1 Könige 14

Zu Beginn von Kapitel 14 sehen wir, dass Abijas Krankheit dazu führt, dass Jerobeam die Prophetie über sein eigenes Ende als Strafe für sein Fehlverhalten hört. Interessant ist hier, dass nachdem vorher noch die Vorherbestimmung der Dinge der Zukunft durch Gott betont wurde, hier nun die menschliche Verantwortung betont wird. Diese beiden Lehren klingen zwar konträr, sind aber eben beide biblisch und wir sollten nie eine der anderen „opfern“.

Der kurze abschließende Bericht über die Regierungszeit von Rehabeam klingt fast wie die Berichte über Israel im Buch Richter. Die Lösung für das Problem der Gottlosigkeit und Untreue war also nicht einfach, dass Israel (bzw Juda) nun einen König hatte. Wichtig ist, wer der Richter und König ist – Preis den Herrn, dass wir Jesus als Richter und König haben!

  • Wir sollten uns da herausfordern lassen, ob wir treu tun, was dem HERRN gefällt. Natürlich dürfen wir auf seine Gnade vertrauen, aber eben nicht, wenn wir ihn nicht grundsätzlich als HERRN anerkennen.

 

Hebräer 9

Nachdem schon Kapitel 8 die Überlegenheit des neuen Bundes gegenüber dem Mose-Bund gezeigt wurde, geht der Schreiber des Hebräerbriefs hier nun auf weitere Aspekte ein. In den ersten 7 Versen beschreibt der Schreiber die irdische Stiftshütte mit allem, was dazu gehört. Das nennt er dann „ein Gleichnis“ für die gegenwärtige Zeit und verdeutlicht dann die Überlegenheit von Christus und dem neuen Bund, den er durch seinen Tod eingesetzt hat, gegenüber diesen Symbolen und „Hinweisschildern“ im AT.

Das Opfer Christi ist viel Besser, als die AT Opfer, denn er ist das perfekte Opfer, das nur einmal gebracht werden musste und für alle Zeit genügt. Genau das konnten die AT Opfer ja nicht und deshalb mussten sie halt immer wieder gebracht werden. Aber die AT Opfer waren eben letztendlich vor allem „Hinweise“ auf das Opfer hin, das uns wirklich erlösen kann.

Die Dinge des Alten Bundes symbolisieren die Gegenwart Gottes mit den Menschen. Aber der Zugang war stark beschränkt. Aber Jesus ist ein Hohepriester der allezeit beim Vater ist, und durch ihn haben wir jederzeit Zugang zu Gott.

  • Der Hebräerbrief hilft uns das ganze zeremonielle Gesetz richtig zu verstehen. All diese Dinge, die Gott durch Mose angeordnet hatte waren letztendlich Bilder, die uns helfen können, geistliche Wahrheiten zu verstehen. Wie schon gesagt, waren sie „Gleichnisse“ (9,9) und auch Abbilder (9,23) und „Schatten“ (10,1) der geistlichen Dinge. Die Dinge des zeremoniellen Gesetzes im AT sind also physische Veranschaulichungen von geistlichen Realitäten.

Das Problem damals war scheinbar, dass die Menschen in der Versuchung standen, das Physische scheinbar mehr zu schätzen, als die geistlichen Realitäten. Der Schreiber zeigt uns in aller Klarheit, wie absurd ein solches Denken ist.

  • Wer würde schon, wenn er auf der Reise hin zu einem Ort ist, vom Ort dahin zurückkehren, wo ein Hinweisschild zu diesem Ort steht und dann meinen, das Ziel erreicht zu haben.
  • Jesus und der neue Bund sind das Original und nur Jesus vermag das zu tun, was wir brauchen. Er ist das ein-für-alle-Mal Opfer und durch ihn sind alle Gläubigen vollendet. Wir müssen nichts mehr tun, um vor Gott bestehen zu können, denn ER hat bereits alles getan. Eine Rückkehr zum zeremoniellen Gesetz wäre von daher absurd.

 

1 Könige 13

In diesem Kapitel wird berichtet, dass ein Prophet Gottes Wort verkündet. Doch Keiner nimmt ihn ernst. Erst will Jerobeam ihn mundtot machen und ihn dann wohl manipulieren.  Dann testet ein anderer Prophet die Berufung Gottes, indem er den Propheten von dem von Gott vorgegebene Weg abbringt.

Beide, Jerobeam und der zweite Prophet, erfahren, dass der erste Prophet Gottes Wort verkündet hat. Nur der erste Prophet selbst, ist sich da scheinbar nicht mehr sicher. Warum sonst hätte er der Lüge des zweiten Propheten geglaubt. Gott widerspricht sich nicht selbst.

