Psalm 15:

Die Antworten auf die Eingangsfragen von Psalm 15 „wer darf weilen in deinem Zelt? Wer darf wohnen auf deinem heiligen Berge?“ geben uns auf den ersten Blick wenig Anlass zur Hoffnung.
Letztendlich müssen wir anerkennen, dass wir nicht gut und gerecht genug sind, um in die Gegenwart Gottes kommen zu können. Jesus Christus allein lebte so, wie es Psalm 15 verlangt. Alle anderen Menschen müssen letztendlich eingestehen, dass sie diesem Anspruch nicht gerecht werden. Gerade deshalb brauchen wir alle den Herrn Jesus. Wenn wir durch Glauben ‚in ihm‘ sind, werden wir auch vor Gott bestehen können.

  • Der Psalm zeigt uns also unsere Unfähigkeit, aus uns heraus vor Gott zu bestehen und treibt uns deshalb in die Arme unseres Heilands, der allein den Psalm erfüllt hat und auch uns gerecht machen kann.
  • Weiterhin zeigt uns der Psalm, was für ein Leben Gott gefällt. Deshalb sollten wir als durch Christus Gerettete immer darum bemüht sein, auch so zu leben. Letztendlich ist eben jede Sünde (und jede Übertretung der Gebote aus Psalm 15) etwas, das nicht in die Gegenwart Gottes gehört.

Gott liebt uns – deshalb hat Er in Christus für uns getan, was wir nicht aus uns heraus tun können, und hat uns dann auch noch gesagt, wie ein wahrhaft gutes und segensreiches Leben aussehen sollte.

  • Möge der Herr uns so immer wieder dankbare und auf ihn hin ausgerichtete Herzen schenken.

Psalm 23:

Psalm 23 ist wahrscheinlich der bekannteste Psalm. David preist den HERRN als seinen Hirten, der ihn versorgt, sicher durch dunkle Täler bringt und ihn letztendlich zu einer Stätte des Triumphs, des Friedens und der Fülle bringt.

Jesus Christus lehrt uns in Johannes 10, dass ER der gute Hirte ist. Bei IHM allein finden wir die Fülle, Versorgung und Hilfe. Von daher ist es kein Wunder, dass dieser Psalm regelmäßig bei Trauerfeiern gelesen und gepredigt wird.

  • Diese Worte geben uns Hoffnung und Zuversicht in allen Situationen … und die Gewissheit, dass wenn Jesus Christus unser Herr ist wir „bleiben im Hause des HERRN immerdar.“

Psalm 24:

In diesem Lobpreispsalm sehen wir zu Beginn Gott als den Schöpfer aller Dinge (V.1-2).
In Vers 3 kommt dann die Frage, wer in die Gegenwart dieses allmächtigen Schöpfers und Herrn kommen darf. Die Antwort klingt im ersten Moment so, als sei sie eine schlechte Nachricht für uns alle: „Wer unschuldige Hände hat und reinen Herzens ist, wer nicht bedacht ist auf Lug und Trug und nicht falsche Eide schwört.“

  • Das beschreibt erst einmal ja niemanden von uns. Keiner hat komplett unschuldige Hände und ein völlig reines Herz.

Die eine Ausnahme ist der Herr Jesus selbst. Er allein hat so gelebt.

  • Doch der Segen des Herrn und die Gerechtigkeit, die ursprünglich nur ihm gelten, sind dann auch für uns, wenn wir durch Glauben zu Ihm gehören.
  • Dann wird uns Jesu Gerechtigkeit zugerechnet und wir werden mit IHM gesegnet werden. So gilt dann eben die Verheißung auch uns.

Und eines Tages werden wir Christen dann von aller Sünde befreit tatsächlich die Gegenwart Gottes erleben dürfen!

Vers 6 betont dann ja auch, dass Vers 4 und 5 eben nicht nur den Einen (Christus) beschreibt, sondern ein ganzes „Geschlecht“ … und zwar die, die nach IHM fragen! Nach Römer 3,11 tun wir das von Natur aus nicht … aber wenn Gott uns innerlich bewegt, werden wir nach ihm fragen … das haben wir Christen alle erlebt und so beschreibt uns Vers 6 dann auch.

