In Lukas 9, Verse 57-62 lesen wir drei Aufrufe zu bedingungsloser Nachfolge. Erst will einer Jesus nachfolgen und wird herausgefordert zu überdenken, ob er wirklich bereits dazu ist. Dann ruft Jesus einen anderen in die Nachfolge, der aber noch zögert und dafür von Jesus zurechtgewiesen wird. Und schließlich kommt nochmals einer, der Jesus nachfolgen will, aber eben auch noch anderes vorher tun will.

  • In allem wird deutlich, dass der Ruf zur Nachfolge keinen Aufschub erlaubt. Ich hoffe, dass wir diesem Ruf bedingungslos folgen.

Ab Vers 22 sehen wir dann die göttliche Autorität Jesu. Der Wind ist ihm Untertan, die Dämonen sind es und selbst Krankheit und Tod sind es. Jesus hat Macht über Alles!

  • Wir tun gut daran, uns immer wieder darauf zu besinnen. Mit Gott ist Alles möglich.
  • Auf Ihn können wir in allen Dingen vertrauen.
  • Wenn ER nicht eingreift, hat das einen guten Grund und es liegt nie daran, dass er es nicht könnte.

Bemerkenswert ist dabei, dass die Menschen, die Jesu Wunder erleben, sicher fürchten. Wer also denkt, dass Menschen eher gläubig würden, wenn sie Wunder erleben, der verkennt das. Jesus wirklich erkennen können Menschen nur, wenn der gute Same des Evangeliums gesät wird und der HERR ihr Herz so öffnet, dass der Same letztendlich auf fruchtbaren Boden trifft.

Nach den Reden vom kommenden Reich Gottes kommt dann der Bericht von der Stillung des Sturms. In gewisser Weise scheint dies eher zum nächsten Kapitel zu passen, da wir da ja die Werke Jesu sehen, während ansonsten in Kap. 4, die Worte / Lehren Jesu im Zentrum stehen.

Ich kann mir aber vorstellen, dass bei der Kapiteleinteilung (die ja nicht göttlich inspiriert ist) jemand erkannt hat, dass die Frage am Ende des Berichts von der Stillung des Sturms („Wer ist der“, v.41), eben doch auch zu Kap. 4 passt.

  • Erkennen wir, wer ER ist?
  • Folgen wir Ihm deshalb nach und bringen wir so Frucht? Oder lehnen wir IHN ab?
  • Oder wollen wir Ihn zwar als Retter gerne annehmen, lehnen aber Seinen Anspruch ab, dass ER der Herr ist, dem es zu folgen gilt.

Frucht bringen wir nur in der Nachfolge des Herrn und deshalb ist Busse (Umkehr) eben zwingend für wahre Bekehrung und nicht allein Reue.

  • Deshalb ist die Frage wichtig: „Wer ist ER?“

Jesus ist der Herr, dem es zu folgen gilt, so dass ER in und durch uns Frucht bringen kann!

  • Möge dieses mächtige Wort Gottes uns immer wieder neu von dieser Wahrheit überzeugen, so dass wir IHM immer froher und konsequenter nachfolgen.

Nach der Stillung des Sturms kommt Jesus zu Beginn von Kapitel 5 mit seinen Jüngern an das andere Ufer des Sees und damit wohl in heidnisches Gebiet. Ich frage mich, ob Satan durch den Sturm versucht hatte, Jesus davon abzuhalten, dorthin zu kommen und nun einsieht, dass er gegen Jesus nichts zu tun vermag. So kommt dann der Gerasener zu Jesus, anstatt davon zu laufen. Offensichtlich war im klar, dass es kein Entkommen gab und so bittet er um eine mildere Behandlung. Jesus gewährt ihm (bzw der Legion Dämonen) das Anliegen. Das ist aber kein nachgeben, sondern dient letztendlich einem Zweck. Der Massensuizid der Schweine zeigt uns die zerstörerische Gewalt der Dämonen.

  • Und doch dürfen wir erkennen, dass sie gegen Jesus nichts ausrichten können. Wenn er etwas befiehlt, müssen sie gehorchen und weichen!

Die Menschen in der Region sehen in Jesus den Verursacher der Wirtschaftskrise (die Schweineherde ist futsch) und wollen Ihn loswerden. Ganz anders ist die Reaktion des Geraseners. Er sieht in Jesus seinen Retter, dem er folgen will. Doch Jesus hat einen besseren Plan mit ihm und setzt ihn quasi als „Missionar“ zu seinen eigenen Leuten ein.

  • Auch das darf uns herausfordern. Manchmal hat Jesus andere Pläne für uns, als das, was wir im Sinn haben, selbst wenn unsere Pläne – so wie der des Geraseners – grundsätzlich auf unserer Liebe zu Jesus gründen.
  • Beeindruckend ist die Dankbarkeit des Geraseners. Ich wünsche uns, dass wir immer wieder klar vor Augen haben, was Jesus für uns getan hat und dann freudig in allen Dingen das tun, wozu er uns (durch sein Wort) aufruft.

