3,8-14: „Die Schrift aber hat es vorausgesehen, dass Gott die Heiden durch den Glauben gerecht macht. Darum verkündigte sie dem Abraham (1.Mose 12,3): »In dir sollen alle Heiden gesegnet werden.« 9 So werden nun die, die aus dem Glauben sind, gesegnet mit dem gläubigen Abraham. 10 Denn die aus den Werken des Gesetzes leben, die sind unter dem Fluch. Denn es steht geschrieben (5.Mose 27,26): »Verflucht sei jeder, der nicht bleibt bei alledem, was geschrieben steht in dem Buch des Gesetzes, dass er’s tue!« 11 Dass aber durchs Gesetz niemand gerecht wird vor Gott, ist offenbar; denn »der Gerechte wird aus Glauben leben« (Habakuk 2,4). 12 Das Gesetz aber ist nicht »aus Glauben«, sondern: »der Mensch, der es tut, wird dadurch leben« (3.Mose 18,5). 13 Christus aber hat uns erlöst von dem Fluch des Gesetzes, da er zum Fluch wurde für uns; denn es steht geschrieben (5.Mose 21,23): »Verflucht ist jeder, der am Holz hängt«, 14 damit der Segen Abrahams unter die Heiden komme in Christus Jesus und wir den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben.

Ab Vers 8 zeigt Paulus dann auf, dass Gottes Wort auch im AT nicht nur Rettung durch Glauben lehrt, sondern ganz konkret auch, dass das Heil auch für die Heiden ist. Denn in der gleichen Verheißung, mit der Israel begründet wurde, verheißt Gott Abraham auch, dass er eben nicht nur der Stammvater Israels sein soll, sondern auch, dass durch ihn auch alle Heiden(völker) gesegnet werden sollen.

In Vers 9 spezifiziert Paulus dann, dass „alle Heiden“ eben nicht bedeutet, dass jeder einzelne Heide gerettet wird, sondern, dass all die gerettet werden, die glauben! Und so lehrt er eben auch von diesem AT Text, dass Rettung immer aus dem Glauben kommt, während das Gesetz nicht retten kann. Das verdeutlich er dann weiter, wenn er aus 5 Mose 27 aufzeigt, dass das Gesetz nur diejenigen segnet, die es komplett halten. Jeder andere steht erstmal unter Gottes Fluch.

  • Diese Botschaft ist wichtig! Wenn wir meinen, Gott durch unsere Werke beeindrucken zu können, dann gehen wir auf ganz dünnem Eis. Denn wir schulden Gott 100%igen Gehorsam. Von daher wird jeder Versuch durch Werke vor Gott bestehen zu wollen, krachend scheitern.
  • Und gerade deshalb ist die Lehre der Rettung aus Gnade allein, durch den Glauben allein eine so befreiende Botschaft!

Dabei ist natürlich entscheidend, was bzw an wen wir glauben. Nur Christus kann uns erlösen und ER hat es getan … indem ER den Fluch getragen hat, den wir aufgrund unserer Gesetzesbrüche verdient hätten … für jeden, der an IHN glaubt.

  • So kommt der Segen Gottes, den Christus durch seinen perfekten Gehorsam verdient hat, zu uns. Und dieser Segen beinhaltet den Heiligen Geist, den wir mit dem Glauben empfangen!

3,1-7: „​1 O ihr unverständigen Galater! Wer hat euch bezaubert, denen doch Jesus Christus vor die Augen gemalt war als der Gekreuzigte? 2 Das allein will ich von euch erfahren: Habt ihr den Geist empfangen durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben? 3 Seid ihr so unverständig? Im Geist habt ihr angefangen, wollt ihr’s denn nun im Fleisch vollenden? 4 Habt ihr denn so vieles vergeblich erfahren? Wenn es denn vergeblich war! 5 Der euch nun den Geist darreicht und tut solche Taten unter euch, tut er’s durch des Gesetzes Werke oder durch die Predigt vom Glauben? 6 So war es mit Abraham: »Er hat Gott geglaubt und es ist ihm zur Gerechtigkeit gerechnet worden« (1.Mose 15,6). 7 Erkennt also: die aus dem Glauben sind, das sind Abrahams Kinder.