Die letzten 4 Verse sind dann ein wunderbarer Lobpreis Gottes in zwei fast identischen Strophen. Wir sollen dem König ganz viel Raum geben … und der König ist der Herr, der starke und mächtige Herr Zebaoth.

  • Die Frage für uns ist, ob wir das tun?
  • Geben wir dem Herrn den Raum?
  • Machen wir die Tore weit und die Türe hoch, um IHN hereinzulassen?
  • Tun wir Alles dafür, damit ER in aller „Welt“ als König und Herr regieren kann?

Wahrer Lobpreis ist eben immer auch ein Bekennen Gottes, mit dem Ziel, dass auch Andere noch mit in den Lobpreis einstimmen können.

  • Möge Gott uns Herzen geben, die so voller Freude und Dankbarkeit sind, dass wir dann eben auch über ihn reden und ihn preisen wollen.

Psalm 25:

Dieser Psalm greift im hebräischen Original das hebräische Alphabet auf, so dass die einzelnen Verse jeweils mit dem nächsten Buchstaben des Alphabets beginnen. Dadurch war dies ein Psalm, den sich die Israeliten gut merken konnten.

Andererseits oder vielleicht auch gerade deshalb ist der Psalm inhaltlich nicht ganz so zusammenhängend, wie andere Psalmen. Hier kommen verschiedene Gedanken und Gebete vor. Zu Beginn lesen wir ein Gebet um Hilfe, das aus dem Verlangen nach Gott und der Hoffnung auf Seine Hilfe fußt. Vers 3 betont dann, dass dieses Gebet mit größter Zuversicht gebetet werden kann, da Gott eben tatsächlich die Seinen nicht zuschanden kommen lässt.

  • Darauf dürfen wir vertrauen. Gott ist der allmächtige Freund und Herr aller, die an IHN glauben.

Vers 4 und 5 sind dann eine Bitte um Wegweisung. In der Tat ist das ja eine Einladung und ein Aufruf der Bibel, den wir immer wieder bedenken sollten und der uns in einer unsicheren Welt mit vielen Optionen, immer wieder wichtige Orientierung geben kann.

Vers 6-9 verdeutlichen, dass Gott eben nicht nur der Helfer der vollkommen Gerechten und Perfekten ist, sondern als barmherziger und gnädiger Gott gerade auch für Sünder da ist. Alles was es dazu braucht ist die Demut, einzugestehen, dass wir Sünder sind und Gottes Gnade und Hilfe brauchen.

Vers 10- 11 zeigen dann aber auch, dass uns die Gnade Gottes niemals dazu bringen sollte zu denken, dass es keine Rolle spielt, was wir tun. Gottes Hilfe und Beistand gilt denen, die IHM nachfolgen. Das zeigt sich – trotz der vorher erwähnten Sünden letztendlich eben darin, dass wir Gottes Geboten folgen.

Vers 12-14 zeigen uns, dass es eben nicht darum geht, dass wir perfekt sein müssen, sondern darum, dass wir auf Gott vertrauen – oder eben in anderen Worten, dass wir IHN fürchten.

  • Das ist eine wichtige Frage für uns: Gibt es etwas, dass wir mehr fürchten, als den heiligen und allmächtigen Gott?
  • Im Bezug auf Gott gehören Furcht, Vertrauen und Liebe untrennbar zusammen. Wenn wir Gott wirklich erkennen, kann es nichts und niemanden geben, den wir mehr fürchten, mehr vertrauen und mehr lieben als Gott. Und so zeigt sich eben gerade auch in der Gottesfurcht, wo jemand steht. Dem Gottesfürchtigen wird es dabei wohl ergehen, wie der Psalmist betont. Der Psalmist selbst bekennt sich dabei klar zu Gott – er vertraut ihm! (v.15)

Zum Abschluss sehen wir aber eben auch, dass selbst ein Gläubiger manchmal in Anbetracht von Schwierigkeiten und Not nicht immer nur ganz gelassene Gebete betet. Hier wird der Psalmist zu einem Beter, der intensiv mit Gott ringt und ihn inständig um Hilfe bittet.

