In Kapitel 10 lesen wir davon, wie Daniel ein „Gesicht“ hat, also eine Vision. Er sieht einen Mann, der offensichtlich ein Engel ist. Dieser ermutigt Daniel abermals mit der Zusage, dass er von Gott geliebt ist. Gleichzeitig beschreibt er einen kosmischen Konflikt und erzählt von der Hilfe, die er selber vom Engel Michael erfahren hat.

Er verdeutlicht, dass die Kämpfe auf Erden überlagert werden von geistlichen Kämpfen im Himmel.

Daniel ist erschrocken und fühlt sich völlig kraft- und hoffnungslos, doch der Engel ermutigt ihn und richtet ihn wieder auf.

  • Auch wir müssen immer wieder erleben, dass wir in einem großen geistlichen Kampf stehen und auch wir sind oft schwach. Doch der Herr steht den Seinen bei.
  • Das gibt mir Mut und Zuversicht … und ich danke dem Herrn für seinen ewigen Beistand!

Kapitel 11 setzt die Offenbarung / Vision aus Kapitel 10 fort. Viele Ausleger zeigen auf, wie genau diese Vision die tatsächliche geschichtliche Entwicklung vorhergesagt hat. Klar ist aber auch, dass die Vision über den historischen Horizont hinausgeht bis hin zur Endzeit und dem letzten großen Kampf.

Diese Prophetie ist sehr Mut machend. Denn wenngleich ich nicht alle Details verstehe, so ist eines völlig klar. Gott hat alles im Griff. Es wird zwar gekämpft und manches steht uns noch bevor, aber der HERR hat alles unter Kontrolle und wird am Ende siegen und sein ewiges Reich vollends aufrichten.

  • Mit dieser Gewissheit lassen sich auch schwere Zeit ertragen.

Die ersten drei Verse des 12. und letzten Kapitels im Buch Daniel nehmen uns mit in die Endzeit. Dabei wird deutlich, dass Trübsal sicher etwas ist, das wir auch jetzt schon kennen. Doch eines Tages wird die Trübsal noch viel größer sein, als jemals zuvor.

Und dann kommt die Auferstehung der Toten. Die Reihenfolge, die wir hier sehen, scheint mir vorsichtig auf eine amilleniaistische Endzeitposition hinzudeuten.

Interessant ist auch, dass Daniel diese Worte noch nicht ganz verstehen kann und diese wohl erst vollends verstanden werden, wenn diese Dinge eintreten. Dann werden diese Worte für die Gläubigen ein Trost sein.

  • Auch das gilt es zu bedenken, wenn wir solche apokalyptischen Berichte lesen.
  • Wir tun gut daran, mit unserer Auslegung vorsichtig und in gewisser Weise vorläufig zu sein.

So sollten wir meines Erachtens die Kapitel 10-12 ähnlich wie die Offenbarung lesen. Die wesentlichen Dinge sind klar. Gott hat alles im Griff – er führt seinen Plan aus und er wird eines Tages Alles und Alle richten und denen gnädig sein, die auf ihn vertrauen. Die Details sind hingegen schwer zu verstehen und vollends werden wir sie wahrscheinlich erst verstehen, wenn dies alles geschieht.

Ich würde deshalb im Hinblick auf apokalyptische Texte immer sehr vorsichtig sein, eine zu fixe Auslegung zu haben. Trotzdem – oder besser, gerade deswegen – tun wir gut daran, diese Kapitel zu kennen. Da muss ich sicher noch einige Mal lesen, bevor ich die Dinge wirklich im Kopf habe ….

Daniel zeigt uns auf jeden Fall unseren allmächtigen Gott, der auch die Zukunft fest im Griff hat. Das darf uns Ruhe und Zuversicht geben … und das wünsche ich uns allen.