Kapitel 3 beginnt mit einigen der konfrontativsten Worte des Apostels, die wir überhaupt in den Paulusbriefen finden. In schärfster Weise ermahnt Paulus die Galater, weil sie sich vom Evangelium entfernt haben. Dabei sollten sie doch aus eigener Erfahrung wissen, dass der Weg zu Gott und mit Gott immer nur durch den Glauben allein zu gehen ist.

Paulus stellt dann eine rhetorische Frage, die eine wichtige theologische Wahrheit offenbart, nämlich, dass Christen den Heiligen Geist empfangen, wenn sie die Predigt vom Glauben hören. Damit ist offensichtlich gemeint, dass sie das Evangelium glauben. So werden Menschen gerettet und mit der Rettung empfangen die Gläubigen dann auch den Heiligen Geist. Die Lehre einer dem Glauben nachgeordneten Taufe im Heiligen Geist ist von daher nicht wirklich haltbar. Und kein Christ muss sich sorgen, dass er den Heiligen Geist nicht hat.

Und weil der Geist in uns wirkt, wäre es absurd, nun aus eigener Kraft vor Gott bestehen zu können.

Ab Vers 6 lesen wir dann von Abraham. Er wird von Paulus als Kronzeuge der Rettung durch Glauben allein angeführt, so wie Paulus das auch in Römer 4 tut. Das Gesetz war nie dafür gedacht, dass wir dadurch gerettet werden.

  • Auch wenn wir das theologisch wahrscheinlich alle schon wissen, so tendieren wir in unserer Leistungsgesellschaft doch leicht dazu, uns über unsere Werke zu definieren und mehr auf das zu vertrauen, was wir leisten … oder eben auch verunsichert zu sein, weil wir wahrnehmen, dass wir am Gesetz so oft scheitern.
  • Von daher sind diese Worte auch für uns relevant, hilfreich und tröstlich!

2,17-21: „17 Sollten wir aber, die wir durch Christus gerecht zu werden suchen, auch selbst als Sünder befunden werden – ist dann Christus ein Diener der Sünde? Das sei ferne! 18 Denn wenn ich das, was ich abgebrochen habe, wieder aufbaue, dann mache ich mich selbst zu einem Übertreter. 19 Denn ich bin durchs Gesetz dem Gesetz gestorben, damit ich Gott lebe. Ich bin mit Christus gekreuzigt. 20 Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben. 21 Ich werfe nicht weg die Gnade Gottes; denn wenn die Gerechtigkeit durch das Gesetz kommt, so ist Christus vergeblich gestorben.

Bisher hat Paulus scharf davor gewarnt, in Gesetzlichkeit zu fallen. Wer danach strebt durch irgendetwas anderes gerettet zu werden, als aus Gnade allein, allein durch den Glauben, der wird feststellen müssen, dass dieser Weg nicht gangbar ist.

Hier nun schreibt Paulus aber Worte, die genauso wichtig sind. Denn Rettung aus Gnade, durch den Glauben allein bedeutet eben nicht, dass das Gesetz nur keine Bedeutung mehr hat und wir einfach sündigen können. Christus war kein Diener der Sünde und so sollten wir uns als seine Nachfolger ebenfalls nicht zu Dienern der Sünde machen. Unsere Rettung sollte uns zu Menschen machen, die jetzt für Gott leben und der Sünde den Kampf ansagen.

So ist also nun die Gesetzlosigkeit genauso wie die Gesetzlichkeit etwas, dem wir keinen Raum geben sollten. Als Christen lebt Christus durch seinen Geist in uns. Das bedeutet nicht, dass wir komplett sündenfrei leben würden und doch sollte das Wirken Gottes in uns sichtbar werden.

