1 Petrus 1

Petrus schreibt an „auserwählte Fremdlinge“, die in verschiedenen Teilen der heutigen Türkei leben. Fremdlinge sind sie wohl primär deshalb, weil ihre wahre Heimat eben nicht auf Erden ist. Ob sie in den Regionen selbst auch in der Hinsicht Fremdlinge sind, weil sie ursprünglich woanders herkommen und ggf vertriebene Juden sind, lässt sich nicht definitiv beantworten. Aber in Hinblick auf das, was Petrus in Kapitel 2,9-10 schreibt, denke ich das eher nicht. Außerdem wäre es fast etwas seltsam, wenn Petrus nur Vertriebenen schreibt und nicht auch denjenigen, die dort als Einheimische zum Glauben gekommen sind.

Wie dem auch sei, Petrus beschreibt diese Menschen als „Auserwählte“ und erklärt dann in Vers 2, dass diese „Auserwählung“ einhergeht damit, dass sie von Gott dem Vater „ausersehen wurden“. Worum es Petrus hier geht ist, dass Gott derjenige ist, der diese Menschen letztendlich zu Fremdlingen in der Welt gemacht hat, und sie durch Jesu Blut und den Heiligen Geist zum Gehorsam gegenüber dem Evangelium (Glauben) und zur Heiligung bestimmt hat. Diese Bestimmung entlässt den Menschen aber andererseits nicht aus der Verantwortung, sich auch aktiv darum zu bemühen.

Petrus schreibt an Christen, die für ihren Glauben leiden müssen und letztendlich betont Petrus nun, dass diese Christen von Gott errettet wurden und er sie auch entsprechend seines Planes zur vollkommenen Heiligung bringen wird.

Das wird dann auch ab Vers 3 deutlich. Das Lob für die Wiedergeburt geht an Gott … d.h. Gott ist wiederum eindeutig der Akteur. Die Wiedergeburt ist nicht nur ein guter Start, sondern führt auch mit Sicherheit zu einem guten Ende, denn es ist eine Wiedergeburt zu einer lebendigen Hoffnung und zu einem sicheren Erbe, das alle Christen erhalten werden, denn der Glaube, den Gott uns geschenkt hat, bewahrt uns zur Seligkeit.
Petrus macht ab Vers 6 deutlich, dass es auch eine Form des Glaubens gibt, der nicht rettet. Zeiten des Leidens sind deshalb Zeiten, in denen erkennbar wird, ob unser Glaube echter, kostbarerer und somit definitiv rettender Glaube ist – denn dieser Glaube vertraut auf die Ewigkeit.

In den Versen 9-12 betont Petrus dann, dass der Inhalt dieses Glaubens die Person und das Werk des Herrn Jesus Christus ist. Nach der Erkenntnis des Evangeliums haben schon die Propheten gesucht und davon haben sie geweissagt. Damit sind sie unsere „Diener“, denn durch sie verstehen wir heute besser, was wir von Jesus wissen und worauf die Propheten zu ihrer Zeit noch hoffen mussten.

  • Interessant ist dabei zu verstehen, was Petrus uns hier über die (AT) Propheten schreibt. Sie weisen auf Christus hin und somit sind ihre Worte für uns Christen gut und hilfreich. Petrus zeigt uns hier unsere privilegierte Stellung und eben auch, welche wichtige Rolle die Propheten für uns haben.
  • Sie sind zusammen mit den Aposteln das Fundament der Gemeinde (Eph 2,20).

Nachdem Petrus in den ersten 12 Versen deutlich gezeigt hat, dass Christus der Anfänger und Vollender unseres Glaubens ist, führt Er uns nun vor Augen, dass uns Christen diese großartige Erkenntnis niemals passiv werden lassen sollte. Gerade weil wir durch Gottes Gnade gerettet wurden, sollen wir nun auch in dieser Gnade leben.

  • Petrus ruft uns dazu auf, diesem Ziel mit aller Kraft entgegen zu streben. Genau das kommt in Vers 13 zum Ausdruck.
  • Ich befürchte, dass das Streben nach Heiligung viel zu oft als optional angesehen wird. Dabei ist es unser klarer biblischer Auftrag. Interessant ist in diesen Versen, wie Petrus in seinen Worten zuerst vom Wirken Gottes spricht und dann zu unserem Auftrag wechselt und dann dieses wieder rückkoppelt zu dem was der HERR in Jesus Christus für uns getan hat, den er ehe Grundlegung der Welt dazu ausersehen hatte (ausgewählt … nicht nur in die Zukunft sehend erkannt) um uns mit seinem teuren Blut zu erkaufen.