In Kapitel 7 folgt ein drittes deja vu im Daniel-Buch. Die Vision von den 4 Tieren, die vier Reiche repräsentieren, erinnert an die Vision von den 4 Weltreichen aus Kapitel 2. Wenngleich die Interpretation bzw die Zuordnung der Reiche immer mal wieder umstritten ist, so ist doch eines ganz klar – über all den Weltreichen herrscht ein ewiger König. Er ist wie „eines Menschen Sohn“ … was Daniel dabei sieht ist ziemlich offensichtlich die Ankunft Jesu beim Vater nach seiner Himmelfahrt.

  • Dort ist der mächtige Jesus auch heute noch und von dort wird er kommen, um sein ewiges Reich aufzurichten. Dann werden alle anderen Reiche aufhören.
  • Das ist die Zuversicht, die Daniel den Juden damals im Exil und uns heute vermittelt!

Mit Kapitel 8 beginnt der zweite Teil im Buch Daniel. Das ist auch dadurch erkennbar, dass diese Kapitel wieder in hebräischer Sprache verfasst wurden (während 2-7 auf aramäisch verfasst wurden).

Hier kommen nun apokalyptische Visionen, die zumindest teilweise schwer zu interpretieren sind, so dass die Auslegungen dazu weit auseinander gehen. Ich habe hier noch keine ganz große Klarheit und werde mich entsprechend eher vorsichtig und knapp äußern.

In Kapitel 8 sehen wir dabei zum dritten Mal eine Vision von aufeinander folgenden Weltreichen. Dieses Mal wird die Vision zumindest teilweise erklärt. Daniel sieht dabei die Zukunft und wir können aus heutiger Sicht die ersten Epochen gut nachvollziehen, was uns darin stärken sollte, auch den noch zukünftigen Dingen bedingungslos zu glauben.

Kapitel 9 ist ein großartiges Gebet. Daniel erkennt dabei an, dass er nichts von Gott verlangen kann, sondern als Sünder kommt. Doch neben Buße wagt er sich doch, auch Bitten zu äußern, denn er kennt seinen barmherzigen und gnädigen Gott.

  • So dürfen wir auch kommen. Mit Buße, demütig, niemals fordernd und doch voller Vertrauen und Zuversicht!

Ab Vers 20 sehen wir dann, dass der HERR das Gebet Daniels erhört und ihm durch den Engel Gabriel Einblick in seine Pläne gewährt.

  • Ich finde es sehr ermutigend von dieser Gebetserhörung und Gottes Zuspruch („du bist von Gott geliebt“) zu lesen.
  • Das darf uns in unserem Beten ermutigen und anspornen.

Auf die genaue Interpretation der Offenbarung des Gabriel gehe ich nicht weiter ein. Da gibt es ja ziemlich kontroverse Diskussionen … und ich habe da wenig Erkenntnis.

Im 4. Kapitel lesen wir eine bemerkenswerte die Rede Nebukadnezars, in der er nun selber eine dritte Episode aus seinen Erfahrungen mit Daniel berichtet. Wieder hat er einen Traum und wiederum kann Daniel ihm die Bedeutung erklären. Jetzt macht Gott ihm deutlich, dass er ihn erniedrigen wird, bis er letztendlich Gott anerkennen wird. Dann soll er wiederhergestellt werden.

Diese Rede reflektiert dabei nicht die Gesinnung Nebukadnezars zum Zeitpunkt seines Traumes. Die Verse 28ff zeigen, dass er zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht Gott wirklich als den HERRN anerkannt hatte. Dazu bedurfte es erst noch der im Traum angedeuteten Demütigung, die dann kommen sollte.

