Nach dem Fokus auf Abraham in Kap. 1 und Juda in Kap. 2, ist in diesem Kapitel David die zentrale Figur.  Auch wenn wir noch nicht wüssten, um wen es sich bei David handelt oder warum seine Linie besonders bedeutend ist, so würde hier doch klar werden, dass ER irgendwie wichtig ist.

Genau da knüpft dann ja auch das NT in Matthäus 1,1 an: „Dies ist das Buch von der Geschichte Jesu Christi, des Sohnes Davids, des Sohnes Abrahams.“

  • In allem was wir hier lesen, klingt nichts danach, als ob sich diese eine Linie irgendwie durch einen besonders guten Charakter hervorhebt.
  • Es ist allein Gottes Gnadenwahl, nach der wir von Adam über Noah und Abraham zu David bis hin zu Jesus kommen … und genauso geht es dann auch weiter, so dass wir nichts zu protzen haben, über unsere Zugehörigkeit zu Jesus.
  • Das ist allein Gnade und so preise ich meinen HERRN und Gott für seine freie, unverdiente Gnade!

Interessant ist hier neben dem Fokus auf der Königslinie auch die Erwähnung eines weiteren Sohnes Davids, nämlich Nathans. In Lukas 3 wird Nathan als der Sohn Davids erwähnt, von dem wohl Maria, die Mutter Jesu abstammte.

Das finde ich vor allem auch deshalb interessant, weil es ja der Prophet Nathan war, der David einst mit seiner Sünde mit Batseba konfrontiert hatte. Offenbar ehrt David diesen mutigen Propheten, der ihn konfrontiert hatte, indem er einen Sohn nach ihm benennt.

  • Ich wünsche uns, dass wir zum einen auch immer eine Kultur haben, in der wir uns nicht scheuen, einander in Liebe und Sanftmut zurecht zu weisen, wenn das erforderlich sein sollte.
  • Und ich wünsche uns, dass wir dann auch eine solche Wertschätzung für diejenigen entwickeln, die uns mutig konfrontieren, so dass wir zur Buße geführt werden.

Auch in Kapitel 4 geht es um die Nachkommen Judas. Dieser Stamm hat eindeutig die größte Bedeutung für die weitere Geschichte Israels, da aus diesem Stamm das Südreich Juda hervorging, auf das nach dem Ende des Nordreichs im Jahr 722 v.Chr. der Name Israel überging.

Aus diesem Stamm sollte der Messias (Jesus) komm, in dem die Verheißungen für Israel ihre Erfüllung fanden/finden.

In den ersten 20 Versen liegt der Schwerpunkt nochmals auf der Nachkommenschaft von Perez bzw Hezrons, des ersten Sohns von Perez. Dabei bilden die anderen Geschwister den Rahmen.  Dabei greift der Schreiber auf das zurück, was er bereits zu Beginn von Kapitel 2 berichtet hatte. Denn auch in Kap. 2, Vers 3-4 war ja bereits von Shela und den Nachkommen Perez und Hezron die Rede. Nachdem dann in Kapitel 4, ab Vers 4 Perez und Hezron und seine Nachkommen erwähnt werden, kommt dann in den Versen 21-23 nochmals Schela in den Fokus. Diese Berichte bilden eine Klammer um den ausführlichen Bericht über die Nachkommen Judas.

Die zweite Hälfte des Kapitels beschreibt dann – deutlich kürzer – die Nachkommenschaft Simeons. Dieser Stamm wird hier mit Juda erwähnt, weil er später in Juda aufging und damit – zusammen auch noch mit Benjamin – das Südreich bilden würde. Neben den Nachkommen, werden hier auch Städte und Siedlungsräume beschrieben.

  • Ich muss zugeben, dass ich mich schwer tue in diesem Text konkrete Anwendungen zu finden. Aber eines ist klar – diese Berichte zeigen uns, dass die Bibel den Anspruch hat, nachvollziehbare Fakten zu berichten. Und so sollten wir sie dann eben auch lesen.

Nach der ausführlichen Darstellung der Nachkommen Judas und dem kurzen Bericht über die Nachkommen Simeons am Ende von Kapitel 4, lesen wir in Kapitel 5 recht kurze Zusammenfassungen der Nachkommenschaft weiterer Söhne Israels. Hier werden die Stämme erwähnt, die östlich des Jordans verblieben waren. Dabei wird betont, dass der erstgeborene Ruben, sein Erstgeburtsrecht aufgrund seiner Sünde an Josef verloren hatte. Hier wird dann auch gleich deutlich, dass das Erstgeburtsrecht nicht zwingend bedeutet, dass das die Linie der Herrscher ist, denn das fällt den Nachkommen Judas zu.

  • Ich denke, dass uns das gleich zwei wichtige Dinge lehrt:
    • Gott sieht und bestraft Sünde … und so verliert Ruben das Erstgeburtsrecht
    • Gott erwählt nach seiner freien Gnadenwahl und so bestimmt er entsprechend seiner Verheißung, dass Juda das Königsgeschlecht sein soll.

Ansonsten werden in dieser Kette von Nachkommen immer mal wieder kurze Berichte aus der Geschichte Israels erwähnt, die uns an Gottes Charakter erinnern und uns mal schlimme Sünden und mal besonderen Glauben zeigen.

Psalm 49:

Dieser Psalm greift die Frage auf, warum die Gläubigen oft leiden, während es den Gottlosen oft gut zu gehen scheint.

Der Psalm gibt eine ganz einfache Antwort. Er zeigt uns, dass all das, was die Gottlosen haben (Reichtum, Ehre, Herrlichkeit, etc) ihnen mit dem Tod genommen wird. Aber genau dann, werden die Gläubigen ihren Lohn erhalten. Diese Welt kann also bestenfalls eine sehr kurzfristige Rendite geben. Langfristig folgt zwingend der Bankrott. Aber wer hier auf Erden auf Gott vertraut, wird nach dem Tod ein großes Erbe empfangen.

Die Verse 8-10 zeigen uns dabei, dass keiner jemals den Preis für eine Seele bezahlen kann. Der Preis ist für uns unbezahlbar … und so weist uns der Psalm auf Jesus Christus hin, der allein den Preis zahlen konnte und dies auf Golgatha auch getan hat.