  • Ich wünsche mir für mich selbst und uns allen, dass wir auch in jeder Not so mutig und intensiv vor unseren guten Gott und lieben himmlischen Vater treten.

Psalm 47:

In diesem wunderbaren Lobpreis-Psalm steht Gott als der Herr und König der ganzen Welt im Fokus. Es ist gut sich daran zu erinnern, dass Gott die Welt regiert. Er lässt sich nicht von einer einzelnen Gruppe vereinnahmen, territorial begrenzen oder sonst irgendwie ausgrenzen (z.B. durch das Verbot, zum christlichen Glauben zu konvertieren). ER ist es, der sich aus allen Völkern sein Volk sammelt aber eben dabei auch über alle Anderen regiert.

Es ist ein großes Privileg, diesem Herrn aller Herren dienen zu dürfen und IHN lobpreisen zu dürfen.

  • Von daher will ich mir und uns allen Vers 7 und 8 zurufen: „Lobsinget, lobsinget Gott, lobsinget, lobsinget unserm Könige! Denn Gott ist König über die ganze Erde; lobsinget ihm mit Psalmen!“

So wie Gott es Abraham zugesagt hatte, sind alle Völker durch Abraham und seinen Nachkommen (Jesus) gesegnet. Diese Nachkommenschaft ist eine geistliche … im Glauben!
Uns erwartet eine glorreiche Zukunft. Wir dürfen wissen können, dass wir eines Tages vor Gott stehen werden mit einem Lobpreis, der weder durch unsere Schwäche & Sünde, noch durch alles Leid und alle Sünde um uns herum getrübt sein wird.

  • Und auch schon hier auf Erden hat Gott uns Gemeinden geschenkt, in denen wir zusammenkommen können, um IHN anzubeten und zu preisen … auch wenn das vorübergehend nur online möglich ist.

Diese Kapitel beschreiben ausführlicher das, was wir auch im 2. Samuel 5 & 6 lesen. Die Reihenfolge ist hier etwas anders, was sich aber wohl leicht dadurch erklären lässt, dass die Berichte im 2. Samuel thematisch gegliedert sind, während es hier wohl chronologisch erwähnt wird.

Im Zentrum steht auch hier der Bericht vom Transport der Bundeslade. Der Tod Usas führt dazu, dass David es mit der Angst zu tun bekommt. Gottes Heiligkeit ist sehr ernst zu nehmen und das kann uns durchaus Angst machen. Doch zugleich wird dann symbolisch durch die Bundeslade bei Obed-Edom deutlich, wie segensreich es ist, nahe bei Gott zu sein. Nachdem David hört, dass Obed viel Segen empfängt, gewinnt er neu Mut und holt die Bundeslade nach Jerusalem.

David ist vor Freude außer sich – was seiner Frau Michal nicht gefällt. Das wird hier aber nur kurz erwähnt und die Gerichtsworte aus 2. Samuel 6 bleiben hier unerwähnt.

In der zweiten Hälfte von Kapitel 5 wird David durch zwei fremde Mächte auf sehr unterschiedliche Weise weiter in seiner Königsherrschaft bestätigt. Hiram, der König von Tyrus tut das, indem er David Zedernholz und Arbeiter sendet, damit sie ihm einen Palast bauen. Und dann kämpfen die Philister gegen David und dieser gewinnt die Kämpfe mit Gottes Hilfe.

  • Wir sehen hier, wie sehr unterschiedliche Dinge von Gott gebraucht werden können, um die Seinen zu ermutigen.
  • Wir lesen hier aber auch, dass die Ermutigung nicht nur positive Folgen hatte. David wird durch den Hausbau auch in seiner Sünde motiviert und so nimmt er sich weitere Frauen.

Der Bericht von der Überführung der Bundeslade nach Jerusalem (mit einem Umweg) in Kapitel 6 zeigt drei eng miteinander verbundene Dinge:

1) Gottes Heiligkeit, die zu einer guten Gottesfurcht führt;

2) Den Segen Gottes, den wir in Seiner Gegenwart erleben;

3) Die Freude an und Demut vor Gott, die entstehen kann, wenn 1) und 2) erkannt wurden.