Die Erlösung wird hier als etwas beschrieben, dass für die Christen definitiv bei Jesu Tod geschehen ist.  Dabei kam unsere Wiedergeburt, die aus Gottes Barmherzigkeit geschah (v.3) durch das ewige und lebendige Wort Gottes. Ich denke, dass wir gut daran tun, uns klar zu machen, was Petrus uns hier über Gottes Wort lehrt. Es ist ein ewiges und lebendiges Wort, d.h. es ist heute genauso aktuell, wie vor 2000 oder vor 4000 Jahren. Es lebt und wirkt deshalb in unserem Leben.

  • Wenn wir erkennen, mit was wir es bei der Bibel zu tun haben, werden wir immer mehr darin forschen und dieses Wort immer mehr weitergeben. Denn alle unsere Worte werden niemals die Qualität haben, wie das Wort Gottes und die Wiedergeburt kommt eben auch nicht aus schlauen menschlichen Worten, sondern aus dem lebendigen Wort Gottes.
  • Ich wünsche uns allen, dass wir diese Kraft von Gottes Wort tagtäglich erleben!

Jakobus 5

In den ersten 6 Versen lesen wir eine Warnung an die Reichen. Das greift Gedanken aus Kapitel 1 auf und bezieht sich wohl vor allem auf die, die ihren Reichtum zu Götzen gemacht haben und ohne Rücksicht auf Verluste Anderer Reichtum angehäuft haben. Ein solches Streben ist letztendlich zum Scheitern verurteilt, denn Gott wird gerecht richten und Reichtum auf Erden hat keinen dauerhaften Bestand.

Ab Vers 7 folgt dann ein Aufruf, der wohl allgemeiner allen Christen gilt. Im Wissen um Gottes Gericht und den Lohn im Himmel, sollen wir auf Erden geduldig leben. Dabei sollen wir auf Frieden untereinander bedacht sein. Das unter anderem auch deshalb, weil wir für den Weg zum Ziel einander brauchen. Wenn der Weg beschwerlich ist sollten wir bedenken, dass das schon immer so war – die Propheten können uns da ein Vorbild sein, die ihren schweren Dienst trotz aller Widerstände treu ausgerichtet haben.

Das Miteinander sollte sich dann auch darin zeigen, dass wir ganz praktisch füreinander sorgen und Hilfe in Anspruch nehmen. Das sowohl im Gebet für die Kranken, wie auch im gegenseitigen Ermahnen, wenn wir einen Bruder oder eine Schwester sehen, die in einer Sünde gefangen ist.

  • So ist das Ende des Jakobusbriefs sehr praktisch und liefert uns einige hilfreiche Ermahnung und Hinweise für ein treues christliches Leben!

1 Könige 22

Zum Abschluss des 1. Buch Könige wird deutlich, dass Ahab schließlich doch noch gerichtet wird. Den Kontext bildet ein weiterer Krieg gegen die Aramäer. Die Rolle von Joschafat ist seltsam. Er ist hier eindeutig der Gottesfürchtigere und doch hört auch er am Ende nicht auf den einen wahren Propheten und zieht mit Ahab in den Krieg. Doch Gott lenkte alle Dinge souverän und bewahrt Joschafat und lässt Ahab sterben (V.33f).

Vers 38 zeigt drastisch, dass die Prophetie Elias aus 21,19 eintrifft und Ahab letztendlich zu Hundefutter wird (bzw sein Blut).

Joschafat wird dann, wie sein Vater Asa, als guter König über Juda erwähnt. Wie auch immer das letztendlich zu beurteilen ist, die Geschichte der Könige Judas ist auf jeden Fall bei weitem nicht so düster, wie die Israels. Da wo in Israel ein Königsgeschlecht nach dem nächsten komplett ausgerottet wird (21,21f) und alle Könige als böse beschrieben werden, hat Juda immer noch Nachkommen Davids auf dem Thron und zumindest einige Könige werden als dem Herrn wohlgefällig beschrieben – bis dann der eine vollkommene König kommen wird, der für alle Zeit auf dem Thron Davids sitzen wird und als König aller Könige für alle Zeit herrschen wird.