  • Und wenn wir zu IHM gehören, sind wir für alle Zeit sicher und geborgen. Dann haben wir wahrhaft gar nichts mehr zu fürchten.

Psalm 84:

Dieser Psalm ist ein frohes Danklied dem Gott, der uns nahe gekommen ist.
Da wo wir aufgrund unserer Sünde aus seiner Gegenwart verstoßen wurde, hat Gott immer wieder Wege bereitet, damit sein Volk Ihm nahekommen kann.

Erst die Stiftshütte, dann der Tempel, von dem in diesem Psalm die Rede ist und dann kam er uns in Jesus – dem wahren Tempel Gottes – ganz nahe. Seit Pfingsten lebt er nun in denen, die aufgrund seiner Gnade, durch den Glauben, zu Ihm gehören.

Von daher müssen wir nicht erst zu einem Haus gehen. ER ist bei uns und wir können Ihn immer und überall anbeten, denn eine Zeit ist gekommen „in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit“ (Joh 4,23).
Ein Echo in diesem Psalm sind die „wohl dem …“ Aussagen:

5 Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar. SELA.

6 Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln!

13 … wohl dem Menschen, der sich auf dich verläßt!“

  • Und gerade weil das so ist, sollte unser Lobpreis noch froher sein, als der, der in diesem Psalm zum Ausdruck kommt. Lasst uns in die Schlussworte mit einstimmen:
    „Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild; / der HERR gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. HERR Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!“

Psalm 85:

Dieser Psalm zeigt uns den Psalmisten als einen Gläubigen, der um Gottes Gnade weiß, diese aber im Moment nicht erlebt. Und so betet er zu Gott und bittet IHN um Gnade und Heil. Dabei ist dies weniger eine persönliche Situation, als vielmehr eine nationale. Es ist quasi ein Gebet um eine neuerliche Erweckung für ein Land, das einst aufgrund der Gnade Gottes eine Erweckung erlebt hatte.

Es ist nicht klar, was genau der historische Kontext dieses Psalms ist. Wahrscheinlich ist es eine Zeit des Gerichts Gottes. Der Psalmist weiß um das Dilemma, dass ein vollkommen gerechter Gott, Sündern nicht einfach so gnädig sein kann.
Und so ist das Gebet aus Vers 11 wirklich das, was wir alle brauchen: „dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen“

Dieses Gebet und dieser Psalm finden in Jesus Christus ihre Erfüllung, denn in ihm sind Gnade und Gerechtigkeit zusammengekommen.

  • ER hat die Strafe auf sich genommen, die wir verdient hätten … und hat so aller Gerechtigkeit Genüge getan. Und gerade deshalb können wir Gottes Gnade genießen.
  • Ich preise Gott dafür, dass wir wissen dürfen, dass Seine Gerechtigkeit so eben nicht unser Untergang ist – sondern uns Freiheit und Frieden erwarten, weil ER ein Gott der Gnade ist.

Psalm 87:

Dieser Psalm zeigt uns, dass Gottes erwählte Stadt und alle Völker nicht für immer verfeindet bleiben werden. Denn das Loblied auf Zion (Jerusalem) geht einher mit dem Blick auf Nationen, die in der Geschichte Feinde Israels waren.

Das herrliche an Juda ist das, was dort gepredigt wird: herrliche Dinge über Gott und seinen Heilsplan für alle Völker. Und so wird sich die herrliche Botschaft (das Evangelium) von Jerusalem ausbreiten, hin zu allen Völkern, so dass Menschen aus allen Völkern einst zur „Stadt Gottes“ (zum neuen Jerusalem) gehören werden.

  • Die Erfüllung dieses prophetischen Psalms zeigt sich dann in den Sendungsworten von Jesus an seine Jünger in Apg 1,8 „ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde.“
  • Gerade weil das Evangelium von Jerusalem zu allen Nationen ging, werden eines Tages Menschen aus allen Völkern dem himmlischen Jerusalem angehören, auf das das irdische Jerusalem hinweist.
  • Und wir sind heute gesegnet, weil die Botschaft dieser herrlichen Dinge auch zu uns gekommen ist und wir so – aus Gnade, durch den Glauben – schon heute das Bürgerrecht im Himmel haben!

Psalm 43:

In diesem Psalm lesen wir von bösen Menschen, unter denen der Psalmist leidet. In dieser Situation fühlt sich der Psalmist von Gott verlassen. Doch es bleibt nicht bei Anklage und Resignation – der Psalmist wendet sich Gott zu und ruft um Hilfe. Dabei ruft er nach Gottes Licht und Wahrheit, so als ob es Personen wären. In der Tat ist dann auch das Licht der Welt gekommen (Jesus, Joh 1; 9,5) und Gottes Geist ist der Geist der Wahrheit, der uns leitet.

Letztendlich wird das Gebet des Psalmisten im Leben aller Christen beantwortet. Gott ist durch Jesus Christus mit seinem Licht in die Welt gekommen und hat es in uns Licht werden lassen. Und ER leitet uns durch den Geist der Wahrheit, der uns tief in Gottes Wort hineinführt.

Der Psalmist ahnt schon in seinem Beten zu Gott, dass dieses Gebet beantwortet werden wird und so kann er dann wieder zuversichtlich mit dem Refrain in Vers 5 enden.

  • Das können wir auch so erfahren. Wenn wir uns Gott zuwenden erleben wir oft schon im Bitten, dass wir neue Hoffnung und Zuversicht gewinnen.
  • In diesem Sinne wünsche ich uns, dass wir immer mehr danach streben, zu Gott zu kommen und dort dann Hilfe und Zuversicht finden.

 

Psalm 44:

Die ersten 9 Verse sind ein Blick zurück auf Gottes Handeln in der Vergangenheit. Das, was wir selbst erlebt, gehört und gelesen haben, sollte uns in unserem Gottvertrauen stärken und uns zum Lobpreis animieren.