  • Das bewusste Leben in der Freude des Herrn ist eine tägliche Aufgabe, der ich aber leider nicht tägliche nachgehe. Möge der Herr uns allen einen Tag mit viel Freude an IHM schenken.

Dieser Psalm verdeutlicht, wie segensreich es ist, wenn Brüder einträchtig miteinander unterwegs sind. Historisch mag das Israel an die Brüder Abraham und Lot bzw Jakob und Esau erinnern, die jeweils getrennte Wege gingen, weil sie meinten, dass das Land nicht fruchtbar genug sei, damit beide Brüder (mit ihren Sippen) beieinanderbleiben könnten. Überhaupt lesen wir gerade im 1. Buch Mose über viele Brüder, die eben nicht friedlich miteinander lebten. Das war ja auch schon bei Kain & Abel so.

Der Psalmist gebraucht zwei Bilder, um den Segen von Einmütigkeit zu beschreiben.

  • Das Salböl, das in großer Menge über dem Kopf ausgegossen wird, würde mich ja eher stören … J aber natürlich war das ein Bild für reichen Segen.
  • Ähnlich ist es mit dem Tau, der eben dafür sorgte, dass das Land fruchtbar ist.

Was wir aber sicher leicht nachvollziehen können, ist der Segen eines harmonischen Miteinanders unter (Glaubens-)Brüdern(Geschwistern).

Darauf sollten wir bedacht sein … und dann dürfen wir wissen, dass dieses Bemühen auch Gottes Segen findet: „Denn dort verheißt der HERR den Segen
und Leben bis in Ewigkeit.“ (Ps 133,3b)

In diesen Kapiteln wird uns gezeigt, wie David zum König gemacht wird und wirklich von allen Stämmen als König anerkannt wird. Dabei wird seine Leidenszeit unter Saul fast vollständig ausgeblendet. Es geht hier wohl vor allem darum, David als den vom ganzen Volk anerkannten König zu präsentieren, dem Menschen aus allen Stämmen froh und treu dienten.

Das bestätigt den Anspruch des Hauses Juda auf den Thron und es zeigt uns, dass Gott treu zu seinen Zusagen steht, denn er hatte ja schon durch Jakob Juda den ewigen Thron versprochen.

Überhaupt ist das David-Bild, dass wir im 1. Chronik gezeigt bekommen, ein sehr positives Bild. Da ist nichts falsches dran (Gott lügt nicht) aber die Betonung liegt auf seiner positiven Seite und zeigt uns somit David als legitimen Vorläufer des Herrn Jesus.

Mit Kapitel 5 beginnt nun der Bericht über die Herrschaft Davids in ganz Israel damit, dass Jerusalem nun endlich eingenommen wird und zur Stadt Davids wird. Dieser Bericht ist parallel zu den Worten aus 1. Chronik 11.

David zeigt, dass er ein guter Herrscher ist und setzt fort, was Josua in Treue zu Gottes Wort begonnen hatte und vertreibt die Feinde Israels. Dabei sehen wir, dass David in allem Handeln darauf bedacht ist, Gottes Willen zu erkennen und danach zu handeln.

  • Auch das ist ein wichtiges Vorbild. Ich handle viel zu oft recht eigenständig. Möge der Herr in mir und uns allen wirken, dass wir immer mehr und immer bewusster in Abhängigkeit von Ihm agieren.
  • Die Bemerkung über die weiteren Frauen des Davids steht in diesem Kontext ohne Bewertung … aber uns muss klar sein, dass das natürlich nicht gut und richtig ist. David ist ein guter König und doch braucht eben auch er einen Erlöser.