Und so zeigt sich der Glaube eben gerade in einem Gott hingegebenen Leben, dass aber eben nicht gesetzlich motiviert ist, sondern durch die erlebte Liebe Gottes für uns. Vers 20 ist da einfach herrlich: „Ich lebe, doch nun nicht ich, sondern Christus lebt in mir. Denn was ich jetzt lebe im Fleisch, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt hat und sich selbst für mich dahingegeben.

  • Möge uns das immer mehr beschreiben.

2,11-16: „11 Als aber Kephas nach Antiochia kam, widerstand ich ihm ins Angesicht, denn es war Grund zur Klage gegen ihn. 12 Denn bevor einige von Jakobus kamen, aß er mit den Heiden; als sie aber kamen, zog er sich zurück und sonderte sich ab, weil er die aus dem Judentum fürchtete. 13 Und mit ihm heuchelten auch die andern Juden, sodass selbst Barnabas verführt wurde, mit ihnen zu heucheln. 14 Als ich aber sah, dass sie nicht richtig handelten nach der Wahrheit des Evangeliums, sprach ich zu Kephas öffentlich vor allen: Wenn du, der du ein Jude bist, heidnisch lebst und nicht jüdisch, warum zwingst du dann die Heiden, jüdisch zu leben? 15 Wir sind von Geburt Juden und nicht Sünder aus den Heiden. 16 Doch weil wir wissen, dass der Mensch durch Werke des Gesetzes nicht gerecht wird, sondern durch den Glauben an Jesus Christus, sind auch wir zum Glauben an Christus Jesus gekommen, damit wir gerecht werden durch den Glauben an Christus und nicht durch Werke des Gesetzes; denn durch Werke des Gesetzes wird kein Mensch gerecht.

Ab Vers 11 kommt Paulus ganz direkt zur Sache. Nachdem er seine apostolische Autorität und Anerkennung durch die Säulen der Jerusalemer Gemeinde dargelegt hatte, zeigt er hier nun, wie er später in Antiochia selbst den Apostel Petrus hatte zurechtweisen müssen.

Petrus war einst dem Evangelium dadurch untreu geworden, dass er plötzlich in eine jüdische Gesetzlichkeit zurückgekehrt war und das ganz offensichtlich nicht aus theologischen Überzeugungen, sondern aus Menschenfurcht. Doch das Gesetz ist in Christus vollendet und die jüdischen Riten sind mit Christus zu einem Ende gekommen. Was uns als Christen vereint ist der Glaube, den wir allein aufgrund der Gnade Gottes empfangen haben.

  • Daran gilt es bedingungslos festzuhalten.
  • Aber auch wir sind natürlich immer mal wieder versucht, aus Menschenfurcht bestimmte theologische Wahrheiten nicht mehr mutig zu bekennen. Von daher sollten wir uns hier nicht zu schnell neben Paulus stellen, sondern erkennen, dass wir alle in der Gefahr stehen, wie Petrus zu handeln.

Gerade in Vers 16 finden sich einige wirklich sehr klare und sehr wichtige Aussagen, die uns helfen können, jeder Form von Gesetzlichkeit einen Riegel vorzuschieben. Wir werden gerecht allein durch den Glauben und durch Werke des Gesetzes wird kein Mensch gerecht!

  • Mich macht das sehr dankbar, denn ich merke immer wieder, wie sehr mich das Gesetz überfordert, auch wenn ich mich noch so anstrenge, es zu halten!

