6,11-18: „11 Seht, mit wie großen Buchstaben ich euch schreibe mit eigener Hand! 12 Die Ansehen haben wollen nach dem Fleisch, die zwingen euch zur Beschneidung, nur damit sie nicht um des Kreuzes Christi willen verfolgt werden. 13 Denn auch sie selbst, die sich beschneiden lassen, halten das Gesetz nicht, sondern sie wollen, dass ihr euch beschneiden lasst, damit sie sich dessen rühmen können. 14 Es sei aber fern von mir, mich zu rühmen als allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt. 15 Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern eine neue Kreatur. 16 Und alle, die sich nach diesem Maßstab richten – Friede und Barmherzigkeit über sie und über das Israel Gottes! 17 Hinfort mache mir niemand weiter Mühe; denn ich trage die Malzeichen Jesu an meinem Leibe. 18 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geist, liebe Brüder! Amen.“

Im Briefschluss kommt Paulus dann noch ein letztes Mal auf das große Thema des Briefs zurück. Er warnt noch ein letztes Mal vor denen, die das Gesetz als zwingende Voraussetzung predigen.

Dabei verteidigt er seinen Dienst und vergleicht ihn mit dem, der falschen Lehrer. Er war bereit, um des Evangeliums willen, zu leiden. Die falschen Lehrer hingegen suchen die Anerkennung der Menschen und versuchen, der Verfolgung zu entgehen.

  • Das ist auch heute noch ein großes Thema und deutliches Kennzeichen falscher Lehrer. Sie wollen einen Christus und ein Evangelium predigen, an denen sich die Welt nicht stört. Da wird dann vieles weggelassen oder umgedeutet.
  • Aber auch wenn eine solche Verkündigung in der Welt weniger anstößig sein mag, sie ist eben doch ganz und gar kraftlos. Denn ein solch verdrehtes Evangelium ist nicht mehr die Gotteskraft, so wie es das wahre Evangelium ist. Nur das wahre Evangelium kann retten.

Und so erinnert auch Paulus in seinem Briefschluss an die einzige zuverlässige Grundlage unserer Annahme bei Gott … und das sind eben nicht unsere Werke, sondern das Werk Jesu, das wir allein aufgrund von Gottes Gnade, allein durch den Glauben empfangen können. Deswegen schreibt Paulus: „14 Es sei aber fern von mir, mich zu rühmen als allein des Kreuzes unseres Herrn Jesus Christus, durch den mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt.  15 Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern eine neue Kreatur.“

  • Möge der Herr uns immer mehr seine Gnade verstehen lassen und möge ER uns dadurch ermutigen!

Schließlich erwähnt Paulus noch „das Israel Gottes“. Manche meinen, dass sich das nun wieder exklusiv auf die Juden beziehe. Aber das scheint doch sehr im Widerspruch zu dem zu stehen, was Paulus im ganzen Brief betont hat, nämlich dass es eben nicht um die Abstammung, sondern um den Glauben geht. Zu Gottes Volk (Israel) gehören nun alle, die an Jesus Christus glauben. Das ist ja auch das, was er in Römer 11,17-24 betont.

  • Von daher preise ich Gott, dass ich und so viele von uns, zu Gottes Volk gehören dürfen, obwohl wir nicht nach dem Fleisch von den Juden abstammen.
  • Alle Ehre und aller Dank dafür gilt unserem Retter und Herrn!

6,6-10: „6 Wer aber unterrichtet wird im Wort, der gebe dem, der ihn unterrichtet, Anteil an allem Guten. 7 Irret euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. 8 Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. 9 Lasst uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht nachlassen. 10 Darum, solange wir noch Zeit haben, lasst uns Gutes tun an jedermann, allermeist aber an des Glaubens Genossen.

Die Verse 6-10 führen die Gedanken über das füreinander da sein aus den Versen 1-5 in etwas anderer Weise fort. Während in den ersten 5 Versen eher das einander Zurechthelfen inmitten von Versuchungen im Fokus stand, geht es hier nun eher darum, wie wir uns positiv in andere investieren können. Dabei sollten wir immer darauf bedacht sein, nicht nur und ggf nicht vor allem Empfänger zu sein, sondern Geber. Deswegen sollen die, die von anderen unterrichtet / gelehrt werden, diesen wiederum „Anteil an allem Guten“ geben. Das scheint sich auf finanzielle/materielle Dinge zu beziehen – könnte aber vielleicht auch bedeuten, dass man den Lehrern von dem geistlichen Segen und Wachstum berichtet, den man durch sie empfangen hat, denn das kann die Lehrer sehr ermutigen.