  • Letztendlich sehen wir eben im Nord- und auch im Südreich, dass alle menschlichen Könige nicht gut, weise und mächtig genug sind, um Gottes Volk dauerhaft segensreich zu regieren.
  • Gerade das sollte uns sehr dankbar machen, für unseren Herrn und König, Jesus Christus.

 

Jakobus 4

Nachdem wir schon in Kapitel 3 gesehen haben, wie destruktiv Worte sein können, lesen wir in Kapitel 4 einen eindringlichen Appell zur Demut im Umgang miteinander. Streit in der Gemeinde hat fast immer mit Stolz und Rechthaberei zu tun. Und so gewinnt dann der Teufel Raum und tut sein zerstörerisches Werk. Demut ist hingegen der Weg, um Frieden und Einheit zu fördern.

Wahre Demut beginnt immer damit, dass wir uns vor dem Herrn demütigen (v.10). Und nur so halten wir dann den Weg der Demut auch durch. Denn der Blick auf Jesus ermöglicht es uns, nicht auf sündige Weise für unsere eigenen Interessen zu kämpfen, sondern die biblischen Grenzen zu respektieren und Gott für das zu vertrauen, was wir so nicht tun können.

Er steht den Demütigen bei. Er lässt uns Dinge tun, wenn es seinem Willen entspricht.

Hochmut gegenüber anderen oder auch im Hinblick auf unsere Pläne (v.13ff) ist hingegen ein sehr unsicherer Weg, der letztendlich keinen Erfolg bringen wird.

  • Oh Herr: schenke mir Demut und hilf mir, Dir in allen Dingen zu vertrauen.

1 Könige 21

In Kapitel 21 wird deutlich, dass der schlechte König Ahab auch noch eine böse Frau hat. Ahab versagt als Ehemann. Er weist seine Frau nicht zurück, sondern sieht passiv mit an, wie sie ihren bösen Plan ausführt. Elia macht Ahab deutlich, dass er letztendlich für das Verhalten seiner Frau büßen wird (V.19).

Ob die Buße des Ahab echt ist (V.27ff) ist fraglich, aber letztendlich ist zumindest das öffentliche Eingestehen der Schuld und der Autorität Gottes ein Grund, Ahab (vorerst) zu verschonen.

  • Wahre Buße ist aber immer mehr als nur Reue, sondern eine echte Umkehr. Genau das hat bei Ahab aber eben nicht stattgefunden, wie wir im nächsten Kapitel noch sehen werden.

 

Jakobus 3

Dieses Kapitel spricht mich ganz besonders persönlich an. Denn gleich zu Beginn heißt es ja. „Liebe Brüder, nicht jeder von euch soll ein Lehrer werden; und wisst, dass wir ein desto strengeres Urteil empfangen werden.“

Lehrer sollten ganz besonders bedacht auf ihre Worte sein. Das gilt natürlich letztendlich für alle Christen. Denn unsere Lippen offenbaren, was in unseren Herzen ist. So sind eben auch unsere Worte etwas, das unseren Glauben sichtbar macht und als echt erweist.

Wenn unsere Lippen Gottes Wort weitergeben, können sie Leben geben und Leben verändern. Andererseits können wir mit unseren Worten eben auch großen Schaden anrichten. Genau das illustriert Jakobus hier in aller Deutlichkeit.

Und dann kommt er ab Vers 13 auf Weisheit zu sprechen. Weisheit kommt letztendlich von Gott – so hatte Jakobus ja schon in Kapitel 1 gelehrt, dass wir, wenn uns Weisheit mangelt, diese von Gott erbitten sollten. Und Weisheit zeigt sich eben auch in dem, wie wir reden … und wann wir reden. Manchmal ist Schweigen das Gebot und manchmal reden … in allem geht es darum, Gott zu ehren und andere zu erbauen.

  • Möge der Herr uns Weisheit geben, unsere Worte so zu gebrauchen und so dann eben auch Zeugnis zu geben von unserem Glauben!