  • Dieser Bericht ist faszinierend, denn er zeigt uns gleich mehrere wichtige und ermutigende Wahrheiten:
  • Gott kann selbst heidnische Könige zum Glauben führen und hat dabei die Macht, Könige ab- und wiedereinzusetzen.
  • Gott plant die Erlösung von ganz spezifischen Menschen und führt dann die Dinge im Leben dieser Menschen so, dass sie am Ende eben tatsächlich zum Glauben kommen. Ich denke, dass viele von uns das auch ganz persönlich erlebt haben. Dafür preise ich Gott!
  • Gott ist der Gott der ganzen Welt. Er bekehrt hier selbst den König der Feinde Judas. Auch das ist etwas, dass wir ja selber erleben durften … und wir dürfen eben auch darum wissen, dass selbst diejenigen, die uns heute noch feindlich gesinnt sind, nicht außerhalb der Erreichbarkeit Gottes liegen. Seine Gnade ist groß und er kann selbst die größten Feinde der Christen, zu Christen machen

 

Ab Kapitel 5 wird deutlich, dass die Kapitel 2-7 in einer parallelen Struktur geschrieben sind. Diese Kapitel unterscheiden sich vom Rest des Buchs auch dadurch, dass sie nicht in Hebräisch, sondern in Aramäisch verfasst wurden.

Dabei geht die Parallelität jetzt in umgekehrter Reihenfolge. Kapitel 5 ähnelt in manchen Dingen dem 4. Kapitel. Wiederum erhebt sich der König über Gott und wiederum erlebt er etwas, das niemand deuten kann bis Daniel kommt. Und auch dieses Mal hat er Erkenntnis von Gott.  Daniel nimmt dann auch direkt Bezug auf Kapitel 4 und berichtet, wie der Vater von König Belsazar von Gott gerichtet und nach seiner Bekehrung wiederhergestellt wurde. Belsazar wusste das und doch hatte er sich eben nicht Gott zugewandt, sondern Gotteslästerung und Götzendienst begangen.

Ihm gewährt Gott keine Gnade. Und so verkündet Daniel ihm seinen baldigen Tod. Interessant ist, dass Belsazar Daniel trotzdem wie versprochen beschenkt. Und dann stirbt er.

  • Möge der Herr es schenke, dass wir den Glauben von Generation zu Generation weitergeben und möge ER unseren Kindern Gnade schenken!

 

Auch in Kapitel 6 erleben wir ein deja vu. Wie in Kapitel 3 gibt es Menschen im Umfeld des Regenten, die voller Neid gegen die Gottesfürchtigen vorgehen. Während dabei in Kap. 3 die drei Freunde Daniels betroffen waren, trifft es jetzt Daniel. Und auch er bleibt Gott treu und betet zu Gott. Auch er wird verurteilt und auch er wird von Gott auf wundersame Weise bewahrt … dieses Mal nicht aus dem Feuerofen, sondern aus der Löwengrube.

Interessant ist dabei zu sehen, dass König Darius Daniel retten will, aber sich an die Gesetze gebunden fühlt, obwohl er doch der König über alles sein soll. Doch nicht nur das, Darius erkennt auch, dass es einen mächtigen Gott gibt und zwar den Gott Daniels. Schließlich fastet (und betet?) er für Daniel.

Wiederum ist es ein Engel des Herrn der schützend eingreift und den Löwen die Mäuler zuhält und so Daniel rettet.

  • Die Macht und Größe Gottes wird hier sehr sichtbar.
  • Was die Feinde für böse erdachten wird von Gott gebraucht und letztendlich ruft der König der Perser das Volk dazu auf, sich dem Gott Daniels zuzuwenden.

Der Prophet Daniel liest sich ganz anders, als die drei großen Propheten zuvor (Jeseja, Jeremia, Hesekiel). Daniel ist nicht nur viel kürzer, sondern auch viel leichter zu lesen … auch wenn wir hier natürlich auch einige schwierige Passagen finden.

Das Buch beginnt mit dem Fall Jerusalems und berichtet aus der Perspektive des babylonischen Königshauses. Dieses bedient sich einiger ausgesuchter junger Juden, die am Königshof dienen sollen. Unter ihnen sind auch vier fromme Männer, Daniel und seine drei Freunde. Diese sind darauf bedacht, sich nicht zu verunreinigen und deshalb wollen sie nicht von der Tfel des Königs essen, sondern bitten, dass man ihnen nur Gemüse gebe. Damit scheinen sie für den Dienst unfähig zu sein, da sie so ja nicht gesund und stark sein können (so denkt man zumindest).