Auf jeden Fall sollten wir darauf bedacht sein, geistliche Dinge zu säen … oder in anderen Worten, sich um geistliche Frucht in einem selbst aber eben gerade auch bei anderen zu bemühen. So tun wir anderen eben wirklich Gutes. Dabei sollten die Gemeindemitglieder im Vordergrund stehen. Für sie haben wir eine besondere Verantwortung und ein solches Bemühen entspricht auch dem Auftrag Jesu aus Johannes 13,34-35: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt. 35 Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

  • In wen investierst Du Dich geistlich?
  • Wo säst Du und wo tust Du anderen Gutes?
  • Vielleicht ist dieser Abschnitt eine Ermutigung, sich da neu aufzumachen.

6,1-5: „​1 Liebe Brüder, wenn ein Mensch etwa von einer Verfehlung ereilt wird, so helft ihm wieder zurecht mit sanftmütigem Geist, ihr, die ihr geistlich seid; und sieh auf dich selbst, dass du nicht auch versucht werdest. 2 Einer trage des andern Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. 3 Denn wenn jemand meint, er sei etwas, obwohl er doch nichts ist, der betrügt sich selbst. 4 Ein jeder aber prüfe sein eigenes Werk; und dann wird er seinen Ruhm bei sich selbst haben und nicht gegenüber einem andern. 5 Denn ein jeder wird seine eigene Last tragen.

Nach der Beschreibung des Kampfes zwischen dem Fleisch und dem Geist und dem Aufruf dazu, den Kampf aufzunehmen und dem Geist Raum zu geben, so dass er in uns Frucht bringen kann, lesen wir nun zu Beginn von Kapitel 6 ganz realistisch davon, dass es vorkommen kann, dass ein Christ in Sünde fällt.

Und deswegen haben wir eben nicht nur den Auftrag, auf uns selbst Acht zu geben, sondern sollen auch aufeinander Acht geben und einander helfen. Wir sollen einander zurechthelfen „mit sanftmütigem Geist.“ Das werden wir nur und das können wir nur, wenn wir selber dem Fleisch wenig Raum geben. Denn sonst kann es passieren, dass nicht wir dem Menschen helfen, der dem Fleisch zu viel Raum gegeben hat, sondern von diesem Menschen selber mehr in die Sünde gezogen werden.

Deswegen sollten wir eben immer sowohl auf uns selbst sehen, wie auch auf andere und so einander dabei helfen, Versuchungen aus dem Weg zu gehen und da, wo das nicht gelingt, ihnen zu widerstehen. In allem sollen wir als Christen eine Weggemeinschaft sein, die einander dabei hilft, Lasten zu tragen.

Paulus schreibt dazu: „so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“ Damit ist hier sicher vor allem das Doppelgebot der Liebe gemeint. Denn wir anderen helfen, zeigt das unsere Liebe zu ihnen. Und wenn wir ihnen dabei helfen, Gott-gefälliger zu leben, dann zeigt das auch unsere Liebe zu Gott.

In all dem sollten wir darauf Acht haben, dass wir nicht überheblich und stolz meinen, so stark zu sein, dass wir immer anderen helfen können und selber nie Hilfe brauchen. Das wäre Selbstbetrug und sehr gefährlich. Wir alle haben unsere Lasten zu tragen, wie Paulus in Vers 5 erklärt. Und deswegen haben wir es alle auch mal nötig, dass andere uns dabei helfen, genauso wie wir eben auch anderen dabei helfen sollen.

  • Ich bin dankbar, dass wir in der Gemeinde eine solche Weggemeinschaft haben.
  • Und ich wünsche mir, dass wir einander noch viel mehr Anteil an unseren Kämpfen geben und einander noch mehr dabei helfen, Jesus Christus nachzufolgen.

5,16-26: „16 Ich sage aber: Lebt im Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht vollbringen. 17 Denn das Fleisch begehrt auf gegen den Geist und der Geist gegen das Fleisch; die sind gegeneinander, sodass ihr nicht tut, was ihr wollt. 18 Regiert euch aber der Geist, so seid ihr nicht unter dem Gesetz. 19 Offenkundig sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, 20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, 21 Neid, Saufen, Fressen und dergleichen. Davon habe ich euch vorausgesagt und sage noch einmal voraus: Die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben. 22 Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, 23 Sanftmut, Keuschheit; gegen all dies ist das Gesetz nicht. 24 Die aber Christus Jesus angehören, die haben ihr Fleisch gekreuzigt samt den Leidenschaften und Begierden. 25 Wenn wir im Geist leben, so lasst uns auch im Geist wandeln. 26 Lasst uns nicht nach eitler Ehre trachten, einander nicht herausfordern und beneiden.