  • Uns sollte das eine Warnung sein. Wenn wir uns von Lügen verführen lassen, kann das durchaus dazu führen, dass Gott uns dafür zur Rechenschaft ziehen wird. Wir sind dazu aufgefordert, auf Gottes Wort zu hören, ihm zu glauben und uns eben nicht verführen zu lassen. Das bezieht sich sicher nicht auf komplexe Sachverhalte, die wir noch nicht richtig verstehen – aber bestimmt auf die Dinge, die wir leicht verstehen und glauben könnten.

 

Hebräer 8

Kapitel 8 beginnt mit einem Fazit zur Überlegenheit der Hohenpriesterschaft Jesu gegenüber den levitischen Hohepriestern: „Wir haben einen solchen Hohenpriester, der da sitzt zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel und ist ein Diener am Heiligtum und an der wahren Stiftshütte, die Gott aufgerichtet hat und nicht ein Mensch.

Hier wird dann auch schon ein weiteres großes Thema des Hebräerbriefs angeschnitten, nämlich, dass die physischen Dinge des AT oftmals Abbildungen der geistlichen Realitäten sind. Das galt für die Stiftshütte, die eben „nur“ eine Abbildung der wahren Stiftshütte im Himmel ist, und das galt z.B. auch bezüglich der Opfer, die eben auch nur „Schatten und Abbild des Himmlischen“ sind, wie es dann in Vers 5 heißt.

  • Dieses Prinzip ist wichtig und wir tun gut daran, dass AT und vor allem die Dinge des zeremoniellen Gesetzes so zu lesen. Was uns im AT physisch vor Augen gemalt wird, soll uns helfen, die dahinterliegende geistliche Realität besser zu verstehen. Es ist aber natürlich absurd, wenn man sich dann an die Abbilder klammert und die Originale links liegen ließe.
  • Deshalb ist auch der Neue Bund viel besser als der Alte. Der Alte sollte uns Dinge offenbaren und uns so eben auf den Neuen Bund in Jesu Blut vorbereiten.

Ohne jede Frage – wir brauchen mehr als nur ein Gesetz auf Steintafeln … wir brauchen Erlösung, weil wir dieses Gesetz nicht halten (können), und wir brauchen neue Herzen, die das Gesetz, das uns in die Herzen geschrieben ist, halten wollen.

  • So macht dieses Kapitel letztendlich ganz deutlich, dass wir das AT immer vom Evangelium her verstehen sollten und dürfen, denn darin steckt ja große Freiheit!

1 Könige 12

Zu Beginn von Kapitel 12 sehen wir, dass Rehabeam nicht auf den Rat der Ältesten (oder der Alten) hört. Seine jungen Ratgeber sagen ihm dann, was er wohl hören wollte. Die Konsequenzen sind der Abfall der 10 Nordstämme. Interessant ist, dass die Dummheit Rehabeams als hier von Gott so bestimmt beschrieben wird (v.15). Das AT kennt also immer wieder sehr eindeutig die göttliche Prädestination!

Ab Vers 20 kommt dann der große Gegenspieler in den Fokus. Jerobeam hat Angst, dass die Israeliten bei den Festen in Jerusalem wieder zu Juda und Rehabeam überlaufen und „erfindet“ so seine eigene Religion.

  • Ähnliches erleben wir heute noch. Schlechte religiöse Führer sind mehr darum bemüht, die Anhänger an sich, als an Gott zu binden. So entstehen Sekten und so sind schon falsche Religionen entstanden. Ein guter religiöser Führer bringt Menschen Gott näher und hält sie zum Gehorsam zu Gott an. Möge der Herr uns solche Leiter schenken!

 

Hebräer 7

In Kapitel 7 kommt der Schreiber zurück zu seinem großen Thema, der Einzigartigkeit von Christus. Dabei greift der Schreiber auf die etwas obskure Geschichte der Begegnung von Melchisedek und Abraham zurück und zeigt dann, dass nur dieser eben zugleich König und Priester war – so wie Jesus dann eben später. Und so wurde Jesus zum Mittler eines Neuen und viel besseren Bundes.