1 Könige 20

In Kapitel 20 wird uns Ben-Hadad, der in Kap. 15 noch von Israel zu Juda übergelaufen war, als maßloser Unterdrücker (und Säufer V.12 & 16) vorgestellt. Ahab handelt richtig, indem er auf die Ältesten hört und Gott schenkt ihm den Sieg. Vorher sendet der HERR auch noch einen Boten, durch den er Ahab ermutigt, indem er ihm den Sieg verheißt.

Man könnte denken, dass Ahab richtig handelt, in dem er Ben-Hadad mit Gnade begegnet. Aber Gott sieht das offensichtlich anders. Wie der ungenannte Prophet illustriert, wird Ahab hier, als unaufmerksamer Bewacher des von Gott gebannten Feindes, selbst mit einem Bann belegt und ihm der Tod verkündigt (V.42).

  • Eventuell beschreibt der Text hier einfach nicht eindeutig, dass Gott Ahab aufgetragen hatte, Ben-Hadad keine Gnade zu zeigen. Deutlich wird hier auf jeden Fall, dass Gehorsam und Treue zu Gott ein höheres Gut sind als jede (scheinbar) noch so gute Tat, wenn diese im Widerspruch zu Gottes Wort steht. Das klingt logisch aber wie oft wird Sünde gerechtfertigt mit der Behauptung, dass so doch etwas Gutes geschehen ist …

 

Jakobus 2

In diesem Kapitel ermahnt Jakobus die Christen vor der Bevorzugung bzw Geringschätzung von Menschen basierend auf ihrem gesellschaftlichen Status. Jakobus erinnert die Gläubigen daran, dass Gott Menschen nicht nach solchen Kriterien betrachtet.

  • Das Gebot der Nächstenliebe gilt allen Menschen gleich und wir missachten sowohl das Gebot, wie auch die geistliche Realität, wenn wir Menschen entsprechend weltlicher Kategorien unterschiedlich behandeln.

Jakobus betont dann, dass uns auch eine solche (scheinbar unbedeutende und oftmals völlig übersehende) Sünde vor Gott zu Gesetzesbrechern macht. Da uns schon eine Übertretung des göttlichen Gesetzes zu Gesetzesbrechern macht und wir so vor Gott nicht bestehen können, sind wir alle auf Barmherzigkeit angewiesen. Wenn wir das erkennen, dann sollte uns das dazu bringen, auch anderen in Barmherzigkeit zu begegnen.

  • In diesen Versen klingt deutlich die Notwendigkeit der Gnade durch. Von daher ist es schlichtweg falsch zu behaupten, dass Jakobus im Gegensatz zu Paulus die Werkegerechtigkeit lehrt. Die ganze Schrift zeugt von der Erlösung aus Gnade allein, durch Glauben allein. Jakobus lehrt aber eben auch, das wahrer Glaube zu Werken führt … hier konkret, dass die erlebte Barmherzigkeit (Gott ggb uns), uns dazu bringen sollte, andere Menschen genauso zu behandeln.

Von daher sind die Aussagen ab Vers 14 über die Wichtigkeit der Werke ganz eindeutig nicht so zu verstehen, dass wir gut genug sein müssen, um gerettet zu werden. Da zeigt uns die erste Hälfte des Kapitels ja bereits, wie hoffnungslos dieses Unterfangen wäre.

Nein, hier geht es darum, dass der Glaube, durch den wir gerettet sind, zwangsläufig zu Werken führen wird und viel mehr ist, als ein Lippenbekenntnis.

  • Mögen unsere Werke unseren Glauben klar und deutlich offenbaren!

1 Könige 19

Nach den Drohungen der Isbel flieht Elia. Er will sterben, anstatt auf Gott zu vertrauen. Elia leidet an einer „Depression“.

  • Depressionen können eben auch mal starke Leiter treffen. Davor ist keiner sicher.
  • Aber wir dürfen auch wissen, dass es mit Gott immer auch einen Weg aus der Depression heraus gibt.

Was wir hier sehen … und was wir eventuell auch selber schon erlebt haben ist, dass unser Gott-vertrauen nach großen Erfahrungen mit Gott oftmals nicht lange bestehen bleibt. Auch wir verlieren leicht den Mut und unser Vertrauen.

  • Möge der Herr uns da immer wieder ansprechen und durch Sein Wort ermutigen, so wie ER es hier mit Elia tut. Und möge der Herr uns die Unterscheidungsfähigkeit und das genaue Zuhören schenken, dass wir seine Stimme, das stille, sanfte Sausen, in mitten des sonstigen Lärms, hören.

