird (Römer 3,21ff).

  • Auf jeden Fall sehen wir in Hiob einen Schatten des Christus. Der, der gelitten hat, wird zum Fürsprecher für seine untreuen Freunde.
  • Und Hiob zeigt uns die Perspektive, die wir alle haben dürfen, wenn wir zu Christus gehören. Nach allem Leid kommt irgendwann eine Zeit größerer Fülle, als Alles, was wir je hatten.

Die Fülle, die Hiob hier nun erlebt, erwartet uns auf jeden Fall nach dem Tod und so dürfen wir voller Hoffnung sein, selbst in Zeiten von für uns unerklärlichem Leid.

Psalm 29:

Psalm 29 ist ein Lobpreispsalm, der uns die Größe und Herrlichkeit Gottes vor Augen führt. Dabei steht der Aufruf, Gott die Ehre zu geben am Anfang und im Zentrum (V.1 & V.9).

  • Genua das hat Hiob getan!
  • Das ist auch unsere höchste Berufung.

Der Psalmist macht deutlich, dass Gott der Herr über alle Wesen ist (ggf sind die „Himmlischen“ aus Vers 1 Engel … oder es sind die Himmelsbürger … also wir Christen), und über die Natur mit allen ihren Kräften. Er hält Alles in Seiner Hand und Sein Wort allein lässt Alles entstehen und kontrolliert Alles. Gerade deshalb sollten wir uns immer wieder auf die Kraft der Stimme (des Wortes) Gottes besinnen.

  • Dieses Wort sollten wir bezeugen, denn es gibt (geistliches) Leben.
  • Dieses Wort sollten wir zu uns selbst sprechen lassen, denn es erbaut, ermutigt, ermahnt, korrigiert und gibt Wegweisung.

So ehren wir den ewigen Herrn, der König bleibt in Ewigkeit (V.10). Er gibt uns Kraft und er bringt Frieden. Das kann so sonst Keiner!

  • Lasst uns heute und alle Tage den Herrn mit unserem ganzen Leben – mit allen Worten, Taten und Gedanken – Ehren und Loben, denn ER ist mächtig und herrlich!

In Kapitel 37 lehrt Elihu, wie groß, mächtig und weise Gott ist. In dieser Rede steckt keine Anmaßung, sondern einfach nur das Staunen über die Größe Gottes. Wie auch immer wir die Reden des Elihu bewerten sollten – das, was er hier sagt ist wahr und sollte uns in die Anbetung führen.

In Kapitel 38 ergreift nun endlich Gott selbst das Wort. ER hat es nicht nötig, dass andere für IHN sprechen. Der HERR stellt Hiob viele Fragen. Dadurch offenbart ER Hiob und uns allen, dass es Vieles gibt, was wir nicht wissen und vermögen. Letztendlich ist Gottes Rede eine Ermahnung an Hiob und alle seine Freunde, nicht Mutmaßungen über Gottes Taten und Pläne anzustellen.

  • So ist das ja auch heute noch. Vieles verstehen wir nicht … aber wir dürfen uns an den Dingen festhalten die klar sind, gerade auch dann, wenn alles scheinbar durcheinander geht. Röm 8,28 ist da so ein Vers!

In Kapitel 39 gehen die rhetorischen Fragen Gottes weiter, die uns verdeutlichen, dass es viele Dinge gibt, die wir nicht wissen und verstehen.

  • Tatsächlich sind diese Fragen hilfreich, da sie uns hilfreich in unsere Schranken weisen!
  • Diese Fragen können auch in einem apologetisch-evangelistischen Gespräch durchaus mal hilfreich sein.

Zu Beginn von Kapitel 40 ruft Gott dann allgemein dazu auf, IHM zu antworten, wenn man es denn vermag.

Hiob antwortet … und erkennt in aller Demut an, dass er keine Antwort hat und nur zu schweigen vermag … damit tut Hiob genau das, was seine Freunde hätten tun sollen!

  • Hiob offenbart uns hier die Weisheit, die aus der Furcht des Herrn stammt.

Psalm 19:

Dieser Psalm ist ein großartiger Lobpreis Gottes. Dabei sehen die ersten 7 Verse auf die allgemeine Offenbarung Gottes in Seiner Schöpfung. Damit knüpfen sie an das an, was der Herr selbst in Hiob 38-39 durch seine Fragen verdeutlicht hatte.

  • Die ganze Schöpfung zeugt vom Schöpfer. Jede Blume, jedes Lebewesen, mächtige Berge, das Meer und die Sonne
  • Wer sich das alles ansieht kann erahnen, wie groß, weise und mächtig der Gott ist, der das alles gemacht hat.

Doch Gott hat uns nicht nur die allgemeine Offenbarung der Schöpfung gegeben. In Seinem Wort gibt er uns auch noch eine spezielle Offenbarung, so dass wir erkennen können, was sein Wille ist, wie gutes Leben geht, und was wir lassen sollten. Davon ist ab Vers 8 die Rede. Dabei betonen diese Verse die Perfektion des Gesetzes. Gottes Wort ist vollkommen gut und deshalb vollkommen glaubwürdig.