In Kapitel 7 lesen wir recht kurze Berichte über die Stämme, die später zum Nordreich Israel gehörten. Der Autor berichtet also deutlich weniger über die Stämme im Ostjordanland und im Nordreich, die dann ja 722 v.Chr. zerstört wurden, während das Südreich inkl der Leviten den Rahmen bilden bzw im Zentrum stehen … denn diese Stämme kehrten dann ja aus dem babylonischen Exil zurück und Jesus war dann ja in gewisser Weise der Erbe der beiden Linien … der sowohl der Königsherrschaft, wie auch der eine und letzte Hohepriester.

In Kapitel 8 wird nochmal sehr ausführlich auf den Stamm Benjamin eingegangen. Benjamin hat ja keine sehr glorreiche Vergangenheit. Am Ende vom Buch Richter war das ja der sündige Stamm schlechthin und der Versager-König Saul stammte auch von Benjamin ab.

Trotzdem kriegt Benjamin hier viel Raum … sicher weil eben der Teil des Stammes, der in der Nähe von Jerusalem lebte, letztendlich teil des Südreichs Juda wurde. Und natürlich führt uns dieser Bericht ja auch erst hin zu König Saul … und somit hören wir hier halt etwas von seinem Stammbaum.

Der Anfang von Kapitel 9 ist seltsam, da wir ja in Vers 1b einen großen Sprung in die Zukunft machen und dort die Rede von Judas Wegführung ins Babylonische Exil die Rede ist … und dann kommt ein Vorgriff auf eine Zeit, die scheinbar sogar über das hinausgeht, wo dann das 2. Buch Chronik endet. Ab Vers 35 sind wir dann aber wieder zurück beim Stammbaum von König Saul …

Psalm 81:

Dies ist ein sehr ungewöhnlicher Psalm. Er beginnt noch recht „normal“ mit einem Aufruf zum Lobpreis Gottes, den Gott selbst angeordnet hatte.

Ab Vers 7 spricht dann Gott selbst. Was jetzt folgt klingt gar nicht mehr so fröhlich. Gott hält seinem Volk einen Spiegel vor und zeigt, wie auf sein treues rettendes Handeln immer wieder Rebellion folgte.

  • Diese Rede Gottes könnte uns verzweifelt zurücklassen, wenn wir keinen Retter hätten, der uns mit Gott versöhnt und uns von aller Schuld befreit hat.

Doch in seiner großen Barmherzigkeit hat Gott uns in Christus einen Weg aus der Not bereitet, in die wir uns alle hineinbegeben haben. Deshalb dürfen wir wissen, dass die im Konjunktiv formulierten Zusagen, uns gelten.

  • Preis den Herrn für seine Gnade.
  • Lasst uns immer mehr danach streben, so zu leben, dass der HERR Gefallen an uns hat!

Psalm 88:

Dieser Klagepsalm ist recht „trostlos“. Der Psalmist erkennt in allem Leid zwar klar und deutlich, dass Gott allmächtig ist und doch sieht er eben nur das Leid, das Gott zulässt.

  • Ich kann mir gut vorstellen, dass sich manche Christen, die verfolgt und bedrängt werden, sich so fühlen können.

Wer so leidet braucht unser Gebet und den Zuspruch, der biblischen Verheißungen, z.B.

dass Gott uns verheißen hat, dass für Seine Kinder einmal alles Leid zu einem Ende kommen wird … und in der Tat, dieser Zeit Leiden leicht sind im Vergleich zur Herrlichkeit danach (Röm 8,18; 2. Kor. 4,17).

Psalm 92:

Der Titel dieses Psalms lautet „Ein Psalmlied für den Sabbattag.“ Und dieses Psalmlied ist ein Anbetungslied, in dem Gott als gnädiger, wahrhaftiger und mächtiger Gott gepriesen wird.
Der Psalmist weiß um Gottes Charakter und seine Taten und all das fördert seinen Lobpreis.

  • So wird es uns allen immer wieder gehen – je mehr wir uns auf Gott besinnen, desto mehr werden wir ihn anbeten.

Der Psalmist tut das scheinbar inmitten von einer ihm feindlich gesinnten Welt. Doch er fürchtet seine Feinde nicht, weil er um Gottes Beistand weiß.