Diese Priesterschaft geht nicht mit dem Gesetz einher, denn dieses verordnet ja die levitische Priesterschaft. Es ist eine neue Ordnung … und sie ist viel besser, denn sie ist ewig und durch einen perfekten Hohepriester:

22 So ist Jesus Bürge eines viel besseren Bundes geworden. 23 Auch sind es viele, die Priester wurden, weil der Tod keinen bleiben ließ; 24 dieser aber hat, weil er ewig bleibt, ein unvergängliches Priestertum. 25 Daher kann er auch für immer selig machen, die durch ihn zu Gott kommen; denn er lebt für immer und bittet für sie. 26 Denn einen solchen Hohenpriester mussten wir auch haben, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern geschieden und höher ist als der Himmel. 27 Er hat es nicht nötig wie jene Hohenpriester, täglich zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für alle Mal getan, als er sich selbst opferte.“

  • Es wäre also absurd, zum alten Bund und zur alten Priesterschaftv zurückzukehren!
  • Lasst uns unseren perfekten, ewigen Hohepriester anbeten und durch ihn voller Zuversicht im Gebet zum Gnadenthron Gottes kommen.

1 Könige 11

Zu Beginn von Kapitel 11 wird deutlich, dass nicht alles so gut war, wie es auf den ersten Blick ausgesehen haben mag. Die Luther 1984 beginnt mit dem nicht gerade verheißungsvollen Wort „Aber“. Das ist in diesem Kontext kein gutes Wort und so nimmt der Bericht eine dramatische Wendung. Die 1.000 Frauen – oder zumindest die Fremden unter ihnen, führen letztendlich dazu, dass sich Salomo vom einen wahren Gott ab- und den Götzen seiner ausländischen Frauen zuwendet.

  • Wie viele Männer Gottes haben sich durch illegitime Beziehungen für ihren Dienst disqualifiziert. Lasst uns da immer wieder für einander beten, dass Gott uns da bewahrt.

Vers 6 klingt stark nach den Worten zu Beginn der meisten Richterberichte. Nur im Falle Salomos dauert es noch eine Weile, bis (auch nur in einem Teil des Landes) die Feinde auftreten. Der Text stellt uns erst zwei äußere Feinde vor und macht dann deutlich, dass der echte Schaden durch einen Feind im Inneren (Jerobeam) kommen wird.

  • Wie schon häufiger zuvor, lässt der Text keinen Zweifel daran, dass Gott sowohl die äußeren, wie auch den inneren Feind selbst benutzt. Gott lässt das Unheil nicht nur zu, Er verursacht es als Strafe. Natürlich dürfen wir daraus nicht schließen, dass alles Unheil Strafe ist. Aber wir dürfen klar erkennen, dass Sünde zu Unheil führt und dass Gott nicht nur segnet, sondern als gerechter Gott eben auch straft.

Am Ende dieses Kapitels ist die zukünftige Teilung des Königreichs ist besiegelt und Salomo stirbt und so beginnt die Abwärtsspirale, die uns bis zum Ende des AT begleiten wird.

  • Interessant ist dabei auch, dass die Verheißung an David nun nicht mehr durch die 12 Stämme Israel weitergeht, sondern nur durch Juda (V.36)

 

Hebräer 6

Die Adressaten des Briefs waren wohl versucht, sich wieder dem alten Priestertum nach der Ordnung Aarons zuzuwenden, anstatt sich auf das ewige Priestertum des Herrn Jesus als eines Priesters nach der Ordnung Melchisedeks zu verlassen.

  • Wer das tatsächlich tut, verleugnet letztendlich das Evangelium. Andererseits wäre dies auch ein Indiz dafür, dass eine solche Person Jesus noch nicht wirklich kennt – denn, wenn man Jesus in seiner ganzen Liebe und Herrlichkeit erkennt, wird man sich nicht von ihm abwenden – zumindest nicht dauerhaft. Auch deshalb, weil der Heilige Geist, die Gläubigen immer wieder zur Buße leitet und sie so zurück zu Jesus bringt.

Wer sich also, von Jesus abwendet, der zeigt damit, dass er das Evangelium noch nicht wirklich im Glauben angenommen hat. Ja im Gegenteil, eine Rückkehr zu diesen Dingen, nachdem man das Evangelium verkündet bekommen hat, ist eine ganz offensichtliche bewusste Ablehnung des Evangeliums. Davor warnt der Schreiber vor allem in der ersten Hälfte von Kapitel 6.

Dabei ist eine Ablehnung des Evangeliums aufgrund des (noch) nicht Verstehens weniger ernst, wie die sehr bewusste Ablehnung und Abkehr vom Evangelium. Der Schreiber geht so weit, dass er betont, dass in einem solchen Fall keine Hoffnung mehr besteht, dass ein solcher Mensch noch wieder umkehren und gerettet werden könnte.

