2,11-14a: „11 Darum denkt daran, dass ihr, die ihr von Geburt einst Heiden wart und Unbeschnittene genannt wurdet von denen, die äußerlich beschnitten sind, 12 dass ihr zu jener Zeit ohne Christus wart, ausgeschlossen vom Bürgerrecht Israels und Fremde außerhalb des Bundes der Verheißung; daher hattet ihr keine Hoffnung und wart ohne Gott in der Welt. 13 Jetzt aber in Christus Jesus seid ihr, die ihr einst Ferne wart, Nahe geworden durch das Blut Christi. 14 Denn er ist unser Friede, der aus beiden eines gemacht hat und den Zaun abgebrochen hat, der dazwischen war, nämlich die Feindschaft.“
Ab Vers 11 betont Paulus, dass es auf Grundlage des Evangeliums keine Trennung unter Christen geben sollte. Dabei spricht Paulus zuerst die Christen an, die früher Heiden (also keine Juden) waren. Er erinnert sie daran, dass sie einst ausgeschlossen waren vom Bürgerrecht Israels und außerhalb der Bundesgemeinschaft waren. Deshalb galten ihnen auch nicht die Verheißungen.
Doch aufgrund der Gnade Gottes und durch den Glauben an Jesus Christus sind sie nun „in Christus Jesus“ und damit eben nicht mehr fern und fremd, sondern nah und dazugehörig. Durch Jesus Christus ist die vormalige Trennung überwunden. In Christus sind Juden und Heiden miteinander versöhnt, ja mehr noch – sie sind vereint.
Manchmal werden zwei theologische Systeme gegenübergestellt: auf der einen Seite eine angeblich weiterbestehende Trennung zwischen Israel und der Kirche und auf der anderen Seite eine sogenannte Ersatztheologie, nach der die Kirche an die Stelle Israels getreten sei, so als wäre sie etwas ganz anderes. Doch hier wird deutlich, dass die Heiden nun mit hineingenommen sind in das Volk Gottes, nämlich vereint mit den Juden, die den jüdischen Messias tatsächlich anerkennen. Und so steht die Kirche in der Tradition Israels und ist die Vereinigung von Menschen mit jüdischem und heidnischem Hintergrund.
- Deswegen tun wir Christen gut daran, das Alte Testament als Teil unserer Heiligen Schrift anzuerkennen. Und das eben nicht nur als Lippenbekenntnis, sondern indem wir sie studieren, denn sie hilft und Christus noch besser zu erkennen.
- Und vor allem sollten wir voller Dankbarkeit darüber sein, dass Gott uns – die wir einst ferne waren, zu Mitgliedern seines Volkes gemacht hat und damit zu Gliedern seiner Gemeinde. Als solche sollten wir uns über jeden weiteren Menschen freuen,