Gott macht Elia ganz viel Mut. Ein Nachfolger wird benannt (Elisa) und Gott sagt Elia zu, dass Er noch Menschen in Israel hat. Gott ist treu und allmächtige und wird seine Erwählten retten und bewahren.

 

Jakobus 1

Der Jakobusbrief stammt von einem Halbbruder Jesu, der wohl erst nach Jesu Auferstehung erkannt hat, dass Jesus der Christus ist. Später wurde er einer ganz wichtigen Figur, denn er übernahm die Leitung der Jerusalemer Gemeinde.

Die ersten Verse zeigen uns den Nutzen von Anfechtungen. Wir sollten Anfechtungen, wenn sie kommen, immer unter dem Gesichtspunkt annehmen, dass Gott auch damit etwas tun möchte. Gerade in Anfechtungen bewährt sich wahrer Glaube und wir lernen Geduld!

Ab Vers 5 lehrt Jakobus uns ein wichtiges Prinzip: die Quelle aller Weisheit ist Gott.

  • Wer sich ihm im Glauben naht, darf darum wissen, dass uns unser HERR immer das an Weisheit geben wird, was wir brauchen.
  • Als unser guter Vater sorgt Gott für seine Kinder.

Gleichzeitig warnt der Text davor, Gott als kleines Extra zu sehen, denn man auch mal Fragen kann, wenn einem sonst nichts mehr einfällt. Das ist kein echter Glaube und wer so zu Gott kommt kann nicht (unbedingt) auf Gottes Hilfe zählen.

Ab Vers 9 folgt ein Aufruf zur Demut vor Gott. Weltliche Kategorien zählen hier nicht. Vor Gott sind wir alle erst mal Bittsteller … und doch gleichzeitig eben auch reich, weil Gott uns beschenkt.

In Vers 12 kommt der erste Abschnitt zu einem Ende. Hier kommt Jakobus zurück zum Thema Anfechtung und dem Lohn nach der Bewährung.

Von daher können wir verstehen, dass die ersten Verse (2-4) ein Prinzip lehren, die Verse 5-8 dann einen Weg, wie wir in Anfechtungen Wegweisung bekommen können (und wie nicht) und die Verse 9-11 dann den Kontrast zwischen Weisheit und Torheit weiter aufzeigen. Wer demütig Weisheit sucht, wird reich beschenkt und wird sich in den Anfechtungen bewähren. Wer nicht wirklich auf Gott vertraut, sondern auf sich selbst, wird hingegen vergehen.

Nach diesen Aussagen zu Anfechtungen kommen dann Lehren, die uns deutlich zeigen, dass wir niemals Gott die Schuld für unsere Sünden geben dürfen. Wenngleich er Anfechtungen zulässt und gebraucht, wird er uns nie zur Sünde verleiten. Das ist immer noch unsere Entscheidung, wenn wir nämlich den Versuchungen Raum geben. Gott gibt seinen Kindern nichts Schlechtes … er führt uns auch nicht in die Sünde. Er versorgt seine Kinder mit guten Gaben.

Eine großartige Gabe ist dabei sein Wort, durch das er uns Leben gibt. Von daher ist Vers 18 wirklich die Grundlage für alles und zeigt uns zugleich unsere Bestimmung: „Er hat uns geboren nach seinem Willen durch das Wort der Wahrheit, damit wir Erstlinge seiner Geschöpfe seien.

Dieses Wort gilt es nicht nur zu hören, sondern eben auch zu tun. Denn das Wort Gottes ist dafür da, dass wir es hören und danach leben.

  • Möge Gott uns dabei helfen.
  • Möge er uns bereit machen, Anfechtungen auszuhalten, bei IHM Weisheit und Wegweisung zu suchen und Anderen in Wort und Tat so zu begegnen, wie es Gott gefällt.

1 Könige 18

In Kapitel 18 kommt dann die Trockenzeit zu einem Ende. Das ist ein klares Indiz für die Macht des einen wahren Gottes und eine Bestätigung für seinen Propheten Elia.  Die Propheten Baals werden hier vom Schreiber (und auch von Elia) richtig lächerlich gemacht.