Diese erste Krise findet seine Auflösung dadurch, dass Gott dafür sorgt, dass der oberste Kämmerer den Männer freundlich gesinnt ist und ihnen erlaubt, auf die vorgeschrieben Nahrung zu verzichten … und dadurch, dass die jungen Männer trotz ihrer „Rohkost-Diät“ besonders fit werden J.

Vor allem aber lesen wir hier davon, wie Gott die frommen jungen Männer mit Erkenntnis und Weisheit segnet – und Daniel die Gabe schenkt, Träume zu verstehen …  was dann nach und nach auch dem Herrscher in Babylon bekannt wurde.

  • Und so bereitet uns das erste Kapitel auf das vor, was dann noch kommen wird.

Wir sehen hier also, wie Gott diejenigen segnet, die Ihm-hingegeben leben.

  • Möge der Herr uns ebenso dazu motivieren, für Ihn zu leben und uns darin segnen!

 

Wie schon im ersten Kapitel hat auch das 2. Kapitel eine echte Storyline mit Spannungsbogen.

König Nebukadnezar hat einen Traum, der ihn beunruhigt. Zugleich hat er offensichtlich kein Vertrauen in seine weisen Männer. Er ahnt, dass sie sich irgendwelche Deutungen ausdenken würden, wenn er ihnen seinen Traum offenbart, Und so testet er sie und fordert, dass sie auch gleich den Traum nacherzählen müssen.

  • Im Prinzip hat Nebukadnezar sicher recht. Die Weissager sind letztendlich Scharlatane.
  • Aber auch die Weissager haben Recht, wenn sie anerkennen, dass das was Nebukadnezar fordert, unmöglich ist.

Letztendlich kommt es so zu einer Situation, bei der alle weisen Männer getötet werden sollen. Das wäre auch das Ende für Daniel und seine Freunde.

Und dann lesen wir von Daniels Gebet und davon, wie Gott das Gebet des Daniel erhört und ihm offenbart, was es damit auf sich hat.

Daniel kennt den einen wahren Gott und dieser befähigt ihn, so dass Daniel bei Nebukadnezar auf Wohlwollen stößt und er und seine drei Freunde an Einfluss gewinnen.

  • Natürlich ist das kein Wohlstandevangelium. Daniel ist immer noch in der babylonischen Gefangenschaft. Aber wir sehen, wie Gott diejenigen versorgt, die auf ihn vertrauen.
  • Unser Gott ist ein Retter und Helfer in jeder Not!

 

In Kapitel 3 wir deutlich, dass Nebukadnezar zwar die Macht Daniels erkannte, aber eben doch nicht wirklich den Gott Daniels anerkannt hatte. Und so lässt er sich selber anbeten bzw sein Standbild. Das führt zur nächsten Krise … und auch dieses Mal erweist sich, dass der Glaube der wahrhaft Gottesfürchtigen berechtigt ist und „Berge versetzen kann“.

Und so rettet Gott die drei Freunde aus dem Feuerofen.

Die Freunde wissen dabei darum, dass Gott sie nicht unbedingt retten muss … und doch wissen sie sich sicher bei ihrem Gott.

  • Diese Zuversicht dürfen wir auch haben. Gott ist treu und segnet den Gehorsam und wacht über die seinen. Selbst wenn wir mal nicht die unmittelbare Bewahrung erfahren, von der wir hier lesen, so dürfen wir eben doch wissen, dass Gott uns aus allem Leid heraus retten wird, wenn wir auf IHN vertrauen. Manchmal ist das nicht die Rettung vor Leid und Tod, sondern durch den Tod hindurch. Aber gewiss ist, dass wir einen Rettergott haben, der die Seinen eines Tages aus aller Not befreien wird, so dass keiner im ewigen Feuer schmoren muss!

Wiederum erkennt Nebukadnezar des Gottes der Juden und doch scheint es immer noch so zu sein, dass er diesen Gott nicht als seinen Gott annimmt.