  • Auch das ist eine Erinnerung, die wir immer wieder brauchen. Gott ist für uns, wenn wir uns ihm zuwenden. Er behütet und versorgt uns und eines Tages wird er uns vollends von allem Übel erlösen.

Auf diese Hoffnung sieht und vertraut der Psalmist und das dürfen wir auch! Dabei erwähnt der Psalmist in Vers 13 „den Gerechten“ und lenkt so unseren Blick auf den, der für uns zur Gerechtigkeit wurde und uns so auch zu „Gerechten“ gemacht hat.
Wie immer mal wieder sehen wir in den Versen 13 & 14 wie aus dem einen Gerechten, der „grünt und wächst“ eine Vielzahl von denen werden, die gepflanzt sind „im Hause des HERRN, werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen“.

  • Durch Christus empfangen auch wir den Segen, den ER durch seinen Gehorsam für uns errungen hat.
  • Und diese Gewissheit führt uns in den Lobpreis unseres gnädigen, wahrhaftigen und mächtigen Herrn!

Psalm 93:

Dieser kurze Psalm zeigt uns Gott als den König aller Schöpfung. Das Reich Gottes war einst vollkommen, nachdem ER Alles geschaffen hatte und bevor die ersten Menschen gegen Gott, den König aller Könige, rebelliert hatten. Seitdem wird Gott nur noch von den Gläubigen als König erkannt.
Das bedeutet aber nicht, dass Gott nicht immer noch der mächtige König ist. So wie es Vers 2 zum Ausdruck bringt: „Von Anbeginn steht dein Thron fest; du bist ewig.“

Wir Menschen staunen manchmal darüber, wie majestätisch die Natur ist, aber dabei verkennen wir manchmal, dass der Schöpfer noch viel größer und majestätischer ist, als alle Schöpfung.

Erkennen werden wir das nur, wenn wir uns von Gottes wahrhaftigem und gewissen Wort informieren lassen. Der Psalmist erkennt, dass der Gott, der sich in seiner Schöpfung offenbart, sich uns noch viel klarer in Seinem Wort offenbart.
Da sehen wir dann, dass Gott ein heiliger und ewiger Gott ist und nicht „nur“ ein Schöpfer, der einst diese Welt gemacht hat.

Diese Erkenntnis ist auch für uns Christen wichtig. Unser Gott, ist sowohl unser Retter, der uns durch die Wiedergeburt geistliches Leben gibt … und er ist unser heiliger HERR, der uns durch Sein Wort jeden Tag den Weg weist und bei uns ist, alle Tage.

  • Ich preise Gott dafür, dass er sich uns durch seine Schöpfung und sein Wort als perfekten König offenbart!

Psalm 36:

Die ersten 5 Verse zeigen uns den gottlosen Menschen. Hier klingt es so, als handle es sich dabei um bestimmte Menschen, im Gegensatz zu Anderen, die eben nicht so sind.
Paulus greift allerdings Vers 2 in Römer 3 auf und betont, dass diese Beschreibung grundsätzlich erst einmal auf alle Menschen zutrifft. Gerade das hilft dann auch den Rest des Psalms zu verstehen.

Wie kann es zu einem so prompten Wechsel zwischen dem Nachdenken über die Gottlosigkeit des Menschen und dann ab Vers 6 die Güte und Liebe Gottes kommen?

  • Die Antwort ist, dass es eben gerade die Güte und Liebe Gottes ist, die aus vormals Gottlosen, Menschen macht, die durch Gottes Gnade aus der Gottesferne und Blindheit ggb geistlichen Dingen befreit wurden und nun Gott erkennen, ihn lieben, fürchten und IHM nachfolgen.

Bei Gott „ist die Quelle des Lebens“ (v.10) und erst in Gottes Licht erkennen wir Dinge. Jesus Christus ist das Licht und Gott hat uns die Augen geöffnet, so dass wir nun anstatt der Finsternis das Licht erkennen, darin leben und es lieben (Joh 3,19).

So kann der Psalmist dann ab Vers 11 aus der Position eines Menschen schreiben, der nicht mehr den Gottlosen zugerechnet werden kann, sondern zu Gott gehört.