Ab Vers 21 sehen wir dann nochmals Jesus Autorität über Krankheit und Tod. Sowohl Jairus, wie auch die blutflüssige Frau zeigen dabei großen Glauben. Im Falle von Jairus finde ich das besonders bemerkenswert. Dass er Jesus auch dann noch glaubt, als ihm berichtet wird, dass sein Kind tot ist, ist weit mehr als die Tat eines Verzweifelten.

Interessant ist auch, das Jesus Handeln oftmals Furcht hervorruft. Schon am Ende von Kapitel 4 lesen wir von der Furcht der Jünger, nachdem sie erleben, dass Jesus Macht über Wind und Wellen haben. Und hier sehen wir nun, dass die Frau sich fürchtet, nachdem sie Heilung erfahren hat. Jesus schenkt Ihr dann zusätzlich zur Heilung auch noch seinen Frieden.
Jairus ergreift die Furcht wohl eher, weil er annehmen muss, dass sein Versuch durch Jesus zu bekommen, zu spät kommt. Auch hier nimmt Jesus die Furcht. Dieses Mal allein durch die Zusage, dass ER noch helfen kann und das auch tun wird! In beiden Fällen triebt der Glaube und die Erkenntnis Jesu die Furcht aus.

  • Ich denke, wer die Autorität des Herrn Jesus erkennt, der wird immer auch eine gewisse Gottesfurcht haben. Doch je mehr wir Jesus dann kennen lernen – vor allem als den Gott, der für uns ist – desto mehr wird die Furcht wahrer Lieb und tiefem Frieden Raum geben.
  • Andererseits kann ein Mangel an Gottesfurcht aber natürlich auch bedeuten, dass wir Jesus noch gar nicht richtig erkannt haben. Da fehlt dann aber eben auch die Liebe für ihn und der tiefe Friede, den nur er geben kann.
  • Möge der HERR uns wahre Gotterkenntnis schenken, mit angemessener Gottesfurcht und großer Liebe und wahrem Frieden.

Schließlich sehen wir in Vers 43, wie ja auch an anderen Stellen, dass Jesus seine wahre Identität noch geheim halten möchte. Das begründet sich dadurch, dass ER den Menschen erst genauer erklären möchte, wozu der Messias wirklich gekommen ist. Die Leute haben noch falsche Vorstellungen und deshalb will Jesus erst klarmachen, wozu er gekommen ist, bevor er sich dann in seiner ganzen Macht als Messias und Sohn Gottes in aller Deutlichkeit zu erkennen gibt.

In den Versen 18-26 offenbart Jesus, dass er nicht nur Vollmacht hat, sondern auch allwissend ist. Er weiß, wer ihn warum berührt hat. Und dann zeigt er, dass er nicht nur alles weiß, sondern auch alles tun kann und so bringt er das tote Kind zum Leben zurück.

Viele Menschen, die von Jesus geheilt werden, können nicht davon schweigen. Die Blinden haben volle Herzen und reden und der vormals Stumme & Besessene fängt auch an zu reden, nachdem Jesus ihn geheilt hat.

  • Möge uns das ein Vorbild sein. Wenn Jesus uns geistliche Erkenntnis (Glauben) geschenkt hat und von der Macht der Finsternis befreit hat, dann sollten auch wir ihn mutig und froh aller Orten bekennen.
  • Die Ernte ist auch heute noch groß. Möge uns Gott eine ähnliche Herzenshaltung geben, wie die, die Jesus hatte und mögen wir dann intensiv darum beten, dass der Herr der Ernte Arbeiter in seine Ernte sende.
  • Wichtig ist aber auch, dass wir erkennen, wer der Herr der Ernte ist. Wir können keine Ernte produzieren, denn Gottes Wort ist der Same, den Gott selbst aufgehen lässt und Gott ist es, der das Gedeihen schenkt und so die Ernte schenkt. Wir sind dabei die Arbeiter Gottes.

Ab Vers 18 sehen wir, dass Jesus lehrt, dass Nachfolge nie etwas Halbherziges sein kann. Aufgrund unserer Sündennatur werden wir daran natürlich immer wieder scheitern, Jesus in allen Dingen zu folgen. Die entscheidende Frage ist, ob wir den Willen haben, Jesus voll und ganz HERR sein zu lassen – auch wenn wir das dann aufgrund unserer Schwachheit und Sündennatur immer mal wieder nicht tun werden.