  • Das erleben wir ja leider immer wieder. Menschen erleben Gottes Wirken und doch erkennen Sie ihn nicht als ihren Herrn an.
  • Ich bete da bei den Menschen, bei denen ich das erleben musste dafür, dass der HERR ihre harten Herzen weich werden lässt, so dass sie wahrhaft seine Kinder werden.

Ihr Lieben,

ich hoffe, dass ihr Hesekiel mit Freude lest. Ich tue das, habe mir aber für meinen Urlaub vorgenommen, offline zu sein. Deshalb gibt es hier erst wieder ab dem 13.09. Einträge zu den jeweiligen Abschnitten des Bibelleseplans.

Auf die sehr herausfordernde Aufforderung in Klagelieder 3, Vers 39: „Was murren denn die Leute im Leben? Ein jeder murre wider seine Sünde!“ folgt ein Gebet um Erneuerung (V.40-47).

Im letzten Teil dieses Kapitels fasst der Schreiber dann nochmal zusammen was geschehen ist. Er klagt über das, was Jerusalem erleben musste und sieht dabei auch die Schuld Babylons. Aber vor allem drückt er sein Vertrauen in den HERRN aus, der schon in der Vergangenheit in großer Not geholfen und gerettet hat und bittet den Herrn darum, auch nun wieder einzugreifen.

  • Dieses Kapitel beinhaltet sehr wertvolle Theologie und ist ein wirklich hilfreicher Blick eines Leidenden, der inmitten seiner Not nicht zum Ankläger gegen Gott wird, sondern seine eigene Schuld sieht und nicht aufhört, auf Gott zu hoffen.
  • Möge der HERR mir immer wieder eine solche demütige und auf Gott-vertrauende Sicht schenken.

Wie schon in den ersten beiden Kapiteln, lesen wir auch in Kapitel 4 eine Klage über den Fall und die daraus resultierende Not in Jerusalem. Hier geht es noch konkreter darum, wie die Kinder leiden und hungern. Ab Vers 11 kommen dann die religiösen Leiter ins Blickfeld. Auch sie leiden und zwar zurecht aufgrund ihrer Sünden.

Dann wird nochmal kurz beschrieben, wie Jerusalems mächtige Feinde, Jerusalem komplett geschlagen haben.

Bis hierher ist es einfach nur zum Klagen und Heulen. ABER die letzten zwei Verse sind voller Hoffnung. Der Schreiber betont, dass das Gericht nun ein Ende hat. Die Feinde werden selber gerichtet werden, während die Leidenszeit Jerusalems zu einem Ende kommt.

  • Das darf die Zuversicht aller Gotteskinder sein. Manchmal erleben wir Leid einfach, weil wir in einer gefallenen Welt leben. Manchmal ist es Ausdruck der Züchtigung durch unseren himmlischen Vater (so wie hier). Aber alle, die durch den Glauben zum Retter und Herrn Jesus Christus gehören dürfen wissen, dass alle Klagen und alles Leid eines Tages ein Ende haben wird.

Dann wir der HERR die Feinde richten und uns von allem Bösen erlösen.

Gelobt sei der Herr!

Das abschließende 5. Kapitel beginnt und endet mit einem Ruf zu Gott: „Gedenke“ ….  „Bring uns, Herr, zu Dir zurück“. Dazwischen finden wir in den Versen 2-18 nochmals eine Auflistung all der Leiden und Nöte, die Jerusalem wegen ihrer Sünde erdulden muss.

Das Buch endet mit einer Frage: „Hast du uns denn ganz verworfen, und bist du allzu sehr über uns erzürnt?

  • Diese Frage mag sich so manch leidender Christ stellen. Umso mehr dann, wenn er weiß, dass sein Leiden selbst verschuldet ist und letztendlich eine Züchtigung von Gott ist.
  • Doch zugleich dürfen wir wissen, dass der HERR jeden erhört, der in seiner Not zu ihm ruft und sich ihm wieder im Glauben zuwendet.