  • Gott siegt und das sollte uns immer wieder Mut machen!

 

Hebräer 13

In Kapitel 13 lesen wir einige abschließende Ermahnungen. Zu Beginn lesen wir dabei einige ganz praktische Ermahnungen, die das Miteinander unter Christen fördern sollen. Gastfreundschaft und Teilhabe am Leiden verfolgter Christen sollten dabei jeden Christen prägen.

Diese bewusste Geschwisterliebe hat dabei genauso einen Zeugnischarakter, wie die eheliche Treue, zu der in Vers 4 aufgerufen wird und Bescheidenheit (Vers 5-6)

Noch einmal erinnert der Schreiber die Leser an die gute Evangeliums-Lehre. Daran gilt es bis zum Ende festzuhalten, so wie es offenbar die Lehrer der Hebräer getan haben. So wird das Herz fest – und eben nicht durch bestimmte Werke oder das Tun bestimmter Gesetze.

In Vers 7 werden die Christen dazu aufgerufen, an ihre Leiter zu gedenken, die ihnen das Wort gelehrt haben.

  • Das ist mich heute eine hilfreiche Erinnerung daran, dem Herrn für die Menschen zu danken, die ER in meinem Leben gebraucht hat, mich zum Glauben zu bringen und mich im Glauben wachsen zu lassen.

Überhaupt stehen die Leiter der Gemeinde hier besonders im Fokus. So geht der Blick zum einen auf Jesus – IHM sollten wir konsequent folgen und dabei dazu bereit sein, seine Schmach mit-zu-tragen (v.13) … denn letztendlich brauchen wir eben nicht die Anerkennung dieser Welt – „14 Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir.“ In den Versen 15 und 16 werden dann die Opfer erwähnt, die wir auch als Christen noch bringen dürfen. Das sind eben keine Schuld- oder Brandopfer, sondern das Lobopfer unserer Lippen und unseres Lebens.

Und dann kommen nochmal die irdischen Lehrer und Leiter in den Blick. „17 Gehorcht euren Lehrern und folgt ihnen, denn sie wachen über eure Seelen – und dafür müssen sie Rechenschaft geben –, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das wäre nicht gut für euch.“

  • Diese Aufforderung kann von Leitern missbraucht werden, um Gehorsam einzufordern. Doch letztendlich richten sich diese Worte ja nicht an sie, sondern an die Mitglieder. Als Pastor finde ich diese Worte Respekt einflößend, denn mich erinnert dieser Vers daran, dass ich vor Gott eine besondere Verantwortung trage.

Wahrscheinlich schreibt der Schreiber auch deshalb gleich in Vers 18: „betet für uns!

  • Diese Aufforderung gebe ich hiermit gerne an Euch weiter J

Der Abschlusssegen ist eine sehr passende Zusammenfassung sowohl dieses Kapitels, wie auch des ganzen Briefs: „20 Der Gott des Friedens aber, der den großen Hirten der Schafe, unsern Herrn Jesus, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut des ewigen Bundes, 21 der mache euch tüchtig in allem Guten, zu tun seinen Willen, und schaffe in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.“

  • Mein Wunsch für uns alle ist, dass wir den Herrn Jesus Christus, der uns in diesem Brief in seiner ganzen Überlegenheit und Herrlichkeit vorgestellt wurde, immer besser kennenlernen und IHN immer mehr lieben und so den guten Weg des Glaubens bis zum Ziel gehen!

1 Könige 17

In Kapitel 17 beginnt nun ein Abschnitt aus dem 1. Könige, der wohl sehr viel bekannter sein dürfte, als der Rest des Buchs. Es ist der Bericht über den Propheten Elia. Trotz seiner „Hiobsbotschaft“ bringt Elia denen, die ihm beistehen (der Witwe in Zarpat) Segen. Elia wird hier Jesus-gleich sogar zu jemand, der einer Mutter ihren sterbenden Sohn gesund zurückgibt.

  • Am Sonntag haben wir in der Predigt über Lk 7,1-17 gesehen, wie diese Geschichte eine Parallele bei Jesus und der Auferweckung des Sohnes der Witwe in Nain hat (siehe dazu auch Jesu Worte aus Lk 4,25f
  • Natürlich können wir über diese Wunder staunen … aber vor allem sollten wir erkennen, dass auch wir dieses Wunder (bzw ein noch viel größeres Wunder) selber erleben werden, wenn wir nach dem Tod zum ewigen Leben auferstehen werden.