Vers 9 lässt dann erahnen, dass es dem Schreiber wohl nicht darum geht zu lehren, dass man tatsächlich seine Erlösung verlieren kann, denn er scheint sich sicher zu sein, dass die Leser wirklich bekehrt sind und deshalb eben nicht abfallen werden. Aber in letzter Instanz kann er – genauso wenig wie sonst jemand –  den Menschen ins Herz schauen und von daher tut er das, was auch andere biblische Schreiber immer wieder tun:
– Er erklärt das Evangelium und zeigt die Einzigartigkeit dieser guten Nachricht!
– Und er warnt vor den Konsequenzen, wenn diese Nachricht abgelehnt wird.

Letzteres scheint heute politisch inkorrekt zu sein und natürlich wollen wir das auch immer nur in Kombination mit der Evangeliumserklärung tun. Und doch ist es absolut biblisch, eben nicht nur das angebotene Heil zu verkünden, sondern auch vor dem Verderben zu warnen, das jeden erwartet, der das Evangelium ablehnt.

1 Könige 10

Kapitel 10 beschreibt die große Weisheit und den unvergleichlichen Reichtum Salomos. In gewisser Weise ist das nun der Höhepunkt des Alten Testaments.

  • Gott hat sich ein Volk erwählt, es groß und mächtig werden lassen, Er hat es in das gelobte Land gebracht, es hat einen König voller Weisheit und das Gesetz. Der König bringt die vorgeschriebenen Opfer und er und das ganze Volk liebt in Frieden und großer Fülle und Gott wohnt mitten unter dem Volk in einem herrlichen Tempel.

Das klingt fast nach dem Paradies und danach, dass Gottes Zusagen hier ihre Erfüllung finden. Doch schnell wird deutlich, dass dem nicht so ist. Dies ist nur ein Schatten der zukünftigen Herrlichkeit und nur von kurzer Dauer. Und doch ist es etwas, auf das Israel zurücksehen wird – verbunden mit der Hoffnung, dass es so mal wieder werden möge … und das wird es auch – nur noch viel besser!

  • Jesus Christus ist die Weisheit (1 Korinther 1,30). Er ist der Erbe aller Dinge. Von daher übersteigen seine Weisheit und sein Reichtum bei weitem dem, was Salomo hatte. Seine Weisheit ist vollkommen und sein Reichtum bleibt ewige bestehen.

 

Hebräer 5

Nachdem am Ende von Kapitel 4 Jesus bereits als großer Hohepriester beschrieben wurde, wird dieses Thema in den Kapiteln 5-8 noch ausführlicher behandelt. Dabei sehen wir in Kapitel 5 primär, dass Christus ein Hoherpriester ist, so wie auch die Hohepriester der Aaronitischen Ordnung, bevor dann später (Kap. 7) stärker der Kontrast zwischen den Hohepriestern der Aaronitischen Ordnung und dem Hohepriester nach der Ordnung Melchisedeks, zu der Jesus gehört, im Fokus steht.

Aber wie gesagt, Kapitel 5 greift die Gedanken von 2,17f und 4,15f auf und zeigt uns Jesus als einen Hoherpriester, der so wie die Aaronitischen Priester mit uns mitleiden kann und dem eben auch seine Priesterschaft von Gott verliehen wurde.

  • Gerade weil Jesus selber gelitten hat und schon auf Erden für uns eingetreten ist, dürfen wir uns voll und ganz auf seinen Priesterdienst verlassen.

Am Ende von Kapitel 5 kommt dann ein Einschub. Obwohl der Schreiber noch viel dazu zu sagen hätte (was er dann ja auch ab Kap. 7 tut) kommt hier nun erst mal eine scharfe Ermahnung. Seine Adressaten sind offenbar noch so unreif, dass sie die überlegene und ewige Priesterschaft Jesu nicht völlig anerkennen. Und so brauchen sie scheinbar die grundlegende Lehre, obwohl sie eigentlich schon viel weiter sein sollten.

  • Neben dem, was wir hier über Jesus lernen, sollten uns diese ermahnenden Worte eines vor Augen führen. Gott erwartet von uns, dass wir im Glauben und in der Erkenntnis wachsen.
  • Wer meint, dass Theologie etwas für Experten sei und wir mit einigen grundlegenden Erkenntnissen gut durchs Leben kommen, sollte sich durch die Ermahnung vom Ende des 5. Kapitels in seinem Denken korrigieren lassen.
  • Und als Christen sollten wir einander dabei anspornen und helfen, in der Erkenntnis der biblischen Lehren und vor allem in der Erkenntnis Jesus zu wachsen.
  • Ich danke Gott für die, die mich gelehrt haben und dazu ermuntert haben (und weiterhin ermuntern), weiter im Glauben zu wachsen.