Genau das durfte dann ja auch Juda erleben, als es ca. 70 Jahre später aus dem Exil ins Gelobte Land zurückkehren konnte. Und noch steht die endgültige Rückkehr bevor. Eines Tages dürfen wir Gläubigen zurück in die Gegenwart Gottes, aus der wir Menschen seit dem Sündenfall verbannt sind.

  • Das darf unsere sichere Hoffnung in jeder Not sein.

Das Buch Klagelieder ist sehr offensichtlich eng verknüpft mit dem Buch Jeremia. Hier hören wir die Klagerufe des Volkes nach der Invasion durch Babylon. Man fühlt sich verlassen. Einerseits sicher wegen der Wegführung der Oberschicht, zum anderen, weil die Besucher, die sonst zu den Festtagen kamen, nach der Zerstörung des Tempels fernbleiben. Aber vor allem ist es wohl der Eindruck, dass Gott sie verlassen hat.

Im zweiten Teil des Kapitels hören wir dann statt eines Berichterstatters quasi Jerusalem selbst reden. Die Stadt ist zum Gespött der Leute geworden und sie ruft zu Gott und bittet, dass ER eingreifen möge, so wie ER es verheißen hat.

  • In gewisser Weise ist das ein vorbildliches Beispiel für eine Klage. Es ist keine Anklage gegen Gott, sondern das Eingeständnis eigener Schuld. Und dann ist es der Ruf zu Gott, dem man trotz allem (oder gerade deswegen) vertraut, dass ER Rettung bringen kann.
  • Ich wünsche allen Geschwistern in Not, dass sie so klagen können und dann erleben, wie der HERR gnädig und barmherzig eingreift.

Wie schon im ersten Kapitel hat auch das zweite Kapitel 22 Verse, die im Hebräischen nacheinander mit allen Buchstaben des Alphabets beginnen. Das kommt im Deutschen natürlich nicht rüber. Die ersten 10 Verse zeigen uns sehr drastisch, wie umfassend Gottes Gericht ist. Gottes Zorn hat das untreue Volk hart getroffen.

Ab Vers 11 hören wir dann die Stimme eines Betroffenen – evtl die von Jeremia selbst. Er leidet unter der offensichtlichen Sünde des Volkes und ruft es dann letztendlich dazu auf, zu Gott zurückzukehren und zu ihm zu rufen, damit er sich ihrer erbarme.

Die letzten Verse sprechen dann Gott direkt an. Hier ist kein Ruf um Gnade zu hören. Gott wird einfach nur aufgezählt, was er gemacht hat. Immerhin sehen wir hier aber die Erkenntnis, dass das Gericht eben letztendlich nicht durch die Babylonier kam, sondern von Gott.

  • Gott ist der Souverän und letztendlich tun wir gut daran, das anzuerkennen. Deswegen ist er auch allein in der Lage, uns zu retten und für uns zu sorgen.
  • Lasst uns Menschen sein, die das anerkennen und für Gott leben.

Kapitel 3 ist das Herzstück des Buchs. Anders als die anderen 4 Kapitel hat es nicht 22, sondern 66 Verse – also drei pro Buchstaben im hebräischen Alphabet.

Hier spricht nun nur eine Person – wahrscheinlich Jeremia selbst. Er beschreibt seine Not (siehe gleich in Vers 1). Doch ab Vers 20 wird deutlich, dass er weiter um Gottes Barmherzigkeit und Treue weiß.

Die Verse 22-23 sind dabei wunderbar und recht bekannt – wobei wahrscheinlich vielen nicht klar ist, in welchem Kontext sie hier stehen (oder vielleicht sogar auch, dass sich diese Verse im Buch der Klagelieder finden): „22 Die Güte des HERRN ist’s, daß wir nicht gar aus sind, seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, 23 sondern sie ist alle Morgen neu, und deine Treue ist groß.“

Dieser Psalm konfrontiert uns mit Aussagen, die wir in Gottes Wort wahrscheinlich nicht unbedingt erwarten würden. Die Klage der Gefangenen Israeliten in Babel ist ja bis zu einem bestimmten Punkt noch nachvollziehbar … aber der Vergeltungstrieb, der am Ende durchklingt, ist dann doch schockierend. Und doch zeigt uns das etwas, das gut und richtig ist, nämlich den Zorn gegen alles Böse.