  • Diesen wunderbaren Wandel haben wir (wenn wir denn Christen sind) erleben dürfen und dafür dürfen wir Gott loben und preisen – jeden Tag neu.

Der Psalmist gibt uns die passenden Worte dafür: „HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen. Deine Gerechtigkeit steht wie die Berge Gottes, und dein Recht wie die große Tiefe. HERR, du hilfst Menschen und Tieren.
Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben! Sie werden satt von den reichen Gütern deines Hauses, und du tränkst sie mit Wonne wie mit einem Strom. Denn bei dir ist die Quelle des Lebens, und in deinem Lichte sehen wir das Licht.“

AMEN!

Psalm 39:

Dieser Psalm ist zugleich eine Warnung vor vorschneller Rede und eine Ermutigung zum Reden zu Gott.
Zu Beginn bemüht sich der Psalmist darum, zu schweigen, damit er nicht mit seiner Zunge sündigt. Und doch brennt ihm sein Herz und so wendet er sich dann ab Vers 5 an Gott.
Dabei bekennt er die Endlichkeit seines Lebens. Das zu erkennen und darum zu wissen, dass wir danach vor Gott stehen werden, ist eine gute Basis für alle anderen Worte und Taten. Der Psalmist vertraut auf Gott – er hofft auf Gott (V.8). Diese Hoffnung ermutigt ihn dann zum Gebet um Hilfe.
Nachdem er sich so Gott zugewandt hat, will er nun bewusst wieder schweigen … wobei sich das wohl nicht auf sein Reden zu Gott bezieht, sondern darauf, dass er vor seinen Widersachern schweigt und es Gott überlässt einzugreifen. So betet er dann auch weiter zu Gott.

In all dem erkennt der Psalmist an, dass auch er nicht ohne Schuld vor Gott ist. Er kommt nicht selbstgerecht und fordernd, sondern demütig bittend. Dabei erkennt er in seinem Leid scheinbar auch das züchtigende Wirken Gottes. Deshalb bittet er abschließend darum, dass Gott von ihm ablassen möge.

  • Wir sehen hier Jemanden, der sehr vorsichtig mit seinen Worten ist und Gottes Größe und Allmacht anerkennt, genauso wie auch seine Gnade und Rettung. Dabei erkennt der Psalmist, dass unser Leben begrenzt ist und wir eines Tages vor Gott stehen werden.
  • Diese Erkenntnis macht weise … und von dieser Weisheit möchte ich lernen und meine Worte immer sorgfältiger abwägen und immer mehr im Gottvertrauen leben!

Psalm 77:

In diesem Psalm klagt Asaf sein Leid und fragt sich, warum Gott nicht eingreift. Er weiß darum, dass Gott allmächtig ist und fragt sich, warum Gott Dinge so führt, dass seine Umstände so schwer sind. Er hat den Eindruck, dass Gott sich geändert hat (V.11) – zumindest deshalb, weil er scheinbar keine Gnade zeigt, wo er doch sonst gnädig war.

Doch in all seinen Klagen und Zweifeln bleibt der Psalmist demütig! Er macht keine definitiven Aussagen und sondern stellt Fragen.

  • Ich denke, dass uns das ein Vorbild sein sollte. Wir wollen unsere Begrenzung akzeptieren und nicht über Gott urteilen
  • Aber wir dürfen auch mal fragen und Zweifel haben und müssen diese nicht verstecken. Gerade dann, wenn wir sie aussprechen ist die Chance gut, dass wir Antworten finden.

Schließlich bedenkt der Psalmist die Taten des Herrn aus der Vergangenheit (V.12ff). Gerade das gibt ihm wieder Zuversicht. Der Gott, der in aller Geschichte treu getan hat, was er verheißen hat, wird sich nicht ändern. Und so gibt der Psalmist zumindest indirekt die Antwort auf seine eigene Frage.

  • Es ist immer wieder gut über Gottes Handeln in der Geschichte nachzudenken. Denn das hilft uns, Gott besser kennen zu lernen, so wie wir ja auch unser Vertrauen in Menschen auf das Gründen, was wir von ihnen wissen.