Dieser Abschnitt ist neben der 2. Hälfte von Römer 7 wohl die deutlichaste Darstellung davon, wie wir Christen in einem beständigen Kampf stehen. In uns kämpfen zwei Willen gegeneinander an: Der Wille des Fleisches, dessen Werke uns und anderen letztendlich nur schaden. Und der Wille des Geistes, der in uns gute Frucht hervorbringen will, die uns und anderen zum Segen wird.

Paulus ruft die Gläubigen dazu auf, dem Geist, der in uns lebt, immer mehr Raum zu geben. Dem Geist geben wir dadurch Raum, dass wir uns Gott im Gebet zuwenden und IHN durch Sein Wort zu uns sprechen lassen. Das heißt natürlich nicht, dass wir nicht auch aktiv den Versuchungen des Fleisches widerstehen sollten. Aber das tun wir eben gerade auch dadurch, dass wir Gottes Wort Raum in uns geben und im Gebet seine Hilfe suchen.

Und dann schreibt Paulus etwas, das uns ganz konkret im Kampf gegen die Werke des Fleisches und zur Entwicklung der Frucht des Geistes helfen kann. Er nennt die Werke des Fleisches beim Namen: „Unzucht, Unreinheit, Ausschweifung, 20 Götzendienst, Zauberei, Feindschaft, Hader, Eifersucht, Zorn, Zank, Zwietracht, Spaltungen, 21 Neid, Saufen, Fressen und dergleichen.

  • Allein diese Liste zu lesen und bei jedem Wort kurz innezuhalten und uns zu fragen, ob und wie dieses Werk auch in uns zu finden ist, kann uns helfen, Sünde zu enttarnen und sie mehr zu hassen und sie entschiedener zu bekämpfen.

Umgekehrt ist es mit der Auflistung der Frucht des Geistes. Dabei ist bedenkenswert, dass dies nicht Früchte sind, sondern verschiedene Aspekte der einen Frucht: „Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, 23 Sanftmut, Keuschheit;

  • Auch diese Liste kann uns helfen. Zum Beispiel als Gebetsliste, so dass wir Gott darum bitten, jeden Aspekt in uns weiter wachsen zu lassen. Und so sind diese Auflistungen ungemein hilfreich und praktisch.

Bei all dem sollten wir nie aus dem Blick verlieren, dass wir diesen Kampf nicht alleine kämpfen müssen. Die Frucht ist Gottes Frucht. Er bringt sie durch Seinen Geist hervor. Gleichzeitig sind wir aufgerufen, uns auch darum zu bemühen.

Dieses Zusammenwirken von Gottes Wirken in uns und unseren Mühen beschreibt Paulus dann auch noch mal am Ende des Abschnitts: „25 Wenn wir im Geist leben, so laßt uns auch im Geist wandeln.

5,13-15: „13 Ihr aber, liebe Brüder, seid zur Freiheit berufen. Allein seht zu, dass ihr durch die Freiheit nicht dem Fleisch Raum gebt; sondern durch die Liebe diene einer dem andern. 14 Denn das ganze Gesetz ist in einem Wort erfüllt, in dem (3.Mose 19,18): »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!« 15 Wenn ihr euch aber untereinander beißt und fresst, so seht zu, dass ihr nicht einer vom andern aufgefressen werdet.

In Vers 13 greift Paulus nochmal seinen Gedanken von 5,1 auf (Zur Freiheit hat uns Christus befreit!) Doch hier wendet er diese großartige Wahrheit nicht mehr gegen Gesetzlichkeit an, sondern gegen Gesetzlosigkeit.

Die Freiheit von der Auflage, das Gesetz halten zu müssen, um so vor Gott bestehen zu können bedeutet eben nicht, dass wir das Gesetz ignorieren können. Das Gesetz ist immer noch gut und offenbart uns immer noch Gottes Willen für uns. Deswegen sollten wir dem, was dem Gesetz entgegensteht – nämlich unserem Fleisch – keinen Raum geben.

Vielmehr sollten wir das tun, was laut Jesus die Zusammenfassung des Gesetzes bzw das höchste Gesetz ist, nämlich lieben. Hier sieht Paulus dabei auf die zwischenmenschliche Dimension (und nicht auf die Liebe zu Gott, die er hier wohl voraussetzt). Wahrer Glaube zeigt sich in der Liebe. Denn die Liebe Gottes ist den Gläubigen von Gott gegeben, damit sie darin leben können. Wiederum – es geht hier nicht um Gesetzlichkeit – wir werden nicht gerecht, weil wir lieben. Das schaffen wir sowieso nicht, denn unsere Liebe ist nicht vollkommen. Aber die durch den Glauben gerecht gesprochenen sollen lieben.