 

Hebräer 12

In Kapitel 12 werden die Gläubigen angesichts der Vorbilder aus dem AT dazu aufgerufen, den Weg des Glaubens weiterzugehen (und eben nicht zum hoffnungslosen Weg der Werke zurückzukehren).

Auf diesem Weg führt uns Jesus, der sowohl der Anfänger, wie eben auch der Vollender unseres Glaubens ist. Er vollendet uns im Glauben unter anderem auch durch göttliche Zurechtweisung. Die mag uns nicht gefallen, aber sie ist gut für uns, weil das eben gerade Gottes Weg mit uns ist, der uns ans Ziel bringt. Der Schreiber des Hebräerbriefs gebraucht dabei die Vaterliebe als Analogie. Ein Vater, der seine Kinder liebt, wird nicht immer und zu allem Ja sagen. Und manchmal wird er disziplinierend eingreifen, um seinen Kinder von falschen Wegen abzubringen.

So werden auch die Kinder Gottes von ihrem himmlischen Vater ab und zu diszipliniert.

  • Wir tun also gut daran, bei Schwierigkeiten nicht Gott dafür anzuklagen, sondern uns selbst zu hinterfragen.

Natürlich sind nicht alle Schwierigkeiten im Leben eines Christen damit zu begründen, dass wir auf falschen Wegen waren und Gott uns nun diszipliniert. Manchmal sind Schwierigkeiten einfach die Konsequenz des Lebens in der gefallenen Welt. Aber auch dann dürfen wir wissen, dass unser Vater weiß, was wir brauchen und für seine Kinder sorgt und letztendlich durch alles in unserem Leben wirkt und Gutes hervorbringt (siehe Mt 6,8 & Röm 8,28).

Der Gehorsam gegenüber dem Aufruf in den Versen 12-15 ist dann die logische Konsequenz des Vertrauens darauf, dass Gott unser guter Vater ist, der am besten weiß, was gut für uns ist:

12 Darum stärkt die müden Hände und die wankenden Knie  13 und macht sichere Schritte mit euren Füßen, damit nicht jemand strauchle wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde.  14 Jagt dem Frieden nach mit jedermann und der Heiligung, ohne die niemand den Herrn sehen wird,  15 und seht darauf, daß nicht jemand Gottes Gnade versäume; daß nicht etwa eine bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte und viele durch sie unrein werden

Der Schreiber des Hebräerbriefs weiß, dass Gott ein guter Gott ist, der für seine Kinder sorgt. Ohne Gottes Eingreifen – wenn wir auf uns allein gestellt wären – gäbe es hingegen keine Hoffnung. Genau das wird am Ende des Kapitels dann nochmals an Hand der Bundesschlüsse verdeutlicht. Und so endet Kapitel 12 mit der großartigen Zusage:
„Darum, weil wir ein unerschütterliches Reich empfangen, lasst uns dankbar sein und so Gott dienen mit Scheu und Furcht, wie es ihm gefällt; denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer.“

1 Könige 16

Weiter geht das Trauerspiel mit Ela, Simri und Omri. Bei letzterem kommt es sogar zu einer vorübergehenden Teilung. Auch das ist typisch für das freie Regiment der Sünde. Es führt zu Entzweiung und Teilung.

Omri ist es, der die Stadt Samaria errichtet, die später die Hauptstadt des Nordreichs werden sollte und nach der Israel dann manchmal auch benannt wurde. Im NT steht Samaria dann für das halbjüdische Mischvolk, das auf die Zerstörung Israels durch die Assyrer zurückgeht.

  • Wir sehen also, dass das, was hier eher eine Randnotiz ist, später noch bedeutend sein kann.

Schließlich kommt Ahab an die Macht. Er ist der erst Regent, der über 20 Jahre im Nordreich herrscht. Aber das macht die Sache auch nicht besser. Er ist – genauso wie alle anderen Herrscher im Nordreich – ein schlechter König.

  • Ich denke, dass wir dankbar sein dürfen für relativ gute Herrscher in unserem Land.
  • Aber vor allem dürfen wir froh und dankbar sein, dass unser König Jesus so ganz anders ist, als all die gottlosen Könige, von denen wir hier lesen.