2,1-10: „Danach, vierzehn Jahre später, zog ich abermals hinauf nach Jerusalem mit Barnabas und nahm auch Titus mit mir. 2 Ich zog aber hinauf aufgrund einer Offenbarung und besprach mich mit ihnen über das Evangelium, das ich predige unter den Heiden, besonders aber mit denen, die das Ansehen hatten, damit ich nicht etwa vergeblich liefe oder gelaufen wäre. 3 Aber selbst Titus, der bei mir war, ein Grieche, wurde nicht gezwungen, sich beschneiden zu lassen. 4 Denn es hatten sich einige falsche Brüder mit eingedrängt und neben eingeschlichen, um unsere Freiheit auszukundschaften, die wir in Christus Jesus haben, und uns zu knechten. 5 Denen wichen wir auch nicht eine Stunde und unterwarfen uns ihnen nicht, damit die Wahrheit des Evangeliums bei euch bestehen bliebe. 6 Von denen aber, die das Ansehen hatten – was sie früher gewesen sind, daran liegt mir nichts; denn Gott achtet das Ansehen der Menschen nicht –, mir haben die, die das Ansehen hatten, nichts weiter auferlegt. 7 Im Gegenteil, da sie sahen, dass mir anvertraut war das Evangelium an die Heiden so wie Petrus das Evangelium an die Juden 8 – denn der in Petrus wirksam gewesen ist zum Apostelamt unter den Juden, der ist auch in mir wirksam gewesen unter den Heiden –, 9 und da sie die Gnade erkannten, die mir gegeben war, gaben Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen angesehen werden, mir und Barnabas die rechte Hand und wurden mit uns eins, dass wir unter den Heiden, sie aber unter den Juden predigen sollten, 10 nur dass wir an die Armen dächten, was ich mich auch eifrig bemüht habe zu tun.

Zu Beginn von Kapitel 2 beschreibt Paulus, wie er sich einst in Jerusalem mit den anderen Aposteln über das Evangelium besprochen hat. „Sein Evangelium“ wurde dabei als das wahre Evangelium anerkannt.

Im Nebensatz erklärt Paulus, dass damals auch anerkannt wurde, dass der griechische Christ Titus sich nicht hatte beschneiden lassen müsse. An dieser Stelle mag das wie ein eher nebensächliches Detail klingen. Für den Fortgang des Briefs ist es aber sehr wichtig, da wir so eben wissen können, dass die im AT Gesetz geforderte Beschneidung nun offenbar selbst von den Juden-Christen in Jerusalem nicht mehr als notwendig angesehen wurde, um ein guter Christ zu sein.

Paulus deutet auch schon an, dass es dort aber auch einige „falsche Brüder“ gab (Vers 4), die diese Freiheit nicht anerkannten und er betont, dass er diesen Evangeliumsfeinden auch dort schon nicht nachgegeben hat. Die Apostel hingegen hatten ihn anerkannt.

  • Das schreibt er sicher nicht nur, weil es so war, sondern weil uns das ein Vorbild sein sollte. Auch wir sollten der Gesetzlichkeit (genauso wie der Gesetzlosigkeit) keinen Raum geben.

Dann berichtet Paulus davon, wie die anderen Apostel seinen besonderen Verkündigungs-Auftrag gegenüber den Heiden anerkannten, während Petrus seinen Dienst unter den Juden verrichtete. Beide Dienste hatten den selben Auftraggeber und die gleiche innewohnende Kraft. (Vers 7-8)

  • Tatsächlich erlebe ich immer mal wieder Christen, denen ein Bereich ganz wichtig ist und die dann meinen, dass alle guten Christen sich in diesem Bereich besonders engagieren müssten – sei es Straßenevangelisation, Diakonie oder Einsatz für verfolgte Christen, etc.
  • Wenngleich es natürlich ein Problem ist, wenn Christen einen Bereich komplett engagieren, so sollten wir doch anerkennen, dass einzelne Christen und auch ganze Gemeinden unterschiedliche Schwerpunkte haben und das dann dankbar anerkennen. In der Hinsicht ist das, was Paulus hier schreibt sicher auch sehr vorbildlich. Die Apostel reichen sich die Hand und erkennen an, dass sie brüderlich zusammenarbeiten, auch wenn sie unterschiedliche Schwerpunkte und Berufungen haben.