Ein Problem bei den Galatern war wohl, dass gerade diejenigen, die Gesetzlichkeit lehrten, nicht wirklich Liebe zeigten. Paulus fasst das in der fast etwas witzig klingenden Warnung zusammen: „Wenn ihr euch aber untereinander beißt und fresst, so seht zu, dass ihr nicht einer vom andern aufgefressen werdet.

  • Uns darf das herausfordern uns selbst zu prüfen, ob wir in der Liebe gegenüber unseren Nächsten leben. Damit sind natürlich nicht nur die gemeint, die wir nett finden und bei denen es uns leicht fällt, sie zu lieben. Hier geht es gerade auch um die, mit denen wir ohne Gott nichts zu tun hätten und die uns fremd oder unsympathisch sind.
  • Gerade gegenüber solchen Menschen können wir durch Liebe offenbaren, dass wir Jesu Jünger sind!

5,1-12: „​1 Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! 2 Siehe, ich, Paulus, sage euch: Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen. 3 Ich bezeuge abermals einem jeden, der sich beschneiden lässt, dass er das ganze Gesetz zu tun schuldig ist. 4 Ihr habt Christus verloren, die ihr durch das Gesetz gerecht werden wollt, und seid aus der Gnade gefallen. 5 Denn wir warten im Geist durch den Glauben auf die Gerechtigkeit, auf die man hoffen muss. 6 Denn in Christus Jesus gilt weder Beschneidung noch Unbeschnittensein etwas, sondern der Glaube, der durch die Liebe tätig ist. 7 Ihr lieft so gut. Wer hat euch aufgehalten, der Wahrheit nicht zu gehorchen? 8 Solches Überreden kommt nicht von dem, der euch berufen hat. 9 Ein wenig Sauerteig durchsäuert den ganzen Teig. 10 Ich habe das Vertrauen zu euch in dem Herrn, ihr werdet nicht anders gesinnt sein. Wer euch aber irremacht, der wird sein Urteil tragen, er sei, wer er wolle. 11 Ich aber, liebe Brüder, wenn ich die Beschneidung noch predige, warum leide ich dann Verfolgung? Dann wäre das Ärgernis des Kreuzes aufgehoben. 12 Sollen sie sich doch gleich verschneiden lassen, die euch aufhetzen!

Kapitel 5 beginnt mit den großartigen Worten: „Zur Freiheit hat uns Christus befreit!“ Das ist eben vor allem die Freiheit von der Knechtschaft durch das Gesetz. Wer sich wieder dem Gesetz unterstellt, missachtet diese Freiheit und sagt damit letztendlich zu Gott, dass er nicht die freie Gnade Gottes in Anspruch nehmen will, sondern durch eigene Werke vor Gott bestehen will. Das ist aber zum Scheitern verurteilt.

So erklärt Paulus: „Wenn ihr euch beschneiden lasst, so wird euch Christus nichts nützen.“ Dabei steht die Beschneidung hier eben für den Versuch, durch bestimmte Werke vor Gott bestehen zu müssen. Dabei ist die Beschneidung eben kein Gutes Werk, das aus dem Glauben kommt, sondern beruht hier auf der irrigen Annahme, dass wir beschnitten sein müssen, um zu Gottes Volk zu gehören. Wer damit anfängt, muss dann aber eben das ganze Gesetz halten. Denn ein solcher Mensch vertraut eben nicht auf Christus allein für seine Rettung und wer nicht auf Christus allein vertraut, der hat Christus verloren.

Wer auf Christus allein vertraut, der meint nicht noch etwas tun zu müssen, um so bei Gott Annahme zu finden. Ein solcher Mensch lebt im Glauben. Dabei ist der Glaube immer ein tätiger Glaube – das macht Paulus in Vers 6 deutlich: „… der Glaube, der durch die Liebe tätig ist.

Paulus erinnert die Galater dann an den so guten Start in ihren Glauben und er fragt, wer sie denn vom guten Weg abgebracht habe. Wer falscher Lehre Raum gibt, muss damit rechnen, dass sie sich ausbreitet, so wie Sauerteig es tut.