Ab Vers 10 folgt dann aber eine sehr direkte Anklage gegen Gott. Der Psalmist hat keinen Zweifel an der Souveränität Gottes. In allem Leid und aller Verfolgung, die er durch Menschen erfährt, erkennt er Gottes Handeln. Er weiß, dass Gott all das sofort beenden und verändern könnte und weil Gott es nicht tut, klagt der Psalmist den Gott an, den er eben noch gepriesen hat und von dem er eben noch gesagt hat: „Täglich rühmen wir uns Gottes und preisen deinen Namen ewiglich.“

Was wir dann ab Vers 18 lesen ist sehr interessant. Der Psalmist verkündet ganz selbstbewusst seine Treue Gott gegenüber … und ist gerade deshalb voller Klage gegen das Unheil, das er erlebt und das Gott zulässt.

Zum einen ist bedenkenswert, dass der Psalmist nicht meint, dass Gott damit nichts zu tun habe. Er erkennt, dass alles was geschieht nur deshalb geschehen kann, weil Gott es zulässt.

  • Ich höre gerade aktuell immer mal wieder Theologen, die meinen, Gott vor Klagen in Schutz nehmen zu müssen, weil aus ihrer Sicht Gott ja nicht für das Schlechte verantwortlich sein kann.
  • Aber das stimmt einfach nicht und macht Gott klein. Gott ist der HERR über alles und nichts geschieht, was er nicht zulässt.

Zum anderen lesen wir hier, dass der Psalmist das Leid als ungerecht empfindet und genau das dann ja auch Gott vorwirft.

  • Auch dazu haben manche Theologen eine seltsame Antwort. Sie sehen diese Aussage als falsch an. Wenn Du leidest, muss das mit eigener Schuld zu tun haben.
  • Natürlich stimmt es, dass alle Menschen Sünder sind, aber nicht jedes Leid ist eine göttliche Strafe. Das hat Jesus selber sehr klar gelehrt. (siehe z.B. Joh 9,1-3)

Tatsächlich greift Paulus in Römer 8,36 Vers 23 auf und wendet ihn auf Christenverfolgung an. Das heißt, das dieses Leid tatsächlich „unverdient“ ist. Aber Gott ist mitten dabei und steht den Seinen bei … und er hat immer auch etwas vor mit dem Leid, das wir auf Erden erleben.

Letztendlich müssen wir also zwei Dinge festhalten:

  • Gott verspricht uns für unsere Zeit hier auf Erden kein sorgenfreies, einfaches Leben. Vor der großartigen Herrlichkeit stehen die Leiden dieser Zeit (siehe z.B. Röm 8,17-18).
  • Es ist für uns oft auch unmöglich bestimme Geschehnisse sofort richtig einzuordnen. Manchmal erleben wir Schlechtes und erkennen noch nicht, wie Gott das zum Guten gebrauchen wird. Josef hat dies erlebt und gibt uns ein beeindruckendes Zeugnis davon (1. Mose 50,20).
  • Und natürlich trifft das auch auf den Kreuzestod Jesu zu. Die Jünger waren darüber sicher verzweifelt und verkannten, dass das Kreuz eben nicht bedeutete, dass Gott untreu war und wir eine Niederlage erleben mussten, sondern dass Gott gerade am Kreuz seine Treue und Liebe demonstriert und dort den alles entscheidenden Sieg errungen hat.

Der Psalmist endet seine Klage mit einem direkten Aufruf an Gott. Das ist der Weg, den auch wir im Leid und in unseren Zweifeln gehen sollten. Durch diesen Psalm zeigt Gott uns, dass es okay ist, wenn wir ihm unsere Klagen und Zweifel bringen. Gott hält das aus und kennt uns in all unseren Beschränkungen. Wichtig ist nur, dass wir uns in all diesen Dingen eben nicht von IHM abwenden, sondern, dass wir uns ihm zuwenden und bei ihm Hilfe suchen.
In dieser Hinsicht sollte der Psalmist uns ein Vorbild sein.

Und so können wir dann irgendwann vielleicht auf diese Ereignisse zurückblicken und den Psalm wieder von vorne anfangen und Gott für sein gnädiges und mächtiges Eingreifen preisen!

Die Bücher Chronik fassen im Prinzip die gesamte Zeit des AT zusammen, wobei das Volk Juda im Zentrum steht.

Kapitel 1 ist dabei ein kurzer Rückblick auf das, was uns in der ersten Hälfte des 1. Mose berichtet wird. Auf den ersten Blick liest sich das sehr langweilig … aber wenn wir das Ziel erkennen, dann wird es spannend. Letztendlich zeigen uns die beiden Chronik-Bücher Gottes Treue und die Vorfahren des Herrn Jesus und bereiten uns so auf Sein Kommen vor!

Nachdem zu Beginn von Kapitel 2 die 12 Söhne Jakobs/Israels genannt werden, sehen wir dann, wie das 1.  Buch Chronik verschiedene Stilmittel gebraucht, um dem Leser zu zeigen, auf wen es ankommt. Dazu wird zuerst und mit Abstand am ausführlichsten die Nachkommenschaft Judas beschrieben. Das füllt die nächsten Kapitel.

Wo ich dabei gleich hängengeblieben bin, waren die Worte aus Vers 7: „Der Sohn Karmis ist: Achan, der Israel ins Unglück brachte, als er sich am Gebannten vergriff.“ Achan hatte einst gedacht im Verborgenen sich etwas aneignen zu können, obwohl es ihm von Gott verboten war. Doch was er meinte im Verborgenen zu tun, wurde so bekannt, dass es sogar in der Chronik berichtet wird.

  • Wir tun gut daran, alles was wir tun sehr bewusst vor Gott zu tun!

Psalm 6:

Der Psalm besteht aus zwei Teilen. Die Verse 2- 8 sind das Gebet eines Leidenden. Einerseits beschreibt er dabei seine eigene Situation und zum anderen appelliert er an Gott und bittet um sein Eingreifen. Er ruft dabei zu Gott nicht als jemand, der frei von Schuld wäre – im Gegenteil, er erkennt an, dass Gott Grund hätte, auf Ihn zornig zu sein. Aber er betet als jemand, der auf Gott vertraut und darum weiß, dass Gott auf seine eigene Ehre bedacht ist und diese will er durch sein Leben und seine Worte fördern.

Ab Vers 9 sehen wir dann das Resultat des Gebets. Der Beter hat neue Zuversicht und jetzt wird erst deutlich, dass seine Not wohl vor allem auch eine äußere Not war. In allem vertraut er dem allmächtigen Herrn, der alle Lebensumstände im Griff hat und sie ändern kann.