  • Das hat Hiob noch nicht zu hören bekommen. Aber wir durften sein Wort hören. Das ist ein großes Privileg.
  • Wir tun gut daran, auf Gottes Wort zu hören. Immerhin sind das die Worte des Schöpfers aller Dinge, der alles weis und erkennt.

Ab Vers 12 ändert sich der Fokus. Aus allgemeinem Lobpreis wird eine direkte Ansprach Gottes. Dabei schaut der Psalmist auf sich selbst und erkennt, dass Gott uns nicht nur den Weg weist, sondern uns auch vor falschen Wegen warnt, uns Sünden vergibt und uns davor bewahren kann, auf falsche Wege zu geraten.
Vers 15 ist ein wunderbares Gebet zum Abschluss: „Lass dir wohlgefallen die Rede meines Mundes / und das Gespräch meines Herzens vor dir, HERR, mein Fels und mein Erlöser.
AMEN!

In Kapitel 33 spricht Elihu Hiob an und wiederholt seine Aussagen, nur um dann zu betonen, dass Hiob die Dinge nicht richtig sieht und noch nicht gelernt hat, Gottes Stimme richtig zu hören.

Auch die zweite und dritte Rede des Elihu ab Kap.34 sind schwer zu verstehen. Ich persönlich verstehe Elihus Reden so, dass er nur scheinbar weise ist. Was er sagt klingt gut. Er kritisiert alle und weiß irgendwie alles besser – wobei er wenig Neues sagt. Er sagt aber auch wenig Falsches … aber wahre Weisheit würde ihn dazu bringen, zu schweigen und Hiob einfach mit Trost zur Seite zu stehen. Zorn ist sicher nie eine gute Motivation, um Andere zu belehren.

Elihus letzte Rede beginnt in Kap 36. Elihu spricht nur zur Verteidigung Gottes. Elihu will für Gott sprechen (36,2) … er sagt dabei weiterhin viel Wahres und doch ist es eine ziemliche Anmaßung.

  • Wenn wir für Gott reden wollen, sollten wir sicherstellen, dass wir Sein Wort weitergeben und sonst nichts.
  • Denn sonst fangen wir an, uns selbst zu Gott zu machen und das steht uns heute genauso wenig zu wie damals Elihu.

In den Kapiteln 29-31 lesen wir eine letzte große Rede Hiobs.

In Kapitel 29 sieht Hiob sehnsüchtig zurück auf die Zeit vor dem Leid. Dabei erinnert er daran, dass er eben ganz anders gehandelt hat, als es ihm vor allen von Elifas in Kapitel 22 vorgeworfen wurde. In Kapitel 30 sieht Hiob dann wieder auf sein gegenwärtiges Unglück.  Bei allen Fragen hören wir hier aber auch seinen Schrei zu Gott und seine Hoffnung auf Hilfe. Das ist der Anfang von Weisheit!

In Kapitel 31 kommt Hiobs Monolog zu einem Ende. Er betont nochmals seine Unschuld im Hinblick auf die Vorwürfe seiner Freunde und sein Vertrauen auf Gott. Hier redet Hiob voller Vernunft und im Vertrauen auf Gott.

  • Wir sollten vorsichtig sein, uns vorschnell in der Hiob-Rolle zu sehen. Viele, die sich mir gegenüber so vorgestellt haben, waren dann eben doch oft nicht so unschuldig, wie Hiob.
  • Klar wird hier aber auf jeden Fall, dass Hiob tatsächlich die Anklagen der Freunde geprüft hat und feststellen kann, dass sie nicht zutreffen.
  • Und so hofft er weiter auf ein gerechtes Urteil Gottes, der seinem Leid ein Ende machen soll.

In den Kapitel 32 taucht dann plötzlich Elihu auf. Er hat wohl den Dialog zwischen Hiob und seinen „Freunden“ gehört und jetzt kann er nicht mehr schweigen.

Seine Reden sind schwer zu deuten. Ist er nun jemand, der mit echter Weisheit spricht … oder ist er nur noch ein weiterer Diskutant, der das Problem mit seinen Erkenntnissen ebenfalls nicht lösen kann?

Zu Beginn wird deutlich, dass er voller Ärger über die ungenügenden Antworten der 3 Freunde spricht … aber auch über Hiob und seine scheinbare Anmaßung gerechter zu sein als Gott selbst. Im Fortgang von Kap. 32 erklärt er sich selbst als demütig … und doch klingen diese Worte eher etwas stolz.

  • Ich denke, dass wir uns wohl auch in Elihu versetzen können. Manchmal hören wir (Streit-)Gespäche und denken, dass hier etwas übersehen wird bzw das Gespräch im Kreis verläuft. Und dann kann es auch uns dazu drängen, etwas dazu zu sagen.
  • Gleichzeitig sollten wir – selbst wenn wir vielleicht zurecht erkennen, dass alle Diskutanten etwas übersehen – selber vorsichtig sein und uns nicht vorschnell anmaßen, alle Antworten zu haben. Das vor allem dann, wenn es um komplexe Dinge geht, die letztendlich niemand völlig ergründen kann.