  • Das ist eine Warnung, die wir sehr ernst nehmen sollte.
  • Immer wieder wird die Gnade Gottes klein gemacht und wir neigen dazu, uns mehr auf uns und unsere Werke zu verlassen.
  • Doch ein solches Denken führt uns Weg vom rettenden Glauben,

Paulus sagt dann aber auch, dass er voller Zuversicht ist im Hinblick auf die Galater. Denn er hat ihren Glauben erlebt und er hält diesen Glauben für echt. Und weil dieser Glaube ein Geschenk Gottes ist und Christus niemanden verliert, den der Vater ihm gegeben hat und der deshalb an ihn glaubt, kann Paulus diese Zuversicht haben … und deshalb dürfen auch wir die Zuversicht haben!

4,21-31: „21 Sagt mir, die ihr unter dem Gesetz sein wollt: Hört ihr das Gesetz nicht? 22 Denn es steht geschrieben, dass Abraham zwei Söhne hatte, den einen von der Magd, den andern von der Freien. 23 Aber der von der Magd ist nach dem Fleisch gezeugt worden, der von der Freien aber kraft der Verheißung. 24 Diese Worte haben tiefere Bedeutung. Denn die beiden Frauen bedeuten zwei Bundesschlüsse: einen vom Berg Sinai, der zur Knechtschaft gebiert, das ist Hagar; 25 denn Hagar bedeutet den Berg Sinai in Arabien und ist ein Gleichnis für das jetzige Jerusalem, das mit seinen Kindern in der Knechtschaft lebt. 26 Aber das Jerusalem, das droben ist, das ist die Freie; das ist unsre Mutter. 27 Denn es steht geschrieben (Jesaja 54,1): »Sei fröhlich, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst! Brich in Jubel aus und jauchze, die du nicht schwanger bist. Denn die Einsame hat viel mehr Kinder, als die den Mann hat.« 28 Ihr aber, liebe Brüder, seid wie Isaak Kinder der Verheißung. 29 Aber wie zu jener Zeit der, der nach dem Fleisch gezeugt war, den verfolgte, der nach dem Geist gezeugt war, so geht es auch jetzt. 30 Doch was spricht die Schrift? »Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Sohn der Magd soll nicht erben mit dem Sohn der Freien« (1.Mose 21,10). 31 So sind wir nun, liebe Brüder, nicht Kinder der Magd, sondern der Freien.

In Vers 21 fragt Paulus die Galater, ob sie das Gesetz nicht hören. Und das, nachdem er sie als die anspricht, die „unter dem Gesetz sein wollen“. Das ist offensichtlich eine provokative Frage. Doch dann erwähnt Paulus erstmal gar kein Gesetz, sondern sieht zurück auf die ersten beiden Söhne Abrahams. Jeder Jude wäre beim ersten Teil dessen, was Paulus dann schreibt, voll dabei. Der Sohn der Magd, der nach dem Fleisch und nicht nach der Verheißung gezeugt wurde ist natürlich Ishmael, den Abraham mit Hagar gezeugt hatte, weil er nicht mehr darauf vertraute, dass Gott ihm durch Sarah nachkommen geben würde. Doch dann schenkte Gott ihm – entsprechend der Verheißung – doch noch den Sohn der Verheißung, Isaak, durch seine Frau Sarah. Die Juden verstanden sich klar in der Kontinuität dieses Sohnes.

In Vers 24 sagt Paulus dann etwas, dass gerade für die, die meinen, dass das AT immer im Literalsinn auszulegen sei, sicher erstmal überraschend kommt: „24 Diese Worte haben tiefere Bedeutung. Denn die beiden Frauen bedeuten zwei Bundesschlüsse:

Die tiefere Bedeutung dieser physischen Gegebenheit ist also eine geistliche Wahrheit. Und dann zeigt Paulus, was er damit meint. Und das ist sicher für die Juden, die das Gesetz als den Weg zum Heil hochhalten, schwer zu verdauen. Denn Paulus sieht Hagar und ihren Sohn als Bild für den Bundesschluss am Sinai – also dem Bundesschluss mit Mose bei der Gabe des Gesetzes. Dabei ging es ja darum, dass nur der, wer das Gesetz hält, auch die Verheißung des Lebens und des Segens erbt. Dem stellt Paulus den neuen Bund (in Jesu Blut) entgegen, der von Sarah und Isaak repräsentiert wird. Damit sagt Paulus den Juden: ihr müsst euch entscheiden – wenn ihr zu Isaak gehören wollt, dann solltet ihr die Freiheit des Evangeliums anerkennen, denn darin erfüllt sich letztendlich die Verheißung -> In Jesus Christus finden alle Verheißungen ihre Erfüllung. Oder ihr haltet euch an das Gesetz und versucht nach dem Fleisch durch Werke vor Gott zu bestehen … wobei dieser Weg eben nicht wirklich gangbar ist.