 

Hebräer 11

Das 11. Kapitel beginnt mit einer sehr hilfreichen Definition des Glaubens: „Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ An diese Definition schließt der Schreiber des Hebräerbriefs dann die Auflistung einiger Glaubensvorbilder des AT an.

Diese sind zum einen Zeugen dafür, dass Gehorsam und Gute Werke eben nie der Weg zum Heil war, sondern schon immer die Konsequenz des Glaubens. Aber vor allem sind sie Vorbilder für uns, wie wahrer Glaube sichtbar werden sollte – wer Gott glaubt, tut dann eben auch das, wozu er uns beruft.

Wer das AT auch nur ein bisschen kennt, dem wird klar, dass dies Gläubigen keine Über-Menschen waren. Genauso wie wir, hatten auch sie ihre Schwächen und Zweifel. Das wird hier nicht erwähnt – aber jedem informierten Leser ist klar, dass z.B. Abraham und Sarah nicht immer glaubensstark waren. Und doch haben sie geglaubt und können so für uns Vorbilder sein.

Gleichzeitig ist es auch gut zu wissen, dass Ihr Glaube nicht immer perfekt war. Gott hält das aus.

  • Ich wünsche uns, dass uns die Glaubenshelden des AT inspirieren und wir ihrem Vorbild folgen und so das Ziel des Glaubens erreichen.
  • Und das gerade auch dann, wenn der Weg des Glaubens schwer wird. Da ist ja gerade das Ende des Kapitels sehr realistisch.

1 Könige 15

Judas nächster König, Abija folgt seinem Vater Rehabeam als „schlechter“ König nach, doch dann kommt Asa an die Macht und mit ihm einer der wenigen (relativ) guten König Judas. Interessant ist, wie je nach grundsätzlicher Bewertung (Gott wohlgefällig oder missfallend) die Vorfahren benannt werden. Vater und Mutter bezeichnet dabei nicht zwingend die Eltern, sondern einfach Vorfahren.

Aber selbst der gute König (Asa) beendet nicht die falsche Anbetung auf den Höhen (eine Tradition der Heiden).

Ab Vers 25 beginnt ein längerer Abschnitt, der sich auf das Nordreich Israel bezieht. Während es in Juda nach Salomo wenigstens noch ein paar gute Könige geben wird und diese alle von David abstammen, sehen wir in Israel nur schlechte Könige aus verschiedenen Familien.

Der Bericht beginnt hier mit Nadab, der dann von Bascha weg geputscht wird. Bascha selbst ist ein schlechter König, der aber im Auftrag Gottes das Haus Jerobeams ausrottet. So richten sich die schlechten Könige gegenseitig.

 

Hebräer 10

Die ersten 18 Verse von Kapitel 10 gehören inhaltlich eng zu Kapitel 9. Hier wird weiter der Kontrast des Gesetzes und der Opfer mit den „Gütern“ des neuen Bundes aufgezeigt. Ersteres waren nur Abbilder, die nicht retten können. Christus allein kann retten, denn sein Opfer allein ist ausreichend … und das ein-für-alle-Mal! Nur durch sein Opfer können wir die Vergebung unserer Sünden haben.

  • Und genau das sollte uns dazu veranlassen, an IHM festzuhalten. Denn er unsere ganze Hoffnung und nur durch IHN werden wir eines Tages in die Herrlichkeit des HERRN einziehen.

Ab Vers 19 kommt dann die konkrete Anwendung dieser zentralen Evangeliumslehre. Wir sollten im Glauben zu Christus kommen und an IHM festhalten. Und wir sollten auf einander Acht haben, einander an das Evangelium erinnern und uns auf dem Weg zur Ewigkeit gegenseitig anspornen (10,19-25).

Wer Jesus gegen die Dinge des Alten Bundes eintauscht, ist verloren … und er zeigt, dass er das Evangelium nicht verstanden hat. Denn wer das tut unterstellt damit ja, dass man tatsächlich durch Werke vor Gott bestehen könnte und verwirft das Werk, durch das allein wir tatsächlich gerettet werden können. Der Weg zum Heil ist also nie der Weg der Werke, sondern immer der Weg des Glaubens. Das war auch im AT schon so, denn auch damals hat ja keiner den Mose-Bund erfüllt.