  • Ich wünsche mir und uns allen immer wieder diese Perspektive, so dass wir nicht anfangen, uns über unsere (ggf schwierigen) Lebensumstände zu definieren, sondern in Allem voller Vertrauen auf Gott sehen.

Psalm 9:

Auch dieser Psalm hat zwei unterschiedliche Teile, die in etwas überraschender Reihenfolge angeordnet sind. Bis Vers 13 ist es ein Triumphlied des Geretteten über seine gottlosen Feinde. Doch ab Vers 14 kommt dann ein Hilferuf. Ich hätte das eher andersherum erwartet.

  • Aber vielleicht ist es auch der Blick zurück auf vergangene Situationen, aus denen der Herr den Psalmisten gerettet hat, die ihn dann dazu bringen auch in seiner gegenwärtigen Not zum Herrn zu rufen.
  • Oder der Psalm erstreckt sich über eine längere Phase. Auf eine Zeit des dankbaren Lobpreises folgt eine Zeit von Not. Das erleben wir ja auch manchmal.

Und heilsgeschichtlich ist es auch nicht anders. Einerseits können wir Gott loben, weil ER durch Christus (seine und) unsere Feinde entscheidend besiegt hat, andererseits stehen wir in diesem Leben ja auch noch in Kampf und brauchen seinen Beistand.

Psalm 10:

Die ersten 11 Verse dieses Psalms klingen recht verzweifelt. Der Psalmist sieht das Böse in der Welt und ruft zu Gott und fragt, warum er nicht eingreift. Das ist sicherlich eine Frage, die schon viele Christen an vielen Orten und zu vielen Zeiten hatten / haben.

ABER, wir sollten nicht übersehen, dass Paulus einzelne Aussagen aus diesem Psalm in Römer 3,10ff aufgreift und verdeutlicht, dass das letztendlich uns alle beschreibt. Von daher ist es letztendlich Ausdruck der Geduld Gottes, dass er die Bösen nicht sofort richtet.

  • Nur deshalb hatten wir noch Zeit zur Buße, so dass wir gerettet werden konnten.
  • Und zugleich dürfen wir darauf vertrauen, dass der HERR die Seinen im „schlimmsten Fall“ durch den Tod hindurch rettet.

In Vers 12 kommt dann ein weiterer Ruf zu Gott. Nun klingt mehr Hoffnung durch, dass der HERR eingreifen wird. Das mündet dann in einem wunderschönen Lobpreis Gottes in den letzten drei Versen.

  • Und diese Zuversicht dürfen auch wir haben. Auch wenn es manchmal so scheinen mag, dass Gott nicht eingreift, so dürfen wir doch wissen, dass Er nicht ewige das Unrecht zulassen wird. Eines Tages wird Er als der Helfer der Armen und Schwachen und als Richter alles Bösen eingreifen.
  • Dann wird ihm nichts und niemand mehr widerstehen können. Auf diesen Tag dürfen sich all diejenigen freuen, die sich zuvor IHM zugewandt haben.

Psalm 14:

Dieser Psalm, der ebenfalls in Römer 3 zitiert wird, verkündet die generelle Gottlosigkeit der Menschen. Und doch gibt es Hoffnung. Bei allem angekündigten und verdienten Gericht ist Gott eben auch der Helfer und Retter Seines Volkes.

Der Psalm verkündet nicht, wie das geschehen wird, noch wie jemand aus der Gottlosigkeit heraus und in das Volk hinein kommt. Das wird uns dann erst in Römer 3 ab Vers 21 erklärt.

  • Jesus ist der Gerechte und allein aufgrund von Gottes Gnade und allein durch Glauben, gehören wir Christen zum ‚Geschlecht des Gerechten‘.
  • So macht der Psalm Hoffnung, ohne uns schon zu erklären, wie sich Gott ein Volk retten wird.

Wir dürfen wissen, dass Psalm 14 in Jesus Christus seine Erfüllung findet und aus Gnade, durch Glauben dürfen wir erkennen, dass wir Christen nun nicht mehr zu den Gottlosen, sondern zu dem einen Gerechten gehören.

  • Ich wünsche uns allen, dass uns diese Erkenntnis mit tiefer Freude und Dankbarkeit erfüllt.

Psalm 16:

Dieser Psalm drückt tiefe Freude, Zufriedenheit und Zuversicht aus.
Auch diesen Psalm kann dauerhaft wohl nur Jesus beten. Doch es ist meine Hoffnung, dass auch ich und wir alle immer mehr zu Menschen werden, die diesen Psalm immer häufiger aus vollem Herzen beten können.
Der Herr ist gut, was ER uns zuteilt ist gut und unsere Zukunft ist voller Freude und Fülle.
Diese Einstellung geht einher mit der Aussage aus Vers 8 … wenn wir den Herrn allezeit vor Augen haben und IHN möglichst klar sehen, werden wir festbleiben und bei IHM unsere Freude und Zuversicht finden!

  • Das wünsche ich uns allen.
  • Und lasst uns für diejenigen beten, die den HERRN noch nicht als Ihren Retter und Herrn kennen, dass sie zu dieser Zuversicht durchdringen dürfen.
  • Herr erbarme Dich, so dass noch möglichst viele in die frohe Zuversicht des Psalmisten mit einstimmen können.

Psalm 21:

In Psalm 21 betet der Psalmist zu Gott und sieht dabei auf den König. Natürlich könnte es theoretisch sein, dass David hier ganz anders als in allen anderen Psalmen sich selber in der 3. Person nennt. Wahrscheinlicher ist aber wohl, dass David hier einen anderen König im Blick hat. Dies mag sein Sohn sein … und beschreibt wohl doch prophetisch vor allem den König, der der wahre Nachfolger Davids war: Jesus Christus.

Letztendlich bleibt hier ein gewisses Maß an Spekulation. Auf jeden Fall aber, können wir in diesen Psalm im Hinblick auf Jesus Christus einstimmen und Gott loben und preisen, denn ER hilft den Seinen! Dabei hat Jesus – trotz allen Leidens – in besonderer Weise die Zuneigung und Hilfe seines Vaters erlebt. Und er ist der herrliche König voller Pracht und Hoheit (V.6).