Und dann mündet das alles in einem Gebot – und damit kommt Paulus auf seine Eingangsfrage zurück: „Hört ihr das Gesetz nicht?“ -> „»Stoß die Magd hinaus mit ihrem Sohn; denn der Sohn der Magd soll nicht erben mit dem Sohn der Freien« (1.Mose 21,10).“ Die logische Konsequenz findet sich dann im Auftrag: „31 So sind wir nun, liebe Brüder, nicht Kinder der Magd, sondern der Freien.

  • IHR LIEBEN: auch wir dürfen zur Freien gehören und uns darüber freuen, dass wir im Evangelium befreit sind von dem ungangbaren Weg, durch eigene Werke vor Gott bestehen zu müssen.
  • Preis dem Herrn, der uns vom Fluch des Gesetzes befreit hat, so dass wir in IHM wahre Freiheit finden können.

4,8-20: „8 Aber zu der Zeit, als ihr Gott noch nicht kanntet, dientet ihr denen, die in Wahrheit nicht Götter sind. 9 Nachdem ihr aber Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid, wie wendet ihr euch dann wieder den schwachen und dürftigen Mächten zu, denen ihr von neuem dienen wollt? 10 Ihr haltet bestimmte Tage ein und Monate und Zeiten und Jahre. 11 Ich fürchte für euch, dass ich vielleicht vergeblich an euch gearbeitet habe. 12 Werdet doch wie ich, denn ich wurde wie ihr, liebe Brüder, ich bitte euch. Ihr habt mir kein Leid getan. 13 Ihr wisst doch, dass ich euch in Schwachheit des Leibes das Evangelium gepredigt habe beim ersten Mal. 14 Und obwohl meine leibliche Schwäche euch ein Anstoß war, habt ihr mich nicht verachtet oder vor mir ausgespuckt, sondern wie einen Engel Gottes nahmt ihr mich auf, ja wie Christus Jesus. 15 Wo sind nun eure Seligpreisungen geblieben? Denn ich bezeuge euch, ihr hättet, wenn es möglich gewesen wäre, eure Augen ausgerissen und mir gegeben. 16 Bin ich denn damit euer Feind geworden, dass ich euch die Wahrheit vorhalte? 17 Es ist nicht recht, wie sie um euch werben; sie wollen euch nur von mir abspenstig machen, damit ihr um sie werben sollt. 18 Umworben zu werden ist gut, wenn’s im Guten geschieht, und zwar immer und nicht nur in meiner Gegenwart, wenn ich bei euch bin. 19 Meine lieben Kinder, die ich abermals unter Wehen gebäre, bis Christus in euch Gestalt gewinne! – 20 Ich wollte aber, dass ich jetzt bei euch wäre und mit andrer Stimme zu euch reden könnte; denn ich bin irre an euch.

Diese Verse sind abermals sehr scharf formuliert. Paulus erinnert die Galater daran, was sie einst waren – nämlich Götzenanbeter. Und dann erinnert er sie daran, wie sie zum Glauben gekommen sind. Dabei gebraucht Paulus eine interessante Formulierung, wenn er schreibt: „Nachdem ihr aber Gott erkannt habt, ja vielmehr von Gott erkannt seid“. Ganz offensichtlich wurde sie zuerst von Gott erkannt, bevor sie ihn erkannten. Ihre Rettung war also ursprünglich Gottes Werk, das dann dazu führte, dass sie dann auch Gott erkannten. Von daher ist es für Paulus im Prinzip unerklärlich, wie die Galater jetzt das Evangelium hinter sich lassen. Dabei scheinen sie nun die jüdischen Gesetze zu wählen. Paulus ruft sie zum Evangelium zurück und scheut sich nicht, sich dabei als Vorbild zu nennen: „Werdet doch wie ich.

  • Ich finde das immer wieder sehr herausfordernd. Tatsächlich sollen wir unseren Glauben ja alle so leben, dass wir Anderen als Vorbild dienen können!

Paulus erinnert die Galater dann auch noch daran, wie sie sich um Paulus gekümmert haben, als er einst zu ihnen kam. Wahrscheinlich hatte er eine Augenkrankheit und die Galater hätten ihre Augen ausgerissen und sie ihm gegeben, wenn das möglich wäre. So sehr liebten sie ihn.