1 Könige 9

Gottes Antwort auf Salomos langes Gebet bei der Einweihung des Tempels (in Kap.8) ist interessant. Salomo bittet um das, was längst zugesagt war und Gott wiederholt dann in Kapitel 9 seine Zusagen und Ermahnungen.

Dabei warnt der Herr aber auch davor, dass es Konsequenzen haben wird, wenn sich Israel nicht so verhält, wie von Salomo in seinem Gebet quasi zugesagt. Die Warnungen Gottes würden sich später erfüllen. Von daher sehen wir auch darin Gottes Treue …

Ab Vers 10 folgt dann ein Abschnitt, der uns die großen Projekte des Salomo zeigt. Was er anpackt gelingt und er wird immer reicher. Dabei erweist er sich als ein weiser König seines Volkes und geschickter Diplomat war.

  • Das was erstmal Segen ist, wird ihm später zum Fallstrick. Doch in Kapitel 9 ist das noch nicht deutlich erkennbar.

 

Hebräer 4

In Kapitel 3 war bereits die Rede davon, dass das Ziel des Glaubens „die Ruhe“ beim Herrn ist. In Kapitel 4 sehen wir, dass der Weg zur Ruhe und damit der Weg des Glaubens nicht immer leicht ist. Der Schreiber des Hebräerbriefs zeigt vom AT her, dass Israel die Ruhe verfehlt hat, weil sie das Wort Gottes zwar gehört, aber eben nicht im Glauben angenommen haben. Außerdem zeigt er, dass die Ruhe erst mit einem bestimmten „Heute“ beginnt. Jesus hat das „Heute“ bei seinem ersten Kommen eingeläutet – und wenn er wiederkommt, ist es dann endgültig so weit.

  • Um diesen Tag zu erreichen müssen also auch wir nicht nur das Wort hören, sondern es glauben und darauf achthaben.
  • Auch bei uns gibt es da immer mal wieder Phasen des Murrens und des Ungehorsams. Das Wort ist lebendig und wenn wir ihm Raum geben, wird es uns unsere Sünden zeigen und uns in die Arme unseres Retters und Herrn treiben. Denn wir alle brauchen Jesus Christus als unseren Hohepriester, der um unsere Schwachheit weiß und uns gnädig ist, wenn wir im Glauben zu ihm kommen. Er weiß ohnehin um alles in unserem Leben und durch sein Wort hilft er uns, uns auch selber immer besser kennen zu lernen und Sünde in unserem Leben zu identifizieren.
  • Und so tun wir gut daran, uns immer wieder von Gottes Wort die Wahrheit zeigen zu lassen und uns dann Jesus zuzuwenden, unserem Propheten, Priester und König!

1 Könige 8

Salomos Gebet zur Einweihung des Tempels in Kapitel 8 ist ein wunderbares Gebet. Und doch gibt es ein Problem. Er ruft Gott auf, zu seinem Wort zu stehen (V.25f), das Problem ist aber nicht, dass Gott sein Wort nicht hält, sondern dass Davids Nachkommen nicht so leben, wie von Gott befohlen.

Die Verse 46ff sind bemerkenswert. Salomo erkennt hier an (wie ja im Prinzip im ganzen Gebet), dass wir alle Sünder sind und appelliert deshalb an Gottes Gnade für bußfertige Sünder.

Vers 56 ist auch interessant. Salomo identifiziert die Friedenszeit als die Zeit der verheißenen Ruhe. Sicher war das eine sehr vorläufige Erfüllung dieser Zusage und doch wissen wir z.B. aus Hebr. 3-4, dass wir noch auf die versprochene Ruhe warten … und unsere Lebenserfahrung sagt uns das auch. Wir dürfen immer mal wieder einen Vorgeschmack bekommen (deshalb auch der Ruhe-Sonntag) und doch haben wir noch keine dauerhafte Ruhe. Deshalb habe ich auch immer wieder Sehnsucht nach dem Himmel … auch wenn ich grundsätzlich Lebens-bejahend bin 🙂

Und auch Vers 58 ist interessant. Hier erkennt Salomo an, dass Gott unsere Herzen bewegen muss, damit wir IHM wohlgefällig leben können. Von daher ist es immer wieder ein gutes Gebet, Gott um ein reines, mutiges und demütiges, gehorsames, dankbares und frohes Herz zu bitten.