1,11-24: „11 Denn ich tue euch kund, liebe Brüder, dass das Evangelium, das von mir gepredigt ist, nicht von menschlicher Art ist. 12 Denn ich habe es nicht von einem Menschen empfangen oder gelernt, sondern durch eine Offenbarung Jesu Christi. 13 Denn ihr habt ja gehört von meinem Leben früher im Judentum, wie ich über die Maßen die Gemeinde Gottes verfolgte und sie zu zerstören suchte 14 und übertraf im Judentum viele meiner Altersgenossen in meinem Volk weit und eiferte über die Maßen für die Satzungen der Väter. 15 Als es aber Gott wohlgefiel, der mich von meiner Mutter Leib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, 16 dass er seinen Sohn offenbarte in mir, damit ich ihn durchs Evangelium verkündigen sollte unter den Heiden, da besprach ich mich nicht erst mit Fleisch und Blut, 17 ging auch nicht hinauf nach Jerusalem zu denen, die vor mir Apostel waren, sondern zog nach Arabien und kehrte wieder zurück nach Damaskus. 18 Danach, drei Jahre später, kam ich hinauf nach Jerusalem, um Kephas kennen zu lernen, und blieb fünfzehn Tage bei ihm. 19 Von den andern Aposteln aber sah ich keinen außer Jakobus, des Herrn Bruder. 20 Was ich euch aber schreibe – siehe, Gott weiß, ich lüge nicht! 21 Danach kam ich in die Länder Syrien und Zilizien. 22 Ich war aber unbekannt von Angesicht den christlichen Gemeinden in Judäa. 23 Sie hatten nur gehört: Der uns früher verfolgte, der predigt jetzt den Glauben, den er früher zu zerstören suchte, 24 und priesen Gott über mir.

Nachdem Paulus die Galater gleich zu Beginn des Briefs dazu ermahnt hat, das wahre Evangelium zu bewahren und sie gerügt hatte, dass sie sich so leicht ablenken und täuschen lassen haben, erinnert er ab Vers 11 an seine Berufung und seine ihm von Gott verliehene Autorität.

  • Auch diese Verse sind sehr wichtig. Letztendlich wird hier ganz klar, dass wer den Apostel ignoriert letztendlich eben auch Gott ignoriert.
  • Die Apostel wurden durch Gottes Heiligen Geist an alles erinnert, was Jesus gelehrt hat und schrieben inspiriert durch IHN die Dinge auf, die wir wissen müssen.
  • Die ganze Bibel ist also das absolut autoritative Wort Gottes und auch wir tun gut daran, die Worte des Apostels als Gottes Worte zu lesen.

Dann folgen einige biographische Ausführungen des Apostels, die wir nicht ganz eindeutig den Berichten aus der Apostelgeschichte zuordnen können. Wahrscheinlich war es so, dass sein Besuch in Jerusalem nach seiner Bekehrung (Apg 9) tatsächlich erst 3 Jahre nach seiner Bekehrung stattgefunden hat, denn der zu Beginn von Kapitel 2 erwähnte 2. Besuch in Jerusalem fand dann erst 14 Jahre später statt und der klingt sehr nach dem Besuch aus Apostelgeschichte 11,30.

  • Aber die Chronologie ist eher nebensächlich. Warum es hier primär geht, ist die Quelle seiner Autorität (Gott), die eben auch von den anderen Aposteln anerkannt wurde.

1,6-10: „6 Mich wundert, dass ihr euch so bald abwenden lasst von dem, der euch berufen hat in die Gnade Christi, zu einem andern Evangelium, 7 obwohl es doch kein andres gibt; nur dass einige da sind, die euch verwirren und wollen das Evangelium Christi verkehren. 8 Aber auch wenn wir oder ein Engel vom Himmel euch ein Evangelium predigen würden, das anders ist, als wir es euch gepredigt haben, der sei verflucht. 9 Wie wir eben gesagt haben, so sage ich abermals: Wenn jemand euch ein Evangelium predigt, anders als ihr es empfangen habt, der sei verflucht. 10 Predige ich denn jetzt Menschen oder Gott zuliebe? Oder suche ich Menschen gefällig zu sein? Wenn ich noch Menschen gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht.