Ab Vers 9 ist dann nicht mehr klar, ob der König oder der HERR im Blick ist. Auch das könnte dafür sprechen, dass der König letztendlich der HERR ist.

  • Er richtet und regiert. Und ER erhebt sich in Kraft und verdient unser Lob, weil ER der Mächtige ist (V.14).

Das Buch 2. Samuel knüpft unmittelbar an das Buch 1. Samuel an. Am Ende vom 1. Samuel wurde vom Tod Sauls und Jonatans berichtet. Zu Beginn vom 2. Buch Samuel erreicht diese Botschaft nun David. Die Botschaft des Amelkiters, der die Botschaft überbringt, ist etwas seltsam, da sein Bericht vom Tode Sauls scheinbar etwas von dem aus 1. Samuel 31 abweicht. Wenn er aber tatsaechlich die Krone mitbringt, ist dieser Bericht evtl doch wahr und ergänzt den vorherigen vielleicht nur mit ein paar zusätzlichen Details. Sauls Selbstmord war wohl nicht komplett erfolgreich, so dass der Amelkiter dann noch nachgeholfen hat.
Nun hätte man ja denken können, dass David erleichtert ist, dass sein ewiger Widersacher Saul nicht mehr lebt und dies als Gottes verdientes Gericht ansieht. Doch stattdessen lesen wir von einer erstaunlichen Loyalität, die David zu Saul hat.

  • Es ist faszinierend und schwer nachvollziehbar, dass David nicht nur um seinen Freund Jonatan trauert, sondern auch um seinen „König“ Saul.

In Kapitel 2 sucht David Gottes Wegweisung und bekommt sie. So zieht er nach Hebron. Dort soll David die Königsherrschaft, die ihm schon so lange verheißen war, antreten. Doch Sauls Leute widersetzen sich. Der Feldhauptmann Sauls macht dessen Sohn Isch-Boschet zum König und so kommt es hier schon zu einer ersten Reichteilung. Der Nachfolgestreit führt zu Mord und Totschlag. Dabei übernehmen Joab (für David) und Abner (für Isch-Boschet) jeweils die Stellvertreterrolle.

  • Natürlich kann man das nicht immer so ableiten … aber hier lässt sich doch recht deutlich erkennen, auf wessen Seite Gott steht.
  • Was wir sicher wissen dürfen ist, dass der HERR immer auf der Seite derjenigen steht, die auf ihn vertrauen und seinem Wort treu folgen.

Zu Beginn des 3. Kapitels lesen wir, dass der Kampf zwischen den Männern Davids und denen von Isch-Boschet weiter tobt. Dabei sind die Truppen Davids auf der Siegerstraße, als es auf der Gegenseite zum Streit zwischen den beiden führenden Männern (Abner & Isch-Boschet) kommt. Isch-Boschet nimmt Anstoß daran, dass sich Abner die Nebenfrau seines Vaters zur Frau genommen hat. Das könnte natürlich ein Versuch gewesen sein, sich selber einen gewissen Anspruch auf den Thron zu sichern. Vielleicht war es aber auch einfach etwas, dass Isch-Boschet ehrenrührig fand. Auf jeden Fall ist Abner nun seinerseits beleidigt und wendet sich von Isch-Boschet ab und David zu.

David seinerseits fordert nun Michal – die Tochter Sauls, die ihm einst versprochen aber dann einem anderen Mann gegebene worden war. Dabei haben wir zu Beginn des Kapitels gelesen, dass David schon mit verschiedenen anderen Frauen Kinder hatte.

  • Er war also auch nicht perfekt, sondern in diesem Bereich eher maßlos und brutal und lässt Michal ihrem Mann wegnehmen.

Abner wird dann aber auch auf Davids Seite von seiner Vergangenheit eingeholt und ermordet. Während die Trauer Davids um Saul evtl noch damit zu begründen war, dass Saul einst der von Gott eingesetzte König war, wirkt die Trauer um Abner nun doch sehr nach politischen Kalkül.

  • Wir sehen in diesem Kapitel also recht deutlich, dass der große König David, doch sehr menschlich war.
  • Wie gut, dass unser König viel größer und besser als David ist!

Aber Gott wirkt in allem, um David letztendlich zum König über ganz Israel zu machen. Die spätere Trennung zwischen Nord- und Südreich deutet sich hier aber bereits an. Eigentlich erstaunlicher als die Eskalation von Gewalt finde ich, wie schnell sich alles wieder beruhigt. Wahrscheinlich waren nicht zu viele Israeliten in die ca. 2 Jahre andauernden Kämpfe involviert … Ansonsten hätte es sicher länger gedauert, um einen tragfähigen Frieden zu erreichen.

Im Kampf behält David dann hier die Oberhand, so dass das Land nach zwei Jahren wieder vereinigt ist.

Das 4. Kapitel fängt etwas seltsam an. Die kurzen Berichte über Rechab und Baana und dann über Mefi-Boschet kommen unvermittelt. Im Anschluss verstehen wir dann aber, warum sie erwähnt werden. David bleibt sich treu und bestraft auch den Mord an seinen Feinden. Damit agiert er treu dem Gebot „Du sollst nicht töten“ bzw morden. David erkennt hier den klaren Unterschied zwischen Mord und dem Töten im Krieg oder zur rechtmäßigen Bestrafung

  • David agier hier als ein Mann, der keine Rache will, sondern Frieden … und so ist er ein Schatten des Herrn Jesus, unseres Friedefürsten! Es bleibt aber bei einem blassen Schatten, den die Verstümmelung der zum Tode bestraften Männer ist sicher völlig unnötig.

Die Psalmen, die heute im Bibelplan dran sind, sind (meist anonyme) Wallfahrtslieder.

Psalm 121:

Psalm 121 wurde wohl ursprünglich für Juden gesungen, die auf dem Weg nach Jerusalem waren. Doch letztendlich sind das Worte, die wir für unseren ganzen Lebensweg singen dürfen. Mit diesem Lied besinnen wir uns darauf, dass unser HERR unsere Hilfe und unser Schutz ist.

Ich finde diese Worte ungemein tröstlich. Sie geben uns gerade auch in schweren Stunden eine feste Zuversicht, dass der HERR nur unser Bestes will. Das heißt natürlich nicht, dass Gott uns nicht auch manchmal Dinge erleben lässt, die hart und schwer sind … aber ER steht uns in allem bei und ist so unser Helfer.