Doch jetzt wurden sie von falschen Lehrern umworben, denen sie sich zuzuwenden drohten. Paulus betont hier, dass oft Menschen immer mal wieder andere Menschen umwerben, um ihre eigene Agenda zu fördern. Menschen zu umwerben ist an sich nicht falsch – aber wir sollten darauf achten, wie und mit welchem Ziel sie das tun.

Die Galater sollten wahrnehmen, dass diejenigen, die um sie warben, es nicht wirklich gut mit ihnen meinten, weil sie sie vom Evangelium wegbringen wollten.

Die Verse 19-20 zeigen, wie sehr Paulus hier leidet, in Sorge und letztendlich wohl auch frustriert ist. Er ist eben ein Hirte, der es wirklich gut mit den Schafen meint und sich Sorgen um sie macht.

  • Ich kann das sehr gut nachvollziehen – und wahrscheinlich können das auch manch andere unter uns. Es ist wirklich traurig und frustrierend, wenn Menschen, in die man sich geistlich investiert hat, durch falsche Lehrer und falsche Lehren auf eine falsche Fährte gelockt werden.
  • Möge der HERR uns ganz nah beim Evangelium halten!

4,1-7: „​1 Ich sage aber: Solange der Erbe unmündig ist, ist zwischen ihm und einem Knecht kein Unterschied, obwohl er Herr ist über alle Güter; 2 sondern er untersteht Vormündern und Pflegern bis zu der Zeit, die der Vater bestimmt hat. 3 So auch wir: Als wir unmündig waren, waren wir in der Knechtschaft der Mächte der Welt. 4 Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan, 5 damit er die, die unter dem Gesetz waren, erlöste, damit wir die Kindschaft empfingen. 6 Weil ihr nun Kinder seid, hat Gott den Geist seines Sohnes gesandt in unsre Herzen, der da ruft: Abba, lieber Vater! 7 So bist du nun nicht mehr Knecht, sondern Kind; wenn aber Kind, dann auch Erbe durch Gott.

Die ersten 7 Verse in Kapitel 4 zeigen uns in aller Klarheit, dass wir Christen gemeinsam mit Christus Erben der Verheißungen sind, die Abraham für seinen Nachkommen empfangen hatte. Das Gesetz ließ die Nachfolger Abrahams noch unmündig sein, aber durch Christus kam die Erlösung und die Kindschaft. Von daher wäre es verrückt, wieder unter das Gesetz zu gehen und sich damit in die Unmündigkeit zu begeben.

Interessant ist, was wir in Vers 4 über das Kommen von Gottes Sohn lesen. Er kam, als die Zeit erfüllt war, das heißt, er kam entsprechend von Gottes ewigem Plan zu der genau richtigen Zeit. Gottes Timing ist perfekt. Und er kam von Gott aber wurde von einer Frau geboren. Hier sehen wir, dass Jesus sowohl wahrer Mensch ist – er wurde von einer Frau geboren, wie auch wahrer Gott – er ist der ewige Sohn, der vom Vater zu uns gesandt wurde.

Jesus kam selber unter das Gesetz. Er wurde Jude und er nahm das Gesetz sehr ernst. Tatsächlich war er der Eine, der das Gesetz immer hielt und es somit erfüllte und die Verheißungen des Lebens und Segens erbte, die dem zugesagt waren, der das Gesetz hält. Er hat es für uns gehalten und hat dann den Fluch und den Tod ertragen, der allen Gesetzesbrechern galt, damit alle, die an Ihn glauben erlöste und sie zu Kindern Gottes machte.

Die Kindschaft ist also auch nicht von Natur aus unsere. Wir sind von Natur aus Geschöpfe Gottes, aber wir werden erst durch den Glauben an Jesus Christus zu Kindern Gottes, in denen nun der Geist Gottes wohnt. Und so können wir als Kinder zu unserem Abba, Vater rufen.

  • Ich hoffe, dass uns das große Privileg bewusst ist, dass wir nun nicht mehr unter der Sünde verknechtet, sondern Kinder Gottes und Erben de des Lebens und der Verheißungen sind, die Jesus Christus für uns erworben hat und an denen ER uns Anteil gibt.