  • Möge der Herr uns immer wieder solche Herzen geben

 

Hebräer 3

In Kapitel 3 sehen wir dann, dass Christus auch größer als Mose ist. Dabei ist die Ansprache an die Gläubigen in Vers 1 bemerkenswert: „ihr heiligen Brüder, die ihr teilhabt an der himmlischen Berufung,“

  • Ist das nicht großartig?

Und dann lesen wir eine interessante Bezeichnung Jesu: „den Apostel und Hohenpriester.“

  • Ich glaube, dass jedes biblische Amt in Jesus seine vollkommene Erfüllung findet. Er ist König, Priester und Prophet … und Apostel.

Im Fortgang kommt dann der Vergleich zu Mose. Mose wird dabei sehr hervorgehoben und doch wird eben deutlich, dass Jesus viel größer und bedeutender ist.

In Kapitel 3, Vers 6 (und dann ganz ähnlich auch noch mal in Vers 14) lesen wir eine (bzw zwei) Aussage, die verdeutlicht, dass die Zukunft offenbart, was in der Gegenwart zutrifft. So heißt es: „Sein Haus sind wir, wenn wir das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung festhalten.“ und dann in Vers 14: „wir haben an Christus Anteil bekommen, wenn wir die Zuversicht vom Anfang bis zum Ende festhalten.“ Ob wir im Hier und Jetzt Christen sind (zu Christus gehören) erweist sich letztendlich daran, ob wir an ihm festhalten. Man könnte eben auch andersherum sagen; wer nicht an Christus festhält, war nie wirklich ein Christ. Deswegen sollten wir unser Christ-sein nicht über etwas aus der Vergangenheit definieren, sondern tagtäglich dadurch offenbaren, dass wir im Glauben leben.

Trotzdem ist es natürlich legitim, auf Ereignisse wie eine Glaubenstaufe zurück zu sehen und sich darauf zu besinnen, dass wir uns zu Christus bekannt haben und uns zugesprochen wurde, dass Gott uns liebt und festhält.

Andererseits sollte die Geschichte des Volks Israel uns eine Warnung sein. Israel hat trotz seiner Treueschwüre nach dem Erhalt des Gesetzes eben letztendlich durch sein Murren und seine Untreue gezeigt, dass sie nicht wirklich gerettet waren. Deshalb durfte Israel damals nicht in die Ruhe einziehen.

  • Ich befürchte, dass es ganz ähnlich auch mit vielen „Christen“ ist, die nie wirklich bei Jesus die Vergebung ihrer Schuld erbeten und ihn ganz bewusst als ihren HERRN angenommen und sich seiner Gemeinde angeschlossen haben.
  • Von daher finde ich es durchaus auch gut, wenn jemand das immer mal wieder ganz bewusst tut. In den gestrigen Taufzeugnissen konnten wir ein gutes Beispiel dafür hören. Dann ist es letztendlich auch egal, wann jemand Christ wurde … ob mit 7 oder mit 24 oder mit über 80.

Wer bis zum Ende im Vertrauen auf Christus und mit dieser Zuversicht lebt, der wird das große Ziel erreichen – … die ewige Ruhe bei Gott. Und die ist nicht langweilig, sondern über alle Maßen herrlich.

  • Möge der HERR uns alle das eines Tages erleben lassen!

1 Könige 7

In Kapitel 7 sehen wir, dass Salomo zwar in der richtigen Reihengfolge und doch unverhältnismäßig agiert. Erst nachdem das Haus für den wahren König (der Tempel Gottes) gebaut ist, baut sich auch König Salomo ein Haus. Doch sein Haus wird noch deutlich größer, als das Haus Gottes. Und er investiert mehr Zeit in den Bau.

Immerhin scheint Salomo klar zu erkennen, dass Gott viel mehr Macht hat und der wahre König ist. Und er bringt seine Schätze in den Tempel (V.51).

  • Das ist eine gute Erinnerung auch für uns.
  • Wo sammeln wir unsere Schätze? In unseren Häusern oder bei Gott … im Himmel?

 

Hebräer 2

In Kapitel 2 wird weiterhin Jesus hervorgehoben. Nachdem gleich zu Beginn des Hebräerbriefs betont worden war, dass Jesus höher als die Propheten und Engel ist, wird hier nun deutlich, dass die Worte Jesu (und die von den Aposteln weitergegebenen Worte) die Quelle unseres Heils sind. Er ist der Botschafter Gottes schlechthin und deshalb gibt es nur eins: Wir sollten auf das Wort achten, dass ER uns verkündet hat (Heb 2,1-4), denn er allein bringt uns das Heil.