  • ER hat uns so lieb, dass er für uns ans Kreuz gegangen ist und so dürfen wir Gewiss sein, dass ER uns mit Christus alles geben wird, was wir brauchen, bis wir eines Tages in seine herrliche Gegenwart einziehen dürfen.
  • Ich wünsche Euch allen, dass Ihr um den Beistand des Herrn wisst, selbst wenn ihr es nicht spürt – und so in allen Dingen ein frohes und dankbares Herz habt!

Psalm 123:

Dieser kurze Psalm ist voller Zuversicht. Er beschreibt ein erwartungsvolles Schauen auf Gott. Dabei wartet der Psalmist in einer Notzeit darauf, Gottes Gnade zu erleben.

  • Manchmal ist dabei Ausharren gefragt. Das erleben wir ja seit gut einem Jahr inmitten der Corona-Pandemie.
  • Aber natürlich ist unsere ultimative Hoffnung nicht das Ende dieser Krise.
  • Vielmehr ist in Jesus Christus Gottes Gnade für uns ganz sichtbar geworden und durch IHN haben wir zu jeder Zeit Zugang zum Gnadenthron.

Seine Gnade ist real, doch manchmal lässt Gott uns einige Zeit leiden. Das ist hart und doch ist es niemals sinnlos.

  • So sollten wir Alles aus Gottes Hand nehmen und dabei nie die Zuversicht verlieren, dass er unsere Gebete hört und seinen Kindern gnädig ist!

 Psalm 124:

Die Perspektive dieses Psalms ist sicher den meisten unter uns erst einmal etwas fremd.
Der Psalmist fragt nicht danach, was Gott tun kann oder soll, sondern bedenkt was wäre, wenn es Gott nicht gäbe bzw wenn er nicht eingreifen würde.
Ohne Gott ist alle sinnlos und hoffnungslos. Ohne Gott würde das Böse triumphieren. Ohne Gott gäbe es keine Hoffnung.

Dabei wird deutlich, was David ohne Gottes Schutz und Hilfe zu befürchten gehabt hätte – es wäre gewesen, wie das Ertrinken im Wasser; oder das Gefressen-werden durch ein Raubtier.

Aber Gott hat eingegriffen. Er ist der Allmächtige. ER ist der liebende, treuesorgende Vater seiner Kinder!

  • Wenn wir uns darauf besinnen, werden wir mit einstimmen in den Lobpreis: „Gelobt sei der HERR.“

Psalm 125:

Dieser Psalm macht den Gläubigen Mut. Wer auf den HERRN vertraut, der hat nicht auf Sand gebaut. Die Gottlosen mögen für einige Zeit die Macht haben, aber ihre Zeit wird irgendwann vorbei sein: „der Gottlosen Zepter wird nicht bleiben“ und gerade das Wissen darum sollte die durch den Glauben gerecht gesprochenen dazu veranlassen, sich nicht auf das Unrecht der Gottlosen einzulassen.

  • Gott-vertrauen wird belohnt denn Gott ist vertrauenswürdig.

Das Problem für uns ist dabei, dass wir das immer mal wieder vergessen und dann meinen, Dinge tun zu müssen oder zu dürfen, die entgegen dem offenbarten Willen Gottes sind.
Dieser Psalm will uns davor bewahren, in dem er uns die Treue Gottes klar vor Augen führt, so dass wir uns nicht versuchen lassen, auf irgendjemand anderen und irgendetwas anders zu vertrauen, als auf Gott!

  • Ich wünsche uns, dass uns die Zusage dieses Psalms ermutigt und wir dies nie vergessen.

Psalm 128:

Dieser Psalm verspricht großen Segen. Und so zeigt uns dieser Psalm, dass es keine vernünftige Alternative zu einem Leben im treuen Gehorsam gegenüber Gott gibt.
Das war schon immer der Weg zu einem wahrhaft gesegneten Leben!

Hier wird der Segen durch viele Kinder beschrieben und das Sehen des Glücks Jerusalems.

Uns sollte dabei klar sein, dass die letztendlichen Segenszusagen Gottes an alle, die ihn fürchten, nicht vor allem und nicht zwingend auf das diesseitige Leben bezogen sind.

Gott hat einen weiteren Blick und auch das ist ja nur vernünftig. Wenn das Leben hier auf Erden nur der kurze Vorspann zu einer Ewigkeit ist, dann kann unser Ziel ja nicht primär irdischer und zeitlich begrenzter Segen sein.

Andererseits vertröstet uns dieser Psalm auch nicht auf die Ewigkeit, sondern zeigt uns, dass in der Regel Gott die Gottesfürchtigen auch schon hier auf Erden segnet.

  • Bedenkenswert ist auch, dass Kinder als ein Segen Gottes beschrieben werden. Das hat unsere Gesellschaft scheinbar ziemlich vergessen. Viel zu oft werden Kinder als ein Kostenfaktor angesehen, der gegen Karrierechancen und sonstige Lebensoptionen abgewogen werden muss. Und wenn die Rechnung dann nicht passt, wird selbst das Töten von ungeborenem Leben als Option angesehen. Möge der Herr uns als Gesellschaft da Umkehr schenken!

Die Zusagen von Gottes Segen im Hinblick auf Jerusalem war eine konkrete Zusage an Israel. Wir können diese Zusage nicht komplett 1:1 auf uns übertragen. Denn im NT sehen wir, dass Gottes Volk immer zuerst ein himmlisches Volk ist und unser Zuhause im Himmel. Das heißt, dass Israel hier auf Erden eine physische Darstellung einer viel größeren geistlichen Realität ist. In diesem Sinne tun wir gut daran, diesen Psalm in seinem heilsgeschichtlichen Kontext zu verstehen und dann zu bedenken, dass die definitive Zusage, die hier für Israel irdisch ist, für uns im Hinblick auf die Ewigkeit gilt.

  • Ich wünsche uns, dass wir dieser großartigen Zusage immer mehr glauben und dann auch entsprechend leben.

 Psalm 129:

Dieser Psalm drückt große Zuversicht aus, dass Gott den Seinen beisteht und das Böse besiegt. Dabei lesen wir hier von der Sehnsucht des Beters, dass die Bösen gerichtet werden.