  • Ich preise Gott, dass ER durch Jesus Christus einen Weg geschaffen hat, dass der berechtigte Zorn Gottes nicht so über die Feinde Gottes kommen muss.
  • Und doch wissen wir, dass Gott diejenigen strafen wird, die keine Buße tun. Und das wird noch viel schlimmer sein als das, was wir in diesem Psalm lesen.

Von daher sind Gerichtsworte durchaus nachvollziehbar. Zugleich sollte unser erstes Bestreben immer das sein, dass selbst unsere schlimmsten Feinde zu Kindern Gottes werden.

Die ersten zehn Verse fassen nochmal zusammen, was wir schon in Kap. 50 gelesen haben: Babel wird gerichtet und Israel gerettet werden. Im Fortgang des sehr langen Kapitels lesen wir von der Allmacht des Schöpfergottes. Er hat Babel als sein Werkzeug zum Gericht über Juda benutzt, wird nun aber eben auch Babel für sein böses Handeln strafen. So wird dann Juda & Jerusalem wieder hergestellt, während Babel völlig zerstört werden wird.

  • Mich beeindruckt hier vor allem, wie uns Gott beschrieben wird. Er ist so viel größer und mächtiger als wir und er allein hat alles im Griff.
    • Für Menschen, die gegen Gott sind, muss das sehr furchterregend sein.
    • Aber für die, die durch den Glauben zu Gott gehören ist das vor allem sehr tröstlich!

In Kapitel 49 kommen nun Gerichtsworte gegen alle möglichen Nationen. Der Herr wird alle Feinde Israels demütigen und besiegen. Aber es gibt auch hier immer mal wieder Anklänge der Hoffnung, wenn wir z.B. bzgl Ammons (in V. 6) und Elams (V.39) lesen, dass der HERR nach dem Gericht das Geschick dieser Völker wieder wenden will.

  • Tatsächlich ist das ja auch der einzige Grund, warum wir heute den Herrn kennen und anbeten können.
  • Denn obwohl auch wir aus den Heiden sind, hat der Herr sich der Nationen erbarmt und sammelt sich nun ein Volk aus allen Ländern, Völkern, Sprachen und Nationen.

Nachdem alle anderen feindlichen Nationen angesprochen wurden, wendet sich Jeremia in Kapitel 50 den Babyloniern zu. Diese waren der größte und gefährlichste Feind von Gottes Volk und Gottes Werkzeug im Gericht (oder der Züchtigung) Judas.

Das was Jeremia hier ankündigt, geschah dann ja einige Jahrzehnte später, als die Perser aus dem Norden kommend das babylonische Reich besiegten und zerstörten.

Als Jeremia diese Worte im Namen Gottes schrieb, klang das für Babylon sicher eher lachhaft. Und es ist genau dieser Stolz, den Gott anklagt und dann eines Tages brechen wird. Hochmut kommt vor dem Fall.

  • Das sollten auch wir immer wieder bedenken. Wer sich rühmen will, der rühme sich des Herrn … aber eben nicht seiner selbst.

Gleichzeitig lesen wir hier auch von Verheißungen an Israel. Der Herr wird sein Volk wiederherstellen. Gerade das Gericht über Babylon wird Israel zur Rettung bringen, denn die Perser haben dann ja Israel (bzw Juda) erlaubt, in ihr Land zurück zu kehren.

  • Es ist immer wieder gut zu sehen, dass der HERR alles in der Hand hat und seinen guten plan ausführt.
  • Deswegen sollten wir auch in schwierigen Situationen auf ihn vertrauen und für ihn leben!