Gott hat sein Volk durch Mose aus der Feindschaft und Sklaverei gerettet. Und er hat uns verheißen, dass einer, größer als Mose, uns eines Tages aus der Sklaverei der Sünde und aus aller Feindschaft dieser Welt befreien wird. Noch müssen wir uns gedulden.

  • In Christus haben wir die Zusage und im Heiligen Geist auch einen Unterpfand.
  • Und eines Tages werden wir dann das endgültige gnädige Eingreifen des Herrn erleben. „Kamm Herr Jesus, komm“!

Psalm 78:

Psalm 78 ist ein ausführlicher Rückblick auf die Geschichte von Gott mit seinem Volk.
Der Psalmist zeigt uns den treuen, gnädigen, sein Volk rettenden und versorgenden Gott – und er zeigt uns ein Volk, das immer wieder gegen Gott rebelliert, sündigt und untreu ist.

Es ist bemerkenswert, wie Gott zwar die Schuld Israels nicht ignoriert, sondern darüber immer wieder zornig wird und Israel richtet … aber in all dem doch auch immer wieder ein Gott der Gnade ist. Seine Gnade ist dabei aber nicht universell. Viele erleben die rettende Gnade Gottes nicht und so endet der Bericht auch mit dem Hinweis, „Er verwarf das Zelt Josefs und erwählte nicht den Stamm Ephraim,“ … aber dann heißt es:

68 sondern erwählte den Stamm Juda, den Berg Zion, den er lieb hat. 69 Er baute sein Heiligtum wie Himmelshöhen, wie die Erde, die er gegründet hat für immer, 70 und erwählte seinen Knecht David und nahm ihn von den Schafhürden; 71 von den säugenden Schafen holte er ihn, dass er sein Volk Jakob weide und sein Erbe Israel. 72 Und er weidete sie mit aller Treue und leitete sie mit kluger Hand.“

Gottes Gnade ist also ein freies Geschenk und nichts, was wir von Gott fordern könnten. In der Tat haben wir alle nur seinen Zorn verdient. Denn trotz seiner großen Liebe zu uns und all seiner Hilfe und Geduld, wenden wir uns – so wie Israel – immer wieder von ihm ab.
Und doch sind wir dann manchmal schnell dabei, im Angesicht von Leid Gott anzuklagen und IHN in Frage zu stellen. Stattdessen sollten wir anerkennen, dass wir größeres Leid verdient hätten und Gott für seine Gnade zu danken und dafür, dass er uns eines Tages aus aller Not retten wird.

Dass wir leben und Gutes erleben ist allein der allgemeinen Gnade Gottes zuzurechnen.

Und wenn wir dann auch noch erfahren durften, wie Gott uns mit seiner erwählenden Liebe Glauben geschenkt und uns bedingungslose Zusagen für die Ewigkeit gegeben hat, dann sollte uns das unbeschreiblich froh und dankbar machen.

  • Möge Gott uns dabei helfen, dass wir aus der Geschichte Israels lernen und uns als treuer und dankbarer erweisen und entschiedener für Gott leben!

In Kapitel 6 lesen wir den zweitlängsten Bericht zu einem Stamm. Nach dem längsten Bericht über das Königsgeschlecht Juda, findet hier nun auch das Priestergeschlecht Levi ausführliche Erwähnung. Das Kapitel liest sich sicher für die Meisten unter uns recht zäh. Und doch ist es Gottes Wort und deshalb lesenswert. Der besondere Fokus auf Levi macht deutlich, wie wichtig der Dienst am Herrn ist.

Dabei ist es sicher von Bedeutung, dass das Geschlechtsregister der Leviten mitten zwischen den anderen Stämmen kommt, so wie die Leviten eben auch zwischen den anderen Stämmen lebten.

Zentral ist hier auch das Thema des Opferdienstes, aber auch des musikalischen Lobpreises.

  • Während Jesus als DER Hoheprietser das ein-für-alle Mal Opfer gebracht hat, sind wir alle dazu aufgerufen, Gott mit Liedern aber auch mit unserem ganzen Leben zu loben!