  • Ich denke, dass wir alle diese Sehnsucht kennen.
  • Zugleich sollten wir nie vergessen, dass wir ohne Christus auch nur Gericht verdient hätten.
  • Vor diesem Hintergrund sollten wir die Bösen immer eben auch zur Umkehr und zum Glauben rufen. Denn sie brauchen den Retter genauso sehr, wie wir.

Psalm 130:

Diesen Psalm hat Martin Luther vertont und wir singen ihn häufiger in dem – wie ich finde, sehr schön – neu vertonten Kirchenlied „Aus tiefer Not“.

Dieser Bußpsalm ist ein klares Bekenntnis der menschlichen Sünde und des Vertrauens auf unseren gnädigen Gott, der Sündern vergibt.

  • Wer das erkennt und so auf Gott vertraut, der wird sich dann auch die Zuversicht und Geduld haben, die der Psalmist hier zum Ausdruck bringt.
  • Er weiß um Gottes Gnade und seine Erlösung.

Das dürfen auch wir wissen und so in allen Dingen auf den Herrn vertrauen!

1 Chronik 10 beschreibt parallel zu 1 Samuel 31 das Ende von König Saul. Das kommt an dieser Stelle im 1 Chronik-Buch eher unvermittelt. Das wird aber erst erkennbar, wenn man dieses Kapitel in seinem Kontext liest.

Die Bücher der Chronik liefern uns nochmal die komplette Geschichte Judas aus Sicht des Exils. Sie sind ein großer Rückblick, der im jüdischen Kanon den Abschluss bilden.

In unseren Bibeln wirken sie fast etwas deplatziert, da hier viel wiederholt wird, was gerade zuvor in den Samuel & König-Büchern erwähnt wurde.

Zu Beginn von Kapitel 28 wird beschrieben, dass sich die Philister zum Krieg rüsten. Als Saul das hört, gerät er in Panik. Anstatt weiter Gott zu suchen, nimmt Saul die mangelnde Antwort Gottes als Rechtfertigung, sich den bösen Mächten zuzuwenden. Wie auch immer wir die Episode des beschworenen toten Samuels beurteilen, es zeigt, dass Gott über alles souverän ist und Samuel wohl an einem guten Ort ist, denn der Ruf Sauls ist eine Störung.

Nachdem Samuel Sauls Tod ankündigt, bekommt dieser noch sein Totenmahl.

In Kapitel 29 lesen wir, dass David nicht mit in den Krieg gegen Israel ziehen darf, obwohl Achisch weiter naiv bleibt. Letztendlich ist das in mehrfacher Hinsicht eine gnädige Fügung Gottes.

  • David kommt nicht in die Not, sich gegen seine Landsleute stellen zu müssen und er kehrt rechtzeitig heim, um seine Frauen etc befreien zu können (Kap. 30).

Dabei heißt es über ihn, dass er sich – inmitten von Trauer und Zorn um ihn herum – im Herrn stärkt (V.6). So erkennt er dann, was zu tun ist.

  • Möge der Herr uns allen diese Weitsicht und Klarheit im Denken und Handeln schenken!

Und dann ist David erfolgreich und zeigt auch im Sieg Weisheit und Gnade. So wie in Vers 11ff mit dem ägyptischen Mann, begegnet David auch den müden 200 mit Liebe und Nachsicht … das ist Gott-gefällig und sicher auch einfach strategisch geschickt. Schließlich beschenkt er auch noch die Israeliten und bringt sich so in gute Erinnerung. Auch hier zeigt sich Davids Geschick!

Das 1. Samuel Buch endet mit dem Ende Sauls – genau wie schon von Samuel angekündigt (Kap. 28). Der skrupellose Saul hat auch im Hinblick auf sich selbst keine Skrupel und begeht Selbstmord, bevor er den Feinden in die Hände fällt.

Letztendlich endet dieses Buch also mit dem Tod des schlechten Königs. Der wahre König (Gott) richtet ihn und sein Erwählter (David) steht nun bereit um als historischer Wegweiser auf den ewigen König (Jesus) hin, die Herrschaft über Gottes Volk auf Erden zu übernehmen.

Psalm 35:

In diesem Psalm lesen wir ein sehr eindringliches Gebet von David um Rettung von Gott in Zeiten intensiver Verfolgung. David verlässt sich nicht auf seine eigenen Fähigkeiten und Strategien, sondern bittet Gott, den Kampf zu kämpfen, ihn zu schützen und seine Feinde zu besiegen.

  • Allein das kann uns schon ein sehr hilfreiches Vorbild sein. Ich muss zumindest zugeben, dass ich in Zeiten, in den ich mich angegriffen fühle, manchmal dazu tendiere, mich selbst zu verteidigen. Da möchte ich immer mehr lernen, Gott zu vertrauen.

Gerade zu Beginn ruft David dabei zweimal nach „dem Engel des Herrn“. Dieser Begriff im AT ist ja oft ein Blick auf Jesus. Andererseits erscheint es fast so, als wenn zum Ende des Gebets hin David fast prophetisch Worte niedergeschrieben hat, die eigentlich besser zu Jesus kurz vor der Kreuzigung passen, als zu David. Denn in den Versen 26 und 27 sagt der Beter ja, dass es letztendlich alles entscheidend ist, in welchem Verhältnis Menschen zu ihm stehen. Natürlich war König David ein von Gott gesalbter König – aber letztendlich ist es natürlich Jesus, an dem sich die Geister scheiden werden. David ist da nur ein typologischer (und eben nicht völlig gerechter) Vorläufer des Christus.

In den Versen 9-10 kommt eine erstaunliche und herausfordernde Aussage des Psalmisten. In mitten aller Verfolgung betet er: „9 Aber meine Seele soll sich freuen des HERRN und fröhlich sein über seine Hilfe. 10 Alle meine Gebeine sollen sagen: HERR, wer ist dir gleich? Der du den Elenden rettest vor dem, der ihm zu stark ist, und den Elenden und Armen vor seinen Räubern.
Gerade in schweren Zeiten kann man ja leicht dahin kommen, dass man meint, dass Freude eben nicht wirklich möglich ist. Doch der Psalmist zeigt uns, wo wir nach Freude suchen sollen: beim immer-guten Gott, der den Seinen zu Seiner Zeit hilft.