Jesus offenbart dann seine Herrschaft und diese erstreckt sich auf die ganze Schöpfung. Selbst Wind und Wellen sind ihm gehorsam. Für die Menschen wird darin erkennbar, dass Jesus tatsächlich kein normaler Mensch ist. Auf der anderen Seeseite offenbart Jesus dann seine Macht über bösen Geister. Und so werden diese zu Bettlern, die Jesus um Gnade bitten.

  • Diesem mächtigen Herrn dürfen wir folgen.
  • Warum sollten wir da Kompromisse machen wollen?
  • Wohin sonst sollten wir gehen, als den Weg diesem Herrn hinterher?

Am Anfang des Kapitels sehen wir Jesus als Lehrer, am Ende ist der Fokus dann eindeutig auf seiner göttlichen Autorität.

Das Sämann-Gleichnis ist sehr bekannt und eine wichtige Lehre für uns. Bekehrung sollte man nie zu schnell an einem Lippenbekenntnis festmachen. Wahre Bekehrung zeigt sich eben letztendlich daran, dass jemand längerfristig Frucht bringt. Es gibt eben auch Strohfeuer und Leute, die einen Glauben haben, der verschütt gehen kann, so dass sie letztendlich wieder abfallen. Jesus macht deutlich, dass eben nicht jeder Glaube rettet.

Jesus verbindet das Gleichnis dann mit dem Aufruf zu aufmerksamen Zuhören: Wir sollen unser Licht leuchten lassen und Frucht bringen … das ist der Weg wahrer Nachfolge.

In dem Gleichnis „vom vierfachen Ackerfeld“ spricht Jesus in gewisser Weise von sich selbst. Er war damals der Sämann, aber letztendlich ist das heute auch jeder, der Gottes Wort verkündet, denn das Wort Gottes allein ist der Same, aus dem echte Frucht hervorgehen kann.

Unsere Aufgabe ist es, dieses mächtige Wort zu säen. Was dann aus der Saat wird liegt nicht an uns, sondern am Boden, auf den die Saat fällt. Das heißt nicht, dass wir nicht sowohl Verstand, wie auch das Herz ansprechen sollen und Menschen eindringlich zum Glauben rufen sollen. Aber dabei sollten wir immer im Blick haben, dass unser Auftrag eben nicht der ist, Menschen irgendwie zu bekehren, sondern ihnen treu das Wort Gottes zu sagen und dann Gott zu bitten, dass die Gute Saat doch aufgehen möge.

Im Gleichnis sehen wir vier Böden:

  • einer lehnt das Wort direkt ab – die Vögel nehmen es weg … es dringt nicht ein.
  • andere nehmen das Wort auf, ohne dass es tiefe Wurzeln schlägt und Frucht bringt. Nach einem Strohfeuer stirbt es ab.
  • Wieder andere nehmen das Wort auf doch es steht dann mitten unter allen möglichen anderen Dingen, die letztendlich dafür sorgen, dass die Pflanze erstickt.
  • Doch manchmal wird der Same tief eindringen und dann kann eine starke Pflanze wachsen und viel Frucht bringen.

Die Frucht allein zeigt dabei, ob ein Mensch tatsächlich bekehrt ist. Deshalb zeigt sich die wahre Bekehrung nicht zwingend in einem Übergabegebet und ersten freudigen oder auch tränenreichen Reaktionen, sondern durch ein fruchtbringendes Leben.

Etwas überraschend mag Jesu Aussage dazu klingen, warum er in Gleichnissen spricht. Gleichnisse haben einen trennenden Charakter. Denen, die durch Gottes Geist geistliches Verständnis haben, werden sich diese Lehren erschließen (wobei auch hier oft ein gewisser Fleiß beim Bibelstudium notwendig ist).

Eines Tages wird dann vollkommen klar sein, wer wahrhaft zu Gott gehört. Wer gute Frucht bringt, der wird von Gott noch mehr anvertraut bekommen – wer keine Frucht bringt, dem wird auch das bisschen Erkenntnis, das er haben mag, noch genommen werden (V.24ff). Das „Frucht bringen“ ist dabei – wie so vieles im christlichen Leben – sowohl unser Bemühen wie auch das Werk Gottes in uns.

Schließlich macht Jesus noch deutlich, dass die gute Saat, die auf den guten Boden fällt quasi automatisch wächst (V.26ff – hier steht nun Gottes souveränes Wirken im Vordergrund) und, dass das Reich Gottes, auch wenn es noch klein und unscheinbar aussehen mag, eines Tages alles andere in den Schatten stellen wird (V.30ff).