Nach dem Gruß zu Beginn des Briefs, folgen ermahnende Worte. Dabei fällt auf, dass Paulus nicht – wie sonst immer – für die Gemeinde betet, sondern sofort zur Sache kommt und die Galater aufs Schärfste ermahnt. Die Galater stehen ganz offensichtlich in der Gefahr, sich vom Evangelium der Gnade zu entfernen.

  • Diese Gefahr ist zu allen Zeiten real, denn es gibt einen Widersacher, der uns von der Gnade Gottes lösen will.
  • Da gilt es wachsam zu sein und sich immer wieder neu auf das Evangelium zu besinnen!

Paulus betont dabei, dass es unerheblich ist, wer neue und falsche Lehren verbreitet. Das mag dein Lieblingsprediger sein oder jemand mit ganz viel Renommee oder sogar ein Engel. Alles entscheidend ist, ob das wahre Evangelium gepredigt wird. Für jeden, der das Evangelium verdreht, hat Paulus sehr harte und direkte Worte parat: „der sei verflucht“.

  • Das sind harte und schwerwiegende Worte, vor allem wenn wir bedenken, wer heutzutage alles falsche Evangelien lehrt.

Aber es geht eben nicht darum, es einfach den Menschen recht zu machen. Wichtig ist, dass wir Gott treu sind und er so Gefallen an uns findet. Denn letztendlich sollten wir alle das sein, was Paulus in Vers 10 für sich in Anspruch nimmt: wir sollten Knechte des Herrn Jesus Christus sein, die treu das Evangelium verkünden.

1,1-5: „Paulus, ein Apostel nicht von Menschen, auch nicht durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und Gott, den Vater, der ihn auferweckt hat von den Toten, 2 und alle Brüder, die bei mir sind, an die Gemeinden in Galatien: 3 Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus, 4 der sich selbst für unsre Sünden dahingegeben hat, dass er uns errette von dieser gegenwärtigen, bösen Welt nach dem Willen Gottes, unseres Vaters; 5 dem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen. “

Zu Beginn des Galaterbriefs erklärt Paulus wo seine Berufung herkommt. Er weiß sich von Jesus Christus und Gott dem Vater berufen. Dabei gebraucht er eine erstmal etwas kompliziert klingende Aussage, wenn er schreibt: „nicht von Menschen, auch nicht durch einen Menschen.“ Damit meint er wohl, dass er weder von einem Menschen gesandt wurde (ein Apostel ist ein Gesandter), noch, dass er als Botschafter eines Menschen unterwegs ist. Gott ist also sowohl derjenige, dessen Botschaft er bringt und er ist auch derjenige, der ihn gesandt hat. Das mögen Prediger / Evangelisten / Missionare heute auch für sich in Anspruch nehmen und doch sind sie in der Regel von Menschen berufen und ausgesandt, um dann die göttliche Botschaft zu verkünden. Paulus betont hier also seine besondere Autorität. Das tut er so nicht immer am Anfang seiner Briefe. Oft beschreibt er sich eher demütig als ein Knecht Christi. Aber in diesem Brief schreibt er bewusst mit viel Nachdruck, denn in den Gemeinden in Galatien gibt es wesentliche Irrlehren zu korrigieren.

  • Wenngleich heute kein Prediger die gleiche apostolische Autorität hat, ist es doch auch heute für Prediger wichtig zu erkennen, wann eine eher demütige Ansprache angesagt ist, und wann es einen eher autoritativen Ton braucht.

 

Paulus sagt dann ab Vers 3 in Verbindung mit seinem Standardgruß „Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserm Vater, und dem Herrn Jesus Christus“ Worte, in denen das Evangelium der freien, unverdienten Gnade angedeutet werden: „dem Herrn Jesus Christus, 4 der sich selbst für unsre Sünden dahingegeben hat, dass er uns errette von dieser gegenwärtigen, bösen Welt nach dem Willen Gottes, unseres Vaters; 5 dem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen

Damit setzt er den Ton und das Thema dieses Briefs, denn im Fortgang wird er gegen jede Form von Werkegerechtigkeit angehen.