  • Nicht auf Jesu Worte zu hören führt dazu, dass wir das Heil verfehlen!
  • Dabei ist es absurd, Jesu Worte von denen der Schrift trennen zu wollen (wie es liberale Theologen … leider inzwischen auch im Bund FeG tun wollen). Denn das wovon hier die Rede ist, ist ziemlich deutlich das, was uns im NT überliefert ist.

Gott ist der Schöpfer und HERR der ganzen Welt – gerade auch weil ER sich für eine Zeit in Jesus Christus erniedrigt hat und in diese Welt kam und uns Menschen gleich wurde. Das tat er, um die Schuld unserer Sünden zu sühnen und uns dann zur Herrlichkeit zu führen.

Jesus wird uns hier also einerseits in seiner ganzen Größe und Erhabenheit gezeigt. Andererseits lehrt uns der Schreiber des Hebräerbriefs auch, dass Jesus uns ganz nahe gekommen ist und sich eng mit uns verbunden weiß. Er ist unser „großer Bruder“ und weil er das menschliche Leben hier auf Erden selber durchlebt und durchlitten hat, ist er auch dazu befähigt, uns in unseren Versuchungen beizustehen.

  • Ich finde es immens tröstlich zu wissen, dass Jesus uns wirklich versteht – gerade auch in unseren Versuchungen.
  • Vor allem ermutigt es mich zu bedenken, dass er nicht der HERR mit einem erhobenen Zeigefinger ist, sondern auch ein Bruder, der meine Schwäche und Not kennt und mir gerade deshalb auch hilft.

1 Könige 6

Der in Kapitel 6 beschriebene Bau des Tempels muss für Israel eine großartige Sache gewesen sein. Endlich gab es ein tolles Haus zur Ehre Gottes und die Zusage, dass Gott da mitten unter seinem Volk wohnen würde. Ich denke, dass wir das so ein wenig nachvollziehen können, wenn wir uns vorstellen, wie es wäre, wenn wir uns ein neues ganz tolles Gemeindehaus bauen würden – oder wenn uns Gem-Gründungen tolle eigene Räume beziehen könnte.

Der Hebräerbrief greift diese Gedanken ja auf und zeigt, dass wir leicht versucht sein können, uns auch ein sichtbares Haus für Gott zu wünschen … einen pompösen Tempel, o.ä..

Dabei besteht die Gefahr, dass wir übersehen, dass wir eine viel bessere Zusage haben. Wenn wir zu Gott gehören, sind wir selber der Tempel des allmächtigen Gottes. Wir müssen nicht zu einem Tempel gehen, um in die Gegenwart Gottes zu kommen. Wir können das an allen Orten zu jeder Zeit.  Und doch sollten auch wir darauf achten, dass unser Tempel schön ist und Gott ehrt. Von daher sind die Ermahnungen des Paulus aus 1. Kor 3,16f und 6,12ff immer wieder eine hilfreiche Erinnerung.

Außerdem dürfen wir wissen, dass die Gemeinde als Tempel beschrieben wird. In der Versammlung der Gläubigen ist Christus besonders gegenwärtig. Aber auch hier geht es natürlich nicht um den Versammlungsort, sondern um die Gemeinschaft der Menschen, die sich in Jesu Namen treffen.

  • Wir haben also einen viel größeren und besseren Tempel als den, den Solomon hier baut!

 

Hebräer 1

Der Hebräerbrief zeigt uns Christus in all seiner Einzigartigkeit und damit in seiner Überlegenheit über alle Dinge.

Gleich zu Beginn lesen wir davon, dass er größer als die Propheten ist. Seine Offenbarung ist das letzte Wort und er ist nicht nur ein Bote Gottes, sondern Gott selbst – „er ist der Abglanz von Gottes Herrlichkeit und das Ebenbild seines Wesens.“ Sein Wort ist voller Macht, er hat unsere Erlösung bewirkt und er regiert.

  • Diese Eingangsworte sind voller tiefer Christologie! Und so kann dann der Schreiber auch klar und deutlich festhalten, dass Jesus größer als die Engel ist.

Manche Ausleger verstehen hier „Engel“ nicht im Sinne der himmlischen Wesen, sondern im Sinne von Boten und beziehen das auf die Propheten. Im Zusammenhang mit den ersten 3 Versen kann ich das gut nachvollziehen. Andererseits wird im Fortgang dann das Wort Engel eindeutig im Hinblick auf himmlische Wesen (1,7 / 1,14) gebraucht und es erscheint mit eher unwahrscheinlich, dass der Hebräerbrief das gleiche Wort innerhalb weniger Verse auf zwei ganz unterschiedliche Weisen gebraucht.