3,15-29: „15 Liebe Brüder, ich will nach menschlicher Weise reden: Man hebt doch das Testament eines Menschen nicht auf, wenn es bestätigt ist, und setzt auch nichts dazu. 16 Nun ist die Verheißung Abraham zugesagt und seinem Nachkommen. Es heißt nicht: und den Nachkommen, als gälte es vielen, sondern es gilt einem: »und deinem Nachkommen« (1.Mose 22,18), welcher ist Christus. 17 Ich meine aber dies: Das Testament, das von Gott zuvor bestätigt worden ist, wird nicht aufgehoben durch das Gesetz, das vierhundertdreißig Jahre danach gegeben worden ist, sodass die Verheißung zunichte würde. 18 Denn wenn das Erbe durch das Gesetz erworben würde, so würde es nicht durch Verheißung gegeben; Gott aber hat es Abraham durch Verheißung frei geschenkt. 19 Was soll dann das Gesetz? Es ist hinzugekommen um der Sünden willen, bis der Nachkomme da sei, dem die Verheißung gilt, und zwar ist es von Engeln verordnet durch die Hand eines Mittlers. 20 Ein Mittler aber ist nicht Mittler eines Einzigen, Gott aber ist Einer. 21 Wie? Ist dann das Gesetz gegen Gottes Verheißungen? Das sei ferne! Denn nur, wenn ein Gesetz gegeben wäre, das lebendig machen könnte, käme die Gerechtigkeit wirklich aus dem Gesetz. 22 Aber die Schrift hat alles eingeschlossen unter die Sünde, damit die Verheißung durch den Glauben an Jesus Christus gegeben würde denen, die glauben. 23 Ehe aber der Glaube kam, waren wir unter dem Gesetz verwahrt und verschlossen auf den Glauben hin, der dann offenbart werden sollte. 24 So ist das Gesetz unser Zuchtmeister gewesen auf Christus hin, damit wir durch den Glauben gerecht würden. 25 Nachdem aber der Glaube gekommen ist, sind wir nicht mehr unter dem Zuchtmeister. 26 Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. 27 Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. 28 Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus. 29 Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben.

Abraham ist das Paradebeispiel schlechthin, dass man eben nicht erst Jude werden muss bzw sich die Anforderungen des Gesetzes erfüllen muss, denn Abraham war ja im engeren Sinne auch noch kein Jude. Das Volk ist ja erst durch seine Nachkommenschaft entstanden und das Gesetz war damals auch noch nicht gegeben. Das Gesetz kam nicht nur später, es war auch nie dazu bestimmt, Menschen zu Gott zu bringen. Im Gegenteil, es wurde uns Menschen aufgrund unserer sündigen Herzen zum Fluch. Befreien konnte uns dann erst der Christus, der dem Abraham schon verheißen war, bevor es überhaupt das Gesetz gab.

Und dann erwähnt Paulus einen Nutzen des Gesetzes. Das Gesetz hilft uns zu erkennen, dass wir einen Retter brauchen, denn es offenbart uns sehr deutlich, dass wir selber eben nicht so leben, wie es Gott gefällt. Von daher ist das Gesetz gut und hilfreich … aber eben nicht als direkter Weg zum Heil, sondern als Wegweiser! Das Gesetz zeigt uns unsere Sündhaftigkeit und treibt uns in die Arme des Retters.

  • Ich wünsche uns allen, dass wir erkennen, dass das Gesetz uns einen Segen ist, weil es uns zeigt, was Gott gefällt und wahrhaft gut für uns ist … und ich wünsche uns gleichzeitig, dass wir nie denken, dass wir das Gesetz halten müssen, um uns so Gottes Gnade zu verdienen. Im Gegenteil … als die, die Gottes Gnade erfahren haben, dürfen wir jetzt im Glauben leben und nach dem Gehorsam streben, der aus dem Glauben kommt.
  • Das ist wahre Freiheit!

Am Ende des Kapitels betont Paulus, dass Christus der Retter aller Menschen ist, die IHN als ihren Retter und Herrn annehmen. Da gibt es keine Trennung mehr zwischen Juden und Heiden, genauso wenig wie irgendeine andere Trennung durch gesellschaftliche Unterschiede, Geschlecht oder sonst irgendwas. „28 Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.

Wirklich absurd finde ich, dass dieser Vers immer wieder zitiert wird, um jegliche Unterscheidung zwischen Mann und Frau aufheben zu wollen, so als würde Paulus hier eine Gender-Politik oder einen Feminismus predigen.

Der Kontext macht ja unzweifelhaft klar, dass es hier eben einfach um die Frage des Heils geht und primär darum, ob das Heil eben auch für Nicht-Juden ist. So endet das Kapitel dann auch direkt im nächsten Vers mit den Worten: „Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben.

Wir Christen sind Kinder Abrahams und Erben der Verheißung! Das verdeutlicht auch, dass es eben nicht zwei Gottesvölker gibt – Israel und die Gemeinde, sondern dass alle, die Christus angehören als Kinder Abrahams zu dem einen Gottesvolk gehören.