Zu Beginn von Kapitel 13 predigt Jesus das Gleichnis vom Sämann bzw vom vierfachen Ackerfeld. Ab Vers 18 erklärt er dann, was er mit dem Gleichnis sagen will.
Der gute Same – Gottes Wort – wird gesät, aber es hat nicht immer die gleiche Wirkung. Das liegt am Boden (den Herzen). Das natürliche Herz ist verstockt und ungläubig. Manchmal findet das Wort vordergründig Gehör, ohne dass es dann wirklich Frucht bringt. Was hier beschrieben wird, sind Schein-Bekehrungen. Wo das Wort aber wirklich angenommen wird, und es eindringt, da wird Frucht bringen. Das Verstehen ist dabei etwas, das von Gott gegeben werden muss (V.11).

So wie Jesus selbst, sollten auch wir freigiebig das Wort weitersagen (säen) und dann darauf vertrauen, dass Gott das Wort gebrauchen wird. Und aufgrund von Gottes großer Gnade, wird das Wort in manche Menschen eindringen und Frucht bringen.

Interessant ist, dass Jesus hier nicht nur lehrt, sondern dabei auch selber der Sämann ist. Die Jünger sind die, bei denen der Same auf guten Boden gefallen ist – und die er dann später selber zum Säen beruft.

  • Ich möchte uns ermutigen, treu den guten Samen zu säen, für Frucht zu beten und dankbar Gott zu loben, dass er uns seine Wahrheiten offenbart hat!

Zwischen dem Gleichnis und der Erklärung finden sich in den Versen 10-17 Worte, mit denen Jesus erklärt, warum er überhaupt in Gleichnissen lehrt. Diese Worte sind sicher für viele Hörer/Leser schwer anzunehmen, denn Jesus scheint hier die doppelte Prädestination anzudeuten.

Ab Vers 24 kommen weitere Gleichnisse. Es geht dabei jeweils darum, dass Gottes Reich nicht ungestört und nicht immer sehr offensichtlich wächst – und doch kommt es unaufhaltsam und eines Tages wird alles offenbar werden und gerichtet werden. In dieser Welt ist das Reich Gottes dabei immer dort, wo (Jesus als) der König anerkannt wird. Das heißt dann eben auch, dass das Reich mit jedem neuen Bürger (Bekehrten) wächst auch wenn von den Mächtigen in dieser Welt der christliche Glaube bekämpft wird.

  • Und da wo Menschen wirklich zum Reich Gottes gehören, wachsen sie selbst und bringen Frucht. Das ist das äußere Erkennungszeichen eines Christem.

Ab Lukas 11,14 lesen wir – basieren auf einer Geisteraustreibung – eine Lektion für alle Menschen. Jesus ist der allmächtige HERR über alle Dinge und es ist alles entscheidend, wie man zu ihm steht. Da gibt es keine Neutralität: „23 Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich“.

  • Deswegen brauchen wir auch mehr als nur eine einmalige Hilfe durch Jesus. Weder Heilung noch die Befreiung von Besessenheit helfen langfristig, wenn nicht Gottes Geist in uns wohnt … und Gottes Geist wohnt eben nur in denen, die zu IHM gehören (an ihn glauben).

Die Seligpreisung aus 11,28 sollte uns ermutigen, unsere Bibellese nicht nur als „Pflichtprogramm“ abzuspulen. Es geht darum, zu hören UND zu bewahren! „Ja, selig sind, die das Wort Gottes hören und bewahren.“

Dann kommen einige härtere Worte. Er lehnt Zeichenforderungen ab und ER äußert Weherufe gegen die Pharisäer und Schriftgelehrten. Es ist eben Grund verkehrt, Jesus auf den Prüfstand zu stellen. Wir sollen IHN anerkennen und uns durch IHN prüfen lassen. Das heißt natürlich nicht, dass wir Fragen stellen dürfen, um Jesus besser kennen zu lernen. Aber auf die Haltung kommt es an. Die Zeichenforderer und Pharisäer wollten IHM nicht glauben und lehnten seine Autorität ab. Deswegen lässt Jesus sich nicht auf sie ein.

  • Ich denke, dass uns das eine hilfreiche Lehre sein kann. Auch wir sollten nicht weiter versuchen, Jesus gegen Kritik zu verteidigen, wenn die Kritiker letztendlich einfach nicht glauben wollen. Da hört Apologetik auf und es wird Zeit, die Kritiker einfach direkt mit dem Anspruch Jesu zu konfrontieren.
  • Für Manche wird das zur Bekehrung führen. Für andere wird Jesus dann komplett zum Stolperstein.

In den Versen 19-21 erklärt Jesus anhand seines eigenen Beispiels, dass der Glaube uns in eine ganz neue Gemeinschaft bringt. Familie ist jetzt vor allem, wer den gleichen Vater hat. Das ist sicher keine Missachtung unserer Abstammungsfamilien, aber es zeigt uns, wie viel wertvoller es ist, Teil der Familie Gottes zu sein. Am schönsten ist es natürlich, wenn das eine mit dem anderen einher geht und unsere natürliche Familie auch zur Familie Gottes gehört.