Vers 4 zeigt, dass unsere Rettung nach dem Willen Gottes geschah. Nun gibt es Theologen, die meinen, dass damit der allgemeine Wille Gottes gemeint ist, nachdem Gott nicht will, dass wir sündigen und nicht will, dass irgendein Mensch verloren geht. Aber der Kontext macht doch recht deutlich, dass es hier um mehr als nur einen allgemeinen Willen geht, den Gott nicht durchsetzt, sondern nur äußert.

Hier geht es um Gottes gebieterischen Willen, den er durchsetzt. Das ist schon dadurch klar, dass hier eben auch Gott der handelnde Akteur ist, über den es heißt, „dass er uns errette“!

Von daher gebührt Gott alle Ehre für unsere Errettung und unsere Werke – ob Beschneidung, Taufe, andere Rituale oder selbst ein Gebet – sind nicht das, was etwas zu unserer Rettung beitragen. Sie können bestenfalls die logische Konsequenz von Gottes Rettungshandeln sein!

  • Ich hoffe, dass uns die Erkenntnis, dass unsere Rettung allein Gottes Werk ist, dankbar macht und ins dazu motiviert, für IHN zu leben.

Ab heute werden ich durch den Galaterbrief bloggen. Ich hoffe, dass die Gedanken Anregungen sind, für euer eigenes Bibelstudium. Meine Einträge sind kein Bibelkommentar, sondern sollen einfach nur kleine Impulse und Anregungen sein, die hoffentlich dabei helfen, die Bibel noch besser zu verstehen.

Das ist zumindest meine Hoffnung und mein Gebet. Soli Deo Gloria!

16,21-27: „21 Es grüßen euch Timotheus, mein Mitarbeiter, und Luzius, Jason und Sosipater, meine Stammverwandten. 22 Ich, Tertius, der ich diesen Brief geschrieben habe, grüße euch in dem Herrn. 23 Es grüßt euch Gajus, mein und der ganzen Gemeinde Gastgeber. Es grüßt euch Erastus, der Stadtkämmerer, und Quartus, der Bruder.
25 Dem aber, der euch stärken kann gemäß meinem Evangelium und der Predigt von Jesus Christus, durch die das Geheimnis offenbart ist, das seit ewigen Zeiten verschwiegen war, 26 nun aber offenbart und kundgemacht ist durch die Schriften der Propheten nach dem Befehl des ewigen Gottes, den Gehorsam des Glaubens aufzurichten unter allen Heiden: 27 dem Gott, der allein weise ist, sei Ehre durch Jesus Christus in Ewigkeit! Amen.

Nach den Grüßen AN verschiedene Leute in der Gemeinde in Rom am Anfang des Kapitels folgen hier nun noch einige Grüße VON Mitarbeitern des Apostels Paulus an die Römer Gemeinde. Einige der Namen kennen wir aus anderen Briefen, wobei nicht ganz klar ist, ob es sich bei Jason um den in Gastgeber von Paulus aus Thessalonich handelt (Apg 17,5-9) und ob Gajus, der gleiche ist, der auch in 1 Kor 1,14 erwähnt wird. Tertius ist offensichtlich der „Sekretär“, der den Brief für Paulus niedergeschrieben hat und der in Vers 22 nun kurz einen persönlichen Gruß einfließen lassen darf. Was wir hier wiederum sehen ist, dass Christen über Gemeindegrenzen hinweg Anteil aneinander nehmen. Das ist sicher ein gutes Vorbild. Aus ähnlicher Motivation beten wir jeden Sonntagabend im Gemeinschafts-Gottesdienst für mindestens eine andere Gemeinde.

In den letzten Versen sehen wir dann viele Gedanken und Formulierungen, die schon ganz am Anfang des Briefs standen.

  • Paulus hat nun das gepredigt, was es braucht, damit der Gehorsam des Glaubens aufgerichtet wird.
  • Möge uns die Lehre dieses großartigen Briefs immer wieder neu dazu ermutigen, allein auf Gott zu vertrauen und dann im Glauben ihm im dankbaren Gehorsam zu dienen!