Fakt ist aber auf jeden Fall, dass Jesus größer als die Propheten und größer als die Engel ist J Diese Grundthese belegt der Schreiber durch verschiedene AT Zitate.

  • Mein Gebet für uns ist, dass wir durch das Lesen des Hebräerbriefs wieder neu ins Staunen darüber kommen, wer Jesus ist und was er für uns getan hat.

1 Könige 5

Die Beschreibung von Salomos Reichtum, Weisheit und Kreativität in Kapitel 5 offenbart, wie sehr Gott ihn gesegnet hatte. Dabei erscheint mir die Zuordnung der ersten 14 Verse von Kap. 5 zu Kap 4 (wie in manchen Bibelausgaben) eigentlich passender, als die Einteilung in der Luther 1984, denn ab 5,15 (5,1) beginnt wirklich ein neuer Bericht … nämlich der Bericht von den Vorbereitungen zum Tempelbau.
Wie schon zu Beginn des Abschnitts bei der Verschwägerung mit dem Pharao, erweist Salomo hier auch diplomatisches Geschick und setzt damit die gute Tradition seines Vaters fort. Da wo David aber immer noch Kriege führte, lebt Salomo nun im Frieden.

  • Daraus lässt sich aber sicher nicht ableiten, dass Davids Kriege falsch waren. Vielmehr stellt Gott Menschen in unterschiedliche Situationen und wir müssen immer fragen, was wann das Richtige ist.
  • Unser König – Jesus Christus – schlägt auch erst eine große Schlacht, bevor er uns den ewigen Frieden bringt.

 

Philemon

In seinem kürzesten Brief schreibt Paulus an Philemon, der offenbar ein guter Freund ist.

Außerdem erwähnt er Aphia und die lokale Gemeinde als Adressaten, wobei man im Fortgang des Briefs den Eindruck gewinnt, dass Aphia und die Gemeinde eher als Zeugen mit angesprochen werden.

Paulus beginnt mit sehr warmen Worten und bringt dabei seine Liebe zu Philemon zum Ausdruck. Dabei preist er Philemon als einen „Herzenserquicker“ (v.7).

Nach dieser Vorrede kommt Paulus zur Sache. Er erklärt, dass er jedes Recht hätte, Philemon etwas zu gebieten und doch will er ihn einfach bitten … und so fragt man sich, was denn nun kommt. Paulus tritt nur für einen wohl vormals entlaufenen Sklaven von Philemon ein, den Onesimus, der bei Paulus zum Glauben gekommen ist und den er nun zu seinem ehemaligen Herrn zurückschickt. Er bittet dabei um eine freundliche Aufnahme durch den „Herzenserquicker“, dem er mit Onesimus sein „eigenes Herz“ schickt (v.12).

Dann wird es rhetorisch noch bemerkenswerter, denn Paulus betont, dass Onesimus für ihn das getan hat, was Philemon hätte tun sollen … er aber diese gute Hilfe nicht gezwungen, sondern freiwillig wünscht. Und so wie Onesimus bei Paulus eine Hilfe war, anstelle des Philemon, so soll dieser nun Onesimus aufnehmen, anstelle des Paulus.

In den Versen 20 und 21 findet dann dieser meisterhaft formulierte Brief seinen Höhepunkt:

Nochmals kommt das Thema des „Herzens“. Nun bittet Paulus den Herzenserquicker, sein Herz zu erquicken … nachdem er zuvor Onesimus schon als „sein Herz“ bezeichnet hatte. Und in Vers 21 drückt er sein Vertrauen darauf aus, dass Philemon im Gehorsam sein wird … nachdem er ja vorher gesagt hatte, dass er nicht unmittelbar befiehlt, sondern bittet … dieser Bitte ist also im Gehorsam zu folgen J

  • Der Brief ist spannend zu lesen und ein rhetorisches Meisterwerk …
  • … ABER, was hat er mit uns zu tun?

Ich denke, wir sehen hier, wie Christen leben sollten. Vergebung und Bruderliebe stehen hinter all dem, was Paulus schreibt.

Und wir tun gut daran, uns ebenso darum zu bemühen, auch denen in Liebe zu begegnen, die uns mal Schaden zugefügt haben und immer darauf bedacht zu sein, die Herzen der Gläubigen zu erquicken!