  • Das wünsche ich mir auch für mich selbst – dass ich mich immer mehr am Herrn freue und das in allen Phasen meines Lebens.
  • Unsere Umstände werden sich ändern – aber Gott ist immer gleich. Gerade deswegen sollten wir uns immer wieder predigen: „Freut Euch in dem Herrn!“

Der Psalmist dringt in seinem Wehklagen zum Lobpreis Gottes durch. Das sehen wir dann nochmals in den Versen 18 und 27-28. Klagen. Bitten und Preisen gehen hier miteinander Hand-in-Hand.

  • Ich finde das sehr hilfreich. Hier wird weder von uns verlangt, dass wir in schweren Zeiten nie klagen dürfen, noch bleibt es beim Klagen. Und gerade da, wo wir uns im Vertrauen Gott zuwenden, werden wir im Glauben gestärkt und bekommen Gott wieder klarer in den Blick, was dann wiederum Lobpreis hervorbringen kann.

Ich wünsche uns, dass wir in guten und schlechten Zeiten, Gott immer wieder so in den Blick bekommen und dann eben auch immer wieder zum Lobpreis zurückfinden.

Psalm 54:

Dieser Psalm klingt erst einmal etwas hart. David betet in einer offensichtlichen Notlage und bittet um Hilfe. Dabei weiß sich David im Recht. Damit kann er natürlich nicht meinen, dass er frei von aller Schuld ist. Aber in diesem konkreten Fall ist er im Recht. Beides wissen wir aus Davids Leben. Er wurde gerade von Saul, aber auch von anderen Feinden zu Unrecht verfolgt. Zugleich wissen wir auch um seine Sünden.

Das hindert ihn aber nicht daran, um Gottes Beistand zu bitten und darum, dass der Herr seine bösen Feinde richten möge.

Ab Vers 6 wechselt dann der Fokus des Psalms. An die Stelle des verzweifelten Gebets rückt nun die sichere Erwartung der Rettung.

  • So geht es uns im Gebet immer mal wieder … wenn wir uns Gott zuwenden und auf IHN hören, wachsen wir im Vertrauen auf Seine Versorgung.

Ab Vers 8 wechselt der Fokus nochmal und nun geht David in den Lobpreis Gottes über.

  • Möge der Herr uns in schweren Stunden auch immer wieder ins Gebet führen, so dass wir neue Zuversicht von IHM bekommen und Ihn dann aus vollem Herzen loben können.

Psalm 63:

David betet auch diesen Psalm in einer Notzeit und doch voller Zuversicht. In der Wüste dürstet ihm nach Gott und inmitten seiner Feinde ist seine Sehnsucht, Gott zu loben.

  • Ich wünsche mir, dass ich auch immer mehr so denken und empfinden kann. Denn noch viel zu oft ist meine Sehnsucht nach dem, was mir aktuell fehlt und viel zu oft wünsche ich mir einfach leichte Lebensumstände, anstatt vor allem Gott loben zu wollen.
  • Möge der Herr es schenken, dass ich und wir alle immer dieses Verlangen nach Gott und diese Einstellung vollkommener Hingabe und des Lobpreises zu Gott gewinnen.

Letztendlich muss ich aber anerkennen, dass ich mich diesen Aussagen nur annähern kann. Umso befreiender ist es zu wissen, dass der große „Sohn Davids“, der allein diese Worte sicher in vollem Umfangt zu jeder Zeit für sich in Anspruch nehmen kann, mein Fürsprecher beim Vater ist.
Und es ist gut zu wissen, dass Er durch seinen Geist in mir wirkt, so dass ich immer mehr zu einem Menschen werde, der Gott in jeder Situation vertraut, sich nach IHM sehnt, auf Ihn hoffe, sich an IHM freut und ihn anbetet!

  • Das wünsche ich uns allen, dass wir diesen Psalm immer mehr als unseren eigenen Psalm beten können – durch Jesus Christus unseren Herrn!

Psalm 18:

Dieser Psalm zitiert 2. Samuel 22 und lässt sich deshalb (und aufgrund der Einleitung) historisch klar einordnen. Gleich zu Beginn preist David seinen Retter- und Beschützer-Gott, der ihm in schweren Zeiten zur Hilfe gekommen ist.

Dann beschreibt der Psalmist seine Not und dann das Eingreifen Gottes. Dabei klingen die Verse 20ff eher anmaßend. Allerdings finden sich ja im Kontext des 2. Samuel 22 klare Hinweise zur Sündhaftigkeit Davids. Wenn das hier so ganz anders klingt, kann das eigentlich nur dadurch erklärt werden, dass die Gerechtigkeit und Heiligkeit, von der hier die Rede ist, die Gerechtigkeit des Herrn Jesus Christus ist. Im Hinblick auf David können wir dann festhalten, dass seine Gerechtigkeit eben nicht auf seinen Taten basiert, sondern auf seinem Glauben, durch den er vor Gott gerecht und heilig ist.

  • So ist dieser Psalm ein Psalm, den David und auch wir Christen ganz persönlich beten dürfen – und gleichzeitig wissen wir darum, dass Vers 20ff grundsätzlich erst einmal eben nur auf den zutrifft, der für uns aller Gerechtigkeit Genüge getan hat – Jesus Christus!

David bekennt hier aber nicht nur Gott als Retter, sondern auch als den, der ihn (und uns) im Überfluss segnet. Dies wird grade ab Vers 33 deutlich.

  • Wir dürfen wissen, dass wir mit Gott alles vermögen, wozu er uns beruft – er gibt uns weiten Raum und er wird dafür sorgen, dass wir eines Tages von allen Feinden befreit sein werden.

Trotzdem sind die Verse 38ff sicher eher auf David zutreffend, als für uns. Ganz sicher sind sie kein Aufruf zu Revanchegelüsten. Diese Kämpfe kämpft Gott … und David hatte da historisch und heilsgeschichtlich eine andere Rolle als wir.

  • Mit David können wir aber auf jeden Fall tun, wovon er in Vers 50 schreibt … wir können Gott danken und ihn loben vor allen Völkern! Er hat unseren König großes Heil gegeben und mit IHM auch uns! Was für ein gnädiger und großartiger Gott!